Der Klarträumer - Nicolai Richter - E-Book

Der Klarträumer E-Book

Nicolai Richter

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Beschreibung

Ein erfolgreicher Vloger in der Klartraumszene gerät in die Zwischenwelten von Traum, Klartraum, Drogentrip und Realität. Geschehnisse und Personen aus seinen Träumen erscheinen plötzlich in der Wirklichkeit. Als sein Compagnon tot aus der Elbe geborgen wird, deuten alle Zeichen darauf hin, dass er ihn ermordet hat. Doch er kann sich an nichts mehr erinnern. Um sich selber und die Menschen in seinem engsten Umfeld vor sich zu schützen, begibt er sich freiwillig in die geschlossene Abteilung einer Psychiatrie. Nur langsam fängt er an, die tatsächlichen Ereignisse hinter seiner Geschichte zu durchschauen. Doch als er endlich die wahren Drahtzieher hinter seinem Albtraum erkennt, scheint es schon zu spät zu sein. Das Ebook erreichte bei Amazon gleich in der ersten Woche den ersten Platz in der Bestsellerliste.

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Seitenzahl: 239

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Nicolai Richter

Der Klarträumer

Psychothriller

ISBN 13: 978-1537617244

eBook: neobooks.com self publishing

Printausgabe: createspace.com

® Nicolai Richter: Sachseln 2016

„Wir sind vom Stoff,

Aus dem die Träume sind; und unser kleines Leben

Beginnt und schließt ein Schlaf.“1

William Shakespeare

1

Berlin, sechs Tage vor der Wahrheit

Gegen 21 Uhr betrat Schwester Martha die Eingangshalle der Psychiatrischen Klinik in Dahlem. Es war ihre fünfte Nachtschicht in Folge.

Heute Nacht war irgendetwas anders als sonst. Die vergitterten Fenster warfen ein bizarres Licht auf die Stufen und Wände und ihre Schritte hallten durch das Treppenhaus. Dann bemerkte sie, dass es anders roch als gewöhnlich, genau genommen roch es nach gar nichts.

Schwester Martha erklärte das mit ihrer schlechten Laune, sie hasste diese Jahreszeit, seit Tagen lag eine zähe Smog-Decke über Berlin und hüllte die Menschen in Dunkelheit. Durch die Strassen fegte ein eisiger Wind und überall sammelte sich Schneematsch mit den Abfällen und verstopfte die Gehwege. Am liebsten würde sie einfach im Bett bleiben, bis der Frühling kam, dachte sie, als sie die letzte Treppe in Angriff nahm.

Plötzlich blieb sie stehen, sie glaubte, etwas gehört zu haben. Sie konnte nicht genau sagen, ob da einer ihrer Patienten schrie oder irgendwo nur der Fernseher zu laut lief. Schwester Martha beschleunigte ihren Gang nach oben.

Dann hörte sie einen Knall, als wenn jemand die Türe zugeschlagen hätte. Sie eilte die letzten Stufen hoch und blieb im Gang stehen. Jetzt hörte sie nichts mehr, auch keinen Fernseher. Sie ging ins Schwesternzimmer, liess die Tür aber auf und schaltete das Radio leise ein. Gegen 21 Uhr 30 setzte sie sich in den Sessel und las eine Illustrierte. Mit der Zeit wurde sie müde und die Augen fielen

ihr immer wieder zu. Sie war gerade eingenickt, als sie durch den schrillen Ton des Zimmeralarms aus ihrem kurzen Traum gerissen wurde. Schwester Martha schaute auf den Monitor, Johnny Kunze in Zimmer 414.

2

Berlin, sechs Monate vor der Wahrheit

Kurz vor Weihnachten hatte Johnny schon einmal den Alarm ausgelöst. Nicht in der Psychiatrie, sondern in einem Parkhaus.

Dort traf er sich um zwei Uhr in der Nacht mit einem Freier in seinem BMW Van 220i. Ein Familienvater, wie er sehen konnte, als der Mann mit Wohlstandsbauch und Goldrandbrille den Hunderter aus seiner Brieftasche zupfte. Auf dem Foto in der Brieftasche sah man ihn mit seiner Frau und zwei kleinen Mädchen, wie sie im Garten an einem Tisch mit einer grossen Geburtstagstorte sassen. Es sah so aus, als würden sie alle Happy Birthday singen. Das grössere Mädchen hatte einen weissen Labrador-Welpen mit einer roten Schleife am Halsband auf dem Schoss. Im Hintergrund konnte man einen Baum erkennen, auf dem zwei Krähen sassen. Mit offenen Schnäbeln und ausgestreckten Fittichen, als würden sie mitsingen.

Mit dem verdienten Hunderter bezahlte er als Erstes den Dealer, der im Treppenhaus auf ihn wartete. Dann setzte er sich auf der Herrentoilette durch die Vene des linken Fusses einen Schuss Heroin und rauchte aus Alufolie ein Gemisch aus Crystal Meth und Kokain. Kurz darauf ist er neben der Toilette für ein paar Stunden eingeschlafen. Er träumte von weissen Wölfen, die ihn auf einem Schlitten durch die Milchstrasse zogen. Neben ihm sass eine Prinzessin in einem silbernen Mantel. Auf den Mantel waren alle Sterne des Universums genäht. Ihre goldenen Haare waren das Licht der Welt und ihre Augen die grossen blauen Weltmeere.

Als er dann aufwachte, wusste er weder, wo er war, noch konnte er sich erinnern, wie er in dieses Parkhaus gekommen war. Dann setzte die Paranoia ein. Er rannte panisch durch das Parkhaus, rannte in Kreisen, rannte das Treppenhaus hinauf und wieder hinunter. Kurz darauf setzte der Juckreiz des Crystal Meths ein und er fing an, sich an den Armen und Unterschenkeln zu kratzen. Dann hämmerte er mit geballten Fäusten und schlug mit dem Kopf gegen die Wände, die sich ihm plötzlich in den Weg stellten. Unter seiner Haut sah er kleine Käfer und Würmer. Und hinter jeder Ecke, in jedem fahrenden Auto sah er CIA-Agenten, die ihn töten wollten. Er fing an, Zahlen der Parkplätze mit Zahlen der Etagen zu multiplizieren und addierte sie mit den ungeraden Zahlen auf den Nummernschildern von schwarzen Autos. Dann tippte er die Zahlen in die Parkscheinautomaten.

Nach sieben Stunden brach Johnny erschöpft und dehydriert drei Meter vor dem Ausgang zusammen. Nachdem er mit letzter Kraft noch die Scheibe des Feuermelders eingeschlagen hatte.

Die Feuerwehre lieferte ihn dann im Krankenhaus ab, wo man ihn nach einer Woche soweit aufgepäppelt hatte, dass er in die geschlossene Abteilung der Psychiatrie verlegt wurde.

3

Berlin, sechs Tage vor der Wahrheit

Schwester Martha öffnete mit ihrer Karte die Sicherheitstür und hetzte ihren schweren Körper durch den Gang. Als sie die Tür von Zimmer 414 erreichte, war er wieder da, der vertraute Geruch, den sie im Treppenhaus vergeblich gesucht hatte. Der Geruch nach betäubter Wut, Verzweiflung und Todesangst.

Als sie das Zimmer betrat, stürzte sich Johnny gleich hinter ihr gegen die Tür. „Schliessen Sie die Tür, schnell, schliessen Sie die Tür mit ihrem Schlüssel!“, Johnny stand in der Unterhose vor ihr und stemmte sich gegen die Tür, seine Beine und Arme zitterten und er war von oben bis unten mit Blut überschmiert.

„Haben Sie den Mann gesehen, ist er noch da draussen?“

„Was für ein Mann Johnny, da ist niemand.“

„Der CIA-Agent im schwarzen Anzug. Der Mann mit Sonnenbrille. Ist er noch da?“

„Beruhige dich Johnny. Da ist niemand, glaub mir. Niemand kann in diese Abteilung einfach hineinspazieren.“

Schwester Martha schaute sich Johnny genauer an.

„Woher kommt das ganze Blut, hast du dich wieder aufgekratzt?“

„Da, sehen Sie, da, das hat er an die Wand geschrieben. Und dann hat er gesagt...“, Johnny japste nach Luft und fing an zu husten. Schwester Martha traute ihren Augen nicht, als sie Johnnys starrem Blick zur Wand folgte.

15 x 4 + 13 GEH DURCH DAS 1. TOR DORT FOLGE MIR

Woher hatte Johnny das ganze Blut? Sicher nicht von ein paar aufgekratzten Wunden. Schwester Martha griff nach ihrem Mobiltelefon und alarmierte die Zentrale.

„Ich brauche Verstärkung auf der Geschlossenen in Zimmer 414.“

Als der Arzt und der Pfleger die Tür aufstemmten, fiel ihr Johnny beinahe in die Arme. Sie setzten ihn auf das Bett und Dr. Becker suchte nach einer stark blutenden Wunde, aber da war nichts, kein einziger Kratzer.

„Herr Kunze, wo kommt das ganze Blut her?“, fragte Dr. Becker, „Woher ist das Blut, wer hat das an die Wand geschmiert? Reden Sie bitte mit mir.“

Aber Johnny sagte kein Wort mehr. Mit offenem Mund starrte er auf die Buchstaben und zitterte am ganzen Körper.

„Okay, ich gebe ihm eine Beruhigungsspritze und dann fixieren wir ihn zur Sicherheit für die restliche Nacht. Morgen sehen wir weiter.“

Nachdem sie Johnny festgebunden hatten, setzte ihm Dr. Becker eine Infusion mit 20 mg Valium. Schwester Martha wischte ihm gerade mit einem nassen Lappen das Blut aus dem Gesicht, als über ihren Pieper der zweite Alarm in dieser Nacht losging. Sie stürzte auf den Gang und sah, dass die Lampe über dem Zimmer 412 aufleuchtete. Das Zimmer, in dem Charlotte von Stuck untergebracht war.

„Was zum Henker war bloss los in dieser Nacht!“, fragte sich Schwester Martha, als sie die Tür des Zimmers 412 öffnete. Charlotte von Stuck sass zitternd auf dem Boden in der Dusche, auch ihr Köper war von oben bis unten mit Blut überschmiert. An der Kachelwand stand mit Blut geschrieben:

GEH DURCH DAS 2. TOR ICH FÜHR DICH NACH SOLANIA 4

4

Sieben Monate vor der Wahrheit

Charlotte von Stuck wuchs in wohlbehüteten Verhältnissen auf. Ihre Eltern hatten so viel Geld, dass ihr jeder Wunsch erfüllt wurde. Zu ihrem 16ten Geburtstag schenkten ihr die Eltern die erste Brustoperation und die Nase wurde etwas gerichtet, um ihr den Traum einer Modelkarriere zu ermöglichen. Da fing es an mit ihrer Fixierung, dass sie zu dick sei. Sie wollte so aussehen wie die Supermodels. Sie fing an zu koksen und schluckte Ritalin und andere Amphetamine, um den Hunger zu unterdrücken. Die Rezepte organisierte der Schönheitschirurg der Familie. Mit 19 fing sie dann an, sich den Finger in den Hals zu stecken. Als ihre Speiseröhre von der erbrochenen Magensäure so verätzt war, dass sie nicht mehr ohne Schmerzen trinken konnte, fing sie an Schmerztabletten zu schlucken und kotzte weiterhin die Lachsbrötchen und Kaviar-Kanapees in die Champagner-Kübel, die man ihr diskret unter das operierte Näschen hielt. Mit 20 wog sie gerade noch 48 Kilo bei einer Körpergrösse von ein Meter 78. Und sie fühlte sich immer noch zu dick. Dann fingen ihre Knochen langsam an zu zerbröseln und sie schrumpfte fünf Zentimeter. Ihre Haut wurde dünner und faltig, die Haare fielen ihr teilweise aus und sie bekam einen kleinen Buckel. Mit 23 sah sie aus wie Gollum in Herr der Ringe und fühlte sich immer noch zu dick.

Der Schönheitschirurg diagnostizierte bei Charlotte ein Burnout und sie wurde in eine Privatklinik geschickt.

Dort lernte sie wieder essen und ein Yogalehrer kümmerte sich um ihre spirituelle Befreiung. Sie verliebte sich in ihren Yogalehrer und die beiden wurden ein Paar. Gemeinsam gründeten sie eine Sekte und nahmen den Kontakt zu Ausserirdischen auf, errechneten das genaue Datum des Weltuntergangs und organisierten für ihre Anhänger die Übersiedlung auf den Planet Solania 4 im Jahr 2019.

Charlotte kümmerte sich um die Botschaften vom Planeten Solania 4, während ihr Geliebter die geschäftlichen Dinge regelte. Eines Morgens wachte sie alleine in ihrem Bett auf und musste feststellen, dass ihr Yoganer mit dem ganzen Geld und einer anderen durchgebrannt war. Sie überliess die Sekte ihrem Schicksal und kehrte zurück nach Berlin zu ihren Eltern. Da sie nicht wusste, was sie allein mit ihrem Leben und ihrer Begabung anfangen sollte, fing sie wieder an zu hungern.

Es dauerte gerade mal drei Monate, bis sie wieder aussah wie Gollum. Gollum in einem pfirsichroten Kleid von Coco Chanel, Stiefeletten von Manolo Blahnik, mit einer Perlenkette von Cartier und einer Sonnenbrille von Ray Ban.

Bei einem Spitalbesuch wegen eines Zeckenbisses diagnostizierte der Notfallarzt eine lebensgefährliche Unterernährung, eine fortgeschrittene Osteoporose sowie eine irreversible Demenz im Anfangsstadium.

Charlotte bekam einen Vormund und wurde von diesem unverzüglich in die Psychiatrie in Dahlem eingeliefert. Das war vor sieben Monaten im November, also ungefähr ein Monat bevor Johnny zwei Zimmer weiter einquartiert wurde.

5

Berlin, sechs Tage vor der Wahrheit

Schwester Martha trug Charlotte von Stuck als Erstes in ihr Bett. Dann suchte sie vorsichtig den Körper ab, aber auch bei Charlotte war keine Wunde zu finden. Durch die dünne, blasse Haut schimmerten die Knochen zwischen den blauen Äderchen. Ausgestreckt auf dem Bett mit dem starren Blick an die Decke sah sie in dem Kunstlicht aus wie eine Wachsfigur in einer makabren Inszenierung. Dr. Becker war inzwischen dazugekommen und stellte bei seiner Untersuchung eine leichte Unterkühlung und einen sehr hohen Puls fest.

„Nichts Bedrohliches, aber wir werden diese Nacht mal ihren Kreislauf im Auge behalten. Schwester Martha, schauen Sie so jede Stunde mal nach ihr.“

Der Pfleger deckte die Patientin zu, als Charlotte von Stuck plötzlich die Arme und Hände zu Hilfe nahm, um sich mit dem Oberkörper zu erheben und zu jemandem zu sprechen, den sie in der Tür sah.

„Ich bin soweit. Bringen Sie mich nach Solania 4.“

„Frau von Stuck, legen Sie sich wieder hin.“, versuchte Martha sie zu beruhigen, als Dr. Becker, der sich über seinen Ärztekoffer gebeugt hatte, sich plötzlich auch erschrocken aufrichtete und zur Tür starrte.

„Sehen Sie? Nun habe ich auch Lea getötet. Wie es Dr. Petrowski vorausgesagt hatte.“

Die Worte kamen von dem jungen Mann, der nackt in der Tür stand.

„Da schauen Sie. Schauen Sie, meine Hände, alles voll Blut. Sagen Sie das Dr. Petrowski.“ Der nackte Mann streckte ihnen die Hände hin, aus den Pulsadern tropfte das Blut auf den weissen Linoleumboden.

„Wer sind Sie?“, fragte Dr. Becker, als er vorsichtig auf den Mann zuging.

„Das ist Jan Zehnder“, antwortete Schwester Martha leise, „ein Jungunternehmer, der vor vier Wochen mit seltsamen Wahnvorstellungen von Dr. Petrowski eingeliefert wurde.“

6

Berlin, elf Monate vor der Wahrheit

Jan Zehnder spürte, wie seine Hände vor Aufregung leicht zitterten, als er den letzten Schluck aus seiner Wasserflasche nahm. Er stand in seiner Garderobe hinter dem Schminkstuhl und schaute angespannt auf den Monitor. Die Moderatorin hatte ihn soeben angesagt, dann wurde die Sendung durch einen Werbeblock unterbrochen.

Auf einem grünen Balken am unteren Bildrand lief der Countdown bis zu Jan Zehnders Auftritt: sechs Minuten und 23 Sekunden. Sein plötzlicher Aufstieg zu einem der beliebtesten Vlogger und Youtube-Stars vor drei Jahren. Die seitdem nicht anhaltende Glückssträhne, in der er sein Geschäft mit Büchern und Workshops kontinuierlich ausgebaut hat. Das alles hat in den vier Jahren nie Nervosität oder Zweifel in ihm ausgelöst. Doch das änderte sich ganz plötzlich, als er vor ein paar Tagen aus einem verstörenden Albtraum erwachte. Ein prächtiger Falke war auf seinem Küchenfenster erschienen, doch als er ihn in die Hände nahm, fielen ihm alle Federn aus. Er zitterte und schrumpfte auf die Grösse eines Kükens. Dann legte er sich in seine Hand und starb.

Jan Zehnder konnte zu diesem Zeitpunkt, als er mit federnden Schritten und voller Zuversicht auf den Bühneneingang des Fernsehstudios zuschritt, noch nicht ahnen, wie Recht er mit seiner Vorahnung hatte. Denn dieser Traum stand bereits kurz davor, zum schlimmsten Albtraum seines noch jungen Lebens zu werden.

7

„Jan Zehnder wurde vor drei Jahren mit einem Youtube-Video mehr oder weniger über Nacht zu einer der schillerndsten Figuren in der Vlogger-Szene. Allein im deutschsprachigen Raum hat er bereits über fünf Millionen Follower. In diesen Videos zeigt er uns, wie jeder von uns mit wenigen Tricks, etwas Disziplin und Geduld das Klarträumen erlernen kann. Willkommen in Lillis Late Night Talk mit Jan Zehnder!“

Das Saalpublikum applaudierte, Lilli Astaire setzte sich neben Jan Zehnder auf das hellbraune Sofa.

„Jan Zehnder. Erklären Sie unseren Zuschauern, was ist der Unterschied zwischen einem normalen Traum und einem Klartraum?“

„In einem normalen Traum fühlt sich ein Traum real an. Ich werde beispielsweise von jemandem verfolgt, ich zweifle nicht daran, dass ich tatsächlich verfolgt werde. Oder ich stürze von einem Berg. Ich wache schweissgebadet auf, erst jetzt merke ich, es war nur ein Traum.“

„Und ein Klartraum…“

„ist ein Traum, in dem der Träumende weiss, dass es nur ein Traum ist. Es gibt keinen Grund sich vor dem Verfolger zu fürchten. Und wenn er von einem Berg stürzt, geniesst er es und fliegt von dort aus beispielsweise ins Universum.“

„Das heisst, ein Klarträumer weiss nicht nur, dass er träumt, sondern er kann seine Träume auch nach Belieben steuern?“

„Richtig. Um das geht es eigentlich. Klarträumer träumen das, was sie träumen wollen, das, was ihnen Spass macht.“

„Und was macht Ihnen Spass, Jan Zehnder?“

„Die Lieblingsspielwiesen in der Klartraum-Community sind Fliegen, berühmte Persönlichkeiten treffen und Fun-Sportarten.“

„Wow! Sie können sich also in einem Klartraum treffen, mit wem Sie wollen. Können Sie mit dieser Person auch machen, was Sie wollen?“

„Ja natürlich.“

Jan Zehnder fragte sich, ob Lilli Astaire gerade mit ihm flirtete, er konnte ihre Blicke nicht so recht deuten. Gefallen würde sie ihm schon und wegen seiner Frau musste er sich keine Gedanken machen, Annette war zurzeit im tiefsten Urwald in Westafrika unterwegs, um für die BBC eine Reportage über die letzten Berggorillas zu drehen. Überhaupt hatten sie sich in den letzten Jahren immer mehr auseinandergelebt. Während er kontinuierlich seine Firma Lucidity.ch aufbaute und von einem Termin zum anderen hetzte, war Annette auf der ganzen Welt als Tierschützerin und Retterin unterwegs.

„Erzählen Sie uns, wie Sie zum Klarträumer wurden. Braucht es dafür eine besondere Begabung oder kann das jeder von uns lernen?“

„Dass ich jetzt hier in Ihrer Sendung sitze, die Kameras, das Licht, das Publikum, das alles könnte auch nur ein Traum sein, nicht wahr?“

„Einverstanden.“

„Wie kann ich nun überprüfen, ob ich mich in einem Traum oder in der Wirklichkeit aufhalte?“

„Indem ich mich kneife?“

„Auch im Traum tut das Kneifen weh und wir wachen nicht davon auf. Das bringt also nichts. Aber es gibt Dinge, die nur im Traum und niemals in der Wirklichkeit möglich sind. Fliegen zum Beispiel, oder im Wasser atmen.“

Jan Zehnder stand auf und sprang in die Luft. Dann hielt er sich für ein paar Sekunden die Nase zu und zählte die Finger seiner rechten Hand.

„Eins, zwei, drei, vier, fünf.“

Dann fuhr er sich mit der Hand durchs Haar und zählte wieder die Finger.

„Eins, zwei, drei, vier, fünf. Nun kann ich mit 100prozentiger Sicherheit sagen, dass ich mich nicht in einem Traum befinde. Dieses Studio, die Zuschauer, die Kameras, die Kabel auf dem Boden, all das ist real.“

„Erklären Sie uns, was Sie jetzt genau gemacht haben.“

„Wir nennen diese Rituale, die ich soeben durchgeführt habe, Reality Checks, kurz RC. Zuerst habe ich versucht zu fliegen. Hätte ich mich in einem Traum befunden, wäre es mir gelungen, über dem Boden zu schweben. Sie haben alle gesehen, dass mir das nicht gelungen ist. Ein RC, der leider nicht sehr zuverlässig ist. Danach habe ich mit geschlossenem Mund und zugehaltener Nase versucht zu atmen. Der so genannte Nasen-RC, eine ziemlich sichere Methode. Im Traum können wir durch die geschlossene Nase atmen, auch im Wasser können wir atmen, da wir uns unsere Nase ja nicht wirklich zuhalten, sondern im Bett liegen und mühelos atmen können. Der letzte RC ist der Finger-RC. Wenn wir unsere Hand im Traum anschauen, haben wir nie fünf Finger, bei mir sind es meistens sieben, manchmal auch nur drei. Unser Traumbewusstsein ist ein miserabler Mathematiker.“

„Sie haben zweimal die Finger gezählt und dazwischen sind Sie sich mit der Hand durch die Haare gefahren, mit welcher Absicht?“

„Nun, es könnte mal passieren, dass ich zufälligerweise tatsächlich fünf Finger zähle, daher machen wir diesen Finger-RC zur Sicherheit sogar dreimal. Wichtig ist, dass man dazwischen woanders hinschaut. Dazwischen lässt sich geschickt der Haar-RC einbauen. Im Traum haben wir nie die gleichen Haare wie in der Wirklichkeit. Um das zu überprüfen, ist es sehr nützlich in einen Spiegel zu schauen.“

„Wie komme ich im Traum zu einem Spiegel?“

„Ganz einfach. Sie sagen im Traum laut: Ich will einen Spiegel! Am besten auch dreimal und wirklich laut. Dann greifen Sie in Ihre Hosentasche und werden dort einen Spiegel finden. Manchmal erscheint der Spiegel auch einfach so oder man sucht im Traum ein Badezimmer. Man kann auch die nächste Tür suchen und laut sagen: Hinter dieser Tür ist ein Spiegel. Dann öffnet man die Tür und findet einen Spiegel. Man kann alles in Träumen finden, man muss es sich nur wünschen.“

„Wenn ich also meine Hand im Traum anschaue und sehe, dass ich sieben Finger habe, weiss ich, dass ich träume.“

„Genau.“

„Nur, wie bringe ich mich dazu, im Traum meine Hand anzuschauen und meine Finger zu zählen?“

„Indem Sie es tagsüber auch tun. Wenn Sie sich fünfmal am Tag ernsthaft fragen, ob Sie sich in einem Traum befinden und einen RC durchführen, werden Sie sich diese Frage mit der Zeit auch im Traum stellen.“

„Nun, vorausgesetzt ich mache das jeden Tag, wie lange dauert es, bis ich diese Reality Checks dann auch im Traum durchführe?“

„Es gibt Menschen, die haben gleich in der ersten Nacht einen Klartraum, bei anderen dauert es Monate.“

„Und dann? Was passiert dann?“

„Sobald man sichergestellt hat, dass man sich in einem Traum befindet, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Entweder man lässt den Traum einfach weiterlaufen oder man gestaltet den Traum um. Ich rate meinen Kursteilnehmern immer, als Erstes mal einfach wegzufliegen. Es ist ein so unbeschreiblich schönes Gefühl zu fliegen, davon kann man nicht genug bekommen.“

Lilli Astaire stand auf und wendete sich dem Saalpublikum zu, erst jetzt fiel Zehnder ihre zierliche Figur auf, sie war in Wirklichkeit kleiner und schmaler, als sie auf dem Bildschirm wirkte. An diesem Abend trug sie ein atemberaubendes rotes Kleid. Alles passte perfekt zusammen, die Schuhe, der Lippenstift, die Ohrenringe, die weisse Schleife im Dekolleté.

„Nun möchten wir Ihnen die Möglichkeit geben, Jan Zehnder Ihre Fragen zu stellen. Wer hat eine Frage?“

In der dritten Reihe stand ein junger Mann mit Dreitagebart und tätowierten Armen auf.

„Kann man in einem Klartraum auch lernen?“

Jan Zehnder stand auf und ging ein paar Schritte auf den Mann zu.

„Alles, was Sie in der Wirklichkeit gelernt haben, können Sie im Klartraum repetieren oder üben. Ein Schauspieler beispielsweise kann seine Texte wiederholen. Ein Tennisspieler kann den Aufschlag trainieren und so weiter. Aber natürlich können Sie keine Wirtschaftsbücher lesen und Sie können auch keinen Salto üben, wenn Sie in der Wirklichkeit noch nie einen Salto gemacht haben.“

Eine junge Frau meldete sich.

„Kann man Sachen im Traum machen, die man zuvor nur im Fernsehen gesehen hat? Beispielsweise Skifahren oder Motorradfahren?“

„Alles“, räusperte sich Zehnder, „alles, was wir irgendwo mal gesehen haben, hat unser Bewusstsein gespeichert. Sie können also auch Ski fahren. Wenn Sie aber noch nie in der Wirklichkeit Ski gefahren sind, wissen Sie auch nicht, wie es sich anfühlt. Mit anderen Worten, Sie fahren dann zwar Ski in ihrem Traum, aber das Gefühl in den Füssen und Beinen muss sich unser Traumbewusstsein dann irgendwie zusammenreimen.“

„Eine allerletzte Frage noch, ja bitte.“

Ein älterer Herr hatte sich erhoben.

„Ich habe zwei Fragen. Ich habe mal gehört, dass Blinde im Traum sehen können, stimmt da?“, Zehnder nickte, „Und meine zweite Frage. Ich spiele Schach, sie sagten schon, dass man alles Erlernte in einem Klartraum trainieren kann. Würde das heissen, dass ich am nächsten Tag dann besser Schach spiele, wenn ich regelmässig im Traum trainiere?“

„Ihr Schachspiel wird auf jeden Fall besser, wenn sie es im Traum trainieren“, antwortete Zehnder „allerdings ist es eher unwahrscheinlich, dass sie sich die Spielsituation durch den Klartraum hindurch merken können. Klarträume eigenen sich eher für kreative und sinnliche Tätigkeiten.“

Obschon die Sendezeit schon um einige Minuten überzogen war, gewährte Lilli Astaire einem schlaksigen Teenager eine letzte Frage.

„Herr Zehnder. Glauben Sie an Verschwörungstheorien?“

„Äh, nein. Warum? Sollte ich?“, antwortete Zehnder belustigt.

„Heute werden wir ja überall überwacht. Überall sind Kameras und CIA-Agenten, angeblich, um uns vor Terroristen zu schützen. Ich glaube aber, das ist nur ein Vorwand. In Wirklichkeit geht es den Mächtigen hinter den Regierungen und grossen Konzernen doch nur darum, dass sie uns kontrollieren können. Durch das Internet und die Social-Medias kontrollieren sie ja auch schon unser Privatleben. Das Einzige, was Sie noch nicht überwachen können, sind unsere Träume. Wenn wir also bald unsere Träume kontrollieren können, ist es da nicht denkbar, dass die Mächtigen bald auch unsere Träume überwachen und kontrollieren wollen?“

„Ich denke, da können Sie beruhigt sein. Mir ist keine Technik bekannt, mit der man sich in die Träume anderer hineinschleusen kann.“

Nach der Sendung wurde Lilli Astaire von einem bekannten Fussballer abgeholt. Aber Jan Zehnder wollte inzwischen sowieso so schnell wie möglich nachhause. Die Frage des Teenagers hatte ihm auf die Stimmung geschlagen. Die Verbindung zu Verschwörungstheorien in einer Live-Sendung war nun wirklich keine gute Werbung für seine Firma.

8

Berlin, sechs Tage vor der Wahrheit

Zehnder war nach dem ersten Teil seiner Geschichte plötzlich weggenickt. Dr. Becker tippte mit dem Zeigefinger an die Infusionsflasche. Er kontrollierte den Blutdruck, die Körpertemperatur und den Puls auf dem Monitor. Alles bestens, der Patient war stabilisiert. Die Blutungen an den Handgelenken hatte er mit Druckverbänden gestoppt. Ein ziemlich dilettantischer Selbstmordversuch, eine Pulsader hatte er gar nicht getroffen, die andere nur leicht verletzt.

Der Fahrer fuhr ruhig, es gab keinen Grund zur Eile. Inzwischen hatte es wieder angefangen zu schneien und die Sicht war schlecht in dem spärlich beleuchteten Wohnquartier.

Becker dachte über Zehnders Erzählung nach, kaum waren sie abgefahren, fing er an auf ihn einzureden:

„Hören Sie, Dr. Becker, wir haben nicht viel Zeit. Ich weiss, Sie kennen mich nicht und Sie glauben, ich sei psychisch krank und erzähle wirres Zeug. Aber dem ist nicht so. Bitte, hören Sie sich meine Geschichte an, Sie werden sehr schnell merken, dass es sich dabei nicht um die Wahnvorstellungen eines Verrückten handeln kann. Nehmen Sie meine Geschichte mit Ihrem Mobiltelefon auf und schicken Sie die Aufnahme dann so schnell wie möglich der Kripo in Dresden. Ich habe endlich verstanden, was damals in Dresden wirklich passiert ist. Schreiben Sie sich die Namen Krischker und Podehlt auf, das sind die Polizeibeamten, die für den Mord vom 18. Januar zuständig sind. Bitte tun Sie das für mich, ich weiss jetzt ganz sicher, was damals wirklich passiert ist. Bitte, ich flehe Sie an! Bevor ich wieder in die Psychiatrie gebracht werde, wo sich niemand meine Geschichte anhören würde, die halten mich ja alle für einen schwer schizophrenen Patienten.“

Zehnder wurde für eine Sekunde schwarz vor Augen. Aber die Aufregung hatte sich gelohnt, als er Dr. Becker anschaute, sah er an seinem Gesichtsausdruck, dass er sich zumindest nicht sicher war, ob er ihm glauben sollte.

„Was Sie da über das Klarträumen erzählt haben, das ist schon sehr interessant. Ich kann mich vage an eine Vorlesung erinnern, in der das Thema mal gestreift wurde. Ich werde mir Ihre Geschichte anhören, aber jetzt ruhen Sie sich erstmal ein wenig aus.“

Dr. Becker starrte durch die Windschutzscheibe in das Schneegestöber im Scheinwerferlicht und versuchte, sich an das Gesicht von Leila Sharon zu erinnern, deren Vorlesungen zur Psychiatrie er während seines Medizinstudiums ab und zu besucht hatte, da das Auditorium immer voll mit hübschen Studentinnen war.

„Sharon lehrte in der Tradition von Sigmund Freud. Gemäss Freud waren Träume Wunscherfüllungen unterdrückter Triebe.“, erinnerte er sich, „Das ergibt einfach keinen Sinn. Tiere träumen auch. Katzen und Hunde zucken mit den Pfoten und müssen sich erst wieder in der Wirklichkeit zurechtfinden, wenn sie ein Geräusch aus dem Schlaf schreckt. Aber wann und mit welchem Zweck tauchte in der Evolution das Träumen bei Säugetieren auf und welchen Vorteil verschafften die Träume den träumenden Tieren im Überlebenskampf?“, frage er sich, „Denn irgendeinen lebenswichtigen Zweck mussten Träume haben, sonst gäbe es sie nicht.“

Dr. Becker musste sich eingestehen, dass er darüber noch nie nachgedacht hatte. Einen Drittel seiner Lebenszeit verbrachte sein Geist in einer Parallelwelt, von deren Funktionsweise er im Grunde genommen keine Ahnung hatte.

Dr. Becker fühlte sich sehr müde und lehnte sich auf seinem Rücksitz zurück.

Seine Gedanken verloren sich in den Schneeflocken, die wie ein grosser Schwarm kleiner Fische auf ihn zuströmten. Dann dachte er an seine Ex-Freundin Natascha, an den Urlaub in Santa Fe, wo sie sich bei einer Tauchexpedition kennengelernt haben. Sie sassen nachts am Strand und schauten in die Sterne. Plötzlich stand sie auf und nahm ihn bei der Hand. Sie rannten durch die Brandung den Strand herunter zu einer kleinen Bucht, wo ein Leuchtturm mit seinen Scheinwerfen über das Wellenmeer strich. Sie rannten immer weiter und weiter. Natascha blieb plötzlich stehen und zeigte auf einen Stern, dem sie folgen wollte. Dann rannte sie immer tiefer in die Brandung hinein, bis sie zwischen den Wellen verschwand.

„Hören Sie. Ich mache Ihnen ein Angebot“, sagte Zehnder, der offenbar wieder aufgewacht war, „wollen Sie denn nicht wissen, wie die Geschichte weitergeht?“

„Von welcher Geschichte reden Sie?“

„Na, von welcher Geschichte wohl. Denken Sie nach.“

„Ihre Geschichte? Sie meinen die Geschichte von Lilli Astaire?“

„Nein, nein. Ihre Geschichte, ich meine Ihre Geschichte. Wollen Sie denn nicht wissen, wie sie weitergeht?“

„Meine Geschichte?“

„Die Geschichte mit Natascha. Sie haben sie mir ja gerade erzählt. Wollen Sie nicht wissen, wie sie weitergeht? Wollen Sie nicht wissen, wohin Natascha geschwommen ist, als sie unter der Brandung verschwunden ist?“

„Ja, natürlich. Denn danach ist sie nie mehr aufgetaucht.“

„Sie wollte zum Leuchtturm, nicht wahr?“

„Ja…“

„Und da war sie ja dann auch. Im Leuchtturm, und wir beide waren unten und haben Natascha rufen gehört:

Ich gehe jetzt durch das zweite Tor nach Solania 4.“

„Was wollen Sie mir damit sagen? Heisst das etwa, dass es sich bei der Magersüchtigen um Natascha handelt? Ich habe sie gar nicht wiedererkannt. Aber das würde ja heissen, dass Natascha lebt?“

„Schauen Sie Ihre Hand an.“

„Was soll ich? Ich soll meine Hand anschauen?“

„Ja, schauen Sie ihre Hand an und zählen Sie Ihre Finger.“

„Sie sind ja völlig verrückt. Aber gut. Fünf, es sind fünf Finger.“

„Sie haben vergessen den Daumen mitzuzählen. Zählen Sie nochmals.“

„Sie haben Recht, es sind sechs Finger, wie ist das möglich? Heisst das, dass ich jetzt gerade…“

„Du träumst. Mach die Augen auf, Kumpel, wir sind gleich da.“ Der Fahrer hatte die Hand nach hinten gestreckt und Dr. Becker auf die Schulter geklopft, „Du bist auf den letzten Kilometern eingepennt, Thomas.“

Dr. Becker spannte alle Muskeln an, um die Müdigkeit aus seinem Körper zu jagen. Jan Zehnder hingegen schlief fest und atmete langsam durch den Mund. Dr. Becker hätte ihm gerne erzählt, was er gerade geträumt hatte, aber er wollte ihn jetzt nicht wecken.