Der letzte Kampf des New Yorker Instituts - Cassandra Clare - E-Book

Der letzte Kampf des New Yorker Instituts E-Book

Cassandra Clare

4,8
2,99 €

Beschreibung

Magnus findet sich Auge in Auge mit Valentin wieder, als der Kreis die Schattenweltler von New York City angreift. 

Während des Aufstands macht Valentins Kreis Jagd auf die Schattenweltler von New York - und die Schattenjäger im ortsansässigen Institut stehen vor einer schweren Entscheidung: Sollen sie sich ihm anschließen oder stellen sie sich an die Seite der Schattenweltler? In dieser Zeit begegnet Magnus zum ersten Mal Jocelyn, Luke und Stephen - doch es wird nicht das letzte Mal bleiben. Denn schon bald steht Jocelyn vor seiner Tür …

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Cassandra Clare/Sarah Rees Brennan/Maureen Johnson

DIE CHRONIKEN DES MAGNUS BANE

DER LETZTE KAMPF DESNEW YORKER INSTITUTS

Aus dem Amerikanischen von Ulrike Köbele

 

 

 

Cassandra Clare wurde in Teheran geboren und verbrachte die ersten zehn Jahre ihres Lebens in Frankreich, England und der Schweiz. Ihre Reihe Chronikender Unterwelt sowie die Trilogie Chroniken der Schattenjäger wurden auf Anhieb zu internationalen Erfolgen, ihre Bücher stehen weltweit auf den Bestsellerlisten. Cassandra Clare lebt mit ihrem Mann, ihren Katzen und einer Unmenge an Büchern in einem alten viktorianischen Haus in Massachusetts.

Weitere Titel von Cassandra Clare im Arena Verlag:

CHRONIKEN DER UNTERWELT: City of Bones City of Ashes City of Glass City of Fallen Angels City of Lost Souls

Alle Titel sind auch als Hörbuch erhältlich.

CHRONIKEN DER SCHATTENJÄGER: Clockwork Angel Clockwork Prince Clockwork Princess

Clockwork Angel ist auch als Hörbuch erhältlich.

 

 

 

Die Originalausgabe erschien 2013 unter dem Titel The Bane Chronicles.The Last Stand of the New York Instiut bei Margaret K. McElderry Books, einem Imprint der Simon&Schuster Children’s Publishing Division, New York.

Copyright © 2013 by Cassandra Claire, LLC

1. Auflage 2014 Für die deutschsprachige Ausgabe: © 2014 Arena Verlag GmbH, Würzburg Alle Rechte vorbehalten Aus dem Amerikanischen von Ulrike Köbele Cover: © Cliff Nielsen ISBN 978-3-401-80283-1

www.arena-verlag.de

Mitreden unter www.forum.arena-verlag.de

www.chroniken-der-unterwelt.de

Weitere Titel in der Reihe

DIE CHRONIKEN DES MAGNUS BANE

Was geschah tatsächlich in Peru?

Bereits erschienen

Die Flucht der Königin

Bereits erschienen

Vampire, Scones und Edmund Herondale

Bereits erschienen

Tochter der Finsternis

Bereits erschienen

Der Aufstieg des Hotels Dumort

Bereits erschienen

Die Rettung Raphael Santiagos

Bereits erschienen

Der Niedergang des Hotels Dumort

Bereits erschienen

Was braucht ein Schattenjäger, der schon alles hat?

bereits erschienen

Der Fluch wahrer Liebe (und erster Dates)

April 2014

Cassandra Clare/Sarah Rees Brennan/Maureen Johnson

Die Chroniken des Magnus Bane

DER LETZTE KAMPFDES NEW YORKER INSTITUTS

Aus dem Amerikanischenvon Ulrike Köbele

NEW YORK CITY, 1989

Der Mann kam ihm viel zu nah. Er drückte sich am Briefkasten herum, keine zwei Meter von Magnus entfernt, und aß einen labberigen Hotdog mit Chilisoße von Gray’s Papaya. Als er aufgegessen hatte, zerknüllte er das chilifleckige Einwickelpapier und warf es Magnus vor die Füße. Dann zupfte er, ohne den Blick abzuwenden, an einem Loch in seiner Jeansjacke. Es war die Art von Blick, mit dem Raubtiere ihre Beute fixieren.

Magnus war ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit durchaus gewohnt. Das brachte seine Kleidung so mit sich. Er trug silberne Doc Martens, kunstvoll zerrissene Jeans, die so weit waren, dass nur ein schmaler, glänzend silberner Gürtel sie am Herunterrutschen hinderte, und ein rosa T-Shirt in Übergröße, das beide Schlüsselbeine und einen beachtlichen Teil seiner Brust freilegte – kurz: die Art von Kleidung, die einen zwangsläufig an Nacktheit denken ließ. Sein eines Ohr zierten eine Reihe kleiner Ohrringe und ein großer Ohrhänger in Form einer silbernen Katze mit einer Krone auf dem Kopf und einem höhnischen Grinsen im Gesicht. Über seinem Herzen ruhte eine silberne Ankh-Kette; dazu hatte er eine maßgeschneiderte, mit Gagatperlen besetzte schwarze Jacke übergeworfen, die allerdings eher als Ergänzung seines Outfits diente denn als Schutz vor der Kühle der Nacht. Ein leuchtend pinkfarbener Irokesenschnitt vollendete den Look.

Darüber hinaus lehnte er an der Außenmauer des West-Village-Krankenhauses – und das weit nach Anbruch der Dunkelheit. Das genügte, um bei manchen Leuten ihre schlechteste Seite zum Vorschein zu bringen. In dieser Klinik wurden AIDS-Patienten behandelt. Ein modernes Pesthaus. Statt den Kranken mit Fürsorge, Mitgefühl und gesundem Menschenverstand zu begegnen, sahen viele mit Hass und Abscheu auf die Klinik herab. Jedes Zeitalter hielt sich für ach-so-aufgeklärt und taumelte doch bloß wieder durch dieselbe Finsternis aus Angst und Unwissenheit.

»Freak«, sagte der Mann schließlich.

Magnus ignorierte ihn und las im fluoreszierenden Licht des Klinikeingangs weiter sein Buch, It’s Always Something von Gilda Radner. Von der ausbleibenden Reaktion verärgert, grummelte der Mann vor sich hin. Magnus hörte zwar nicht, was er sagte, konnte es sich aber nur allzu gut denken. Zweifelsohne waren es Anspielungen auf seine offensichtliche sexuelle Orientierung.

»Warum gehen Sie nicht einfach weiter?«, schlug Magnus vor, während er gelassen umblätterte. »Ich kenne einen Schönheitssalon, der die ganze Nacht offen hat. Dort wird Ihre Monobraue im Nullkommanichts behoben.«

Das war nicht unbedingt die geschickteste Antwort, aber manchmal konnte sich Magnus einfach nicht zurückhalten. Das Ausmaß an blinder, dummer Ignoranz, das er ertrug, ohne mit der Wimper zu zucken, war begrenzt.

»Was hast du da gerade gesagt?«

In dem Moment kamen zwei Polizisten vorbei und nahmen Magnus und den Fremden ins Visier. Sie warfen dem Mann einen warnenden Blick zu, musterten Magnus jedoch mit nur schlecht verhohlener Abscheu. Ihre Blicke taten weh, aber Magnus war derartige Reaktionen traurigerweise längst gewohnt. Er hatte sich schon vor langer Zeit geschworen, dass er sich von niemandem jemals würde ändern lassen – weder von den Irdischen, die ihn wegen dieser einen Sache hassten, noch von den Schattenjägern, die derzeit wegen einer anderen hinter ihm her waren.

Der Mann ging davon, drehte sich aber noch mehrmals böse dreinblickend nach ihm um.

Magnus schob das Buch in seine Tasche. Es war beinahe acht und wirklich zu dunkel zum Lesen, außerdem war er nicht länger bei der Sache. Er sah sich um. Nur wenige Jahre zuvor war dies eine der lebhaftesten, feierwütigsten und kreativsten Gegenden der Stadt gewesen. An jeder Straßenecke hatte man ausgezeichnetes Essen bekommen und überall waren Pärchen herumgeschlendert. Jetzt schienen sich kaum noch Gäste in die Cafés zu verirren. Die Leute eilten schnellen Schrittes vorbei. So viele waren gestorben, so viele wunderbare Menschen. Von seinem Standort aus konnte Magnus drei Wohnungen sehen, in denen früher Freunde und Liebhaber gewohnt hatten. Und er hätte nur um die Ecke biegen und fünf Minuten weiterlaufen müssen, um an einem Dutzend weiterer dunkler Fenster vorbeizukommen.

Irdische starben so schnell. Ganz egal, wie oft er es miterlebte, leichter wurde es nie. Er existierte nun schon seit mehreren Jahrhunderten und wartete immer noch darauf, dass der Tod erträglicher wurde.

Normalerweise mied er die Straße aus ebendiesem Grund, doch jetzt wartete er auf Catarina, deren Schicht in der Klinik jeden Moment zu Ende gehen musste. Er trat von einem Fuß auf den anderen und zog seine Jacke enger um sich, während er einen Moment lang bereute, dass er sich bei der Wahl seiner Kleidung für modisch-flatterig statt für warm und bequem entschieden hatte. Der Sommer hatte sich lange gehalten, danach hatte das Laub jedoch rasch die Farbe gewechselt. Nun verloren die Bäume schnell ihre Blätter und ließen die Straßen kahl und unbeschirmt zurück. Der einzige Lichtblick war das Gemälde von Keith Haring an der Klinikmauer – tanzende Cartoonmännchen in leuchtend bunten Primärfarben, über deren Köpfen ein Herz schwebte.

Magnus wurde aus seinen Gedanken gerissen, als plötzlich der Mann von eben wieder auftauchte, der offensichtlich bloß eine Runde um den Block gegangen und dabei mehr und mehr über Magnus’ Bemerkung in Rage geraten war. Dieses Mal ging er zielstrebig auf Magnus zu und baute sich so dicht vor ihm auf, dass sich ihre Fußspitzen beinahe berührten.

»Ernsthaft?«, sagte Magnus. »Gehen Sie weg. Ich bin nicht in Stimmung.«

Als Antwort darauf zog der Mann ein Klappmesser und ließ es aufschnappen. Da sie so dicht beieinanderstanden, war es für niemanden sonst zu sehen.

»Ihnen ist aber schon klar«, gab Magnus zu bedenken, ohne die Messerspitze direkt unter seinem Kinn eines Blickes zu würdigen, »dass es, so wie Sie da stehen, von außen aussieht, als würden wir uns küssen? Das ist mir wirklich ausgesprochen peinlich. Ich habe einen sehr viel besseren Männergeschmack.«

»Glaubst du etwa, ich tu’s nicht, Freak? Du …«

Magnus hob die Hand. Aus seinen Fingern flackerte ein flammend blauer Blitz auf und in der nächsten Sekunde flog der Angreifer rückwärts über den Bürgersteig, stürzte und schlug sich an einem Hydranten den Kopf an. Kurz blieb er reglos liegen und Magnus fürchtete schon, ihn aus Versehen getötet zu haben, doch dann bewegte sich der Mann. Mit zusammengekniffenen Augen sah er zu Magnus hoch und eine Mischung aus Panik und Zorn stand ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. Er war offensichtlich noch etwas benommen. Über seine Stirn rann ein wenig Blut.

In diesem Moment kam Catarina aus der Klinik. Sie erkannte die Lage blitzschnell, lief zu dem Mann und drückte ihm eine Hand gegen den Kopf, um die Blutung zu stillen.

»Finger weg!«, brüllte er. »Sie sind da rausgekommen! Nehmen Sie Ihre Finger weg! Sie sind voll mit diesem Zeug!«

»Sie Idiot«, sagte Catarina. »HIV wird nicht auf diese Weise übertragen. Ich bin Krankenschwester. Lassen Sie mich …«