Der kleine Kinderarzt - Dr. med. Dirk Nonhoff - E-Book

Der kleine Kinderarzt E-Book

Dr. med. Dirk Nonhoff

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Beschreibung

Der kleine Kinderarzt liefert Ihnen kurze und klare Anleitungen für schnelle Hilfe für Ihr Kind. Ob Fieber, Hautausschlag oder Durchfall. Dieser Ratgeber hilft Ihnen Symptome richtig zu deuten, Krankheiten zu erkennen und Ihre Kinder gesund aufzuziehen. Dabei gibt er wichtige Hinweise zu Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und Wachstumsschritten. Mit anschaulich gezeichneten Anleitungen für notwendige Erste-Hilfe-Maßnahmen. Eine Schnelldiagnose-Tabelle unterstützt Sie bei der Suche nach den richtigen Diagnosen und ein klares Ampelsystem macht langes Lesen überflüssig, wenn einmal schnelles Handeln gefragt ist.

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Seitenzahl: 328

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Der kleine Kinderarzt

Dr. med. Dirk Nonhoff

Wo tut‘s denn weh? Y 4

Wachstum und EntwicklungY 7

Verletzungen und Erste HilfeY 33

KinderkrankheitenY 67

Kopf und AtemwegeY 87

RumpfY 143

Haut, Nägel, HaareY 183

Gut zu wissenY 209

Register Y 220

Impressum Y 224

Wachstum und Entwicklung

U1Y 8

U2Y 9

U3Y 12

U4, U5Y 14

U6 Y 16

U7 Y 19

U7A Y 22

U8 Y 23

U9 Y 24

U10, U11Y 26

J1, J2Y 29

Vorsorgeuntersuchungen

Von U1 bis U9

Für Ihr Kind werden von der Geburt an (U1 bis U9) bis ins Jugendalter (J1) regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen angeboten. Insgesamt sind es elf, bei manchen Kassen sogar 14. Diese Untersuchungen bieten zum einen die Möglichkeit, Fehlbildungen, Entwicklungsstörungen und Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Zum anderen eröffnen sie die Chance, ärztliche Tipps zu Ernährung, Bewegung, Vorbeugung von Krankheiten und Unfallverhütung zu bekommen. Sie werden im Rahmen der Untersuchungen über anstehende Impfungen informiert und die altersgerechte körperliche und geistige Entwicklung Ihres Kindes wird untersucht.

Notieren Sie sich vor dem Besuch des Kinderarztes Ihre Fragen und Sorgen. Auch wenn Sie etwas Ungewöhnliches bei Ihrem Kind beobachten, haben Sie bei den Vorsorgeuntersuchungen Gelegenheit, dies mit dem Arzt zu besprechen. Sollten Sie den Eindruck haben, Ihrem Kind geht es gut, nutzen Sie die Gelegenheit, auch dies anzusprechen. Der Arzt sieht schneller, wenn irgendetwas nicht stimmt, und kann auch frühzeitig eine Therapie einleiten, z. B. bei Haltungsfehlern.

Leider finden Kinder Arztbesuche häufig nicht so prima: Sie werden von einer fremden Person angefasst, bekommen bei Impfungen einen Piks usw. Dass Ihr Kind da manchmal ganz schön verunsichert ist und mit anhaltendem Geschrei reagiert, ist ganz natürlich. Nehmen Sie sich deshalb bei den ersten Arztbesuchen viel Zeit und seien Sie entspannt. Ihr Kind spürt das und wird somit auch weniger angespannt sein.

U1 (direkt nach der Geburt)

Die Ergebnisse der ersten Vorsorgeuntersuchung werden in das gelbe Kinder-Untersuchungsheft (s. Abb.) eingetragen, das Sie dann – genau wie den Impfpass – auch bei den folgenden Untersuchungen mitnehmen sollten, damit die Untersuchungsergebnisse lückenlos protokolliert werden können.

Körperliche Untersuchung von Größe, Gewicht und Kopfumfang

Das Normalgewicht liegt bei 2 500 bis 4 100 Gramm. Schwerere Kinder sind übergewichtig. Das kann an Schwangerschaftsdiabetes (= Gestationsdiabetes) liegen, den man bei Ihnen nie diagnostiziert hat. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an, ggf. ist eine Untersuchung sinnvoll. Außerdem weiß man heute, dass Kinder, die schon bei Geburt „übergewichtig“ sind, später ein höheres Risiko haben, an Diabetes (Typ 2) zu erkranken. Beugen Sie dem vor und motivieren Ihr Kind früh zu gesunder Ernährung und viel Bewegung.

Erhebung des APGAR-Scores

Schnelle Prüfung des Gesundheitszustands Ihres Kindes. Der APGAR-Score wird eine, fünf und zehn Minuten nach der Geburt erhoben (siehe Tabelle

oben

).

Weitere Untersuchungen

Fehlbildungen, Geburtsverletzungen, Sinnesorgane, Sehvermögen (Reaktion auf optische Reize), Hörvermögen (Reaktion auf akustische Reize), Blutentnahme aus der Nabelschnur (Untersuchung, ob ge­nügend Sauerstoff im Blut).

Gabe von Vitamin-K-Tropfen

Neugeborene haben oft noch zu wenig Vitamin K. Dies ist aber für eine funktionierende Blutgerinnung notwendig und wird dem Neugeborenen deshalb in Tropfenform innerhalb der ersten zwei bis vier Stunden nach der Geburt gegeben.

U2 (3. bis 10. Lebenstag)

Die U2 erfolgt meist noch im Krankenhaus oder wird bei Ihnen zu Hause vom Kinderarzt durchgeführt.

Allgemeine Fragen

Schlafstörungen: Bekommt Ihr Kind genug Ruhe?

Trinkmenge: Will ein Kind nicht trinken, kann das auf eine Magen-Darm-Störung hinweisen.

Verdauung: Verdauungsprobleme können auf Probleme im Darm hinweisen.

Kontakt zur Mutter: Wie kommen Sie mit Ihrem Kind klar?

Krankheiten in der Familie: Genetische Vorbelastungen und Erkrankungen, auf die im Verlauf der Entwicklung besonders geachtet werden muss.

Körpermaße

Größe, Gewicht, Kopfumfang: Verläuft die körperliche Entwicklung Ihres Kindes normal (siehe hinten im Gelben Heft)?

Blutuntersuchung

erweitertes Neugeborenenscreening, am besten innerhalb der ersten 48 bis 72 Stunden: freiwillige Blutuntersuchung Ihres Kindes auf angeborene Stoffwechselerkrankungen. Ihr Arzt wird mögliche Konsequenzen eines positiven Tests ansprechen. Das Blut wird aus der Ferse des Kindes entnommen. Das Screening ermöglicht, Krankheiten wie z. B. eine Schilddrüsenunterfunktion frühzeitig zu erkennen und dann auch zu behandeln, sodass der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden kann und Ihr Kind möglichst keine/geringe Folgeerscheinungen hat.

Körperliche Untersuchung

Herz: Mögliche Geräusche als Hinweis auf angeborene Herzfehler.

Lunge: Belüftung beidseitig unauffällig?

Geschlechtsorgane: Prüfen auf

Hodenhochstand

(siehe S. 157).

Skelettsystem: Mögliche Fehlhaltungen oder Probleme mit den Füßen (Klumpfuß).

Hüfte – bei Verdacht auf

Hüftdysplasie

(siehe S. 158): Durchführung eines Hüftultraschalls (standardmäßig erst bei U3).

Sinnesorgane: Ausführlicher Hörtest bei HNO- oder Kinderarzt.

Motorik: Überprüfen der Reflexe und der Muskelspannung.

Neugeborenengelbsucht

Wird Ihr Kind kurz nach der Geburt plötzlich ganz gelb, ist das für Sie sicher etwas erschreckend. Die Gelbfärbung der Haut wird durch Bilirubin (Abbauprodukt des Blutfarbstoffs Hämoglobin) verursacht. Der rote Blutfarbstoff des Ungeborenen (= HbF) wird gegen einen anderen (= HbA) ausgetauscht. Bei manchen Neugeborenen ist die Leber noch nicht reif genug, um die hohen Bilirubinmengen schnell genug abbauen zu können. Die Folge davon ist ein Anstieg des Bilirubinspiegels im Blut, der zu einer Gelbfärbung von Haut, Schleimhäuten und sogar dem Weißen des Auges führt.

Drei bis fünf Prozent der Neugeborenen zeigen den Neugeborenenikterus; es handelt sich dabei also um ein häufig auftretendes Problem. Der Höhepunkt der Gelbfärbung liegt meist zwischen drittem und fünftem Lebenstag, in den nächsten zehn Tagen verschwindet die Färbung, ohne Spuren auf der Haut zu hinterlassen.

Vorbeugung

Erneute Vitamin-K-Gabe zur Vorbeugung von Gerinnungsstörungen.

Beratung zur Vitamin-D- und Fluorid-Gabe im ersten Lebensjahr. Vitamin D ist nötig, um stabile Knochen zu bilden. Säuglinge können dieses Vitamin im ersten Lebensjahr nur unzureichend bilden und sollten es deshalb täglich – entweder als Tablette oder in Tropfenform – bekommen.

Oft ist in den Vitamin-D-Tabletten auch Fluorid zur Vorbeugung von Karies enthalten. Kinder- und Zahnärzte sind sich aber uneins, ob Kinder Fluorid in Form von Tabletten aufnehmen oder fluoridierte Zahnpasta verwenden sollten.

Kinderärzte empfehlen üblicherweise ab Geburt eine Fluoridtablette täglich mit 0,25 Milligramm Fluorid. Das gilt nicht für ungestillte Babys, wenn das Wasser für die Fertigmilch mehr als 0,3 Milligramm Fluorid pro Liter enthält. Den Fluorid-Gehalt des Leitungswassers können Sie bei den örtlichen Wasserwerken erfahren. Bei Mineralwasser, das zur Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet ist, steht der Fluoridgehalt auf dem Flaschenetikett.

Zahnärzte empfehlen zunächst keine Fluoridtabletten. Stattdessen sollten erst ab dem Durchbruch der ersten Milchzähne diese einmal täglich mit einer geringen Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta (500 ppm) geputzt werden – ab dem zweiten Lebensjahr zweimal täglich mit einer erbsengroßen Menge. Wenn überhaupt, sollten aus Sicht der meisten Zahnärzte erst ab dem Durchbruch der ersten Milchzähne Fluoridtabletten gegeben werden. Diese wirken nämlich in erster Linie an der Zahnoberfläche, wenn man sie im Mund zergehen lässt. Viele Babys schlucken die Tabletten aber einfach hinunter. Um eine Überdosierung zu vermeiden, sollten Sie Fluoridtabletten und fluoridhaltige Zahnpasta bis zum zweiten Lebensjahr nicht gemeinsam anwenden. Eine Überdosierung kann sich durch weiße Flecken auf dem Zahnschmelz der bleibenden Zähne und ungleichmäßige Zahnschmelzbildung äußern.

Unfallverhütung

Seien Sie beim Wickeln (Fallen vom Wickeltisch) und Baden (Verbrühung durch zu heißes Wasser) immer aufmerksam und vorsichtig.

U3 (4. bis 6. Lebenswoche)

Die U3 ist meist die erste Vorsorgeuntersuchung beim Kinderarzt. Planen Sie genug Zeit ein, sodass alle Fragen in Ruhe besprochen werden können und die Untersuchung ohne Hektik durchgeführt werden kann, auch wenn Ihr Kind nicht so mitspielt.

Allgemeine Fragen

Wie ist Ihre Beziehung zum Kind?

Fühlen Sie sich überfordert oder kommen Sie gut zurecht?

Hatte Ihr Kind Infektionen (grippale Infekte) und dabei einen Fieberkrampf?

Reagiert Ihr Kind auf Geräusche? Folgt es Gegenständen mit den Augen?

Hat Ihr Kind regelmäßigen Stuhlgang?

Wie steht es um sein Schlafverhalten?

Körperliche Untersuchung

Für die körperliche Untersuchung müssen Sie Ihr Kind vollständig ausziehen. Der Kinderarzt untersucht es unter einem Wärmestrahler. Am besten ist es, wenn Sie währenddessen möglichst nah bei Ihrem Kind sind und sich die Untersuchungsschritte erläutern lassen.

Haut: Blasse Haut ist ein Hinweis auf zu wenig rote Blutkörperchen. Eine bläuliche Verfärbung der Haut kann auf einen möglichen Herzfehler hindeuten.

Herz: Geräusche können Hinweis auf einen Herzfehler sein.

Lunge: Es wird überprüft, ob die Lunge Ihres Kindes gut belüftet wird.

Bauch: Liegt ein

Nabelbruch

(siehe S. 163) vor? Ist sehr viel Luft im Bauchraum? Kann man eine normale Darmbewegung hören?

Geschlechtsorgane: Prüfen auf

Hodenhochstand

(siehe S. 157) oder

Schamlippenverklebung

(siehe S. 168).

Kopf: Wie ist die Vergrößerung des Kopfes vorangeschritten? Ist die Fontanelle geschlossen oder vorgewölbt?

Skelettsystem: Gibt es Fehlhaltungen? Untersuchung der Hüften mittels Ultraschall, um eine

Hüftdysplasie

(siehe S. 158) frühzeitig zu erkennen und ggf. zu behandeln.

Sinnesorgane: Bei dieser Untersuchung werden hauptsächlich die Augen untersucht. Das Hörorgan wurde ja bereits gründlich in der U2 untersucht. Haben Sie aber das Gefühl, dass Ihr Kind schlecht hört, sprechen Sie Ihren Arzt darauf an!

Motorik: Überprüfung der Muskelspannung und der Reflexe – kann Ihr Kind den Kopf heben, kann Muskelspannung im Liegen aufgebaut werden?

Ergeben sich krankhafte bzw. auffällige Befunde, muss Ihr Kind ggf. zu einem Spezialisten. Liegt z. B. der Verdacht auf einen Herzfehler vor, sollten Sie einen (Kinder-)Kardiologen aufsuchen.

Plötzlicher Kindstod (SIDS = Sudden Infant Death Syndrom)

Das Erschreckende am plötzlichen Kindstod – der am häufigsten zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat auf­tritt – ist die Tatsache, dass die Kinder trotz völliger Gesundheit plötzlich und ohne Vorzeichen sterben. Zwar nimmt die Zahl des SIDS seit Jahren kontinuierlich ab, aber jedes Kind, das daran verstirbt, ist eines zu viel – und bedeutet für die Eltern eine lebenslange Tragödie. Umso wichtiger wäre es, die Ursachen für den plötzlichen Kindstod zu kennen, um dann entsprechende Vorsorgemaßnahmen treffen zu können. Leider ist es der Wissenschaft bis heute nicht gelungen, genau zu klären, wie es zu den mysteriösen Todesfällen kommt.

Als mögliche Ursachen stehen ein schwach ausgeprägter, unreifer Atemantrieb und eine verminderte Erweckbarkeit der Kinder unter Verdacht. Ein hierdurch bedingter Atemstillstand könnte die Todesursache sein. Auch Virusinfekte, die eine Herzmuskelerkrankung mit nachfolgenden Herzrhythmusstörungen auslösen können, sollen eine Rolle spielen.

Auch wenn die Ursache für den plötzlichen Kindstod wissenschaftlich noch nicht bis ins letzte Detail geklärt wurde, haben sich einige wichtige Risikofaktoren gezeigt, die sich leicht vermeiden lassen:

Legen Sie Ihr Kind immer in Rückenlage ins Bett und drehen Sie es ggf. während der Nacht auch wieder zurück, falls es im Schlaf die Position geändert hat.Rauchen erhöht das Risiko Ihres Kindes, am SIDS zu sterben. Sorgen Sie daher für eine rauchfreie Umgebung.Lassen Sie Ihr Kind ohne Kissen schlafen. Wählen Sie eine normal feste Matratze für Ihr Kind. Weiche Matratzen sollten Sie meiden. Vermeiden Sie eine Überwärmung des Raumes, in dem Ihr Kind schläft. Ideal ist eine Raumtemperatur von 16 bis 18 Grad Celsius. Wenn möglich, sollten Sie Ihr Kind stillen.

Merken Sie sich die wichtigsten Regeln mit der 3-R-Faustformel:

Rückenlage – Richtig betten – Rauchfrei

Vorbeugung

Fortsetzung der Vitamin-D- und ggf. Fluorid-Gabe.

Besprechung der empfohlenen

Schutzimpfungen

(siehe S. 68).

Unfallverhütung

Vorsicht: Tücher, Kissen und Schnüre im Bett Ihres Kindes bergen Erstickungs- und Strangulationsgefahr. Außerdem ist ein Schlafsack besser als eine Bettdecke.

U4 (3. bis 4. Lebensmonat)

Hierbei steht das Überprüfen der Reflexe, der Sinnesorgane, der körperlichen Entwicklung (normale Gewichts- und Größenzunahme) und der sozialen Interaktion im Vordergrund.

Ihr Kind sollte in diesem Alter aus der Bauchlage sicher den Kopf heben können, wenn es an den Händen hochgezogen wird, und den Kopf eine gewisse Zeit halten können. Aus der Bauchlage heraus sollte es sich auf die Arme stützen und die Arme in Rückenlage in der Körpermitte zusammenführen können. In der Regel beginnt es auch schon, Dinge zu greifen. Mit den Augen sollte es Dinge fixieren oder verfolgen können. Auch Geräuschquellen sollten erkannt und mit Tönen und Geräuschen „beantwortet“ werden, z. B. Ihre Stimme. Wenn Sie Ihr Kind anlächeln, sollte Ihr Kind zurücklächeln und somit den Kontakt verstärken. Wenn Sie Ihr Kind anlächeln, fühlt es sich gut und geborgen.

Vorbeugung

Fortsetzung der Vitamin-D- und ggf. Fluorid-Gabe.

Beginn der empfohlenen

Schutzimpfungen

(siehe S. 68).

Ernährung: Stillen Sie Ihr Kind, kann ab Ende des vierten Lebensmonats mit Beikost (= alles außer Muttermilch, also z. B. Brei aus Karotten oder Obst) begonnen werden.

U5 (6. bis 7. Lebensmonat)

Die körperliche Untersuchung ist für Sie und Ihr Kind inzwischen fast schon Routine. Der Arzt untersucht Ihr Kind gründlich. Beson­de­res Augenmerk liegt bei dieser Untersuchung auf der Entwicklung der Motorik: Kann Ihr Kind sich an der hingehaltenen Hand hochziehen, kann es sich aus der Bauchlage mit den Händen abstützen, kann es Dinge gezielt greifen und in den Händen wechseln? Auch Augen und Ohren werden erneut überprüft. Wenn Ihr Arzt bemerkt, dass Ihr Kind schielt (siehe S. 97), wird er Sie zum Augenarzt schicken, um diesen Sehfehler frühzeitig behandeln zu lassen.

In diesem Lebensalter ist die Untersu­chung manchmal schwieriger als vorher, da Ihr Kind jetzt meist mit dem Fremdeln beginnt. Es kann stärker zwischen fremd und Familie unterscheiden.

Ein Wort zu ... Partnerschaft

Ja, Sie und Ihr Partner haben sich sehnlichst ein Kind gewünscht, und ja, es ist auch toll, dass es gesund und munter zur Welt gekommen ist. Aber irgendwie fühlt sich Ihre Partnerschaft jetzt ganz anders an als vor der Geburt. Auch wenn es vielleicht nur wenig tröstend ist: Für viele Beziehungen ist das erste Kind eine echte Bewährungsprobe.

Ein Kind verändert viel mehr, als man sich das vorher überhaupt vorstellen konnte. Gemeinsame Hobbys können auf einmal nicht mehr oder nicht mehr gemeinsam ausgeübt werden, die geliebten Kinoabende sind auf unbestimmte Zeit verschoben, der gemütliche Pärchenabend muss ausfallen, auf Partys sind Sie stets, falls Sie überhaupt kommen können, die ersten, die gehen, und Ihre Sexualität droht – genau wie Sie selbst immer öfter – einzuschlafen. Die neue Konstellation Mutter, Vater, Kind stört das Beziehungsgleichgewicht bei vielen Paaren empfindlich. Aus einem Liebespaar werden Eltern. Die Mutter kümmert sich intensiv um das Kind und bleibt häufig zu Hause, um dort Haushalt und Kind zu managen. Väter fühlen sich in der neuen Beziehungskonstellation oft zurückgesetzt und aus der Beziehung zu ihrer Partnerin ausgegrenzt. Schlafmangel und mögliche finanzielle Einbußen – nur noch ein Elternteil geht arbeiten – tragen dazu bei, dass Konflikte nicht frühzeitig angesprochen und gelöst werden und so zu einer schweren Krise führen können.

Das wichtigste Mittel, um als Liebespaar und Eltern diese Klippen zu meistern, ist Kommunikation. Viel Kommunikation. Sie sollten sich schon vor der Geburt Ihres Kindes über mögliche Aufgabenverteilungen, Vorstellungen und Wünsche unterhalten. Zwar ist sicher, dass alles anders kommen wird, aber so haben Sie immerhin intensiv über Ihre Pläne gesprochen. Das ist für beide Seiten wichtig. Auch in den ersten Jahren, in denen die Belastung für Sie als Paar am höchsten ist, sollten Sie viel miteinander sprechen: Welche Art von Hilfe und wie viel davon erwartet der andere, was fehlt ihm, was kann man ändern? Planen Sie trotz Ihres Kindes regelmäßig Zeit zu zweit ein – ein gemeinsames Essen in den eigenen vier Wänden ist eine gute Gelegenheit, wieder intensiv miteinander zu sprechen. Schaffen Sie sich Freiräume, passen Sie Ihre Hobbys an die neue Situation an, pflegen Sie Freundschaften. Und signalisieren Sie Ihrem Partner, dass er in der neuen Beziehungskonstellation eine genauso wichtige Rolle spielt wie vor dem Kind.

Die soziale Interaktion wird durch gezielte Laute verstärkt. Ihr Kind reagiert auf unterschiedliche Situationen bereits mit verschiedenen Lauten. Die ersten Silben werden gebildet. Ihr Kind sucht die körperliche Interaktion mit Ihnen, es fasst Sie gezielt an und versucht dadurch, den Kontakt zu verstärken.

Ihr Kind verliert jetzt den angeborenen Nestschutz, es bekommt auffällig häufig Infekte mit Husten und „Rotznase“. Ihre Geduld ist jetzt noch mehr gefordert – unruhige Nächte und ein missmutiges Kind sind anstrengend. Außerdem können die ersten Zähne (siehe S. 138) durchbrechen, was meist auch Probleme verursacht. Doch Sie werden auch diese Herausforderungen meistern und gemeinsam mit Ihrem Kind daran wachsen!

Allgemeine Fragen

Sucht Ihr Kind Blickkontakt mit Ihnen?

Reagiert Ihr Kind auf Klingeln/Ansprache/Geräusche?

Welches Spielzeug mag Ihr Kind, wie reagiert es worauf?

Dreht sich Ihr Kind vom Rücken auf den Bauch und umgekehrt?

Vorbeugung

Fortsetzung der Vitamin-D- und ggf. Fluorid-Gabe.

Fortsetzung der empfohlenen

Schutzimpfungen

(siehe S. 68).

Ernährung

Ihr Kind entwickelt zunehmend Interesse an Dingen, die Sie oder die älteren Geschwister essen. Besprechen Sie mit dem Arzt, was für Ihr Kind infrage kommt.

Unfallverhütung

Da Ihr Kind in diesem Alter beginnt, sich an vielen Dingen – Regale, Stühle, Tische – hochzuziehen, sollten Sie sicherstellen, dass nichts auf Ihr Kind fallen kann. Schwere Dinge in Regalen, Tischdecken und Dinge, die leicht umkippen können (z. B. Bodenvasen), sollten Sie für eine gewisse Zeit wegräumen.

Erziehung

Versuchen Sie, Ihrem Kind einen regelmäßigen Tagesablauf anzugewöhnen.

Führen Sie feste Schlafenszeiten mit regelmäßigen Ritualen wie Vorlesen und Kuscheln ein. Je eher sich Ihr Kind an feste Schlafenszeiten gewöhnt, umso leichter wird es auch für Sie. Wenn es mal nicht klappt, ist es auch nicht tragisch, aber einen gewissen Rhythmus brauchen Kinder, um sich an Strukturen und Abläufe zu gewöhnen.

U6 (10. bis 12. Lebensmonat – Einjahresuntersuchung)

Der Arzt wird Ihr Kind wieder gründlich körperlich untersuchen. Nach einem Jahr hat Ihr Kind seine Körperlänge in etwa verdoppelt und das Geburtsgewicht in etwa verdreifacht.

Der Schwerpunkt der U6 liegt in der Überprüfung der motorischen, sprachlichen und sozialen Entwicklung. Ihr Kind kann jetzt stehen. Es richtet sich an Stühlen, Tischen oder an Ihrer Hand auf. Manchmal kann es sich schon alleine aufrichten und auch die ersten Schritte gehen. Die Feinmotorik hat große Fortschritte gemacht. Kleine Gegenstände wie z. B. Krümel können mit Daumen und Zeigefinger (= Pinzettengriff) aufgenommen werden. Das Sabbeln und Brabbeln wird mittlerweile zweisilbig und zu Ihrer großen Freude ist manchmal auch ein „Mama“ und „Papa“ oder etwas Ähnliches zu erkennen. Ihr Kind versteht auch etwas abstraktere Dinge. Es kann Gegenstände finden, die Sie z. B. hinter dem Rücken verstecken, und weiß auch, dass es nicht verschwindet, wenn es sich die Augen zuhält. Es beginnt damit, Wörter Gegenständen zuzuordnen, und versteht Sie zunehmend, wenn Sie „Ja“ und „Nein“ sagen. Auf seinen Namen reagiert Ihr Kind in dieser Zeit schon sicher. Die Welt um Ihr Kind wird bedeutsamer und immer mehr erkundet. Ihr Kind will alles – meist angstfrei – ausprobieren, und so werden „Nein!“ und „Vorsichtig!“ in nächster Zeit Ihre häufigsten Ein-Wort-Sätze sein – ob Sie wollen oder nicht.

Ein Wort zu ... individueller Entwicklung

„Niklas kann schon laufen!“ – mit diesen und ähnlichen Sätzen werden eigentlich alle Eltern während der ersten Lebensjahre ihres Kindes konfrontiert. Sicher haben auch Sie so etwas schon gehört. Manchmal ist man es aber auch selbst, der Vergleiche mit anderen Kindern im gleichen Alter oder auch mit der Entwicklung der älteren Geschwister anstellt – wenngleich vielleicht auch nur innerlich.

Dabei hat jedes Kind seine eigene Entwicklungsgeschwindigkeit. Manche Kinder können schon vor dem Ende des ersten Lebensjahres stehen und laufen, andere Kinder fangen früh an zu sprechen und einige Kinder sind schon sehr früh „trocken“. Natürlich dürfen Sie sich freuen, wenn Ihr Kind irgendetwas besonders früh oder vorzeitig kann. Gleichzeitig ist es aber kein Grund zur Besorgnis, wenn Ihr Kind etwas langsamer ist und anderen Kindern möglicherweise in der Entwicklung ein wenig hinterherhinkt. Das sollte vor allem auch nicht dazu führen, dass Sie einen besonderen Eifer entwickeln, der Ihr Kind schneller machen soll. So lange die Entwicklungsstufen im bei den Vorsorgeuntersu­chun­gen überprüften zeitlichen Rahmen ablaufen, besteht überhaupt kein Grund zur Beunruhigung.

Auch wenn Ihr Kind ein Spätzünder in man­chen oder auch in allen Bereichen ist, ist das keine Prognose für seine Zukunft. Geben Sie Ihm das Gefühl, dass es alle Zeit der Welt hat, um die nötigen Entwicklungsschritte in Ruhe zu durchlaufen, das nimmt Ihnen und Ihrem Kind viel Druck. Eine positive Grundstimmung ist viel wichtiger als dass Ihr Kind möglichst früh auf den eigenen Beinchen stehen kann. Schaffen Sie eine Atmosphäre, die Ihrem Kind vermittelt, dass Eile nicht nötig ist und dass mit ihm alles in Ordnung ist. Führen Sie sich vor Augen, dass ein, zwei Monate im Verhältnis zu 70 oder 80 Jahren selbststän­digen Laufens und Essens ein Klacks sind!

Manchmal ist es aufschlussreich, in der eigenen Entwicklungsgeschichte nachzu­for­schen. Waren Sie selbst ein entspanntes, ruhiges Baby – oder waren Sie eher früh dran? Es ist naheliegend, dass auch das eigene Verhaltensmuster oder das Ihres Partners an Ihr Kind weitergegeben wird. Aber selbst, wenn die Eltern oder die älteren Geschwister Frühentwickler waren, muss das nicht die Regel sein. Zum Glück gibt es unzählige verschiedene Verhaltensmuster, die die Entwicklung Ihres Kindes in Zukunft interessant und spannend machen!

Allgemeine Fragen

Zieht sich Ihr Kind alleine hoch und kann es alleine stehen?

Macht Ihr Kind schon erste kleine Schritte bzw. Gehversuche?

Sitzt Ihr Kind sicher?

Schläft Ihr Kind nachts durch?

Reagiert Ihr Kind auf seinen Namen?

Haben Sie selbst genug Zeit für sich selbst?

Vorbeugung

Fortsetzung der Vitamin-D- und ggf. Fluorid-Gabe (ca. zwölf bis 18 Monate).

Vervollständigung der empfohlenen

Schutzimpfungen

(siehe S. 68).

Ernährung

Ihr Kind kann jetzt gerne den größten Teil des „Familienessens“ ausprobieren. Manches mag es lieber und Sie können sein „Lieblingsessen“ herausfinden. Es soll und kann ruhig viele Sachen ausprobieren. Einheitskost verdirbt den Geschmack.

Unfallverhütung

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht mit Gegenständen spielt, die es leicht verschlucken kann. In diesem Lebensalter wird alles mit dem Mund „untersucht“. Kleine Gegenstände wie z. B. Murmeln, Geldstücke oder Bausteine werden dabei schnell verschluckt. Geraten sie dabei in die Lunge,

kann Ihr Kind im schlimmsten Fall daran ersticken

(siehe S. 64).

Ihr Kind erkundet intensiv seine Umgebung. Besonders Treppen, Steckdosen und Feuer haben es ihm angetan. Ihr Nein ist sicher hilfreich, trotzdem müssen Sie entsprechende Gefahrenherde ausreichend sichern und Feuer, d. h. Streichhölzer und Feuerzeuge, unerreichbar für Kinder aufbewahren. Auch Messer, Scheren und andere spitze und scharfe Gegenstände sollten Sie lieber möglichst weit oben lagern. Versuchen Sie mal, Ihre Umgebung in Höhe und Reichweite – diese ist immer zehn Zentimeter mehr als ange-nommen – Ihres Kindes abzusuchen. Sie werden mehr Gefahrenquellen entdecken, als Ihnen wahrscheinlich bewusst ist.

Erziehung

Versuchen Sie, mehr und mehr feste Zeiten für gemeinsame Mahlzeiten einzu-führen. Wenn Sie gemeinsam als Familie essen, findet Ihr Kind es meist auch ganz gut, mit am Tisch zu sitzen. Allerdings dauert es oft nicht lange, bis es runter vom Stuhl oder auf Ihren Schoß oder den Ihres Partners will – und dann wieder runter usw. Das ist o.k., aber Ihr Kind sollte gerade in diesem Alter lernen, dass es einen eigenen Stuhl hat und dass es dort auch sitzen sollte, wenn es essen möchte. Auch bei den kleinen Mahlzeiten zwischendurch sollte der eigene Stuhl und der gemeinsame Tisch als Ruhepol dienen.

In diesem Alter lernt Ihr Kind immer mehr, was „Nein“ bedeutet. Schauen Sie etwas strenger als normal, wenn Sie es sagen, damit Ihr Kind die Verknüpfung von Wort und Mimik lernt. Das „Nein“ ist keine Regelreiterei, sondern wichtig, um Ihr Kind vor Gefahren zu schützen. Wenn es z. B. mit dem Essen spielt oder versucht, die Steckdosen zu erkunden, sollten Sie dreimal „Nein“ sagen. Reagiert es auch beim dritten Mal nicht, müssen Sie etwas tun. Nur so bringen Sie Ihrem Kind bei, dass ein nicht befolgtes „Nein“ Konsequenzen hat. Ziehen Sie Ihr Kind zudem einfach von der Steckdose weg und setzen es woanders hin, das reicht meist aus. Der leichte Klaps auf die Finger ist nur selten notwendig. Er sollte sicher nicht zur Gewohnheit werden, aber manchmal ist er die einzige Hilfe in brenzligen Situationen. Auch wenn es Ihnen danach sicher leidtut, ist ein leichter Klaps nicht dramatisch. Überlegen Sie danach in Ruhe, wie Sie solche Ausrutscher künftig vermeiden können. Vor allem sollten Sie sich selbst nicht innerlich dafür ausschimpfen: Sie machen gerade so vieles richtig und gut, da kann auch mal etwas nicht so toll klappen!

U7 (21. bis 24. Lebensmonat)

Zwischen der U6 und der U7 hat sich Ihr Kind wieder deutlich entwickelt. Es kann frei laufen, Hindernisse erkennen und sie umkurven. Auch kann es mit den Händen sicher greifen: Konnte es vor einem Jahr höchstens einen Bauklotz greifen, wird jetzt einen Turm mit vier, fünf Bauklötzen aufeinandergesetzt.

Sprachlich hat sich auch einiges getan. Es spricht Zweiwortsätze und verwendet die Symbolsprache, also z. B. „Wauwau“ für Hund. Die selbst gebildeten Sätze klingen zwar noch recht einfach, Ihr Kind versteht aber eine ganze Menge und kann auch vieles, was Sie ihm sagen, umsetzen. Fragen wie „Hast du Hunger?“ oder „Möchtest du etwas trinken?“ kann es sicher beantworten. Auch der eigene Wille wird immer ausgeprägter. In der „Trotzphase“ ist es manchmal schwierig, ruhig zu bleiben, aber diese Phasen sind die ersten Schritte in die Selbstständigkeit und Ausbildung einer eigenen Persönlichkeit. Ihr Kind wird dabei auch immer wieder Ihre Grenzen testen. Am besten ist es, wenn Sie diesen Prozess in Ruhe begleiten und auch mal ein Auge zudrücken.

Ihr Kind beginnt in diesem Lebensalter auch, aktiv soziale Kontakte zu andern Kindern, z. B. in der Krippe oder mit Nachbarskindern, aufzubauen. Es übt gemeinsames Spielen und das Teilen von Spielzeug. Das klappt natürlich nicht beim Lieblingsspielzeug, aber mit anderen Sachen kann gemeinsam gespielt werden.

Der Arzt untersucht bei der U7 Ihr Kind wieder gründlich von Kopf bis Fuß. Schwerpunkt der Untersuchung ist die Prüfung der Sprachfähigkeit und des Hör- und Sehvermögens. Ist bei Ihrem Kind die Sprachentwicklung verzögert, sollten Sie das Hörvermögen bei einem HNO-Arzt überprüfen lassen. Auch chronische Mittelohrentzündungen (siehe S. 126) können zu einer verzögerten Sprachentwicklung beitragen und müssen deshalb behandelt werden.

Allgemeine Fragen

Kann Ihr Kind Zwei-Wort-Sätze bilden?

Hat es häufig Infektionen?

Reagiert Ihr Kind auf leise Musik?

Kann Ihr Kind bei Benennen die entsprechenden Körperteile zeigen?

Kann es sicher stehen und gehen?

Kann Ihr Kind eine Treppe hinaufgehen und sich dabei am Geländer festhalten?

Beginnt Ihr Kind zu klettern?

Wenn Sie selbst einen Sehfehler hatten oder haben, sollten Sie mit Ihrem Kind zum Augenarzt gehen!

Erziehung

Die Trotzphase bei Ihrem Kind kann Sie einiges an Nerven kosten. Versuchen Sie, ruhig zu bleiben. Nur bei Dingen, die Ihnen wirklich wichtig sind, wie z. B. dem gemeinsamen Essen, den Schlafenszeiten oder in echten Gefahrensituationen, lohnt es sich, Ihrem Kind klare Grenzen zu setzen. Wichtig ist, dass Sie Ihre Entscheidungen erklären und Sie und Ihr Partner sich einig sind und bei der Entscheidungsdurchsetzung konsequent bleiben. Nichts ist schlechter für das Kind – und letztendlich für die Partnerschaft –, wenn einer Ja und der andere Nein sagt. Ihr Kind versteht sehr schnell, wo es was durchsetzen kann, und spielt Sie dann instinktiv – ohne böse Absicht – gegeneinander aus. Versuchen Sie am besten im Vorfeld zu klären, welche Regeln Sie gerne gemeinsam durchsetzen möchten, damit es dann nicht zu widersprüchlichen Ansagen für Ihr Kind kommt.

Mit der Zahnpflege haben Sie ja schon beim ersten Zahn begonnen – jetzt ist es an der Zeit, dass Ihr Kind die Sache selbst in die Hand nimmt. Die meisten Kinder kriegen das zwar noch nicht hundertprozentig hin und Sie müssen noch nachputzen, aber die Gewöhnung an die Zahnpflege nach den drei Hauptmahlzeiten ist genau richtig für dieses Alter. Wenn das Zähneputzen jetzt geübt wird, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Zähne Ihres Kindes lange gesund bleiben. Manchmal ist das Angewöhnen des Zähneputzens aufgrund der Trotzphase etwas mühsam, aber der Aufwand lohnt sich!

Die Sauberkeitserziehung sollten Sie ganz entspannt angehen. Manche Kinder merken schon recht früh, wann Sie „müssen“ und sind stolz, ihr großes Geschäft wie Mama und Papa auf der Toilette machen zu können. Bei anderen Kindern dauert es etwas länger. Zu viel Kontrolle bringt dem Kind und Ihnen nur Stress – im Laufe der nächsten Monate wird Ihr Kind von alleine auf die Idee kommen, dass es sich mit leerer Windel angenehmer spielen lässt und so früher oder später sauber werden.

Spätestens jetzt wird es Zeit, Ihr Kind von Schnuller, Fläschchen und Co. zu entwöhnen. Gegen ein Fläschchen an bestimmten Tagen ist nichts einzuwenden, aber das regelmäßige Fläschchen zum Einschlafen sollte der Vergangenheit angehören.

Ernährung

In diesem Alter kann der Speiseplan Ihres Kindes sich Ihrem angleichen: viel Obst und Gemüse, viele Milchprodukte, ab und zu Fisch und Fleisch (siehe S. 26). Schneiden Sie Ihrem Kind das Essen in kleine mundgerechte Stücke. Zwischendurch kann Ihr Kind gerne ein paar Obst- oder Gemüseschnitze essen. Zu den Mahlzeiten können Sie Leitungswasser anbieten, auch zwischen den Mahlzeiten ist das oder ungezuckerter Tee das ideale Getränk für Sie (Vorbildfunktion) und Ihr Kind.

Vermeiden Sie möglichst zu viele Kohlenhydrate, um Karies, Übergewicht und Diabetes zu verhindern. Nehmen Sie statt gesüßten Fruchtjoghurts Naturjoghurt mit selbstgeschnittenem Obst , statt Milchschnitten Obststückchen, statt Fertig­müslis Haferflocken mit Obst, statt Salzstangen Gemüseschnitze und statt Schokokeksen lieber ein Stück selbst- gemachten Obstkuchen.

Bewegung

Lassen Sie Ihr Kind viel spielen, toben, klettern und rennen, so lernt es Bewegung früh schätzen. Am besten natürlich draußen in der Natur. Gehen Sie mit Ihrem Kind viel raus. Haben Sie keinen eigenen Garten, nutzen Sie öffentliche Spielplätze oder Parks. In diesem Alter ist es nötig, dass Sie ständig anwesend sind, da Ihr Kind Gefahren schlecht einschätzen kann und alles erklettert, was sich anbietet. Da müssen Sie manchmal einschreiten, falls Ihr Kind zu hoch hinauswill.

Sie können auch Kinderturn-Kurse besuchen, die von vielen Vereinen ange­boten werden – dort sind Sie auch nicht alleine verantwortlich, können andere Eltern kennenlernen und sich austauschen.

Vorbeugung

Vervollständigung der empfohlenen

Schutz­impfungen

(siehe S. 68)

Unfallverhütung

Überprüfen Sie, ob Ihr Autokindersitz noch für das Gewicht Ihres Kindes zugelassen ist.

Achten Sie noch mehr darauf, alles, was Ihrem Kind gefährlich werden könnte –

Chemikalien, Reinigungsmittel

(siehe S. 62), Streichhölzer, Messer, Wasserkocher – außer Reichweite zu bringen.

Montieren Sie Gitter an Ihren Herd, so-dass Ihr Kind

sich nicht verbrennen

(siehe S. 60) kann.

Haben Sie einen eigenen Garten, achten Sie darauf, dass alle tieferen Wasserstel­len – Teich oder auch Bottiche – abgedeckt sind.

Ertrinkungsunfälle

(siehe S. 46) sind bei kleinen Kindern sehr häufig.

U7a (34. bis 36. Lebensmonat)

Bei dieser Untersuchung, die meist vor Beginn des Kindergartenbesuchs stattfindet, liegt der Schwerpunkt auf dem Erkennen und Behandeln von Sehstörungen, Übergewicht, Allergien, psychischen, sozialen und emotio­nalen Auffälligkeiten bzw. Defiziten. Trotzdem wird Ihr Kind auch diesmal gründlich körperlich untersucht. Besonderes Augenmerk liegt auf möglichen Sehfehlern wie z. B. Schielen (siehe S. 97). Dazu führt der Arzt eine ziemlich umfangreiche Untersuchung durch. Ergeben sich dabei Auffälligkeiten, wird er Sie zu einem Augenarzt überweisen.

Der Arzt überprüft, ob Ihr Kind seinen eigenen Namen kennt, ob es schon längere Sätze – Drei- bis Fünf-Wort-Sätze – bilden kann und ob und wie es mit anderen Menschen in Kontakt tritt. Außerdem prüft er, wie weit Ihr Kind mit Stuhl- und Urinkontrolle ist.

Diese Fragen dienen dazu, einzuschätzen, wie weit Ihr Kind entwickelt und ob ein Kindergarten schon das Richtige für es ist. Die genannten Fertigkeiten sind wichtig, um sich in der Gruppe behaupten zu können und davon zu profitieren.

Allgemeine Fragen

Kann Ihr Kind von einem Hocker oder einer Stufe springen?

Zieht sich Ihr Kind schon teilweise selbst aus/an?

Ist Ihr Kind tagsüber trocken?

Kann Ihr Kind mit anderen Kindern zusammen spielen?

Stellt Ihr Kind Fragen, ist es neugierig?

Akzeptiert Ihr Kind Grenzen?

Spricht Ihr Kind Mehrwortsätze?

Vorbeugung

Prüfung der Vollständigkeit des Impfschutzes.

Bewegung

Achten Sie darauf, dass sich Ihr Kind genügend draußen bewegt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt zur Vor­beugung von Übergewicht und Stoffwechselkrankheiten wie z. B. Diabetes, dass Kinder sich fünfmal wöchentlich eine Stunde bewegen sollten. Das gilt auch im Winter. Die natürlichen Abwehrkräfte werden gestärkt und das Sonnenlicht sorgt für die Bildung von Vitamin D, das für die Kno­chenfestigkeit wichtig ist.

In diesem Lebensalter kann Ihr Kind anfangen, das Fahrradfahren zu lernen. Meist sagt Ihr Kind, dass es „selbst fahren“ möchte. Das Interesse am Radfahren ist meist größer, wenn Sie Ihr Kind viel auf dem Rad mitgenommen haben und selbst viel mit dem Rad erledigen.

Unfallverhütung

Spätestens in diesem Alter sollten Sie Ihrem Kind die Gefahren des Straßenverkehrs näherbringen. Schon Kindergartenkinder sind aktive Verkehrsteilnehmer und Ihr Kind sollte alle Regeln, die für Fußgänger gelten, kennen. Üben Sie, wenn Sie mit Ihrem Kind unterwegs sind, die wichtigen Ampelzeichen, das Links-und-rechts-Gucken und das Warten am Straßenrand!

Medien

Gerade wenn Ihr Kind ältere Geschwister hat, ist es schwierig, es vom Fernseher fernzuhalten. Oft ist Ihr Kind zufrieden, wenn es eine Sendung schauen darf, z. B. „Die Sendung mit der Maus“. Alle anderen (digitalen) Medien sollten in diesem Lebensalter noch keine Rolle spielen.

U8 (43. bis 48. Lebensmonat)

Auch bei dieser Untersuchung steht die Überprüfung der Sprachfertigkeiten, der Motorik und der sozialen Entwicklung und Interaktion im Vordergrund. Ihr Kind kann sich zu diesem Zeitpunkt bereits alleine an- und ausziehen, es kann kleine Geschichten erzählen und – mehr oder weniger – Spielregeln einhalten. Gegenüber anderen zeigt es Mitgefühl, z. B. beim Trösten von anderen Kindern. Es ist jetzt meist tags und nachts trocken, was für Sie eine große Erleichterung darstellt. Insgesamt wird in dieser Zeit vieles einfacher, da Ihr Kind schon vieles selbstständig erledigen kann. Dazu gehört auch das Zähneputzen, das Einhalten der festgelegten Essenszeiten, das Selbst-Essen und glücklicherweise oft auch das Durchschlafen. Sie haben also schon eine Menge geschafft!

Allgemeine Fragen

Kann Ihr Kind drei bis vier Sekunden auf einem Bein stehen?

Kann Ihr Kind die Treppe am Geländer im Wechselschritt hinaufgehen?

Kann es sich problemlos in eine Gruppe einfügen?

Kann Ihr Kind sich gut alleine beschäftigen und konzentrieren?

Stottert Ihr Kind oder bemerken Sie andere Aussprachestörungen?

Vorbeugung

Vollständigkeit des Impfschutzes überprüfen lassen, ggf. Auffrischimpfungen.

Bewegung

In diesem Alter gibt es für Ihr Kind sicher Angebote, um das Schwimmen zu erlernen. Das geschieht am besten zwischen dem vierten und sechsten Lebensjahr, optimalerweise vor dem Schulbeginn. Die meisten Kinder haben viel Spaß mit und im Wasser und lernen das Schwimmen sehr schnell. Ein etwas wärmeres Becken ist für einen Kinderschwimmkurs gut geeignet.

Viele Kinder lernen zu dieser Zeit auch das Fahrradfahren. Ihr Kind macht motorisch große Fortschritte und kann dadurch seine Umgebung noch besser erkunden.

Medien

Begrenzen Sie den Medienkonsum auf höchstens fünfmal eine halbe Stunde pro Woche. Bewegung sollte auf jeden Fall Vorrang haben – gehen Sie mit Ihrem Kind so oft es geht raus. Außerdem steht in diesem Alter Vorlesen – gerne auch kompliziertere Geschichten – hoch im Kurs!

Unfallverhütung

Fahrradfahren sollte von Anfang an mit Helm erlernt werden. Fangen Sie dagegen erst später mit dem Helm an, müssen Sie bei Ihrem Kind sicher einige Widerstände überwinden.

U9 (60. bis 64. Lebensmonat – Vorschuluntersuchung)

Dies ist die letzte Vorsorgeuntersuchung vor der Einschulung. Deshalb wird neben der körperlichen Untersuchung – Zahnfehlstellungen, Haltungsfehler, Fußstellung – vor allem auf Defizite in Sprachentwicklung, kognitiven Fähigkeiten und motorischen Fertigkeiten geachtet. Stellt der Arzt Defizite bei Ihrem Kind fest, können Fördermaßnahmen wie z. B. eine Sprachtherapie helfen. Falls Ihr Kind noch nicht ganz so weit ist: Bleiben Sie ruhig. Bis zur Einschulung haben Sie und Ihr Kind meist noch ein Jahr. In dieser Zeit macht Ihr Kind große Fortschritte und kann die Defizite durch gezielte Förderung leicht aufholen!

Allgemeine Fragen

Kann Ihr Kind auf einem Bein hüpfen?

Kann Ihr Kind die Treppe ohne Geländer im Wechselschritt hinaufgehen?

Kann Ihr Kind mit anderen Kindern spielen und auch mal verlieren?

Kann es erkennbare Menschen malen?

Hat Ihr Kind Freundschaften geschlossen?

Ist Ihr Kind tags und nachts trocken?

Schläft Ihr Kind gut ein und durch?

Vorbeugung

Gerade vor Schulbeginn sollten Sie noch einmal die Vollständigkeit des Impfschutzes überprüfen lassen.

Ernährung

Sicher machen Sie sich viel Gedanken über die richtige Ernährung Ihres Kindes: Bio, vegetarisch, vegan, Fast Food oder Süßigkeiten? Es gibt einige Themen, zu denen Sie sich eine Meinung bilden müssen. Es gibt einige Erkenntnisse, die Ihnen die Orientierung erleichtern. Der Ernährungskreis (siehe S. 26) ist eine gute Grundlage. Viel frisches Obst und Gemüse, wenig Fett und Fleisch und viel Wasser bzw. ungezuckerte Getränke sind die Eckpfeiler einer gesunden Ernährung. Versuchen Sie so oft wie es geht, frische Produkte einzukaufen und selbst zuzubereiten. Industriell vorgefertigte Produkte sind für Sie und Ihr Kind keine gute Wahl.

In diesem Lebensalter können Sie anfangen, mit Ihrem Kind zusammen einzukaufen und gemeinsam zu kochen. Lassen Sie Ihr Kind einfach mal die ganzen Obst- und Gemüsesorten auf dem Markt oder Supermarkt anschauen und suchen Sie gemeinsam etwas aus, was Sie dann auch zusammen kochen. Das geht nicht jeden Tag, aber vielleicht mal am Wochenende? Ihrem Kind macht das Rühren, Kneten und zwischendurch Probieren sicher Spaß und es bekommt spielerisch Zugang zu Selbstgekochtem. Zudem ist Einkaufen und Kochen eine sinnliche Erfahrung, die Ihrem Kind in positiver Erinnerung bleibt.

Klar ist auch, dass Ihr Kind von Fast Food angezogen wird. Pommes, Burger und Pizza sieht es bei Freunden oder auf Kindergeburtstagen. Verteufeln Sie Fast Food nicht, das macht es für Ihr Kind nur noch interessanter. Erklären Sie ihm, warum Fast Food nicht die ideale Ernährung ist, aber malen Sie dabei nicht zu schwarz. Vielleicht können Sie ja einen monatlichen Familien-Fast-Food-Fernsehabend einführen? Die Pizza dafür machen Sie selbst und belegen Sie mit Dingen, die Ihr Kind am liebsten mag!

Ähnlich ist es bei Süßigkeiten. Sie ganz zu verbieten bringt nichts. Treffen Sie mit Ihrem Kind eine Vereinbarung, wann, wie viel und welche Süßigkeiten es essen darf – Ihr Kind sollte in diesem Alter auf jeden Fall ein Mitspracherecht haben. Sie können auch eine „Naschdose“ einführen, in der z. B. der Wochenvorrat an Süßigkeiten ist. So lernt Ihr Kind, sich den Vorrat selbst einzuteilen – und Sie, Ihrem Kind zu vertrauen. Ist die Dose früher leer als geplant, gibt es bis zum Nachfülltag nichts mehr, auch nicht von Oma. Setzen Sie Süßigkeiten bzw. Essen generell nie als Belohnung ein.

Wenn Ihr Kind bestimmte Speisen nicht mag, zwingen Sie es nicht zum Aufessen – das sorgt im Zweifel nur für Stress und verstärkt die Abneigung Ihres Kindes. Kinder mögen bestimmte Geschmacksrichtungen noch nicht. Besser ist es, Ihr Kind immer wieder verschiedene Speisen bei sich probieren zu lassen, um so herauszufinden, was es gerne mag.

Isst Ihr Kind nicht gerne rohes Gemüse, versuchen Sie, es ihm mithilfe von Dips schmackhaft zu machen.

Ihr Kind sollte viel trinken. Zu den drei Hauptmahlzeiten und auch zwischendurch kann Ihr Kind Leitungswasser trinken. Zur Abwechslung können Sie ab und zu Saftschorle – selbstgemischt – anbieten.

Lebensmittel

Orientierungswerte für 2- bis 6-Jährige

Orientierungswerte für 7- bis 11-Jährige

Gruppe 1: Getreide, Getreideprodukte, Kartoffeln, täglich

• 2 ½ – 3 ½ Scheiben (120 – 170 g) Brot oder 2 – 3 Scheiben (100 – 150 g) Brot und 20 – 30 g Getreideflocken und

• 1 Portion (100 – 130 g) Kartoffeln (Rohgewicht) oder 1 Portion (50 – 65 g) Nudeln (Rohgewicht) oder 1 Portion (50 – 65 g) Reis / anderes Getreide (Rohgewicht); Produkte aus Vollkorn bevorzugen

• 4 – 5 Scheiben (200 – 250 g) Brot oder 3 – 4 Scheiben (150 – 200 g) Brot und 50 g Getreideflocken und

• 1 Portion (150 – 180 g) Kartoffeln (Rohgewicht)

oder 1 Portion (75 – 90 g) Nudeln (Rohgewicht) oder 1 Portion (75 – 90 g) Reis / anderes Getreide (Rohgewicht); Produkte aus Vollkorn bevorzugen

Gruppe 2: Gemüse und Salat, täglich

• mindestens 3 Portionen (150 – 200 g) Gemüse, davon ein Drittel bis die Hälfte als Rohkost / Salat

• mindestens 3 Portionen (220 – 250 g) Gemüse, davon ein Drittel bis die Hälfte als Rohkost / Salat

Gruppe 3: Obst, täglich

• mindestens 2 Portionen (150 – 200 g) Obst

• mindestens 2 Portionen (220 – 250 g) Obst

Gruppe 4: Milch und Milchprodukte, täglich

• 330 – 350 ml / g fettarme Milch / Milchprodukte oder

• 220 – 250 ml / g fettarme Milch / Milchprodukte und 15 g Schnitt- oder 30 g Weichkäse oder

• 120 – 150 ml / g fettarme Milch / Milchprodukte und 30 g Schnitt- oder 60 g Weichkäse

• 400 – 420 ml / g fettarme Milch / Milchprodukte oder

• 300 – 320 ml / g fettarme Milch / Milchprodukte und 15 g Schnitt- oder 30 g Weichkäse oder

• 200 – 220 ml / g fettarme Milch / Milchprodukte und 30 g Schnitt- oder 60 g Weichkäse

Gruppe 5: Fleisch, Wurst, Fleischersatz, Fisch und Eier, wöchentlich

• 245 – 280 g fettarmes Fleisch (zubereitet) und fettarme Wurst oder Fleischersatzprodukte und

• 70 – 100 g Fisch (zubereitet), davon ca. die Hälfte fettreicher Seefisch und

• 1 – 2 Eier (inkl. verarbeitetes Ei)

• 350 – 420 g fettarmes Fleisch (zubereitet) und fettarme Wurst oder Fleischersatzprodukte und

• 150 – 180 g Fisch (zubereitet), davon ca. die Hälfte fettreicher Seefisch und

• 2 – 3 Eier (inkl. verarbeitetes Ei)

Gruppe 6: Öle und Fette, täglich

• 10 – 15 g Öl (z. B. Raps-, Walnuss- oder Sojaöl) und

• 15 – 30 g Margarine oder Butter

• 30 – 35 g Öle und Fette, davon die Hälfte als Öl (z. B. Rapsöl), die andere Hälfte als Margarine oder Butter

Gruppe 7: Getränke, täglich

• 700 – 800 ml bevorzugt energiefreie / -arme Getränke

• 900 – 1000 ml bevorzugt energiefreie / -arme Getränke

Bewegung

In diesem Alter sollte Ihr Kind Fahrradfahren können. Jetzt ist auch noch ein guter Zeitpunkt für einen Schwimmkurs.

Medien

In diesem Alter interessiert sich Ihr Kind auch für Tablet oder Computer. Ein komplettes Verbot ist auf Dauer schwierig. Versuchen Sie, kindgerechte und intelligente Spiele zu finden, z. B. Verschiebepuzzle oder Tetris. Aber: Mehr als fünfmal eine halbe Stunde pro Woche sollte für Fernsehen und Computer nicht draufgehen.

Sexualität

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Geschlechtsorgane. Machen Sie ihm frühzeitig, aber behutsam klar, dass sein Intimbereich prinzipiell niemanden etwas angeht. Erklären Sie ihm, dass, wenn jemand es dort anfasst, das nicht o.k. ist. Bringen Sie Ihrem Kind bei, sich zu wehren, wenn es sich unwohl fühlt, und zeigen Sie ihm, dass es mit Ihnen über alles sprechen kann. Wie weit Sie in dem Gespräch gehen, hängt sehr