0,99 €
Niedrigster Preis in 30 Tagen: 0,99 €
Die packende Erzählung aus dem Jahr 1942 fängt meisterhaft den Schrecken des Krieges und die Sehnsucht nach Heimat und Menschlichkeit ein. Erleben Sie die berührende Geschichte von Peter, Hannes und Ernst, drei unzertrennlichen Freunden, an der Ostfront des Zweiten Weltkriegs. Inmitten der eisigen Weiten der Kosakensteppe bei Stalingrad kämpfen sie nicht nur gegen den Feind, sondern auch gegen die unbarmherzige Kälte und den drohenden Tod. Trotz aller Widrigkeiten klammern sie sich an das kleine bisschen Hoffnung, das ein mitgeführter Tannenbaum symbolisiert. Diese bewegende Erzählung erinnert uns daran, dass selbst in den dunkelsten Zeiten der menschliche Geist nach Licht und Hoffnung strebt.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 6
Veröffentlichungsjahr: 2024
Friedrich Wolf
Der Tannenbaum
ISBN 978-3-68912-114-3(E–Book)
Die Erzählung ist 1942 entstanden.
Das Titelbild wurde mit der KI erstellt.
© 2024 EDITION digital®
Pekrul & Sohn GbR
Godern
Alte Dorfstraße 2 b
19065 Pinnow
Tel.: 03860 505788
E–Mail: verlag@edition–digital.de
Internet: http://www.edition-digital.de
Sie hießen allgemein „das Kleeblatt“, jene drei Unzertrennlichen – der Peter, der Hannes und der Ernst –, die mit ihrer Pak manchen Sturm im Osten erlebt hatten. Bisher war noch alles ziemlich gut abgelaufen für die drei.
Soldatenglück muss der Mensch haben! Eines bloß fehlte ihnen allen: der Heimaturlaub; zumal dem Peter, der aus Schierstein stammte und zwischen den Rheinbergen ein kleines Häuschen hatte mit Kettchen, seiner jungen Frau, und mit dem Pitterchen und Mariechen, seinen beiden Krabben. Er hatte sich ausgerechnet, dass er so Mitte Dezember mit dem Urlaub dran sei. Nach achtzehn Monaten zum ersten Mal wieder daheim, und das grade zu Weihnachten!
Da kam Ende November plötzlich der Marschbefehl. Es ging verdächtig südöstlich. Klar, es ging in die Wetterecke nach Stalingrad. Der Ernst, der Jüngste unter ihnen, ein Lehrer aus Rheydt, hatte mit seinen Decken vorn auf der Protze noch etwas Seltsames als „Sturmgepäck“ aufgeschnallt: einen kleinen Tannenbaum. Er erklärte den beiden andern, dass es bei Stalingrad in der Kosakensteppe keinen Wald und schon gar nicht einen Tannenbaum gebe. Weihnachten aber wollten die drei unter allen Umständen feiern, so oder so.
Als sie den Don überschritten, begann der Schnee. Das Geschütz wurde auf Schlittenkufen montiert, und vier Panjepferde dienten als Vorspann. Das Tannenbäumchen aber hatten sie in eine Decke geschnürt, damit die Nadeln von dem immer wilder tobenden Steppensturm nicht weggerissen würden.
