Verlag: Arena Kategorie: Für Kinder und Jugendliche Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2013

Der Aufstieg des Hotel Dumort E-Book

Cassandra Clare  

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E-Book-Beschreibung Der Aufstieg des Hotel Dumort - Cassandra Clare

Im Manhattan der 1920er verkehrt Magnus in den allerbesten Kreisen - natürlich stilecht im glamourösesten Jazzclub der Stadt. Es sind die Roaring Twenties und der unsterbliche Magnus Bane ist ganz in seinem Element: Er ist der Mittelpunkt der New Yorker High Society und sonnt sich im Licht der angesagtesten Jazzbands. Gibt es einen besseren Ort zum Sehen und Gesehenwerden als das glamouröse Hotel Dumort, den strahlendsten Stern am Nachthimmel von Manhattan? Doch schon bald mehren sich die Anzeichen, dass sich hinter dessen funkelnder Fassade ein düsteres Geheimnis verbirgt …

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E-Book-Leseprobe Der Aufstieg des Hotel Dumort - Cassandra Clare

Cassandra Clare/Maureen Johnson

DIE CHRONIKEN DES MAGNUS BANE

DER AUFSTIEG DES HOTEL DUMORT

Aus dem Amerikanischen von Ulrike Köbele

 

 

Cassandra Clarewurde in Teheran geboren und verbrachte die ersten zehn Jahre ihres Lebens in Frankreich, England und der Schweiz. Ihre Reihe Chroniken der Unterwelt sowie die Trilogie Chroniken der Schattenjäger wurden auf Anhieb zu einem internationalen Erfolg, ihre Bücher stehen weltweit auf den Bestsellerlisten. Cassandra Clare lebt mit ihrem Mann, ihren Katzen und einer Unmenge an Büchern in einem alten viktorianischen Haus in Massachusetts.

Weitere Titel von Cassandra Clare im Arena Verlag:

CHRONIKEN DER UNTERWELT: City of Bones City of Ashes City of Glass City of Fallen Angels City of Lost Souls

City of Bones/Ashes/Glass/Fallen Angels sind auch als Hörbuch erhältlich.

CHRONIKEN DER SCHATTENJÄGER: Clockwork Angel Clockwork Prince Clockwork Princess

Die Originalausgabe erschien 2013 unter dem Titel The Bane Chronicles. The Rise of the Hotel Dumort bei Margaret K. McElderry Books, einem Imprint der Simon&Schuster Children’s Publishing Division, New York. Copyright © 2013 by Cassandra Claire, LLC

1. Auflage 2013 Für die deutschsprachige Ausgabe: © 2013 Arena Verlag GmbH, Würzburg Alle Rechte vorbehalten Aus dem Amerikanischen von Ulrike Köbele Cover: © Cliff Nielsen ISBN 978-3-401-80279-4

www.arena-verlag.deMitreden unter www.forum.arena-verlag.dewww.chroniken-der-unterwelt.de

Weitere Titel in der Reihe

DIE CHRONIKEN DES MAGNUS BANE

Was geschah tatsächlich in Peru?

Bereits erschienen

Die Flucht der Königin

Bereits erschienen

Vampire, Scones und Edmund Herondale

Bereits erschienen

Tochter der Finsternis

September 2013

Die Rettung Raphael Santiagos

September 2013

Der Niedergang des Hotel Dumort

Oktober 2013

Der Fluch wahrer Liebe (und erster Dates)

November 2013

Was braucht ein Schattenjäger, der schon alles hat?

Dezember 2013

Der letzte Kampf des New Yorker Instituts

Januar 2014

Cassandra Clare/Maureen Johnson

Die Chroniken des Magnus Bane

DER AUFSTIEG DES HOTEL DUMORT

Aus dem Amerikanischen von Ulrike Köbele

ENDE SEPTEMBER 1903

Magnus entdeckte die kleine, ausgesprochen verführerische Vampirin sofort. Sie bahnte sich einen Weg durch die Menge und machte nur kurz ein paar Tanzschritte, als die Band einen schnellen Shimmy spielte. Ihr glänzendes schwarzes Haar war zu einem perfekten Bob mit geradem Pony geschnitten, genau wie bei Louise Brooks. Sie trug ein knallblaues Kleid mit herabbaumelnden filigranen Perlenstickereien, die ihre Knie umspielten.

Eigentlich sah sie wie jeder andere Gast in Magnus’ Flüsterkneipe aus und mischte sich mühelos unter die drei bis vier Dutzend Leute, die sich auf der kleinen Tanzfläche drängten. Doch etwas an ihr war eigenartig, irgendwie verträumt und sonderbar. Die Musik war schnell, aber sie tanzte einen deutlich langsameren, sinnlicheren Rhythmus. Ihre Haut war leuchtend weiß, hatte aber nicht diese staubige Textur, wie sie weißes Puder erzeugte. Während sie so ihren einsamen kleinen Schlangentanz vor dem Saxofonisten der Band aufführte, drehte sie sich langsam um und blickte Magnus ins Gesicht. Dabei blitzten hinter ihrer flammend roten Unterlippe die Spitzen zweier kleiner Fangzähne auf. Als sie es bemerkte, kicherte sie und schlug eine Hand vor den Mund. Gleich darauf waren sie wieder verschwunden.

In der Zwischenzeit spann Alfie, der sich nur noch mithilfe des Bartresens aufrecht hielt, seine Geschichte weiter.

»Ich sach also … Magnus, hörst du zu?«

»Aber sicher doch, Alfie«, antwortete Magnus. Alfie war ein ausgesprochen gut aussehender und unterhaltsamer Stammgast mit einem exzellenten Kleidungsstil und einer ausgeprägten Liebe zu gehaltvollen Cocktails. Er erzählte amüsante Geschichten und lächelte ein unwiderstehliches Lächeln. Er war ein Bankkaufmann oder so etwas Ähnliches. Vielleicht ein Aktienhändler. Jeder schien in diesen Tagen etwas mit Geld zu tun zu haben.

»… ich sach zu ihm: ›Sie können doch kein Boot in Ihr Hotelzimmer mitnehmen.‹ Und er so: ›Klar kann ich. Ich bin ein Kapitän!‹ Darauf ich so, ich sach …«

»Einen Moment, Alfie. Ich muss mal eben was erledigen.«

»Aber das Beste kommtoch erst noch …«

»Nur einen Moment«, wiederholte Magnus und tätschelte den Arm seines Freundes. »Bin gleich zurück.«

Alfie folgte Magnus’ Blick und blieb bei dem Mädchen hängen.

»Na, das is mal ein flotter Käfer«, bemerkte er mit einem Nicken. »Hätte bloß nich gedacht, dass sowas nach deinem Geschmack is.«

»Mein Geschmack kennt keine Grenzen«, erwiderte Magnus lächelnd.

»Also, dann mal los. Die is bestimmt nich die ganze Nacht hier. Ich pass für dich auffe Bar auf.« Alfie patschte mit der flachen Hand auf den Tresen. »Kannst mir vertrauen.«

Magnus nickte Max, seinem erstklassigen Barkeeper, zu, woraufhin dieser umgehend einen weiteren South Side für Alfie mixte. »Damit dir die Kehle nicht austrocknet, während ich unterwegs bin.«

»Sehr freundlich«, sagte Alfie und nickte. »Bist ’n alter Halunke, Dry.«

Magnus hatte seine Bar Mr Dry’s getauft. Theoretisch war ganz Amerika gerade »trocken«, nachdem Alkohol landesweit verboten worden war. In Wahrheit war in den meisten Bars von Trockenheit jedoch keine Spur – sie wurden regelrecht von dem Zeug davongespült. Allen voran New York. In New York trank wirklich jeder und die Tatsache, dass man damit nun auch noch gegen das Gesetz verstieß, machte es nur noch besser. Wenn man Magnus fragte, war die Flüsterkneipe eine der größten Erfindungen der Menschheit: Man feierte ausgelassen in vertrauter Runde und das alles war ungesetzlich, aber nicht unmoralisch – ein Hauch von Gefahr ohne echte Bedrohung.

Mr Dry’s war nicht besonders groß – das waren Flüsterkneipen selten. Schließlich lag es in der Natur der Sache, dass sie geheim waren. Seine verbarg sich hinter der Fassade eines Perückenladens im Westteil der 25. Straße. Um hineinzukommen, brauchte man ein Passwort, das einer von Magnus’ äußerst effizienten Türstehern abfragte, der den angehenden Gast durch einen schmalen Sehschlitz in der gepolsterten Tür am hinteren Ende des Ladens musterte. Sobald man drinnen war, zwängte man sich durch einen engen Korridor und betrat schließlich Magnus’ stolzen Herrschaftsbereich: zehn Tische und ein Marmortresen (aus Paris importiert), hinter dem eine Auslage aus Mahagoni zahlreiche seltene Flaschen exotischen Inhalts präsentierte, die Magnus in die Finger bekommen hatte.

Den weitaus größten Raum nahmen allerdings die Bühne und die Tanzfläche ein, die momentan unter dem Stampfen der tanzenden Füße bebte. Morgen würde sie wieder geputzt und gewachst werden, sodass die Kratzer, die die Absätze von Dutzenden Tanzschuhen darin hinterlassen hatten, wie von Zauberhand verschwinden würden. Leichtfüßig schlüpfte Magnus zwischen den Tänzern hindurch, die fast alle so berauscht und in die Musik versunken waren, dass sie ihn gar nicht bemerkten. Er genoss die leichten (manchmal auch weniger leichten) Berührungen der herumwirbelnden Glieder und ausschlagenden Füße. Er genoss das Gefühl der Körperwärme um ihn herum und ließ sich von den wogenden Bewegungen der Menge mittreiben, die wie eine zusammenhängende, pulsierende Masse über die Tanzfläche schwappte.

Die kleine Vampirin war jung – höchstens sechzehn – und reichte Magnus gerade einmal bis zur Brust. Er beugte sich vor, bis sein Mund ihr Ohr erreichte.

»Kann ich dir vielleicht einen Drink spendieren?«, bot er an. »Ganz privat? In meinem kleinen Separee?«

Sie lächelte, woraufhin erneut die Spitzen ihrer Fangzähne zum Vorschein kamen.

Magnus fühlte sich schnell bestätigt – das spitzzahnige Lächeln war wohl eher nicht auf Hunger zurückzuführen. Bei Vampiren konnten die Fangzähne ein Stück hervortreten, wenn sie betrunken waren. Wie die Irdischen auch begaben sie sich dann oft auf die Suche nach salzigem Essen und amourösen Bekanntschaften.

»Hier entlang«, sagte er und schob einen Vorhang beiseite, hinter dem ein kurzer Korridor mit einer Tür am Ende zum Vorschein kam. Gleich hinter dem eigentlichen Club hatte Magnus sich einen kleinen und äußerst privaten Raum mit einer verzinkten Bar eingerichtet. Die Wände waren von großen Buntglasscheiben gesäumt, die von hinten mit elektrischem Licht beleuchtet wurden und auf denen Dionysos, der griechische Gott des Weins, abgebildet war. Hier bewahrte er die allerbesten und allerschlechtesten seiner Tropfen auf und hier ging er auch seinen privatesten Geschäften nach.