Das Neujahrsorakel - Friedrich Wolf - E-Book
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Das Neujahrsorakel E-Book

Wolf Friedrich

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Beschreibung

1942, eine kleine rheinische Stadt: Der Krieg hat das Leben der Familie Dreesen erschüttert. Während draußen der bleigraue Winterhimmel die Dunkelheit bringt, versammeln sich die Mutter, ihre Tochter Finchen, der kleine Köbesje und die kriegsgezeichnete Lisbeth um den Esstisch, um das neue Jahr zu begrüßen. Über diese Nacht erzählt Friedrich Wolf eine Geschichte voller Hoffnung und Verzweiflung, die das Schicksal einer Familie in den dunkelsten Zeiten Deutschlands zeigt. Was als harmloses Neujahrsorakel beginnt, offenbart tief verborgene Wahrheiten und zwingt die Beteiligten, sich ihren Ängsten und Hoffnungen zu stellen. Eine berührende Erzählung über Verlust, Liebe und den unermüdlichen Glauben an eine bessere Zukunft – jetzt als E-Book wiederentdeckt.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 5

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Impressum

Friedrich Wolf

Das Neujahrsorakel

ISBN 978-3-68912-120-4 (E–Book)

Die Erzählung ist 1942 entstanden.

Das Titelbild wurde mit der KI erstellt.

© 2024 EDITION digital®

Pekrul & Sohn GbR

Godern

Alte Dorfstraße 2 b

19065 Pinnow

Tel.: 03860 505788

E–Mail: verlag@edition–digital.de

Internet: http://www.edition-digital.de

Das Neujahrsorakel

Ein bleigrauer Winterhimmel über der kleinen rheinischen Stadt. Schnell kommt die Dunkelheit. Die Mutter Dreesen schließt fest die Läden, hängt noch eine Decke vor das Fenster und stellt dann eine heiße Biersuppe mit ein paar Neujahrskräppeln auf den Tisch. Sie hat das Letzte zusammengekratzt. Das Weihnachten war traurig genug verlaufen, da sie von ihrem Sohn, dem Jupp, der irgendwo in Russland steht, seit über acht Wochen keinen Brief mehr erhalten hatte. Und die Lisbeth, des Jupp Frau, schaut drein wie drei Tage Regenwetter.

Deshalb hat sie den Piter Poensgen, Jupps Schulfreund und Bataillonskameraden, heute zur Biersuppe und zu den Neujahrskräppeln eingeladen. Der Piter, der vor Stalingrad seinen halben rechten Arm verlor, der Piter hätte ganz gut einmal von selbst kommen können. Das war er eigentlich der Mutter Dreesen und der Lisbeth schuldig. Aber der Piter knurrt vor sich hin: „Das Herumgerenne bei all den Behörden … da muss erst ein dutzendmal bestätigt werden, dass mir die Russen auch wirklich meinen Arm abgeschossen haben.“

„Genug jetzt vom Krieg!“, sagt die Mutter Dreesen. „Heut ist Neujahrsnacht, da heißt es: essen, trinken und nur an das neue Jahr denken!“ – Die sechzehnjährige Tochter der Mutter Dreesen, das Finchen, die in einer Munitionsfabrik arbeitet, legt dem Piter zwei heiße Kräppel auf den Teller. „Zucker ist wenig drauf“, entschuldigt sie sich, „und das Öl schmeckt auch nicht grade prima; aber es ist gut gemeint.“

Der jüngste Dreesen, das achtjährige Köbesje, der seine zwei Kräppel bereits verschlungen hat, schaut hungrig auf den verwundeten Soldaten. Der schiebt ihm unbemerkt seinen zweiten Krapfen hin. Das Köbesje lässt den schnell in seinein Hosensack verschwinden und sagt dann dankbar: „Du, Ohm, ich kann dir wahrsagen! Hast du Streichhölzchen?“