Das Nazareth-Gen - Michael Cordy - E-Book

Das Nazareth-Gen E-Book

Michael Cordy

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Beschreibung

Fieberhaft versucht der Genforscher Tom Carter, das Leben seiner Tochter zu retten. Doch während er mit Hilfe seines Supercomputers die gesamte menschliche Erbsubstanz analysiert, schickt eine weltweit operierende Bruderschaft dem vermeintlichen Frevler an der Schöpfung einen Todesengel. Gegen die Zeit kämpft der Genforscher Tom Carter um das Leben seiner kleinen Tochter. Nur ein Mensch mit einer ähnlichen DNS könnte helfen ...



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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 654




Das Buch

Vor dem Stockholmer Rathaus wird ein Attentat auf den eben mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Genforscher Tom Carter verübt. Der amerikanische Wissenschaftler kommt mit einer Beinverletzung davon, doch seine Ehefrau verblutet. Der Anschlag trägt die Handschrift eines bizarren Serienkillers, der offensichtlich von einer Gruppe engagiert wurde, die Carters Arbeit verhindern möchte. Dem Amerikaner ist es nämlich gelungen, mit Hilfe eines Supercomputers die gesamte menschliche Erbsubstanz zu analysieren. Doch Carter hat noch ganz andere Sorgen: Seine achtjährige Tochter hat von ihrer Mutter einen Gendefekt geerbt. Eine Heilung ist unmöglich. Carter muß im Wettlauf mit der Zeit einen Menschen mit einer ähnlichen, aber unbeschädigten DNS finden, sonst verliert er auch seine Tochter. Doch die weltweit operierende Bruderschaft, die ihn als Frevler an der Schöpfung sieht, will Carter einen todbringenden Racheengel schicken …

Michael Cordys brillanter Thriller ist detailgenau recherchiert und trifft den Brennpunkt unserer Zeit.

Der Autor

Michael Cordy, Jahrgang 1962, war bis 1993 als Marketingleiter in einem englischen Konzern tätig. Neben seinem Beruf faszinierte ihn über Jahre die Genforschung, deren Entwicklung er ebenso aufmerksam verfolgte wie die Diskussion um ihre schwerwiegenden ethischmoralischen Herausforderungen. Er gab schließlich seinen Beruf auf, um das Thema in einem spannungsgeladenen Roman zu verarbeiten.

Die Originalausgabe THE MIRACLE STRAIN erschien bei Transworld Publishers Ltd., London

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21. Auflage

Copyright © 1997 by Michael Cordy Copyright © 1997 der deutschsprachigen Ausgabe by Diana Verlag, München in der Verlagsgruppe Random House GmbH Umschlagillustration: Corbis/Scott Speakes, Düsseldorf

Inhaltsverzeichnis

Buch und AutorCopyrightWidmungVorspiel
1968. Südjordanien
1. Teil - Die Propheten im Innern
1 - Mitternacht. 10. Dezember 2002. Stockholm, Schweden2 - Samstag, 21. Dezember 2002. Boston, Massachusetts3 - Am selben Tag. London4 - Boston. Beacon Hill5 - Einen Monat später. 2. Februar 2003. Boston. Beacon Hill6 - Später am selben Morgen. GENIUS-Tierlabor7 - Die Höhle des Heiligen Lichts. Südjordanien8 - Manhattan
Damaskus
9 - L’Hôpital de Médecin. Troisième Arrondissement. Paris10 - Boston. GENIUS-Gelände. Abteilung für Informationstechnologie
Cittavecchia. SardinienBack Bay. Boston
11 - Beacon Hill. Boston
2. Teil - Projekt Kana
12 - Paris. Drei Wochen später
Italienische AdriaküsteSouth Boston Junior School. Am nächsten Morgen
13 - Genf. Drei Tage später
London. Später
14 - Boston. GENIUS-Hauptquartier
Samstag. Beacon Hill
15 - Tel Aviv16 - Südjordanien17 - Das Gewölbe der Erinnerung18 - Boston. Crick-Labor
3. Teil - Die Gene Gottes
19 - Boston. Beacon Hill20 - Drei Abende später. GENIUS-Hauptquartier21 - IT-Abteilung. GENIUS-Hauptquartier, Boston22 - Die Höhle des Heiligen Lichts. Südjroanien
GENIUS-Klinik. Vier Tage späterStrafanstalt Boston. Eine Woche späterIT-Abteilung. GENIUS-Hauptquartier. Eine Woche später
23 - GENIUS-Hauptquartier
Oberster Gerichtshof von Massachusetts. Drei Tage später
24 - GENIUS-Klinik25 - Korsika
Am selben Abend. Im Norden von BostonAm nächsten Morgen. CharlestownBack Bay. Boston
26 - Todestrakt. Staatsgefängnis von Massachusetts
4. Teil - Das Wundergen
27 - Operationssaal der GENIUS-Klinik. Eine Woche später28 - Vier Tage später. Staatsgeängnis von Massachusetts29 - Hinrichtungskammer
Leichenschauhaus
30 - Boston. Beacon Hill31 - Die Höhle des Heiligen Lichts32 - GENIUS. Boston
Nachspiel
Drei Monate später
Anmerkung des AutorsDanksagung

»Sie sind in dir und in mir, sie schufen uns, Körper und Geist, und ihr Fortbestehen ist der letzte Grund unserer Existenz …

… Heute tragen sie den Namen Gene.«

Richard Dawkins, Das egoistische Gen

»Doch schauen sollt’ ich weiter als ich greife,

Vorspiel

1968. Südjordanien.

War es wirklich wahr? Hatte sich die Prophezeiung nach zweitausend Jahren des Wartens zu seinen Lebzeiten endlich erfüllt, unter seiner Führerschaft?

Der Sikorski-Hubschrauber überflog Petra; wie ein Insekt huschte sein Schatten über die alte, in die Felsen getriebene Stadt. Rot glühten die herrlichen Säulen und Statuen im Licht des Spätnachmittags, aber Ezekiel De La Croix sah nicht nach unten; ausnahmsweise hatte er einmal kein Auge für die atemberaubende Schönheit der Stadt unter ihm. Er hielt den Blick auf den Horizont gerichtet und suchte die endlose Weite aus Sand nach der Stelle ab, wo der Hubschrauber landen würde.

Neben ihm regte sich einer der zwei anderen Passagiere, deren dunkle Anzüge genauso verknittert waren wie seiner. Beide Männer schliefen, müde von der Reise. Sie waren nicht dazu gekommen, sich auszuruhen, seit sie sich auf den Weg nach Genf gemacht hatten, wo sie in eine Vorstandssitzung der Bank der Bruderschaft geplatzt waren, um ihm die Nachricht zu überbringen.

Die Nachricht, die alles ändern sollte. Wenn sie richtig war.

Ezekiel sah auf die Rolex an seinem Handgelenk und fuhr sich durch das dünne weiße Haar. Nachdem er erfahren hatte, was passiert war, hatte es ihn, bis er das Flugzeug nach Amman gechartert und dort den wartenden Hubschrauber der Bruderschaft bestiegen hatte, fast einen ganzen Arbeitstag gekostet, um hierherzukommen, nicht zu reden von den Tausenden von Schweizer Franken, die es ihn teurer gekommen war als ein Linienflug. Allerdings hatte Geld für die Bruderschaft noch nie eine Rolle gespielt, nur die Zeit; zweitausend Jahre Zeit.

Jetzt konnten sie nur noch wenige Minuten von ihrem Ziel entfernt sein. Während er sich immer wieder einzureden versuchte, daß er keine Sekunde früher hätte hierherkommen können, drehte er aufgeregt an seinem Ring – einem blutroten, in einem Weißgoldkreuz gefaßten Rubin, dem Zeichen seiner Führerschaft.

Das rhythmische Floppen der Rotorenblätter verstärkte seine innere Anspannung nur noch, als der Hubschrauber über den Sand dahinschoß und die Felsen von Petra hinter sich ließ. Weitere zehn Minuten vergingen, bevor er endlich sah, wonach er Ausschau hielt: fünf einsame Felsen, gegen die Wüste ringsum zu einer trotzigen Faust zusammengedrängt. Er beugte sich vor und sah auf die größte, über zehn Meter hohe Felsnadel hinab. Wegen ihrer gekrümmten Form schien es, als winkte sie ihm zu. Ein Schauder lief ihm über den Nacken. Die ungeheure Ausstrahlung dieses Orts hatte noch nie ihre Wirkung auf ihn verfehlt, aber heute überwältigte sie ihn förmlich.

Die fünf Felsen waren in nur wenigen Landkarten eingetragen, und auch dann nur in Form einiger Höhenlinien, nie namentlich. Außerhalb der Bruderschaft wußten nur wenige von ihrer Existenz, abgesehen von den Nabatäern, die vor Tausenden von Jahren diese sandige Wildnis durchstreift hatten. Und den nomadischen Beduinenstämmen der jüngeren Vergangenheit. Doch selbst die Herren der Wüste machten einen weiten Bogen um die Felsengruppe und zogen, ihren spärlichen Schatten verschmähend, lieber nach Petra im Norden. Aus Gründen, die nur sie selbst kannten, mieden sie diesen Ort, den sie Asbaa El-Lah, die Finger Gottes, nannten.

»Wir gehen runter!« schrie der Pilot gegen den Lärm der Rotoren an.

Ezekiel sagte nichts. Er war immer noch ganz gefangengenommen vom Anblick der Felsen, die unter ihm aufragten. Neben einem von ihnen konnte er drei staubige Landrover erkennen. Um ihre Spuren im Sand zu verwischen, hatten sie an den hinteren Stoßstangen fächerförmige Matten hängen. Offensichtlich waren schon andere Mitglieder hier.

Ezekiel warf einen Blick auf die Männer, die neben ihm schliefen. Im normalen Leben, außerhalb der Bruderschaft, war einer von ihnen ein führender amerikanischer Industriemagnat, der andere ein bekannter italienischer Politiker. Beide gehörten dem sechs Mitglieder zählenden Inneren Kreis an, und Ezekiel vermutete, daß die anderen bereits vor der Heiligen Höhle versammelt waren. Er fragte sich, wie viele Mitglieder der Bruderschaft sonst noch von den Gerüchten angelockt worden waren. Nicht einmal die strikte Pflicht zur Geheimhaltung innerhalb der Organisation hatte das Bekanntwerden des großen Ereignisses verhindern können.

Je näher sie dem Fuß des höchsten Felsens kamen, desto lauter schien der Rotorenlärm zu werden. Als der Hubschrauber schließlich landete, riß Ezekiel De La Croix die Tür auf und sprang mit einer Eleganz, die seine sechzig Jahre Lügen strafte, auf den glühendheißen Boden. Die Augen gegen die Sandkörner fest zusammenkneifend, rannte er unter den Rotorblättern hindurch. Vor sich konnte er eine Öffnung in dem hohen Felsen sehen. Im Eingang der Höhle stand ein Mann in einem leichten Anzug, in dem Ezekiel sofort Bruder Michael Urquart erkannte, ein anderes Mitglied des Inneren Kreises. Urquart war ein äußerst erfolgreicher Anwalt gewesen, doch als ihn Ezekiel jetzt aufgedunsen und altersgebeugt da stehen sah, kamen ihm Bedenken, ob der Bruder, wie so viele andere aus dem Inneren Kreis, mittlerweile nicht zu alt und gebrechlich war, um sich den bevorstehenden Herausforderungen zu stellen.

Ezekiel streckte seine Rechte aus, ergriff Bruder Michaels Hand und sagte: »Möge er erlöst werden.«

Darauf ergriff der Bruder mit der linken Hand Ezekiels Linke, so daß die vier Hände ein Kreuz bildeten, und sprach den alten Gruß zu Ende: »Auf daß er die Gerechten erlöse.«

Sie ließen ihre Hände wieder los, und Ezekiel fragte: »Hat sie sich wieder verändert?« Sein Blick schien zu sagen: Jetzt bloß kein Wort, daß die anstrengende Reise umsonst war.

Über Bruder Michaels müde Züge legte sich ein Lächeln. »Nein, Vater Ezekiel, sie ist immer noch so, wie man Ihnen gesagt hat.«

Die Anspannung, die Ezekiel in jedem Muskel spürte, ließ nur den leisesten Anflug eines Lächelns über seine Lippen huschen. Ohne sich um die zwei anderen Brüder zu kümmern, die gerade steif aus dem Hubschrauber kletterten, klopfte er Urquart auf die Schulter und betrat die Höhle.

Der erodierte Raum unterschied sich in nichts von den anderen natürlichen Höhlen, die es in dieser Region gab. Etwa drei Meter hoch sowie gut fünf Meter breit und tief, zeigte die Höhle mit Ausnahme der an den Wänden lehnenden Fackeln keine auf den ersten Blick erkennbaren Spuren menschlicher Einwirkung. Doch in dem Dunkel vor sich sah Ezekiel zu seiner Erleichterung, daß das verborgene Portal in der hinteren Wand geöffnet worden war; den schweren Stein zur Seite zu wuchten konnte eine Ewigkeit dauern. Als er durch die Öffnung schritt, wurde Ezekiel von zwei großen Gaslaternen in Empfang genommen, die einen Mosaikfußboden und die Wände erhellten, in die die Namen all jener eingemeißelt waren, die bereits von ihnen gegangen waren, die Namen Tausender von Brüdern, die vergeblich auf diesen Augenblick gewartet hatten. In der Mitte der Kammer befand sich die Große Treppe, eine grob in den Stein gehauene Wendeltreppe, die fünfzig Meter tief in den Fels und unter den Sand der jordanischen Wüste hinabführte.

Ohne auf die anderen zu warten, stieg Ezekiel die ausgetretenen Stufen hinunter. Er hielt sich nicht an dem als Handlauf dienenden Seil fest, sondern stützte sich bei seinem Abstieg an der kühlen Oberfläche der Steinwände ab. Am Ende der Treppe wurde das pechschwarze Dunkel von Fackeln zurückgedrängt, die in dem Luftzug aus dem unterirdischen Labyrinth von Luftschächten flackerten. Die Reliefs und die Fresken an der niedrigen Decke schienen in ihrem zitternden Licht zu tanzen.

Von hier betrat er den gewundenen Gang, der in die Heilige Höhle führte. Es kostete ihn einige Beherrschung, nicht loszulaufen, als er mit leise klickenden Sohlen über den glatten, von zahllosen Füßen polierten Felsboden eilte.

Als er um die letzte Ecke bog, hörte er Stimmen und stellte überrascht fest, daß sich vor dem drei Meter hohen, mit heraldischen Winkeln und Kreuzen verzierten Ebenholztor, das den Zugang zur Höhle versperrte, etwa zehn Männer versammelt hatten. Offensichtlich hatte sich die Neuigkeit über den Inneren Kreis hinaus verbreitet, und es waren auch andere Mitglieder der Bruderschaft hergekommen, um sich zu überzeugen, daß die Gerüchte stimmten. Er sah die letzten beiden Mitglieder des Inneren Kreises am Tor stehen: den korpulenten Bruder Bernhard Trier, der sich nervös seinen Spitzbart strich, und den hochgewachsenen, hageren Bruder Darius. Darius bemerkte Ezekiel als erster und hob die Hand, worauf sich die anderen unverzüglich zu ihrem Führer herumdrehten und verstummten.

Ezekiel drängte sich an den versammelten Brüdern vorbei und tauschte mit Bruder Darius den rituellen Gruß aus.

»Möge er erlöst werden.«

»Auf daß er die Gerechten erlöse.«

Sie lösten ihre Hände, und bevor Ezekiel ihm noch eine Frage stellen konnte, wandte sich Darius schon an den Jüngeren und sagte:

»Bruder Bernhard, warten Sie hier. Ich bringe den Vater nach drinnen. Sobald er zu einer Entscheidung gekommen ist und das Zeichen für echt erklärt hat, können Sie den anderen das Tor öffnen.«

Die uralten Angeln quietschten laut, als Bernhard den linken Torflügel ein Stück öffnete. Ezekiel und Darius drückten sich durch den Spalt hindurch, dann wurde die Tür wieder geschlossen; das Geräusch, das dabei entstand, hallte durch den Raum, der sich vor ihnen auftat.

Wie immer, wenn Ezekiel die Heilige Höhle betrat, blieb er, tief beeindruckt von ihrer schlichten Größe, stehen; die massiven, viereckigen Säulen, die die Tonnen von Felsgestein über ihnen stützten; die Bildteppiche an den gemeißelten Wänden; die Vielzahl von Fackeln und Kerzen, in deren warmem Schein die aus dem Fels gehauene Decke aussah, als wäre sie aus getriebenem Gold. Doch heute wanderte sein Blick nur zu einer Stelle, zu dem Altar im hinteren Teil der Höhle.

Um besser sehen zu können, schritt er an den Säulen vorbei in die Mitte des Raums. Jetzt war der Altar mit dem vertrauten weißen Leinentuch, das mit einem roten Kreuz verziert war, deutlich zu erkennen. Doch sein Augenmerk war auf eine Stelle davor gerichtet, auf eine runde Öffnung im Steinboden. Das Loch, nicht größer als ein menschlicher Kopf, hatte eine Bleifassung in Form eines Sterns. Aus seinem Innern züngelte eine fünfzig Zentimeter hohe Flamme empor.

Mit zögernden Schritten näherte sich Ezekiel De La Croix dem heiligen Feuer, das hier seit über zweitausend Jahren brannte. Nachdem er viermal um die Flamme herumgegangen war, war er endlich sicher, daß stimmte, was er sah. Es gab keinen Zweifel mehr. Die Flamme, die fast zwei Jahrtausende lang orangefarben gebrannt hatte, war nun weiß; ein bläuliches, blendend helles Weiß, wie es nicht mehr gesehen worden war, seit der erste Messias auf der Erde geweilt hatte.

Das war der Punkt, an dem ihm die Tränen kamen. Er konnte sie nicht zurückhalten. Die Größe dieses schicksalhaften Augenblicks war zu überwältigend. Er hatte schon immer die Vermutung gehegt, daß die Veränderung der Flamme, die die Parousia, die Wiederkunft Christi, ankündigte, am Ende des zweiten Jahrtausends eintreten könnte. Dennoch hatte er nie zu hoffen gewagt, die Prophezeiung könnte sich zu seinen Lebzeiten oder gar unter seiner Führerschaft erfüllen. Doch nun war der große Augenblick gekommen. Er hatte nur den einen Wunsch, sein Vater und mit ihm jeder Vorfahre und jedes verstorbene Mitglied der Bruderschaft, das an den Wänden der Höhle über ihm verewigt war, könnte mit ihm an diesem Moment teilhaben, an dem Moment, dem jeder von ihnen sein Leben gewidmet hatte.

»Vater Ezekiel, soll ich jetzt die anderen hereinlassen?« fragte Bruder Darius mit belegter Stimme.

Ezekiel drehte sich zu ihm um und sah, daß auch seine Augen feucht schimmerten. Er lächelte. »Ja, mein Freund. Lassen Sie auch sie sehen, was wir gesehen haben.«

Von seinem Platz vor dem Altar beobachtete er, wie die Mitglieder des Inneren Kreises in die Große Höhle strömten, gefolgt von jenen Brüdern, die nur von Gerüchten angelockt worden waren. Eine Weile sagte er nichts und ließ sie ihre ausgehungerten Augen am Anblick der Flamme weiden. Als sie sich satt gesehen hatten, hob er die Arme, um ihre Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

»Meine Brüder, das Zeichen ist echt. Die Prophezeiung hat sich erfüllt.« Er ließ den Blick über die Gesichter der Anwesenden wandern und sah jedem tief in die Augen. »Der Messias weilt wieder unter uns. Das lange Warten ist zu Ende, und die Suche kann beginnen.«

Beim Anblick seiner freudestrahlenden Anhänger hatte Ezekiel nur ein Gebet auf den Lippen: daß er lange genug leben möge, um das Erste Ziel der Bruderschaft von der Wiederkunft Christi zu verwirklichen. Zum erstenmal lächelnd, hob er die Arme hoch in die Luft, als streckte er sie nach dem Himmel selbst aus.

»Möge er erlöst werden«, rief er, daß der Klang seiner Stimme durch die Höhle schallte.

1. Teil

Die Propheten im Innern

1Mitternacht. 10. Dezember 2002. Stockholm, Schweden.

Es schneit weiter. Wie es das die ganze Verleihungsfeier und das anschließende Festbankett hindurch getan hat. Riesige Flocken aus Weiß fallen aus dem dunklen Himmel und erscheinen ganz plötzlich in den starken Scheinwerfern, die die rote Backsteinfassade des Stadshuset, des Stockholmer Rathauses, beleuchten. Trotz Frost und Schnee hat sich eine kleine, kältegestählte Menge um die Eingangstreppe versammelt, um das Königspaar und die Preisträger beim Verlassen des Gebäudes zu sehen.

Mit tief in den Manteltaschen vergrabenen Händen tritt eine breitschultrige Gestalt nach vorn, vielleicht in der Hoffnung, besser sehen zu können. Doch als Olivia Dr. Tom Carter aus dem Rathaus hinaus in die schwedische Nacht folgt, bemerkt sie die ungewöhnlichen Augen nicht, mit denen der Schaulustige ihren Mann anstarrt.

Sie ist zu sehr damit beschäftigt, dafür zu sorgen, daß ihre achtjährige Tochter ihren roten Mantel zuknöpft. »Setz auch deine Mütze auf, Holly. Es ist eiskalt.«

Holly verdreht ihre hellbraunen Augen, als sie den Kragen zuknöpft. »Da sehe ich doch richtig prall drin aus.«

»Prall? Das ist ja ganz neu.« Olivia lacht und drückt Holly die Russenfellmütze auf das borstige blonde Haar. »Außerdem, lieber prall aussehen als frieren.«

»Du siehst nicht prall aus, Holly«, sagt Tom Carter und wendet sich seiner Tochter zu. Er geht vor ihr in die Hocke und sieht sie mit seinen blauen Augen prüfend an, als wäre sie etwas aus seinem Labor. Dann hebt er die Schultern und lächelt. »Na ja, ein bißchen vielleicht doch.«

Holly beginnt zu kichern, und er nimmt sie an der Hand und führt sie die Treppe hinunter.

Sie sehen gut zusammen aus, denkt Olivia, die ihnen folgt. Ihre Tochter ist schön, obwohl ihr Olivia das nie sagen würde. Schon Holly dazu zu bringen, auf ihre Jeans und Nikes zu verzichten und für die Feier ein Kleid anzuziehen, war eine größere Aktion gewesen.

Tom dreht sich zur Seite und lacht über etwas, das Holly sagt, und Olivia sieht, wie sich ein weicher Zug über seine stahlblauen Augen legt. Beim Anblick seiner langen, schlaksigen Gestalt und der Schneeflocken auf seinem widerspenstigen schwarzen Haar wird ihr wieder bewußt, wie gut er aussieht, vor allem in dem Frack mit der weißen Fliege, den er unter seinem Kaschmirmantel trägt. Sowohl er als auch Jasmine haben den Preis verdient, und Olivia ist so stolz auf sie, daß sie die beißende Kälte kaum spürt.

In diesem Moment erscheint Dr. Jasmine Washington an ihrer Seite. Die kurzgeschnittene Afrokrause der jungen Computerwissenschaftlerin ist unter der Kapuze eines leuchtendblauen Capes verborgen, das im Scheinwerferlicht fast metallisch glänzt. Die dunkle Haut ihres Elfengesichts steht in auffallendem Kontrast zum Schnee, und zum Weiß ihrer Augen.

Neben ihr steht Jack Nichols, Toms Teilhaber bei GENIUS Biotech Diagnostics. Er geht auf ihren Mann zu und klopft ihm auf die Schulter, um ihm noch einmal zu gratulieren. Obwohl ein gutes Stück kleiner als Tom, ist Jack dennoch über eins achtzig groß, und dazu ziemlich kräftig gebaut. Sein kantiges Gesicht mit der sichelförmigen Narbe vom linken Nasenflügel zum linken Mundwinkel läßt ihn eher wie einen Boxer aussehen als wie einen der beiden Teilhaber des größten biotechnischen Unternehmens der Welt.

Ihre kleine Gruppe ist fast vollständig, als sie auf die wartenden Limousinen zugehen, die wie Kutschen aus früheren Zeiten innen beleuchtet sind. Olivia ist beeindruckt von der riesigen Menschenmenge, die sich am Fuß der Treppe versammelt hat. Allerdings wird sie den Verdacht nicht los, daß die meisten Schaulustigen sowie die vielen Polizisten vor allem wegen Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia gekommen sind, deren Wagen gerade losfährt. Aber dennoch richten sich auch auf ihre kleine Gruppe noch genügend Kameras.

»Wo sind die anderen, Jazz?« fragt Olivia. Toms Vater und Jasmines Verlobter gehören ebenfalls ihrer Gruppe an.

Jasmine deutet hinter sich. »Sie unterhalten sich mit dem Typen, der den Nobelpreis für Literatur gewonnen hat.«

»Und wie fühlt man sich als frischgebackene Nobelpreisträgerin?« fragt Olivia und lächelt ihre alte Zimmergenossin aus Stanford an. »Dabei hast du dir vor zwölf Jahren noch Sorgen gemacht, ob du mal einen Job bekommst, in dem du überhaupt was bewirken kannst. Weißt du noch?«

Als Jasmine lacht, heben sich ihre Zähne weiß gegen ihre Haut ab. »Klar.« Trotz ihres beiläufigen Achselzuckens entgeht Olivia nicht, wie aufgewühlt sie innerlich ist. Ein Stipendium für Stanford zu bekommen und dann am MIT den Doktor zu machen waren Leistungen, auf die jeder stolz sein konnte, ganz besonders eine Ghettogöre aus den Projects von South Central L. A. Aber das hier, das war eine Klasse für sich.

»Und jetzt hast du zusammen mit Tom die Welt verändert.« Das hatte ihnen auch der Vorsitzende des Karolinska Medikokirurgiska Institutet bestätigt, des Gremiums, das den Nobelpreis für Medizin und Physiologie verleiht. Der kleine silberhaarige Mann hatte Toms Entdeckung, die auf seinen bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der Genetik und Jasmines genialem Umgang mit Computern auf Proteinbasis gründete, als die bedeutendste wissenschaftliche Errungenschaft seit Watsons und Cricks Entdeckung der DNS-Doppelhelix bezeichnet. Eine Entdeckung, die unzählige Menschenleben retten würde. Olivia erinnert sich, wie Tom und Jasmine im Januar 1999 zum erstenmal das Genescope vorgestellt hatten, mit dem sich anhand einer einzigen Körperzelle jedes menschliche Gen aufschlüsseln ließ. Ihre Erfindung hatte das internationale Human Genome Project mit einem Schlag überflüssig gemacht.

Jasmine streckt die Hand aus und klopft Holly auf den Rücken. »Mein Patenkind war jedenfalls nicht sonderlich beeindruckt. Ich habe sie zweimal gähnen gesehen.«

»Du hast bei der Preisverleihung gegähnt, Holly?« fragt Tom lachend.

Holly zuckt verlegen mit den Achseln und pustet sich eine Schneeflocke von der Nasenspitze. »Nein. Na ja, ein bißchen vielleicht. Das Ganze hat ja auch ganz schön gedauert, oder etwa nicht?«

Tom wendet den Kopf nach hinten und sieht Olivia an. Sie lächeln sich an, und er streckt seine freie Hand nach hinten, ihr entgegen. Sie sind jetzt noch etwa drei Meter von der Limousine entfernt. Sie fassen sich an den Händen, und Tom dreht sich um und neigt sich ihr zu, wie er es immer macht, wenn er im Begriff ist, sie zu küssen.

In diesem Moment löst sich die breitschultrige Gestalt aus der Menge.

Olivia, die sich auf Tom zubewegt, bemerkt die Person zuerst nicht. Dann sieht sie aus dem Augenwinkel, wie sich die sichelförmige Narbe in Jack Nichols’ Gesicht verzieht. Warum schaut er plötzlich so wütend drein? So erschrocken?

Dann scheint die Zeit plötzlich langsamer zu vergehen.

Ein lautes Krachen ertönt, und Jack stößt Tom von ihr fort. Reißt seine Hand aus der ihren, so daß sie gegen Holly fällt.

In diesem Sekundenbruchteil sieht sie den Mann in dem breitschultrigen Mantel ganz deutlich. Er steht vor ihr und deutet auf die Stelle, wo Tom war.

Wo jetzt sie ist.

Ein Blitz kommt aus der Hand des Mannes, und ein neuerliches Krachen zerreißt die kalte Nacht. Etwas schlägt mit ungeheurer Kraft gegen ihre Brust, preßt ihr die Luft aus den Lungen, schleudert sie zu Boden. Dann noch so ein Schlag und noch einer und noch einer, und sie purzelt wie eine Stoffpuppe die Stufen hinunter. Was sie spürt, als sie vergeblich aufzustehen versucht, sind nicht so sehr Schmerzen als ein seltsam taubes Gefühl.

Sie muß Tom und Holly zu Hilfe kommen.

Sie kann Jasmine wie erstarrt über sich stehen sehen. Ihr metallisch glänzendes blaues Cape ist dunkel von Blut. Olivia hört einen Schrei und sieht, wie Holly sie aus weit aufgerissenen braunen Augen, die den ihren so ähnlich sind, entsetzt anstarrt. Sie hat ihre Mütze nicht mehr auf, und Olivias erster Gedanke ist, daß sich Holly erkälten wird. Olivia versucht zu lächeln. Sie möchte Holly Mut machen, aber sie kann sich nicht bewegen, und ihr Hinterkopf fühlt sich feucht und klebrig an. Plötzlich merkt sie, daß das alles ist, was sie spürt.

Als ihr Kopf auf die Seite rollt, fällt ihr Blick auf die Augen des flüchtenden Mörders, der bereits in der vor Schreck erstarrten Menge verschwindet, und sie ist überrascht über das, was sie sieht.

Wo ist Tom? fragt sie sich. Er wird alles wieder in Ordnung bringen.

Sie hört ihn ihren Namen rufen. Er hört sich sehr, sehr weit weg an.

Dann ist seine Stimme weg, wie ein vergessener Gedanke, und sie sieht und hört nichts mehr.

»Olivia! Olivia! Olivia!«

Je öfter Dr. Tom Carter den Namen seiner Frau rief, desto weniger traute er seinen Augen. Ohne Rücksicht auf die Schußwunde in seinem Bein kroch er die vereisten Stufen hinunter. In all den Jahren als Chirurg hatte er nie so viel Blut von einer einzigen Person gesehen; der Schnee rings um Olivias Körper war rot davon. Das konnte nicht wahr sein. Nicht ausgerechnet an diesem Abend.

Es war alles viel zu schnell gegangen – ging viel zu schnell. Noch vor wenigen Sekunden hatte er alles gehabt. Und jetzt …

Er konnte den Gedanken kaum zu Ende denken. Die Welt war verrückt geworden. Die Menge schrie und kreischte. Die Polizei bildete einen Kreis um ihn und versuchte sie zurückzuhalten. Sirenen heulten, Blitzlichter zuckten. Jack kam mit aschfahlem Gesicht auf ihn zu.

Tom war über Olivia gebeugt. Behutsam strich er ihr die blonden Strähnen aus dem Gesicht und wartete, daß ihre offenen Augen blinzelten, in plötzlichem Wiedererkennen lächelten. Aber sie starrten ihn nur an. Irgend etwas an ihrem Kopf war komisch. Mit schrecklicher Distanz stellte er fest, daß die Rückseite ihres Schädels fehlte.

Er bückte sich und drückte sie an sich. »Warum?« schrie er, ohne zu merken, daß er seine Gedanken laut hinausbrüllte.

Dann ließ ihm eine plötzliche Erkenntnis, noch kälter als die Nacht, das Herz gefrieren. Jack hatte ihn aus der Schußbahn gestoßen. Der Mörder hatte auf ihn gezielt, nicht auf Olivia.

Er hätte tot sein sollen, nicht sie.

Wie Dolchstiche drangen die Schuldgefühle trotz seines Schocks zu ihm durch und ließen ihn heftig würgen. Dann hörte er in dem Chaos ein leises Wimmern.

Holly? Gerade als ihm Jack die Hand auf die Schulter legte, ergriff ihn heftige Panik.

»Holly?« schrie er, stieß seinen Freund von sich und wirbelte herum. Und sah, wie seine blutbespritzte Tochter von ihrer Patentante getröstet wurde. Jasmines Gesicht war blaß unter der dunklen Haut. Tom streckte die Hand nach Holly aus und untersuchte sie nach Verletzungen. Dabei blickte er unablässig in ihre Augen, die ihn anflehten, er möge ihr erklären, was kein vernünftiger Mensch erklären konnte. Mit einer Erleichterung, so heftig, daß er nach Luft schnappte, stellte Tom fest, daß sie physisch unverletzt war, und drückte sie an seine Brust.

»Es wird alles wieder gut.« Er streichelte Hollys Gesicht und schob sich zwischen sie und Olivia. »Es wird alles wieder gut. Das verspreche ich dir.« Er sprach die Worte genauso für sich wie für sie, und als sich die Sanitäter durch den Polizeikordon zwängten, war alles, woran er sich noch klammern konnte, der Gedanke, daß wenigstens Holly unverletzt war.

2Samstag, 21. Dezember 2002. Boston, Massachusetts.

Was Dr. Jasmine Washington nicht verstehen konnten, war, warum Tom Carter es getan hatte; vor allem so kurz nach dem Anschlag. Möglicherweise hing es mit dem Tumor zusammen, den der schwedische Chirurg bei der Behandlung von Olivias Kopfverletzung in ihrem Gehirn entdeckt hatte. Egal, was der Grund dafür war, es machte sie wütend.

Der Rasen des Mount-Ashburn-Friedhofs war weißgrau von Rauhreif, hatte die gleiche Farbe wie der Winterhimmel. Der wäßrigen Nachmittagssonne gelang es nicht, die etwa hundert Menschen zu wärmen, die sich in dieser monochromen Landschaft versammelt hatten, um Olivias Leben zu würdigen und für ihren Tod ein Zeichen zu setzen.

Jasmine Washington stand zwischen ihrem Patenkind und ihrem Verlobten, Larry Strummer. Sie war froh, daß sich die Medien, zusammen mit der diskreten Polizei, wenigstens einmal pietätvoll im Hintergrund hielten, in etwa fünfzig Meter Abstand. Außer Olivias Verwandten, den GENIUS-Mitarbeitern und Toms Kollegen aus Medizin und Wissenschaft kannte Jasmine auch viele der anderen Trauergäste. Der State Governor stand neben dem schwedischen Botschafter, der gekommen war, um die Trauer und Betroffenheit seiner Landsleute zum Ausdruck zu bringen. Neben ihnen standen Lehrer der South Boston Junior School, an der Olivia Englisch und Musik unterrichtet hatte. Auch Kinder aus ihrer Klasse waren da; es war dieselbe Klasse, in die auch Holly ging. Einige weinten, aber alle standen still an ihrem Platz. Olivia wäre stolz auf sie gewesen.

Jasmine war zu wütend, um über den Verlust ihrer besten Freundin zu weinen. Sie hatte in den letzten elf Tagen mehr Tränen vergossen als in ihren bisherigen dreiunddreißig Jahren. Als sie Olivia in Stanford kennenlernte, war Jasmine noch eine rotzfreche Ghettogöre gewesen. Die Tatsache, daß sie an einer Eliteuniversität ein Stipendium für Computerwissenschaften erhalten hatte, war ihr damals keineswegs als die große Auszeichnung erschienen, die es war. Als Tochter strenggläubiger Baptisten war sie von ihren Eltern strikt von den Straßen von South Central L. A. ferngehalten worden, weshalb sie sich schon mit elf ihren ersten Computer gebaut und den größten Teil ihrer Jugend damit verbracht hatte, sich auf den Straßen des Cyberspace herumzutreiben. Trotzdem, welch eine Ironie des Schicksals, daß sie wegen eines Computerfehlers im selben Zimmer mit einer blonden, kunstsinnigen höheren Tochter aus Maine gelandet war, die englische Literatur studierte. Auch jetzt noch konnte sich Jasmine ein Grinsen nicht verkneifen, wenn sie daran dachte, wie Olivia und sie sich trotz der Gegensätze zueinander hingezogen gefühlt hatten.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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