Verlag: Aufbau digital Kategorie: Abenteuer, Thriller, Horror Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2014

Der vierte Mann E-Book

Stuart Neville  

4.88888888888889 (18)

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E-Book-Beschreibung Der vierte Mann - Stuart Neville

Albert Ryan ist ein Außenseiter – er hat für die Englänger gekämpft, obwohl er Ire ist. Nun soll er den Mörder eines alten Nazis finden – und begreift, dass er zwischen alle Fronten geraten ist. Dublin 1963. In einem Triumphzug reist John F. Kennedy durch das Land, doch hinter den Kulissen brodelt es. Innerhalb weniger Tage werden drei Männer ermordet, die allesamt als Nazis galten und nach Irland geflohen waren. Bei der dritten Leiche wird eine Notiz gefunden – gerichtet an Otto Skorzeny, einen ehemaligen SS-Mann, der ebenfalls auf der Insel Schutz gesucht hat. „Du wirst auch bezahlen!“ Albert Ryan, ein Geheimagent, soll den Mörder finden. Doch je mehr er über das Netzwerk der ehemaligen Nazis und Kollaborateure herausfindet, desto mehr ahnt er, dass er auf der falschen Seite steht. Was er nicht einmal ahnt: Seine Gegner haben eine Frau auf ihn angesetzt, um ihn aus dem Spiel zu nehmen ... „Besser kann ein Thriller nicht sein!“ Lee Child.

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E-Book-Leseprobe Der vierte Mann - Stuart Neville

Stuart Neville

Der vierte Mann

Thriller

Aus dem Englischen von Armin Gontermann und Wolfgang Thon

Inhaltsübersicht

Anmerkung des Verfassers

I Soldat

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

10. Kapitel

11. Kapitel

12. Kapitel

13. Kapitel

14. Kapitel

15. Kapitel

16. Kapitel

17. Kapitel

18. Kapitel

19. Kapitel

20. Kapitel

21. Kapitel

II Widerstandskämpfer

22. Kapitel

23. Kapitel

24. Kapitel

25. Kapitel

26. Kapitel

27. Kapitel

28. Kapitel

29. Kapitel

30. Kapitel

31. Kapitel

32. Kapitel

33. Kapitel

34. Kapitel

35. Kapitel

36. Kapitel

37. Kapitel

38. Kapitel

39. Kapitel

40. Kapitel

41. Kapitel

42. Kapitel

43. Kapitel

44. Kapitel

45. Kapitel

46. Kapitel

47. Kapitel

III Kollaborateur

48. Kapitel

49. Kapitel

50. Kapitel

51. Kapitel

52. Kapitel

53. Kapitel

54. Kapitel

55. Kapitel

56. Kapitel

57. Kapitel

58. Kapitel

59. Kapitel

60. Kapitel

61. Kapitel

62. Kapitel

63. Kapitel

64. Kapitel

65. Kapitel

66. Kapitel

67. Kapitel

68. Kapitel

69. Kapitel

70. Kapitel

71. Kapitel

72. Kapitel

73. Kapitel

74. Kapitel

75. Kapitel

Epilog

Danksagungen

Quellenverzeichnis

Informationen zum Buch

Über Stuart Neville

Impressum

Wem dieses Buch gefallen hat, der liest auch gerne …

Für Isabel Emerald Neville

Kriegsmüde Hunde sind wir,

nagen an blanken Knochen,

kämpfen in jedem Land und in jedem Klima,

für jede Sache, außer für unsere eigene.

Präsident John F. Kennedy

Wexford, Irland, 27. Juni 1963

ANMERKUNG DES VERFASSERS

Dies ist eine erfundene, keine wahre Geschichte. Obwohl der Roman von tatsächlichen historischen Figuren und Orten inspiriert wurde, sind sämtliche hier geschilderten Ereignisse frei erfunden.

Folgende Tatsachen sind belegt: Nach dem Zweiten Weltkrieg suchten Dutzende Nazis und Kollaborateure der Achsenmächte Zuflucht in Irland. Für Otto Skorzeny richtete der junge Politiker Charles Haughey einen Begrüßungsempfang in einem Country Club aus. 1959 erwarb Otto Skorzeny das Martinstown House in Kildare. Auf eine Anfrage des Abgeordneten Dr. Noël Kildareder teilte Justizminister Charles Haughey 1963 dem irischen Parlament mit, Otto Skorzeny sei niemals in Irland ansässig gewesen. Der Rest ist nur eine Geschichte.

I SOLDAT

1. KAPITEL

»Sie sehen gar nicht aus wie ein Jude«, sagte Helmut Krauss zu dem Mann, dessen Spiegelbild er in der Fensterscheibe sah.

Vor dem Fenster krachten die anbrandenden Wellen gegen die Felsen der Bucht von Galway, dahinter wogte finster der Atlantik. Die Pension in Salthill war einfach, aber sauber. Das Küstenstädtchen außerhalb von Galway beherbergte Familien aus ganz Irland, denen in den Sommermonaten nach ein paar Tagen salziger Luft und Sonne war. Manchmal fanden hier auch unverheiratete Paare, Ehebrecher und Hurenböcke ein Bett, wenn sie die Stirn hatten, sich an den biederen Besitzern dieser Häuser vorbeizumogeln.

Krauss wusste das, weil er selbst schon in solchen Pensionen die Gesellschaft verschiedener Damen genossen hatte, um erfrischende Strandwanderungen zu unternehmen, verkochte Mahlzeiten in zumeist leeren Speiseräumen über sich ergehen zu lassen und anschließend das Gestell eines alten, unbequemen Bettes durchzuschütteln. Neben Verhütungsmitteln hatte er bei solchen Gelegenheiten stets eine Auswahl von Eheringen in verschiedenen Größen in der Tasche.

Diese trostlose Insel, die eher grau als grün war und an ihrer eigenen Frömmigkeit erstickte, bot ihm ohnehin so wenige Annehmlichkeiten. Warum also sollte er sich da nicht gelegentlich einen Ausflug mit einer liebeshungrigen Frau erlauben?

Vielleicht hätte Krauss sich den Luxus eines anständigen Hotels in der Stadt gönnen sollen, aber eine Beerdigung, selbst die eines engen Freundes, schien ihm dafür nicht der richtige Anlass zu sein. Allerdings wäre es dort vielleicht sicherer gewesen, und dieser Besucher hätte sich nicht so leicht Zutritt verschaffen können. Einen Moment lang bedauerte er seine Entscheidung zutiefst, doch er erkannte sofort, wie unsinnig das war. Wäre er ein Mann gewesen, der in Reue versank, hätte er sich schon vor zehn Jahren aufgehängt.

»Sind Sie Jude?«, erkundigte sich Krauss.

Das Spiegelbild bewegte sich. »Vielleicht. Vielleicht auch nicht.«

»Ich habe Sie auf der Beerdigung gesehen«, fuhr Krauss fort. »Die Messe war wunderbar.«

»Ja«, erwiderte das Spiegelbild. »Sie haben geweint.«

»Er war ein guter Mann«, sagte Krauss. Er sah den Möwen zu, die auf dem Aufwind dahinglitten.

»Er war ein Mörder von Frauen und Kindern«, sagte das Spiegelbild. »So wie Sie.«

»Mörder«, wiederholte Krauss. »Sie haben einen britischen Akzent. Für viele Leute in Irland seid ihr Briten die Mörder. Unterdrücker. Imperialisten.«

Der Mann kam näher, sein Spiegelbild in der Scheibe wurde größer. »Sie verbergen Ihren Akzent gut.«

»Ich schätze die gesprochene Sprache. Mag sein, dass ich es übertreibe, aber ich verbringe tatsächlich viel Zeit damit, meine Aussprache zu verbessern und zu üben. Außerdem fällt ein deutscher Akzent immer noch auf, sogar in Irland. Man gewährt mir zwar Unterschlupf, aber ich bin nicht bei allen willkommen. Einige klammern sich an ihre britischen Oberherren wie ein Kind, das schon zu alt für die Brust ist.«

In letzter Zeit spürte Krauss die Last des Alters häufiger. Sein einst dichtes schwarzes Haar war ergraut, die feinen Züge waren zerklüftet. Vom Wodka und Wein waren schon die ersten Adern in seiner Nase geplatzt. Wenn er seine nachmittäglichen Spaziergänge durch den Dubliner Ringsend Park unternahm, starrten die Frauen ihn nicht mehr aus hungrigen Augen an. Trotzdem hatte er noch ein paar gute Jahre vor sich, wenn auch nicht mehr so viele. Würde dieser Mann sie ihm nehmen?

»Sind Sie gekommen, um mich ebenfalls umzubringen?«, fragte er.

»Vielleicht. Vielleicht auch nicht«, antwortete das Spiegelbild.

»Darf ich etwas trinken und vielleicht eine Zigarette rauchen?«

»Dürfen Sie.«

Krauss drehte sich zu dem anderen um. Ein Mann mittleren Alters, zwischen vierzig und fünfundvierzig, also alt genug, um möglicherweise im Krieg gekämpft zu haben. Auf dem Friedhof hatte er in seinem Totengräber-Overall jünger gewirkt, aber jetzt aus der Nähe sah man die Falten auf seiner Stirn und um die Augen herum. Unter der Wollmütze auf seinem Kopf quoll sandfarbenes Haar hervor. Er hielt eine Pistole in der Hand, eine Browning mit Schalldämpfer, die direkt auf Krauss’ Brust gerichtet war. Sie zitterte.

»Ein kleiner Wodka gefällig?«, fragte Krauss. »Der beruhigt vielleicht Ihre Nerven.«

Der Mann überlegte ein paar Sekunden. »Na gut«, sagte er.

Krauss ging zum Nachttisch, auf dem neben der Morgenausgabe der Irish Times eine Flasche importierter Wodka und ein Teeservice standen. Die Titelseite zierte eine Schlagzeile über den bevorstehenden Besuch von Präsident Kennedy und die Meldung über das Ersuchen der nordirischen Führung, er möge während seines Aufenthalts auf der Insel doch auch über die Grenze zu ihnen kommen. Die Iren vergötterten das amerikanische Staatsoberhaupt, weil es, wenn auch über viele Generationen hinweg, einer der ihren war, und die Art, wie seiner Ankunft entgegengefiebert wurde, grenzte inzwischen schon an Hysterie. Krauss hatte sich vorgenommen, während der Dauer von Kennedys Aufenthalt alle Radio- und Fernsehsendungen zu meiden.

Aber das hatte sich jetzt wohl erübrigt.

Er drehte zwei Teetassen um und goss jeweils eine ordentliche Portion ein.

»Kein Wasser, bitte«, sagte der Mann, als Krauss eine Tasse mit etwas Wasser aus dem Krug verdünnen wollte.

Krauss grinste und reichte dem Mann die Tasse. »Hab leider keine Gläser. Ich hoffe, das macht Ihnen nichts aus.«

Der Mann dankte nickend und nahm die Tasse in die linke Hand. Er kippte den unverdünnten Wodka, schluckte und musste husten.

Krauss griff in die Brusttasche seines besten schwarzen Anzugs. Der Fingerknöchel des Mannes im Abzugsbügel wurde weiß. Krauss holte ganz langsam das goldene Zigarettenetui hervor und zeigte es dem Mann. Dann öffnete er es und hielt es ihm hin.

»Nein, danke.« Der Mann zuckte beim Anblick des eingravierten Hakenkreuzes nicht, wie Krauss gehofft hatte, zusammen. Vielleicht war er ja gar kein Jude, sondern nur irgendein fanatischer Brite.

Krauss nahm sich eine Peter Stuyvesant, sein einziges Zugeständnis an alles Amerikanische, und schob sie sich zwischen die Lippen. Dann ließ er das Etui zuschnappen und steckte es wieder ein. Eigentlich waren ihm Marlboros lieber, aber die waren in diesem Land nur schwer zu kriegen. Krauss fischte das dazu passende Feuerzeug aus der Hosentasche und atmete den Gasgeruch der Flamme ein. Etui und Feuerzeug waren ein Weihnachtsgeschenk von Wilhelm Frick gewesen, Krauss hing sehr daran. Blaue Schwaden stiegen zwischen den beiden Männern auf.

»Setzen Sie sich doch«, bot Krauss an und zeigte auf den Stuhl in der Ecke. Er selbst setzte sich aufs Bett und nahm einen tiefen Zug aus seiner Zigarette. Die Hitze brannte ihm in Rachen und Lunge. »Darf ich Ihren Namen erfahren?«, fragte er.

»Das dürfen Sie nicht«, sagte der Mann.

»Wie Sie wollen. Also, warum?«

Der Mann nahm noch einen Schluck Wodka, verzog angesichts des Geschmacks das Gesicht und stellte die Tasse links neben sich auf die Fensterbank. »Warum was?«

»Warum wollen Sie mich töten?«

»Ich habe noch gar nicht entschieden, ob ich Sie töte oder nicht. Erst will ich Ihnen ein paar Fragen stellen.«

Krauss lehnte sich seufzend gegen das Kopfteil und schlug auf der Matratze seine Beine übereinander.

»Na schön.«

»Wer war der gutgekleidete Ire, mit dem Sie gesprochen haben?«

»Ein unverschämt junger Regierungsbeamter«, sagte Krauss.

Eoin Tomalty hatte Krauss nach der Beerdigung die Hand geschüttelt. »Der Minister lässt sein Beileid ausrichten«, hatte Tomalty gesagt. »Sie verstehen ja sicher, warum er nicht persönlich teilnehmen konnte.«

Krauss hatte lächelnd genickt. Selbstverständlich verstand er das, sicher.

»Ein Regierungsbeamter?«, fragte der Mann. »Die Regierung hat also tatsächlich einen Vertreter geschickt?«

»Aus reiner Höflichkeit.«

»Wer waren die anderen Trauergäste?«

»Das wissen Sie doch längst«, antwortete Krauss. »Wenn Sie mich kennen, kennen Sie die auch.«

»Sagen Sie es mir trotzdem.«

Krauss sagte die Namen auf. »Célestin Lainé, Albert Luykx und Caoimhín Murtagh als Vertreter der IRA.«

»Der IRA?«

»Das sind Trottel«, sage Krauss. »Bauerntrampel, die sich für Soldaten halten. Die glauben immer noch, sie könnten Irland von euch Briten befreien. Aber es sind nützliche Trottel, deshalb nehmen wir von Zeit zu Zeit ihre Hilfe in Anspruch.«

»Zum Beispiel, um eine Beerdigung zu organisieren.«

»So ist es.«

Der Mann beugte sich vor. »Wo war Skorzeny?«

Krauss lachte. »Otto Skorzeny vergeudet seine wertvolle Zeit nicht mit einfachen Leuten wie mir. Er wird viel zu sehr davon in Anspruch genommen, in Dublin auf Partys der besseren Gesellschaft zu gehen oder Politiker auf seinen Scheiß-Bauernhof einzuladen.«

Der Mann griff in seine Jackentasche und holte einen versiegelten Umschlag heraus. »Sie werden ihm diese Botschaft zukommen lassen.«

»Tut mir leid«, sagte Krauss. »Das kann ich nicht.«

»Sie werden es tun.«

»Sie missverstehen mich, junger Mann«, sagte Krauss. Er kippte den restlichen Wodka herunter und stellte die Tasse auf den Nachttisch zurück. »Ich gebe zu, dass ich manchmal etwas ausschweifend bin, das ist eine meiner Schwächen, aber diesmal habe ich mich doch klar ausgedrückt, glaube ich. Ich sagte nicht ›Das will ich nicht‹, sondern ›Das kann ich nicht‹. Ich habe keinerlei Beziehung zu Otto Skorzeny, weder gesellschaftlich noch politisch. Wenn Sie an ihn herankommen möchten, sollten Sie sich besser an einen der irischen Politiker wenden, die sich um ihn drängen.«

Der Mann stand auf und kam, ohne die Pistole zu senken, zum Bett. Mit der freien Hand öffnete er Krauss’ Sakko und stopfte ihm den Umschlag in die Brusttasche.

»Keine Sorge. Er wird ihn schon bekommen.«

Krauss spürte, wie es in seinen Eingeweiden rumorte. Er zog heftig an seiner Zigarette und rauchte sie bis zum Filter, dann drückte er sie im Aschenbecher auf dem Nachtschränkchen aus.

Die Hand des Mannes wurde ruhig.

Krauss setzte sich auf, schwang die Beine vom Bett und stellte die Füße auf den Boden. Er drückte den Rücken durch und legte die Hände auf die Knie. Er richtete seinen Blick auf den Horizont jenseits des Fensters und sagte: »Ich habe Geld. Nicht viel, aber doch einiges. Sie können es haben. Alles. Ich werde fliehen. Vom Regen in dieser verfluchten Gegend tun mir sowieso ständig die Gelenke weh.«

Der Schalldämpfer der Browning tippte an seine Stirn.

»So einfach ist das nicht«, sagte der Mann.

Krauss hievte sich hoch. Der Mann machte einen Schritt zurück, die Pistole schussbereit.

»Doch, ist es«, erwiderte Krauss mit zitternder Stimme und versuchte seine Tränen zurückzuhalten. »Das ist es. Ich bin ein Nichts. Ich war nur ein Schreiberling. Ich habe Dokumente unterschrieben, Formulare abgestempelt und mir in der feuchten Dunkelheit auf meinem Holzschemel Hämorrhoiden geholt.«

Der Mann drückte Krauss die Mündung direkt auf die Stirn. »Diese Dokumente, die Sie unterschrieben haben … Sie haben Tausende mit Ihrem Füller umgebracht. Vielleicht können Sie ja damit leben, indem Sie sich einreden, es sei nur Ihre Arbeit gewesen, aber Sie wussten genau, wohin …«

Krauss griff nach der Pistole, packte sie, drückte sie nach unten und brachte den anderen aus dem Gleichgewicht. Der Mann fand jedoch rasch die Balance wieder und suchte festeren Stand. Sein Gesichtsausdruck blieb unbewegt, nur die angespannten Kinnmuskeln verrieten, wie erbittert er sich wehrte.

Schweiß trat Krauss auf die Stirn, sein Kopf dröhnte. Er atmete keuchend durch die Zähne und versuchte, die Finger des anderen aufzubiegen. Der Mann hob die Waffe; er war so viel kräftiger als Krauss. Ihre Nasen berührten sich fast. Krauss brüllte und sah, wie sein Speichel auf das Gesicht des Mannes spritzte.

Er hörte einen dumpfen Knall und spürte einen Schlag in den Bauch, dann breitete sich auf seinem Unterleib eine feuchte Hitze aus. Seine Beine fühlten sich plötzlich wie Pudding an. Er ließ den Lauf der Pistole los und sackte auf die Knie. Er hielt sich mit den Händen den Bauch, rotes Blut sickerte zwischen seinen Fingern hervor.

Heißes Metall presste sich gegen Krauss’ Schläfe.

»Eigentlich haben Sie viel Schlimmeres verdient«, sagte der Mann.

Hätte er noch die Zeit gehabt, hätte Helmut Krauss gesagt: »Ich weiß.«

2. KAPITEL

Albert Ryan wartete mit Direktor Ciaran Fitzpatrick im Vorzimmer. Ihnen gegenüber saß die Sekretärin und las eine Zeitschrift. Die Stühle knarrten und waren nur unzulänglich gepolstert. Ryan harrte reglos aus, während Fitzpatrick herumzappelte. Es war mittlerweile fast eine Stunde vergangen, seit Ryan im Innenhof des herrschaftlichen Gebäudekomplexes in der Upper Merrion Street mit dem Direktor zusammengetroffen war. Den Nord- und den Südflügel beanspruchten verschiedene Regierungsstellen, und unter der Kuppel, die auf der Westseite des Hofes in den Himmel ragte, residierte das Royal College of Science. Eigentlich hatte Ryan erwartet, sofort nach seiner Ankunft zum Minister vorgelassen zu werden, und Fitzpatrick empfand wohl dasselbe, seiner Miene nach zu urteilen.

Als Ryan sein Quartier im Camp Gormanston verließ, hellte sich der Himmel auf und verwandelte sich während seines kurzen Fußmarschs zum Bahnhof von einem tiefen Blaugrau in ein milchiges Weiß. Auf der Weide gegenüber dem Bahnsteig grasten zwei Pferde. Ihre Bäuche hingen herunter, ihr Fell war vernachlässigt und stumpf. Ihr leises Wiehern wurde von der salzigen Brise herangetragen. Im Hintergrund erstreckte sich die Irische See wie ein schwarzer Marmortisch.

Der Zug hatte sich verspätet. Auf seinem Weg nach Dublin hielt er an so ziemlich jedem Außenposten der Zivilisation und füllte sich allmählich mit Tabaksqualm und Menschen mit lustlosen Gesichtern. Fast alle Reisenden trugen Anzüge, ob sie nun auf ihrem täglichen Weg zur Arbeit in irgendeinem Regierungsbüro waren oder in ihrem Sonntagsstaat zu einem Ausflug in die Stadt.

Auch Ryan trug einen Anzug, und er nutzte mit Freuden jede Gelegenheit, das zu tun. Eine Begegnung mit dem Justizminister rechtfertigte den Aufwand allemal. Er war zu Fuß vom Bahnhof in der Westland Row bis in die Merrion Street gelaufen und hatte beim Näherkommen das Gesicht des Direktors studiert. Fitzpatrick hatte ihn von Kopf bis Fuß gründlich gemustert und erst dann, als billigte er Ryans Aufzug, mürrisch genickt.

»Also nichts wie rein«, sagte er. »Wir wollen nicht zu spät kommen.«

Ryan sah noch einmal auf seine Uhr. Gerade tickte der Minutenzeiger über den Stundenzeiger.

Er kannte die Geschichten über den Minister. Ein Politiker mit grenzenlosem Ehrgeiz und Schneid. Der Emporkömmling hatte sogar die Tochter des Chefs geheiratet und war Schwiegersohn des Taoiseach geworden, Irlands Premierminister. Manchen galt er als der aufgehende Stern im Kabinett, ein Reformer, der dem Establishment die Türen eintrat. Andere verachteten ihn als karrieresüchtigen Winkeladvokaten. Für leichtsinnig hielten ihn alle.

Die Tür ging auf, und Charles J. Haughey kam herein.

»Tut mir leid, dass ihr warten musstet, Jungs«, sagte er, während Fitzpatrick sich erhob. »War ein ziemlich ausgedehntes Frühstück. Kommt rein.«

»Kaffee, Herr Minister?«, erkundigte sich die Sekretärin.

»Herrgott, ja doch.«

Ryan stand auf und folgte Haughey und Fitzpatrick. Als sie im Büro des Ministers waren, gab Haughey dem Direktor die Hand.

»Ist das Ihr Mann? Lieutenant Ryan?«, fragte er.

»Ja, Herr Minister«, bestätigte Fitzpatrick.

Haughey reichte Ryan die Hand. »Meine Güte, Sie sind ja wirklich ein Hüne. Habe gehört, Sie haben letztes Jahr gegen diese Schweinehunde von der IRA ganze Arbeit geleistet. Haben den Scheißkerlen das Rückgrat gebrochen, heißt es.«

Ryan schüttelte die Hand des Mannes und spürte seinen kräftigen Händedruck, den Händedruck eines Alphatiers. Haughey wirkte größer und breitschultriger, als er eigentlich war. Das schwarze Haar war mit Pomade aus der Stirn gekämmt, so dass sein Kopf wie der eines Falken wirkte, dessen Augen jede Schwäche erspähten. Er war nur ein paar Jahre älter als Ryan, aber sein Gebaren war das eines erfahrenen, weltgewandten Mannes, nicht das eines jungen Burschen, der ein höheres Amt bekleidete, als ihm gemessen an seinem Alter zugestanden hätte.

»Ich habe mein Bestes getan«, antwortete Ryan.

Es war eine langwierige Operation gewesen. Ganze Nächte hatten die Männer in Gräben verbracht und das Kommen und Gehen von Bauern beobachtet und sich die Besucher notiert, manchmal waren sie ihnen gefolgt. 1959 war die Grenzkampagne der Irish Republican Army endgültig den Bach runtergegangen, nachdem man ihr schon lange vorher das Rückgrat gebrochen hatte.

»Gut«, sagte Haughey. »Setzen Sie sich doch bitte.«

Sie nahmen auf lederbezogenen Stühlen vor dem Schreibtisch Platz. Haughey trat an einen Aktenschrank, kramte pfeifend die Schlüssel aus seiner Tasche, schloss eine Schublade auf und holte eine Akte heraus. Er warf sie auf die ebenfalls mit Leder bezogene Schreibtischplatte und ließ sich in seinen Schreibtischstuhl fallen, der sich ohne auch nur das leiseste Quietschen oder Ächzen drehte.

In einer Ecke hing eine irische Trikolore, an der Wand eine Kopie der Urkunde von der Proklamation der Irischen Republik, daneben Bilder von schlanken, stolzen Rennpferden.

»Woher haben Sie Ihren Anzug?«, erkundigte sich Haughey.

Ein paar Sekunden lang saß Ryan schweigend da, erst dann begriff er, dass die Frage an ihn gerichtet war. Er räusperte sich und sagte: »Vom Schneider in meiner Heimatstadt.«

»Und die wäre?«

»Carrickmacree.«

»Gütiger Himmel«, prustete Haughey. »Was macht Ihr Vater? Züchtet er Schweine?«

»Er ist Einzelhändler«, sagte Ryan.

»Ein Krämer?«

»Ja.«

Das Grinsen verzerrte Haugheys Gesicht, und sein Mund sah plötzlich aus wie ein Eidechsenmaul. Hinter den Zähnen schnellte die feucht glänzende Zunge hervor.

»Dann beschaffen Sie sich mal was Anständiges. Ein Mann sollte einen guten Anzug tragen. Sie können doch nicht ohne Arsch in der Hose in irgendwelchen Regierungsbüros herumlaufen.«

Ryan gab keine Antwort.

»Sie wollen bestimmt wissen, warum Sie hier sind«, fuhr Haughey fort.

»Ja, Herr Minister.«

»Hat der Direktor Ihnen schon irgendwas gesagt?«

»Nein, Herr Minister.«

»Sehr gehorsam«, sagte Haughey. »Jetzt darf er es Ihnen erklären.«

Fitzpatrick wollte gerade zu sprechen beginnen, als die Sekretärin mit einem Tablett hereinkam. Die Männer warteten schweigend, bis sie den Kaffee eingeschenkt hatte. Ryan lehnte dankend ab.

Als sie wieder gegangen war, räusperte Fitzpatrick sich und wandte sich in seinem Stuhl um. »Gestern Morgen ist in einer Pension in Salthill von der Besitzerin die Leiche eines deutschen Staatsangehörigen gefunden worden. Es wird vermutet, dass er am Tag zuvor an Schusswunden in den Bauch und den Kopf gestorben ist. Die Garda Síoána wurde zum Tatort gerufen, aber nachdem man die Identität des Toten festgestellt hatte, wurde die Angelegenheit dem Justizministerium übertragen und von dort meiner Abteilung.«

»Wer war er?«, fragte Ryan.

»Hier war er Heinrich Kohl, nichts weiter als ein kleiner Geschäftsmann. Er fungierte als Treuhänder für verschiedene Import-Export-Firmen. Eine Art Mittelsmann.«

»Sie sagen ›hier‹«, merkte Ryan an. »Das bedeutet, woanders war er jemand anders.«

»Woanders kannte man ihn als SS-Hauptsturmführer Helmut Krauss vom SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamt. Das hört sich erheblich imposanter an, als es in Wahrheit war. Ich glaube, damals im Notstand war er nur so eine Art Bürohengst.«

Das Wort Krieg nahmen Regierungsbeamte nur selten in den Mund, als fürchteten sie, den Kampf, der Europa verwüstet hatte, dadurch irgendwie zu glorifizieren.

»Also ein Nazi«, sagte Ryan.

»Wenn Sie diese Terminologie verwenden wollen, ja.«

»Darf ich fragen, warum sich die Garda Síochána nicht um die Sache kümmert? Das klingt nach einem klassischen Mordfall. Der Krieg ist seit achtzehn Jahren vorbei. Das hier ist ein ziviles Verbrechen.«

Haughey und Fitzpatrick wechselten einen Blick.

»Krauss ist bereits der dritte Ausländer, der innerhalb der letzten vierzehn Tage hier ermordet wurde«, erklärte der Direktor. »Davor war es Alex Renders, ein flämischer Belgier, und Johan Hambro, ein Norweger. Beide waren Nationalisten, die sich als Verbündete des Reichs wiederfanden, als Deutschland ihre jeweiligen Länder okkupierte.«

»Sie vermuten also, dass die Morde zusammenhängen?«, fragte Ryan.

»Alle drei Männer wurden aus kurzer Distanz erschossen. Alle drei waren zur Zeit des Notstands bis zu einem gewissen Grad in nationalistische Bewegungen verstrickt. Da dürfte es schwerfallen, die logische Schlussfolgerung nicht zu ziehen.«

»Warum waren diese Männer in Irland?«

»Renders und Hambro waren nach der Befreiung ihrer Länder durch die Alliierten als Flüchtlinge da. Irland hat schon immer alle willkommen geheißen, die vor Verfolgungen flohen.«

»Und Krauss?«

Fitzpatrick wollte schon sprechen, aber Haughey unterbrach ihn.

»Der Fall wurde der Garda entzogen, weil er ziemlich heikel ist. Diese Leute waren Gäste in unserem Land, und es gibt noch andere wie sie, aber wir wollen keine Aufmerksamkeit auf ihre Anwesenheit hier lenken. Zumindest vorerst nicht. Für Irland ist das ein wichtiges Jahr. Schon in wenigen Wochen wird der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika uns besuchen. Zum ersten Mal seit Bestehen der Republik kommt ein Staatsoberhaupt zu einem offiziellen Besuch, und zwar nicht irgendein Oberhaupt, sondern niemand Geringerer als der Anführer der freien Welt. Und damit nicht genug, er kommt auch noch sozusagen nach Hause, ins Land seiner Vorfahren. Der ganze Erdball wird auf uns schauen.«

Während er sprach, schien Haughey die Brust zu schwellen, so als rede er auf einer Kundgebung in seinem Wahlkreis.

»Wie der Direktor schon gesagt hat, diese Männer waren Flüchtlinge, und unser Staat hat ihnen Asyl gewährt. Trotzdem könnten vielleicht einige Leute, aus welchem Grund auch immer, Anstoß daran nehmen, dass in ihrer Nachbarschaft Männer wie Helmut Krauss lebten. Sie könnten viel Wirbel darum machen, genau den Wirbel, auf den wir gut verzichten können, wo der Besuch von Präsident Kennedy vor der Tür steht. Es gibt Leute in Amerika und sogar Leute in seinem eigenen Stab, die finden, sein Besuch hier sei Zeitverschwendung, wo gerade Castro in ihrem eigenen Hinterhof lauert und die Schwarzen Krawall machen. Sie raten ihm, den Besuch abzusagen. Wenn sie auch nur den leisesten Schimmer von dieser Sache bekommen, werden sie ihrem Wunsch sofort Nachdruck verleihen. Es ist also von entscheidender Bedeutung, dass diese Angelegenheit diskret behandelt wird. Dass sie sozusagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit erledigt wird. Und hier kommen Sie ins Spiel. Ich will, dass Sie der Sache auf den Grund gehen. Sorgen Sie dafür, dass das aufhört.«

»Und wenn ich den Auftrag nicht annehmen möchte?«

Haugheys Augen wurden schmal. »Offenbar habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt, Lieutenant. Ich bitte Sie nicht, diese Verbrechen aufzuklären. Ich befehle es Ihnen.«

»Bei allem Respekt, Herr Minister, Sie haben nicht die Befugnis, mir irgendetwas zu befehlen.«

Haughey sprang auf und lief rot an. »Machen Sie halblang, Freundchen. Wen, glauben Sie, haben Sie hier vor sich?«

Fitzpatrick hob beschwichtigend die Hände. »Verzeihen Sie, Herr Minister. Lieutenant Ryan wollte nur sagen, dass eine solche Anweisung durch die Befehlskette des Geheimdienstes erfolgen sollte. Er wollte Sie nicht despektierlich behandeln, da bin ich mir sicher.«

»Das würde ich ihm auch raten!« Haughey ließ sich wieder auf seinen Stuhl zurücksinken. »Wenn er eine Dienstanweisung von Ihnen braucht, dann erteilen Sie sie ihm gefälligst.«

Fitzpatrick wandte sich wieder an Ryan. »Wie der Herr Minister bereits erläutert hat, ist dies kein freiwilliger Auftrag. Sie werden ihm zur Verfügung stehen, bis der Fall abgeschlossen ist.«

»In Ordnung«, erwiderte Ryan. »Gibt es schon irgendwelche Mordverdächtigen?«

»Noch nicht«, sagte Haughey. »Aber natürlich liegt der Gedanke nahe, dass es Juden waren.«

Ryan verlagerte unmerklich sein Gewicht. »Herr Minister?«

»Jüdische Extremisten«, fuhr Haughey fort. »Zionisten, die auf Rache aus sind, würde ich sagen. Diese Spur werden sie als erste verfolgen.«

Ryan überlegte, ob er widersprechen sollte, entschied sich aber dagegen. »Jawohl, Herr Minister.«

»Bei Bedarf wird die Polizei Sie unterstützen«, sagte der Direktor. »Was wir natürlich lieber vermeiden würden. Je weniger Leute mit dieser Angelegenheit befasst sind, desto besser. Außerdem wird Ihnen ein Wagen und, wenn Sie in der Stadt sind, ein Zimmer im Buswells Hotel zur Verfügung gestellt.«

»Danke, Sir.«

Haughey schlug die Akte auf, die er aus dem Schrank geholt hatte.

»Da gibt es noch etwas, was Sie wissen sollten.«

Mit spitzen Fingern nahm er einen Umschlag aus der Akte. Eine Ecke war tiefrot verfärbt. Sorgsam darauf bedacht, die befleckte Stelle nicht zu berühren, nahm Ryan den Umschlag. Er drehte ihn um und las, was auf die Vorderseite getippt war.

»Otto Skorzeny.«

»Haben Sie von dem schon mal gehört?«, wollte Haughey wissen.

»Natürlich«, sagte Ryan. Er erinnerte sich an das Narbengesicht aus den Gesellschaftsnachrichten der Zeitungen. Jeder Soldat, der etwas von Kommandotaktik verstand, wusste von Skorzeny. In Militärkreisen wurde der Name mit Ehrfurcht ausgesprochen, ungeachtet der politischen Verstrickungen des Österreichers. Offiziere gerieten bei Skorzenys Heldentaten ins Schwärmen, als schilderten sie die Handlung eines Abenteuerromans. Häufigstes Thema war dabei die Rettung Mussolinis aus jenem Berghotel, in dem er unter Arrest gestellt gewesen war. Welch eine Kühnheit, welch eine Verwegenheit, mit einmotorigen Lastenseglern auf dem Berghang des Gran Sasso zu landen und den Duce auszufliegen.

Ryan schob seine Finger in den Umschlag, zog ein Blatt Papier hervor und faltete es auf. Er las, was dort getippt stand.

SS-Obersturmbannführer Skorzeny,

Wir kriegen Sie.

Erwarten Sie unseren Besuch.

»Hat Skorzeny das gesehen?«, fragte Ryan.

»Oberst Skorzeny wurde über diese Botschaft benachrichtigt«, erwiderte Fitzpatrick.

»Oberst Skorzeny und ich werden in einigen Tagen einer Veranstaltung in Malahide beiwohnen«, erklärte Haughey. »Sie werden uns dort über Ihre Erkenntnisse unterrichten. Die Einzelheiten erfahren Sie vom Direktor. Verstanden?«

»Ja, Herr Minister.«

»Großartig.« Haughey stand auf. Er hielt kurz inne. »Mein Schneider«, sagte er dann und riss einen Zettel von seinem Notizblock und kritzelte einen Namen, eine Adresse und eine Telefonnummer darauf. »Lawrence McClelland in der Capel Street. Gehen Sie zu ihm und sagen Sie ihm, er soll Sie mit irgendwas Passendem ausstaffieren. Er soll es auf meine Rechnung setzen. In so einem Anzug können wir Sie Skorzeny nicht präsentieren.«

Ryan warf den blutverschmierten Umschlag auf den Schreibtisch und nahm mit ausdrucksloser Miene Haugheys Zettel. »Danke, Herr Minister«, sagte er.

Fitzpatrick schob Ryan zur Tür. Als sie gerade hinausgehen wollten, rief Haughey: »Stimmt es, was ich da gehört habe? Dass Sie während des Notstands für die Briten gekämpft haben?«

Ryan blieb stehen. »Ja, Herr Minister.«

Haughey musterte Ryan von Kopf bis Fuß, ein langer, abschätziger Bick. »Waren Sie dafür nicht ein bisschen zu jung?«

»Ich habe ein falsches Alter angegeben.«

»Hmm. Das erklärt dann wohl Ihr schlechtes Urteilsvermögen.«

3. KAPITEL

Die Sonne stand schon tief am Himmel, als Ryan endlich in Salthill ankam. Von der langen Fahrt quer durch das Land in Richtung Westen tat ihm der Hintern weh. Vor Athlone hatte er eine Pause gemacht und am Straßenrand seine Blase erleichtert. Dreimal hatte er anhalten und warten müssen, weil ein Farmer sein Vieh von einer Weide auf die andere trieb. Je weiter er sich von Dublin entfernte, desto weniger Autos begegneten ihm. Manchmal fuhr er kilometerweit, ohne etwas Fortschrittlicheres als einen Traktor oder einen Pferdekarren zu Gesicht zu bekommen.

Er stellte den Vauxhall auf einem kleinen Hof neben der Pension ab. Fitzpatrick hatte ihm die Schlüssel und ein Bündel Pfund- und Zehn-Schilling-Scheine gegeben und ihn ermahnt, nicht gleich alles auf einmal auszugeben.

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