Das magische Amulett #82: Der Streit der Furien - Jan Gardemann - E-Book

Das magische Amulett #82: Der Streit der Furien E-Book

Jan Gardemann

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Beschreibung

Das magische Amulett Band 82 Roman von Jan Gardemann Der Umfang dieses Buchs entspricht 99 Taschenbuchseiten. Professor Sloan ist auf unbestimmte Zeit beurlaubt, um einmal richtig auszuspannen, und die Amulettforscherin Brenda Logan bekommt Professor Helen Rotherhide als neue Vorgesetzte. Brenda fürchtet, dass sie ihre Forschungen nicht mehr so betreiben kann wie vorher, doch schon am ersten Tag erwartet sie eine Überraschung. Sie wird in das Zimmer der Direktorin zitiert. Hier wartete eine Beamtin von Scotland Yard auf sie und bittet um Unterstützung bei der Aufklärung eines Mordfalles. In der Hand hält sie ein Amulett, das sie der Toten abgenommen hat...

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MOBI

Seitenzahl: 101




Jan Gardemann

Das magische Amulett #82: Der Streit der Furien

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Der Streit der Furien

Das magische Amulett Band 82

Roman von Jan Gardemann

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 99 Taschenbuchseiten.

 

Professor Sloan ist auf unbestimmte Zeit beurlaubt, um einmal richtig auszuspannen, und die Amulettforscherin Brenda Logan bekommt Professor Helen Rotherhide als neue Vorgesetzte. Brenda fürchtet, dass sie ihre Forschungen nicht mehr so betreiben kann wie vorher, doch schon am ersten Tag erwartet sie eine Überraschung. Sie wird in das Zimmer der Direktorin zitiert. Hier wartete eine Beamtin von Scotland Yard auf sie und bittet um Unterstützung bei der Aufklärung eines Mordfalles. In der Hand hält sie ein Amulett, das sie der Toten abgenommen hat...

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author

© Cover by Firuz Askin, 2016

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

© Logo by Steve Mayer unter Verwendung von Motiven by Pixabay, 2016

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

[email protected]

Prolog

Als Black die Hausecke erreichte, blieb er wie angewurzelt stehen. Was sich da vor seinen Augen abspielte, war unfassbar. Die Gasse lag im Dunkeln. Nur von der Einmündung her drang etwas Licht von den nahen Straßenlaternen herein. Die Umrisse der beiden Frauen zeichneten sich schemenhaft in der schummrigen Dunkelheit ab. Blitzschnell und äußerst flink hetzten sie in der Gasse hin und her, so dass Black sie manchmal aus den Augen verlor und sie etwas später dann an einer anderen Stelle in der Dunkelheit wieder auftauchten. Es dauerte eine Weile, bis Black begriff, dass die beiden Frauen miteinander kämpften. Wie die Furien gingen sie immer wieder aufeinander los, traktierten sich mit bloßen Fäusten oder traten mit den Füßen. Dann stoben sie wieder auseinander, nur um im nächsten Moment wieder aufeinander loszugehen...

1

Kora Buck rekelte sich verschlafen in ihrem Bett. Fahler Mondschein drang durch die hohen Fenster, ließ das schwarze lange Haar der Frau wie Ebenholz schimmern und tauchte das Schlafzimmer in silbernes romantisches Licht. Schimmernd spiegelte es sich auf den lackierten, stilvollen Möbeln, verfing sich in dem seidigen Baldachin, der über dem Bett hing und wie fahl leuchtender Nebel aussah.

Unwillkürlich tastete Kora über das Bett. Aber die Stelle an ihrer Seite war leer. Sie war allein!

Ein tiefer trauriger Seufzer kam über Koras Lippen, und sie fragte sich unwillkürlich, wann sie sich endlich daran gewöhnen würde, dass John, ihr Mann, tot war.

Ein halbes Jahr war es nun her, dass John von ihr gegangen war. Er hatte Kora ein luxuriöses, verschwenderisches Leben ermöglicht. In vollen Zügen hatte sie den Reichtum genossen. Kora stammte aus ärmlichen Verhältnissen und war in den Slums von Athen aufgewachsen. Als junge Frau hatte sie sich in Griechenland als Dolmetscherin durchgeschlagen. Dabei hatte sie John Buck, den reichen Engländer, kennengelernt. Er war auf Geschäftsreise in Griechenland gewesen, und Kora war ihm als Dolmetscherin zugeteilt worden.

Für beide war es Liebe auf den ersten Blick. dass John dabei genauso reich wie charmant war, steigerte Koras Genuss und Hingabe noch zusätzlich. Für sie war es wie ein wunderbarer Traum. John nahm sie mit nach London, wo sie eine prunkvolle Hochzeit feierten. Er verwöhnte sie, ließ es ihr an nichts fehlen und war ein sehr romantischer und aufregender Liebhaber.

Dann, vor wenigen Wochen, fand dies alles plötzlich ein jähes Ende. John starb bei einem Unfall und für Kora brach eine Welt zusammen.

Kora verlor nicht nur ihren geliebten Mann, sondern musste auch noch erfahren, dass sie fast /kein Geld mehr besaß. John hatte in finanziellen Schwierigkeiten gesteckt, was er vor seiner Frau immer verborgen hatte.

Doch das war nicht das einzige Geheimnis, das John seiner Ehefrau hinterließ. Von Black, Johns haarlosem athletischen Leibwächter, der Kora schon immer ein wenig unheimlich gewesen war, erfuhr sie kurz nach der Beerdigung, dass ihr Mann ein Gangsterboss gewesen war und mit Erpressung und Rauschgifthandel sein Geld verdient hatte.

Starr und steif saß Kora in ihrem schwarzen Trauerkleid da, als Black ihr die Wahrheit über ihren Mann erzählte. Aber Black war noch nicht am Ende. Er berichtete Kora, dass sich vor einigen Monaten ein bisher noch unbekannter Bandenboss angeschickt hatte, John Buck seine Position in London streitig zu machen und seine Märkte zu übernehmen. Black äußerte sogar den Verdacht, dass Johns Unfall gar kein Unfall, sondern ein Mordanschlag gewesen war.

Als Black endlich aufhörte zu reden, schossen Kora die Tränen in die Augen. Sie wusste nicht, was sie trauriger machte, dass sie mit einem Verbrecher verheiratet gewesen war, oder dass John sie nicht in sein düsteres Geheimnis eingeweiht hatte.

Mehrere Tage lang wusste Kora nicht, wie ihr Leben nun weitergehen sollte. Doch dann fasste sie eines Nachts plötzlich einen Entschluss.

Sie wollte die Geschäfte ihres Mannes übernehmen und seinen Tod rächen.

Wer für Johns Ermordung verantwortlich war, wusste Kora nicht. Aber sie würde es herausfinden.

Während ihrer Zeit in den Slums von Athen hatte Kora gelernt, sich durchzuschlagen. Und diese Erfahrung kam ihr nun zugute...

Dies alles ging Kora nun wieder durch den Kopf, als sie in ihrem vom Mondlicht überfluteten Bett lag und traurig auf die leere Stelle neben sich starrte.

Da drang plötzlich ein leises Scharren an ihr Ohr. Im selben Moment tauchten drei düstere Gestalten neben ihrem Bett auf. Es waren muskelbepackte Männer. Sie trugen lange dunkle Mäntel mit hochgestellten Kragen, hinter denen ihre Gesichter halb verborgen lagen.

Erschrocken richtete Kora sich in ihrem Bett auf. Die Decke rutschte von ihren Schultern und gab den Blick auf das seidige Nachthemd frei, das mit Spitzen besetzt war und unter dem Koras üppige Formen sich deutlich abzeichneten.

»Keinen Mucks!«, presste einer der Männer rau hervor. Sein Arm ruckte vor, und Kora spürte plötzlich den kalten Stahl einer Pistole an ihrer Schläfe.

»Was... was wollen Sie?«, fragte Kora und schielte dabei ängstlich zur Waffe.

Die Männer ließen ein derbes Lachen vernehmen.

»Unser Boss schickt uns«, erklärte der Kerl mit der Waffe. Er hatte eine brutale harte Stimme. Kora vermutete, dass er schon einige Morde auf dem Kerbholz hatte. Ihr entging auch nicht die unverhohlene Gier, mit der er sie anstarrte. »Du hättest nicht versuchen sollen, in die Fußstapfen deines Mannes zu treten«, fuhr er fort. »Dein Versuch, die Drogendealer auf deine Seite zu ziehen, indem du ihnen billigen Stoff anbietest, hat unseren Boss ziemlich wütend gemacht. Er will, dass du leidest, bevor wir dich töten.«

Drohend schoben sich die beiden anderen Kerle um das Bett herum, so dass Kora nun von ihnen eingekreist war. Der Kerl, der am Fußende stand, riss plötzlich die Bettdecke fort, so dass Kora jetzt in ihrer ganzen verführerischen Schönheit zu sehen war.

Der dritte Mann, ein hochgewachsener Kerl mit kurzem Haar und dünnem Oberlippenbart, stieß ein anerkennendes Pfeifen aus.

Ängstlich wich Kora zurück und strich sich eine rabenschwarze Haarsträhne aus dem Gesicht. »Wer ist denn euer Boss?«, fragte sie mit zitternder Stimme.

»Diese Information wird dir nichts nützen, weil du sowieso gleich tot bist!«, erwiderte der Mann mit der Waffe, die noch immer auf Koras Kopf zielte.

»Ich will aber wissen, für wen ihr arbeitet«, sagte Kora. »Und ich bin mir auch sicher, dass ihr es mir gleich sagen werdet.«

Der Mann, der die Bettdecke fortgezogen hatte, lachte rau. Das Lachen klang allerdings ein wenig verunsichert, was Kora nicht entging. »Du hast anscheinend nicht begriffen, in was für einer Lage du dich befindest«, meinte er drohend. »Wenn wir mit dir fertig sind, wirst du darum betteln, endlich sterben zu dürfen.«

»Ich gebe euch noch drei Sekunden, mir den Namen eures Bosses zu verraten«, entgegnete Kora ungerührt. »Sonst werdet ihr alle sterben.«

»Die Kleine ist ja völlig durchgedreht«, lachte der Mann mit der Waffe. Doch plötzlich erstarrte er. Er riss die Augen weit auf und blickte verständnislos auf seine Brust hinab. Sein Mantel stand vorne offen. Das weiße Hemd darunter färbte sich plötzlich blutrot.

Ohne einen Laut von sich zu geben, kippte der Killer vornüber auf das Fußende von Koras Bett und blieb reglos liegen.

»Karl hat es erwischt«, rief der hochgewachsene Killer neben Kora entsetzt.

Hektisch machten sich die beiden an ihren Mänteln zu schaffen, unter denen sie ihre Waffen verborgen hatten.

Aber Kora war schneller. Sie schnappte sich die Pistole des Toten auf ihrem Bett, legte eiskalt auf den Kerl an, der ihr die Decke weggerissen hatte und verpasste ihm eine Kugel mitten ins Herz.

Als hätte ihn eine unsichtbare Faust getroffen, torkelte der Mann zurück und sackte dann ächzend zu Boden.

Sein Komplize, der die Hand noch unter dem Mantel hatte, erstarrte. Hinter ihm war plötzlich eine dunkle Gestalt aufgetaucht, von der nur die Umrisse des kahlen haarlosen Schädels im Dunkeln zu erkennen waren. Es war Black, und er hatte dem Killer den Lauf seines Revolvers in den Nacken gepresst. Ein Schalldämpfer war auf die Waffe geschraubt, so dass Black auf den ersten Killer einen lautlosen Schuss hatte abfeuern können.

»Eine Bewegung und du bist tot«, kam es zischend über Blacks Lippen.

Schweiß trat dem Gangster plötzlich auf die Stirn. »Das war eine gottverdammte Falle«, presste er hervor.

Kora lächelte verführerisch und kroch auf den Mann zu. »Du scheinst ja ein ganz schlauer Bursche zu sein«, spöttelte sie, schob zärtlich ihre Hand unter den Mantel des Mannes und nahm ihm die Waffe fort, die er hatte ziehen wollen. »Die Sache mit den Drogendealern habe ich eingefädelt, um deinen Boss auf mich aufmerksam zu machen. Ich wollte, dass er mir seine Killer auf den Hals hetzt. Es war auch vorherzusehen, dass ihr unvorsichtig werden würdet, wenn ihr eine verführerische schutzlose Frau in einem Bett vorfindet.«

Kora warf ihren Kopf in den Nacken und lachte. Doch dann wurde sie abrupt wieder ernst.

»Es wäre jetzt besser für dich, mir ganz schnell den Namen deines Bosses zu verraten«, sagte sie hart. »Es könnte sonst sehr ungemütlich für dich werden.«

Kora ließ den Lauf der Waffe langsam an dem Körper des Mannes hinabgleiten und verharrte dann in seinem Schritt.

»Wie lautet doch gleich sein Name?«, hakte sie nach, als hätte ihr Gegenüber bereits etwas gesagt, das sie nur nicht richtig verstanden hatte.

Der Mann schluckte und starrte ängstlich auf die Waffe in Koras zierlichen Händen herab. Seinem verzerrten Gesicht war deutlich anzusehen, dass er nicht daran zweifelte, dass Kora tatsächlich abdrücken würde, wenn er weiterhin schwieg.

»Tony«, presste er knapp hervor. »Sein Name ist Tony Winger.«

»Brav«, entgegnete Kora und warf Black, der noch immer hinter dem Killer stand, einen fragenden Blick zu.

»Ich kenne Tony Winger«, erklärte Black daraufhin. »Früher arbeitete er für John. Dann ist er nach Amerika gegangen. dass Winger inzwischen wieder zurück ist, hat selbst John nicht gewusst.«

»Tony ist also nach London zurückgekehrt, um die Geschäfte seines ehemaligen Bosses zu übernehmen«, stellte Kora gedehnt fest. »Er hat John kaltblütig ermorden lassen. Doch jetzt bekommt er es mit mir zu tun.«

Kora stieg aus dem Bett und starrte ihr Gegenüber hasserfüllt an. »Geh, und sag deinem Boss, dass ich ihn töten werde.«

»J... ja«, stammelte der Killer. Die Erleichterung, die er darüber empfand, mit dem Leben davongekommen zu sein, war ihm deutlich anzumerken. Er wollte sich abwenden, doch Black stellte sich ihm in den Weg.

Fragend wandte der Killer sich zu Kora um. »Ich darf doch gehen, oder?«, fragte er ängstlich.

Kora nickte und fuchtelte dabei abfällig mit der Waffe in der Luft herum. »Aber vergiss nicht, deine Komplizen mitzunehmen«, höhnte sie. »Black wird dich beaufsichtigen, bis du die Toten in deinen Wagen geschafft hast.«

Der Killer schluckte. Zögernd trat er ans Bett. Dann wuchtete er den Toten empor, der in Koras Bett lag und warf sich ihn über die Schulter.

2

Nachdem die Leichen fortgeschafft und alle Spuren beseitigt waren, legte Kora sich wieder ins Bett. Sie war mit dem Verlauf der Aktion sehr zufrieden. Liebevoll strich sie mit der flachen Hand über die leere Stelle in ihrem Bett, wo John immer gelegen hatte.

»Du hättest mir sagen sollen, womit du deine Geschäfte machst, John«, seufzte sie mit leichtem Vorwurf in der Stimme. »Wir beide hätten ein unschlagbares Team abgegeben. Tony Winger, dieser Emporkömmling, hätte es niemals gewagt, nach England zurückzukehren.«

Plötzlich stutzte Kora. Ein Schatten war draußen vor den Fenstern vorüber gehuscht und hatte das silberhelle Mondlicht, das über ihr Bett flutete, für einen flüchtigen Moment verdunkelt.

Flink rollte Kora über das Bett zum Nachtschrank und riss ihre Pistole aus der Schublade. Dann richtete sie sich in dem Bett auf und schaute sich hektisch in ihrem Schlafzimmer um.

Hatte sie Tony Winger etwa unterschätzt? Hatte er eine Nachhut geschickt, für den Fall, dass die drei Killer versagten?

Diese Fragen schossen Kora siedend heiß durch den Kopf, während sie fieberhaft überlegte, wie sie Black alarmieren konnte, der sich unten im Haus aufhielt.

Da war der Schatten hinter dem Fenster plötzlich wieder zu sehen. Koras Arm mit der Waffe zuckte hoch, zielte direkt auf die Gestalt.

Kora war fest entschlossen, sofort zu feuern.

Und doch brachte sie es nicht fertig, den Abzugsfinger zu krümmen. Irgendetwas an der Gestalt machte sie stutzig. Sie war sich plötzlich sogar sicher, dass es keiner von Tony Wingers Killern war, der da hinter der Scheibe lauerte.