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Der Panther und ein Vogel namens Nanther sind befreundet und leben zusammen auf einem Baum. Der Panther möchte unbedingt vom Nanther fliegen lernen. Der gibt sich auch redlich Mühe. Ob es klappt und wohin die Reise mit den beiden geht, erzählt diese Geschichte des ungleichen Paares.
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Seitenzahl: 24
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Kado Boreew
Der Panther und der Nanther
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Der fliegende Panther
Die Elefanten
Die Reise im Ballon
Impressum neobooks
Ein Panther und ein Vogel namens Nanther sind schon eine lange Zeit sehr, sehr gute Freunde. Nanther ist ein schwarzer Vogel, mutig und klug. Er rettete dem Panther einmal das Leben. Es war kurz vor der Regenzeit gewesen, alles war ausgetrocknet, die Tiere zogen sich an diesen heißen Tagen tief in den Schatten spendenden Urwald zurück, um etwas Schutz vor der Hitze zu finden. An einem dieser Tage waren Häscher unterwegs, um Tiere für Zoos in fernen Ländern zu fangen. Nanther beobachtete mit seinen scharfen Augen alles aus der Luft und warnte die anderen Tiere, so auch den Panther. Seit diesem Tag waren die beiden Freunde.
Sie verbrachten jeden Tag miteinander, nur wenn der Panther hungrig wurde, zog er alleine los. Nanther konnte und wollte nicht sehen, wie sein Freund auf die Jagd ging. Kam der Panther zurück, um sich auf seiner Astgabel zum Verdauungsschlaf auszustrecken, dann versuchte Nanther seinen Freund zu überzeugen, endlich Ve-getarier zu werden. Mit tiefer Stimme sagte der Panther dann: „Morgen mein Freund, morgen. Ich weiß, in diesen Tagen einen Freund zu haben, ist das größte Glück auf dieser Welt.“ Beim letzten Wort schlief er ein und fing sofort an zu schnarchen.
Trotz dieser unterschiedlichen Lebensauffassungen entschloss sich der Nanther, ganz zum Panther zu ziehen, der eine schicke, stabile Astgabel auf einem hohen Baum in der Savanne bewohnte. Da ihm aber sehr bald das erbarmungslose Schnarchen seines Freundes gehörig auf die Nerven ging, baute er sich sein Nest hoch oben in der Baumkrone. Hier pflegte er die phantastische Aussicht zu genießen. Außerdem war es auch eine Art Wachposten. Von hier aus sah und hörte er alles.
Gewöhnlich schlief der Panther am Nachmittag so drei bis vier Stunden. Danach machten beide für den Rest des Tages noch einen Ausflug bis es dunkel wurde, dann kehrten sie zu ihrem Baum zurück. Kurz vor dem Schlafengehen rief Nanther aus seinem Nest nach unten: „Gute Nacht, großer Panther!“
Der Panther schaute nach oben und brüllte zurück: „Gute Nacht, kleiner Nanther!“
Doch still war es noch lange nicht in der Savanne. Auch die anderen Tiere sagten und sangen sich alle „Gute Nacht, gute Nacht“ zu. Dies ging so lange, bis die Sonne untergegangen war. Dann erst konnte man schlafen.
Nanther wachte immer bei Sonnenaufgang auf, aber heute wurde er später wach, denn dicke, schwarze Regenwolken hatten sich vor die aufgehende Sonne geschoben. Er sprang sofort aus seinem Nest, flog zu seinem Freund ein paar Etagen tiefer, um ihm die Neuigkeit mitzuteilen.
„Wach auf mein Freund!“
„Was ist denn, ich hatte gerade so einen schönen Traum“, knurrte der Panther zurück.
