Dicionum 2: Du darfst niemandem vertrauen - Vivien Summer - E-Book

Dicionum 2: Du darfst niemandem vertrauen E-Book

Vivien Summer

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Beschreibung

**Wenn du dich zwischen der Liebe und deiner Bestimmung entscheiden musst**  Vertrauen ist etwas, das man innerhalb eines Wimpernschlags zerstören kann. Der Dicio-Kreis muss dieses Phänomen mit aller Macht erfahren, denn niemand vertraut mehr irgendwem. Mit wachsenden Problemen, Verlusten und Ängsten steigert sich auch das Misstrauen der Mitglieder und Katie muss mitansehen, wie alles um sie herum zerbricht. Sie lernt langsam, wem sie überhaupt vertrauen kann und wem sie besser aus dem Weg gehen sollte. Nur Will Fairchild löst dabei immer noch die größte Verwirrung aus: Wie soll sie sich von ihm fernhalten, wenn es da diese merkwürdige Verbindung zwischen ihnen gibt? Wie soll sie ihm vertrauen, wenn er sie belügt? Wie soll sie ihn vergessen, wenn er selbst sich nicht von Katie fernhalten kann? //Alle Bände der magischen Trilogie: -- Dicionum 1: Du darfst dich nicht verlieben -- Dicionum 2: Du darfst niemandem vertrauen -- Dicionum 3: Du darfst dich nicht erinnern -- Alle Bände der magischen Trilogie "Dicionum" in einer E-Box!//

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Vivien Summer

Dicionum 2: Du darfst niemandem vertrauen

**Wenn du dich zwischen der Liebe und deiner Bestimmung entscheiden musst**  Vertrauen ist etwas, das man innerhalb eines Wimpernschlags zerstören kann. Der Dicio-Kreis muss dieses Phänomen mit aller Macht erfahren, denn niemand vertraut mehr irgendwem. Mit wachsenden Problemen, Verlusten und Ängsten steigert sich auch das Misstrauen der Mitglieder und Katie muss mitansehen, wie alles um sie herum zerbricht. Sie lernt langsam, wem sie überhaupt vertrauen kann und wem sie besser aus dem Weg gehen sollte. Nur Will Fairchild löst dabei immer noch die größte Verwirrung aus: Wie soll sie sich von ihm fernhalten, wenn es da diese merkwürdige Verbindung zwischen ihnen gibt? Wie soll sie ihm vertrauen, wenn er sie belügt? Wie soll sie ihn vergessen, wenn er selbst sich nicht von Katie fernhalten kann?

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Vita

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© privat

Vivien Summer wurde 1994 in einer Kleinstadt im Süden Niedersachsens geboren. Lange wollte sie mit Büchern nichts am Hut haben, doch schließlich entdeckte auch sie ihre Liebe dafür und verfasste während eines Freiwilligen Sozialen Jahres ihre erste Trilogie. Für die Ausbildung zog sie schließlich nach Hannover, nahm ihre vielen Ideen aber mit und arbeitet nun jede freie Minute daran, ihr Kopfkino zu Papier zu bringen.

Aus dem Buch der Prophezeiungen

Der Bund

Mit der dreizehnten Geburt der Bund sich schließt,die Mächte sich vereinen, wenn Blut sich vergießt.

PROLOG

Vollgepumpt mit Adrenalin schloss Ian Moore die Tür hinter sich. Eigentlich wollte er nicht gehen, aber ihm blieb keine andere Wahl. So war das nun mal mit dem Kreis. Man musste immer das tun, was Alistair befahl. Es gab kein Nein.

Während er die Treppe nach unten rannte, wurde ihm bewusst, was er eben zu Katie gesagt hatte. Anstatt ihr einfach zu sagen, was los war, hatte er sie abgewiesen.

Wie war er überhaupt auf die wahnwitzige Idee gekommen, Will einzubeziehen und zu sagen, sie sollte Zeit mit ihm verbringen?

Ian hasste ihn mehr als alles andere – auch wenn sie sich vor langer Zeit so nahgestanden hatten wie Brüder. Aber sie hatte es kaputtgemacht. Nein, Will hatte es, weil er ein Egoist war. Weil er sich immer das nahm, was er wollte und es auch wieder tun würde.

Eigentlich wäre jetzt der passende Moment gewesen, wieder umzudrehen und nochmal mit Katie zu reden. Es war dumm von ihm, nicht auf ihre Bitte einzugehen und stattdessen wie vom Teufel geritten wegzulaufen – und sich dabei noch fast beim Herunterstolpern der Treppe das Genick zu brechen.

Aber im Sinne des Kreises musste er seine Gefühle drosseln. Ian wollte jeden Ärger mit Alistair vermeiden, darunter zählte auch, dass er Katie nichts von der Mission erzählte. Als er ihr seine Gabe offenbart hatte und mit ihr nach Venedig kompassiert war, hatte er damit schon genug Ärger angerichtet.

Jonas wartete bereits unten im Foyer – er hatte wie immer eine Wollmütze auf, auch wenn draußen Temperaturen wie in der Karibik herrschten. Er nickte ihm zu und streckte ihm seine Hand entgegen. Ian griff danach.

Die beiden brauchten nicht viel reden, um sich blind zu verstehen.

Nachdem Will für Ian gestorben war, hatte er sich mit Jonas angefreundet. Es war zwar nicht dasselbe, aber Jonas war witzig, spontan und für jeden Spaß zu haben. William war immer so ernst und entschlossen.

Und ein Arschloch, fügte er mit finsteren Gedanken hinzu, während er sich selbst im Spiegel hinter Jonas betrachtet hatte. Seine Augenringe hätten dunkler nicht sein können.

»Du siehst scheiße aus«, bestätigte Jonas auch gleich. Dass er damit die Stimmung nicht heben konnte, war ja wohl klar.

Ian warf ihm einen wütenden Blick zu, obwohl er wusste, dass sein Freund recht hatte.

Er sah nicht nur scheiße aus, sondern auch so schrecklich, dass selbst ein Zombie schreiend davongelaufen wäre. Gerade erst war die Beerdigung von Jamie gewesen. Dass er bei einem Unfall ums Leben gekommen war, konnte Ian noch immer nicht begreifen.

Jonas räusperte sich ungeduldig, was Ian aus seinen Gedanken holte. Ohne ein weiteres Wort griff Ian nach Jonas' Hand und kompassierte sie in die Kathedrale.

Dort wartete Alistair bereits mit passenden Kostümen auf die beiden. Schweigend zogen sie sich die Trachten von Tellerwäschern über und kompassierten zum Anwesen der Gräfin von Wessex. Es lag in Windlesham.

Sie fanden sich im Keller des Anwesens wieder und schleppten schon kurz darauf jeweils eine Kiste mit Broten und Gebäck zur Tarnung nach oben in die Küche.

Jonas ächzte bei jedem Schritt. »Ich habe heute überhaupt noch nichts gegessen. Meinst du es fällt auf, wenn die Hälfte des Korbes leer ist?«

»Keine Ahnung«, antwortete Ian geistesabwesend und blendete Jonas aus. Sein Freund wäre für gewöhnlich für Essen gestorben, aber das kam Ian nun falsch vor.

Früher hatte er auch immer gedacht, er würde sterben, wenn sie ihn verlassen würde. Aber er lebte immer noch. Und er würde auch weiterhin leben, erst recht, da er endlich wieder Hoffnung schöpfte.

Katharinas Gesicht tauchte vor ihm auf. Das bezaubernde Lächeln, das kleine Grübchen, das sie dabei neben ihrem linken Mundwinkel bekam und ihre tiefen, braunen Augen, die eine Art Wärme ausstrahlen, die er längst verdrängt hatte. Er hatte bis vor kurzem nicht mehr daran geglaubt, dass er je wieder in der Lage sein würde, Wärme und Geborgenheit zu empfinden, doch dann hatte Katie wieder vor ihm gestanden.

Als sie das Ende der Treppe erreichten, drängte Ian seine Gedanken beiseite und konzentrierte sich wieder auf die Mission. Liebe, Tod und alles andere, was nicht zu Mut und Ehrgeiz zählte, musste jetzt zur Nebensache werden.

Er warf einen flüchtigen Blick über seine Schulter. »Sollen wir uns aufteilen?«

»Ich denke nicht«, flüsterte Jonas zurück. »Wenn etwas dazwischenkommt, würde ich gern so schnell wie möglich verschwinden. Und das ist dann dein Part und nicht meiner. Ich weiß sowieso nicht, warum ausgerechnet ich auf eine Mission soll. Ist ja nicht so, als wäre ich sonderlich hilfreich.«

Ian verdrehte die Augen, ging aber nicht auf die Selbstmitleidsnummer ein. Normalerweise hätte er auf solch eine Aussage wütend reagiert, aber er kannte Jonas inzwischen so gut, dass er wusste, dass es seine Art war, mit Jamies Tod fertig zu werden. Nämlich es einfach zu ignorieren.

Es verging eine knappe halbe Stunde, in der sie sich – wie mit Alistair besprochen – unter das Personal mischten und unauffällig das Anwesen durchsuchten. Zu ihrem Glück dauerte es nicht lang, da fanden sie bereits, wonach sie suchten.

Der Tresor stand im ersten Stock, versteckt zwischen der Couch und der dahinterliegenden Wand. Jonas hockte sich sofort stumm davor und holte sein Stethoskop heraus.

»Weißt du noch, wie das geht?«, fragte Ian wispernd und war drauf und dran sich über Jonas hinweg so nah wie möglich an den Tresor zu lehnen, um das hören zu können, was Jonas hören konnte. Allerdings gestaltete sich das sehr schwierig – Jonas schubste ihn sofort mit dem Ellenbogen zurück.

»Man kann es kaum glauben, aber während man mit Essen beschäftigt ist, kann man auch zuhören. Wenn man aber ständig im Unterricht schläft, Ian, dann wundert es mich auch nicht, wenn man keine Ahnung vom Tresorknacken hat.«

Ian antwortete nicht darauf, sondern warf ihm nur einen verbissenen Blick zu. Er sah Jonas über die Schulter, während dieser das Stethoskop mit konzentriertem Gesichtsausdruck aufsetzte und lauschte. Abwechselnd drehte er das Rädchen nach links, dann nach rechts und wieder nach links.

Als sich ein spitzbübisches Lächeln auf Jonas' Lippen ausbreitete, wusste Ian, dass sein bester Freund den Tresor soeben erfolgreich geschlagen hatte.

»Eins zu null für uns«, flüsterte er grinsend.

Gerade als Jonas die schwere Tür geöffnet hatte und nach dem Amulett greifen wollte, vernahmen beide ein leises, kratzendes Geräusch.

Sofort wirbelte Ian herum, der Puls schoss von jetzt auf gleich mindestens auf zweihundert und brachte ihn völlig durcheinander. Er brach in Schweiß aus.

Vor ihm stand ein Mann mit Pistole – Verflucht! Warum hatten sie keine Waffen dabei? Ian sah hilfesuchend an sich herunter, dann zu Jonas, der längst aufgesprungen war und genauso gehetzt zu Ian blickte, als würde er sagen wollen: »Ich habe es dir ja gleich gesagt!«

Hinter dem bewaffneten Mann tauchte plötzlich der Prinz auf und wollte gerade etwas sagen, als Ian so schnell nach Jonas Arm griff, dass sogar er vor Schreck zusammenzuckte. Ian glaubte, dass sie es geschafft hatten, als sie mit einem Mal wieder im großen Saal landeten. Er fiel auf seine Knie, Jonas entglitt seinem Griff.

Es dauerte einen Moment bis er die Augen wieder öffnen konnte, aber der Schuss hallte immer noch in seinen Ohren nach, dass er sich nicht traute nachzusehen, ob er getroffen worden war.

»Ian, Jonas«, drang Alistairs Stimme schließlich wieder zu ihm hindurch und brachte ihn dazu, flatternd die Augenlider zu öffnen. Unwillkürlich fiel sein erster Blick auf seine Hand, die blutverschmiert war.

Er spürte keinen Schmerz. War es der Schock? War er vielleicht so betäubt, dass er nicht einmal bemerkte, dass er gerade starb? Nein, so fühlte sich Sterben nicht an, ganz bestimmt nicht. Das Einzige, was ihm wirklich wehtat, war sein Knie, aber das schmerzhafte Kribbeln ließ bereits wieder nach.

Eine Woge der Erleichterung durchfuhr ihn, während er sich auf den Rücken rollte und die Augen vor Erschöpfung schloss. Heute war definitiv der falsche Tag, um auf eine Mission zu gehen und diese erfolgreich zu meistern.

Nicht, dass er überhaupt jemals eine Mission erfolgreich gemeistert hätte.

Plötzlich stöhnte Jonas erstickt auf. In Ians Ohren klang es merkwürdig verzerrt und irreal. Stimmte vielleicht doch etwas nicht mit ihm? Sein Kopf dröhnte, aber trotzdem schaute er zu Jonas.

Alistair hockte über ihm und sprach leise auf ihn ein. Ian konnte nicht verstehen, was es war; es war auch eigentlich egal. Sicher war, dass sie es geschafft hatten und nur das zählte. Aber dann erkannte er, warum seine Hand blutig war.

Es war nicht sein Blut, sondern das von Jonas.

Er setzte sich ruckartig auf. Zu schnell für seinen Körper, denn für einen kurzen Moment wurde ihm schwarz vor Augen. Er wollte Jonas rufen und wissen, wie es ihm ging, aber so wie es aussah, wurde er von der Kugel am Arm getroffen.

Er würde nicht sterben. Er war nur verletzt.

Allerdings änderte diese Tatsache nichts an dem Schock, der Ian fest im Griff hatte. Vielleicht zwanzig Zentimeter weiter rechts und die Kugel hätte Jonas' Herz getroffen – und dann hätte er noch einen Freund verloren.

»Was ist mit der Mission?«, fragte Ian leicht atemlos und robbte erschöpft zu Jonas.

Alistair hatte die Lippen krampfhaft zusammengepresst und schaute nachdenklich. Normalerweise dauerte es bei Alistair nicht lange, bis er eine Lösung gefunden hatte. Ian war sich sicher, dass es vielleicht noch ein oder zwei Sekunden dauern würde, da würde Alistair handeln.

Wie erwartet sprang der gebrechliche Mann plötzlich so schnell auf, dass Ian mehrmals blinzeln musste, um das Gesehene zu verarbeiten. Er sah Alistair hinterher, wie er, begleitet von seinem Gehstock, zu seinem Schreibtisch ging und das Telefon in die Hand nahm. Die Schnur hing quer über dem Schreibtisch und brachte dabei sämtliche Dokumente durcheinander, aber das beachtete Alistair nicht weiter.

»Thomas? Du musst sofort in den Saal kommen und dir Jonas ansehen. Er wurde angeschossen.«

1

»Bitte wiederhol das nochmal«, bat ich Will ungläubig, nachdem ich mich fünfmal hatte selbst kneifen müssen. Ich wünschte, dass hier wäre bloß ein Traum, aber leider war es keiner. Und das machte mir höllisch Angst.

William und ich saßen in seinem Wagen und waren auf dem Weg in die Zentrale, einen geheimen Ort einer geheimen Organisation, die mich für ihre Zwecke verschleppt, mich aus meinem gewöhnlichen Leben gezerrt und mir offenbart hatte, dass ich und elf weitere junge Menschen vollkommen verrückt waren. Der geheime Ort war übrigens die bekannte St Paul's Cathedral mitten in London, oder besser gesagt in einem Teil der Kirche, der von der Menschheit in Vergessenheit geraten war.

Am Steuer verdrehte Will seine blauen Augen, die durch sein gleichfarbiges Shirt besonders hervorstachen. Er war einer der wenigen Männer, die von Gott das Glück und die Gabe geschenkt bekommen hatten, jedes Mädchen ins Träumen zu bringen und in die Gefahr zu stürzen, sich in diese Augen zu verlieren.

Gott sei Dank war ich da eine Ausnahme.

William und mich verband nichts, aber wirklich absolut gar nichts miteinander. Abgesehen von unserer Abneigung füreinander und dem dringenden Bedürfnis, uns das jeden Tag zu beweisen.

Gut, das war gelogen. Ich war leider keine Ausnahme.

»Ich kann es dir auch buchstabieren, wenn du es dann verstehst. W-I-R-S-O-L-L-E-N-F-Ü-«

»Lass das«, unterbrach ich ihn barsch. »Ich meine es ernst. Ich dachte, ich muss irgendeine dämliche Prüfung absolvieren und mich nicht sofort mit schreiendem Gebrüll in den Krieg stürzen!«

»Dafür haben wir jetzt keine Zeit. Raphael sagt, du packst das.«

»Es ist mir egal, was Raphael sagt! Ich muss diese Prüfung machen. Darüber wurde abgestimmt, William. Hast du mal darüber nachgedacht, wie der Rest darauf reagieren wird?«

Eine schlechtere Ausrede für meine Panik hätte mir wirklich nicht einfallen können.

Will würdigte mich wie beinahe immer keines Blicks. »Es gibt nur einen der entscheiden kann, was zu tun ist. Und das ist Alistair.«

Wütend verdrehte ich die Augen. Das durfte doch nicht wahr sein! »Du hörst dich schon wieder wie sein privates, Hintern küssendes Schoßhündchen an.«

Ich verschränkte stur meine Arme vor der Brust und dachte bitter an Cookie. Sie besaß jetzt die große Ehre, sich um meine Wäsche zu kümmern, da mein Möchtegern-Verlobter mich Hals über Kopf in sein Auto gezerrt hatte. Er war schon losgerast, bevor ich ihr überhaupt Bescheid sagen konnte.

Als Will nicht antwortete, sah ich ihn genervt an – was sich schnell als Fehler erwies. Jetzt begann ich mich schuldig zu fühlen, weil ich mal wieder über seine unermessliche Solidarität Alistair gegenüber spottete, obwohl ich glaubte zu wissen, was tatsächlich dahintersteckte.

William Christopher Fairchild war einer dieser jungen Männer, der, um das Vertrauen anderer zu gewinnen, alles tun würde. Dabei beruhte das Vertrauen aber nicht immer auf Gegenseitigkeit. Zwar wusste ich nicht, was genau Will im Sinn hatte, wenn er sich Alistair unterwarf, aber was ging mich das schon an? Schließlich war es sein Leben und nicht meins.

Die anschließende zehnminütige Fahrt verlief erdrückend und schweigend. Auch wenn ich selbst schuld war, dass Will erneut die Schnauze voll von mir hatte, gefiel es mir ganz und gar nicht. Es tat mir leid, was ich ihm vorgeworfen hatte, doch war ich nicht mutig genug, um diesen Fehler einzusehen. Abgesehen davon auch viel zu stolz.

»Warum kann das nicht einfach wer anders machen?«, fragte ich ihn stattdessen, als wäre nichts gewesen. Während wir aus dem Auto ausstiegen, fiel mir an Will auf, dass sein Amulett aus dem Kragen seines Shirts hing.

Ich versuchte mich daran zu erinnern, was Will mir über sein Amulett erzählt hatte; aber ich bekam es nicht mehr zusammen.

Will bedachte mich mit einem Blick, der in einer anderen Situation, zu einer anderen Zeit, vielleicht jemandem das Leben gekostet hätte. »Frag ihn selbst.«

Mein Körper reagierte anders, als ich es mir wünschte. »Du machst mich wahnsinnig!«, warf ich ihm an den Kopf und erhoffte mir, dass er auf der Stelle von einem Bus überfahren wurde – aber natürlich geschah das nicht. Wann hatte ich auch mal ein bisschen Glück in diesem Leben verdient? »Ich bin der glücklichste Mensch auf Erden, wenn ich deine Visage nicht mehr ertragen muss!«

Konnte ich nicht einmal die Klappe halten?

»Ach, glaubst du, ich sehe das anders?«

Genervt bis zum Gehtnichtmehr stolzierte ich davon, ohne mich nach Will umzusehen. Ich hasste es, wenn man mich wie ein kleines Kind behandelte und ich Dinge tun musste, ohne nach dem Warum fragen zu dürfen.

Hatte überhaupt mal jemand daran gedacht, dass ich noch nicht bereit für diese Missionen war, auch wenn ich das so großkotzig behauptet hatte? War es etwa meine Schuld, dass Jonas angeschossen wurde und ich jetzt an seiner Stelle den spaßigen Teil übernehmen durfte?

Ich war so sauer, dass ich fast geheult hätte. Am liebsten würde ich Will dafür verantwortlich machen. Nicht nur für das, was Alistair jetzt von mir und ihm verlangte, sondern auch dafür, dass ich in dieses ganze Desaster hineingezogen wurde wie in einen riesigen Tornado!

Leider musste ich aber einsehen, dass er damit nichts zu tun hatte. Er war nur ein williger Soldat. Eiskalt. Unberechenbar und eiskalt.

Vor dem Haupteingang der Kathedrale kam ich schließlich zum Stehen und wartete auf Will. Doch statt die steinigen Treppen hinaufzugehen, ging er an mir vorbei und steuerte den Eingang an, zu dem seine Mutter Lily einen Schlüssel hatte. Als wir vor der versteckten Tür standen, die unwissende Touristen für ein Büro eines Paters hielten, sah Will sich kurz um und schloss diese dann auf, damit wir hineinschlüpfen konnten.

Er öffnete den Durchgang, indem er das Bücherregal betätigte, das sich wie eine Wand zur Seite bewegte und mit einem dumpfen Knall einrastete. Auf der anderen Seite war der Saal, der für festliche Veranstaltungen und Versammlungen des Kreises geeignet war.

Ohne ein Wort zu sagen, traten Will und ich durch das Loch, das das wandernde Bücherregal zurückgelassen hatte.

Alistair erwartete uns wohl schon; er saß an seinem Schreibtisch, neben ihm Lily, Raphael und ein weiterer Mann, den ich noch nie zuvor gesehen hatte. Vielleicht war es ja Williams Vater, schoss es mir durch den Kopf, ehe ich etwas anderes in Betracht ziehen konnte. Bei genauerem Hinsehen wurde mir allerdings bewusst, dass Lily mit diesem Mann keine Beziehungen eingegangen sein konnte.

Es sei denn, er war reich und todkrank. 'Tschuldigung.

Sofort kam Lily auf uns zu, als sie uns bemerkte. »William«, hörte ich sie besorgt sagen. »Schön, dass ihr so schnell kommen konntet.«

»Wie geht es Jonas?«, wollte er sofort wissen, ohne seine Mutter zu beachten.

Nun erhob sich auch Alistair, während er sich mit seinen faltigen, papierartigen Händen auf dem dunklen Holz des Schreibtisches abstützte. Wie immer trug er einen anthrazitfarbigen Anzug, dazu eine schwarze Fliege.

Bevor er um den Schreibtisch ging, griff er nach seinem Gehstock und sagte: »Mach dir keine Sorgen, William. Katharina, ich bin erfreut, dass du bereitwillig die Aufgabe anstelle von Chloé übernimmst.«

Erst sagte ich nichts, doch es schien mir als erwarteten alle eine Zustimmung meinerseits. »Es ist mir eine Ehre«, erwiderte ich monoton, als alle Augen immer noch auf mich gerichtet waren.

Eigentlich brannte mir die Frage auf der Zunge, was denn mit dem zweiten Prüfungsteil wäre, in dem ich irgendwelche politischen Fragen beantworten sollte, aber ich hielt den Mund.

Alistairs Lippen verzogen sich zu einem scheinheiligen Lächeln. Von Tag zu Tag wurde mir dieser Mann immer unsympathischer.

»Ihr werdet nicht viel Zeit haben, euch darauf vorzubereiten, meine Kinder.« Fast gebrechlich kam Alistair, der Vorsitzende des dicio-Kreises, auf uns zu. Er hielt etwas in seiner Hand. »Hier«, sagte er zu Will und übergab ihm zwei schwarze Mappen, die so groß waren wie die Innenfläche meiner Hand.

Ich warf einen skeptischen Blick darauf. »Was ist das?«

»Polizeimarken und Ausweise«, erklärte Alistair mir und zeigte dabei auf den Mann, der immer noch wie angewurzelt hinter Alistairs Schreibtisch stand. »Theodore arbeitet schon seit Jahren für diese Organisation. Er hat alles für euch vorbereitet.«

»Es ist vielleicht nicht ganz legal«, mischte Lily sich ein und wirkte alles andere als besorgt. »Aber es ist notwendig, Katharina.«

Ach ja? Meine Mutter hätte mich wahrscheinlich schon einen Kopf kürzer gemacht, wenn ich mich mit einem gefälschten Schülerausweis in einen Club schmuggeln wollte. Gefälschte Polizeimarken waren auch noch ein ganz anderes Niveau.

Ich nickte, sagte jedoch nichts, als Will mir meinen Ausweis gab. Mit angehaltenem Atem öffnete ich das schwarze, kleine Mäppchen, worin sich in der unteren Hälfte eine Polizeimarke befand, in der oberen eine Identitätskarte mit dem Lichtbild einer fremden Frau. Mein Name war jetzt übrigens Madeleine McGrowth, die zehn Jahre älter war als ich.

Wie sollte das funktionieren?

»In den Taschen dort drüben sind eure Uniformen«, sagte Alistair und deutete mit einem Blick auf den riesigen Tisch, an dem sich zwölf Stühle befanden. »Zieht euch um und kommt dann wieder.«

Will und ich taten ohne Widerworte das, was von uns verlangt wurde, obwohl ich liebend gern protestiert hätte. Wo war ich hier nur gelandet, dass man sich verkleiden musste, um diese Amulette zu stehlen?

Nachdem wir mit unseren Taschen den Saal verlassen hatten, konnte ich nicht mehr anders und musste meine Wut erneut runterschlucken. »Polizisten, Will? Hast du uns schon mal angesehen? Ich bin nicht mal zwanzig und soll eine Dreißigjährige verkörpern?«

»Glaubst du, das wüsste Alistair nicht?«, antwortete er, wie zu erwarten, total gelangweilt.

»Woher soll ich das wissen?«, erwiderte ich daraufhin ein klein wenig zickig, um ihm deutlich zu machen, dass ich keine Lust auf die ganze Sache hatte.

Will seufzte genervt. »Jetzt entspann dich mal. Ich weiß, was ich tue.«

Sollte mich das jetzt etwa beruhigen?

Vor der Küchentür trennten wir uns. Ich ging hinein, während er draußen wartete. Da Alistair gesagt hatte, dass wir nicht viel Zeit hätten, versuchte ich mich zu beeilen.

Ich zog meine Jeans aus und streifte mir die Hose der schwarzen Uniform über. Sie passte wie angegossen, ebenso wie die weiße Bluse und darüber die beiliegende Weste.

Ehrlich gesagt wollte ich schon immer mal eine echte Uniform tragen. Damit fühlte man sich irgendwie wichtig. Erst recht in einer Polizeiuniform.

Als ich versuchte den Gürtel für die Schusswaffe umzumachen, wollte es nicht ganz so funktionieren, wie ich es gern gehabt hätte. Ich konnte nicht sagen, woran es lag. Es war ja eigentlich nicht schwer, sich einen Gürtel umzubinden.

Erst dachte ich stolz, ich hätte es geschafft, doch als ich ihn losließ, rutschte er mir von der Hüfte und knallte auf den Boden. Genervt hob ich ihn wieder auf und legte ihn zurück in die Tasche. Dabei bemerkte ich ein weiteres Utensil. Es war ein Handfunkgerät. Wie zum Teufel man das befestigen sollte, war mir noch fraglicher als das Spektakel mit dem Gürtel.

»Na toll«, murmelte ich zu mir selbst, als sich im nächsten Moment schon die Tür öffnete. Ich erschrak mich so sehr, dass ich herumwirbelte und dabei die Tasche vom Tisch stieß.

»Du bist ja immer noch nicht fertig«, stellte Will fest, nachdem er seinen Kopf durch die Tür gesteckt hatte und eintrat, bevor ich etwas sagen konnte. Er konnte von Glück reden, dass ich schon angezogen war, sonst hätte ich ihm mit dem Funkgerät ein drittes Nasenloch verpasst.

Was soll's, dachte ich und hob die Tasche wieder auf. »Ich weiß nicht, wie das geht.«

Er begann zu lachen, was ein merkwürdiges Gefühl in mir auslöste. Ich fragte mich, wieso er so gelassen sein konnte, obwohl wir gleich dutzende Gesetze brechen würden – und wieso er auf einmal wieder nett zu mir war.

»Komm her.« Will nahm den Gürtel und das Funkgerät in die Hand. Da ich nicht wusste, was er mit Komm her meinte, blieb ich verwirrt stehen und ließ es letzten Endes zu, dass er mich an der Hüfte zu sich heranzog.

Ich spürte, wie mein Herz in meiner Brust stolperte.

Dann hörte ich es klicken und Will sah zu mir auf. »Siehst du. Ganz einfach.« Er nahm das kleine schwarze Gerät mit der Antenne und hängte es an die schusssichere Weste. Dann hob er auffordernd eine Augenbraue. »Würde es dir etwas ausmachen?«

»Was?«, fragte ich wie ein dummes Huhn, auch wenn eigentlich auf der Hand lag, was er von mir wollte.

Will zeigte auf seine Tasche. »Ich würde mich gern umziehen. Deine Sachen kannst du hierlassen.«

Ich nickte zustimmend und verschwand schnell aus der Küche, bevor ich noch etwas sagen konnte, was ich bereuen würde.

Wahrscheinlich hielt er mich jetzt für komplett durchgeknallt. Aber das war ich wahrscheinlich auch. Wer würde nicht durchdrehen, wenn alles drunter und drüber ging?

Jamie war tot, Jonas angeschossen und mich würde es wahrscheinlich als Nächstes treffen. Es war nämlich nicht gerade üblich, dass sich zwei viel zu junge Menschen als erfahrene Polizisten ausgaben! Wenn das nicht schon ein Grund für die Todesstrafe war, dann wusste ich es auch nicht.

In der nächsten Sekunde öffnete sich wieder die Tür neben mir. Will kam in der gleichen Uniform wie ich sie trug heraus. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass er unglaublich darin aussah. Nicht direkt wie ein Stripper, denn dafür sah er wieder zu gut aus. Er wirkte dennoch muskulöser und größer und breiter und älter und noch draufgängerischer als sowieso schon.

Es hätte nicht mehr viel gefehlt und ich hätte mich von oben bis unten vollgesabbert.

Ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen und folgte ihm zurück in den Saal, wo Alistair, dieser Theodore und Lily auf uns warteten.

Der Saal war abgedunkelt und nur durch eine kleine Leuchte am Glastisch erhellt. Jetzt erkannte ich auch eine vierte Person im Raum; es war Moira, die am besagten Tisch saß. Vor ihr lagen einige merkwürdige Sachen, die ich von hier aus nicht erkennen konnte.

»Setzt euch, meine Kinder«, befahl Alistair uns überschwänglich. Ich warf Will einen fragenden Blick zu, doch er schien total entspannt. Kein Wunder. Er machte das hier auch nicht zum ersten Mal so wie ich. »Hab keine Angst, Katharina.«

Ohne darauf zu antworten, folgte ich Will an den Tisch. Moira und er tauschten einen ziemlich offensichtlichen, bedeutungsvollen Blick aus, dann nahm sie seine Hand.

»Gib mir deine Hand«, flüsterte Will, während Moira anfing, unverständliche Sachen wispernd von sich zu geben. Ein wenig verwirrt tat ich, was er verlangte. Als wir uns berührten, spürte ich eine Verbindung zwischen uns, die mir mehr Angst machte als diese Séance.

Entweder bemerkte Will es nicht oder er versuchte es zu ignorieren. Er konzentrierte sich allein auf Moira, die etwas auf Latein murmelte. Sie sagte immer und immer wieder den gleichen Satz, doch verstehen konnte ich ihn dadurch trotzdem nicht.

Mir war nicht klar, wie viel Zeit in Wirklichkeit vergangen war. Für mich fühlte es sich an, als wären es nicht einmal zehn Sekunden gewesen, da saß plötzlich ein anderer Mann neben mir und hielt meine Hand.

Als ich erschrocken unsere Hände voneinander lösen wollte, sah ich, dass meine Hand nicht mehr meine Hand war. Ich war mir zu hundert Prozent sicher, dass ich keinen pinken Nagellack trug. Ich besaß nicht mal einen pinken Nagellack!

Als der Mann bemerkte, dass ich unsere Hände voneinander lösen wollte, wurde sein Griff stärker. Ein Blick in seine Augen verriet mir, dass ich die Verbindung unter keinen Umständen unterbrechen durfte. Ich erkannte, dass es immer noch Wills Augen waren, die mir meinen Glauben raubten. Dieses tiefe, helle Blau, das mich an das Meer erinnerte.

Jetzt wurde mir klar, was hier vor sich ging. Moira verwandelte uns in die Personen, die auf unseren Ausweisen abgebildet waren.

In mir kochte das Verlangen, mein Gesicht oder wenigstens meine Haare zu berühren, die sich in meinem Augenwinkel veränderten. Ich hatte die Frau auf dem Bild zuvor nicht wirklich betrachtet, doch jetzt wusste ich, welche Haarfarbe sie hatte. Schwarz. Ich tippte darauf, dass es nicht gefärbt war, da sich meine Hautfarbe von Wimpernschlag zu Wimpernschlag verdunkelte. Vielleicht war ein Elternteil aus Spanien oder Italien. Falls diese Person in der Realität überhaupt existierte.

Während uns immer noch dieser Schimmer umgab, warf ich einen Blick auf William, den ich nicht wiedererkannt hätte. Anscheinend hatte er einen Polizisten erwischt, der doppelt so alt war wie meine neue Identität. Sein schönes, dunkelbraunes Haar ergraute und fiel an der Stirn aus. Genauso wie sein Bart, der nur noch ein grauer Schnäuzer war. Er hatte Falten im Gesicht, insbesondere am Mund und an den Augen. Jetzt kam er mir auch nicht mehr ganz so muskulös und draufgängerisch vor.

Das Einzige, was sich an seinem Gesicht nicht verändert hatte, war seine Augenfarbe.

Fast hätte ich angefangen zu lachen, ermahnte mich aber keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Wer wusste schon, was Moira aus meinem Gesicht geformt hatte.

Außerdem war es eine ernstzunehmende Situation.

Plötzlich war die Verbindung unterbrochen und der zauberhafte Schimmer verschwand zwischen uns.

So wie es aussah, realisierte ich erst jetzt richtig, was gerade passiert war. Schneller, als ich es verhindern konnte, sprang ich vom Stuhl und wäre fast nach hinten gefallen, wenn Will mich nicht festgehalten hätte. Ich fühlte mich wie damals in Venedig. So, als hätte man mir den Boden unter den Füßen weggerissen.

Mir war ein wenig schwindelig, also hielt ich mich an Will fest, der mich aber nur wieder auf den Stuhl setzte, als wäre ich ihm lästig. Ich ignorierte es, auch wenn ich dabei einen Schlag in die Magengrube spürte.

»Wie ist das möglich?«, stammelte ich und erntete dafür nur ein verschwiegenes Grinsen von Moira. »Das ist verrückt.«

»Es ist eine verrückte Welt«, sagte Alistair hinter mir. Ich zuckte zusammen, da ich ihn komplett vergessen hatte. »Und eine sehr mächtige.« Er lächelte ebenfalls und ging wieder auf mich und Will zu. »William, es wäre das Beste, wenn du dein Amulett hierlässt. Es ist zu riskant, dass jemand die Ähnlichkeit erkennt.«

»Ich werde aufpassen«, widersprach er mit einem spitzen Unterton in der Stimme. Er misstraute Alistair. »Es ist bei mir sicher.«

»Du weißt, was das für eine Verantwortung ist?«

William nickte. »Ja, Sir.«

Alistair schwieg einen Moment, schien zu überlegen, ob er William das durchgehen lassen sollte. Bei aller Liebe, er konnte ein angsteinflößender Mann sein. In einem Moment war er noch der Engel, der von Gottes Schulter herunter auf die Erde geplumpst war, in dem anderen war er der Teufel, der von Gott aus dem Himmel verbannt wurde, weil er Böses im Sinn hatte.

»Theodore«, sagte er schließlich. »Gib ihnen die Waffen.«

Warte, was? »Waffen?«, stieß ich fassungslos aus. Es war schon schlimm genug, dass ich eine Polizistin mimte, aber ganz sicher würde ich keine geladene Waffe an mir tragen!

Theodore griff unter den Schreibtisch und holte einen silbernen Aktenkoffer hervor. Er platzierte ihn vor uns, öffnete ihn mit einem leisen Klipp und drehte ihn zu uns herum. »Das sind zwei geladene Glock 17C, Kaliber 9x19mm. Sie fasst neunzehn Patronen pro Magazin und hat einen integrierten Kompensator«, ratterte er herunter, als hätte er es auswendig gelernt. Dabei klang er so gelangweilt, dass man meinen könnte, er würde so etwas jeden Tag machen. »Sie ist eine halbautomatische Selbstladepistole des österreichischen Waffenherstellers Glock GmbH. Fragen?«

Ich schüttelte sprachlos den Kopf, während ich die beiden in Schaumstoff gepolsterten Waffen ängstlich betrachtete.

Als ich nicht nach ihnen griff, tat es Will. »Keine Sorge, wir tragen sie nur zur Tarnung.«

»Mister Alistair hat nach geladenen Waffen verlangt.« Theodore bedachte Alistair mit einem fragenden und zugleich auch kritischen Blick, als wäre etwas in ihrem Geschäft schiefgelaufen.

Auf Alistairs faltigem Gesicht entstand ein Lächeln. »Es sind nur Platzpatronen.«

Während er sprach, befestigte William die Waffe an meinem Gürtel. Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich am liebsten losgeheult. Das wurde mir gerade wirklich alles zu viel. Die plötzliche Mission, die körperliche Veränderung und jetzt auch noch die Waffen.

Herrgott, ich bin eine schreckliche Heulsuse.

»Warum haben Sie nicht Chloé die Aufgabe machen lassen?«, verlangte ich zu wissen, als Will die zweite Pistole an seinem Gürtel befestigte. Sie wirkte gleich hundertmal gefährlicher als sein ungeladener Revolver.

»Das war der Plan, Katharina«, erklärte Alistair mir. War er eigentlich der Einzige, der mir helfen wollte? »Aus organisatorischen Gründen hat Thomas vorgeschlagen, dass du an ihrer Stelle gehst und somit auch deine Prüfung absolvierst.«

»Ich dachte, es sei zu gefährlich? Werden diese Prüfungen sonst nicht simuliert?« Mein Gürtel lastete wie ein 50Kilo-Gewicht an meinem Körper. Ich spürte, wie die Waffe immer schwerer zu werden schien. »Ihr könnt mich doch nicht einfach aussetzen wie ein hilfloses Baby.«

Alistair kam einige Schritte auf mich zu. »Glaub mir, Liebes«, begann er, bevor er mir seine Hand auf die Schulter legte. Auf seiner Haut waren dunkle Flecken zu erkennen. »Dir wird nichts passieren, du musst nur das Vertrauen und den Mut haben. Eure Aufgabe ist es nur, das Beweismaterial einzusammeln, also das Amulett, das gestohlen werden sollte. Es gibt keinen Grund, weshalb es zu einem Schusswechsel kommen sollte.«

Das beruhigte mich kein bisschen.

2

Als wir wieder den Boden unter unseren Füßen spüren konnten, ließ Will sofort meine Hand los, während Ian die andere weiterhin festhielt, damit ich nicht wie beim letzten Mal umkippen würde. Er war nicht besonders glücklich darüber, dass ich das Amulett holen musste, nur, weil er und Jonas es verbockt hatten.

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