Das verlassene Sanatorium - Thomas E. Conrad - E-Book

Das verlassene Sanatorium E-Book

Thomas E. Conrad

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Beschreibung

Manfred und Sophie sind ein glücklich verheiratetes Paar aus Weimar, die sich ein Wochenendgrundstück auf einem kleinen Berg im Ilmtal nahe Bad Berka renoviert haben. Über ihnen auf der Bergspitze steht die Ruine der Sophienheilstätte, einer im Jahre 1992 aufgegebenen Lungen-Spezialklinik. Dort zieht es Manfred immer wieder hin, doch in der Folgezeit verändert sich sein Wesen beständig und auch seine Gesundheit wird immer schlechter. Sophie ahnt einen Zusammenhang mit den Besuchen in der Ruine der Klinik und sie beginnt zu recherchieren. Doch auch ein Kontakt zu einer Gruppe von Geo-Cachern, die sich nach einem Aufenthalt in dem Sanatorium nicht mehr in ihrem Internet-Forum gemeldet haben, bringt nur wenig Erkenntnis. Nach ihrer Rückkehr ist Manfred verschwunden und Sophie gerät in einen Strudel von schrecklichen Ereignissen, dem sie nicht mehr entrinnen kann.

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Seitenzahl: 30

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Thomas E. Conrad

Das verlassene Sanatorium

Unheimliche Erzählung

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Ein unheimlicher Ort

Dr. Nachtermeyer

Impressum neobooks

Ein unheimlicher Ort

Sie saßen nebeneinander auf einer Gartenbank am Rande der renovierten Terrasse und genossen die wunderbare Aussicht über die im Ilmtal vor ihnen liegende winzige Ortschaft mit dem originellen Namen „München“, hinweg über ein Getreidefeld bis zum gegenüber liegenden Waldrand, der hinter einer die Landschaft zerschneidenden Hochspannungstrasse verlief und den Horizont bildete. Weiter rechts konnte man, auf einem sanften Hügel idyllisch gelegen, eine weitere kleine Ansiedlung in der Ferne erkennen. Noch wussten sie nicht wie das Dorf hieß, denn sie hatten bis heute noch keine Zeit für die Erkundung der Umgebung gefunden. Die letzten Wochenenden waren voller Arbeit an ihrem neuen Wochenendgrundstück gewesen und hatten sie rundherum erschöpft. Eigentlich wohnten sie in Weimar-Schöndorf in einem sanierten DDR-Neubau und fühlten sich dort immer noch sehr wohl, auch wenn in ihrem Umfeld immer wieder Stimmen laut geworden waren, warum sie sich nicht endlich zwanzig Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung eine Alternative zur „Platte“ gesucht hatten. Doch nachdem beide Kinder das elterliche Heim schon um die Jahrtausendwende herum früh verlassen hatten, war ihnen die 4-Zimmer-Wohnung schon viel zu groß vorgekommen. Rein finanziell gesehen hätten sie sich sicher schon etwas Teureres leisten oder sogar ein Eigenheim bewohnen können. Manfred war selbstständiger Elektroinstallateur und trotz mancher Flaute schon seit fünfzehn Jahren mit seiner Firma aktiv. Sophie war mit Herz und Seele Grundschullehrerin und ihr Arbeitsort noch gut zu Fuß zu erreichen. Es ging ihnen gut, aber sie wollten sich einfach nicht in die Abhängigkeit einer Immobilienfinanzierung begeben und waren auch sonst mit ihrer schön renovierten Wohnung zufrieden. Die Imageproblematik des „DDR-Plattenbaus“ interessierte sie nicht. Doch jetzt hatten sie sich doch zumindest noch für ein gemütliches Wochenendhäuschen entschieden. Der Vorbesitzer, ein Architekt, hatte es verkaufen müssen, da sich sein Lebensmittelpunkt ins weit entfernte Schwabenland verlagert hatte. So war der Zustand des kleinen, noch in der DDR-Zeit gebauten Gartenhäuschens, relativ gut, aber dennoch natürlich wie auch das gesamte Grundstück renovierungsbedürftig. Manfred hatte sich insbesondere bei der Herrichtung des mittelgroßen Schwimmbassins viel Mühe gegeben und auch einiges an moderner Technik verbaut. Der Einzug war eine mindestens ebenso mühselige Angelegenheit gewesen. Da das Grundstück in der dritten Reihe von oben am Hang lag, mussten alle Einrichtungsgegenstände durch die schmalen Gänge der Gartensiedlung zum Teil auf der Schubkarre bugsiert werden. Aber nun war all dies überstanden. Sophie seufzte und atmete glücklich die würzige Luft des milden Frühlingstages ein. Auch Manfred schaute sehr zufrieden drein. Die Anstrengungen der vergangenen Wochen waren ihm zwar immer noch anzusehen, doch ein sanftes Lächeln umspielte seine Mundwinkel, genau jenes Lächeln, in das Sophie sich damals vor 32 Jahren so spontan verliebt hatte. Ganz vertieft saß er neben ihr und schaute mit seinen dunkelbraunen Augen in die Ferne, das graumelierte schüttere Haar, sonst streng nach hinten gekämmt, war etwas wirr und stand an den Seiten vom Kopfe weg.