Der Bluffer - Max Schraut - E-Book

Der Bluffer E-Book

Max Schraut

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Beschreibung

In "Der Bluffer" entführt Max Schraut die Leser in eine facettenreiche Erzählung voller Intrigen und menschlicher Abgründe. Der literarische Stil zeichnet sich durch eine präzise Sprache und eindringliche Charakterstudien aus, die es dem Leser ermöglichen, tief in die Psyche der Protagonisten einzutauchen. Schraut spielt mit den Grenzen zwischen Realität und Täuschung, was das Buch in einen Kontext der zeitgenössischen Literatur einordnet, der sich mit den Themen Identität und Authentizität auseinandersetzt. Durch die Verwendung von Symbolik und Metaphern schafft er eine dichte Atmosphäre, die die Spannung bis zur letzten Seite aufrechterhält. Max Schraut, ein aufstrebender Autor der deutschen Literatur, hat sich durch sein scharfsinniges Beobachtungsvermögen und seine Fähigkeit, komplexe zwischenmenschliche Beziehungen darzustellen, einen Namen gemacht. Seine eigenen Erfahrungen in der Welt des Theaters und der Soziologie fließen in "Der Bluffer" ein und verleihen dem Werk eine zusätzliche Tiefe. Diese Kombination aus theoretischem Wissen und künstlerischer Sensibilität prägt seine Werke und eröffnet dem Leser neue Perspektiven auf gesellschaftliche Themen. Ich empfehle "Der Bluffer" jedem Leser, der auf der Suche nach einer packenden und nachdenklichen Lektüre ist. Schraut gelingt es, den Leser zum Nachdenken über die Themen Lüge und Wahrheit, Selbstbetrug und die Masken, die wir im Alltag tragen, anzuregen. Dieses Buch ist nicht nur eine fesselnde Geschichte, sondern auch ein eindrucksvolles Porträt der menschlichen Natur.

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Veröffentlichungsjahr: 2024

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Max Schraut

Der Bluffer

Eine geistige Reise durch Metaphernsymbolik und philosophische Reflexionen in der Darstellung des Lebens
Veröffentlicht im Good Press Verlag, 2024
EAN 8596547839880

Inhaltsverzeichnis

Cover
Titelblatt
Text

Der Bluffer

Inhaltsverzeichnis
Harald Harst
Band 371
Der Bluffer
Von
Max Schraut
Verlag moderner Lektüre G.m.B.H., Berlin 16,
Michaelkirchstraße 23a
Buchdruckerei P. Lehmann, G.m.b.H., Berlin SO 16
1. Kapitel.
Aprilscherze …

Der Abend des ersten April war ungewöhnlich lau und nur leicht bewölkt. Ich müßte sagen: Jenes ersten April! Denn an diesem Tage begann für uns die Geschichte des Bluffers und damit ein Kriminalfall, der in seiner Art einzig dasteht. –

Es war bereits dunkel, als zwei Herren in leichten Gummimänteln sich aus dem Dunkel der Schonung hervorwagten und näher an den am Waldrande gelegenen Neubau heranschlichen, der erst am ersten Januar von den sechs Mietsparteien bezogen worden war. – Das „Haus der Friedvollen“ –, so war es nach dem Wunsche des Stifters genannt worden –, lag in einem der westlichen Berliner Vororte in einer landschaftlich wunderschönen Umgebung und hatte zudem den Vorteil, daß die U-Bahn-Station Krumme Lanke in nächster Nähe war und eine sehr bequeme und schnelle Verbindung bis in die City von Berlin bot. Kein Wunder also, daß die sechs auserwählten Familien oder besser Mieter, denn es waren auch Junggesellen und alleinstehende Damen darunter, ohne Besinnen die günstige Gelegenheit wahrgenommen hatten, so billig und so einzigartig mitten im Grünen und dicht am See eine modern eingerichtete Behausung zu finden.

Die beiden Herren, die das Gebäude nun schon eine Stunde lang heimlich beobachtet hatten, wagten sich immer dichter an die Vorgärten heran und sahen zu ihrem Erstaunen, wie geschmackvoll diese Gärten angelegt und mit frischen Blumen bepflanzt waren, obwohl doch die Jahreszeit noch immer Nachtfröste befürchten ließ.

Ich schaute mir das Gebäude mit immer ärgerem Kopfschütteln an und sagte dann leise zu meinem Freunde Harst, der wohl genau so erstaunt war wie ich, denn bisher hatten wir von dem „Hause der Friedvollen“ keinerlei Kenntnis gehabt:

„Ich begreife die Klagebriefe der Bewohner nicht! Die Leute sollten doch froh sein, hier im Freien in bester Luft, fern der Großstadt, solch ein Heim gefunden zu haben!“

Harst schwieg dazu und erklärte erst nach einer geraumen Weile: „Trotzdem können die Bewohner sich ihre Klagen kaum aus den Fingern gesogen haben, und auch die Tatsache, daß die sechs Briefe alle heute früh uns erreichten, darf man nicht etwa als Aprilscherz werten, nein, dazu sind einige der mir vorgetragenen Beschwerden zu ernsthafter Natur, wie du zugeben mußt.“

„Allerdings!“

Mein Freund zog nun einen Streifen Papier aus der Tasche, knipste die kleine Lampe an und überflog die Namen der Mieter, die er sich notiert hatte.

„Warte hier“, flüsterte er. „Ich will die Namen mit den Schildchen an der Haustür vergleichen.“

Er huschte davon, und dann wurde ich Zeuge, wie ihm plötzlich, als er sich bückte und die Schildchen an den Klingelknöpfen las, der Hut vom Kopfe flog, wie er eilends zurücksprang und hinter die nächste Kiefer retirierte.

Ich blickte mich nach allen Seiten mißtrauisch um. So, wie der Hut Harald vom Kopfe geflogen war, konnte die Kugel nur von der Seite aus dem Walde gekommen sein. Mir war es denn auch so, als bemerkte ich einen flinken Schatten, der in dieselbe Schonung flüchtete, in der wir eine Stunde verborgen gewesen. Bestimmt hätte ich dies allerdings nicht behaupten können, dazu war es schon zu dunkel.

Harst rief mir gedämpft zu: „Behalte die Schonung im Auge! Ich will meinen Hut holen.“

Ich kehrte ihm den Rücken und tat, wie mir befohlen. Mit einem Male vernahm ich einen schwachen Schrei, fuhr herum und sah, daß mein Freund ein Mädchen ohne Kopfbedeckung am Arme festhielt und hinter einem der Sträucher des Vorgartens hervorzerrte. Ich eilte hin und hörte, daß er die Fremde fragte: „Sind Sie Fräulein Tussy Grütt?“

Sie bejahte ohne Scheu. „Und Sie sind Herr Harst“, fügte sie gutgelaunt hinzu. „Ich freue mich, auf diese Weise Ihre Bekanntschaft gemacht zu haben. Ich wußte, daß Sie kommen würden. Sie haben doch meinen Brief erhalten?“

„Gewiß! – Hatten Sie eigentlich mit den anderen Mietern diesen Aprilscherz verabredet?“

Wir drei standen in der dunklen, tiefen Türnische und waren wohl kaum zu bemerken, aber Harst schien gegen eine Unterhaltung hier im Freien, nach dem Vorfall mit seinem Hut, doch starke Bedenken zu hegen und fragte Fräulein Tussy, ob wir uns nicht in ihrer Wohnung über diese Dinge aussprechen könnten. Sie war sofort einverstanden, und so lernten wir denn auch Tussys Freundin Anni Wiek kennen, mit der sie zusammenwohnte.

Wir saßen in einem sehr behaglichen Zimmer, das halb Atelier und halb Salon sein sollte und einen verfeinerten Geschmack in der Auswahl der Möbel und der Wanddekorationen bewies.

Die beiden Freundinnen waren im übrigen gleich jung und gleich hübsch, Tussy hatte sogar sehr lustige, übermütige Augen und Anni stellte mehr den ernsten deutschen Gretchenschlag mit etwas schwärmerischem, verträumtem Lächeln dar, jedenfalls konnte man sich nicht recht vorstellen, daß eins dieser harmlosen jungen Mädchen, die sich ihr Brot als Modellzeichnerin und als Schriftstellerin für ein Modenblatt verdienten, uns auch nur im geringsten belügen würden.

„Was ich Ihnen geschrieben habe, Herr Harst“, erklärte die dunkeläugige Tussy, die zugleich auch offenbar die energischere war, mit allem Nachdruck, „ist wortwörtlich richtig, so seltsam die Geschichte auch klingen mag. Wir waren in Geldverlegenheit, wir haben darüber nur unter uns gesprochen, und gestern erhielten wir hundert Mark zugestellt, und dafür fehlten uns die Schmucksachen, die wir versetzen wollten, wie wir das genau vereinbart hatten; Anni wollte ihr Armband hergeben und ich eine altertümliche dicke Uhrkette.“

Harst nickte und betrachtet seinen Hut: „Ja, das schrieben Sie mir. Und wo lagen die Schmucksachen?“