Das Zeichen - Friedrich Wolf - E-Book
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Das Zeichen E-Book

Wolf Friedrich

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Beschreibung

Die fesselnde Erzählung von Friedrich Wolf führt Sie auf eine Reise durch die düsteren Schatten der 1930er Jahre. Inmitten politischer Spannungen und wachsender Unruhe entdeckt der Protagonist in unerwarteten Momenten Solidarität und Hoffnung. Ein Konsulat in Helsingfors und ein Schiff nach Amerika werden zu Schauplätzen kleiner, aber bedeutungsvoller Begegnungen, die zeigen, dass selbst in Zeiten der Unterdrückung Zeichen des Widerstands und der Gemeinschaft bestehen. Lassen Sie sich von dieser eindrucksvollen Geschichte berühren und erleben Sie, wie einfache Gesten große Bedeutungen tragen können.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 8

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Impressum

Friedrich Wolf

Das Zeichen

Hoffnung in dunklen Zeiten

ISBN 978-3-68912-064-1 (E–Book)

Die Erzählung ist 1935 entstanden.

Das Titelbild wurde mit der KI erstellt.

© 2024 EDITION digital®

Pekrul & Sohn GbR

Godern

Alte Dorfstraße 2 b

19065 Pinnow

Tel.: 03860 505788

E–Mail: verlag@edition–digital.de

Internet: http://www.edition-digital.de

Das Zeichen

„We are not alone; we have brothers in every Country“ … wir sind nicht allein, wir haben Brüder in jedem Land. Dieser simple Satz Earl Browders, des Sekretärs der Kommunistischen Partei der USA, bei der Eröffnung des Ersten Amerikanischen Schriftstellerkongresses in New York, dieser einfache Satz fuhr mir seltsam in die Knochen. Ich musste an zwei kleine Erlebnisse meiner Reise denken.

In einem Konsulat in Helsingfors hatte ich mir ein Transitvisum zur Weiterfahrt nach Amerika zu beschaffen. Ich war früh elf Uhr dort noch der einzige Antragsteller; der Sekretär des Konsuls empfing mich – den Kunden – mit vollendeter Höflichkeit. Als er dann meinen deutschen Pass sah, gab er mir die Hand und drückte mich auf den Stuhl wie einen Gast. „In fünf Minuten!“ Die fünf Minuten vergingen, es wurden fünfzehn Minuten, zwanzig Minuten, fünfundzwanzig Minuten; vielleicht frühstückte der Konsul gerade oder las das Morgenblatt? Schließlich kam der Sekretär zurück, sein Gesicht war verfinstert, eisig, hoheitsvoll, streng. „Leider unmöglich.“ Er gab mir mit spitzen Fingern den Pass zurück. – „Ist der Pass nicht in Ordnung?“, frage ich. – „Lassen Sie sich bitte das Visum von unserem Konsul in Hamburg oder Berlin ausstellen, an Ihrem Heimatort.“ – Aha, daher pfiff der Wind? Ich kam aus Moskau, die Sowjetvisa, der Konsul hatte mit dem befreundeten deutschen Konsul telefoniert. „Ich möchte den Konsul sprechen!“ – Der Konsul, ein mausgrauer Bürokrat, sagt schon beim Eintreten ungeduldig: „Sie haben doch unsern Bescheid!“ – Ich bleibe ruhig, erkläre, mein Schiff fährt in zwei Tagen von Göteborg, ich zeige die Einladungen von zwei New Yorker Theatern, einer amerikanischen Universität, meine Vorträge in New York beginnen in elf Tagen, für Hamburg und Berlin ist also keine Zeit. – „Tut mir leid.“ Er will gehen. – Ist schon alles verloren, so soll er wenigstens wissen, dass diese Feldwebelmanieren nicht überall ziehen. „Es war mir unbekannt, Herr Konsul“, sage ich, „dass dies Konsulat Ihres großen Landes eine Kolonie Hitlerdeutschlands ist!“ – Wie ein wilder Igel fährt der Konsul herum. „Gehen Sie, gehen Sie sofort!“