Der Schatz vom Ulmenhof - Reinhard Heilmann - E-Book

Der Schatz vom Ulmenhof E-Book

Reinhard Heilmann

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Beschreibung

Spannung von Anfang an. Ein Fund auf dem Dachboden des Elternhauses entführt den Hauptakteur in eine Welt der Vergangenheit, allerdings eine Vergangenheit, deren weiteren Verlauf in der Gegenwart er selber durch sein aktives Handeln beeinflussen kann. Mit seinen Freunden erlebt Jan-Moritz in diesem Jahr seine Sommerferien so intensiv, dass das Erleben, die lange, anfangs anscheinend hoffnungslose Suche, und gleichzeitig die Fülle an Informationen über die Hintergründe und Umstände derart beeindruckend sind, dass die Beteiligten diese Zeit nie vergessen werden. Ein pures Lese-Vergnügen für Jung und Alt, "Männlein und Weiblein", kurzweilige Unterhaltung, famose phantasievolle Erzählung.

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Seitenzahl: 121

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Ähnliche


Reinhard Heilmann

Der Schatz vom Ulmenhof

Eine beinahe unglaubliche Geschichte

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Impressum neobooks

Kapitel 1

Es war einmal ..., so beginnen manchmal Märchen und ein wenig ist auch dies ein Märchen, ein wenig auch Phantasie und ein wenig Wahrheit.

Und so fing alles an ...

Die Geschichte begann schon vor vielen Jahren, als der inzwischen dreizehnjährige Junge das erste mal auf dem Dachboden seines Elternhauses herumstöberte. Es war ein altes Haus, das so ungefähr um 1890 erbaut worden war

und man kann sich denken, dass auf so einem Dachboden im Laufe der Zeit alle möglichen Sachen abgelegt wurden, die irgendwann keiner mehr brauchte oder sie einfach nur beiseite legen wollte.

Als Fünfjähriger hatte sich Jan-Moritz das erste mal hier heraufgetraut, durch den nur spärlich beleuchteten Flur, über die dunkle Stiege nach oben, über 13 knarrende Stufen und war in eine sonderbare mysteriöse Welt eingetaucht, die ihm anfangs Angst einflößte. Aber schon bald fühlte er sich von den vielen verstaubten Dingen dort oben wie magisch angezogen und immer öfter verbrachte er seine Nachmittage auf diesem Dachboden, wenn seine Mutter ihre Hausarbeiten machte oder die Tiere versorgte und auch die Schwester mit anderen Dingen beschäftigt war und niemand Zeit hatte, sich um den Jungen zu kümmern. Und so blieben diese Ausflüge in eine vergangene Welt Jan-Moritz‘ Geheimnis, das er sorgsam hütete.

Immer, wenn er dort oben war, hatte er seinen Lieblings- Teddybären im Arm, kuschelte sich mit ihm auf ein altes Sofa und erzählte dem Bären Geschichten, die er sich gerade mal so ausgedacht hatte. Es waren seltsame Geschichten, in denen die verschiedensten Gegenstände vorkamen, wie sie dort oben auf dem Dachboden herumlagen, herumstanden, abgelegt waren, aufgehängt oder irgendwo aufgestapelt. Da sich der Dachboden über die gesamte Länge und Breite des Hauses erstreckte, das immerhin so an die zehn Zimmer hatte, war das schon ein ganz schön beachtlich großer Dachboden, mit viel Platz für alles mögliche Gerümpel: es gab eine alte Nähmaschine, Schneiderpuppen, Regale voller Gläser, Dosen, Geschirr und verstaubten Illustrierten, es gab Teppichrollen am Boden oder an die Wand gelehnt; alte Stühle, manche mit nur noch drei Beinen; eine Unmenge Kartons, auf denen in verblasster Schrift stand, was darin war; Kleiderschränke voller alter Kleider; Kisten mit Kinderspielsachen, alte Käfige für Vögel oder andere Haustiere; eine große Standuhr, ja sogar Türen, die hier abgestellt worden waren; Kinderwagen und ein Kinderbett; alte Fahrräder, ein Kinderroller und vieles, vieles mehr, so dass es Jan-Moritz nicht schwer fiel, jedes Mal wieder neue Geschichten zu erfinden.

Irgendwann, viel später, wurde es dem Jungen dann doch zu langweilig, schließlich war er inzwischen mit sieben Jahren schon ein großer Junge geworden, der nun schon die zweite Schulklasse besuchte.

Und so gerieten all‘ die seltsamen Gegenstände dort oben auf dem Dachboden dann schließlich in Vergessenheit, die Bewohner des Hauses stellten zwar ab und zu noch etwas dazu, aber Jan-Moritz hatte jetzt ganz andere Vorlieben.

So saß der Teddybär irgendwo alleine herum, weil Jan-Moritz kaum noch Zeit hatte, sich mit ihm zu beschäftigen und ihm auch keine Geschichten mehr erzählte.

Kapitel 2

Das änderte sich dann irgendwann wieder als der Junge inzwischen dreizehn Jahre alt war und durch irgendeinen Zufall

- oder war es gar kein Zufall? -,

wieder mal dort hinauf musste. Jan-Moritz hatte ein paar Spielsachen aussortiert, die er in eine Kiste gepackt hatte, um so mehr Platz in seinem Zimmer für anderes zu haben.

Außerdem: Diese Holzeisenbahn war ja ganz schön und gut, aber schließlich war er kein Baby mehr, brummelte er sich in den noch nicht vorhandenen Bart, und so räumte er sie zusammen und trug die Kiste auf den Dachboden.

Wie es geschah, wusste er später gar nicht mehr zu sagen, jedenfalls war ihm, als er die Tür geöffnet hatte, als wenn ihn von fern hinten aus der Ecke des Dachbodens jemand zurief, ja richtig flehte: “Jan-Moritz, Du musst mir helfen, ich muss hier raus! Komm und befreie mich!“ - Es schauderte den Jungen als er die nur leicht und ganz leise dahingesäuselten Worte hörte, es war beinahe wie das Säuseln des Windes, der sich in irgendeiner Hausecke verfing oder war es tatsächlich nur der Wind?

Jan-Moritz fasste all‘ seinen Mut, stellte seine Kiste irgendwo beiseite und ging auf die Suche. Die Funzeln hier oben spendeten sowieso kaum genügend Licht und durch die vergilbten und verstaubten Fensterrosetten an den Giebelseiten drang auch nicht viel Helligkeit, so dass Jan-Moritz gleich seine kleine Taschenlampe anknipste, die er meistens bei sich trug. - Da war es wieder, dieses Säuseln

und mit jedem Schritt, den der Junge in die Richtung tat, aus der das Geräusch kam, wurde es ein wenig lauter. Jetzt stand er neben einem Sofa, einer Art Kanapee mit einer abgebrochenen Lehne, das er aus seinen früheren Besuchen hier oben gar nicht kannte. Und neben diesem Sofa eine alte Truhe etwa so hoch, dass sie dem Jungen bis zum Bauchnabel reichte. Ein schwerer Deckel versperrte die Truhe, doch als Jan-Moritz ihn anhob, ging es ganz leicht und er konnte den Deckel mühelos zurückklappen. Der Truheninhalt war durch ein altes besticktes Tuch verdeckt, das Jan-Moritz vorsichtig anhob und beiseite legte.

Und dann war da plötzlich wieder dieses Säuseln! Aber nun erkannte der Junge, das es tatsächlich von draußen irgendwo an der Hausecke kam, wo der Wind, der hier an der See immer mehr oder weniger wehte, sich wohl verfangen hatte und dieses merkwürdige Geräusch verursachte, das den Jungen hierher gelockt hatte. War das alles nur Zufall?

Jedenfalls begannen mit diesem Tage, zu dieser Stunde eine Reihe von sonderbaren Erlebnissen und Träumen, die den Jungen beinahe ein ganzes Jahr lang in ihren Bann zogen und ihn nicht mehr losließen.

Immer wieder musste Jan-Moritz hier hoch auf den Dachboden kommen, ging wieder zu seiner „Schatztruhe“, wie er sie nannte, öffnete den schweren Deckel, nahm einen der zahllosen Gegenstände heraus und machte es sich auf dem kaputten Sofa bequem. Nicht, dass er wieder seinen Lieblingsteddybären dabei hatte, nein, der saß unten in

Jan-Moritz‘ Zimmer in einer Ecke des Bettes und bewachte den Jungen, sobald der in sein Bett gekrochen war.

Also konnte er dem auch keine Geschichten mehr erzählen, während er so herumsaß und sich den Gegenstand anschaute, den er aus der Truhe genommen hatte.

Und plötzlich war auch alles anders geworden, gegenüber früher, als er dem Teddybären seine Geschichten erzählt hatte. Denn jedes Mal, wenn der Junge den Gegenstand aus der Truhe in die Hand nahm und seinen Kopf am Sofarand anlehnte, wurde er ganz schläfrig, dämmerte müde vor sich hin und schlief schließlich ein.

Es waren wilde Träume, die Jan-Moritz erlebte, Abenteuer,

Reisen in ferne Länder, aufregende Geschichten und Erlebnisse und jedes Mal erlebte der Junge alles so, als wenn er mittendrin gewesen wäre. Er erlebte alles so hautnah mit, als wenn er Teil dieser Zeitdokumente gewesen wäre, als wenn er in dieser Zeit, in der der Traum spielte, tatsächlich gelebt hätte: dann hätte er allerdings schon uralt sein müssen, dachte der Junge, denn manche Geschichten handelten von der Entstehung des Hauses, auf dessen Dachboden er jetzt saß und manche von Menschen, die vor mehr als hundert Jahren ausgewandert waren.

Andere Träume entführten ihn in ferne asiatische Regionen, wie die fein geschnitzte indonesische Tanzmaske. Oder er erlebte ein Märchen aus einer früheren Zeit, in dem ein Käuzchen den Menschen half, indem es sich verwandeln und mit den Menschen reden konnte. Ein anderes mal verschlug es ihn im Traum auf eine Insel mit einer großen Höhle und in der Höhle lebten noch Dinosaurier, die schon lange ausgestorben waren …

Und wenn der Junge dann wieder erwachte, sich ganz verstört die Augen rieb und auf seine Armbanduhr schaute, waren vielleicht gerade mal ein oder zwei Stunden vergangen … und er hatte alles so tief miterlebt, als wenn es seine eigene Vergangenheit gewesen wäre.

Das ist jetzt schon beinahe ein Jahr her, seit er den ersten Traum hier oben geträumt hatte. Und, wie gesagt, so oft es seine Zeit zuließ und so oft er sicher sein konnte, dass niemand sein Geheimnis entdecken konnte, verschwand Jan-Moritz hinter der inzwischen auch gar nicht mehr knarrenden Dachbodentür. Da ihn das Knarren, auch der dreizehn Stufen, hätte verraten können, hatte Jan-Moritz schon bald heimlich das Ölkännchen aus der Werkstatt „entwendet“ und hatte alles sorgsam eingeölt. Das Ölkännchen war seitdem nie wieder aufgetaucht und oft hatte sein Vater danach gesucht. Aber Jan-Moritz behielt es sicherheitshalber dort oben auf dem Dachboden, falls doch mal nachgeölt werden musste …

Kapitel 3

Beim nächsten Besuch dort oben auf dem Dachboden war alles irgendwie anders: Jan-Moritz hatte noch einmal das Steuerrad aus der Truhe genommen, das ihn in die abenteuerlichen Träume um die verschollene Insel und den Dinosaurier entführt hatte, einfach, um es sich noch einmal anzusehen.

Als der Junge versuchte, das Steuerrad wieder hinten in der Truhe zu verstauen, klemmte etwas oder lag irgendetwas im Wege.

„Da muss ich wohl erst was herausnehmen und dann geht es vielleicht besser“, überlegte Jan-Moritz und nahm wahllos das erstbeste heraus, was er greifen konnte. Es war ein Holzkistchen, schon ziemlich verblichen und abgeschabt.

In den Deckel waren fremdländische Zeichen eingeritzt oder eingebrannt, die Jan-Moritz nicht kannte. Er klappte den Deckel auf, der seitlich nur locker mit einem Schieberiegel eingehakt war. Eine große bauchige Flasche aus braunem Glas kam zum Vorschein, die noch halbvoll zu sein schien, jedenfalls schwappte in der Flasche eine dunkelbraune Flüssigkeit, als Jan-Moritz die Buddel herausnahm. „Eine Rumflasche, die Rumflasche eines Piraten“, dachte der Junge.

Der Korken saß fest im Flaschenhals, sodass es eigentlich verwunderlich war, dass die Flasche schon halb geleert war. Jan-Moritz versuchte sie zu entkorken, weil er mal daran riechen wollte, vielleicht auch probieren, aber der Korken saß derart fest, dass er es nicht schaffte, ihn mit dem Korkenzieher seines Taschenmessers herauszuziehen. „Ich werde mir das nächste Mal Papas Korkenzieher mitbringen“, überlegte der Junge, „der hat so `ne Art Hebelmechanik, die könnte helfen“, und wollte die Flasche schon wieder zurücklegen in das Holzgestell in dem Kistchen,

als ihm ein winziges Stückchen Papier auffiel, das unter der Samtbespannung an einer Ecke der Flaschenkiste hervorblitzte. Das ganze Kistchen war innen mit rotem Samt ausgeschlagen, aber an einer Ecke hatte sich der Stoff etwas gelöst. Jan-Moritz zog an dem Schnipsel. Ritsch! Pech, das hatte aber nicht viel genützt, außer, dass er nun eine kleine Ecke Papier in der Hand hatte.

Es war altes brüchiges Papier, das sich ein bisschen so wie das Butterbrotpapier anfühlte, in das seine Mutter immer die Picknickbrote einwickelte, wenn die Familie unterwegs war.

„Ärgerlich“, dachte Jan-Moritz, „jetzt habe ich das Papier auch noch kaputtgemacht.“ Aber an den Rest kam er nun garnicht mehr heran, auch nicht mit der kurzen Klinge seines Taschenmessers. Das Papier steckte zu tief und zu fest unter dem Stoff und Jan-Moritz wollte keinesfalls riskieren, noch mehr davon kaputtzumachen, wer weiß, vielleicht war das ja ein wichtiges altes Dokument!?

„Also muss ich außer dem Korkenzieher, auch ein Messer mit einer längeren und schärferen Klinge mitbringen beim nächsten Mal, wenn ich hier hochkomme“, überlegte der Junge, „wäre doch gelacht, wenn dieses Problem nicht zu lösen wäre!“

Jan-Moritz kramte noch ein bisschen weiter in der Kiste und nahm noch ein paar andere Gegenstände heraus, aber irgendwie interessierten ihn die anderen Sachen im Moment nicht sonderlich, viel interessanter war, was unter dem Samtstoff in der Holzkiste verborgen lag …

Jan-Moritz beschloss kurzerhand, trotz seiner großen Neugierde, das Geheimnis hier oben für heute sich selbst zu überlassen und die Truhe wieder sorgsam zu verschließen. Gleich am nächsten Tag wollte er wiederkommen und Korkenzieher und Messer mitbringen.

Kapitel 4

Viel los war an dem Nachmittag nicht mehr unten im Haus,

seine Mama hatte mit Vorbereitungen für eine Wochenendeinladung zu tun und kochte Verschiedenes, was dann Salate werden sollten und Häppchen und ähnliche Kleinigkeiten, die ihr immer prima gelingen.

„Da gibt’s wieder heimlich was zu Naschen,“ freute sich Jan-Moritz schon, „und wenn ich die Lücken auf den Anrichteplatten dann immer wieder geschickt mit Petersilie oder Salat oder irgendwelchen anderen Dekorationen schließe, merkt Mama das garnicht, sonst wird sie immer so ärgerlich.“

Da Mama also damit beschäftigt war und Papa draußen am Schuppen beim Holzhacken, konnte sich Jan-Moritz in Ruhe in der Werkstatt ein geeignetes Messer aussuchen und einen Korkenzieher aus der unteren Schublade im Esszimmerbuffet. Beides trug er vorsichtig und heimlich in sein Zimmer und verwahrte sie dort bis zum nächsten Morgen hinter seiner Modellautosammlung, damit nicht vielleicht sein Schwesterchen darüber 'stolperte' und meinte, damit spielen zu können.

Im gleichen Moment klopfte es hart ans Fenster. Jan-Moritz erschrak heftig und zuckte zusammen! Im nächsten Moment dann allerdings, als es zum zweiten Mal klopfte, wunderte er sich mehr als er Angst hatte, wer da überhaupt klopfen konnte, denn sein Zimmer lag doch im ersten Stock und einen Balkon davor, auf dem jemand stehen konnte, gab es nicht. Jan-Moritz ging vorsichtig zum Fenster und spähte ebenso vorsichtig hinaus. Da sah er dann, wer am Fenster 'klopfte': es waren Fritz und Henriette, die unten vorm Haus standen und Stöckchen gegen die Scheibe warfen. Jan-Moritz winkte ihnen zu und war auch schon aus dem Zimmer, die Treppe runter und Sekunden später stand er bei den beiden. “Was macht ihr denn hier?” wollte Jan-Moritz wissen.

“Du, Jan-Moritz, hast Du nicht Lust, mit zum Wasser zu kommen?“, fragte Henriette voller Vorfreude, „da soll heute Nachmittag ein großer Segler vorbeikommen, Fritz meint, es sei die Gorch Fock, das Segelschulschiff. Wenn wir so nahe wie möglich bis ans Wasser gehen, können wir das ganz groß sehen und brauchen nicht einmal ein Fernglas!” - “Klar komme ich mit!” war Jan-Moritz’ knappe Antwort und mit einem kurzen Zuruf an seine Mutter, dass er bald wieder zurück sei, waren die Drei auch schon verschwunden und im Trab unterwegs zum Deich. Von dort ging’s über die Wiesen der Elbauen und über den kleinen Sommerdeich hinweg. Einige Zäune mussten die Drei überklettern, die die Bauern dort aufgestellt hatten, damit sich ihre Kühe nicht verirrten und aus Versehen zum Nachbarbauern liefen, und dann ging das letzte Stück noch durchs dichte Schilf.

Schließlich mussten sich Henriette, Fritz und Jan-Moritz die Holzschuhe ausziehen und die Hosenbeine hochkrempeln, damit sie durch das flache Wasser waten konnten, das hier beinahe das ganze Jahr über stand. Heute hatten sie Glück,

denn es war Ebbe und sie konnten über den schlickigen Boden bis ganz dicht ans Fahrwasser der großen Ozeanriesen herangehen.