Der Tambour - Friedrich Wolf - E-Book
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Der Tambour E-Book

Wolf Friedrich

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Beschreibung

Der Leser wird in das besetzte Thüringen zur Zeit Napoleons entführt. Peter Munk, ein ehemaliger starker Mann und nun Schneider, lebt mit seiner Tochter Johanna, die er liebevoll „Hans“ nennt, in einer Welt voller Geheimnisse und Stärke. Das Leben der beiden wird dramatisch verändert, als ein französischer Tambour in der Stadt auftaucht und die lokale Bevölkerung mit seinen Zweikämpfen herausfordert. Johanna und Peter geraten in einen Strudel von Ehre, Macht und Gewalt. Friedrich Wolfs Erzählung fesselt mit einer Mischung aus historischer Spannung, emotionaler Tiefe und packender Action. Tauchen Sie ein in eine bewegende Geschichte über Mut, Kampf und die unerschütterliche Bindung zwischen Vater und Tochter.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 6

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Impressum

Friedrich Wolf

Der Tambour

ISBN 978-3-68912-098-6(E–Book)

Die Erzählung ist 1911 entstanden.

Das Titelbild wurde mit der KI erstellt.

© 2024 EDITION digital®

Pekrul & Sohn GbR

Godern

Alte Dorfstraße 2 b

19065 Pinnow

Tel.: 03860 505788

E–Mail: verlag@edition–digital.de

Internet: http://www.edition-digital.de

Der Tambour

Mein Freund ist kein Schwärmer, er boxt. Als wir noch gemeinsam zum Examen paukten, hatten wir unsere Zeit organisiert: je eine Stunde Arbeit, je zehn Minuten Erholungsboxen, beides in dreimaligem Wechsel.

Einmal wurde mein Freund nachdenklich und meinte: „Glaubst du auch, dass man mit Körperkraft – gestraft sein kann?“ – „Nanu!“ sagte ich, „dich sticht wohl der Hafer!“ – „Hör zu“, begann er ohne Umstände, „du weißt, wir stammen aus dem Thüringischen, und nach Jena und Auerstedt hielt Napoleon das ganze Land besetzt. Einer von uns wohnte damals bei Lobeda, eine Stunde unterhalb Jena. Er hieß Peter Munk, war früher als sehr stark bekannt und dann Schneider geworden. Man erzählte sich, zuvor habe er einem Müller, der ihn betrog, nüchternerweise drei Rippen gedrückt. Jedenfalls war er Schneider geworden, und seine zarte Frau war ihm früh gestorben. Aber eine Tochter, die ganz ihrem Vater glich, hatte er Johanna taufen lassen. Er rief sie mit dem Jungennamen: Hans. Zwischen den beiden bestand ein seltsames Verhältnis. Der alternde Mann, der ganz für sich lebte und, wie man behauptete, in studierten Büchern las, hatte in seinem Kind einen Kameraden gefunden, mit dem er alles teilte. Wenn sie, was selten geschah, Arm in Arm ausgingen, dann war er auf sein schönes Mädchen so stolz wie ein Bräutigam auf seine Braut. Vielleicht glich es einer – Vorsicht, wenn er sie ‚Hans‘ nannte.

Der Krieg begann. Doch Peter Munk lebte noch stiller als bisher.

In Jena lag ein stärkeres Detachement, ihm war auch jener Tambour attackiert, von dem du hören sollst. Dieser Kerl muss mit einer besonders gut geratenen Revolverschnauze begabt gewesen sein. Denn gleich am dritten Tage, als die Besatzung ein Gelage abhielt, forderte er ‚jeden deutschen Bären‘ zu einem Zweikampf heraus, um ihm einen Ring durch die Nase zu ziehen.