Der Pferdemensch - Friedrich Wolf - E-Book
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Der Pferdemensch E-Book

Wolf Friedrich

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Beschreibung

Ein erschütternder Einblick in die tiefsten Abgründe des menschlichen Geistes, basierend auf wahren Ereignissen. Inmitten eines Kriegsgefangenenlagers offenbart ein deutscher Offizier seine schrecklichen Geheimnisse und inneren Qualen, die ihn an den Rand des Wahnsinns treiben. Diese packende Erzählung aus dem Jahr 1943 beleuchtet die Auswirkungen von Krieg, Schuld und Identitätskrisen auf die menschliche Psyche. Tauchen Sie ein in die beklemmende Atmosphäre eines alten Klosters und erleben Sie die qualvollen Geständnisse eines Mannes, der sich selbst als „Pferdemensch“ bezeichnet. Ein zeitloser Klassiker, der heute aktueller denn je ist.

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Seitenzahl: 6

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Impressum

Friedrich Wolf

Der Pferdemensch

ISBN 978-3-68912-122-8(E–Book)

Die Erzählung ist 1943 entstanden.

Das Titelbild wurde mit der KI erstellt.

© 2024 EDITION digital®

Pekrul & Sohn GbR

Godern

Alte Dorfstraße 2 b

19065 Pinnow

Tel.: 03860 505788

E–Mail: verlag@edition–digital.de

Internet: http://www.edition-digital.de

Der Pferdemensch

Es war dies der erste Fall von Wahnsinn und einem Selbstmordversuch, der in dem großen Offizierslager ausbrach, in dem sich über tausend kriegsgefangene Offiziere der deutschen Wehrmacht befanden. Es war kein Fall der üblichen „Stacheldrahtkrankheit“ und Haftpsychose, wie sie in den Gefangenenlagern auftritt.

Dieser Fall hatte eine besondere Ursache.

Es war eine heiße Sommernacht, als mich die russischen Ärzte rufen ließen, weil ein deutscher Offizier versucht habe, sich die Pulsadern zu durchschneiden, und weil dieser Offizier mich zu sprechen wünsche.

Wir gehen durch das geräumige Lager, das in einem alten, riesigen Kloster untergebracht ist. Am Rande des früheren Klostergartens stehen noch die mächtigen Platanen, im Garten duften die Nachtviolen und die Rosen. Das Lazarett liegt direkt an der Klostermauer. Die schmale silberne Sichel des Mondes steht am grünblauen Nachthimmel.

In dem kleinen Krankenzimmer liegt ein deutscher Offizier. Seine linke Hand befindet sich in einem dicken Verband. Sein Gesicht ist sehr blass. Seine blonden Haare sind straff zurückgekämmt. Er will mich allein sprechen. Die russische Ärztin verlässt den Raum.

Der deutsche Offizier – es ist der Zahlmeister Ernst Mierzwa vom Stab der 376. Infanteriedivision – beugt den Kopf weit nach hinten und schaut zur Decke, während er stöhnt: „Warum hat man mich bloß nicht sterben lassen! Ich bin doch ganz wertlos, kein Mensch mehr, mein Blut ist ja total verdreckt! Sie, Herr Doktor, werden mir die Wahrheit sagen, nicht wahr? Sie sind Arzt und Deutscher! Ich habe ganz schwarzes Blut, ich habe es jetzt endlich selbst festgestellt, als es herauslief, total teerschwarzes Blut!“ Und leise flüstert er, indem er mich plötzlich anstarrt: „Pferdeblut!“ Er schweigt und schließt die Augen. In dieser Nacht will er nicht weitersprechen.