Verlag: Spielberg Verlag Kategorie: Krimi Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2016

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E-Book-Beschreibung Das Zirpen der Grillen - Hans J. Butz

Vor einem Fitness-Club findet eines Abends eine Bluttat statt: Der Besitzer des Studios, Mike Keller, wird vor der Eingangstür regelrecht enthauptet. Der Täter, ein als Ritter verkleideter Motorradfahrer, kann entkommen. Ein zwingendes Motiv für die Bluttat belastet den ehemaligen Pächter des Studios, Ronald Kirschner, dem der Besitzer erst kürzlich gekündigt hatte, ohne ihm die hinterlegte Bürgschaft zurückzuerstatten. Für die Kriminalisten beginnt die Einkreisung des Verdächtigen nach dem vorhandenen Motiv und zudem die Suche nach weiteren Motiven.

Meinungen über das E-Book Das Zirpen der Grillen - Hans J. Butz

E-Book-Leseprobe Das Zirpen der Grillen - Hans J. Butz

Leseprobe eBook Ausgabe 2016
©2016 SPIELBERG VERLAG, Regensburg
Umschlaggestaltung: Spielberg Verlag
Umschlagbild: © kemai - photocase.de
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung, Speicherung oder Übertragung
Hans Jürgen Butz, 1958 in Niederbayern geboren, ist mit seiner »Jahrhundertchronik aus Niederbayern« einem größeren Publikum bekannt geworden. Er lebt in Regensburg. Im vorliegenden Roman greift er einen bislang ungeklärten Mordfall auf.
Geschichte und Personen sind frei erfunden.

Inhaltsverzeichnis

EINS

DER RITTER KAM

»WOVOR ICH IHN

GÜNTHER WEIN SORGTE SICH

REINHARDT WENZEL WAR SCHON

KURZ NACH ZEHN

»ICH HAB IHN GEWARNT.

DER ANWALT WAR

DER AUGENZEUGE KEHRTE

DER ARZT MACHTE SICH

»ES IST DAS WUNDER

IN DER NACHT

IN DIESER NACHT

ENTGEGEN SEINER

ZWEI

VEITL DACHTE, ER

MIT DER BESESSENHEIT

NACHDEM DER ANWALT

UM NEUN UHR

»STÖRE ICH?«

»FÄRBER UND MOLL,

ES WAR EIN ANDERER

»ES HAT STREIT

ER ENTZOG SICH

IM BÜRO DER KANZLEI,

OHNE AUFSCHLUSS ODER GAR

VACEK, AN DEN KIOSK

»ICH GLAUBE NICHT,

DREI

FAST OHNE SICH

»ICH HABE IHNEN

GÜNTHER WEIN SCHIEN

VEITL WARTETE NOCH:

VON DER ECKE

DRAUSSEN IN DER PATRIARCHENSTADT

VIER

VOM FENSTER AUS,

DER RITTER KAM

von der Landstraße herein und stellte fest, dass er, um ins Studio zu gelangen, das Tor und die gepflasterten Gassen der Altstadt durchqueren müsse. Er nahm den Helm vom Kopf und spähte zur Turmuhr hinauf. Sechs Glockenschläge. Seine unerschrockenen Finger riskierten die scharfe Klinge des sanft in die Scheide gegossenen Schwertes und kratzten mit dem Aufheulen der schweren Maschine in den Ohren derer, die sich über die furchterregende Erscheinung vor dem Prinzipalentor wundern mochten.

Während der Ritter, den hornbewehrten Helm auf dem Benzintank, in seiner unzeitgemäßen Rüstung donnernd durch die Stadt rollte und mit traumwandelnder Gewissheit sein Ziel erreichte, hatten ihm begegnende Passanten den Eindruck, der Recke habe sich in der Jahreszeit geirrt.

Es war September.

Der Abend versprach ein grausames Spektakel, selbst einem Mann wie dem Recken, der es gewohnt sein mochte einzuschüchtern, und vielleicht hatte er nie etwas anderes getan als Schrecken verbreitet, und die einzige Sorge, die ihn umtrieb, war die Pünktlichkeit seines Auftrags.

Der Beobachter hob das Gipsbein auf den Stuhl, als er ihn vom Balkon aus auf den leergefegten Platz des Studios kommen sah. Das Bein war jetzt schwer und wie betäubt, aber er richtete sich auf, um den seltsamen Besucher zu sehen.

»Der Hüne Hagen«, sagte er.

»Der von Wagner?« antwortete jemand aus der im Dämmer liegenden Wohnung. »Und wo ist Siegfried?«

In diesem Augenblick begann das Spektakel.

Der Beobachter hatte die Frau vergessen. Während er sich über die Brüstung lehnte, stieg der Hüne vom Motorrad ab, stand eine Weile da, als schnuppere er nach einem vertrauten Duft, und zog mit einem Ruck das Schwert aus der Scheide. In den Fenstern im Gebäude erloschen die Lichter.

»Irrt der?« sagte der Beobachter. »Genau wie im Fasching. Im Sommer.«

Er steckte sich zwischen zwei Atemzügen eine Zigarette an. Im späten Widerschein der Sonne sah er jedoch, dass die Klinge gestählt war und echt. Als er den zweiten Zug aus der Zigarette sog, erlosch auch das letzte Licht hinter der Tür des Gebäudes.

»Der könnt einem fast einen Schrecken einjagen, am helllichten Tag«, sagte er. Doch die Frau in der Wohnung schenkte ihm keine Beachtung. Er setzte seine Beobachtung fort. Der Schatten des Ritters glitt an der Frontseite des Hauses entlang. Als der Beobachter die im Dämmer üppig wachsenden Bewegungen des Hünen mit den winzigen im Gebäude vorstellbaren verglich, spürte er ein Unheil heraufziehen.

»Ich hab ein ungutes Gefühl«, sagte er.

»Das ist das Bein«, erwiderte die Frau in der Wohnung wieder. »Seit dem Bruch sage ich dir, du sollst es nicht belasten.«

»Es ist nicht wegen des Beins.«

Ein Auto rollte leise über die Bahnüberführung und kam fast zum Stillstand vor dem leergefegten Platz. Der Beobachter hätte dem Fahrer am liebsten etwas zugerufen. Doch ein einziger Blick des Ritters genügte, um die Beharrlichkeit des Fahrers zu unterbrechen.

Der Beobachter sah ein Gesicht aus Eis.

»Feigling«, murmelte er und sah den Wagen in die Kurve bei der Brauerei stottern. Erst jetzt fiel ihm der sich noch im Gebäude befindende Studiobesitzer wieder ein. Freunde und Besucher waren längst gegangen.

Nachdem der Wagen in der Kurve aus seinem Blickfeld verschwunden war, kehrte er mit dem Blick zu der vom Wandschatten eingefassten Gestalt des Ritters zurück. Im Gegensatz zum Ritter, der seinen Atem den Bewegungen an der Frontseite des Hauses weit vorausschicken konnte, war ein etwaig Entgegentretender vor dem Eingangsbereich des Gebäudes mit der Tür und den beiden Stufen, dem Transparent darüber und den Geranientöpfen links und rechts viel zu beengt für weitausgreifende Bewegungen.

Auf der dem Platz und der Straße gegenüberliegenden Fassade der vom Rauch umflorte Beobachter auf dem Balkon zwischen Ginster und der im Dämmer liegenden Balkontür mit der beschäftigten Frau dahinter. Es war viertel nach Sechs, als er den Glockenschlag einer entfernten Kirche vernahm.

Dann sah er den Ritter aufrecht, aber schleunigst wie zu einer Verabredung, zu der er spät war, um die Ecke in den Eingangsbereich biegen und entdeckte, dass die Tür sich öffnete und im selben Augenblick der Ritter das Schwert mit einem stählernen Arm hob. Er ließ die brennende Zigarette über die Brüstung fallen und hielt mit dem letzten Zug den Atem an. Mike Keller erschien in der Eingangstür und achtete nicht auf die Umgebung: weder auf die klare Luft in der Dämmerung noch auf das Licht, das ihm beim Heraustreten begegnete.

»Sieh dir das an«, murmelte der Beobachter und klammerte sich an die Streben des Geländers. Doch die Frau in der Wohnung hörte ihn nicht. Der Ritter, den Arm mit dem Schwert erhoben, wie ein Schild vor dem Eingangsbereich aufgebaut, rührte sich nicht von der Stelle. Mike Keller hatte ihn noch nicht gesehen und sperrte niedergebückt die Tür des Studios ab. »Mike«, richtete sich der Beobachter auf. »Dreh dich nicht um.«

Mike Keller konnte ihn unmöglich verstanden haben, und als er sich umwandte, fasste ihn der massiv umschlossene Körper des Ritters ein und verbarg ihn vor dem beobachtenden Auge des Zeugen auf dem Balkon.

Der mächtige Körper des Hünen verhüllte die sich aufrichtende Gestalt des Studiobesitzers. Folglich musste der Beobachter sich zu einer Veränderung seiner Position entschließen, um die weiteren Geschehnisse der Begegnung verfolgen zu können. Es kostete ihn Mühe, den Stuhl mit dem Gipsbein zu verschieben und sich mit den Händen am Geländer entlangzutasten. Und zudem meldete sich die in der Wohnung beschäftigte Frau wieder.

»Ich werd mir den Hünen Hagen gleich ansehen«, sagte sie.

»Wenn ich hier fertig bin.«

»Mittlerweile ist Siegfried eingetroffen«, berichtete der Beobachter.

Mike Keller war tatsächlich ein Siegfried: muskulös, breitschultrig, blond. Und wie Siegfried war er, verhüllt vom Rücken des Riesen, schutzlos.

Doch nach dem Bruchteil einer Sekunde fand der Beobachter das Gleichgewicht wieder. Die Frau hatte ihn bei der Beobachtung der Freilichtaufführung für Momente unterbrochen, sodass seine heraufdämmernden Befürchtungen sich nun zu bewahrheiten schienen. Denn im selben Moment sah er den Schattenriss des Schwertes mit einem gewaltigen Stoß des stählernen Arms in der freien Luft wirbeln, der den massigen Körper des Ritters herumriss wie einen zerrissenen Vorhang, der nun allerdings dem Beobachter das Schauspiel wieder enthüllte.