Der Zeichenstift ist immer dabei - Ulrich Brogt - E-Book

Der Zeichenstift ist immer dabei E-Book

Ulrich Brogt

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Beschreibung

Skizzen und Anekdoten aus dem bewegten Leben eines Zeitzeugen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 37

Veröffentlichungsjahr: 2018

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ZUM AUTOR

Ulrich Brogt kam 1935 in Dresden als zweites Kind schlesischer Eltern zur Welt. Kindheit in Nazideutschland und während des 2. Weltkrieges. Schulbesuche in Dresden und Dillingen an der Donau in Bayern – zwischenzeitlich nächtliche Flucht aus der DDR über die damals noch grüne Grenze.

Architekturstudium in München mit Diplomabschluss 1961. Während der Semesterferien Tätigkeit bei Schweizer Architekt J.U. Könz im Engadin und Mithilfe beim Buch von J.U. Könz und Simonett Zillis zur Erforschung der Bauernhäuser des Kantons Graubünden.

1962 Heirat mit Domenica Walter aus Guarda und in Folge Geburt fünf munterer Kinder. Architektentätigkeit bei Siemens in München sowie bei J.U. Könz in Guarda. Aufbau eines eigenen Architektenbüros im Engadin. Pensionierung im Jahre 2000 und Weiterführung diverser kleinerer Projekte im Engadin sowie viele spannende Reisen. Das Skizzenbuch war überall immer dabei.

INHALTSVERZEICHNIS

Kindheit – Kriegs- und Nachkriegsjahre

Schlesien, Dresden

Schul- und Studienzeit

Dresden, Dillingen an der Donau, München

Berufsjahre als Architekt – Erlebnisse

Engadin, Kanton Graubünden, Vorarlberg

Familienleben - Erlebnisse als Eltern von fünf Kindern

Engadin

Reiseerlebnisse – unterwegs in nah und fern

Europa, Asien und Afrika

Kindheit – Kriegs- und Nachkriegsjahre

Schlesien, Dresden

Besuch in Schlesien und Erlebnis mit den Dorfkindern 1933 – 1945

Meine Eltern stammten beide aus Schlesien. Meine Mutter war in Breslau aufgewachsen, als jüngstes Kind einer gutbürgerlichen Familie. Mein Grossvater leitete ein Lehrerseminar in Breslau und war ein traditionsbewusster Mann. Mein Vater wuchs in weniger gut betuchten Kreisen auf. Seine Eltern bewirtschafteten einen Hof samt Brauerei und Gasthof auf dem Lande. Hier zu sein war ein grosses Abenteuer für uns Stadtkinder. Die Dorfkinder empfanden uns allerdings als etwas sonderbar. Leider hatten meine Eltern eine grosse Vorliebe für weisse Matrosenanzüge, in die wir sonntags gesteckt wurden und in denen wir uns nicht bewegen durften zwecks Erhalts der strahlend weissen Farbe. Bis heute sind mir diese Anzüge in einer schlechten Erinnerung. Die Dorfkinder fanden das auch sehr sonderbar und bewarfen uns gerne mit Pferdeäpfeln.

Hitler-Gruss 1933 – 1945

Mein Vater hat den Hitlergruss aus Überzeugung nie ausgeführt. Als Entschuldigung dafür verwendete er den Lungendurchschuss aus dem 1. Weltkrieg und behauptete, er könne den rechten Arm nicht heben. Aufgefordert, trotzdem „Heil Hitler“ zu grüssen, antwortete er, das sei nicht möglich, denn den deutschen Gruss müsse man vorschriftsmässig ausführen.

Feindsender im Krieg 1939 – 1945

Mein Vater hörte im Krieg verbotene Sender mit einer Decke über Kopf und Radio. So sahen wir ihn oft am Abend. Auf solche Handlungen standen hohe Strafen. Er hörte nämlich hintereinander BBC London, Beromünster Schweiz und schliesslich ohne Decke auch den deutschen Nazisender. Die Nazis waren nicht so schlau, ihre Nachrichten in die Sendezeit der sogenannten Feindsender zu legen. An seinem Arbeitsplatz wussten die Mitarbeiter, dass er kein Freund des Naziregimes war. Er liess sich aber nicht zu gefährlichen Äusserungen verleiten. Manchmal brachten die Mitarbeiter Informationen eines Feindsenders zur Sprache. Er aber wies darauf hin, dass dies der deutsche Sender nicht gesendet habe. Ängstlich baten ihn die Mitarbeiter, das nicht weiterzusagen.

Versorgen mit Lebensmitteln in den Kriegsjahren 1939 – 1945

Mein Vater wechselte bei seiner Versicherung zu Kriegsbeginn in den Aussendienst. Das bedeutete bei Bauern, Tiere und Gebäude zu versichern. Den Wechsel machte er, um eher an Lebensmittel zu kommen, da die Bauern ihm verpflichtet waren und er sich gut in der Landwirtschaft auskannte. Bauern um Dresden haben die Notlage der Stadtbevölkerung schamlos ausgenutzt und sich bereichert. Einmal wollte ein Bauer einem armen Mann für eine goldene Taschenuhr ein Kilo Kartoffeln geben. Da wurde mein Vater rasend, schrie den Bauern an, gab dem Mann einen Teil seiner Kartoffeln und dieser konnte seine goldene Taschenuhr behalten.

Alarm vor Fabrik 1944