Das magische Amulett #85: Brenda und der Hexenzirkel - Jan Gardemann - E-Book

Das magische Amulett #85: Brenda und der Hexenzirkel E-Book

Jan Gardemann

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Beschreibung

Das magische Amulett Band 85Roman von Jan GardemannDer Umfang dieses Buchs entspricht 98 Taschenbuchseiten.Es wäre doch schön, eine richtige Hexe sein zu können, eine, die auch zaubern kann. So treffen sich 13 Frauen in der Villa der sich selbsternannten Oberhexe Heralda, die ihre Anhängerinnen ein Amulett berühren lässt, das jeder von ihnen einen Wunsch erfüllen wird. Und damit fängt das Übel an. Brenda Logan, die Amulettforscherin, und ihr Mann Daniel geraten in große Gefahr...

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 102




Jan Gardemann

Das magische Amulett #85: Brenda und der Hexenzirkel

Cassiopeiapress Romantic Thriller

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Brenda und der Hexenzirkel

Das magische Amulett Band 85

Roman von Jan Gardemann

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 98 Taschenbuchseiten.

 

Es wäre doch schön, eine richtige Hexe sein zu können, eine, die auch zaubern kann. So treffen sich 13 Frauen in der Villa der sich selbsternannten Oberhexe Heralda, die ihre Anhängerinnen ein Amulett berühren lässt, das jeder von ihnen einen Wunsch erfüllen wird. Und damit fängt das Übel an. Brenda Logan, die Amulettforscherin, und ihr Mann Daniel geraten in große Gefahr...

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author

© Cover by Firuz Askin, 2016

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

© Logo by Steve Mayer unter Verwendung von Motiven by Pixabay, 2016

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

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Prolog

Die böse, unheilvolle Ausstrahlung, die von dem Haus ausging, konnte Janett fast körperlich spüren. Und sie fragte sich unwillkürlich, warum ihr die unheimliche Aura der Villa nicht schon früher aufgefallen war.

1

»Du bist eine wundervolle Frau, Brenda.«

Der Mann, der dies zu mir sagte, hieß Daniel Connors. Ich war seit drei Jahren mit ihm verheiratet. Und obwohl Daniel diese und ähnliche Worte schon tausendmal zu mir gesagt hatte, jagte mir seine Stimme auch diesmal wieder einen wohligen Schauer über den Rücken.

Nur in einen dünnen Morgenmantel gehüllt, stand ich vor dem großen Panoramafenster unserer Atelierwohnung im obersten Stockwerk eines alten Backsteinhauses in der Lime Street. Verträumt schaute ich über die Dächer von London. Der Abend dämmerte herein. Ein sternenklarer Himmel begann sich über die Stadt zu spannen. Mir kam es vor, als wollten die blinkenden erwachenden Sterne sich mit der illuminierten Großstadt ein Stelldichein geben.

Daniel war von hinten an mich herangetreten und hatte mich zärtlich in seine starken Arme geschlossen. Nun hauchte er mir einen Kuss auf den Nacken. Einen wohligen Laut von mir gebend, schmiegte ich mich dichter in Daniels Arme und lehnte meinen Kopf an seine breiten Schultern.

»Musst du wirklich schon gehen?«, fragte ich mit schwerer Stimme und seufzte.

Daniel vergrub sein Gesicht in mein weizenblondes Haar. Tief sog er meinen Duft in sich ein.

»Mach mir den Abschied nicht noch schwerer«, beschwerte er sich dabei lüsternd. »Du weißt, dass ich in fünfzehn Minuten im St. Thomas Hospital sein muss.«

Daniel war ein bekannter Arzt und Neurologe. Im St. Thomas Hospital leitete er die neurologische Abteilung - und heute hatte er Nachtschicht.

»Hoffentlich hast du heute eine ruhige Nacht«, murmelte ich.

»Falls mir langweilig wird, bleibt mir ja immer noch die Erinnerung an die letzten Stunden mit dir«, scherzte Daniel.

Daniel und ich hatten uns lange und leidenschaftlich geliebt. Daran musste er jetzt wohl wieder denken, als er seine Hände verlangend meinen Körper auf- und abgleiten ließ. In meinem Bauch begann es plötzlich zu prickeln und eine wohlige Wärme breitete sich in meinem Körper aus. Ich drehte mich zu meinen geliebten Mann um, schlang meine Arme um seinen Nacken. Dass sich mein Morgenmantel dabei vorne öffnete, störte mich nicht. Ich genoss den schwärmerischen Blick, mit dem Daniel mich bedachte. Gequält stöhnte er auf.

»Du bist ein hinterhältiges Biest«, sagte er und küsste mich.

Daniel war frisch geduscht und hatte sich bereits angezogen. Es war ihm jedoch deutlich anzusehen, dass er sich seine Klamotten am liebsten wieder vom Leib gerissen hätte.

Lächelnd trat ich einen Schritt zurück und raffte meinen Morgenmantel vor meiner Brust wieder zusammen. Es wäre mir ein Leichtes gewesen, Daniel dazu zu bewegen, seinen Job für einige Stunden zu vergessen und sich ganz der Liebe hinzugeben. Aber ich wusste auch, wie verantwortungsbewusst Daniel war, und dass ihn hinterher Gewissensbisse quälen würde, falls in der Klinik irgendetwas Schlimmes vorgefallen wäre, weil er zu spät zur Arbeit gekommen war.

Der Job und die Liebe sind zwei verschiedene Dinge, die sich oft nicht miteinander verbinden lassen. Diese Erfahrung hatte ich auch schon oft machen müssen. In meiner Funktion als Archäologin und Amulettforscherin war ich oft wochenlang von Daniel getrennt. Das British Museum, für das ich arbeitete, betraute mich oft mit Expeditionen oder Ausgrabungen. Dies waren aufregende Tätigkeiten, in denen ich voll und ganz aufging und Erfüllung fand. Ich konnte es Daniel also sehr gut nachempfinden, was in diesem Moment in ihm vorging. Er liebte seinen Job. Aber natürlich liebte er auch mich!

»Du bist ja noch immer da«, bemerkte ich in gespieltem Tadel und drohte Daniel, der mich mit seinen Blicken förmlich verschlang, mit dem Zeigefinger. Daniel grinste schwärmerisch.

»Du bist eine wundervolle Frau, Brenda«, flüsterte er. »Es fällt mir wirklich schwer, jetzt zu gehen.«

»Du wiederholst dich«, erwiderte ich kühl.

Daniel lachte. »Du hast recht. Ich sollte mich besser auf den Weg machen.« Er warf mir eine Kusshand zu und wandte sich dann ab.

»Ich wünsch dir eine ruhige Nacht!«, rief ich ihm nach, gar nicht bemerkend, dass auch ich mich wiederholt hatte.

»Ich denke an dich«, erwiderte Daniel. Dann war er aus der Tür.

2

»Willkommen, liebe Hexenschwestern«, drang es wispernd über die vollen Lippen der schwarzhaarigen Frau, die am Kopf eines ovalen Tisches saß. Ihr nachtschwarzes, weit geschnittenes Gewandt umhüllte ihre füllige Gestalt wie das Federkleid einer Eule.

Außer der Schwarzhaarigen hielten sich noch zwölf weitere Frauen in dem Zimmer auf. Sie alle hatten für die Versammlung ein schwarzes Kleid angelegt. Und obwohl der Abend bereits hereingebrochen war, waren die Fenster mit schwarzen Vorhängen verhüllt.

Auf dem Tisch standen fünf Kerzen. Sie waren um einen fünfzackigen magischen Stern aus Kreide gruppiert und tauchten den Raum in unheimliches zuckendes Licht, das scharfkantige Schatten auf die Gesichter der Frauen zeichnete.

Die Frau am Kopf des Tisches nannte sich Heralda. Alle in dem dunklen Raum versammelten Frauen, kannten Heraldas bürgerlichen Namen. Sie hieß Judy Hayer, aber die Frauen nannten sie trotzdem Heralda, denn dies war ihr selbstgewählter Hexenname.

Heralda legte in ihrer Begrüßungsrede eine kurze Pause ein und ließ ihren Blick vielsagend über die zwölf Frauen schweifen. Erwartungsvoll und gebannt sahen sie Heralda an. Heralda war ihre Oberhexe. Sie selbst waren auch Hexen und hatten sich zu diesem geheimen mystischen Zirkel zusammengetan.

Genau genommen wäre dieser Zirkel ohne Heralda aber gar nicht zustande gekommen. Mit Hilfe von Annoncen in einschlägigen Londoner Boulevardblättern und mit einer Homepage im Internet hatte Heralda Gleichgesinnte gesucht und schließlich auch gefunden. Aber nicht jede, die auf die Anzeigen reagiert hatte, wurde auch in dem Hexenzirkel aufgenommen. Heralda war sehr wählerisch gewesen. Männer lehnte sie von vorn herein ab.

»Dieser Hexenzirkel soll nur Frauen vorbehalten sein«, war ihre Maxime.

Tatsächlich hatten sich sogar ziemlich viele Männer auf Heraldas Anzeige gemeldet. Nur wenige von ihnen waren wirklich an dem esoterischen Aspekt des Zirkels interessiert gewesen. Die meisten hatten sich unter einem Hexenzirkel mehr eine erotische Veranstaltung vorgestellt, was Heraldas Meinung über Männer nur noch bestärkt hatte.

»Männer sind sexistische Ungeheuer«, hatte sie ihren Hexenschwestern deshalb auch bei ihrer ersten Ansprache vor einem Jahr erklärt. »Ihr Bestreben ist es, uns Frauen zu unterdrücken, uns aus dem Berufsleben zu verdrängen und unseren Wirkungskreis auf einige wenige Tätigkeiten zu beschränken, die allein darin bestehen sollen, ihnen das Leben angenehm zu machen und sie zu befriedigen.«

Die meisten Hexen hatten zustimmend genickt und Verwünschungen gezischt. Doch einige hatten auch geschwiegen und Heraldas Ansprache stillschweigend über sich ergehen lassen. Zu diesen Frauen gehörte auch Janett Bäcker. Janett war zwanzig Jahre alt und interessierte sich sehr für Okkultismus und Spiritismus. Darum hatte sie vor einem Jahr auch auf Heraldas Anzeige reagiert, die sie beim Surfen durchs Internet zufällig entdeckte.

Janett trug ihr brünettes Haar kurz. Wie alle ihre Hexenschwestern hatte sie ein schwarzes Kleid angezogen, denn dies war Vorschrift. Zum Unterschied zu den anderen Frauen hatte Janett jedoch ein tief ausgeschnittenes Kleid gewählt, das eng an ihrem Körper anlag und Janetts weibliche Kurven deutlich betonte.

Janett mochte Männer. Zwar hatte sie auch schon einige unschöne Erfahrungen mit ihnen machen müssen. Aber das hatte die junge Frau nicht davon abbringen können, eine gewisse Faszination für das andere Geschlecht zu entwickeln.

Kaum merklich verdrehte Janett die Augen, während Heralda ihre Hexenschwestern nun vielbedeutend und mit einem geheimnisvollen Leuchten in den dunklen Augen anstarrte.

Janett befürchtete schon, Heralda würde nun wieder mit einer ihrer üblichen Schmähreden über Männer beginnen. In solchen Momenten fragte Janett sich, ob der Hexenzirkel wirklich das Richtige für sie war. Heralda hatte in ihrer Antrittsrede vor einem Jahr nicht nur die Männer verflucht, sondern ihren Hexenschwestern auch versprochen, durch Magie und Zauberei Wunderdinge zu bewirken. Davon hatte Janett bisher aber nicht viel bemerkt.

Zwar hatte Heralda ihre Hexenschwestern in der Kunst der Hypnose unterwiesen und einige aufregende Séancen abgehalten. Aber die Erfolge, die die Hexen mit dieser magischen Technik bisher vorweisen konnten, waren eher gering.

Janett selbst hatte einmal einen jungen Kerl, für den sie sich damals sehr interessiert hatte, zu hypnotisieren versucht. Tatsächlich hatte er auch alles getan, was sie anschließend von ihm verlangt hatte. Aber Janett war sich nicht sicher, ob er das nicht auch ohne Hypnose getan hätte, und ob er sich nicht bloß verstellt hatte, um ihr einen Gefallen zu tun.

Wenn Heralda wieder über die Männer herzieht, werde ich diesmal dagegen angehen, nahm Janett sich in diesem Moment fest vor.

»Seit genau einem Jahr existiert unser geheimer Zirkel nun schon«, fuhr Heralda wispernd fort. Sie hatte eine tiefe raue Stimme und verstand es ausgezeichnet, sie geheimnisvoll und mysteriös klingen zu lassen. Sogar Janett bekam jedes Mal eine Gänsehaut, wenn Heralda auf diese Weise zu ihnen sprach.

»Die Ergebnisse unserer Zauberei waren bisher mehr als bescheiden«, hörte Janett Heralda in diesem Moment sagen. »Ich bin mir sogar sicher, dass die Männerwelt von unserem mystischen Wirken bisher keine Notiz genommen hat. Es hat sich nichts geändert.«

Janett horchte auf. Noch nie hatte Heralda auf diese Weise zu ihnen gesprochen. Immer war die Oberhexe bemüht gewesen, die kleinsten Fortschritte und Ereignisse zu heroischen Taten hochzuspielen, dass es Janett manchmal sogar schon lächerlich vorgekommen war. Dass Heralda nun so kritisch und rückhaltlos über das vergangene Jahr resümierte, schockierte Janett sogar.

Auch die anderen Hexen hatten Heraldas Worte sichtlich durcheinander gebracht. Ein Stimmengewirr setzte ein und Unruhe breitete sich in dem dunklen Raum aus, der von den fünf schwarzen Kerzen, die auf dem ovalen Tisch brannten, nur ungenügend beleuchtet wurde. Einige der Hexen stießen sogar empörte Laute aus.

Beschwichtigend hob Heralda die Arme. Die Ärmel ihres schwarzen, weit fallenden Kleides breiteten sich dabei wie die Schwingen einer Eule aus.

Sofort kehrte wieder Ruhe ein. Auch Janett war jetzt wie gebannt. Von Heralda ging eine machtvolle, autoritäre Ausstrahlung aus, wie Janett sie zuvor noch nie gespürt hatte.

»Wir waren bisher weit weniger als mittelmäßige Hexen!«, rief Heralda plötzlich mit donnernder Stimme in die entstandene Ruhe hinein. »Das Ziel, unsere Position in der Männerwelt zu stärken und die Unterdrückung abzustreifen, haben wir verfehlt!«

Mit beiden Fäusten hieb Heralda auf den Tisch, dass es nur so krachte. In ihren Augen leuchtete es böse, als sie ihre Hexenschwestern nun eine nach der anderen anfunkelte.

Janett zuckte ängstlich zusammen, als Heraldas Blick sich in sie bohrte. Die junge Frau hatte das unbehagliche Gefühl, Heralda könne bis auf den Grund ihrer Seele hinabblicken und ihre geheimsten Gedanken und Wünsche ergründen.

»Doch ab heute Nacht hat unser dilettantisches Wirken ein Ende!«, verfiel Heralda plötzlich wieder in ihr geheimnisvolles Gewisper. Und als sie nun weitersprach, klang ihre Stimme nicht länger kalt und hart. Ein mitfühlender, begütigender Ton hatte sich hineingeschlichen.

»Keine von uns trifft die Schuld an unserem Versagen. Jede hat sich mit aller Kraft und den besten Absichten bemüht, eine wirkungsvolle Hexe zu werden. Dass es uns nicht gelungen ist, lag nicht an mangelnden Fähigkeiten oder halbherzigen Willen.« Heralda erhob sich von ihrem Stuhl und richtete sich zu ihrer vollen Größe auf. Nun sah sie tatsächlich wie eine Eule aus. Heraldas schwarzes, blau schillerndes Kleid umhüllte ihre füllige Gestalt wie das aufgebauschte Gefieder eines Raubvogels, während das schwarze widerspenstige Haar ihr wirr vom Kopf abstand.

»Was uns bisher fehlte, liebe Hexenschwestern, waren die richtigen magischen Hilfsmittel«, erklärte Heralda, wobei sie, wie Janett fand, auf geheimnisvolle Weise sogar klug und weise klang. Jedes ihrer Worte entsprach der Wahrheit, daran zweifelte Janett keinen Augenblick.