Der Drache im Vogelnest - Alexander Broicher - E-Book
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Der Drache im Vogelnest E-Book

Alexander Broicher

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Beschreibung

Lost in Translation – eine atemlose Jagd im Herzen Pekings. Voller Vorfreude reist Kommissar Jobst Tannen nach Peking zu den Olympischen Spielen. Er hat diesen Urlaub mehr als nötig. Doch schon bei seiner Ankunft scheint einiges nicht mit rechten Dingen zuzugehen: Seine reservierten Karten für die Spiele sind weg. War die ganze Reise damit umsonst? Lucy Wong, die rätselhafte Rezeptionistin seines Hotels, will ihm helfen. Sie verabredet sich mit Tannen am Abend in einer zwielichtigen Gasse mitten im Herzen Pekings, um doch noch Tickets zu besorgen. Nachdem sie ihm gegen seine Magenschmerzen eine traditionelle chinesische Medizin verabreicht, nimmt der Abend für Tannen allerdings eine ungeahnte Wendung. Eine Verfolgungsjagd durch die Metropole beginnt. Kann er der attraktiven Lucy Wong trauen? Und wer versucht, ihn in tödliche Gefahr zu bringen?

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Seitenzahl: 58

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Über Alexander Broicher

Alexander Broicher ist Schriftsteller, Herausgeber und Drehbuchautor. In seinem popliterarischen Bestseller »fakebook« nimmt er scharfzüngig und ironisch gesellschaftliche Entwicklungen in Zeiten von Social Media aufs Korn. Broichers Arbeiten sind mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Literaturpreis des Deutschen Schriftstellerverbandes, dem Promax Europe Award oder dem Eyes and Ears Award. Bei Aufbau digital sind seine Romane »fakebook«, »Unter Frauen« sowie der Kurzkrimi »Der Drache im Vogelnest« verfügbar.

Informationen zum Buch

Lost in Translation – eine atemlose Jagd im Herzen Pekings.

Voller Vorfreude reist Kommissar Jobst Tannen nach Peking zu den Olympischen Spielen. Er hat diesen Urlaub mehr als nötig. Doch schon bei seiner Ankunft scheint einiges nicht mit rechten Dingen zuzugehen: Seine reservierten Karten für die Spiele sind weg. War die ganze Reise damit umsonst? Lucy Wong, die rätselhafte Rezeptionistin seines Hotels, will ihm helfen. Sie verabredet sich mit Tannen am Abend in einer zwielichtigen Gasse mitten im Herzen Pekings, um doch noch Tickets zu besorgen. Nachdem sie ihm gegen seine Magenschmerzen eine traditionelle chinesische Medizin verabreicht, nimmt der Abend für Tannen allerdings eine ungeahnte Wendung. Eine Verfolgungsjagd durch die Metropole beginnt. Kann er der attraktiven Lucy Wong trauen? Und wer versucht, ihn in tödliche Gefahr zu bringen?

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Alexander Broicher

Der Drache im Vogelnest

Thriller

Inhaltsübersicht

Über Alexander Broicher

Informationen zum Buch

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Teil 1

Der Schweiß der Athleten

Des Drachens neue Kleider

Süß-saure Ankünfte

Teil 2

Der Sport der Anderen

Teil 3

Die Geisterstraße

Teil 4

Etappensieg

Pekinger Ansichten

Von Vögeln und Hunden

Fehlstart

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Teil 5

Die Geister, die ich rief

Maskenspiele

Giftiger Badezusatz

Big trouble in »Little« China

Teil 6

Geisterbahn

Ein bekanntes Tattoo

Die Spur führt ins Dunkle

Bittersüßes Erwachen

Teil 7

Heimsport

Nadelkissen

Blutiger Spießbraten

Schlangenfutter

Teil 8

Der Fluch

Dompteur

Schlangenfarm

Natürliches Doping

Erste Wolken lichten sich

Free Tibet

Ein zweideutiges Angebot

Teil 9

Drachentanz

Dampfbrötchen

Kissenlager

Zwischentitel

Teilnahmeverweigerung

Körpersprache

Die Spiele haben begonnen

Teil 10

Endspurt

Geständnisse über Geständnisse

Die Elster von Peking

Abflug aus dem Vogelnest

Verflogene Flugangst

Impressum

Teil 1

Der Schweiß der Athleten

So hatte Tannen sich das nicht vorgestellt. Niemand hatte ihm gesagt, dass Peking im August so heiß wie eine Tropeninsel sein würde. Und dazu noch diese unerträgliche Schwüle! Auch wenn er offiziell im Urlaub war - mit Hitze konnte er nichts anfangen. Aber es war seine eigene Schuld, denn er hatte es bewusst vermieden, sich vorab genauer über seinen Zielort zu informieren. Er hatte sich »treiben lassen«, wollte »einfach mal entspannen«, wie es ihm sein Arzt nach der leichten Herzattacke vor fünf Monaten geraten hatte. Kurz gesagt: Tannen war hier, weil er sich endlich einen alten Traum erfüllt hatte: Sporturlaub. Das hieß keinesfalls, dass Tannen sich bewegen wollte. Er wollte lediglich zusehen und einmal eine Olympiade live erleben. Er hatte gehofft, den Schweiß der Athleten riechen, ihre vor Freude verzerrten Gesichter aus der Nähe sehen zu können, ihnen ganz nah zu sein - so hatte er sich diese Reise zumindest ausgemalt. Doch das sollte nicht die einzige Sache bleiben, in der er sich geirrt hatte.

Des Drachens neue Kleider

Dank der aufmerksamen Stewardessen, die ihn angesichts seiner Flugangst rührend umsorgt hatten, hatte er sich im Flieger wie ein Hahn im Korb gefühlt – nach rund zehn überklimatisierten Flugstunden im Economy-Sitz allerdings auch wie ein tiefgekühltes Presshuhn. In Peking würde er noch öfter die Erfahrung machen, dass die Chinesen übertrieben klimatisierte Räume oder Shopping-Center als Ausdruck für Reichtum und Fortschritt sahen. Den neuen Wohlstand zur Schau zu stellen, genau darum ging es hier wohl. Es gab ein unglaubliches Nachholbedürfnis, nicht nur in Sachen Verschwendung. Schade, dachte Tannen, dass sie unsere Fehler wiederholen.

Der nagelneue Flughafen blendete Tannen regelrecht mit seinem Pomp und seiner Größe, polierter Edelstahl und Aluminium glänzten in jedem Winkel um die Wette. So sehen die Tempel des Fortschritts heute aus, dachte Tannen. Und dennoch verfehlte das Bauwerk seine Wirkung nicht. Das riesige Terminal, das aussah wie ein liegender Drache, chinesisches Symbol für Macht und Stärke, beeindruckte Tannen tatsächlich. Dabei war er schon von Berufs wegen ein Zweifler. Euphorie oder schnelle Sympathie für Dinge, die es unverhohlen darauf anlegten, Eindruck zu schinden, waren normalerweise nicht seine Sache. Aber das hier war anders. Einerseits symbolträchtig und ornamental, aber zugleich kühl und technisch – das Gestern und das Morgen existierten hier scheinbar nebeneinander und ergänzten sich, wie Yin und Yang. Tannen zwang sich, weniger nachzudenken. Noch so ein Reflex, alles verstehen und in Worte fassen zu wollen.

Alles hier sah nach Geld aus, nach massig Geld. Ob die unzähligen Wanderarbeiter, die oft unter fragwürdigen Bedingungen arbeiten mussten, wussten, wie viel Geld es hier in China gab und wofür es ausgegeben wurde? War das der neue, pragmatische Sozialismus? Man wollte sich herausputzen, zeigen, was man hatte. Besonders, wenn die Welt zu Gast war. Maskenspiele hatten hier immerhin Tradition, und so hatten nicht nur die Markenpiraten schnell gelernt, dass beim Etikettenschwindel Verpackung und Marketing das Wichtigste waren, dachte Tannen, der sich auch von einem Schnäppchen hatte verführen lassen. Am Flughafen hatte er eine sensationell günstige, »echte« Rolex erstanden. Er war ein Freund von Schweizer Wertarbeit und sehnte sich nach einer erfrischenden Brise der heimatlichen Bergluft. Aber schließlich war er hier, um sich zu entspannen und nicht, um zu nörgeln. Das notorische Misstrauen, diese Berufsdeformation, gegen die es keine Kur auf Kassenschein gab, einmal abzulegen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er noch nicht die leiseste Ahnung, worauf er sich eingelassen hatte.

Süß-saure Ankünfte

Tannen ermahnte sich noch einmal nachdrücklich, den Schalter im Kopf wieder auf »Urlaub« umzulegen, dann stieg er in ein Taxi und reichte dem Fahrer einen Zettel mit chinesischen Schriftzeichen. Das Auto setzte sich in Bewegung, und da war sie wieder: die gute alte Realität, fernab von designten Repräsentationsbauten.