Der Kirschbaum – blutige Ernte - Friedrich Wolf - E-Book
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Der Kirschbaum – blutige Ernte E-Book

Wolf Friedrich

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Beschreibung

In den Wirren des Sommers 1941, als die Schrecken des Zweiten Weltkriegs das kleine Dorf an der Grenze Weißrusslands heimsuchen, gibt es einen Ort, der wie ein Wunder erscheint: ein einziges Haus mit einem blühenden Kirschbaumgarten. Inmitten der Zerstörung verweilt ein deutscher Hauptmann, unberührt von den Qualen der Einheimischen. Doch als er befiehlt, den geliebten Kirschbaum des alten Michail Wassiljewitsch zu fällen, entzündet sich ein unaufhaltsamer Funke des Widerstands. Ein Akt der Gewalt und der Verzweiflung entfaltet sich, der das Schicksal vieler verändern wird. Friedrich Wolfs eindringliche Erzählung ist ein zeitloses Zeugnis von Mut, Rache und der Unbeugsamkeit des menschlichen Geistes. Eine Geschichte, die bis heute nachhallt und uns an die dunklen Kapitel unserer Vergangenheit erinnert.

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Seitenzahl: 7

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Impressum

Friedrich Wolf

Der Kirschbaum – blutige Ernte

ISBN 978-3-68912-116-7(E–Book)

Die Erzählung ist 1942 entstanden.

Das Titelbild wurde mit der KI erstellt.

© 2024 EDITION digital®

Pekrul & Sohn GbR

Godern

Alte Dorfstraße 2 b

19065 Pinnow

Tel.: 03860 505788

E–Mail: verlag@edition–digital.de

Internet: http://www.edition-digital.de

Der Kirschbaum

Juli 1941. Das kleine Dorf an der Grenze Weißrusslands ist von den Deutschen völlig zusammengeschossen. Inmitten der schwarzen Brandruinen leuchtet wie ein Wunder nur ein einziger grüner Fleck, ein Haus mit einem Baumgarten, um den ein Bächlein fließt. Vielleicht haben der Garten und der Bach die Flammen von dem Haus des Michail Wassiljewitsch abgehalten.

Dort im Garten sitzt jetzt inmitten seines Stabes ein deutscher Hauptmann, der Führer eines Infanteriebataillons. Tisch und Stühle wurden hinausgetragen; nun tafelt man im Grünen. An Lebensmitteln und Wein ist kein Mangel. Diese Dinge hat man überall in den russischen Städtchen und Dörfern reichlich „organisiert“. Man ist schon am Schluss der Mahlzeit, da ruft ein Leutnant zu der Ordonnanz, sie solle von dem Kirschbaum da vorn einen Korb Kirschen pflücken. Die Ordonnanz sucht vergebens eine Leiter. Der alte Michail, der jetzt zum Vorschein kommt, erklärt, die Soldaten hätten zum Abkochen jedes Stückchen Holz weggeschleppt.

„Hol eine Axt, Russki!“, befiehlt der Hauptmann, indem er die Bewegung des Holzfällens macht. „Aber etwas plötzlich!“

Der alte Bauer kommt mit der Axt zurück. Ihm folgt seine Frau mit einem Korb. Der Hauptmann wendet sich jetzt zu dem Alten. „Vorwärts, Russki, hau den Baum um! Wir brauchen die Kirschen, und wir haben nicht lange Zeit, da hinaufzuklettern.“ Die Ordonnanz sucht mit lebhaften Gesten und Worten den Befehl dem Bauern verständlich zu machen. Doch der steht unbewegt da; er schaut bloß zu dem mächtigen Baum, der voller grüner Blätter und Tausender dunkelroter Kirschen hängt. Der Hauptmann ist ungeduldig, er steht auf, geht zu dem Alten, fasst dessen Arm und führt mit ihm den ersten Schlag in den prallen, glatten Stamm. Der Baum zittert leise. Zwei Kirschen – „ein Pärchen“, das an einem Stiel hängt – fallen herab.

Jetzt muss man die Sache auch zu Ende führen. Doch der Bauer steht mit der Axt in der Hand und schaut ratlos in die tiefe Wunde des Baumes.