Der Fluch der dunklen Mutter - Simon R. Green - E-Book
Beschreibung

Mein Name ist John Taylor. Ich arbeite in der Nightside. Nur in jenem finsteren Herzen Londons, wo es immer drei Uhr morgens ist und wo Menschen und Nichtmenschen ihre dunkelsten Gelüste befriedigen können, fühle ich mich daheim. Wahrscheinlich, weil ich dort geboren wurde. Ich finde Dinge - Menschen und Gegenstände - und in diesem Fall die Wahrheit über die Ursprünge der Nightside. Fortuna hat mich angeheuert, um darüber Nachforschungen anzustellen. Aber je tiefer ich grabe, desto mehr finde ich heraus, nicht über die Nightside, sondern über die große Frage meines Lebens: wer - und was - war meine lange verschollene Mutter? Bezahlte Aufträge sind eine Sache. Persönliche Questen sind eine andere. Man hat mich gewarnt, es könne sehr schlimm enden, wenn ich die Wahrheit über meine gute alte Mama herausfinde, nicht nur für die Nightside, sondern für die gesamte Schöpfung. Aber ich kann's nicht lassen ... ich bin John Taylor. Das Finden von Dingen macht mich aus. Es ist das, was ich tue. Koste es, was es wolle.

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Seitenzahl:372

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Autor: Simon R. Green

Deutsch von: Oliver Hoffmann

Lektorat: Natalja Schmidt und Julia Abrahams

Korrektorat: Angela Voelkel und Thomas Russow

Art Director, Satz und Gestaltung: Oliver Graute

© Simon R. Green 2005

© der deutschen Übersetzung Feder&Schwert 2008

E-Book-Ausgabe

ISBN 978-3-86762-134-2

Originaltitel: Hex and the City

Der Fluch der Dunklen Mutter ist ein Produkt von Feder&Schwert unter Lizenz von Simon R. Green 2006. Alle Copyrights mit Ausnahme dessen an der deutschen Übersetzung liegen bei Simon R. Green.

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck außer zu Rezensionszwecken nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.

Die in diesem Buch beschriebenen Charaktere und Ereignisse sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit zwischen den Charakteren und lebenden oder toten Personen ist rein zufällig.

Die Erwähnung von oder Bezugnahme auf Firmen oder Produkte auf den folgenden Seiten stellt keine Verletzung des Copyrights dar.

www.feder-und-schwert.com

Ich bin John Taylor.

Ich habe mir einen Namen gemacht,

man achtet und fürchtet mich, aber ich trage auch schon mein Leben lang eine Zielscheibe auf der Stirn.

Ich arbeite als Privatdetektiv in einer Welt,

wo Götter und Dämonen real sind. In der Nightside: dem kranken, geheimen, magischen Herzen Londons. An einem Ort, wo Träume wahr werden, ob man will oder nicht. Es ist nicht leicht hineinzufinden, und wieder herauszukommen, ist oft sogar noch schwieriger.

Ich kann jedes Mysterium ergründen, kann alles finden. Außer den Antworten auf die finsteren, tödlichen

Geheimnisse meiner eigenen Vergangenheit.

Ich bin John Taylor,

und wenn Sie mich suchen, haben Sie entweder bereits

Ärger oder werden gleich welchen kriegen.

1

Die Psychonauten

In der Nightside gibt es nichts, was es nicht zu haben gibt, vom Heiligen bis hin zum Profanen und wieder zurück. Und doch rate ich davon ab, dort zu Auktionen zu gehen, es sei denn, man hat einen Magen wie ein Stier und Nerven wie Drahtseile. Ich gehe normalerweise nicht mehr zu Auktionen, selbst wenn die meisten Leute Angst haben, gegen mich zu bieten. Am Ende kehre ich immer mit einer Kiste voll Schrott heim, nur damit ich die eine Sache kriege, die ich eigentlich haben wollte. Einmal habe ich aus Versehen eine Pookah gekauft, und ein paar Monate lang folgte mir ein Playboy-Häschen durch die Nightside, das nur ich sehen konnte. Nett, aber nicht gerade konzentrationsfördernd.

Doch wenn man als Privatdetektiv in der Nightside arbeitet, dem verborgenen, magischen Herzen Londons, wo Götter und Monster Seite an Seite wandeln und manchmal dieselben Selbsthilfegruppen besuchen, führen einen manche Fälle fast unvermeidlich an die unangenehmsten Orte. Die Chefauktionatorin des größten Auktionshauses der Nightside hatte mich angeheuert, bei einer besonders heiß umkämpften Auktion Wache zu schieben, um die Bieter im Zaum zu halten. Es klang recht simpel, was mir eine Warnung hätte sein müssen. In meinem Leben ist nie etwas einfach.

Ich tauchte rechtzeitig und frisch gekämmt dort auf, um mich noch vor Veranstaltungsbeginn umsehen zu können. Es war mehrere Jahre her, dass ich das letzte Mal dort gewesen war, und in der Zwischenzeit war ich mit einer Kugel im Rücken aus der Nightside geflohen und schließlich doch zögerlich zurückgekehrt, um dann ein triumphales Comeback zu feiern. Der Türsteher des Auktionshauses sah mich an und wollte mich nicht einlassen, aber als ich meinen Namen nannte, wurde er befriedigend blass und trat zurück, um mich hineinzuwinken. Ein guter, beziehungsweise schlechter, Ruf verschafft einem oft besseren Zugang zu bestimmten Gebäuden als ein ganzes Bataillon Soldaten.

Die Chefauktionatorin hörte auf, ängstlich auf und ab zu gehen, und schritt durch den großen, leeren Saal auf mich zu, um mich zu begrüßen. Sie zwang sich zu einem kurzen Lächeln und zerquetschte mir in einem übermäßig festen Händedruck die Hand. Lucretia Grave war eine kleine, stämmige Frau in altmodischem Tweedkostüm, gekrönt von einem Monokel, das fest vor einem dunklen Knopfauge klemmte. Sie sah aus wie Anfang fünfzig und hatte ein brutales Bulldoggengesicht. Ihr graues Haar war zu einem echt straffen Dutt zurückgebunden und sie machte den Eindruck, als könne sie durchaus ihre Frau stehen. Mich funkelte sie an, als sei alles meine Schuld, und kam direkt zur Sache.

„Höchste Zeit, dass Sie auftauchen, Taylor, altes Haus. Ich fühle mich in meinem eigenen Auktionshaus nicht mehr sicher, seit das verdammte Ding eingetroffen ist. Ich hatte schon Hämorrhoiden, die mir weniger Probleme bereitet haben. Ich weiß, wir sagen, wir versteigern alles, was Sie finden, fangen oder durch die Tür schieben können, aber manche Dinge machen einfach mehr Ärger, als die ganze Sache wert ist. Ich würde mit dem verdammten Ding nichts zu tun haben wollen, wenn wir es nicht in Kommission bekommen hätten. Es war mal wieder, wie auf die Hundchen gesetzt, Sie wissen schon. Die verfluchten Tiere müssen nur hören, dass ich gutes Geld auf sie gesetzt habe, und schon kriegen sie Rückenschmerzen und Herzprobleme. Trotzdem, denken Sie an meine Worte, altes Haus: dieses Ding wird echtes Geld bringen.“ Sie zog eine unglückliche Grimasse und schneuzte sich lautstark. „An solchen Tagen wünschte ich, ich wäre noch bei Christie’s. Ich würde jederzeit zurückgehen, wenn ich sicher wäre, dass die Polizei mich nicht mehr sucht.“

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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