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Luise und Frank machen Urlaub auf der Insel Rügen. Luise entdeckt bei einem Spaziergang ein Gesicht im Tümpel. Hirngespinst oder tatsächlich eine Leiche? Kommissar Stump und Lehner ermitteln. Was passiert mit dem Ehepaar Sabine und Peter Holz? Wer verschwindet und wer wird entführt? Gibt es noch mehr Leichen? Die Ereignisse überschlagen sich. Gibt es ein Happy End? Es lohnt sich das Buch zu lesen. Spannend und voller Überraschungen.
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Seitenzahl: 821
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Bea Krieger
Der Tümpel
Schönes, gefährliches Rügen
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Der Tümpel
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Impressum neobooks
für meine Freundin Andrea Giesa
Unser erster gemeinsamer Urlaub auf der Insel Rügen und dann das.
Ein Mord oder eine Verzerrung der Tatsachen? Ahnungslos spazierten wir die angegebene Wanderstrecke des Hotels entlang. Viele Bäume, schummriges Licht. Wolken, es sah nach Regen aus. Wir unterhielten uns und kamen an einem Tümpel vorbei. Es wirkte gruselig. Alte Bäume die im Wasser standen und an Mangroven erinnerten. Gräser und Entengrütze. Ein Steg führte vom Weg ein kleines Stück an den Tümpel heran. Ich eilte mit meiner Kamera hin und erschrak. Bildete ich mir das ein, oder war dort ein Gesicht zu sehen? Für Sekunden nur. Ich schüttelte entsetzt den Kopf und drückte mehrmals auf den Auslöser. Frank kam zu mir: „Was ist denn los? Du siehst so blass aus?“ „Frank, sieh doch – ein Gesicht!“ „Wo? Ich sehe nichts, das bildest du dir nur ein“.
Mir lief ein Schauer über den Rücken und ich war wie gelähmt. „Wir müssen die Polizei benachrichtigen, Frank!“
„Quatsch, da ist nichts. Du liest eindeutig zu viele Krimis. Komm lass uns weitergehen! Bevor es anfängt zu regnen.“ Es kam Wind auf, die Bäume rauschten und man konnte meinen, eine Stimme summte in den Baumkronen...
„Hmm, vielleicht habe ich es ja mit der Kamera aufgenommen. Gut, gehen wir weiter? Oder besser zurück, es dämmert schon.“ Vielleicht hatte Frank ja Recht und ich sah schon Hirngespinste. „Obwohl ich mich nicht gut damit fühle“, ich nickte.
Frank nahm mich in den Arm. „ Du bist überarbeitet, es wird Zeit dass du dich erholst.
Lass uns auf dem Weg zum Hotel in eine Kneipe einkehren und eine Kleinigkeit essen. Vielleicht ein Gläschen Wein dazu. Danach sieht die Welt wieder besser aus.“ Nach 10 Minuten kehrten wir in ein gemütliches Gasthaus ein und bestellten einen Salat mit einer Brotzeit. Die Portionen waren groß, das reichte für vier Leute. Aber die frische Luft hatte mir gut getan und großen Hunger beschert.
„Luise, wo bist du denn mit deinen Gedanken? Immer noch bei diesem Tümpel? Ich dachte wir schmieden unsere Pläne weiter?“ „ Ach Frank, ich bin so müde. Das gute Essen, die frische Luft und endlich weg vom Stress. Lass uns zu unserem Hotel gehen und schlafen, ja?“
„Okay, ich bezahle noch und dann gibt es vielleicht noch ein leckeres Dessert aufs Zimmer?“
Mitten in der Nacht schreckte ich schweißgebadet auf und sah das Gesicht im Tümpel vor mir. Augen, die mich klagend ansahen. Frank schnarchte und hatte nichts mitbekommen.
Vielleicht steht ja morgen etwas davon in der hiesigen Zeitung.
Licht aus und weiter schlafen. Morgen weitere Pläne fürs Auswandern nach Norwegen schmieden. Frank hatte nur eine Woche Urlaub von seiner Station bekommen. Der Grund war chronischer Personalmangel.
Bei mir waren es Gott sei Dank 14 Tage Überstundenabbau. Ich versuchte es mit Schäfchen zählen, eins, zwei und morgen sieht die Welt schon anders aus.
Sie joggte wie jeden Morgen durch den Wald. Es war noch feucht und nebelig von dem Regen der letzten Nacht. Noch war kein Mensch unterwegs.Ihre liebste Zeit vor der Arbeit eine Runde zu drehen.
Seitenstechen zwangen sie inne zu halten. Plötzlich ein heftiger Stoß von hinten. Sie fiel auf den Boden. Ein Schatten über Ihr. -Hilfe-!
Ein Schlag auf den Kopf, absolute Dunkelheit umgab sie. Nach einiger Zeit wachte sie auf.
Wo bin ich? Oh, mein Kopf, was ist passiert?
Sie versuchte, sich zu recht zu finden in der Dunkelheit, aber sie wurde wieder bewusstlos.
„Luise, bist du wach? Du duftest so gut. Komm her meine Süße.“ „Frank du bekommst wohl nie genug?“ lachte ich.“ Hör auf mich zu kitzeln.“ Kreischend rannte ich ins Badezimmer und knallte die Türe zu.
„Luise lass mich rein, bitte, ich muss dringend“.
„Ja , aber nur wenn du aufhörst mich zu foppen.“ Ich kletterte aus der Dusche und öffnete die Türe. Frank kam rein. Ich ging ins Zimmer und zog mich an. Es hatte aufgehört zu regnen, aber es hingen noch schwere Wolken am Himmel.
„Hoffentlich bekommen wir noch ein Frühstück. Frank bist du fertig?“
„Ja, ich brauche ja nicht so lange wie Ihr Frauen.“ Sie gingen beide in den Frühstücksraum.
„Hmm, es duftet nach Kaffee und warmem Brot.
Wo ist denn noch Platz? Ich sah mich um. “Da am Fenster sind noch zwei Plätze frei“. „Dann nichts wie hin, bevor die anderen uns den Platz weg nehmen“. Ich musste lachen. Wie in der Schule.
Frank sagte zu mir: „Bleib du sitzen und lass dich von mir bedienen“.
Sich bedienen zu lassen, wunderbar. Das hat man nicht jeden Tag, dachte ich.
Am Nebentisch saß eine ältere Dame und nickte mir freundlich zu. Ihr Mann kam mit einem vollen Teller vom Buffet zurück. “Wilfried, das ist aber ziemlich übertrieben. Wer soll das denn alles essen“? „Natürlich wir beide“, flüsterte er und zwinkerte mir zu. „Schließlich befinden wir uns ja in den Flitterwochen! Und wir haben noch einiges vor heute“!
„Wilfried, dass du immer so übertreiben musst. Wir sind jetzt 60 Jahre verheiratet und befinden uns nicht mehr in den Flitterwochen“.
„Emma, dass du immer so kleinkariert sein muss! Möchtest du Kaffee oder Tee? Lieber Tee und ein Croissant. Soll ich dir das schmieren, meine Liebste? Wie immer“?
„Ja, wie immer, Darling. Danke“ sagte Emma.
Endlich kam Frank vom Buffet zurück und ich musste grinsen. Egal, das Alter scheint wohl keine Rolle bei den Männern zu spielen. Jagen, Beute machen und für die Seinen sorgen, das lag doch eindeutig in den Genen.
„Luise, was grinst du denn so“? „Ach, nur so. Ich fange an mich zu entspannen. Was unternehmen wir denn heute?“ Sie biss in das Brot. „Leckeres Brot. Gibt es denn auch Rührei?“, fragte sie. „Oh, habe ich vergessen.“
„Probiere doch mal in der Zwischenzeit von dem Schinken, der schmeckt super“.
„Und hast du eine Zeitung gesehen“? „Nein, aber die können wir uns gleich im Ort kaufen“. „Frank, ich habe heute Nacht von dem Gesicht in dem Tümpel geträumt“. „Psst, nicht so laut. Die beiden älteren Herrschaften müssen das ja nicht mit bekommen“. “Warum nicht? Vielleicht haben die beiden auch was gesehen oder gehört.“ “Luise, ich glaube du bildest dir das nur ein“. „Frank, hör doch auf. Am liebsten würde ich zur Polizei gehen und denen davon erzählen“.
„Vielleicht wird ja eine Person vermisst, wer weiß. So groß ist diese Insel doch nicht. Und Morde passieren doch überall“
„Luise ich gebe auf. Lass uns in Ruhe zu Ende frühstücken und dann sehen wir weiter“!
„Frank, bleib sitzen, ich gehe, vielleicht finde ich ja eine Zeitung. Und ich hole uns noch Rührei.
„Junger Mann, befinden sie sich auch in den Flitterwochen“? „Wilfried“! Emma mischte sich ein- „Emma, las mich doch mal Fragen“.
Frank grinste: „Nein, leider nicht.“ „Aber das können Sie doch ändern“. „Wilfried, jetzt gehst du aber zu weit mit deiner Aussage“! „Emma, musstest du nicht mal zur Toilette“? „Wie bitte? Du willst mich wohl los werden? Na gut, ich gehe, aber ich komme gleich wieder. Wehe Dir“!
„Ach, meine süße Emma. Wir sind jetzt auf den Tag genau 60 Jahre verheiratet. Was würde ich ohne sie machen? Mein Name ist Wilfried, sie können mich gerne duzen“.
Frank: „danke für das du. Meine Freundin und ich machen hier Urlaub, leider nur eine Woche, dann müssen wir wieder zurück. Luise ist sehr erschöpft. Wir arbeiten beide in der Pflege. Und da herrscht ja chronischer Personalmangel“. Wilfried nickte: „Gott sei Dank muss ich nicht mehr arbeiten und kann das Leben mit meiner Emma noch genießen. Sie ist schwer krank und ich weiß nicht, wie lange sie mir noch erhalten bleibt“.
„Oh, das tut mir leid. Leben sie denn hier“? „Nein, aber Emma wurde hier geboren und wir wollen uns noch mal die alte Heimat von ihr ansehen“. „Haben Sie denn keine Kinder“? fragte Frank. „Doch zwei Kinder haben wir. Thomas lebt in den Staaten und Rebecca lebt im Süden von München. Beide sind sehr beschäftigt und haben so wenig Zeit.“
„Wir haben bis jetzt nichts gesagt, da wir die beiden nicht beunruhigen wollen. Meine Tochter ist Ärztin und würde auf eine Therapie bestehen. Aber Emma ist 82 Jahre alt und sie will in Würde sterben können. Verstehen sie das nicht falsch, aber wir haben unser Leben gelebt.“
„Wilfried, ich kann dich sehr gut verstehen. Da ich ja täglich mit der Pflege zu tun habe
und es ist nicht alles eitel Sonnenschein wie es immer scheint.“
Beide schwiegen für einen Moment.
„Bevor unsere Frauen zurück kommen, kann ich dich was fragen?“ Frank überlegte wie weit er gehen konnte mit seinen Fragen. Er kannte den älteren Mann gar nicht, aber er war Frank sehr sympathisch. „ Ja, natürlich“ sagte Wilfried. Frank zögerte einige Sekunden. „Frank, raus mit der Sprache, um was handelt es sich denn?“ „ Ich möchte Luise einen Heiratsantrag machen und weiß noch nicht so recht wie und wo“. Wilfried fing an zu lachen. „Mein Gott, Frank. Ich habe gedacht ich habe was im Gesicht“. Frank lachte vor Erleichterung mit. “Na ja, meine Eltern sind tot und die kann ich nicht mehr fragen. Die Idee kam mir gestern Abend im Bett. Ich habe noch keinen Ring gekauft. Es ist halt sehr spontan.“ Wilfried grinste: „ Aber das können wir doch klären. Ich frage Emma wo hier ein Juwelier ist und sage dir morgen Bescheid.“ Wilfried schlug Frank mit der Hand auf die Schulter. „Kein Wort zu Luise sonst ist das keine Überraschung mehr!“ sprach Frank.
„ Selbstverständlich nicht und Emma erzählt nichts. Sie wird sich freuen“. Wilfried machte ein ernstes Gesicht.
„Ah, da kommen unsere beiden Hübschen ja wieder.“ Wilfried grinste Emma an.
„Frank, ich finde keine Zeitung, aber ich weiß wo wir gleich hingehen können. Emma hat mir ein paar Tipps gegeben, da sie ja von hier ist, “ plapperte ich los.
„Also, wir wollen euch nicht weiter stören bei euren Flitterwochen“. Ich grinste und verabschiedete mich von Emma. „Was haltet ihr davon wenn wir uns morgen um 15.00 Uhr hier zum Kaffee treffen?“ „ Gute Idee, ja dann bis morgen.“ Frank reichte Wilfried die Hand und musste sich ein Grinsen verkneifen.
„Emma, wollen wir gehen?“ fragte Wilfried. „Wir wollten doch noch ein bisschen einkaufen.“ Emma stand auf und musste sich am Tisch festhalten. “Oder hast du dir das anders überlegt?“ „Nein, gerne können wir gehen!“ sagte Emma. „Holst du bitte unsere Mäntel, Wilfried?“
Frank und ich gingen auf unser Zimmer. Ich warf mich mit einem Lachen aufs Bett. „ Frank komm doch her ein bisschen kuscheln, ja?“
„Moment ich muss nur noch die Jacken aufhängen.“
„Blöd, dass du nur eine Woche frei hast“, meckerte ich plötzlich los. „Kannst du das nicht ändern? Es ist doch so schön hier!“ „ Was grinst du denn so blöd?! Frank ließ sich aufs Bett fallen und nahm mich in die Arme und meinte: „Man kann nicht alles haben im Leben.“
Absolute Stille umgab sie. „Ob mich jemand vermisst?“, grübelte Ruth. Sie versuchte sich zu bewegen, aber jede Bewegung tat Ihr weh. „Mein Gott, was ist überhaupt mit mir passiert? Was habe ich getan? Wo bin ich?“
Barbara trat ins Büro und blickte sich um. Es war bereits 8.00 Uhr und eigentlich sollten alle da sein. Denn um 8.30 Uhr gab es eine Besprechung wie jeden Montag. „Morgen Barbara, bis auf Ruth sind alle da“, sagte Helga die Sekretärin.
„Hat Ruth sich krank gemeldet?“ „Nicht, das ich wüsste“, sagte Helga. „Solange ich hier bin, ist nichts außer gewöhnliches passiert.“ „Na ja, vielleicht hat sie ja verschlafen, “ meinte Barbara. „ Ist der Kaffee schon fertig?“ „Ja, der Kaffee steht bereits im Besprechungszimmer.“
„Okay, danke Helga. Dann können wir ja gleich anfangen und wenn du was von Ruth hören solltest, sag mir bitte Bescheid:“
„ Natürlich“, antwortete Helga. Barbara drehte sich herum und ging in Ihr Büro um sich für die Besprechung zu sammeln.
12.00 Uhr. Mittagspause, Barbara ging zu Helga: “Gibt es etwas neues?“
„ Nein, bis jetzt nichts. Ruth hat sich nicht gemeldet.“ „ Soll ich noch einmal bei ihr zu Hause anrufen?“, fragte Helga.
Barbara überlegte. „Ich fahre nachher einmal bei ihr vorbei, denn ich muss noch zum Supermarkt und das liegt auf einem Weg.“
„Die anderen haben auch keine Idee, wo sie sein könnte. Okay, ich gehe jetzt zum Türken, soll ich dir etwas zu essen mit bringen, Helga?“
„Das wäre sehr nett, einen Salat wie immer“, sagte Helga.
Barbara kam mit dem Essen zurück ins Büro. „Helga kannst du mir die Adresse von Ruth aufschreiben? Mach gleich Schluss Helga. Du hast auch zu viele Überstunden! Ich bleibe länger hier. Mensch ist das heute ein Tag, ich fühle mich so geschlaucht.“
Helga sah auf und gab Barbara den Zettel mit der Anschrift. „ Bin gespannt ob sie morgen kommt oder heute noch anrufen wird“, sagte sie.
„So, ich mache mal weiter, muss noch einen Kunden anrufen der sich beschwert hat“ und ging zu Ihrem Büro weiter.
„Soll ich noch mal Kaffee aufschütten?“, rief Helga hinterher. „Gute Idee“, rief Barbara zurück.
Helga ging in die Teeküche und traf dort auf Jutta. „Hallo Jutta wie geht es dir?“
„Hallo Helga, ganz gut und selbst? Machst du frischen Kaffee?“ „ Ja, soll ich dir eine Tasse mitmachen?“ „Ja, danke, Helga. Hast du was von Ruth gehört?“ „Nein, bis jetzt nichts. Barbara fährt nach der Arbeit bei ihr vorbei. Vielleicht ist sie ja krank und liegt im Bett, “ sagte Helga. Jutta antwortete: „Vielleicht weiß Ihre Familie was.“ Helga stellte die Kaffeemaschine an und sagte: „ Ich dachte die Familie hat keinen Kontakt zu ihr und wohnt in Bayern?“
Jutta zuckte zusammen: „Oh, da habe ich mich wohl verplappert. Sie hat seit zwei Jahren wieder Kontakt mit Ihren Eltern, bzw. ihrer Mutter. Der Vater lebt nicht mehr.“
„Na ja, vielleicht ist ja auch alles in Ordnung mit Ruth.“ „Helga sag es aber nicht weiter, ich weiß nicht ob Ruth das möchte dass es alle wissen.“
Helga schmunzelte ein bisschen. „Ich sag es nicht weiter“. „So der Kaffee ist fertig, hast du Lust Barbara eine Tasse zu bringen? Ich muss mal dringend wohin.“
Jutta ging zum Büro von Barbara, aber die hatte keine Zeit.
Sie telefonierte mit einem Kunden, knabberte dabei hektisch an einem Bleistift und verdrehte die Augen. Jutta stellte die Tasse ab und ging zu Ihrem Platz auf der anderen Seite.
Sie hatte ein schlechtes Gewissen, das sie sich verplappert hatte. Sie war noch neu hier im Team und bekam nicht so schnell Anschluss. Ruth war sehr nett zu ihr und sie beide hatten sich privat getroffen. Ruth hatte ihr die Stadt gezeigt und die Lokale wo sich die jungen Leute trafen um Spaß zu haben.
Sie verstanden sich gut. Jutta fasste Vertrauen zu ihr. Besonders nach der Geschichte in Köln mit ihrem Ex, der ihr das Leben zur Hölle gemacht hatte. Aber das war ja jetzt vorbei. Ihr Ex wusste nicht, wo sie hin gezogen war. Oder irrte sie sich? Ihm ist alles zuzutrauen, diesem Psychopathen.
Ruth wachte erneut auf und hatte furchtbaren Durst und Ihr Kopf dröhnte. Außerdem musste sie auf die Toilette.
Plötzlich ein Geräusch und es wurde hell. Sie zuckte zusammen, das Licht brannte in ihren Augen. Die vermummte Person kam herein und brachte Wasser. Sie konnte nicht erkennen, wer es war. Ob Mann oder Frau ließ sich nicht ausmachen bei den Klamotten.
Der oder diejenige schnitt Ihr die Fesseln durch und half ihr, sich hinzusetzen. Ruth konnte sehen dass in der Ecke ein Eimer stand. Sie wollte aufstehen, aber sie fiel hin. Ihre Beine waren taub und es tat höllisch weh. Auch in den Armen spürte sie Schmerzen. Sie bekam die Flasche an den Mund gehalten.
Sie trank in hastigen Zügen. Ruth verschluckte sich beinahe. Ihr wurde wieder schlecht. Die Person zog sie hoch und führte sie zum Eimer. Aber es ging ganz gut, erleichtert schloss sie die Augen. Ruth zitterte vor Angst. Sie wurde wieder zu Ihrem Platz geführt. Mittlerweile konnte sie klar sehen. Es war ein kleiner Raum mit ein paar Möbeln und einer Heizung. Ruth konnte nicht sprechen da sie wieder den Knebel im Mund hatte. Sie ließ sich erschöpft auf das Bett fallen und schlief wieder ein. Die Person entfernte sich und das Licht ging aus.
Draußen vor der Türe überlegte sich die Person, was sie als nächstes machen sollte.
Sie würde erst mal was zum Essen besorgen im nächsten Dorf, hoffentlich fiel sie nicht auf. Denn sie würde das zu Ende bringen was sie sich vor genommen hatte. Egal was noch kommen mag, aber sie musste sich beeilen. Denn sie war heute Abend mit einem Mann verabredet für diesen Auftrag. Und sie musste noch zur Bank, Geld abholen. Termine über Termine. Sie musste pünktlich nach Hause, sonst würde ihr Mann Verdacht schöpfen und das wollte sie vermeiden. Der wird sich noch wundern, vielleicht lass ich ihn auch verschwinden, aber nicht zu voreilig werden. Erst muss das hier klappen, dann kann ich weiter sehen.
Barbara fuhr die Hauptstraße lang und bog in den Tulpenweg rechts ein. Parkte das Auto fast vor der Türe und stieg aus. Sie bimmelte bei der Nummer 7, Ruth Baum und wartete geduldig ab. Die Türe wurde nicht aufgedrückt. Sie wartete noch eine Weile und ging zurück zum Auto. Sie konnte an den Fenstern nichts erkennen. Sie wusste auch nicht, welche Wohnung es überhaupt war. Keine Nachbarn hinter der Gardine zu sehen. Na ja, vielleicht war Ruth auch noch beim Arzt oder Einkaufen. Barbara stieg ein und fuhr zum Supermarkt. Mein Gott war das voll, hoffentlich muss ich an der Kasse nicht so lange warten.
Jutta ging den langen Weg zu Ihrer Wohnung zu Fuß, sie hatte mal wieder den Bus verpasst. Die Bewegung tat Ihr gut. Sie freute sich auf ihre Wohnung und plante in Gedanken ein leckeres Essen. Hoffentlich kommt Ruth morgen wieder. Ohne sie war es langweilig im Büro.
Die anderen waren nett zu ihr, aber sie war zu schüchtern um Kontakte zu knüpfen. Na ja, es wird bestimmt wieder gut, warum auch nicht. Sie schloss die Türe auf und wurde stutzig. In ihrem Briefkasten steckte ein dicker Umschlag, sie nahm ihn raus und Ihr Herz fing an zu rasen.
Oh nein, hoffentlich nicht von Jörg aus Köln, es war kein Absender zu sehen. Das bedeutete nichts Gutes.
Mit weichen Knien ging sie die Treppe rauf und schloss die Türe auf. Minka kam maunzend auf sie zu und schnurrte laut wie ein Traktor. „ Na, Minka. Du hast bestimmt Hunger, oder?“ Sie holte die Büchse aus dem Kühlschrank und füllte den Napf auf. So, erst einmal ein Schluck Wasser und dann fange ich an zu Kochen. Ihr Telefon blinkte im Flur. Jutta drückte auf den Knopf und hörte nur ein Rauschen und Knistern. Mein Gott, das kann doch nicht wahr sein. Nicht dass das Jörg ist, dieses Schwein. Ihre Knie wurden wieder weich, aber sie fing sich und löschte den Anruf. Sie betrachtete den dicken Umschlag und überlegte was sie damit machen könnte. Schwups flog er in den Papiermüll. Jutta seufzte tief und hatte sich wieder voll im Griff. Ein Gläschen Wein und das Essen braucht auch nicht mehr lange. Danach in die Wanne und ins Bett mit einem Buch.
Hoffentlich ist Ruth morgen wieder da. Ich brauche sie für das neue Projekt, alleine schaffe ich das nicht!
Sabine rannte fast im Dauerlauf zum Supermarkt. Brot, Käse und Wurst. Was brauche ich denn noch für mich? überlegte Sabine und fuhr gegen ein Regal. „Hoppla, rief Barbara, haben sie sich weh getan? Nein“, stammelte Sabine und ging weiter. Barbara schüttelte den Kopf und ging zur Kasse.
„Meine Güte, das darf mir nicht noch einmal passieren“, murmelte Sabine leise vor sich hin.
Sie bezahlte und ging nach draußen mit den Tüten. Jetzt noch zur Bank und wieder zurück.
Ich muss mir doch ein eigens Auto anschaffen.
Ruth zuckte vor Schmerzen zusammen. Ob der oder diejenige wiederkommt? Mein Magen knurrt.
Wie kann ich nur ans Essen denken, ich will hier raus und nach Hause. Sie fing an zu weinen.
Die Türe ging auf und das Licht wurde angemacht. Die vermummte Gestalt brachte was zum Essen, was für ein Hohn. Meine Henkersmahlzeit, dachte Ruth. Die Person nahm ihr den Knebel aus dem Mund und zeigte auf das Messer was sie dabei hatte. Ruth verstand auch so was das bedeutete.
Ihr wurde nun der Teller mit dem Essen zugeschoben. Das Essen war sogar heiß. Ruth beobachte die Gestalt und wollte Fragen stellen, aber der Hunger war größer als die Neugierde. Ihr leerer Teller wurde weg genommen und die Person zeigte auf die Matratze. Ruth ging ohne ein Wort zu sagen hinüber und setzte sich hin.
Das Licht ging aus und sie war wieder alleine. Es gab keine Möglichkeit zu fliehen oder zu schreien. Die Wände sahen sehr dick aus. Na ja, wenigstens war der Knebel aus dem Mund. Der fühlte sich bereits wund an. Außerdem war Ruth der Meinung, weibliche Züge festgestellt zu haben, oder irrte sie sich?
Die Person warf den Teller in den Karton und versteckte diesen in der Nische. Sie packte Ihre Sachen zusammen und ging in Richtung Wald. Nach 20 Minuten kam sie auf die Lichtung und sah bereits den Mann am Baum stehen, Pünktlich war dieser. Sie ging auf ihn zu.
Mit tiefer Stimme sprach er: „ Haben Sie das Geld?“ Die Person nickte und schluckte. „Ja, zuerst eine Anzahlung und den Rest später, wenn sie ihren Auftrag erledigt haben!“
„Ich soll die Frau an einen anderen Ort bringen und sie kommen dann nach?“
„Genau so ist es. Um den Rest kümmere ich mich selbst. Sie zeigen mir dann noch ein paar Tricks mit dem Messer und der Waffe. Ich bin ein bisschen aus der Übung gekommen.“
Ein dreckiges Lachen widerfuhr ihr. „ Aber das habe ich schnell wieder im Griff! Sie sagen mir noch wo sie sie hinbringen und dann bekommen sie den Rest Geld von mir. Waren sie schon in der Wohnung? Nein, noch nicht. Das wollte ich morgen machen. Nach was soll ich suchen?
Ob Ruth irgendeine Verbindung zu Tante Johanna hat, ob wichtige Dokumente in ihrem Schreibtisch liegen. Sie wissen schon was ich meine. Los jetzt! Ich muss gehen, damit niemand Verdacht schöpft. Hier ist das Geld und der Schlüssel. Vor allem nichts herum liegen lassen. Haben wir uns verstanden?“
Der Mann nickte, nahm die Sachen entgegen und ging in Richtung Wald. Die Person drehte sich erleichtert herum und ging in Richtung Straße.
Sabine schloss die Türe auf und stellte die Tasche auf die Kommode im Flur. Ihr Mann war noch nicht da, Gott sei Dank. Er will bestimmt wieder ein Bier und sein Steak haben. Wie immer am Montag.
Widerlich, warum habe ich diesen Trottel nur geheiratet? überlegte Sabine. Aber ich brauche sein Geld, damit ich abhauen kann ohne ihn. Der wird sich noch wundern. Das Telefon klingelte in diesem Moment. Sabine zuckte zusammen. Das kann nur Peter sein, ja klar! Seine Büronummer.
„Ja, Peter was gibt es?“ „Hallo Schatz, ich bringe noch einen Kollegen zum Essen mit. Wir müssen noch einige wichtige Punkte besprechen. Da ich ja bald in Urlaub gehe.“ Peter lachte dümmlich.
„Es macht dir doch nichts aus? Schatz?“ „Nein, natürlich nicht. Ich überlege nur was ich kochen soll.“
„Schatz, es ist doch Montag! Du wirst doch noch genug Steaks haben, sonst muss du noch welche kaufen, das dürfte doch nicht so schwierig sein, Sabine“. Sabine wurde wütend und hatte Mühe sich zu beherrschen. „Natürlich ist das kein Problem, wann seid ihr da?“ „Eh, ich schätze mal um 19.00 Uhr. Du hast noch genug Zeit und mach dich für uns hübsch. Und du weißt, was du zu sagen hast?!“
Sabine legte auf und warf Ihre Schuhe durch die Küche. Sie sah auf die Uhr. Ihr blieben noch drei Stunden Zeit.
Dieser Alltag machte sie verrückt. Sie musste sich beruhigen, sonst würde es nicht klappen mit dem Abend.
Sie ging in den Keller und holte die Steaks aus der Truhe. Sabine knallte den Deckel zu, klemmte sich die Finger. Das habe ich nun davon.
Salat waschen, Champignons schneiden und die Kartoffeln schälen. Es müssen ja selbst gemachte Pommes sein.
Nach einer Stunde ging Sabine nach oben und überlegte im Badezimmer was sie anziehen sollte.
Aber sicher, es ist ja Montag. Das blaue Kleid mit passender Unterwäsche. Und die Haare hochstecken.
Tisch decken, Kerzen anmachen und den Wein öffnen. Sie hörte wie die Türe auf geschlossen wurde. Auf in den Kampf, dachte Sabine.
Sie ging in den Flur. „ Hallo Schatz, darf ich dir meinen Kollegen vorstellen? Herr Klar, der mich die nächsten drei Wochen vertreten wird.“ Sie reichten sich die Hände. „ Guten Abend Herr Klar, freut mich sie kennen zu lernen.“ Herr Klar und Peter grinsten beide.
„Peter gehst du schon mal mit unserem Gast ins Esszimmer? Ich hole nur noch die Vorspeise und dann können wir Essen.“ Sabine ging in die Küche und hörte noch den Satz. „Bert, habe ich dir zu viel versprochen? Das wird ein netter Abend.“
„ Die Vorspeise ist hervorragend. Peter hat mir von ihren Kochkünsten bereits erzählt.“ Herr Klar grinste charmant.
„Freut mich, dass es ihnen schmeckt“, Sabine musste sich zusammenreißen.
„Peter kümmerst du dich um den Wein?“ fragte Sabine. Sie stand auf und sammelte die Teller ein. Peter grinste nur und vertiefte sich wieder ins Gespräch mit Bert.
Der zweite Gang folgte. Es schmeckte Ihr immer weniger. Die beiden Männer waren bereits angetrunken und machten anzügliche Witze.
„Sabine, ich darf doch Sabine sagen?“ Bert grinste verlegen. „Was machst du denn den ganzen Tag? Kinder habt ihr nicht, soviel ich weiß.“
Peter sah mit einem drohenden Blick zur Sabine herüber. Hoffentlich verplapperst du dich nicht mit deiner Fußpflege -aktion. Sabine schluckte schwer. „ Na ja, da Peter ja einen guten Posten hat, brauche ich nicht zu arbeiten. Hausfrau und meinen Hobbys nachgehen. Bert fragte: „Was sind das für Hobbys?“ Er trank einen Schluck von dem Rotwein. Sie war total angespannt, ihre Kopfschmerzen kamen wieder. Sie musste noch eine Tablette einwerfen.
„ Kleider nähen, in der Nachbarschaft aktiv bei den Seniorentreffen zur Hand gehen. Kuchen backen für besondere Anlässe. Geburtstage, Jubiläen und andere Feiern. Was halt so anliegt.“
„Meine Frau ist sehr arrangiert und beliebt“, mischte sich Peter ein. „Schatz, willst du nicht das Dessert holen?“
„Ich wollte zuerst noch das Geschirr abräumen“. „Warte, ich helfe dir“, Bert sprang auf und warf den Stuhl dabei um. Peter sah Sabine nur kurz an und nickte ihr zu. Sabine ging in die Küche und nahm aus dem Küchenschrank eine Tablette. Sie bereitete das Dessert vor und reichte Bert die Schalen. Er nahm sie in die Hände und sagte: „ Peter ist aber nicht sehr nett zu dir, dabei bist du doch eine wunderbare Frau!“ Sie verzog das Gesicht.
Er ging ins Esszimmer und Sabine folgte Ihm. Die Tablette half nur wenig, der Kopf dröhnte und ihr wurde wieder schlecht. Sie räumte noch die Küche auf und ging nach oben. Peter würdigte sie keines Blickes mehr. Sie hörte noch wie die beiden sich unterhielten. Peter erzählte, wo er ohne Sabine hin fliegen wollte. Da sie ja keinen Urlaub nehmen könne bei ihren Ehrenämtern.
Bert war entsetzt: „ Aber das steht ihr doch zu.“ Peter wurde lauter: „ Aber ich habe keine Lust, sie mitzunehmen. Sie kann hier bleiben und auf unser Anwesen aufpassen!“
Sabine schloss die Badezimmertüre hinter sich zu und setzte sich auf die Toilette. Mein Gott, was für ein Elend. Aber nicht mehr lange, dann kannst du dir eine andere suchen, du Schwein!!!
Sie machte die Dusche an und ließ sich das warme Wasser auf die Haut laufen. Es tat gut und sie konnte ein bisschen entspannen. Sie beschloss, oben unter dem Dach zu schlafen. Denn auf den betrunkenen Peter hatte sie keine Lust mehr. Danach ging es ihr besser. Sabine zog sich an und schlich zu ihrem Zimmer unter dem Dach. Kramte den Schlüssel hervor und schloss auf. Sie lauschte auf das Gemurmel von den Männern im Wohnzimmer. Sie hörte sie lachen. Am liebsten wäre sie nach unten gerannt mit einem Messer. Aber das war ja Quatsch. Peter würde sich noch wundern, dabei verriegelte sie die Türe von innen. Sie fing an zu weinen und legte sich erschöpft auf ihr Bett und schlief ein.
Mitten in der Nacht hörte sie ein Geräusch von unten. Ihr Herz raste und sie dachte an Einbrecher.
Sabine stand auf und schlich leise die Treppe herunter. Im Flur lag Peter, er hatte sich den Kopf an der Kommode angeschlagen. Sie ging zu ihm und schubste Ihn mit dem Fuß an. Er murmelte leise vor sich hin. „ Peter du kannst hier nicht liegen bleiben, steh auf und geh ins Schlafzimmer.“
Sie schüttelte an seiner Schulter und versuchte ihn hoch zu ziehen. Er klammerte sich an Ihre Beine. „ Oh mein Kopf, es tut so weh. Ich blute ja. Sabine was hast du gemacht? Sie schüttelte entnervt den Kopf und sagte: „ Ich muss dich ins Krankenhaus bringen, die Platzwunde muss genäht werden. Los, jetzt reiß dich zusammen, sonst trete ich dich in deinen Allerwertesten.“ Peter zuckte zusammen und stand langsam auf. Sie zog sich in der Zwischenzeit an und schleppte Ihn dann zum Auto.
Sie waren bereits alte Bekannte in der Ambulanz. Der Arzt schüttelte entnervt den Kopf. Er nähte die Platzwunde mit 8 Stichen. Sabine saß draußen auf dem Stuhl. Sie war sauer und enttäuscht von Peter. Es reichte ihr. Aber sie konnte noch nicht tätig werden. Sie musste gute Miene zum bösen Spiel machen. Und die weiteren Demütigungen aushalten.
„Luise bist du fertig für den Spaziergang ins Dorf?“ Frank packte seine Sachen zusammen und zog seine Jacke an. „Jupp, bin fertig.“ „Emma ist eine sehr nette Dame. Sie erinnert mich an meine Oma“, fand ich.
„Wilfried ist aber auch nicht ohne“, meinte Frank. „Stell dir mal vor, wir wären 60 Jahre verheiratet. Dann wären wir steinalt, “ Ich runzelte die Stirn. „ Was essen wir denn heute“? „Ich dachte wir könnten Fisch essen gehen.“ „Gute Idee“, antwortete ich Frank.
Wir gingen in die Hotelhalle hinunter; ich stutzte: „Oh, ich habe meine Kamera vergessen. Ich laufe schnell nach oben und hole sie.“ „Ja Luise, mach das. Ich setze mich hier in die Sitzgruppe und warte auf dich.“
„Wie könnte es mit uns weitergehen?“, überlegte Frank. „Ich werde ihr einen Heiratsantrag machen. Ja, das ist eine gute Idee. Muss noch einen Verlobungsring besorgen“.
Es war ein Kommen und Gehen in der Hotelhalle, dafür dass es so ein kleines Hotel war. Frank fühlte sich beobachtet und hob den Kopf. An den Aufzügen stand eine Person und sah ihn an. Frank konnte nicht erkennen, ob es eine Frau oder ein Mann war. Er hatte vergessen seine Kontaktlinsen anzuziehen und seine Brille hatte er auch nicht aufgesetzt. Wo war diese denn? Oh Mann, ich werde alt, dachte Frank. In dem Moment stieg ich aus dem Aufzug und ging an der Person vorbei ohne diese an zusehen. Die fremde Person stieg in den Aufzug.
Frank wunderte sich ein bisschen, schenkte dieser Person aber keine weitere Beachtung.
„Hallo, Liebling jetzt können wir los gehen“ sagte ich. “Ich habe einen Hunger“. Frank schmunzelte darüber und nahm mich an die Hand. „ Wir müssen ein Stück mit dem Auto fahren. An einem Campingplatz gibt es ein tolles Restaurant in dem man guten Fisch essen kann, “ sagte Frank.
„Oh, der Wind ist stärker geworden.“ Ich jammerte ein bisschen herum. „ Achtung, da vorne ist ein Blitzkasten, Frank!“ „Ich habe ihn gesehen. Sieh mal, da ist das Schild mit dem Hinweis zum Campingplatz und Restaurant, “ sagte Frank. Sie parkten und gingen hinein.
„ Nett hier. Es gibt Scholle, das ist doch was für dich oder?“, fragte ich.
„Lass uns einen schönen Platz suchen“. „Sitzt du gut? Was möchtest du trinken, Luise? Einen Kakao mit Sahne. Gut, ich nehme eine Apfelschorle.“ Frank überlegte kurz: Also ich nehme die Scholle und du?“ fragte Frank.
„Ich glaube den Zander auf Gemüsebett an Zitronensauce, das hört sich gut an.“
„Nette Bedienung hier und eine angenehme Atmosphäre“, stellte ich fest.
„Was machen wir denn heute noch? Zum Meer runter laufen?“
„ Frank, bist du noch da?“ Ich runzelte die Stirn und sah Frank an. Aber er war mal wieder woanders mit seinen Gedanken. Was er wohl hat, ob er traurig ist wegen einer Woche Urlaub? Frank reagierte endlich und sagte: „Entschuldige ich war mit meinen Gedanken woanders.“ „ Willst du nicht mit mir darüber sprechen, Frank?“ „Nichts, ich habe nur versucht mich zu entspannen, nicht an die Arbeit zu denken.“ Frank dachte im Stillen, wenn du wüsstest. Da ist schon wieder die komische Person aus dem Hotel. Ich muss unbedingt mit Wilfried darüber sprechen. Langsam glaube ich, wir werden verfolgt.
„Es ist zu windig, lass es uns gemütlich machen.“ Schweigen. Ich hatte ein komisches Gefühl, aber ich wollte mir nicht den Abend verderben lassen. Na gut anderes Thema, damit wir keinen Streit bekommen, dachte ich. „Ich freue mich auf die beiden, ein sehr nettes Paar. Was meinst du Frank?“
„Die beiden sind wirklich nett“, sagte Frank nach einer kurzen Pause. “Lass uns ins Zimmer gehen, es ist schon spät und die Luft macht mich auch müde.“ Wir gingen beide zum Aufzug. Frank sah sich unauffällig um, damit ich nichts bemerkte. Aber die Person war nicht mehr zu sehen.
Pünktlich um 15.00 Uhr kamen Wilfried und Emma ins Café. Frank und ich saßen bereits da. Frank stand auf und half Emma beim Ausziehen des Mantels. Sie setzten sich hin und schwiegen.Wilfried räusperte sich und nahm die Kuchenkarte. Die Kellnerin kam an ihren Tisch und zückte den Stift. Sie wirkte ein bisschen verschlafen. Wilfried: „ Emma, was möchtest du essen?“ Sie überlegte eine Weile: „Eh, ich nehme ein Stück Joghurttorte und wie immer eine Tasse Tee.“
„Gut, ich nehme ein Stück Schokoladentorte und ein Kännchen Kaffee. Und ihr beiden?“ Er blickte zu uns herüber und lächelte. Mir lief bereits das Wasser im Mund zusammen aufgrund der vielen Kuchen. „Ich möchte ein Stück Bienenstich.“ Ich reichte Frank die Karte herüber.
Frank klappte diese zu. „Ich bekomme einen gedeckten Apfelkuchen und zwei Latte Machiato.“
Emma sah zu mir herüber und sprach. „ Meine Lieben, ich wäre dafür das wir uns einmal gegenseitig vorstellen. Was haltet ihr davon?“ Sie sah in die Runde und alle nickten. „Wilfried, du zuerst!“ „Nein“, sagte Wilfried: “Ladies First.“
„Na gut", Emma seufzte. „ mein Name ist Emma Havelberg und ich bin 82 Jahre alt, seit 60 Jahren glücklich verheiratet. Auch wenn er mir doch öfter auf die Nerven geht.“ Emma sah Wilfried liebevoll an. Ich habe zwei Kindern das Leben geschenkt. War bis heute aktiv im Singen, oh ja.“ Sie grinste.
„Lese gerne und war eine typische, aber gute Hausfrau! Luise, jetzt Du!“
Ich sammelte mich: „Tja, mein Name ist Luise Sommer. Bin 32 Jahre alt und bin stellvertretende Stationsleitung im Krankenhaus. Habe noch keine Kinder und bin ledig. Aber glücklich mit Frank.“
„Ach ja. Ich lese gerne, besonders Krimis und fotografiere alles Mögliche.“
Frank blickte zu Wilfried. Er nickte nur. „Mein Name ist Frank Naas, bin 33 Jahre alt. Arbeite im Krankenhaus auf der privaten Station als Pfleger. Hobbys: Sport und Reisen, sowie Fremdsprachen lernen. Bin mit Luise seit 10 Jahren zusammen und noch nicht verheiratet. Und jetzt zu dir Wilfried.“ „Tja, ich bin ein alter Mann mit grauen Haaren, da meine Kinder mich so geärgert haben.“ Lacht laut. „Spaß beiseite. Genauer gesagt bin ich 78 Jahre alt, war mein Leben lang bei der Kripo“ Ich erstarrte und bekam riesige Augen. Frank schubste mich nur an. „ Luise, nicht jetzt.“ Wilfried sah Sie fragend an. „Du musst noch Deine Hobbys sagen, Wilfried!“ „Ja, da gibt es nicht viel zu erzählen. Wandern und meine Familie. Luise was ist denn los? Du bist so blass geworden!“
Ich schluckte, mühsam begann ich zu reden:
„ Also gut. Kennst du den Tümpel mit den knorrigen Bäumen, die an Mangroven erinnern?“ Wilfried nickte. „Ja. Schönes Fleckchen zum Wandern.“
Ich wurde immer nervöser „Also. Wir waren gestern dort und ich habe im Tümpel ein Gesicht gesehen.“ Endlich war es raus. „Meine Güte“, Emma war erschüttert. „Ein Gesicht, vielleicht hast du dich selber gesehen? So als Spiegelung? Je nach dem wie das Sonnenlicht durch die Bäume fällt?“ Wilfried runzelte die Stirn und überlegte. Sagte aber nichts dazu.
„Wilfried, du hast nichts gehört hier im Ort? Oder dass irgendwas in der Zeitung gestanden hat über eine vermisste Person?“ Wilfried: „Nicht, das ich wüsste. Ich glaube aber nicht das dort eine Leiche liegt.“ Frank mischte sich ein: „Ich glaube das auch nicht. Luise du bist sehr überarbeitet.“ „Aber ich habe doch die Fotos gemacht. Die muss ich morgen abholen und dann kann ich es beweisen.“ Ich wurde langsam sauer. Ich sah Emma an und wartete auf eine Reaktion von Ihr. Emma schüttelte den Kopf. Sie sprach leise: „Vor zehn Jahren ist hier eine Leiche im Tümpel gefunden worden. Aber das war ein Unfall. Im Winter ist ein Mann im Eis eingebrochen und die Rettung war zu spät benachrichtigt worden.“ Es herrschte Schweigen.
Wilfried sah zu mir und sprach: „Luise beruhige dich doch erst mal. Ich schlage vor, du holst morgen die Fotos und wir treffen uns hier zum Essen um 17.00 Uhr. Wir wollen hier das warme Essen testen. Dann sehen wir uns in Ruhe die Fotos von dir an.“ Ich nickte.
Wilfried stand auf:„ Ich glaube ich muss mir mal die Beine vertreten. Frank, kommst du mit? Eine Rauchen?“ „Ja, das können wir machen.“ Die beiden gingen auf die Außenterrasse.
Emma lächelte mich an und nahm meine Hand. „Ich finde das ist eine gute Idee.“ Ich lächelte auch: „Ja vielleicht ist das ja doch alles ein Hirngespinst.“
„Frank, wie kommt denn Luise auf so eine Idee? Emma hatte vorhin gelogen. Das war kein Unfall. Sondern ein Selbstmord. Es wird gemunkelt, das doch ein Mord dahinter stecken könnte. Aber die Akten wurden damals geschlossen.“
„Ich weiß es nicht. Bin bis jetzt der Meinung gewesen, dass Luise nicht mehr daran gedacht hat. Sie hat sich festgebissen. Dabei wollte ich Ihr heute Abend den Heiratsantrag machen!!“
Wilfried überlegte kurz. „Lade sie doch zu einem Dinner zu Zweit ein .Aber Ihr müsst ja am Sonntag wieder zurückfahren, oder?“
Nein, ich habe noch eine weitere Woche Urlaub bekommen und das wollte ich Luise auch sagen. Bin noch nicht dazu gekommen.“
„Lass uns zurück gehen und den Kaffee genießen. Und ein anderes Thema anfangen.“ Sie kamen beide zurück zu Emma und mir. Wir unterhielten uns angeregt. Frank fiel wieder die fremde Person auf, sie saß an einem Ecktisch und las die Zeitung. Eindeutig ein Mann. Frank konnte Ihn ungestört beobachten. Ihm fiel aber nichts Unangenehmes an ihm auf. Vielleicht hatte er sich ja geirrt. Genau wie ich. Wer weiß.
Ich lachte laut über die Anekdoten von Emma. Sie erzählte von ihren Kindern und strahlte dabei.
„Ach Frank, schön das du wieder hier bist. Emma will uns noch eine Geschichte von ihren Kindern erzählen. Mein Gott die haben Ihre Mutter auf Trab gehalten.“ Emma wollte gerade anfangen, aber Frank kam Ihr zuvor: „Luise, warte ich möchte dir noch was sagen.“ Ich sah Ihn an. „Wir können noch länger hier bleiben wenn du möchtest. Das sollte eine Überraschung werden.“ Stille. Ich fiel Frank um den Hals. „das ist ja wunderbar, mir fehlen die Worte.“
Emma räusperte sich und fing an: „Also, Thomas war ein kleiner Wildfang. Ich musste ihn ja zum Einkaufen mitnehmen. Wir beide zogen los zum Supermarkt und Thomas war aus dem Alter raus, wo Kinder vorne im Einkaufswagen sitzen. Er hatte bis jetzt noch nichts angestellt.“ Sie grinste. „Ich stand an der Kühltheke und suchte saure Sahne. Kein Thomas zu sehen. Ich dachte mir nichts dabei. Aber ein komisches Gefühl hatte ich bereits. Mein Blick fiel auf einen kleinen Tisch, der am anderen Ende stand. Darauf befanden sich lose Eier.“ – „Oh, nein“, fiel ich Ihr ins Wort: „mir schwant nichts Gutes.“
„Ich überlegte noch ob ich Eier bräuchte. Plötzlich sah ich ein paar blonde Haare über den Rand des Tisches und es kam eine kleine Hand hervor. Diese nahm sich ein rohes Ei und Rums, lag das Ei auf dem Boden. Ich war wie erstarrt und bekam hektische Flecken im Gesicht. Bevor ich eingreifen konnte flog bereits das nächste Ei auf den Boden. Ich sah nach allen Seiten und rannte zu dem Tisch. Thomas sah mich erstaunt an, wieso ich plötzlich vor ihm auftauchte und ihn bei dem schönen Spiel stören musste. Ich ergriff seine Hand und ging mit schnellen Schritten zur Kasse, bezahlte und wir waren draußen. Mir war das so peinlich“. „ Emma, hast du die Eier bezahlt?“ Emma stockte ein bisschen: „Nein, ich war zu geschockt und wollte nur raus mit Thomas. Zuhause hatte ich ein schlechtes Gewissen deshalb. Thomas habe ich zunächst einmal erklärt, dass man so was nicht machen darf. Er hat es nie wieder getan. Das hat mich graue Haare gekostet. Das kannst du mir glauben!“
Die anderen fielen in schallendes Gelächter ein, bis die Tränen nur so liefen.
Wilfried meinte: „Heute ziehen wir Thomas mit dieser Geschichte auf, es ist ihm heute noch peinlich. Aber Rebecca war auch nicht viel besser. Sie hat ihren kleinen Bruder immer angestiftet mit zu machen. Die Beiden haben sich in der Toilette mit Scheuermittel beschäftigt. Ich hörte nur noch ein Husten aus der Toilette und rannte mal wieder zu ihnen hin. Türe auf und was sah ich? Rebecca war gerade dabei, das Pulver über den Kopf von Thomas zu schütten. Sie schrie dabei: „es schneit, es schneit“.
Der arme Thomas heulte und bekam keine Luft mehr. Das hatte doch einige Konsequenzen. Das könnt ihr mir glauben.“
Ruth wachte von einem Geräusch an der Türe auf. Ihr Herz fing an zu rasen. Das Licht wurde angemacht. Die Person kam auf sie zu. Ihr fiel auf, dass diese größer war als die andere. Sie sah einen Lappen in der Hand. Ruth wollte schreien, aber da wurde ihr schwarz vor Augen.
Der Mann nahm sie auf den Arm und schleppte sie zu dem Auto und legte sie in den Kofferraum. Knallte den Deckel zu und fuhr los. Ohne Licht bis er auf der Straße war. Er brachte sie in einen anderen Ort zu einem alten Haus. Das Haus war sehr schlecht von der Straße aus zu sehen.
Er hoffte, dass sie noch schlief, sonst konnte er sich nicht beherrschen wenn sie anfangen sollte zu schreien. Er hasste das. Aber Auftrag ist Auftrag. Hauptsache ich kriege die Kohle und kann mich vom Acker machen.
Er trug Ruth runter in den Keller und fesselte ihre Hände. Er steckte ihr den Knebel wieder in den Mund. Man kann nie wissen.
Die Kellertüre war gut isoliert und es war warm da unten. Sie brauchte nicht zu frieren.
Er schloss die Türe und ging nach oben in die Küche, kramte sein Handy raus und wählte die Nummer von seinem Auftraggeber. Kurz und bündig. „Sie ist hier, alles klar, “
Er gab eine Wegbeschreibung durch und legte auf. Die Person machte sich auf den Weg. Jetzt wird es spannend. Hoffentlich hat er die Unterlagen gefunden! Wenn nicht haben wir ein Problem.
Jutta sah auf ihren Wecker und erschrak. Sie hatte verschlafen. Das war Ihr noch nie passiert. Sie sprang aus dem Bett und stoppte kurz. Besser ich rufe kurz an und sage Bescheid dass ich komme. „ Hallo Helga, ich bin es, Jutta. Ich habe verschlafen.“ Helga sagte in aller Ruhe: „Mach dir nicht so einen Stress, ich sage Bescheid das du unterwegs bist.“
„Danke, Helga“, seufzte Jutta und legte auf. Rasch unter die Dusche und los geht’s. Sie wäre beinahe über Minka gefallen. „Du bekommst gleich dein Futter“ und verschwand im Badezimmer. Die neue Arbeitsstelle ist gar nicht so schlecht, jedenfalls besser als Köln. „ Minka, hier ist dein Fressen“, und stellte das Futter vor sie hin. „Ich muss los“, murmelte sie.
Jutta lief im Dauerlauf zur Bushaltestelle und schaffte es, den Bus zu erreichen.
„ Guten Morgen zusammen, tut mir leid. Ich habe verschlafen, “ Jutta stolperte ins Büro. Barbara reichte ihr eine Tasse Kaffee und sagte: „ Das geht schon in Ordnung. Wir müssen uns gleich zusammen setzen und überlegen wie wir weiter vorgehen. Ruth hat sich nicht gemeldet. Ich denke wir sollten die Polizei anrufen. Irgendwas stimmt da nicht.“
„ Wissen sie nichts über Ruth, Jutta?“, fragte Barbara. „Fällt ihnen nichts ein?“
Jutta überlegte: „ Nein, wir sind zwei Mal zusammen ausgegangen, aber mir ist nichts aufgefallen. Sie hat auch nichts erzählt. Tut mir leid.“
Die anderen machten alle betretene Gesichter. Helga sah zu Barbara hinüber und fragte: „ „Soll ich die Polizei bitten, dass sie jemanden vorbeischicken?“ Barbara schüttelte den Kopf: „Nein, ich fahre da vorbei. Hat denn irgendjemand einen Zweitschlüssel? Nein, sie auch nicht Jutta?“ Jutta schüttelte den Kopf. „Was wird denn aus dem Projekt, wir wollten neue Flyer gestalten für die Osterferien.“
„Haben sie und Ruth bereits Entwürfe gestaltet?“ fragte Barbara.
„Ja, im Computer ist ein Entwurf hinterlegt. Ich werde den ausdrucken und ihnen gleich präsentieren. Möchte sonst noch einer was hinzufügen? Nein?“ Die anderen schüttelten nur die Köpfe. „Dann geht bitte an eure Arbeit und sobald ich etwas Neues weiß, melde ich mich bei Euch.“
Barbara schaute auf ihre Armbanduhr.
„ Helga, ich werde in einer Stunde zur hiesigen Polizei fahren und nachfragen. Haben wir sonst noch was Wichtiges zu besprechen? Oder habe ich einen Termin vergessen?“ Helga überlegte kurz: „Nein, im Moment ist nichts Wichtiges. „Barbara willst du nicht ein Foto von Ruth mitnehmen?“
„Oh, das ist eine gute Idee. Ja, ich krame es raus.“ Helga ging nach vorne. Dort stand ein Mann in einem dunklen Mantel und wartete auf sie.
Es dauerte nicht lange und Ruth wurde wach. Ihre Nase brannte und es wurde Ihr schlecht. Mensch, hört das denn nie auf, grübelte Ruth. Wo bin ich denn jetzt gelandet? Sie fing an zu weinen und Ihre Angst kehrte zurück.
Der Mann schloss die Türe von Ruths Wohnung auf und ging leise rein. Bis jetzt hatte er keinen Nachbarn gesehen, auch nicht hinter den Gardinen. Hübsche Wohnung, dachte er. Tja, wo suche ich zuerst? überlegte er. Hoffentlich fand er die Dokumente, denn er brauchte sein Geld und sein Flieger ging bereits morgen früh. Den wollte er nicht verpassen.
Ah, da ist ja der Schreibtisch und die Post liegt oben auf. Mal sehen. Ein Brief von einem Notar.
Er öffnete Ihn und las nur die Überschrift. Termin zur Testamentseröffnung am 22.März um 15.00 Uhr in meiner Praxis. Es handelt sich um Ihre Großtante aus Amerika. Unten drunter lag noch ein weiterer Brief, mit dem Hinweis dass sie als Alleinerbin eingesetzt worden ist. Also, das müsste es sein, dann gehe ich jetzt lieber, bevor jemand aus dem Haus was bemerkt. Leise öffnete er die Türe und die Luft war rein. Er zog die Türe hinter sich zu und schloss wieder ab. In dem Moment ging der Aufzug. Er beschloss die Treppe runter zu laufen.
Er sprang in sein Auto und fuhr los zu dem Termin um 16.00 Uhr außerhalb der Stadt.
Die andere Person kam pünktlich angefahren, der Mann machte Ihr die Türe auf. Sie ging die Treppe rauf und folgte Ihm in die Küche. „Wo sind die Unterlagen? Und wo ist die Frau?“
Die Person wirkte sehr hektisch und angespannt. Sie stand unter Zeitdruck, wie immer.
„Hier sind die Unterlagen und der Wohnungsschlüssel“, der Mann reichte ihr die Dinge. „Mehr haben sie nicht gefunden?“ „Nein, ich habe alles abgesucht“. Er wirkte sehr ruhig. Sie riss den Umschlag auf und las die Sätze. „Gut, ja das ist alles“, sie nickte. „Was ist mit dem Geld?“ „ Ach, so. Erst müssen sie mir noch die Tricks zeigen. Lassen sie uns in den Garten gehen, aber leise, damit sie uns nicht hört. Er nickte und sprach: „Sie kann uns nicht hören, der Keller ist gut isoliert, Schalldicht!“
Innerhalb von 30 Minuten hatte die Person die Tricks wieder drauf. In Schweiß gebadet, aber zufrieden. Die Person reichte ihm einen Umschlag und wünschte, ihn gleich noch mal zu sehen.
Der Mann zählte das Geld nach, setzte sich in sein Auto und warte. Die Person zog sich die Klamotten an und überlegte, was als nächstes zu tun sei. Sie musste sich noch eine Perücke in der gleichen Farbe kaufen und ihr die Papiere abnehmen. Aber hatte sie überhaupt welche dabei? Sie ging die Kellertreppe herunter und musste grinsen: „bald bin ich frei.....“
Ruth lag zusammengerollt auf dem Bett. Ihre Hände taten weh.Ihr Mund war trocken und sie hatte in die Hose gemacht vor lauter Angst. Was soll es. Die Türe ging auf und die Person kam auf sie zu. Und dann ging alles sehr schnell. Plötzlich spürte sie einen Schmerz in der Brust und sie bekam schlecht Luft. Ihr Leben rannte in Sekunden an ihr vorbei und sie war tot.
Die Person war zufrieden, endlich habe ich es geschafft. Es ging doch leichter als ich dachte, nicht lange fackeln...
Ich muss mir überlegen wann ich sie zu dem Platz bringe um sie dort zu vergraben.
In dem Moment kam der Mann herunter und half ihr bei den Vorbereitungen. „ Ich mache das alleine, gehen Sie doch nach Hause. Ich weiß ja wo ich sie hinbringen soll. Okay, und dann verschwinden sie und nehmen keinen Kontakt mehr mit mir auf. Werfen sie das Handy weg, sie können sich ja ein neues kaufen!“ „Ja, das war ja so abgemacht.“ Der Mann schleppte Ruth zu seinem Wagen und fuhr los.
„Hallo Schatz, wo bist du?“ rief Sabine. Dann verzog sie das Gesicht. Ich bin ja dumm, ich muss ihn ja im Krankenhaus abholen. Auch das noch. Ich muss mich mehr konzentrieren, sonst falle ich noch auf.
Sie fuhr zum Krankenhaus und ging zur Info. „ Guten Tag wo finde ich meinen Mann Peter Holz?“
Die Dame von der Info sagte:“ Auf der Inneren, Zimmer 505. Sie können den Aufzug benutzen, rechts neben der Türe“. „Danke schön“, sagte Sabine und ging zu den Aufzügen.
Meine Güte sind hier viele Leute unterwegs.
„Hallo Peter, wie siehst du denn aus?“ Sabine nahm sich einen Stuhl und setzte sich zu ihm. Peter stöhnte ein wenig: „Ich muss noch länger hier bleiben, kannst du bitte mit dem Arzt sprechen? Du findest Ihn im Stationszimmer“. “Was ist denn los?“
„Ich glaube, meine Leber macht nicht mehr mit“.
Sabine ging zum Arztzimmer und klopfte; „Herein, ah Frau Holz nehme ich an? Bitte setzen sie sich. Ja, ihr Mann muss noch länger hier bleiben. Wir werden ihn erst durch checken.“ „Wie lange wird das dauern“, fragte Sabine. „Mindestens eine Woche“. Sabine grübelte wie soll das alles gehen?
„Wir sprechen uns dann wieder, wenn die Ergebnisse vorliegen, Frau Holz. Ich habe leider keine Zeit mehr.“ „Ja, vielen Dank Dr. Bauer.“
Sabine ging zu ihrem Mann und war total genervt. Peter sah sie an und fing an zu meckern. „Das ist hier ein blödes Essen.“ Sabine blickte kurz auf und sagte: „Ich komme nachher noch mal wieder und bringe dir frische Sachen mit. Tschüss.“ Peter sah Ihr hinterher und runzelte die Stirn. Sein Bettnachbar fragte: “Was hatte sie denn? Sie wirkte so zerstreut.“ Peter antwortete: „Keine Ahnung, vielleicht ist Ihr das alles zu viel. Da ich im Krankenhaus bleiben muss und nicht in Urlaub fahren kann.“ Sein Nachbar nickte: „Das ist auch ärgerlich, könnt ihr denn den Urlaub nicht verschieben?“
„Quatsch, ich fliege alleine, ohne sie.“ „Was? Das ist aber hart. Was hat sie denn gemacht, das du sie nicht mit nehmen willst?“
„Sie bekommt keinen Urlaub von ihrem Arbeitgeber. Das gibt es doch nicht! Hans, jetzt lass doch das Quatschen und lass uns den Film ansehen.“ „Ist ja gut. Hoffentlich werden wir nicht mehr gestört!“ Peter nickte nur.
Sabine fuhr nach Hause und war sauer auf ihren Mann. Wieder machte er ihr einen Strich durch die Rechnung. Sie konnte sich kaum konzentrieren. Sabine ging in die Küche und machte sich einen Kaffee. Setzte sich an den Küchentisch, nahm Ihren Terminkalender zur Hand und überflog Ihre Termine für die Fußpflege ab Morgen. Sie hatte zwei am Vormittag, das könnte klappen. „Auf jeden Fall muss ich heute noch in die Wohnung von Ruth“ überlegte sie laut. Das Telefon bimmelte, sie stieß die Kaffeetasse um und fluchte.
„ Holz“ „Hier auch.“ „Peter was ist denn?“ „Bringst du mir bitte etwas zum schreiben mit?“ „Was willst du denn schreiben?“ „Meine Liebe da ich genug Zeit habe kann ich mich um wichtige Briefe kümmern. Am besten die braune Mappe vom Schreibtisch. Danke“ Und legte auf.
Auch das noch, Vollidiot! Sie ging die Treppe nach oben und nahm Wäsche, Handtücher und sein Rasierzeug aus dem Schrank und warf es in die Tasche.
Sabine ging nach unten in das Arbeitszimmer und suchte nach der braune Mappe. „Wo ist sie denn?“ Keine Ordnung hatte der Mann. Ach, das ist sie ja. Sie wurde stutzig.
Ein Stück Blatt schaute hervor, sie zog daran und ließ vor lauter Schreck die Mappe fallen. Sämtliche Unterlagen fielen auf den Boden. Sie rannte zur Toilette und musste sich übergeben.
Nachdem sie sich den Mund abgewischt hatte, ging sie zurück. Es lag eine Kopie von dem Brief des Notars vor und ein Foto von Ruth.
„Was hat Peter mit Ruth zu schaffen, ein Verhältnis oder woher kennen sich die beiden?“ murmelte sie. Sabine nahm sich einen Cognac aus der Bar. „Wie soll es weiter gehen?“ überlegte Sabine laut: „Ich muss zum Krankenhaus.“
„ Guten Tag, ich möchte gerne ein paar Informationen über die Insel haben.“ Helga nickte: „Vielleicht mit Ausflugstipps?“ Helga machte die Schubladen auf und nahm die aktuellen Flyer heraus und gab sie dem Mann. „Kann ich sonst noch was für sie tun?“ Der Mann druckste herum und stotterte: „Kennen sie vielleicht eine Frau Jutta Arndt?“
Jutta stand am Kopierer, als sie die Stimme von dem Mann hörte .Ihr Puls wurde schneller. Sie schlich um die Ecke und blieb an der Garderobe stehen. Sämtliche Haare stellten sich auf. Nein, das kann nicht sein. Wie hat er mich nur gefunden? dachte Jutta.
Helga räusperte sich und verneinte die Frage. „Leider kenne ich keine Person mit diesem Namen, tut mir leid. Sie können es in dem Restaurant da vorne versuchen, die kennen viele Leute hier.“
Der Mann nahm die Flyer und ging zur Türe. Drehte sich herum. „Ich komme morgen noch mal wieder und bringe ein Foto mit.“
Helga hörte nicht mehr zu, sie hatte von hinten ein merkwürdiges Geräusch vernommen und ging diesem nach. Jutta lag auf dem Boden, kreidebleich und bekam kein Wort heraus. Helga rief: „Barbara komm schnell!“ Barbara stürmte in den Flur. „ Ach, Herrjemine was ist passiert? Wir bringen sie in den kleinen Raum. Helga hol doch bitte ein Glas Wasser.“
Barbara klopfte auf die Wangen von Jutta und hielt Ihr das Glas hin. „Jutta trinken sie einen Schluck.“ Jutta nahm einen kleinen Schluck und versuchte etwas zu sagen. Aber sie brach in Tränen aus. Helga kam zurück: „Soll ich den Krankenwagen anrufen?“ Jutta stammelte: „Bitte nicht. Es geht gleich wieder.“ Helga ging nach vorne und verschloss die Türe, hängte das Schild mit Mittagspause an die Türe und seufzte tief. Was für eine Woche, wir haben erst Dienstag. Was wird denn noch alles passieren?
Jutta ging es besser. „Kannten Sie diesen Mann? Haben sie sich verletzt?“ fragte Barbara.
Jutta schüttelte den Kopf und begann wieder zu weinen. „So kommen wir nicht weiter“, meinte Barbara zu Helga. „Ich bringe Jutta nach Hause und komme später wieder, Helga.“ Helga nickte nur. „Aber ich habe eine bessere Idee. Da du noch zur Polizei wolltest, bleibe ich hier und mache um 16.00 Uhr den Laden zu. Außerdem ist Mirko noch da und Martina. Das schaffen wir!“
„Helga, du bist ein Schatz. Jutta wo sind ihre Sachen?“ „Da hinten“, schluchzte sie. Barbara nahm die Sachen in die Hand und ging mit Ihr nach vorne. „Helga, vielleicht sollten wir erst nachsehen, ob der Mann weg ist. Sei vorsichtig.“
Helga schloss die Türe auf und sah die Straße auf und ab. Kein Mann zu sehen. „ Die Luft ist rein. Okay, ich melde mich später bei dir, Helga. Alles klar.“
Barbara nahm Jutta unter dem Arm und ging mit ihr zum Auto. „Wo wohnen sie denn, Jutta?“ „Im Birkenweg 12“. Barbara fuhr los. Was für eine Woche, dachte sie.
Sie sah immer in den Rückspiegel, ob ihr jemand folgte. Es war keiner zu sehen.
„Wunderbar ein Parkplatz direkt vor der Türe“, sagte Barbara und grinste Jutta an. „Soviel Glück habe ich bei mir nicht. Wo ist denn ihr Schlüssel?“ Jutta reichte Ihn rüber. „Frau Jäger können sie noch für einen Moment mitkommen?“ Jutta sah sie flehend an. „Selbstverständlich.“
An der Ecke stand ein dunkles Auto. Jörg beobachtete die beiden. „ Na warte du Schlampe. Mich kannst du nicht anlügen!“ Jörg Arndt ballte die Fäuste. Er machte sich eine Zigarette an und überlegte, was er als nächstes machen würde. Er warf die Zigarette aus dem Fenster und fuhr zu seiner Pension.
Minka kam ihnen schnurrend entgegen. Sie gingen in die Küche. Jutta schniefte noch ein bisschen. „Kann ich ihnen was anbieten Frau Jäger? Vielleicht einen Kaffee?“ „Ja, das wäre gut.“ Jutta setzte Wasser auf. „Soll ich ihrer Katze etwas zu fressen geben?“ fragte Barbara. „Gerne, da oben im Schrank sind noch Dosen.“ „Oh ,wie praktisch mit einem Öffner“. Barbara nahm eine heraus und gab ein bisschen in den Napf. Minka stürzte sich auf das Fressen. Barbara setzte sich hin. Jutta hatte den Kaffee fertig und stellte zwei Tassen auf den Tisch. „Es tut mir leid, dass ich ihnen so viel Mühe gemacht habe“, sagte Jutta. „Aber ich bin so fertig wegen Ruth und dann taucht noch mein Exmann auf. Ich habe gedacht er würde mich nicht finden.“
„Da habe ich Ihn wohl unterschätzt“, es sprudelte nur so aus Jutta heraus. „Jutta sie können gerne Barbara zu mir sagen. Wollen sie mir noch ein bisschen erzählen?“
Jutta nickte und stand auf. Sie holte den dicken Umschlag aus dem Papiermüll hervor und reichte ihn Barbara. Sie sah sich den Umschlag an, es war kein Absender zu sehen. „Meinen sie der ist von ihrem Exmann?“ „Ich glaube ja. Ich wüsste sonst nicht wer damit zu tun haben könnte. Ich meine wer ihn geschickt haben könnte.“ Jutta seufzte. Okay, haben sie eine Schere? Wir machen den jetzt auf oder sollen wir damit zur Polizei gehen?“ fragte Barbara. „Nein, besser nicht“, meinte Jutta. „Ich möchte keinen Ärger haben. Den hatte ich bereits in Köln. Deshalb bin ich ja von dort weggezogen.
Barbara öffnete den Umschlag und kippte den Inhalt auf den Tisch. Sie sahen entsetzt auf die Fotos. Jutta wurde es kalt und heiß. Die Fotos waren ekelhaft, man konnte nichts darauf erkennen. Es sah wie ein Tier aus, was sich im Verwesungsprozess befand. Jutta rannte wieder zur Toilette. Barbara musste mehrmals schlucken. Sie nahm sich ein Taschentuch und sortierte den Inhalt auseinander. Es kamen noch Briefe zum Vorschein; Formulare vom Anwalt. Die sahen nach Scheidungspapieren aus. Alles war durch gestrichen mit einem schwarzen Stift.
In Druckbuchstaben fanden sie einen Brief vor: Wenn du die Papiere beim Anwalt abgibst, dann ist Minka tot und du eine Woche später!!! Ich kriege dich früher oder später. Du bist und bleibst meine Frau!!!
