Das trunkene Schiff - - Cordwainer Smith - E-Book

Das trunkene Schiff - E-Book

Cordwainer Smith

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Beschreibung

Die traurigste, verrückteste und unglaublichste Begebenheit im ganzen Weltraum

Es klingt wie eine Geschichte, die man sich an einem Sommernachmittag erzählt, um sich die Zeit zu vertreiben: Artyr Rambo von Erde vier, der mit seiner alten, aber unglaublich schnellen Rakete das All bereist. Er folgt Elizabeth, einer wunderschönen Frau, die immer ein bisschen verletzlich wirkt, bis dorthin, wo es keinen Weltraum mehr gibt, wohin Menschen nicht gehen können und wo sie niemals gewesen waren. Zuerst hielten die Leute das für ein Gerücht. Doch dann fanden sie heraus, dass es stimmte …

Die Erzählung „Das trunkene Schiff“ erscheint als exklusives eBook Only bei Heyne und ist zusammen mit weiteren Stories von Cordwainer Smith auch in dem Sammelband „Was aus den Menschen wurde“ enthalten. Sie umfasst ca. 44 Buchseiten.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 77

Veröffentlichungsjahr: 2016

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CORDWAINER SMITH

DAS TRUNKENE SCHIFF

Erzählung

Das Buch

Es klingt wie eine Geschichte, die man sich an einem Sommernachmittag erzählt, um sich die Zeit zu vertreiben: Artyr Rambo von Erde vier, der mit seiner alten, aber unglaublich schnellen Rakete das All bereist. Er folgt Elizabeth, einer wunderschönen Frau, die immer ein bisschen verletzlich wirkt, bis dorthin, wo es keinen Weltraum mehr gibt, wohin Menschen nicht gehen können und wo sie niemals gewesen waren. Zuerst hielten die Leute das für ein Gerücht. Doch dann fanden sie heraus, dass es stimmte …

Die Erzählung »Das trunkene Schiff« erscheint als exklusives E-Book Only bei Heyne und ist zusammen mit weiteren Stories von Cordwainer Smith auch in dem Sammelband »Was aus den Menschen wurde« enthalten. Sie umfasst ca. 44 Buchseiten.

Der Autor

Diese Erzählung ist dem Band Cordwainer Smith: »Was aus den Menschen wurde« entnommen.

Titel der Originalausgabe

Drunkboat

Aus dem Amerikanischen von Thomas Ziegler

Copyright © 1993 by The Estate of Paul Linebarger

Erstveröffentlichung in AMAZING SCIENCE FICTION, Oktober 1963

Copyright © 2016 der deutschsprachigen Ausgabe by

Wilhelm Heyne Verlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Covergestaltung: Stardust, München

Vielleicht ist dies die traurigste, verrückteste, wildeste Begebenheit in der gesamten, langen Geschichte des Weltraumes. Es ist wahr, dass noch niemand zuvor etwas Derartiges getan und eine Reise über eine solche Entfernung unternommen hatte, vor allem mit einer solchen Geschwindigkeit und unter solchen Umständen. Der Held erweckte den Eindruck eines ganz gewöhnlichen Mannes – wenn man ihn zum ersten Mal sah. Beim zweiten Mal aber sah es schon ganz anders aus.

Und die Heldin. Schmal war sie und aschblond, intelligent, keck und verletzlich. Verletzlich – ja, das ist das richtige Wort. Sie sah aus, als ob sie Trost oder Hilfe benötigen würde, auch wenn mit ihr alles in Ordnung war. Männer empfanden ihre Männlichkeit stärker, wenn sie sich in der Nähe befand. Ihr Name war Elizabeth.

Wer hätte ahnen können, dass ihr Name einst laut und klar in dem wild gähnenden Nichts erklingen würde, aus dem der Weltraum3 bestand?

Er benutzte eine alte, wirklich sehr alte Rakete, eines von den antiken Modellen. Mit ihr flog er, mit ihr tauchte er, mit ihr sprang er weiter hinaus als alle Maschinen, die es je gegeben hatte. Man hätte fast meinen können, er flog so schnell, dass er die großen Gewölbe des Himmels erschreckte, und der ehrwürdige Dichter sich allein auf ihn bezog, als er schrieb: »Alle Sterne warfen ihre Strahlenspitzen und überfluteten den Himmel mit ihren Tränenspritzern.«

Er flog so schnell, so weit, dass die Menschen es anfangs einfach nicht glauben wollten. Sie hielten es für einen Scherz unter Männern, einen Scherz, der von Mund zu Mund ging, eine spinnerte Geschichte, um die Langeweile eines Sommernachmittags zu vertreiben.

Jetzt kennen wir seinen Namen.

Und selbst unsere Kinder und Kindeskinder werden ihn nie vergessen.

Rambo. Artyr Rambo von Erde Vier.

Er folgte Elizabeth dorthin, wo es keinen Weltraum gab. Er ging dorthin, wohin Menschen nicht gehen konnten, niemals gewesen waren, sich nicht hinwagten, ja woran sie nicht einmal dachten.

Und er tat all dies aus freiem Willen.

Natürlich hielten es die Leute zuerst für ein Gerücht und begannen, alberne Lieder über die unmögliche Reise zu dichten.

»Grab mir ein Loch für dieses wühlende Gefühl …«, sang der eine.

»Zeig mir den Dreh für diese Wundernummer …«, sang ein anderer.

»Wo ist das Schiff dieses forschen Burschen …«, sang der Dritte.

Dann fanden die Leute heraus, dass es stimmte. Einige standen wie erstarrt da und bekamen eine Gänsehaut. Andere wandten sich schnell wieder den Dingen des Alltags zu. Der Weltraum3 war entdeckt und erreicht worden. Ihre Welt würde nie mehr dieselbe sein. Der unbewegliche Fels hatte sich in eine offene Tür verwandelt.

Der Weltraum selbst, so sauber, so leer, so rein, erschien nun wie ein Millionen und Abermillionen Lichtjahre großer Tapiokapudding – gummiartig, breiig, klebrig, zum Atmen ungeeignet, zum Schwimmen untauglich.

Wie konnte das geschehen?

Jeder nahm das Verdienst für sich in Anspruch – und jeder auf seine ihm eigene Weise.

I

»Er kam meinetwegen«, sagte Elizabeth. »Ich starb, und er kam meinetwegen, denn die Maschinen verpfuschten mein Leben, als sie versuchten, meinen furchtbaren, sinnlosen Tod zu kurieren.«

II

»Ich ging von allein«, sagte Rambo. »Sie betrogen mich und belogen mich und narrten mich, aber ich nahm das Schiff und wurde das Schiff, und ich gelangte dorthin. Niemand veranlasste mich dazu. Ich war wütend, aber ich ging. Und ich kam zurück, nicht wahr?«

Auch er hatte Recht, obwohl er sich auf dem grünen Gras der Erde krümmte und weinte, während sein Schiff in einem so schrecklich fernen und fremden Raum verschollen war, dass es sich in seiner Hand oder eine halbe Galaxis weiter hätte befinden können.

Wer kann das wissen bei einem Weltraum3?

Es war Rambo, der zurückkehrte und Elizabeth suchte. Er liebte sie. Deshalb war es seine Reise, und es war sein Verdienst.

III

Aber Lord Crudelta erzählte viele Jahre später, mit sanfter Stimme und im vertrauten Kreis seiner Freunde: »Es war mein Experiment. Ich entwarf es. Ich wählte Rambo aus. Ich trieb die Selektoren zum Wahnsinn, um einen Mann zu finden, der die nötigen Anforderungen erfüllte. Und ich besaß diese nach uralten Plänen konstruierte Rakete. Es war eine von der Art, wie sie die Menschen zu Beginn verwendeten, als sie ein Stück über die Atmosphäre hinaushüpften, so wie fliegende Fische von einer Welle zur nächsten springen und sich dabei bereits für Adler halten. Hätte ich eines von den normalen Planoformschiffen eingesetzt, wäre es mit einem rückwärts gerichteten Gurgeln verschwunden und hätte für kurze Zeit den Weltraum milchig getrübt, um sich dann in Schmutz und Trümmer aufzulösen. Aber das wollte ich nicht riskieren. Ich brachte die Rakete auf eine Abschussrampe. Und diese Abschussrampe war selbst ein interstellares Schiff.