Der verschenkte Leutnant - Friedrich Wolf - E-Book
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Der verschenkte Leutnant E-Book

Wolf Friedrich

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Beschreibung

In "Der verschenkte Leutnant" von Friedrich Wolf taucht der Leser in eine packende Episode aus dem Ersten Weltkrieg ein. Im Sommer 1915, zwischen Reims und Chalons, trifft eine deutsche Pionierkompanie auf eine unerwartete Herausforderung. Eine mysteriöse Bedrohung und eine waghalsige Mission führen zu einer ungewöhnlichen Begegnung zwischen deutschen und französischen Soldaten. Diese zeitlose Erzählung beleuchtet den absurden Heldenmut und außerdem die überraschende Menschlichkeit, die sich selbst im Krieg finden lässt. Es ist eine bewegende Geschichte von Mut, Opferbereitschaft und der Sehnsucht nach Frieden.

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Seitenzahl: 8

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Impressum

Friedrich Wolf

Der verschenkte Leutnant

Erzählung

ISBN 978-3-68912-046-7 (E–Book)

Die Erzählung wurde 1947 verfasst.

Das Titelbild wurde mit der KI erstellt.

© 2024 EDITION digital®

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19065 Pinnow

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Der verschenkte Leutnant

Es war im ersten, „kleinen“ Weltkrieg, im Sommer 1915. Eine unserer Pionierkompanien lag im Abschnitt zwischen Reims und Chalons. Damals wurden die Pioniere noch nicht als Infanterie eingesetzt; sie hatten Minenwerfer zu bedienen, Blindgänger zu sprengen und die Infanterie im Bau von Unterständen, Stollen und Stellungen zu unterweisen.

Nun befand sich bei einem vorgeschobenen Infanteriebataillon ein Zugführer und Leutnant K. Dieser Leutnant forderte eine Gruppe Pioniere an, weil vor seiner Stellung, in der Nähe des Truppenübungsplatzes von Chalons, ein „Eisenbahngeschütz“ hin und her fahre und nachts schösse. Der bisherige Einsatz von Infanteriepatrouillen mit Handgranaten hatte bei „gewaltsamen Erkundungen“ bisher zu keinem andern Ergebnis geführt, als dass stets ein paar Mann vor den französischen Linien abgeschossen oder verwundet worden waren. Die deutschen Infanteristen wussten zwar genau, dass ihr Leutnant bloß „Brustschmerzen“ nach dem E.K. hatte und dass jenes mysteriöse „Eisenbahngeschütz“ wahrscheinlich gar nicht vorhanden oder zum mindesten nicht erreichbar war. Aber Befehl ist Befehl!

Die angeforderte Pioniergruppe sollte also die Infanteristen als Stoßtrupp mit „geballten Ladungen“ aus Ekrasit unterstützen, das „Eisenbahngeschütz“ in die Luft sprengen und Gefangene zurückbringen. Der Unteroffizier der Pioniere besprach sich mit dem Patrouillenführer der Infanterie. Es war klar, das Ganze war bloß ein Himmelfahrtskommando zur höheren Ehre des Leutnants, Hauptmanns und Majors, die aufregende Gefechtsberichte nach oben weitergaben.

Im heißen Sommer 1915 schienen nun in der „Lausechampagne“ alle Brunnen zerstört oder ausgetrocknet, nur ein Brunnen in diesem Abschnitt hatte reichlich Wasser, und der befand sich eben in jenem Dorf St-Souplet in der Richtung des „Eisenbahngeschützes“. Dort zwischen den Linien trafen sich im Morgengrauen die Wasserholer – die deutschen und französischen –, nachdem sie ihre Waffen vorher abgestellt hatten.

Noch in der Nacht schlossen sich der Patrouillenführer der Infanterie und der Pionierunteroffizier den Wasserholern zu einer Erkundung an. Man hielt, während die Sterne am dunkelgrünen Sommerhimmel strahlten, durch die Drahtverhaugassen im Niemandsland scharf auf den zerschossenen Kirchturm des Dorfes. Die Begleitmannschaft der Wasserholer setzte am östlichen Dorfrand die Gewehre zusammen; auch die beiden Unteroffiziere legten die Waffen ab. Dann ging es mit betont lautem Geklapper der Kochgeschirre und Wasserkannen zwischen den bleichen Dorfruinen zum Kirchplatz.

„Halt! – Kameraden? Franzuski?“

Lauschen.

„Qui est là? Camarade allemand? Les armes à terre! Sauerkraut nix gut! Camarade allemand gut!“