Verlag: Spielberg Verlag Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2014

Der Welpenaufstand E-Book

Astrid Hess

4.94444444444444 (18)
Bestseller

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E-Book-Beschreibung Der Welpenaufstand - Astrid Hess

Man nehme: Ein Weibchen und ein Männchen im besten Alter und zwei jugendliche Welpen im Großmaulformat. Unter die Beteiligten mixt man launige Großeltern und ein verfressenes Haustier und stopft die Mischung in ein gemütliches Häuschen am Stadtrand. Nach Geschmack würzt man die Hauptdarsteller mit einer Prise Lehrer, asiatischen Stringtangas und einer Pulle billigem Rotwein. Das Ganze lässt man einige Jahre gut durchziehen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein Welpenaufstand der Extraklasse

Meinungen über das E-Book Der Welpenaufstand - Astrid Hess

E-Book-Leseprobe Der Welpenaufstand - Astrid Hess

Leseprobe eBook Ausgabe 2014
©2014 SPIELBERG VERLAG, Regensburg
Umschlagillustrationen: ©Hans D. Niepötter u. Klaus Eppele, fotolia.com
Umschlaggestaltung: Spielberg Verlag
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung, Speicherung oder Übertragung
Für meinen Mann Rudi.
Bis hierher war es (fast) ein Klacks.
Gemeinsam kriegen wir den Rest auch noch hin.
Als freischaffender Einzeltäter gebe ich zu Protokoll:
Alle Personen und Begebenheiten dieses Buches sind ausschließlich Tatwaffen meiner Fantasie.
Astrid Hess, geb. 1964, ist hauptberuflich Rund-um-die-Uhr-Mutter, im Nebenjob Verwaltungsangestellte und Autorin. Nach Veröffentlichung ihres ersten Romans »Muttertier im Sahnetorium« (Der Kurschatten) im Jahr 2009 und der Tätigkeit als Redakteurin verschiedener Zeitschriften, erscheint nun mit »Welpenaufstand« ihr zweites Buch.

Inhaltsverzeichnis

Jetzt geht’s aber los…

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Jetzt geht’s aber los…

Herzlich willkommen bei Familie Jäger. Mein Name ist Paula und ich leite, zusammen mit meinem Mann Franz ein manchmal mehr, manchmal weniger auffälliges Irrenhaus. Unsere Anstalt befindet sich in einem kleinen Häuschen am Stadtrand und beherbergt zwei pubertäre Kinder, einen computergesteuerten Vater, einen verfressenen Kater und besuchsweise Omas, Pseudo-Opa und andere Verwandte. Und natürlich meine Wenigkeit.

Eigentlich geht es mir gut. Uneigentlich habe ich seit einiger Zeit das Gefühl, dass irgendetwas um mich herum anders ist als sonst.

Franz und ich wollten unbedingt Kinder haben. Warum, wissen wir heute auch nicht mehr so genau.

Die Kleinen waren als Babys total knuddelig und süß. Sie verfügten im zarten Alter von zwei Jahren über einen reichen Wortschatz (Aaaschloch, Blöötmann) und konnten ihre Wünsche altersgerecht äußern (Schbiiielplatz gehen!! Teleetabbii schauen!!). Vokabeln wie »essen«, »Auto« und »Ball« bereiteten ihnen keine nennenswerten Schwierigkeiten.

Jetzt ist alles anders.

Heute schreiben unsere Kinder gute Noten (Motto: ausreichend ist fast drei – drei ist gut – gut ist fast eins…) und fürchten sie sich auch wegen eines kleinen Ausrutschers nicht (»Mama, ich hab´ eine Fünf, aber die Lehrerin hat gesagt, es gab auch Sechsen«). Unsere Kinder rechtfertigen eine Haftpflichtversicherung mit einer Schadenssumme von einer Million und bekommen trotz Gesichtswasser Pickel auf der Nase.

Unser Sohn Michael ist mittlerweile fünfzehn Jahre alt, hat riesengroße Füße und eine noch größere Klappe. Unsere Tochter Susanne hat mit ihren knapp vierzehn Jahren auch schon diverse (Reife-??)Phasen durchlaufen und ist nicht mehr die kleine Prinzessin im rosa Kleidchen mit Haarschleife. Sie trägt knallfroschgrüne Hosen in Größe XXS, extra schmal und extra auffällig und über den bereits beachtlichen Frauenkurven durchsichtige Fummel, extra eng und extra grell-rot. Sie hätte auch gerne rote High-Heels, was wir bis heute erfolgreich verhindern konnten.

Das ist also das Ergebnis unserer Erziehung. Mir scheint, da ist was schief gelaufen.

Andere Leute kriegen das viel besser hin. Die haben Kinder die nie ein böses Wort in den Mund nehmen, sich nie im Ton vergreifen und Poloshirts und braune Cordhosen mit akkurater Bundfalte tragen. Manche auch mit Hemd in der Hose. Die sind die Krönung des schlechten Geschmacks, aber der Beweis für tadellose Erziehung. Das sind die kleinen Nerds, die die Schule in der Hälfte der regulären Zeit mit Auszeichnung hinter sich bringen, äußerst bescheiden, belesen und überaus vernünftig sind. Wunderkreaturen, die mit drei Jahren die englische Sprache akzentfrei beherrschen, mit fünf Jahren über einen weitreichenden chinesischen Wortschatz verfügen, Geige, Cello und Kontrabass spielen und die Namen der großen Staatsmänner der Welt in griechischer Sprache rückwärts buchstabieren können.

Wenn Sie zu den wenigen Menschen gehören, die ein solches Wunderkind zustande gebracht haben, tut mir das echt leid für Sie. Erzeugern solcher Nachkommen kann ich ruhigen Gewissens sagen, dass Sie das Geld für dieses Buch in den Sand gesetzt haben. Sie sollten sich nach »Fachlektüre für kleine Einsteins und solche, die es mal werden wollen« umsehen. Ihnen, als Eltern von zukünftigen Facebook- und Googleprogrammierern, Genveränderern und Biotreibgasflugzeugbauern kann ich leider nicht helfen.

Unsere nicht so gut geratenen Kinder kriegen das vielleicht einmal nicht hin. Zum Trost aber für alle, die einen Durchschnittswelpen in die Welt gesetzt haben: Es gibt auch noch andere Berufe, mit denen man ganz gut überleben kann. Journalist oder Rechtsanwalt, zum Beispiel. Oder Jugendrichter. Vielleicht auch Kieferorthopäde. Sogar Lehrer wäre möglich, wenn es unbedingt sein muss.

Damit kann ich leben, wirklich. Es gibt Schlimmeres.

Unseren derzeitigen Alltag zum Beispiel.

Unsere mit nur durchschnittlichem IQ gesegneten Kinder haben sich »entwickelt«. Zu Raubtieren, Blutsaugern, Nervenfressern und Geldvernichtern.

Zu Typen und Tussen.

Die Ruhe ist dahin. Alles dreht sich um sie, auch wenn sie selbst herzlich wenig durch Anwesenheit glänzen. Sie plündern den Kühlschrank, egal wie viel Essbares sich darin befindet. Überfüllte Wäschekörbe und verdreckte Badezimmer gehen auf ihr Konto. Apropos Konto: Die Zahl hinter dem Pluszeichen auf dem Kontoauszug war auch schon mal größer. Wird schließlich alles teurer und muss trotzdem bezahlt werden. Michaels Mitgliedschaft im Basketball-Verein, im Fußballclub, der Gitarre- und Schlagzeugunterricht und die Allround-Flat. Handy, SMS, Internet.

All-inklusiv.

Susanne spielt Klavier, geht tanzen (Hip-Hop und Zumba) und besimst die Welt mit der derselben Flatrate wie ihr Bruder. Zum Sondertarif – dank der väterlichen Mitgliedschaft im Automobilclub. Kosten tut es trotzdem, und zwar eine ganze Menge.

Nicht zu vergessen die vielen Nachhilfestunden in allen möglichen Schulfächern, da die Faulheit der beiden bisweilen zu »diversen Lücken führt«, die geschlossen werden wollen, wenn man das Klassenziel wenigstens halbwegs erreichen will.

Die Ausdrucksweise der Jugendlichen bewegt sich manchmal hart an der Grenze des Erträglichen, aber eines muss man den Kids lassen: Sie sind ehrlich. Es ist besser für den häuslichen Frieden und auch für Ihr Nervenkostüm, Sie arrangieren sich frühzeitig mit der flapsigen Ausdrucksweise Ihrer heranwachsenden Brut und Sie kaufen sich ein Wörterbuch für Jugendsprache oder Sie machen sich im Internet über die Bedeutung der halbstarken Ausdrücke schlau. Mit etwas Glück können Sie das nächste Mal mitreden. Dann können Sie vielleicht bei der jungen Generation punkten. Wobei ich gelesen habe, dass die Jugendsprache entstanden ist, weil die Kids sich von ihren Eltern abgrenzen möchten und die Typen und Tussen gar nicht wollen, dass man versteht, was sie sagen.

Aber auch Eltern sind nicht vollkommen – sie lernen ungefragt dazu und quatschen einfach mit.

Krisengespräche, schlaflose Nächte, hysterische Anfälle. Alles schon mal da gewesen. Ich kenne kein Elternpaar, das während der grausamen Zeit der körperlichen und – wenn sie Glück haben auch geistigen Reife – des eigenen Kindes nicht wenigstens einmal einen Gedanken an das Freigeben der Brut zur Adoption verschwendeten.

Bloß – wer nimmt so einen Irren, der alles weiß, aber (noch) nichts kann? Wer tut sich freiwillig einen Pickelfritzen an, dem »alles latte« ist? Einen Kerl, der mit herabhängendem Hosenboden durch die Lande marschiert und weder fleißig noch bescheiden, dafür absolut »cool und hip« ist?

Wer möchte wöchentlich aufs Neue trösten, weil die Prinzessin der Familie unter Dauerliebeskummer leidet, zwei Gramm Fleisch über der dünnen Haut am Oberschenkel entdeckt hat und in ständiger Angst schwebt, die falschen Wimpern zum falschen Zeitpunkt zu verlieren?

Kein Mensch. Aber ALLE tun sich das freiwillig an. Und ALLE schaffen das irgendwie.

Auch wir, mein Mann Franz und ich, Paula Jäger kriegen das hin. Hoffe ich jedenfalls.

Für all diejenigen, die jetzt oder vielleicht auch erst in ein paar Jahren mit Jugendlichen gesegnet sind, habe ich dieses Buch geschrieben. Und natürlich auch für die Jugendlichen selbst, damit sie mit ihren Erzeugern ab und zu ein wenig nachsichtig sind.

Eltern und Großeltern, Jungs und Mädels, Omas und Opas, Lehrer und Schulbusfahrer – verbündet Euch! Sonst kriegt diesen Pubertätskram kein Mensch auf die Reihe.

Geteiltes Leid ist halbes Blabla – Sie wissen schon.

Die hier (ohnehin spärlich!) verwendeten Ausdrücke gehören zur Überlebens-Therapie. Manche davon haben Sie bestimmt schon einmal gehört. Sollten Sie aber das eine oder andere Wort noch nicht kennen und nicht wissen, was es bedeutet, tun Sie das, was ich getan habe: Sie müssen »googeln«.

Alles klar?

Wir kriegen das hin …
Ich liebe unsere Kinder. Bedingungslos.
Gerade deshalb muss ich mich manchmal regelrecht dazu zwingen, die Augen zu schließen, wenn die drei das nächste Problem in unser Haus locken.
Ich weiß es: Ihnen geht es genau so.
Ein guter Rat: Sehen sie doch mal weg und lassen sie es gut sein, wie es ist. Wir schaffen das auch.
Na ja, manchmal jedenfalls.
Und wenn es wieder einmal ganz dick kommt: Tief durchatmen und das Vater Unser beten.
Danke…
Allen, die mir mit Ideen und Anregungen zur Seite standen.