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Der teuflische Bruder E-Book

Stan Nolan

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Beschreibung

Sie kamen am helllichten Tag, und sie brachten den Tod. Matt Denver und seine Männer waren sofort alarmiert. Der Besuch der herannahenden Reiter kam nicht unerwartet. Es war nicht die Frage gewesen, ob die Männer kamen, sondern wann sie kamen. „Los, geh ins Haus, Weib!“, befahl Denver seiner Frau. „Geh schon, oder muss ich dir erst Beine machen? Geh ins Haus und versteck dich!“ Starr vor Angst stand die junge Kitty da. Sie war Mitte zwanzig. Ihr schlanker Körper wies prächtige Rundungen an den richtigen Stellen auf. Das blonde, schulterlange Haar umwallte ihr makelloses Gesicht. Auf ihren wundervoll geschwungenen Lippen lag für gewöhnlich stets ein freundliches Lächeln, und die großen blauen Augen waren erfüllt von einem warmen Glanz. Doch jetzt war davon keine Spur mehr. Die Pupillen waren vor Angst und Schreck so stark geweitet, dass das Blaue kaum noch zu sehen war.

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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Ähnliche


Inhaltsverzeichnis

Der teuflische Zwilling

Impressum

Milo Taylor

Der teuflische Zwilling

Ein Western, scharf wie Feuerwasser

Damals

Sie kamen am helllichten Tag, und sie brachten den Tod.

Matt Denver und seine Männer waren sofort alarmiert. Der Besuch der herannahenden Reiter kam nicht unerwartet. Es war nicht die Frage gewesen, ob die Männer kamen, sondern wann sie kamen.

„Los, geh ins Haus, Weib!“, befahl Denver seiner Frau. „Geh schon, oder muss ich dir erst Beine machen? Geh ins Haus und versteck dich!“

Starr vor Angst stand die junge Kitty da. Sie war Mitte zwanzig. Ihr schlanker Körper wies prächtige Rundungen an den richtigen Stellen auf. Das blonde, schulterlange Haar umwallte ihr makelloses Gesicht. Auf ihren wundervoll geschwungenen Lippen lag für gewöhnlich stets ein freundliches Lächeln, und die großen blauen Augen waren erfüllt von einem warmen Glanz. Doch jetzt war davon keine Spur mehr. Die Pupillen waren vor Angst und Schreck so stark geweitet, dass das Blaue kaum noch zu sehen war.

Kitty starrte auf die Reiter am Horizont. Auf ihrer Stirn standen feine Schweißperlen. Ihre Hände zitterten leicht, die Lippen bebten.

„Nun mach schon! Tu, was ich dir sage!“ Denver schrie. Er meinte es nicht böse mit seiner Frau. Er liebte sie über alles, aber jetzt musste er so mit ihr reden. Er wollte sie schützen.

Zitternd nickte Kitty. Endlich löste sie sich aus ihrer Erstarrung. Hastig drehte sie sich um und lief, so schnell ihre Füße sie tragen konnten, auf das Haus zu. Matt Denver sah ihr nach, bis sie im Haus verschwunden war.

In diesem Moment peitschten Schüsse durch das Tal. Kugeln jaulten bösartig umher.

Die Reiter hatten sich mit ungeheurer Geschwindigkeit genähert. Jetzt waren sie Denver und seinen Männern ganz nah.

Drinnen im Haus zuckte die junge Kitty zusammen. Entsetzt spähte sie durch eines der Fenster nach draußen. Sie sah, wie sich einige von Matts Männern aufbäumten und die Arme hoch rissen. Obwohl sie es nicht wirklich sehen konnte, sah sie doch, wie das heiße Blei durch die Gegend pfiff. Körper schüttelten sich, und alles wurde rot vom Blut, das aus den Leibern spritzte.

Leblos fielen die Männer in den Staub. Die Männer, die es nicht erwischte – unter ihnen war auch Kittys Mann – legten mit ihren Gewehren auf die Mörder an und gaben Gegenfeuer.

Mündungsfeuer, so rot wie das Blut der toten Männer, stach in die Luft. Pulverrauch stieg auf. Das Peitschen der Schüsse wurde von den Todesschreien der Getroffenen übertönt. Die Männer riss es aus den Satteln. Tot landeten sie im Staub.

Doch die Mörder waren in der Überzahl. Ein Dutzend Reiter griff die Ranch an. Matt Denver hingegen hatte nur noch etwa eine Handvoll Männer an seiner Seite.

Gewehre wurden durchgeladen. Wieder krachten Schüsse. Wieder erklangen Schreie. Und wieder brachen einige von Matts Männern tot zusammen.

Kitty konnte nicht schreien. Eine unsichtbare Klaue legte sich um ihren schlanken Hals und drückte erbarmungslos zu. Es war die Todesangst, die ihr die Kehle zuschnürte. Hätte sich Matt doch nur nicht mit diesen Teufeln angelegt, dachte sie immer wieder. Die Kerle machten seit einer geraumen Weile die Gegend unsicher. Matt hatte sich mit dem Sheriff zusammen getan und war gegen die Schufte vorgegangen. Hätte er sich doch bloß aus der Sache herausgehalten!

Inzwischen war Matt der Einzige, der noch gegen die Angreifer kämpfte; alle anderen lagen tot im Staub.

Ihn sollte das gleiche Schicksal ereilen.

Kitty sah, wie Matt getroffen wurde. Mit einem Schrei brach er zusammen, als das heiße Blei in seinen Körper schlug. Zuckend blieb er am Boden liegen. Seine Hände krallten sich in den Staub. Sein Gesicht war schmerzverzerrt.

„Matt!“

Stand Kitty eben noch wie zur Salzsäure erstarrt da, so riss sie sich jetzt aus ihrer Erstarrung. Schreiend lief sie aus dem Haus. Tränen schossen ihr aus den Augen und kullerten über ihre hübschen Wangen.

Dass draußen noch die Angreifer waren, interessierte sie nicht. Es war ihr egal. Sie konnte nur an ihren geliebten Mann denken. Er lebte noch, das spürte sie. Er brauchte ihre Hilfe, und sie musste ihm einfach helfen. Egal wie, egal um welchen Preis. Sie musste ihm helfen.

Kitty lief nach draußen. Das grelle Sonnenlicht blendete sie. Aufgewirbelter Staub drang in ihre verweinten Augen und verursachte brennenden Schmerz.

Vor sich sah sie in einiger Entfernung ihren Mann im Staub liegen. Weiter hinten saßen die Angreifer auf ihren Gäulen. Vier Männer zählte Kitty. Die anderen waren schon auf dem Rückzug. In einer hoch schlagenden Staubwolke preschten sie davon.

Die vier Männer aber blieben. Aus großen Augen sahen sie die junge, bildhübsche Frau an. Bei ihrem Anblick legte sich ein schmieriges Grinsen auf die rauen, wulstigen Lippen. Speichel lief ihnen in zähen Fäden aus den Mundwinkeln.

Kitty lief weiter. Sie erreichte ihren Mann. Weinend kniete sie sich neben ihn in den Staub. Ungläubig starrte sie auf sein verzerrtes Gesicht. Sah seine gebrochenen Augen.

„Nein!“, flüsterte sie. „O Matt, du darfst nicht tot sein. Du darfst mich nicht verlassen, geliebter Matt!“

Kitty bekam nur beiläufig mit, wie die Männer von ihren Pferden stiegen. Langsam kamen sie auf die im Staub kniende Frau zu.

„Na, wen haben wir denn da?“, hörte sie einen fragen.

Kitty blickte auf. Sie konnte die Männer gar nicht richtig sehen. Ihr Blick war tränenverschleiert.

„Ihr Mörder, ihr gottverdammten Mörder!“ Sie schrie aus Leibeskräften. „Was habt ihr bloß getan, ihr Bastarde?“

Die Männer lachten nur. Jetzt trat einer von ihnen, ein bärtiger Kerl mit grauem Gesicht, noch näher an sie heran. Kitty blickte zu ihm auf. Breitbeinig stand er vor ihr. Auf seinen wulstigen Lippen lag ein schmieriges Grinsen, als er sich mit der rechten Hand in den Schritt griff.

„Die Kleine kommt uns doch wie gerufen, was, Amigos?“

Die anderen nickten hastig.

Ein leiser Schrei entfuhr Kittys Kehle, als der Bärtige sie grob an den Haaren hochzog. Auf wackligen Beinen stand sie vor ihm. Ihre Knie waren weich wie Butter. Durch ihren Körper lief ein unbändiges Zittern.

Gierig starrte der Bärtige sie an. In den Pupillen blitzte es gefährlich.

„Jetzt werden wir dir mal zeigen, was richtige Männer sind, Puppe!“ Mit einem Ruck zerriss er ihr Kleid unterhalb des Ausschnitts.

Barbusig stand sie jetzt da. Sie wollte ihre Brüste mit den Händen bedecken. Der Bärtige hinderte sie daran. Seine Blicke klebten förmlich an ihren wohl geformten Brüsten.

„Nein“, flehte sie ängstlich. Die Schamesröte stieg ihr ins Gesicht. „Bitte nicht!“

Doch die Männer kannten kein Erbarmen. Sie nahmen sich von Kitty, was sie wollten.

Es dauerte nicht lange, bis sie alle fertig waren. Doch die scheußliche, verabscheuenswürdige Tortour war der jungen, unschuldigen Frau wie eine Ewigkeit vorgekommen.

Als ihre Peiniger endlich von ihr abließen, blieb sie reglos im Staub liegen. Tränen schossen ihr aus den Augen und tropften in den Staub.

Die Mörder ihres Mannes zogen ihre Hosen wieder hoch, schnallten die Revolvergurte um und stiegen auf ihre Pferde.

Hufgetrappel drang an Kittys Gehör. Langsam verklang es. Irgendwann wurde es still.

Überall lagen die Toten. Aus leeren Augen starrten sie in den Himmel. Wind kam auf, wirbelte den Staub hoch und strich über die Leichen wie der Pesthauch des Todes.

Die junge Kitty blieb weiter reglos liegen. Stundenlang. Blutrot sank die Sonne, als Kitty sich langsam aufrichtete. Schluchzend kroch sie hinüber zu ihrem toten Ehemann. Noch einmal nahm sie ihn in die Arme.

„O Gott, Matt“, flüsterte sie krächzend. „Was haben sie uns angetan?“

Zärtlich strich sie über sein Gesicht. Plötzlich erklang Hufgetrappel. Sofort legte sich Kitty in den Staub, rührte sich nicht. Die Angst kam zurück.

Der Hufschlag verklang wieder. Kitty entspannte sich einigermaßen. Und in diesem Moment spürte sie, dass ihre Qualen noch lange nicht vorbei waren. Die Männer, die sie brutal vergewaltigten, hatten ihr etwas hinterlassen. Es war nichts, das sie sicher sagen konnte. Es war eine Ahnung. Sie spürte es einfach.

Sie spürte, dass etwas dieser Bastarde in ihr war.

*

43 Jahre später

Salado, Guadalupe County

Brenda McCloud war allein im Haus ihres zukünftigen Mannes Bob Conally. Bob war in die Town geritten, um sich nach dem langen, anstrengenden Arbeitstag mit ein paar Bier den Staub die Kehle hinunter zu spülen. Er hatte Brenda gesagt, dass es spät werden würde, deshalb beschloss die junge Frau auch, gleich ins Bett zu gehen. Zuvor wollte sie aber noch etwas frische Luft schnappen. Sie ging nach draußen auf die Veranda und sog die frische, würzige Luft tief in die Lungen. Ein lauer Wind wehte von Osten her und trug den Duft des reifenden Korns und wilder Blumen über das Land.

Für einen Moment schloss Brenda die Augen. Dann öffnete sie die Lider wieder und blickte nach oben zum Himmel, beobachtete die funkelnden Sterne und den halb vollen Mond, der seinen fahlen Schein auf die Erde warf und sie in glitzerndes Licht tauchte.

Plötzlich, völlig unvermittelt, schälte sich ein Schatten neben ihr aus der Dunkelheit. Im nächsten Moment legte sich eine kalte, knöcherne Hand auf ihren Mund und erstickte jeden Laut.

*

„Keine Angst, Mädchen. Dir wird nichts zustoßen. Aber tu mir den Gefallen und schrei nicht, ja?“

Die Person, die diese Worte aussprach – Brenda McCloud nahm nur am Rande wahr, dass es eine Frauenstimme war, die an ihr Gehör drang – wartete einen Augenblick ab, bis Brenda schließlich leicht zögernd nickte. Sogleich nahm die Unbekannte die Hand von Brendas Mund, und die junge Frau schnappte hastig nach Luft.

Da stand die Fremde auch schon vor ihr. Brenda konnte ihr Gesicht erkennen, auf das der fahle Schein des Mondes fiel, und zuckte unwillkürlich zusammen. Vor ihr stand eine Frau, die sie nie zuvor gesehen hatte. Aber der Anblick dieser Frau erschreckte Brenda. Sie war alt, sehr alt. Brenda wusste natürlich, dass sie höchstens Mitte, vielleicht Ende Sechzig sein konnte, denn im Jahre 1896, in dem diese Geschichte spielt, war es unwahrscheinlich, dass Frauen älter wurden. Und dennoch – wenn Brenda um diese Tatsache nicht gewusst hätte, so hätte sie das Alter der Frau auf achtzig, neunzig oder sogar hundert Jahre geschätzt. Aber natürlich war Brenda klar, dass das nicht möglich war.

„Wer … sind Sie?“, stotterte Brenda ängstlich. Durch ihren Körper lief ein leichtes Zittern. „Und was … wollen Sie von mir?“

Die schmalen, rauen Lippen der Alten verformten sich zu einem Lächeln. Doch das Lächeln erreichte die Augen nicht, sie blieben kalt und emotionslos. „Du musst keine Angst haben, Mädchen. Und du musst auch nicht zittern. Ich will dir nichts tun, das kannst du mir glauben.“ Jetzt lachte sie kurz. „Wie sollte ich auch? Ich bin eine alte, gebrechliche Frau. Du bist viel jünger und stärker als ich.“

„Aber was …“

„Ich möchte dich warnen!“

Brenda blickte sie verdutzt an. Wieder musterte sie die Fremde. Wieder rätselte sie um das Alter der Frau. Eines wusste Brenda jedoch ganz genau: Nie zuvor hatte sie eine Frau gesehen, die so alt aussah.

Ja, sie sah wirklich aus wie eine Greisin. Sie war sehr klein und unsagbar dürr, bestand beinahe nur aus Haut und Knochen. Ihr Gesicht war knochig, die Haut faltig und bleich, und es war sicher nicht nur der fahle Mondschein, der sie krank und ungesund wirken ließ. Zähne hatte die Alte auch keine mehr, aber was Brenda am meisten auffiel, waren die Augen der Fremden. Sie wirkten so – leer.

Fast wie die einer Toten.

Brenda schüttelte sich, als könne sie diese beängstigenden Gedanken damit abwerfen. Dann kam sie wieder auf die Worte zurück, die die Alte eben ausgesprochen hatte:

„Warnen?“, fragte sie. „Aber wovor denn? Wovor wollen Sie mich warnen?“

Die Fremde sah Brenda eindringlich an. Die junge, bildhübsche Frau mit dem rötlichen, schulterlangen Haar konnte diesem Blick kaum standhalten und drehte leicht den Kopf.

„Ich möchte dich vor dem Mann warnen, den du zu heiraten gedenkst.“

Brenda riss die Augen auf. Das war es also! Jetzt wusste Brenda endlich, was die fremde Besucherin von ihr wollte.

Mit einem Mal änderte sich ihr Gemütszustand. Vorbei war es mit der Furcht, die sie eben noch verspürt hatte.

„Hören Sie zu, Madam“, sagte die rothaarige junge Frau. Plötzlich klang ihre Stimme nicht mehr schüchtern und ängstlich, sondern vielmehr gereizt und ungeduldig. „Ich weiß sehr wohl, dass Bob nicht sonderlich beliebt in der Umgebung ist. Das ist mir bekannt. Die Leute in der Town haben etwas gegen ihn. Sie mögen ihn nicht. Ich weiß nicht, warum das so ist. Aber das geht mich nichts an. Denn ich weiß es besser. Bob ist ein herzensguter, aufmerksamer und vor allem mutiger Mann, und ich bin es langsam leid, dass ständig alle Schlechtes über ihn erzählen. Bob ist kein schlechter Mann, so begreift das doch endlich!“

Die Greisin schüttelte langsam den Kopf. „Er ist nicht nur schlecht. Er ist böse, abgrundtief böse“, erwiderte sie, und in diesem Moment kamen Brenda die Worte vor wie die einer unheilbeschwörenden Wahrsagerin.

Schnell verscheuchte sie diesen Gedanken wieder. Jetzt schrie sie die Unheimliche an: „Lassen Sie mich doch endlich zufrieden! Gehen Sie fort und mischen Sie sich nicht in Dinge ein, die Sie nichts angehen!“

Mit diesen Worten wandte sie sich von der Alten ab, stürmte zurück ins Haus und schloss die Tür hinter sich. Mit dem Rücken gegen die Tür gelehnt, versuchte sie krampfhaft, sich einigermaßen zu beruhigen.

Nach einer Weile ging ihr Atem etwas ruhiger. Trotzdem – wütend war sie noch immer. Was bildete sich die Alte eigentlich ein? Bob war kein böser Mann, o nein!

Unwillkürlich gingen ihre Gedanken zurück. Vor einiger Zeit war sie nach Salado gekommen, um ihrer Tante nach langen Jahren, in denen sie nichts voneinander gehört hatten, einen Besuch abzustatten. Kurz vor der Town war die Stage Couch, in der sie unterwegs gewesen war, von einer Handvoll brutaler Banditen überfallen worden.

Brenda hatte schrecklich Angst gehabt. Doch dann war ein mutiger Mann gekommen, der nicht gezögert hatte, es mit den Banditen aufzunehmen. Und tatsächlich war es ihm gelungen, die Schurken in die Flucht zu schlagen.

Bei dem Mann handelte es sich um Bob Conally. Er hatte Brenda gerettet, und dafür war sie ihm unendlich dankbar.

Als er Brenda schließlich in die Town brachte, wo sie ihre Tante aufsuchen wollte, musste sie erfahren, dass die vor einigen Tagen gestorben war.

Das war ein schlimmer Schock für Brenda gewesen. Wie gern hätte sie ihre Tante noch einmal gesehen!

In dieser schweren Zeit hatte sich Bob aufopferungsvoll um sie gekümmert. Brenda kannte hier sonst keinen Menschen. Bob war für sie da gewesen, hatte ihr geholfen, neuen Mut zu finden.

Und mit der Zeit war mehr geschehen. Brenda hatte ihre Gefühle zunächst nicht recht zu deuten gewusst, aber schließlich war ihr klar geworden, dass sie sich in Bob Conally verliebt hatte.

Und er erwiderte ihre Gefühle.

Von da an war alles sehr schnell gegangen. Bald schon hatten sie zum ersten Mal miteinander geschlafen. Bob war sehr zärtlich und einfühlsam zu ihr gewesen. Seitdem wusste Brenda, dass er der Mann war, mit dem sie den Rest ihres Lebens teilen wollte. Kurz darauf zog sie zu ihm auf die Farm, wo sie natürlich auch bei der Arbeit half. Er verlangte es nicht von ihr, aber für sie war es eine Selbstverständlichkeit.

Nun stand die Hochzeit kurz bevor; Brenda konnte es kaum erwarten.

Aber das war es nicht, was ihr an diesem Abend Unruhe bereitete. Als sie in ihrem Bett lag und zu schlafen versuchte, wollte es ihr einfach nicht gelingen, ins Reich der Träume einzutauchen.

Immer wieder kam ihr die unheimliche Greisin in den Sinn. Die Fremde hatte ihr Angst gemacht, und aus irgendeinem Grund konnte Brenda diese Angst nun nicht mehr abschütteln.

Draußen heulte der Wind ums Haus. Die Tiere der Nacht stießen klagende, flehende Laute aus. Das machte es Brenda noch schwerer, endlich einzuschlafen.

Irgendwann gelang es ihr aber doch. Die Müdigkeit war einfach zu groß und siegte am Schluss. Brenda fielen die Augen zu, und gleich darauf sank sie in einen oberflächlichen Schlaf.

*

Ein Geräusch schreckte sie zwei Stunden später auf.

Benommen richtete sie sich im Bett auf. Sie war nicht mehr allein, hörte das Atmen der Person, die sich neben sie aufs Bett gesetzt hatte und ihr jetzt eine Hand auf die Schulter legte.

Brenda fuhr herum.

„Ich wollte dich nicht erschrecken“, sagte Bob Conally sanft.

Brenda atmete auf. Bob war zurückgekommen. Das war gut. Einen Moment hatte sie geglaubt, die unheimliche Greisin sei wieder da.

„Bob“, sagte sie leise. Ihre Stimme klang erleichtert. „Schön, dass du wieder da bist.“

„Tut mir leid, dass es so spät geworden bist“, erwiderte er. Er griff hinüber zur Kommode, auf der die Lampe stand, tastete nach den Schwefelhölzern und riss sogleich eines an der Kante der Kommode an. Gleich darauf verbreitete die Petroleumlampe flackerndes Licht.

Bob wandte sich wieder seiner zukünftigen Frau zu. Ein Lächeln legte sich auf seine rauen Lippen. Dabei veränderte sich sein Gesicht, sodass die tiefen Linien nicht mehr so hart wirkten. „Ich hab beim Pokern die Zeit vergessen“, erklärte er schuldbewusst. „Aber ich habe nicht viel getrunken. Schließlich sollst du keine Angst haben müssen, einen Säufer zu heiraten, der nachts nach Hause kommt und seine Frau schlecht behandelt. Das würde ich nie tun.“

Verträumt sah Brenda ihren Bob an. Er war ein hoch gewachsener, breitschultriger Mann, mit stählernen Muskeln und kantigem, hartem Gesicht, das aber gepflegt und rasiert war. Sicher, manch einer mochte denken, dass Bob böse und gefährlich aussah, aber Brenda wusste – glaubte zu wissen -, dass sich unter der harten Schale ein sehr weicher Kern verbarg. Und das liebte sie so an ihm.

„Aber das weiß ich doch“, sagte sie. Zärtlich strich ihre Hand über Bobs Wange.

Jetzt beugte er sich weiter vor. Tief blickte er ihr in die Augen. Brenda spürte seinen warmen Atem. Sein Gesicht kam immer näher, und schließlich berührten sich ihre Lippen. Bob küsste so unsagbar zärtlich, dass es für Brenda jederzeit ein Feuerwerk der Sinne war. Die junge Frau schloss die Augen, während Bobs Zunge in ihren Mund drang.

Jetzt ließ sie es nicht mehr nur geschehen, sondern machte auch mit, erwiderte seine heißen Küsse. Bobs Finger blieben ebenfalls nicht untätig, strichen über ihr Gesicht. Bob war so zärtlich, dass Brenda beinahe dahin schmolz. Schließlich schob er die leichte Decke vom Körper, die immer noch ihre Beine bedeckte, und zog ihr das Negligé vom Leib. Nackt, wie Gott sie einst erschaffen hatte, saß sie nun neben ihm auf dem Bett. Ihre großen, wohlgeformten Brüste hüpften ihm begeistert entgegen.

Brenda war eine wirkliche Augenweide. Ihr hübsches Gesicht wurde von vollem, roten Haar umrahmt, das bis über die Schultern reichte. Brenda war schlank, hatte aber prächtige Rundungen an den richtigen Stellen. Bobs Blick klebte förmlich an den vollen Brüsten. Die Warzen stachen steil aufgerichtet aus den großen dunklen Aureolen hervor.

Bob konnte nicht länger an sich halten. Seine Hände wanderten zu ihren Brüsten.

---ENDE DER LESEPROBE---