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Studienarbeit aus dem Jahr 2000 im Fachbereich BWL - Bank, Börse, Versicherung, Note: 1, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main (Wirtschaft), Sprache: Deutsch, Abstract: A. EINLEITUNG Die Aktie als Anlageform erfreut sich seit einigen Jahren bei den privaten Haushalten einer wachsenden Beliebtheit. In besonderem Maße gilt dies für Börseneinführungen im Rahmen der Publikumsöffnung von Aktiengesellschaften. Zunehmendes Interesse finden solche Initial Public Offerings (IPOs) sowohl in der Öffentlichkeit als auch auf Unternehmensseite, wie man leicht an häufigen Überzeichnungen und der stetig steigenden Anzahl von IPOs sehen kann. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eines Börsengangs. Ziel der Arbeit ist die Darstellung des Prozesses des Börsengangs von der Entscheidung bis zum Emissionskonzept sowie eine Darstellung der Renditeentwicklung. Zunächst werden die Vor- und Nachteile eines Börsengangs und mögliche Alternativen dargestellt. Danach werden die betriebswirt-schaftlichen Anforderungen an einen Börsenanwärter erläutert, indem auf Umsatzhöhe und -wachstum, Ertragskraft, Cashflow und Ausschüttungsfähigkeit, Wettbewerbsposition, fachliche Kompetenz & Erfahrung des Management , Schaffung einer Unternehmensstruktur, Erstellung eines Unternehmenskonzeptes, Leistungsfähigkeit des Rechnungswesens und Feststellung der Börsenreife mittels Due Diligence eingegangen werden. Weiterhin wird auf die Emissionspreisbestimmung im Rahmen eines Börsengangs eingegangen, indem zunächst die Notwendigkeit der Unternehmensbewertung, das Verfahren zur Bestimmung des Emissionspreises und dann die Festlegung des Emissionspreises betrachtet wird. Nach Betrachtung der rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wird zum Schluß auf theoretische Grundlagen zur Renditeentwicklung eingegangen. [...]
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Veröffentlichungsjahr: 2001
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Die Aktie als Anlageform erfreut sich seit einigen Jahren bei den privaten Haushalten einer wachsenden Beliebtheit.
In besonderem Maße gilt dies für Börseneinführungen im Rahmen der Publikumsöffnung von Aktiengesellschaften. Zunehmendes Interesse finden solche Initial Public Offerings (IPOs) sowohl in der Öffentlichkeit als auch auf Unternehmensseite, wie man leicht an häufigen Überzeichnungen und der stetig steigenden Anzahl von IPOs sehen kann.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eines Börsengangs. Ziel der Arbeit ist die Darstellung des Prozesses des Börsengangs von der Entscheidung bis zum Emissionskonzept sowie eine Darstellung der Renditeentwicklung.
Zunächst werden die Vor- und Nachteile eines Börsengangs und mögliche Alternativen dargestellt. Danach werden die betriebswirtschaftlichen Anforderungen an einen Börsenanwärter erläutert, indem auf Umsatzhöhe und -wachstum, Ertragskraft, Cashflow und Ausschüttungsfähigkeit, Wettbewerbsposition, fachliche Kompetenz & Erfahrung des Management , Schaffung einer Unternehmensstruktur, Erstellung eines Unternehmenskonzeptes, Leistungsfähigkeit des Rechnungswesens und Feststellung der Börsenreife mittels Due Diligence eingegangen werden.
Weiterhin wird auf die Emissionspreisbestimmung im Rahmen eines Börsengangs eingegangen, indem zunächst die Notwendigkeit der Unternehmensbewertung, das Verfahren zur Bestimmung des Emissionspreises und dann die Festlegung des Emissionspreises betrachtet wird. Nach Betrachtung der rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wird zum Schluß auf theoretische Grundlagen zur Renditeentwicklung eingegangen.
Die Gründe für die Entscheidung, sich dem Kapitalmarkt zu öffnen, sind vielschichtig und individueller Natur. Ein Börsengang ist immer das Resultat eines komplexen Entscheidungsprozesses, der insbesondere auf den jeweiligen Gegebenheiten des1Unternehmens und den Interessenlagen der Gesellschafter beruht. Mit dem IPO sind in erster Linie finanzwirtschaftliche Ziele verbunden wie z.B. das Streben nach Rentabilität, Liquidität, Sicherheit und Unabhängigkeit.
1Carls Andre´, Das Going-Public- Geschäft deutscher Banken, S.11
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Meist werden mit dem IPO auch Ziele sowohl auf Unternehmensebene als auch auf Gesellschafterebene verfolgt.
Aus der Sicht des Unternehmens gibt es mehrere Gründe, die für einen Gang an die Börse sprechen. Im folgenden sollen nun die einzelnen Gründe aufgezeigt werden.
Der häufigste Grund für den Gang an die Börse ist die Deckung des Kapitalbedarfs zur finanziellen Absicherung des Wachstums, der Innovationskraft und der Wettbewerbsposition. Im Rahmen der Unternehmensentwicklung gibt es zwei Finanzierungsarten, die durch einen hohen Eigenkapitalbedarf charakterisiert sind:
- Innovationsfinanzierung: Entwicklung von Produkt- oder Verfahrensinnovationen mit hohem Investitionsbedarf und langfristigem Zeithorizont,
- Expansionsfinanzierung: Wachstumsstrategie mit internen oder externen Wachstumszielen.
Dieser hohe Eigenkapitalbedarf kann zumeist nicht durch die intern erwirtschafteten Mittel gedeckt werden.
Eine börsennotierte Gesellschaft kann sich das erforderliche Eigenkapital wesentlich einfacher beschaffen als eine GmbH oder eine Personengesellschaft:
- Potentielle Investoren können sich mit relativ geringem Kapitaleinsatz an einem börsennotierten Unternehmen beteiligen,
- die hohe Fungibilität der Anteile läßt den Investoren jederzeit die Möglichkeit offen, sich aus ihrem Engagement zurückzuziehen,
- das Risiko einer Beteiligung an einer Aktiengesellschaft ist wesentlich geringer als bei einer Personengesellschaft oder bei einer GmbH.
Bei Mittelstandsunternehmen steht vor allem die Finanzierung risikobehafteter Investitionen im Bezug auf einen geplanten Wachstum im Vordergrund. Meist ist die Selbstfinanzierung nicht möglich, Bankkredite aufgrund fehlender Sicherheiten und / oder aufgrund schlechter Bilanzen schwer erhältlich und auch die finanziellen Mittel der Gesellschafter nicht ausreichend.
Falls eine Finanzierung mit Fremdkapital möglich ist, stellt dies jedoch einen Eingriff in die unternehmerische Autonomie dar. Eine überdurchschnittlich hohe Verschuldung bedeutet für die Kreditgeber ein entsprechendes Risiko, welches durch zusätzliche Sicherheiten und Rechte sowie gegebenenfalls durch einen Risikozuschlag im Zinssatz kompensiert werden muß.
Der Börsengang stellt vielfach die einzige Alternative dar. Die Zuführung von Eigenkapital über die Börse stärkt die finanzielle Widerstandsfähigkeit in wirtschaftlichen Schwächephasen, erhöht die unternehmerische Flexibilität durch die
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stärkere Unabhängigkeit von Kreditgebern und führt zu Wettbewerbsvorteilen aufgrund2günstiger Refinanzierungsmöglichkeiten.
Für Unternehmen aus zukunftsträchtigen Branchen ist der Gang an die Börse oftmals der geeignetste Weg, um ihr überdurchschnittliches Wachstum zu finanzieren. Sie verwenden zumeist den Emmissionserlös zur Akquisition von Mitbewerbern, zum Ausbau eines Vertriebsnetzes oder zur Erweiterung der vorhandenen Kapazitäten am bisherigen Standort.
Das emmissionsbedingt zufließende Eigenkapital und die der Rechtsform der Aktiengesellschaft als solche zugeschriebene bessere Kreditwürdigkeit stärken die Position des Unternehmens gegenüber Fremdkapitalgebern.
Die Pufferfunktion des Eigenkapitals reduziert die Krisenanfälligkeit des Unternehmens, die finanziellen Reserven aus dem Börsengang ermöglichen dem Unternehmen, auch längere Durststrecken zu überstehen, ohne daß eine zusätzliche Belastung mit hohen Kreditzinsen erfolgt. Auch das erhöhte Verantwortungsbewußtsein der Banken gegenüber einer börsennotierten Unternehmung erweist sich als Vorteil in einem3eventuellen Krisenfall.
