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Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient, Note: 1.00, Universität Wien (Political Science), Veranstaltung: Konzepte und Theorien über den israelisch-palästinensischen Konflikt, Sprache: Deutsch, Abstract: Über den Antisemitismus der Hamas zu schreiben, bedeutet sich mitten in einem Diskurs über den „Neuen Antisemitismus“ zu befinden, der „nicht einfach durch vermeintlich wertneutrale wissenschaftliche Beiträge objektiviert werden kann“. Es ist strittig, ob dieser geistige islamische Antisemitismus mit eine Ursache ist für den Teufelskreis des Nahostkonflikts oder ob er – so die andere Herangehensweise – ein temporäres Begleitprodukt des militärisch-politischen Konfliktes ist, also als eine reine Folge dieses Konfliktes zu verstehen ist. Diese Debatte wird sogar auf akademischer Ebene von Emotionen be- und geleitet. Anscheinend gibt es nur zwei Seiten: die pro-palästinensische oder die pro-israelische. Auf den folgenden Seiten wird versucht die verschiedenen Positionen miteinander in Kommunikation zu bringen. Ich möchte allerdings vorwegnehmen, dass meiner Meinung nach Antisemitismus eine gesellschaftliche Realität der Hamas darstellt, die über eine historische Kontextualisierung rekonstruiert werden kann. In meiner Arbeit stellt Antisemitismus den entscheidenden (analytischen) Bezugsrahmen für die Interpretation der Hamas dar. Für andere Positionen ist dies nicht unbedingt eine zentrale analytische Kategorie im Verständnis des politischen Islams in den palästinensischen Gebieten.
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Veröffentlichungsjahr: 2010
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Proseminararbeit
Natascha Krisch
Page 3
Vorwort
Über den Antisemitismus der Hamas zu schreiben, bedeutet sich mitten in einem Diskurs über den „Neuen Antisemitismus“ zu befinden, der (wobei ich Mag. Helmut Krieger zitieren möchte) „nicht einfach durch vermeintlich wertneutrale wissenschaftliche Beiträge objektiviert werden kann“.
Es ist strittig, ob dieser geistige islamische Antisemitismus mit eine Ursache ist für den Teufelskreis des Nahostkonflikts oder ob er - so die andere Herangehensweise - ein temporäres Begleitprodukt des militärisch-politischen Konfliktes ist, also als eine reine Folge dieses Konfliktes zu verstehen ist. Diese Debatte wird sogar auf akademischer Ebene von Emotionen be- und geleitet. Anscheinend gibt es nur zwei Seiten: die pro-palästinensische oder die pro-israelische.
Auf den folgenden Seiten werde ich versuchen die verschiedenen Positionen miteinander in Kommunikation zu bringen. Ich möchte allerdings vorwegnehmen, dass meiner Meinung nach Antisemitismus eine gesellschaftliche Realität der Hamas darstellt, die über eine historische Kontextualisierung rekonstruiert werden kann.
In meiner Arbeit stellt Antisemitismus den entscheidenden (analytischen) Bezugsrahmen für die Interpretation der Hamas dar. Für andere Positionen ist dies nicht unbedingt eine zentrale analytische Kategorie im Verständnis des politischen Islams in den palästinensischen Gebieten.
Leider ist es mir im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich auf die zahlreichen Facetten des israelisch-palästinensischen Konflikts einzugehen und auch eine Analyse der momentanen politischen Situation muss ich großteils ausklammern. Auf jeden Fall stellt meine Fragestellung für mich den Beginn von weiterer Recherche zu diesem Thema dar.
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Natascha Krisch
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Einleitung
These
Ich gehe von der These aus, dass die Hamas von antisemitischen und nicht nur „kriegsrassistischen“ judäophoben Motiven geleitet wird, da es sich um eine fundamentalistische islamistische Organisation handelt, deren Ziel es ist ein Palästina zwischen Mittelmeer und Jordan zu schaffen.
Demzufolge glaube ich nicht, dass dieser - seit Jahren mit nazistischer Rhetorik verbreitete -Antisemitismus innerhalb der Hamas durch die Beendigung des Konfliktes verschwinden wird.
Methode
Im Rahmen meiner Seminararbeit werde ich deskriptiv vorgehen, um durch Recherche von Sekundärliteratur den geschichtlichen Kontext der Entstehung des arabischen Antisemitismus und der Hamas zu analysieren und um ein Bild der gängigen Argumentationsstränge über den „Neuen Antisemitismus“ zu vermitteln.
Das Internet ermöglicht mir einen vielfältigen Zugang zu übersetzten Texten der Hamas, da ich bei Quellentexten in arabischer Sprache, aufgrund nicht vorhandener eigener Sprachkenntnisse, nicht auf Primärquellen zugreifen kann.
Aufgrund der Sensibilität des behandelten Themas und der sich im Umlauf befindlichen Propagandamaterialien von beiden Seiten, lege ich bei der Auswahl meines Quellenmaterials Wert auf Publikationen renommierter Autoren und in Fachkreisen einschlägig bekannter Wissenschaftler.
Bei der Transkription arabischer Namen, Wörter etc. kommt es beim verwendeten Quellenmaterial fast unweigerlich zu Unterschieden. So gibt es bei dem Wort Dschihad in der Fachliteratur gleichberechtigte Schreibweisen wie etwa Djihad oder auch Jihad. Ich habe diese sofern in einem Zitat verwendet, in ihrer ursprünglichen Schreibweise gelassen.
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Natascha Krisch
