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Diplomarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Psychologie - Sozialpsychologie, Note: 1,5, Hochschule Zittau/Görlitz; Standort Zittau, Sprache: Deutsch, Abstract: "Depression ist nicht nur eine Krankheit des Körpers und der Psyche, sondern eine Krankheit des herzens. Sie gibt uns die Chance, unserem Geist, unserem Leben und unserem Herzen mehr Tiefe zu erschließen." Neben allgemeinen Fakten und Ursachen der psychischen Erkrankung Depression bin ich in meiner Diplomarbeit auch auf gängige Behandlungsmethoden und auf alternative Heilmethoden, wie Reiki, Meditation und Yoga, Schamanische und Ayurvedische Behandlungsmethoden, Kunst- Musik- Ausdruckstherapie, familienstellen und Homöopathie eingegangen. Drei Erfahrungsberichte von Betroffenen verdeutlichen, dass die Depression eine Chance in sich birgt, einen Erkenntnisprozess zu durchlaufen, sozusagen eine innere Reise zu unternehmen, um seinem Leben einen neuen Impuls zu geben. Im 7. Kapitel meiner Diplomarbeit beschreibe ich auch, dass diese Krise zur spirituellen Weiterentwicklung helfen kann. Unterpunkte zu diesem Kapitel sind beispielsweise die Integration von eigenen Schattenseiten, die Entwicklung von Selbst- und Nächstenliebe oder die Integration von weiblichen und männlichen Anteilen in uns. Die Prävention der Depression bildet das letzte Kapitel meiner Diplomarbeit. Hier habe ich beispielsweise die Themen: die drei Phasen der Prävention, die neue Medizin der Emotionen, Kommunikation und Berührung beleuchtet. ich wünsche allen Lesern eine interessante und aufschlussreiche Zeit beim Lesen.
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Veröffentlichungsjahr: 2011
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Gliederung
1.Einleitung
2. Beschreibung der psychischen Erkrankung Depression
2. 1 Definition Depression
2.2 Differentialdiagnosen unipolar affektiver Störungen
2.2.1 Depressive Episode
2.2.2 Somatisches Syndrom einer Depressiven Episode
2.2.3 Dysthymia
2.3 Differentialdiagnosen bipolar affektiver Störungen
2.3.1 Manische Episode
2.3.2 Hypomanie
2.3.3 Zyklothymia
2.4 Symptome der Depression
2.5 Formen der Depression
2.6 Häufigkeit, Geschlecht, Alter und soziale Schicht
2.7 Verlauf und Prognose
3. Ursachen der Entstehung von Depressionen
3.1 Allgemeine Fakten
3.2 Biologische Faktoren
3.2.1 Hormonelle Faktoren
3.2.2 Biologische Grundlagen und Prädispositionen
3.2.3 Prozesse, die mit den biologischen Grundlagen und Prädispositionen verbunden sind
3.3 Neurobiologische Faktoren
3.4 Psychologische Theorien
3.4.1 Depressionsmodell von Seligmann
3.4.2 Depressionsmodell von Beck
3.4.3 Depressionsmodell von Lewinsohn
3.5 Psychoanalytische Ansätze
3.6 Sozialwissenschaftliche Erklärungstheorien
3.6.1 Psychosoziale Faktoren
3.6.2 Depression als Ausdruck einer sozialen Gratifikationskrise
3.6.3 Depressionen bei Kindern als Folge elterlicher Depressionen
3.7 Medikamente
3.8 Gesellschaftliche Aspekte
4. Behandlungen von Depressionen
4.1 Allgemeine Fakten
4.2 Pharmakotherapie
4.3 Psychotherapie
4.4 Lichttherapie
4.5 Sport und Bewegung in freier Natur
4.6 Wachtherapie
4.7 Alternativen bei sehr schweren Depressionen
4.8 Elektrokrampftherapie
5. Drei Erfahrungsberichte
5.1 Nähere Erläuterung
5.2 Fragen als Grundgerüst für die Erfahrungsberichte
5.3 Erfahrungsbericht Markus Zimmermann* (Name geändert)
5.4 Erfahrungsbericht Susann Schäfer* (Name geändert)
5.5 Erfahrungsbericht Christian Nagel* (Name geändert)
5.6 Schlussbemerkung zu den Erfahrungsberichten
6. Alternative Heilmethoden
6.1 Allgemeine Fakten und wissenschaftliche Erklärung
6.2 Yoga und Meditation
6.3 Energiearbeit und Reiki
6.4 Ayurvedische Behandlung
6.5 Schamanische Behandlung
6.6 Kunst- und Ausdruckstherapie
6.7 Musik als heilende Kraft
6.8 Familienstellen
6.9 Homöopathie
7. Depression- Krise als Chance- Aufruf zur eigenen spirituellen Entwicklung
7.1 Allgemeine Fakten
7.2 Tieferes Verständnis für das Vorhandensein einer Seele
7.3 Das höhere Selbst und die physische Persönlichkeit
7.4 Integration von eigenen Schattenseiten
7.5 Veränderungen von Gedanken- und Verhaltensmuster
7.6 Entwicklung von Selbst- und Nächstenliebe
7.7 Selbstfindung und Beachtung des eigenen Körperrhythmus
7.8 Integration der weiblichen und männlichen Anteile in uns
7.9 Entwicklung von Kreativität und Annäherung an die Natur
8. Prävention von Depressionen
8.1 Drei Phasen der Prävention
8.1.1 tertiäre Phase
8.1.2 Sekundäre Phase
8.1.3 Primäre Phase
8.2 Die neue Medizin der Emotionen und andere präventive Maßnahmen
8.3 Kommunikation und Berührung
9. Nachspann
Literaturverzeichnis
Internetquellen
„Depression ist nicht nur eine Krankheit des Körpers und der Psyche, sondern eine Krankheit des Herzens. Sie gibt uns die Chance, unseren Geist, unserem Leben und unserem Herzen mehr Tiefe zu erschließen.“ (Martin 2000: 9)
Viele berühmte, außergewöhnliche Persönlichkeiten und Künstler litten an dieser psychischen Erkrankung, wie beispielsweise Ernest Hemingway, Van Gogh, Maler Hugo van der Goes. Die Depression wird heutzutage sogar als Volkskrankheit bezeichnet, die auch erfolgreiche Menschen mit einem starken sozialen Rückhalt betreffen kann. Der Tod des Fußballspielers Robert Enke schockierte die Bevölkerung. Den Menschen wurde besonders nach diesem Ereignis bewusst, dass die Depression als Erkrankung ernst genommen und nicht verharmlost werden darf.
Ich denke, dass viele Depressionsfälle auch unerkannt bleiben, weil die Menschen heutzutage viele Gelegenheiten haben sich vom Alltagsstress abzulenken, oder diesen auch mit einem Suchtverhalten kompensieren. Aber durch die Verdrängung der Depression wird ein Teil der Persönlichkeit unbeachtet gelassen oder sogar abgespalten. Dies kann wiederum zu einer Entfremdung der eigenen Person führen.
In meinem Leben bin ich einigen mir sehr nahe stehenden Menschen begegnet, die an einer Depression in verschiedenen Ausprägungen erkrankt sind. Auch bei mir kam es vor, dass ich in bestimmten Phasen meines Lebens an depressiven Verstimmungen litt. Ich stellte mir oft die Frage, was die Ursache für dieses sehr tief gehende emotionale Leiden ist. Es wurde mir auch bewusst, dass sich das Leben nach Überstehen einer Krise ändern kann. Aus dieser Erkenntnis heraus hat sich schließlich mein Diplomthema ergeben.
Zu den weltweit bedeutendsten und schwerwiegendsten Krankheitsbildern gehören die depressiven Erkrankungen. Sie können unterschiedliche Ausprägungsformen annehmen. Bis zu ca. 20% der Bevölkerung sind von einer Depression betroffen (vgl. Schwarzer 2004: 226).
Ich denke, dass die erhöhte Zahl der depressiven Erkrankungen daraus resultiert, weil in den letzten Jahren verstärkt begonnen wird, die seelischen Störungen in ihrer Vielfalt wissenschaftlich exakt zu untersuchen und genauer zu diagnostizieren. Das Risiko einer Depressionserkrankung steigt meiner Meinung nach auch aufgrund psychosozialer Belastungen unserer Zeit und Gesellschaft.
Depressionen werden zwar als eigenständige Störungsgruppe abgegrenzt. Sie sind aber häufig mit anderen Störungen verbunden. Dazu gehören beispielsweise Manien, Ängste, Furcht- und Trauerreaktionen sowie Persönlichkeitsauffälligkeiten. Wenn man resignativ-depressive Reaktionen bei anderen körperlichen und psychischen Erkrankungen sowie mildere Formen depressiver Störungen zu einer Depressionserkrankung dazu zählt, dann gehört die Depression vermutlich zu den häufigsten psychischen Beeinträchtigungen. Sie kann während allen Lebensabschnitten auftreten (vgl. Hautzinger 1998: 3).
Eine Stoffwechselstörung im Gehirn verursacht Depressionen. Das Denken, die Gefühle, der Körper der Betroffenen, die sozialen Beziehungen, das ganze Leben sind beeinträchtigt. Obwohl dieser psychischen Erkrankung eine enorme Bedeutung zugemessen wird, kann sie häufig nicht erkannt oder aber nur unzureichend behandelt werden. Dies verursacht großes Leiden und Verlust an Lebensqualität für die Betroffenen und deren Angehörigen (vgl. Schwarzer 2004: 226).
Manche Menschen verstehen unter dieser psychischen Erkrankung eine Trauer, die durch schmerzliche Trennung oder durch den Tod eines geliebten Menschen ausgelöst wurde. Doch selbst diese Empfindungen gleichen nicht annähernd einer krankhaften Depression. Auch verbindet jeder Mensch mit dem Wort Depression etwas sehr Subjektives. Meiner Meinung nach kann das eigentliche Leid der Betroffenen niemand nachvollziehen.
Die Depression gehört zu den affektiven Störungen (ICD -10: F30-39), die mit Beeinträchtigung des Antriebs und der Stimmung einhergehen (vgl. Schwarzer 2004: 227).
Gefühle von Niedergeschlagenheit und tiefer Trauer treten bei vielen Menschen meist nach belastenden Ereignissen auf. Beispiele hierfür ist der Tod eines geliebten Menschen oder das Ende einer Partnerschaft. Diese Gefühle lassen jedoch nach einer bestimmten Zeit nach und sind ganz normal bei einem Trauerprozess. Eine Depression liegt in diesem Fall noch nicht vor. Auch ist es dem Betroffenen noch möglich, sich kurzzeitig durch einfühlsame Gespräche mit Freunden oder Aktivitäten abzulenken. Bestehen die Gefühle jedoch über einen langen Zeitraum, kann sich dieser Zustand zu einer Depression steigern. Neben der tiefen Trauer und Niedergeschlagenheit empfinden die Betroffenen meist auch eine quälende emotionale Leere und Freudlosigkeit. Verschiedene körperliche Beschwerden treten in vielen Fällen zusätzlich auf. Selbst die gesamte Lebensführung des Betroffenen kann stark beeinträchtigt sein. Depressive haben große Schwierigkeiten alltägliche Aufgaben, wie den Haushalt oder die Ausübung eines Berufs zu bewältigen. Oft treten starke Selbstzweifel auf. Die Betroffenen haben kein Interesse mehr an Dingen, die ihnen früher wichtig waren. Selbst der Zuspruch von nahe stehenden Personen oder andere Ablenkungen bereiten ihnen keine Erleichterung (Internetquelle 1).
Unterschieden wird zwischen einer pathologisch niedergedrückten Stimmung (Depression), einer krankhaft gehobenen Stimmung (Manie) und einem phasenhaften Wechsel von depressiven und manischen Phasen (Manischdepressive Erkrankung; bipolare affektive Störung). Die Manie wird als eigenständige Störungsgruppe abgegrenzt, ist aber häufig mit der unipolaren Depression verbunden (vgl. Schwarzer 2004: 227).
Zu den Unterteilungen der unipolar depressiven Störungen zählen depressive Episoden, Anpassungsstörungen und Dysthymien. Die möglichen Symptome dieser Erkrankungen sind identisch. Unterschiede in der Diagnostik ergeben sich durch die zeitliche Erstreckung der Symptome, durch die Menge zeitgleich auftretender Beschwerden sowie durch den Zusammenhang (innerhalb eines halben Jahres nach dem Ereignis) depressiver Symptomatik mit einer psychosozialen Belastung (vgl. Hautzinger 1998: 10).
Eine depressive Episode wird unterteilt in leicht, mittel oder schwer. Diese gelegentlich auftretende negative Befindlichkeit kann bei fast jedem Menschen auftreten, ähnlich der Melancholie. Diesen Zustand bezeichnet man jedoch noch nicht als normale oder schwere Depression. Zu den Symptomen der leichten, mittleren oder schweren depressiven Episode zählen (vgl. Hautzinger 1998: 10).
1. Gedrückte, depressive Stimmung, die für den Betroffenen ein deutlich abnormes Ausmaß annimmt und bis zu etwa 2 Wochen anhält
2. Verlust von Freude und Interesse an Aktivitäten, die bis Dato kein Problem darstellten, beziehungsweise mit Anstrengung verbunden waren
3. Erhöhte Ermüdbarkeit oder verminderter Antrieb
4. Verlust von Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
5. Ausgeprägte, unangemessene Schuldgefühle oder unbegründete Selbstvorwürfe
6. Wiederkehrende Gedanken an den Tod oder Suizid, oder suizidales Verhalten
7. Vermindertes Denk- oder Konzentrationsvermögen, Unentschlossenheit
8. Änderung der psychomotorischen Aktivität mit Hemmung oder Agitiertheit (subjektiv oder objektiv)
9. Verschiedenste Arten von Schlafstörungen
10. Gesteigerter Appetit oder Appetitverlust mit entsprechender Gewichtsveränderung
(vgl. Hautzinger 1998: 10f)
Eine leicht depressive Episode liegt vor, wenn insgesamt mindestens vier der zuvor aufgezeigten Symptome (1) bis (10) zutreffend sind. Darunter müssen zwei der Symptome (1) bis (3) vorliegen.
Sind mindestens sechs der Symptome (1) bis (10) für den Betroffenen zutreffend sowie mindestens zwei der Symptome (1) bis (3), dann liegt eine mittelschwere depressive Episode vor.
Im Falle das acht von den aufgezeigten zehn Symptomen und alle drei Symptome (1), (2) und (3) auf die Situation der Betroffenen passen, liegt höchstwahrscheinlich eine schwere Episode vor (vgl. Hautzinger 1998: 10f).
Mit diesem emotionalen Zustand der depressiven Episode reagieren die Menschen auf krisenhafte Ereignisse oder auf eine aktuell empfundene bedrückende persönliche Situation. Um diese Lage zu umgehen oder zu überwinden, versuchen die Betroffenen den sozialen Kontext zu reflektieren und sich selbst besser zu verstehen. Sie ziehen eine praktische Schlussfolgerung daraus, um mit der schwierigen Situation umzugehen oder diese zu überwinden. Zu den zentralen Beschwerden zählen Gefühle der Niedergeschlagenheit, Traurigkeit, Gefühle der Sinnlosigkeit, Gefühlsarmut auch geschätzten und geliebten Menschen gegenüber. Hoffnungslosigkeit und Angst begleiten diese beschriebenen Zustände. Wenn diese Zustände eine bestimmte Intensität oder Dauer nicht überschreiten, können sie noch als normale oder gesunde Reaktionen auf verschiedenste Erfahrungen eingestuft werden, wie beispielsweise bei Misserfolgen, Verlusten, Belastungen, Zeiten der Einsamkeit, Erschöpfung oder Ziellosigkeit. Ungelöst ist die Frage in der Depressionsforschung, an welchem Punkt die Grenze zwischen den normalen Reaktionen und den klinisch auffällig erachteten Symptomen überschritten wird (vgl. Summer 2008: 15).
Von einem somatischen Syndrom einer depressiven Episode spricht man dann, wenn mindestens vier Merkmale aus den folgenden acht Symptomen zutreffend sind (vgl. Hautzinger 1998: 11).
1. Starker Verlust von Freude und Interesse der normalerweise als angenehm empfundenen Aktivitäten
2. Eingeschränkte Fähigkeit, emotional auf Aktivitäten, Ereignisse und Personen zu reagieren, auf die vorher normalerweise emotional reagiert wurde
3. Erwachen am frühen Morgen zwei Stunden oder mehr vor der gewohnten Aufstehzeit
4. Morgentief, das morgens stärker empfunden wird als abends
5. Von anderen bemerkt oder berichtete Hinweise auf ausgeprägte psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit
6. Deutlicher Appetitverlust
7. Gewichtsverlust (etwa 5% oder mehr im vergangenen Monat)
8. Deutlicher Libidoverlust
(vgl. Hautzinger, 1998: 11)
Eine depressive Stimmung, die häufig wiederkehrt und für einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren anhält, bezeichnet man in der Fachsprache Dysthymia. Sind mindestens drei der folgenden elf genannten Merkmale für eine Person zutreffend, kann das ein Zeichen dafür sein, dass eine depressive Störung, Dysthymia, vorliegt (vgl. Hautzinger, 1998: 12).
1. Verminderte Aktivität oder Energie
2. Schlafstörungen
3. Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit, Verlust des Selbstvertrauens
4. Häufig auftretende Konzentrationsschwierigkeiten
5. Häufiges Weinen
6. Verlust von Freude oder Interesse an angenehmen Aktivitäten oder sexuellen Begehren
7. Gefühl der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit
8. Erkennbares Unvermögen zur Bewältigung der Anforderungen des alltäglichen Lebens
9. Negative Einstellung, Pessimismus hinsichtlich der Zukunft, Grübeln über die Vergangenheit
10.Sozialer Rückzug
11. Verminderte Gesprächigkeit
(vgl. Hautzinger, 1998: 12)
In dem Falle, dass depressive Symptome im Zusammenhang mit dem Tod einer nahestehenden oder geliebten Person stehen, geht man aber von einer sozial erwarteten Trauer aus. Sollte die Trauer allerdings über mehr als sechs Monate andauern, könnte dies ein Zeichen für ein Entstehen einer depressiven Episode oder Dysthymie sein (vgl. Hautzinger 1998: 12).
Wenn die diagnostischen Kategorien nicht zur Anwendung kommen oder passen, obwohl eine deutlich depressive Symptomatik vorliegt, kann eine andere affektive Störung diagnostiziert werden. Wichtig ist auch abzuklären, ob körperliche Prozesse oder bestimmte Substanzen eine depressive Erkrankung gefördert haben, beziehungsweise Auslöser für diese sind. Des Weiteren sollte zwischen schizophrenen und schizoaffektiven Störungen abgegrenzt werden (vgl. Hautzinger 1998: 12).
Die schizoaffektive Störung wird als eine psychische Störung bezeichnet, die Symptome einer manisch-depressiven Störung als auch Symptome einer Schizophrenie in sich vereint. Symptome, die zu dem schizophrenen Formenkreis zählen, wie beispielsweise Halluzinationen oder Wahn, können bei einer schizoaffektiven Störung zusätzlich auftreten (Internetquelle 2).
Eine gehobene, expansive oder gereizte Stimmungslage des Betroffenen in deutlich erkennbarem Ausmaß ist kennzeichnend für eine manische Episode. Das Kriterium für diese Episode ist erfüllt, wenn die krankhafte Stimmung mindestens eine Woche anhält und mindestens drei Merkmale aus den folgenden hier aufgeführtenMerkmalen von (1) bis (9) auf die betroffene Person zutreffen, beziehungsweise drei Merkmale, falls die Stimmung nur gereizt ist. Es liegt erst dann eine manische Episode vor, wenn die in den folgenden Punkten aufgeführte Symptomatik eine starke Beeinträchtigung für den Betroffenen aufweist (vgl. Hautzinger 1998: 8f).
1. Motorische Ruhelosigkeit, gesteigerte Aktivität
2. Gesteigerter Rededrang
3. Als subjektiv empfundenes Gefühl von Gedankenjagen oder Ideenflucht
4. Verlust normaler sozialer Hemmungen, führt meist zu unangemessenen Verhalten
5. Vermindertes Schlafbedürfnis
6. Größenideen oder überhöhte Selbsteinschätzung
7. Ständig sich ändernde Aktivitäten und Pläne oder Ablenkbarkeit
