Der wagemutige Abenteurer - Mark Danner - E-Book

Der wagemutige Abenteurer E-Book

Mark Danner

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Beschreibung

Die beiden Abenteurer Will und Andy machen, nach einem gewinnbringenden Abenteuer, Urlaub in Schottland, um sich dort zu erholen und um darüber nachzudenken, was sie aus ihrem Leben zukünftig machen wollen. Dabei werden sie nicht nur unweigerlich in ein neues Abenteuer hineingezogen, sondern stehen auch alten und neuen Bekanntschaften gegenüber, worauf sich die Ereignisse überschlagen und die beiden Abenteurer auf die Probe gestellt werden.

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Seitenzahl: 595

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Ähnliche


Inhalt

Die Münze von Washington

Ein Weg für die Zukunft

Das Buch

Schnelle Entscheidungen

Flüchtige Bekanntschaften

Auf dem Weg nach Norden

Persönliche Gedanken

Eine lange Nacht

Entscheidungen der Vergangenheit

Eine wunderschöne Stadt

Entdeckt

Vorbereitung

Im Dunkeln

Tag ohne Zeit

Der Angriff

Nichts als Folter

Meinungsverschiedenheiten

Feinde und Rivalen

Die Abmachung

Die Münze von Washington

Auf einem Feldweg im Westen der Vereinigten Staaten, ungefähr zwei Meilen südlich von der nächstgelegenen großen Stadt San Francisco entfernt, machen zwei befreundete junge Männer mit ihren Fahrrädern eine kleine Tour und genießen das sonnige Wetter. Nicht eine Wolke ist am Himmel zu sehen und es weht eine leichte Sommerbrise. Für die beiden sind das die perfekten Bedingungen, um aus der lebhaften hügeligen Stadt, in der sie leben, hinauszukommen, frische Luft zu schnappen und sich von ihrer, wie die beiden es nennen, harten und anstrengenden Arbeit zu erholen. Normalerweise verbringen die beiden ihre Zeit damit alten historischen Schätzen nachzujagen, um diese anschließend zu verkaufen. Wenn man die beiden fragen würde, warum sie das machen, dann wäre die Antwort darauf simpel: Sie sind gut darin wertvolle Gegenstände zu finden und verdienen damit ihr Geld. Dabei riskieren sie es auch immer wieder in Lebensgefahr zu geraten, aber am Ende ist ihnen das dieses Risiko wert. Meistens zumindest. Doch heute haben sich die beiden zur Abwechslung dazu entschieden, den Tag zu genießen und einfach mit ihren Fahrrädern ziellos herumzufahren. Einer von den beiden Abenteurern fährt mit einem schwarz-grünen Mountainbike, trägt dunkelbraune Wanderstiefel, ein weinrotes Freizeithemd und dunkelblaue Jeans mit einem braunen Gürtel, an dem ein komplett schwarzes Kampfmesser hängt. Das Messer wird unter einer dunkelbraunen Kunstlederjacke verborgen, damit es nicht jeder sieht. Der Name des Abenteurers ist William Brewster, aber seine Freunde nennen ihn Will. Er hat kastanienbraune Haare, blaugrüne Augen und ein markantes Gesicht. Der andere auf dem hohen, dunkelblauen und noblen Herrenfahrrad ist sein bester und treuester Freund. Anders als Will trägt er lieber gemütliche schwarze Freizeitschuhe, eine graue Stretch Hose und ein grünes Hemd. Sein Name ist Andy Macaulay. Er hat dunkelbraune Haare, braune Augen, ein schmales Gesicht und ist durch seine schottischen Gene sehr rücksichtsvoll aber auch stur und vorlaut. Will ist hingegen abenteuerlustig, entschlossen und ehrgeizig. Trotz ihrer unterschiedlichen Persönlichkeiten und ihrer Tendenz, dem jeweils anderen zu widersprechen, sind sie ein gutes Team und halten stets zusammen. Seitdem sie sich als Teenager kennengelernt haben, erlebten sie viel zusammen und wissen, dass sie zusammen viel mehr schaffen, als sie es alleine je könnten. Das Equipment, das sie für ihre Abenteuer immer dabeihaben, ist in einem dunkelgrauen Rucksack, den Andy fast immer bei sich trägt. Da der Rucksack Andy gehört, weiß er immer was sich alles darin befindet und Will darf nur etwas hineingeben, wenn Andy es ihm erlaubt, aber er hat nur in den seltensten Fällen etwas dagegen.

Während die beiden Freunde dem Feldweg entlangfahren, schwelgen sie in Erinnerungen und erzählen sich Geschichten, die sie zusammen erlebt haben aus ihrer jeweils eigenen Perspektive und was sie sich in diesen Momenten gedacht haben. Will sieht Andy grinsend an und fragt: „Kannst du dich noch erinnern, Als wir mit dem Flugzeug aus dem Gewittersturm rausgekommen sind und uns der Treibstoff ausgegangen ist?“ Andy erinnert sich sofort daran und schüttelt grinsend den Kopf. „Wie könnte ich das vergessen. Ich dachte, dass wir sterben, weil du am Steuer warst und keine Ahnung hattest, wie man landet. Ich dachte hauptsächlich darüber nach wie wir überhaupt in diese Lage gekommen sind.“, antwortet er. Lächelnd und entspannt erwidert Will darauf: „Am Ende ist doch alles gut ausgegangen.“ Andy schaut amüsiert zu Will hinüber und sagt: „Aus deiner Sichtweise vielleicht, aber der Besitzer des Hauses, in das du bei der Landung gekracht bist, sah das ein wenig anders und der Besitzer des Flugzeugs auch.“ Will stimmt Andy lachend zu und meint, dass er das schon fast vergessen hat. Allerdings kennt Andy Will schon gut genug und glaubt nicht, dass er so etwas vergisst. Als die beiden zu einer Abzweigung kommen, biegen sie, von ihren Gefühlen geleitet, rechts auf einen abgelegenen Kiesweg ab, der in ein Waldstück führt. Nicht lange in das Waldstück hineingefahren, kommen die beiden an einer alten Hütte vorbei, wo zwei schwarze SUVs parken, von dem einer der beiden eine Delle in der Beifahrertür hat. In Gegensatz zu Andy schenkt Will den beiden Fahrzeugen große Aufmerksamkeit. Sofort schlägt er vor eine Pause zu machen, worauf Andy scherzhaft kommentiert, dass Will jetzt schon schlapp machen würde. Normalerweise würde Will auf Andys Scherz kontern, aber stattdessen starrt er weiterhin auf die Hütte und die beiden SUVs. Andy fragt ihn verwundert: „Alles in Ordnung mit dir? Hast du noch nie eine Hütte gesehen, vor der Autos parken?“ Als Will immer noch nicht reagiert, gibt Andy ihm einen leichten Faustschlag auf die Schulter. Aus seinen Gedanken gerissen dreht Will sich zu Andy und meint: „Es ist alles in Ordnung bei mir. Ich genieße nur die herrliche Luft hier.“ Andy sagt darauf ungläubig: „Wenn du meinst.“ Als sie von ihren Fahrrädern absteigen, fällt Will ein leises Geräusch auf, welches aus der Hütte kommt. Wieder schaut er zu der alten Hütte hinüber, die von außen so wirkt, als hätte diese schon seit Jahren nicht mehr irgendeine Art von Pflege erhalten. Altes modriges Holz ziert die Außenwand und die Veranda vor der Hütte ist bedeckt mit altem Laub vom Herbst des letzten Jahres. Das Geländer ist bereits zum Teil zusammengefallen und bei der Treppe, die an der Veranda direkt vor dem Eingang angebracht ist, fehlt die mittlere Stufe. Die Hütte wirkt zweifellos so, als sei sie schon seit Jahren verlassen. Will hat das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt, weil ihm die beiden SUVs vor der Hütte bekannt vorkommen. Er weiß, dass er das eine Auto mit der Delle in der Tür schon einmal irgendwo gesehen hat. Behutsam geht er zu der alten Holzhütte, um durch ein Fenster einen Blick hineinzuwagen. Andy fragt Will was er vor- hat und geht ihm anschließend hinterher. Allerdings ist es in der Hütte sehr dunkel. „Nicht das geringste zu sehen.“, denkt sich Will, als er vorsichtig durch das verdreckte Fenster schaut. Als Andy ebenfalls durch das Fenster schauen will, hört er auch das Geräusch. Es hört sich so an, als würde jemand mit einer Schaufel graben. Will schleicht vorsichtig hinter die Hütte und entdeckt ein kleines vergittertes Kellerfenster, wo ein helles Licht heraus scheint. Widerwillig schleicht Andy ihm nach und flüstert, dass es ihm lieber wäre, wenn sie ihre Radtour fortsetzen würden. Plötzlich fängt das Smartphone von Andy an zu klingeln. Panisch holt er es aus seiner Hosentasche und stellt das laute Klingeln ab. Will dreht sich genervt zu Andy um und flüstert: „Schalt das Ding aus, oder zumindest auf stumm. Das ist nicht das erste Mal, dass uns dieses Ding mit seinem albernen Geklingel in Schwierigkeiten gebracht hat.“ Vorwurfsvoll erwidert Andy darauf leise: „Das sagt der, der immer nach Schwierigkeiten sucht.“ Dann dreht er sich um, und geht einige Schritte von Will weg, um in Ruhe zu schauen wer ihn angerufen hat. Will geht zu dem kleinen vergitterten Kellerfenster hin und schaut vorsichtig durch. Andy stellt fest, dass seine feste Freundin Abby ihn angerufen hat. Sofort fällt Andy ein, dass er sich heute noch mit ihr treffen wollte. „Ich ruf sie später zurück“, denkt er sich und schaltet sein Smartphone auf „stumm“. Leise schleicht er zu Will und dem kleinen vergitterten Kellerfenster. Gleichzeitig beobachtet Will durch dieses Kellerfenster sieben Männer, die nach etwas zu suchen scheinen. Einer gräbt mit einer Schaufel ein Loch, fünf schauen ihm dabei zu und einer liest inzwischen eine alte Karte. Andy beugt sich zu Will und flüstert ihm zu, dass er wieder nach Hause muss. Will bittet ihn, noch fünf Minuten zu warten, weil er wissen will nach was die Männer graben und wer sie sind. Als Andy ebenfalls durch das Kellerfenster schaut, flüstert er uninteressiert: „Sieben Männer von denen sechs nur herumstehen und einer arbeitet. So ein Szenario findest du auf jeder Baustelle.“ Will ignoriert Andys Aussage und wartet geduldig ab, bis sich einer der Männer umdreht oder etwas passiert.

Nach knapp fünf Minuten hört der Mann in dem Loch auf zu graben, bückt sich tiefer hinein und ruft voller Aufregung: „Ich glaube, ich habe etwas gefunden!“ Er zieht ein kleines, altes, vermodertes Holzkästchen aus der kalten feuchten Erde hervor. Der Mann mit der alten Karte, hört auf zu lesen, legt die alte Karte neben sich auf einen Tisch und geht zu dem Loch hin. Schnell wird Will klar, dass das der Anführer sein muss. Der Mann im Loch gibt diesem Anführer das Holzkästchen der damit sofort zu dem Tisch zurück geht und neben die Karte stellt, um sie zu öffnen. Will versucht das Gesicht des Anführers zu sehen, aber er schafft es nicht, da das Licht im Keller zu gedämpft ist. Nur das gegrabene Loch wird gut beleuchtet. Der Anführer schaltet eine Schreibtischlampe, die auf dem Tisch steht, an und beleuchtet damit das Holzkästchen. Behutsam macht er es auf, während sich die Männer gespannt um den Tisch versammeln. Vorsichtig nimmt der Anführer eine alte, leicht verblasste Silbermünze aus dem Kästchen und hält sie unter die Schreibtischlampe. Alle sehen sich die Münze erstaunt an. Auch Will kann die Münze durch das Kellerfenster gut erkennen und hat schnell eine Vermutung, um was für eine Münze es sich handeln könnte. Andy rollt nur seine Augen, geht ein Stück von dem Kellerfenster weg und zerrt Will mit. Als sie weit genug weg sind, sagt Andy leise: „Komm schon, Will. Lass es gut sein. Wir wollen heute mal entspannen.“ Will erklärt ihm darauf mit leiser Stimme: „Das ist die Münze von Washington. Willst du wissen was für eine Münze das ist?“ Andy schüttelt uninteressiert den Kopf, aber Will lässt sich davon nicht aufhalten und erzählt ihm: „Nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg im Jahre 1776 gab es verschiedene Kolonien, damals war die Währung ein großes Problem, es gab zwar den Kontinental-Dollar, aber dieser setzte sich nicht durch, weil das Geld leicht zu fälschen war. Im Jahr 1785 wurde der US- Dollar eingeführt und 1787 kamen die ersten Münzen zu dieser Währung. Man dachte darüber nach wie diese Münzen aussehen sollten und machte einige Probeprägungen. George Washington hatte schlussendlich die Wahl darüber welche Münzen in Umlauf gebracht wurden und welche nicht. Die Proben, die nicht in Umlauf kamen, soll Washington angeblich behalten haben. Die Münze in diesem Keller könnte einer dieser Proben sein.“ Andy fragt darauf verwirrt: „Wieso gibst du mir Geschichtsunterricht? Das interessiert mich nicht und das geht uns auch nichts an.“ Als Andy weggehen will, hält Will ihn auf und erklärt ihm leise: „Wenn diese Münze wirklich aus dem Jahr 1787 stammt, dann ist sie heute wertvoller als jede andere Münze auf der Welt. Es ist eine Probeprägung. Das heißt, dass diese Münze einzigartig ist und obendrein in Besitz von George Washington höchstpersönlich war. Die ist bestimmt Millionen wert.“ Andy erwidert darauf: „Mal abgesehen davon, wie du von der Entfernung aus erkennen konntest was für eine Münze die Typen da ausgebuddelt haben. Du willst also eine Münze von ihren rechtmäßigen Findern klauen, nur damit du sie dann teuer an dein Stammmuseum verkaufen kannst? Ich dachte, dass wir heute einmal eine Pause einlegen und einfach nur das schöne Wetter genießen.“ Will meint darauf ungehalten: „Okay, wenn du meinst. Ich hätte eher daran gedacht die Münze an einen privaten Sammler zu verkaufen. Irgendjemand würde dafür ganz sicher eine siebenstellige Summe hinlegen, aber was ist schon Geld. Komm, fahren wir weiter. Hoffentlich gibst du dann Ruhe.“ Missmutig schleicht Will langsam von der Hütte weg. Andy atmet tief ein und wieder aus, weil er weiß, dass Will für den restlichen Tag genervt sein wird. Obwohl Andy heute keine Lust auf Ärger hat, schleicht er noch einmal zum Kellerfenster und schaut behutsam hinein. Der Anführer im Keller legt die Münze in das kleine Holzkästchen zurück und stellt dieses auf einen anderen Tisch, neben der Treppe, auf dem einige Waffen und Sprengutensilien liegen. Verwundert darüber, dass die Männer so viele Waffen haben, versucht Andy das Gesicht des Anführers zu erkennen, bis sich dieser schließlich umdreht. Andy erschrickt und duckt sich von dem Kellerfenster weg, bevor er gesehen wird. Der Anführer im Keller ist sehr groß, kräftig gebaut, hat ein breites Gesicht mit einem breiten Kinn und eine Glatze. Er trägt so gut wie immer militärisch aussehende schwarze Kleidung mit einer dicken kugelsicheren Weste und schwarze Springerstiefel. Sein Name ist Samuel King. Er ist Will‘s und Andys härtester Konkurrent. Da Andy weiß, dass Sam ein Dieb und ein hinterhältiges Schlitzohr ist, schleicht er schnell zu Will. Er legt seine Hand auf Will‘s Schulter und sagt zu ihm: „Weißt du was, Will. Du solltest die Münze stehlen.“ Will schaut ihn nur fragend an. Es kommt nur selten bis überhaupt nicht vor, dass Andy seine Meinung so schnell ändert. Als Will nach Andys so schnellem Sinneswandel fragt, mein er nur: „Geh zurück zum Kellerfenster, dann weißt du warum.“ Will lässt sich das nicht zweimal sagen und schleicht sofort zurück hinter die Hütte und schaut durch das vergitterte Kellerfenster. Schnell erkennt auch Will, dass der Anführer Sam ist, der gerade dem Mann im Loch befielt weiter zu graben, in der Hoffnung noch etwas zu finden. Will duckt sich vom Kellerfenster weg und meint zu Andy: „Da machen wir einmal eine erholsame Radtour und er macht im selben Moment den großen Fang. Das gönne ich diesem Gauner nicht.“ Andy nickt zustimmend und sagt leise zu Will: „In diesem Punkt sind wir uns einig.“ Nach kurzer Überlegung schauen Will und Andy noch ein letztes Mal durch das kleine vergitterte Kellerfenster. Den beiden fällt auf, dass sie es mit den sechs Männern, die mit Sam im Keller sind, auch schon einmal zu tun hatten. Alle sechs Männer sind von Sam angeheuerte Söldner, die Will und Andy schon öfter gejagt haben. In manchen Fällen heuert Sam andere Männer an, aber er arbeitet lieber mit den sechs Männern, weil er sie alle schon gut kennt und sie kennen Sam ebenfalls gut. So haben sich alle darauf geeinigt, dass sie sich mit ihren Vornamen anreden. Will und Andy merken sich die Namen der Männer nicht, aber untereinander kennen sich alle als Paul, Luke, Fernando, Enrico, Ricco, und der junge Jules, der im Loch die Schaufel schwingen darf. Will bemerkt, dass Sam und seine Männer die Münze aus den Augen lassen und flüstert Andy zu: „Fahr zurück und melde der Polizei, dass ein paar Gauner versuchen mich zu entführen.“ Andy versteht nicht, wozu er das machen soll und fragt verwundert: „Was soll das für ein Plan sein? Was hast du denn genau vor?“ Will erklärt ihm darauf: “Ich schnapp mir die Münze und versuche Sam und seine Gorillas in eine Falle zu locken. Vertrau mir einfach. Machst du noch mit oder nicht?“ „So eine leichte und dennoch gut bezahlte Aufgabe kann ich doch schlecht ablehnen. Auch wenn ich mit den Worten ‚Vertrau mir einfach‘ in Zusammenhang mit dir nichts Positives verbinde.“, meint Andy skeptisch und rennt schnell zu seinem Fahrrad. Will schaut ihm nach, schüttelt den Kopf und flüstert: „Weichei.“ Dann dreht er sich um und schleicht um die Hütte herum zur Veranda. Während Andy sich auf sein Fahrrad schwingt und zurück nach San Francisco fährt, öffnet Will die Vordertür der Hütte und betritt sie leise. Mit Bedacht setzt er einen Fuß vor den anderen, während er in Richtung Keller geht und versucht, so leise wie möglich die alte Steintreppe hinunterzukommen, ohne dabei die Aufmerksamkeit von Sam und seinen Männern auf sich zu ziehen. Unten angekommen beobachtet Will alle Männer in dem Keller, während er zu dem alten Kästchen auf dem Tisch schleicht. Alle Männer, auch Sam, schauen zu dem Loch, in dem Jules stöhnend schaufelt. Will weiß genau, wenn sich nur einer von ihnen umdreht, dann würde er entdeckt werden. „Ich muss mich beeilen.“, denkt sich Will und schleicht so schnell und leise wie möglich zu dem Tisch. Kaum ist er am Tisch angekommen, macht er leise das alte Kästchen auf und nimmt vorsichtig die Münze heraus. Er schmunzelt, als der das Jahr 1787 auf der Münze liest, weil das seine Vermutung über die Herkunft und die Geschichte der Münze bestätigt. Schnell lässt er das kleine glänzende Stück Metall in seiner Hosentasche verschwinden. Plötzlich stößt Will mit seinem Ellenbogen gegen eine Handgranate, die ebenfalls mit dem Kästchen und all den anderen Waffen auf dem Tisch liegt. Schnell greift Will, mit einem panischen Gesichtsausdruck, nach der von der Tischkante fallenden Handgranate. Dabei erwischt er mit seinen Fingern den Ring von dem Stift, der die Handgranate ungefährlich hält. Einen kurzen Augenblick lang hat Will die Handgranate am Stift, bis sich dieser ganz plötzlich löst und die Handgranate auf den verformten und massiven Steinboden aufschlägt. Sam und seine Männer hören hinter sich den dumpfen Knall. Eine zusätzliche Sicherung, die an der Handgranate angebracht ist, springt bei dem Aufschlag ab. Schnell erkennt Will, dass die Handgranate scharf ist und die Männer im Keller ihn bemerkt haben. Als sich Sam und seine Männer zu Will umdrehen, sehen sie ihn gerade die Treppe hoch flüchten. Sofort erkennt Sam Will an seiner Kleidung wieder und bemerkt gleichzeitig, dass das Kästchen leer ist. „Schnappt ihn euch!“, ruft er panisch und rennt die Treppe hoch. Die Männer reagieren sofort und rennen ebenfalls die Treppe hinauf. Will stolpert mit einem panischen Blick aus der Hütte, schwingt sich auf sein Mountainbike und flitzt so schnell er kann los. Sam und die sechs Männer rennen auf die Veranda und ziehen ihre Pistolen. Gleichzeitig explodiert im Keller die Handgranate, woraufhin die restlichen Sprengutensilien auf dem Tisch detonieren. Will schaut nach hinten und sieht, wie die Hütte explodiert. Die Männer und Sam werden von der Veranda geschleudert. Während die Männer auf der Straße landen, fällt Sam in einen Graben voll mit Kompost. Für einige Sekunden liegen alle Männer verwirrt auf der Straße, aber schnell realisieren sie was gerade passiert ist und stehen auf. Inzwischen klettert Sam wütend aus dem Graben heraus. Völlig verdreckt und eine unangenehme Duftwolke hinter sich herziehend rennt er zu dem SUV mit der Beule in der Beifahrertür und rast blitzschnell Will hinterher. Die Männer steigen inzwischen in den anderen SUV und nehmen ebenfalls die Verfolgung auf. Will fährt auf die Straße in Richtung San Francisco. Er schaut nach hinten und sieht die zwei SUVs aus dem Wald rasen. Panisch denkt er darüber nach, was er als nächstes machen könnte, um Sam und seinen Männern zu entkommen. Vor sich sieht er eine Tankstelle, wobei er bemerkt, dass es das Schicksal wohl diesmal gut mit ihm meint. Noch einmal tritt Will so schnell er kann in die Pedale und fährt auf die Tankstelle zu. Direkt neben der Tankstelle befindet sich eine kleine Möbelfirma, vor der gerade ein Laster beladen wird. Davor ist eine Mauer, die sich in einem Fünfundvierzig-Grad-Winkel abschrägt. Will fährt so schnell er kann auf die Mauer zu. Bei dem Laster sind zwei Männer, die gerade mit dem Beladen fertig sind. Voller Zuversicht, nichts vergessen zu haben, fahren sie die Ladebordwand hoch. Im selben Moment ruft der Lastwagenfahrer, dass er es eilig hat und gleich losfahren muss. Die Männer schauen zu dem Lastwagenfahrer nach vorne, der den Kopf aus dem Fenster streckt. Im gleichen Moment, in dem die Männer den Lastwagenfahrer beruhigen, dass er gleich fahren kann, fährt Will mit dem Fahrrad auf die Mauer und springt seitlich vom Fahrrad in den Laster hinein, kurz bevor die Ladebordwand schließt. Das Fahrrad fährt gerade weiter der Mauer entlang, am Laster vorbei und fällt in einen Müllcontainer, der sich am Ende der Mauer befindet. Der Lastwagenfahrer hört den Krach und dreht sich nach vorne, wo der Müllcontainer steht. Verwundert stellt er fest, dass da nichts ist und schüttelt den Kopf. Er streckt seinen Kopf noch einmal aus dem Fenster, bedankt sich bei den Männern und fährt seelenruhig los. Sam und seine Männer haben allerdings Will‘s Stunt noch aus der Ferne gesehen und fahren mit den SUVs dem Laster hinten dicht auf. Will steht von einem Matratzenstapel, auf dem er gelandet ist, auf und macht in dem Laster das Frachtraumlicht an. Der Laster ist voll mit fabrikneuen und in Plastik verpackten Matratzen. Er fängt an zu lächeln und sagt: „Also das nenne ich Glück.“ Hinten an der Laderampe befindet sich eine kleine offene Luke, die die beiden Männer, die den Laster beladen hatten, vergessen haben zu schließen. Sam kann Will durch die kleine Luke erkennen. Schnell denkt Will nach, wie er aus dem Laderaum herauskommen kann. Bei der Suche nach einem Ausgang bemerkt Will, dass der Fahrer des Lasters lautstark Musik hört und nichts von dem Geschehen hinter sich mitbekommt. Kopfschüttelnd geht er zur Steuerkonsole und drückt einen beliebigen Knopf, dabei geht die Ladebordwand langsam auf. Panisch drückt Will auf einen anderen Knopf und die Ladebordwand bleibt in einer steilen Schräglage stehen. Einer von Sams Männern, Paul lehnt sich aus dem SUV und fängt an, mit einer Maschinenpistole durch den offenen Spalt auf Will zu schießen. Durch die ständigen Kurven auf der Landstraße, fällt es Paul schwer, genau zu zielen und so trifft er versehentlich den Hydraulikzylinder der Ladebordwand, der schließlich kaputt geht. Auf einmal fällt die Ladebordwand auf und knallt auf Sams SUV, woraufhin das Dach komplett eingedrückt wird und alle Scheiben zerspringen. Sam hat keine Kontrolle mehr über das Fahrzeug, da sich dieses in der Ladebordwand verklemmt hat. Der Fahrer des anderen SUVs, Fernando fährt näher zu Sams SUV hin, um zu sehen, ob Sam etwas passiert ist. Sam versucht inzwischen, sich zu befreien und ruft zu seinen Männern hinüber, dass sie sich die Münze holen sollen. Fernando lässt sich kurz zurückfallen und gibt anschließend wieder Gas. Er fährt dicht hinter Sams SUV auf, damit Luke, Enrico und Ricco auf die Ladebordwand klettern können. Inzwischen versteckt sich Will hinter dem ersten Matratzenstapel. Als die drei Männer in den Laster eindringen und ihre Waffen bereit machen, nimmt Will sein schwarzes Kampfmesser, schneidet die Ladesicherung von dem ersten Matratzenstapel durch und stößt ihn in Richtung der drei Männer, die zu Boden fallen und darunter begraben werden, dann rennt Will hinter den nächsten Matratzenstapel, um dort Schutz zu suchen. Währenddessen quält sich Sam aus dem Fahrerfenster seines SUVs und klettert mühevoll auf die Ladebordwand. Fernando gibt versehentlich etwas zu viel Gas und stößt leicht gegen Sams SUV, der sich daraufhin von der Ladebordwand löst, bei einer Linkskurve von der Straße abkommt und in einen Graben rollt. Die Ladebordwand knallt auf die Straße. Sam fällt seitlich von der Ladebordwand hinunter, aber er kann sich gerade noch an der Kante festhalten, während seine Füße auf dem Asphalt schleifen. Gleichzeitig rutschen die drei Männer zusammen mit den Matratzen von der Ladebordwand hinunter auf die Straße. Fernando gerät in Panik, als er sieht, was direkt vor ihm passiert. Er weicht seinen auf der Straße liegenden Kameraden aus, macht gleichzeitig eine Vollbremsung und kommt mit dem SUV von der Straße ab. Als er gerade noch vor einem Baum zum Stillstand kommt, atmen er und der auf der Rückbank sitzende Jules erleichtert auf. Seine drei Kameraden stehen schmerzerfüllt von der Straße auf und humpeln so schnell sie können zu den beiden hin.

Als Sams Männer außer Sichtweite sind, schaut Will hinter dem Matratzenstapel hervor und stellt fest, dass niemand mehr hinter ihm her ist. Er kommt hinter seinem Versteck hervor und zuckt mit den Schultern, weil für ihn scheinbar Sam und seine Männer aufgegeben haben. Dann nimmt er die Münze aus seiner Hosentasche, um sie sich genauer anzusehen. Sam schafft es, ohne dass es Will bemerkt, wieder auf die Ladebordwand zu klettern und zieht sich schließlich in den Laderaum, während die Ladebordwand funkensprühend auf der Straße schleift. Auf einmal steigt der Geruch von Kompost in Wills Nase, was ihn dazu bringt sich umzudrehen, bevor Sam ihn schnappen kann. Schnell nimmt Sam seine Pistole, zielt damit auf Will und schreit wütend: „Gib mir die Münze, Brewster! Du weißt genauso gut, wie ich, dass sie mir gehört!“ Will verzieht verächtlich sein Gesicht. „Und du weißt genauso gut wie ich, dass ich das ganz sicher nicht tun werde!“, ruft Will lautstark zurück, während er die Münze wieder in seine Hosentasche zurücksteckt. Darauf meint Sam: „Mag sein, dass das unfair ist aber wie du siehst, habe ich eine Waffe und bin daher im Vorteil! Gib mir die Münze! Sofort!“ Will sieht flüchtig auf die Ladebordwand, auf der eine Matratze hängen geblieben ist und zur Hälfte auf der Straße schleift. Will schaut Sam in die Augen, woraufhin der seinen Blick erwidert. Sam streckt Will seine Hand entgegen und fordert ihn noch einmal auf die Münze zurückzugeben. Abwechselnd fällt Wills Blick auf den Boden zwischen ihm und Sam und anschießend wieder zurück auf in Sams Augen, bis dieser schließlich einen flüchtigen Blick auf den Boden riskiert, um zu sehen auf was Will schaut. Im gleichen Moment entreißt Will Sam die Waffe und zielt auf ihn. Sam schüttelt entnervt den Kopf und nimmt die Hände langsam nach oben, während Will ein paar Schritte zurückgeht, bis er die Kante zwischen Laderaum und Ladebordwand erreicht. Sam sagt mit ruhiger Stimme: „Ich hatte nicht vor, dich zu töten, falls du das glaubst.“ Will rollt die Augen und sagt zu Sam: „Weißt du, was ich mich schon lange frage? Warum zielst du jedes Mal mit einer Waffe auf mich, wenn du nicht einmal vorhast, mich zu erschießen.“ Langsam kommt Sam auf Will zu, währenddessen erklärt er: „Weil ich kein Mörder bin. Allerdings machst du es mir nicht einfach, da du mich bestiehlst und darum schießen meine Männer auf dich. Hast du dich nie gefragt, warum sie dich nie treffen?“ Verärgert schüttelt Will den Kopf. Er weiß ganz genau, dass Sam versucht, ihn auszutricksen und dass er gut darin ist, die Leute um sich herum zu manipulieren. Sam kommt immer näher auf Will zu und fragt ihn: „Du richtest eine Waffe auf mich und drückst auch nicht ab. Warum tust du das wohl nicht?“ Will stellt sich genau auf die Kante zwischen Laderaum und Ladebordwand und antwortet: „Ganz einfach. Du bist es einfach nicht wert. Außerdem. Wen soll ich sonst bestehlen, wenn du nicht mehr da bist? Geh jetzt am besten nach Hause, du stinkst.“ Er wirft die Pistole an Sams Kopf, dreht sich schmunzelnd um und springt mit einer Bauchlandung auf die Matratze, die sich von der Ladebordwand löst und dann auf der Straße schleift. Sam fasst sich an die Kopfwunde, die ihm durch Will‘s Wurf mit der Pistole zugefügt wurde und ruft ihm nach, während Will in der Ferne immer kleiner wird: „Nächstes Mal erwische ich dich, Brewster!“ Inzwischen kommt die Matratze zum Stillstand. Will steht auf und rennt über ein Feld in Richtung San Francisco direkt nach Hause.

Will wohnt zusammen mit seinen Eltern in einem mittelgroßen Einfamilienhaus am östlichen Ende der Stadt. Es ist weiß mit einem braunen Dach, hat einen bescheidenen Garten und einen kleinen Vorgarten mit einem dunkelbraunen Holzzaun drumherum. Will läuft direkt darauf zu, springt über den Zaun und platzt durch die Haustür. „Vater, Vater!“, ruft er aufgeregt. Wills Vater, Carl Brewster ist sehr verantwortungsbewusst, rücksichtsvoll, aber auch streng. Vor allem wenn es um Will‘s Erziehung geht. Er hat dunkelblonde Haare, ein ovales Gesicht und blaue Augen. Er trägt oft blaue Jeans, braune Schuhe und ein Polohemd. Wenn es um Diebstahl geht, dann versteht er keinen Spaß. Aus diesem Grund hält Will es für nötig, seinem Vater zu verschweigen, dass er die Münze von seinem Konkurrenten gestohlen hat. Bei Will‘s Ankunft sitzt Carl auf der Couch und liest gelangweilt eine Zeitung. „Nicht so stürmisch. Sag bloß, du bist schon zurück, von deiner Radtour.“, sagt er überrascht zu seinem Sohn. Will geht zu ihm hin greift in seine Hosentasche und sagt aufgeregt: „Sieh mal!“ Voller Stolz zeigt Will ihm die alte Münze. Carl nimmt sie und sieht sie sich genauer an. Als er das Datum 1787 auf der Münze erkennt, fragt er Will leicht erstaunt: „Wo hast du die Münze gefunden?“ „Ich fand sie zufällig während der Radtour in einem Waldstück.“ meint Will begeistert. Carl sieht seinen Sohn misstrauisch an. Unzufrieden über Will‘s Antwort fragt er ihn noch einmal, mit einem eindringlicheren Ton, wo er die Münze gefunden hat. Will senkt beschämt seinen Kopf und erklärt: „Ein paar Räuber haben sie in einer Hütte ausgegraben. In einer verlassenen Hütte, in einem abgelegenen Wald. Verstehst du was ich sagen will? Das waren eindeutig Diebe. Noch deutlicher wäre es nur gewesen, wenn ihnen das Wort „Dieb“ auf der Stirn gestanden hätte.“ Carl schüttelt enttäuscht den Kopf, über Will‘s Aktion und erklärt ihm: „William, diese Münze gehört rechtmäßig denen, die sie gefunden haben und die du bestohlen hast. In diesem Fall bist du der Dieb. So etwas hat du doch nicht nötig.“ Will fragt darauf: „Und was ist mit der einen Sache damals, als du in ein Museum eingebrochen bist, nur um dir ein Artefakt…“ „Das war etwas vollkommen anderes, und das weißt du, William.“, fällt Carl ihm ins Wort. Als Will seinem Vater widersprechen möchte redet er ihm erneut dazwischen und schimpft ihn. „Wir führen diese Diskussion nicht noch einmal, William. Das war damals eine nötige Sache. Das weißt du. Das, was du gemacht hast, ist zweifellos Diebstahl. Wir müssen die Münze der Polizei überlassen, bevor dich der, dem du die Münze gestohlen hast, anzeigt.“ Auf einmal klingelt jemand an der Haustür. Carl steht sofort auf und öffnet die Tür, vor der zwei Polizisten stehen. Er schaut die beiden verwundert an und meint: „Wow, Sie kommen wie gerufen, meine Herren.“ Schnell versteckt Will die Münze wieder in seiner Hosentasche, dann schaut er ebenfalls zur Tür und sieht neben den beiden Polizisten auch Andy an der Türschwelle stehen. Einer der Polizisten sagt: „Der junge Herr hier hat uns erzählt es handelt sich um ein Entführungsversuch. Wissen Sie etwas darüber?“ Carl dreht sich zu Will und schaut ihn leicht genervt an, während er sagt: „Ich weiß nicht, ob man das so nennen kann.“ Als er sich wieder zu den Polizisten wendet, schaut er besorgt und meint: „Mein Sohn kann ihnen alles ausführlich erklären. Er hatte großes Glück, dass ihm nichts passiert ist.“ Andy spielt sofort mit und sagt, dass er den Vorfall beobachtet habe und mit dem Fahrrad gleich zu den beiden Polizisten geeilt wäre. Ein Polizist macht einen Schritt nach vorne, schaut Will mit einem ernsten Blick an und fragt: „Ist das wahr, junger Mann?“ Will nickt und meint: „Ja. Leider konnten sie fliehen, aber ich kann ihnen ausführlich beschreiben, wie die Männer ausgesehen haben.“ Der andere Polizist sagt darauf: „Es ist wohl das Beste, wenn ihr beide mit uns auf das Revier kommt und uns den Vorfall genau schildert und eine Personenbeschreibung abgebt. Falls wir noch Fragen an Sie haben, dann kommen wir noch einmal vorbei. Mister…“ „Brewster. Danke, für ihr schnelles erscheinen.“, sagt Carl gelassen. Der Polizist nickt Carl zu und sagt, dass sie nur ihren Job machen. Als Will losgeht, flüstert Carl ihm leise zu: „Ich hoffe du weißt, was du da tust.“ Andy und die Polizisten schauen die beiden an. Will sagt in normaler Lautstärke: „Mach dir keine Sorgen, Dad. Wir sehen uns beim Abendessen.“ Will geht aus dem Haus. Die Polizisten verabschieden sich von Carl, der die Verabschiedung erwidert und dann leise stöhnend den Kopf schüttelt, als einer der Polizisten die Haustür geschlossen hat. Carl dreht sich zur Treppe, die in den ersten Stock führt, wo seine Ehefrau und auch Wills liebevolle Mutter, Sophie Brewster, oben steht und alles beobachtet hat. Sie geht meist streng mit Will um und ist nicht wirklich damit einverstanden, mit dem, was er macht. Trotzdem macht sie sich oft Sorgen um ihn und hilft ihm, wenn er nicht weiterweiß. Sophie liebt es, sich immer sehr verschieden und geschmackvoll anzuziehen. Oft schafft sie es, sich zu gewissen Situationen und Umgebungen passend zu kleiden. Sie hat ein eher rundes Gesicht, schwarze Haare und braune Augen. Bei Gesprächen zwischen Carl und Will hält sie sich neuerdings zurück, weil ihr Ehemann versprochen hat, Will dazu zu bewegen mit seinen Abenteuern aufzuhören. Während sie auf der Treppe steht, sieht sie Carl besorgt an. „Wir sollten langsam etwas unternehmen, bevor er sein Leben zerstört.“, sagt sie zu ihm. Worauf Carl sagt: „Ich rede noch mit ihm, damit er anfängt, über seine Zukunft nachzudenken.“ Sophie sagt nur mit einem besorgten Gesichtsausdruck und einem leichten Nicken: „Okay.“ Dann geht sie wieder nach oben. Carl setzt sich inzwischen nachdenklich zurück auf die Couch.

Will ist noch jung. Schon im Kindesalter war er fast jeden Tag draußen, um nach neuen Abenteuern und Herausforderungen zu suchen. Manchmal war er auch in der Bücherei, um etwas zu lesen, was ihn gerade interessierte und wenn er dann trotzdem nicht weiterwusste, dann war er bei seinem Großvater, um sich seine Geschichten von früher anzuhören. Geschichte fasziniert ihn, aber die Schule selbst langweilt ihn. Nach der High-School sollte er auf ein College gehen. Verpasste diese Gelegenheit allerdings. Anstatt sich um eine vernünftige Ausbildung zu kümmern, zieht Will lieber los und vertreibt sich die Zeit damit, wertvollen Gegenständen nachzujagen und sie an ein Museum zu verkaufen. Er bekommt zwar Geld, aber es ist nicht selten gefährlich. Als Will diesen Weg eingeschlagen hatte, lernte er als Teenager Andy kennen und zog ihn in seine Abenteuer hinein. Andy machte mit und die beiden wurden beste Freunde. Wills Eltern macht die Tatsache große Sorgen, dass Will mit einer ungewissen Zukunft durch das Leben geht. Trotz der Tatsache, dass Will und Andy stets bei ihren Abenteuern auf sich aufpassen, teilen Andy und Will‘s Eltern die gleichen Sorgen und erhoffen sich, dass die beiden eines Tages zur Vernunft kommen. Carl zweifelt nicht daran, dass die beiden irgendwann begreifen, dass sie an ihre Zukunft denken müssen. Er fühlt sich dazu verpflichtet, ihnen den vernünftigen Weg zu zeigen und dort hinzuführen. Entschlossen über diesen Gedanken, widmet er sich wieder seiner Zeitung und wartet bis Will nach Hause kommt.

Ein Weg für die Zukunft

Im Polizeirevier angekommen werden Will und Andy in getrennte Verhörräume gebracht, wo jeder seine Version der Geschichte erklärt. Will ist schon genervt, weil die Polizisten seine Geschichte scheinbar für unrealistisch halten. Ungeduldig erklärt er: „Ich habe mit meinem besten Freund Andy in einer alten verlassenen Hütte eine alte Münze gefunden. Als wir dann gerade dabei waren die Hütte zu verlassen, sind ganz plötzlich diese Männer aufgetaucht. Sie wollten uns die Münze wegnehmen, dann sind wir geflüchtet und daraufhin sind uns diese Männer natürlich gefolgt. Andy und ich haben uns getrennt, damit zumindest einer von uns eine Chance hat zu entkommen, dann habe ich mich in einem Lastwagen versteckt, wo mich diese Männer anschließend gefunden haben, aber ich konnte dann noch mit einer Matratze vom Lastwagen abspringen und entkommen. Wie oft muss ich ihnen das noch erklären. Das ist ja fast so, als würde euch bei einem Satz der Schädel explodieren.“ Der Polizist sagt darauf: „Zügeln Sie ihr Temperament, Mister Brewster. Bei ihrer Geschichte gibt es noch einige Sachen, die mir nicht ganz klar sind. Zum Beispiel will ich wissen, warum ihrem Freund keiner gefolgt ist und Ihnen alle. Schließlich konnte er in aller Ruhe mit seinem Fahrrad eine Polizeistreife aufsuchen.“ Will lehnt sich nach vorne zu dem Polizisten und stützt seine Arme auf dem Tisch vor ihm ab. „Weil diese Leute die Münze haben wollten und sie wussten, dass ich sie hatte. Ganz einfach.“, antwortet Will mürrisch. Der Polizist setzt sich auf einen Stuhl gegenüber von Will, auf der anderen Seite von dem Tisch und sieht ihn stillschweigend an, während Will seinen Blick verächtlich erwidert. Es ist ruhig, bis Will leicht genervt meint: „Was wollen sie noch von mir wissen? Ich habe bereits alles gesagt, oder verstehen Sie die Geschichten ihrer Verdächtigen besser, wenn es ihnen ein Anwalt erzählt?“ Plötzlich platzt jemand durch die Tür. Es ist Leutnant James Kater. Ein guter Freund von Will‘s Vater Carl. In der Hand hält er eine dicke Akte, auf der Will‘s Name steht. Er sieht Will an und kann sich dabei das Grinsen schwer verkneifen. Gleichzeitig schüttelt er den Kopf und sagt zu ihm: „Hallo William. Wie war der Matratzen-Roadtrip? So ein wilder Ritt kann oft böse enden.“ Will freut sich, als er James sieht. Sofort steht von seinem Stuhl auf und schüttelt ihm die Hand. „Sehr holprig. Danke für die Warnung, Jim.“, sagt er lachend. Doch die Freude hält nur kurz. Der Polizist macht Jim darauf aufmerksam, dass die Sache ernst ist und er an der Geschichte nichts Lustiges sieht. Jim sagt darauf zu dem Polizisten: „Sie haben gute Arbeit geleistet, aber jetzt können Sie gehen. Ich werde mich um Mister Brewster und Mister Macaulay kümmern. Der Lastwagenfahrer, der die Matratzen transportiert hat, ist gerade hier eingetroffen. Quetschen Sie ihn aus. Vielleicht hat er etwas gesehen.“ Jim öffnet dem Polizisten die Tür. Der Polizist steht von dem Stuhl auf und erklärt: „Ja, Sir. Ich muss Sie trotzdem darauf hinweisen, dass wir Mister Brewster und Mister Macaulay nicht immer laufen lassen können. Sie sind jetzt schon einige Male von unseren Männern verhaftet worden und stehen unter dem Verdacht Einbruch begangen zu haben.“ James nickt dem Polizisten verständnisvoll zu. Während dieser den Raum verlässt, ruft Will ihm nach: „Ich wusste nicht, dass wir verhaftet sind! Sie haben mir nicht einmal meine Rechte erklärt!“ Der Polizist ignoriert Will und schließt die Tür hinter sich. Jim setzt sich auf den Stuhl und erklärt Will in aller Ruhe: „Keine Sorge, William. Du und Andy seid nicht verhaftet und könnt erneut gehen, aber nächstes Mal kommt ihr mir nicht mehr so leicht davon.“ Will schaut auf seine dicke Akte, die zwischen ihm und Jim auf dem Tisch liegt. Er nickt verständnisvoll und sagt: „Vielen Dank, Jim. Ich hoffe, dass ich mich dafür bald revanchieren kann.“ Jim meint jedoch, dass Will ihm nichts schuldig ist und fragt ihn anschließend, wie es seinen Eltern geht. Will antwortet darauf recht knapp: „Es geht den beiden gut. Alles ist wie immer.“ Jim sieht auf die Kamera, die er, bevor er den Raum betrat, noch ausgeschaltet hat, um zu prüfen, ob sie noch ausgeschaltet ist. Es blinkt kein rotes Lämpchen, was darauf schließen lässt, dass die Kamera noch aus ist. Jim sieht Will wieder an und erklärt ihm: „William. Ich bitte dich, dass du und Andy aufhört, nach Ärger zu suchen. Ich mag euch beide wirklich sehr, aber ich will euch hier in meinem Polizeirevier nicht mehr sehen. Ich weiß, dass ich deinem Vater vieles verdanke, aber beim nächsten Mal sind mir die Hände gebunden.“ Wieder nickt Will verständnisvoll und sagt: „Ich danke dir wirklich für deine Hilfe, Jim. Andy und ich werden uns in Zukunft fernhalten.“ Jim gibt sich mit Will‘s Versprechen zufrieden und fordert ihn daraufhin auf, mit Andy das Revier zu verlassen. Will steht sofort auf und geht Richtung Tür. Als Will die Tür öffnet und über die Türschwelle tritt schaut Jim ihm nach und sagt: „Du bist zu clever für solche krummen Dinger, William. Ich würde dir raten, dass du auf die Uni gehst.“ Will dreht sich zu ihm um und meint: „Ich arbeite daran. Bestell deiner Frau einen schönen Gruß von mir.“ Dann geht er zum anderen Verhörraum, öffnet die Tür und sagt zu Andy, dass es Zeit wird zu gehen. Ohne zu zögern springt Andy auf und geht hinaus.

Als die beiden das Polizeirevier verlassen haben fragt Andy verwundert: „Ich dachte Samuel King‘s Männer würden dich gefangen nehmen, oder dir bis nach Hause folgen. Was ist passiert?“ Will antwortet darauf nachdenklich: „Sie haben mich entdeckt und mich auch verfolgt, aber ich habe es komischerweise geschafft King und seine Männer abzuschütteln.“ Darauf fragt Andy neugierig: „Was meinst du mit „komischerweise“? Glaubst du, dass er dich absichtlich entkommen ließ?“ Will schüttelt den Kopf und antwortet: „Nein. Er hatte mich fast, aber ich hatte unglaubliches Glück. Ich habe mich die meiste Zeit nur versteckt, weil sie auf mich geschossen haben. Als dann wieder herauskam war King auf sich alleine gestellt und leicht auszutricksen. Keine Ahnung was da passiert ist. Wenn ich das schon vorher gewusst hätte, dann hätte ich dich nie darum gebeten die Polizei zu involvieren. Das war die reinste Zeitverschwendung, aber kümmern wir uns nicht weiter darum. Wir müssen unbedingt zu Nigel.“ Während Will an der Straße nach einem Taxi winkt, schaut Andy ihn misstrauisch an. „Dann wäre es wohl besser, wenn du in Zukunft nur dann die Polizei involvierst, wenn ein Verbrechen bereits stattgefunden hat, Mister Glückspilz.“, meint Andy mit einem sarkastischen Unterton. Will lacht nur und stimmt Andy zu. Dann bleibt ein Taxi vor den beiden an der Straße stehen. Andy schaut Will immer noch misstrauisch an und fragt sich, ob Will ihm die Wahrheit sagt und wirklich alles so unerwartet ablief, wie er behauptet. Als sie in das Taxi einsteigen, sagt Will dem Fahrer, dass sie zum American History Museum wollen. Während das Taxi losfährt, meint Andy: „Ich kenne dich schon eine lange Zeit und trotzdem kommt es mir so vor, als ob du mir gerade etwas verschweigst, was Samuel King angeht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du mit dem fang seines Lebens so einfach entkommen bist.“ Will rollt seine Augen und meint: „Da ist nichts Geheimnisvolles zwischen mir und Samuel King. Glaubst du etwa ich mache gemeinsame Sache mit meinem Rivalen und erzähle dir nichts davon? Das ergibt keinen Sinn.“ Andy weiß, dass Will in diesem Punkt Recht hat, aber es geht ihm nicht direkt darum, wie er zu Sam steht, sondern wieso er ihn so gerne provoziert. Mit Bedacht fragt Andy ihn: „Ich frage mich nur, was es uns bringt, wenn du ihn bestiehlst. Ich weiß, dass ich nicht ganz unschuldig bin, aber wieso hat keiner von uns daran gedacht ihn einfach in Ruhe zu lassen. Dann könnte er die Münze verkaufen, würde ein Haufen Geld machen und uns künftig in Ruhe lassen. Keine unnötigen Risiken bei weiteren Expeditionen. Was hast du davon, wenn er dich um die ganze Welt jagt?“ Will schaut Andy ernst an und erklärt ihm, während er mit dem Finger auf ihn zeigt: „Du solltest mich nicht hinterfragen, Andy. Ich bin der, der ich bin und handle so, wie ich es für angemessen halte und das weißt du auch. Manchmal passieren, oder man macht halt unnötige Sachen, wie das heute zum Beispiel und ich bin auch nicht stolz drauf, dass ich King bestohlen habe, aber ich habe von Anfang an gesagt, dass ich diesem Gauner diesen großen Fang nicht gönne. Und weißt du was? Diese Münze war es Wert. Das ist alles, was zählt und bald wirst du mir dafür danken. Lass dein Gewissen aus dem Spiel, da ist kein Platz dafür.“ Andy bemerkt sofort, dass Will nicht versteht, was er ihm sagen will und erklärt ihm darauf sehr betont: „Hier geht es nicht um mein Gewissen und auch nicht direkt um die Rivalität zwischen dir und Samuel King. Ich versuche dir deutlich zu machen, dass du dir dein Leben unnötig schwer machst, indem du dich immer wieder in solchen Schwierigkeiten bringst und dann erwartest, dass dich irgendein glücklicher Umstand da wieder raus boxt. Das, was wir in letzter Zeit machen, ist nicht mehr abenteuerlich, sondern einfach nur noch gefährlich. Es ist nicht einmal ein richtiger Job. Es bringt zwar Geld, aber als war damit angefangen haben, da ging es uns nie darum wie viel wir damit verdienen. Zumindest mir nicht. Hast du auch einmal über eine richtige Zukunft nachgedacht? So etwas wie eine Ausbildung, also ein festes Standbein für ein regelmäßiges Gehalt? So wie dein Bruder zum Beispiel. Verstehst du was ich meine?“ Will weiß nicht, was er darauf sagen soll und verfällt in Schweigen. Andy lehnt sich genervt zurück. „Okay, dann schweigst du eben, aber du kannst das schließlich nicht für immer machen. Irgendwann müssen wir auch über unsere Zukunft nachdenken. Es wäre halt schöner gewesen, wenn wir darüber geredet hätten.“, gibt Andy zu bedenken. Will schaut aus dem Taxifenster und meint: „Ich verstehe schon, was du mir sagen willst, aber Schule ist nicht wirklich mein Ding. Ich lebe genau das Leben, was ich schon immer haben wollte. Schon seit meiner Kindheit wollte ich um die Welt reisen, geheimnisse aufdecken und der Gefahr ins Auge blicken. Ich dachte immer, dass wir beide diesen Traum teilen, aber jetzt verlangst du von mir wirklich, dass ich das alles für irgendeine Ausbildung hinschmeiße?“ Andy schüttelt den Kopf. „Ich will nicht, dass du alles einfach hinschmeißt. Ich sag nur, dass du an deine Zukunft denken solltest. Ich kann dir schließlich nicht immer den Rücken freihalten und in letzter Zeit kommen mir deine Pläne so vor, als würdest du dich einer größeren Gefahr aussetzen, als es nötig wäre und wenn du dann mit der Situation überfordert bist, dann kommt es mir so vor, als ob du dich einfach nur auf dein Glück verlassen würdest und das macht in meinen Augen die ganze Sache einfach zu gefährlich. Denn irgendwann könnte die Situation kommen, wo dein Plan nicht funktioniert und dich dein Glück verlässt. Das könnte dann der Tag sein, wo diese ganze Abenteuersache endet. Was machst du dann?“, erklärt er besorgt. Als das Taxi vor dem Museum anhält sagt Will zu Andy: „Ich nehme deine Bedenken zur Kenntnis und denke darüber nach was du gesagt hast, aber im Moment hat die Münze Vorrang.“ Will gibt dem Taxifahrer sein Geld und steigt aus. Andy denkt sich nur, dass er Will ganz sicher nochmal darauf ansprechen wird und steigt ebenfalls aus.

Als die beiden das Museum betreten, gehen sie in das Büro von dem aus England stammenden Museumsdirektor Dr. Nigel Stanton. Er ist ein guter Freund von Will und Andy und er kauft regelmäßig ihre Funde. Er bevorzugt Relikte über die amerikanische Geschichte, damit das Museum immer wieder etwas Neues bieten kann. Alles andere verkauft er für Will und Andy an reiche Sammler oder andere Museen weiter. Er ist ein etwas älterer Herr, mit grauen Haaren, braunen Augen, einem quadratischen Kopf und er trägt immer einen feinen braunen Anzug. Will klopft an die Tür und schlendert anschießend einfach hinein. Andy schüttelt den Kopf, weil Will nicht abwarten konnte, bis Nigel die beiden hereinbittet. Nigel springt überrascht auf, fängt an zu lächeln und sagt: „William, Andy, meine Lieblingsbesucher. Warum stürmt ihr denn so rein?“ Will begrüßt Nigel und entschuldigt sich anschließend für sein voreiliges Eintreten. Die beiden schütteln sich die Hand und Will sagt: „Nigel, reden wir heute nicht lange um den heißen Brei. Ich muss dir was zeigen und ich hoffe, dass du es haben willst.“ Nigel schaut Will interessiert an und setzt sich wieder hinter seinen Schreibtisch. „Was hast du heute mitgebracht?“, fragt er gespannt. Will greift in seine Hosentasche und holt die Münze hervor. Vorsichtig nimmt sie Nigel an sich und hält sie unter eine Leselampe. Mit viel Genauigkeit sieht er sich die Münze an. Dann nimmt er eine Juwelierlupe und sieht sich jeden Millimeter von der Münze noch genauer an, um auszuschließen, dass es eine Fälschung ist oder aus einer anderen Zeit stammen könnte. Begeistert sagt Nigel: „Ein unglaublicher Fund, William. Die Münze scheint echt zu sein und hier auf der Rückseite ist das Jahr 1787 eingraviert. Es muss eine von den Probeprägungen sein, die damals nicht in Umlauf gegangen sind.“ Will meint lachend zu Nigel: „Wow. Für einen alten Mann aus London weißt du sehr viel über die amerikanische Geschichte.“ Nigel sieht Will ernst an und antwortet darauf: „Ich lebe hier schon seit Jahren und leite ein Museum über amerikanische Geschichte. Hier kommen dauernd Leute vorbei die glauben, dass sie mir unter die Nase reiben müssen, dass damals die Briten von den Kolonialnisten vertrieben wurden.“ „Bei uns nennt man diese Leute, die das getan haben, Patrioten.“, kommentiert Will lachend. Andy mischt sich ein und sagt: „Genug über Geschichte. Wie viel wäre denn die Münze wert?“ Nigel schaut die Münze an, überlegt eine Weile und sagt: „Ich denke, dass sie älter ist als der Liberty-Dollar und dazu noch eine Münze, die es nur einmal gibt, außerdem gehörte sie George Washington persönlich, wenn man den Gerüchten darüber glauben mag. Woher habt ihr die Münze eigentlich?“ Will sagt nur, dass er nicht ins Detail gehen will und dass Andy und er die Münze in einer alten Hütte außerhalb der Stadt gefunden haben. Nigel macht sich Sorgen, dass jemand anderes die Münze für sich beanspruchen könnte, worauf Will ihm versichert, dass das nicht passieren wird. Andy fragt darauf: „Wie kommt diese Münze eigentlich nach Kalifornien?“ Will meint darauf: „Das ist nichts Ungewöhnliches. Münzen kommen schnell irgendwo herum. Wir können von Glück reden, dass sie die Vereinigten Staaten nie verlassen hat.“ Andy hält Will‘s Vermutung für recht vage. Doch Nigel stimmt Will‘s Vermutung zu und betont, dass man nie so genau sagen kann, wo eine Münze schon überall war. Dann konzentriert er sich wieder auf den Wert der Münze und erklärt den beiden: „Ich kann nur eine Vermutung anstellen, aber ich glaube, dass die Münze ungefähr 9 Millionen Dollar wert sein könnte. Ich kenne einen Sammler in New York. Ich zeige ihm die Münze. Ich bin mir sicher, dass er interessiert sein wird.“ Will und Andy sind beide gelähmt vor Staunen. Nigel lacht die beiden erfreut an. Will fängt an zu jubeln, geht um den Schreitisch herum, umarmt Nigel und gibt ihm einen Kuss auf die Stirn. Nigel wird von Will Reaktion überrumpelt, aber auch angenehm überrascht. Er sagt lachend zu Will und Andy: „Meinen Glückwunsch an euch beide, aber jetzt lass mich los, William.“ Andy steht weiterhin fassungslos da und sagt nichts. Will lässt Nigel wieder los und sagt zu ihm: „Wie immer, danke für deine Hilfe, Nigel. Ruf mich an, wenn du einen Käufer für die Münze hast. Ich muss diese Neuigkeit unbedingt meinen Eltern erzählen.“ Nigel steht auf, gibt Will die Hand und sagt zu ihm: „Richte deinen Eltern einen schönen Gruß von mir aus. Ich melde mich dann bei dir, aber denk an meinen Anteil.“ Will lächelt Nigel begeistert an. „Dich würde ich doch nie vergessen, Nigel. Du bist schließlich mein Lieblingsengländer.“, sagt Will lachend, während er zusammen mit Andy das Büro verlässt. Nigel setzt sich wieder hin und fängt an nach der Telefonnummer des Sammlers in New York zu suchen. Als Will und Andy zum Ausgang gehen dreht sich Will zu Andy und sagt zu ihm: „Ist das zu glauben? Ein glücklicher Umstand und ein paar richtige Entscheidungen machen uns reich. Jetzt kannst du mir ruhig danken.“ Will legt seine Hand auf Andys Schulter und lächelt. Andy bleibt fassungslos stehen. Als er etwas zu Will sagen möchte, bringt er kein Wort hinaus, weil er nach dem ganzen nicht weiß, was er sagen soll. Einerseits findet er die Sache nach wie vor nicht richtig, aber andererseits wäre er einem siebenstelligen Betrag nicht abgeneigt. Will geht weiter in Richtung Ausgang, dreht sich beim Gehen zu Andy um und sagt erfreut: „Dann dank mir eben, wenn deine Hälfte auf deinem Konto ist. Jetzt muss ich schnell nach Hause und meine Eltern beruhigen, aber ich melde mich bei dir, wenn Nigel einen Käufer für die Münze gefunden hat. Wir sehen uns.“ Will verlässt erfreut das Museum und ruft sich ein Taxi. Andy senkt den Kopf und versucht das alles zu realisieren. Das Ganze fühlt sich für ihn auf einmal wie ein Traum an. Allerdings nicht wie ein guter Traum, in dem er der größte Glückspilz der Welt ist, sondern wie ein unangenehmer Traum, in dem etwas passiert und man das Gefühl bekommt, in großen Schwierigkeiten zu stecken. Dann nimmt er sein Smartphone aus der Hosentasche und sieht, dass seine Freundin Abby schon zweimal versucht hat, ihn anzurufen. Während er das Museum verlässt, ruft er Abby zurück, um nicht noch mehr das Gefühl zu bekommen, in Schwierigkeiten zu stecken Inzwischen ist Will das Hauptgesprächsthema zu Hause bei seinen Eltern Carl und Sophie. Die beiden sitzen auf der Couch und warten bis Will nach Hause kommt. „Als Kind hat er auch schon so viele Probleme gemacht. Dein Vater hat ihn dabei auch noch unterstützt. Ob es ein Fehler war, dass er so viel Zeit mit ihm verbracht hat?“, fragt sich Sophie besorgt. Carl versucht sie zu beruhigen und meint: „Nein. Vater war zwar für Will so etwas wie ein Vorbild und er hat ihm sehr viel beigebracht, aber Vater hat Will‘s Taten nie unterstützt. Es liegt an ihm selbst. Er weiß noch nicht, was er aus seinem Leben machen soll, aber das wird er bestimmt noch herausfinden. Er braucht nur mehr Zeit. Das ist alles.“ Carl nimmt seine Frau in die Arme. Während sie sich aneinander kuscheln sagt Sophie: „Früher habe ich mir gedacht, dass das nur eine Phase wäre und das alles mal aufhört. Jetzt habe ich Angst, dass er sein Leben kaputt macht. Ich möchte einfach nur, dass er das macht, was alle anderen in seinem Alter machen.“ Carl sagt darauf, dass er das genauso sieht. Kurz darauf kommt Will nach Hause, zieht seine Jacke aus und hängt sie in der Garderobe auf. Carl und Sophie schauen zu ihm hinüber. Sein Vater fragt ihn: „Und? Alles in Ordnung?“ Will geht fröhlich zu den beiden ins Wohnzimmer und sagt: „Ja, alles gut. Jim hat mir geholfen und ich war dann noch bei Nigel. Ich soll euch schöne Grüße von ihm ausrichten. Er hat gesagt, dass er jemanden kennt, der Interesse an der Münze haben könnte. Er vermutet, dass sie einige Millionen wert ist.“ Carl und Sophie schauen sich gegenseitig erstaunt an und gleich darauf wieder zu Will. „Das wäre der erstaunlichste Fund, den du je gemacht hast. Wenn man das als Fund bezeichnen könnte.“, sagt Carl mit einem leicht vorwurfsvollen Ton. Will ist so voller Vorfreude, dass er den Vorwurf seines Vaters nicht bemerkt und seinen Eltern vorschlägt, dass sie alle zusammen Urlaub machen sollen. Sophie hält das für eine gute Idee, weil sie sich nicht mehr erinnern kann, wann sie das letzte Mal mit Carl und Will irgendwo hingefahren ist, wo sie in Ruhe entspannen konnten. Will erklärt den beiden: „Wenn ihr nichts dagegen habt, dann frage ich Andy, ob er mitkommen will. Ich habe dummerweise wegen der Münze unsere heutige Radtour vermasselt. Ich sollte das lieber wieder gut machen. Außerdem meckert er in letzter Zeit sehr viel und könnte wirklich einmal etwas Entspannung brauchen.“ Carl und Sophie sagen ihm, dass sie nichts dagegen haben, wenn Andy mitkommt. Sophie fordert ihrem Sohn auf, Andy möglichst bald anzurufen, damit sie zusammen den Urlaub planen können. Will geht zufrieden die Treppe hinauf, damit er sich in seinem Zimmer hinlegen kann, aber Sophie steht von der Couch auf und hindert ihn mit den Worten: „William, warte kurz wir müssen uns noch über etwas unterhalten.“ Will zögert und meint, dass er müde von dem heutigen Tag sei, aber Sophie besteht darauf. Will bleibt so lang stur, bis Carl zu ihm sagt: „Beweg dich Richtung Couch, Junge. Hör deiner Mutter zu, es ist wichtig.“ Widerwillig geht Will die Treppe wieder hinunter und setzt sich auf die Couch neben Carl, der seinen Blick ununterbrochen auf ihn richtet. Sophie setzt sich in einen Sessel, der gegenüber von der Couch ausgerichtet ist. Will sieht abwechselnd zu seinem Vater und seiner Mutter hin und her und meint verwirrt: „Wo ist euer Problem, ich habe in der Früh im Haushalt alles erledigt, nichts ist kaputt und euer Auto habe ich auch nicht angerührt.“ „Darum geht es nicht, William. Es geht mehr um dein, wie soll ich das am besten ausdrücken. Deinen „Hobby-Job.“, erklärt Sophie. Will rollt seine Augen, weil seine Eltern ihn oft damit konfrontieren. Carl sagt zu ihm: „William, ich weiß, dass du das gerne machst. Es stört uns nicht, dass du dich für Geschichte interessierst und du manchen Sachen auf den Grund gehst. Im Gegensatz zu anderen hast du auch noch Erfolg, aber du musst dich endlich einmal entscheiden, was du aus deinem Leben machst. Du hast bisher keine Ausbildung.“ Will senkt nachdenklich den Kopf und sagt: „Darum geht es also. Es ist wirklich komisch. Ihr seid nicht die Ersten, die mir das heute sagen. Jim und Andy haben mir auch schon gesagt, dass ich über meine Zukunft und eine Ausbildung nachdenken soll und genau das ist mein Problem. Ich weiß einfach noch nicht, was ich aus meiner Zukunft machen soll. Ich weiß nur, dass ich etwas mit Geschichte machen will, aber Lehrer oder so etwas in der Art ist einfach etwas Unvorstellbares für mich. Ich brauche nur etwas mehr Zeit. Es wäre schön, wenn ich mir die geben könntet.“ Carl und Sophie sehen sich wieder gegenseitig an. Will wechselt den Blick zwischen den beiden hin und her. Keiner sagt etwas, bis Will die Stille unterbricht und fragt: „Sind wir fertig?“ Gleichzeitig steht er von der Couch auf. „Nein eine Sache gibt es da noch. Setz dich wieder“, sagt Sophie, während sie ihren Blick wieder auf Will richtet. Will lässt sich stöhnend auf die Couch fallen. Zögernd lehnt sich Sophie nach vorne, während sie Will erklärt: „Wir fühlen uns nicht wohl dabei, dass du dich immer in Gefahr bringst. Wir haben zwar nichts dagegen, dass du alten Dingen nachjagst, aber die Gefahr, in die du dich immer bringst, ist nicht gut für dich. Sogar Andy ist mittlerweile der Meinung und der muss es ja wissen. Vor einigen Tagen hat er uns gesagt, dass du unnötige Risiken eingehst und die Sache immer gefährlicher wird. Ich bin froh, dass wir jetzt darüber reden. Du hast in den letzten Monaten so viel Geld verdient, dass du dir jedes Studium leisten kannst. Wenn man von dem Geld absieht, dass du für die Münze bekommst. Ich weiß, dass du gerade nicht weißt, was du machen willst, aber du wirst nicht jünger, William. Außerdem solltest du wissen, dass dein Vater und ich uns immer große Sorgen um dich machen, wenn du mehrere Tage nicht da bist.“ Will nickt zustimmend aber auch gleichzeitig nachdenklich. Er steht auf und sagt: „Ich weiß, ihr beiden meint es gut mit mir und ich weiß auch, dass ich das nicht ewig machen kann. Um ehrlich zu sein, ich wünschte, ich könnte das ewig machen, weil es mir Spaß macht. Es fällt mir aber sehr schwer das einfach aufzugeben. Wie kann ich mich auf etwas konzentrieren, wenn ich ständig daran denke, dass ich da draußen sein und nach Dingen suchen kann, die keiner in den letzten tausend Jahren gefunden hat. Ich weiß genau, dass Großvater auch so gedacht hat.“ Carl lehnt sich von der Couch nach vorne und erklärt Will: „Großvater hat dir Weisheiten und Geschichten erzählt, um dir etwas beizubringen. Er ist mit dir nur verreist und hat dir gezeigt, wie man mit einer Waffe umgeht, damit du eine schöne Kindheit hast. Er hat dich geliebt. Das war die Seite von ihm ein toller Großvater zu sein. Als er so alt war wie du jetzt hat er sich, wie viele andere, zusammengerissen und studiert. Es war ihm auch sehr wichtig, dass ich studiere und dieses Studium auch zu Ende mache. Wenn du Großvater wirklich stolz machen willst, dann mach etwas aus deinem Leben und suche dir eine gute Universität. Großvater war das wichtig und mir ist wichtig, dass du verstehst, wie wichtig das auch für dich ist, William. Nimm dir die Zeit, die du brauchst, aber denk wirklich darüber nach. Was soll sonst aus dir werden. Großvater kam auch in Situationen, in denen er fast gestorben wäre. Genau wie du hatte er das Glück mit dem Leben davon zu kommen, aber irgendwann wird deine Glückssträhne reißen und dann kann dir keiner von uns mehr helfen. Außerdem hast du offensichtlich genug Geld mit deinen Fundstücken verdient. Du hast jetzt die Mittel um alles kaufen, was du haben willst. Du hast also solche Risiken nicht mehr nötig. Meiner Meinung nach sollte man wissen, wann man genug hat und ab wann dieses Spiel, dass du spielst, nur noch reine Gier ist. Gib dir einen Ruck, William.“ Will beugt sich mit gesenktem