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Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Dolmetschen / Übersetzen, Note: 2,0, Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Fachbereich für angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft Germersheim), Sprache: Deutsch, Abstract: Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Problemen, die bei der Adaptation von Liedtexten auftreten. In Anbetracht der Tatsache, dass die Translationswissenschaft eine relativ junge Disziplin ist, findet sich für viele Bereiche ausführliche und detaillierte Literatur. Für die Problematik, die bei der Adaptation von Liedtexten auftritt trifft dies jedoch nicht zu. Dieser Teilbereich wurde lange Zeit vernachlässigt. Klaus Kaindl wollte diesem Umstand abhelfen. Für Liedtexte im Allgemeinen und Operntexte im Besonderen gilt, dass die sich die Übertragung von einer in die andere Sprache nicht auf den Text beschränkt. So sagt Klaus Kaindl: Die Problematik der Übersetzung für das Musiktheater resultiert aus der multimedialen Beschaffenheit des Textes. Damit spricht er das Kernproblem an, auf das in dieser Arbeit detailliert eingegangen werden soll. Zur Annäherung an die Problematik wird zunächst kurz auf die Diskussion eingegangen, die die Einführung des Begriffs „audiomedialer Text“ bzw. „multimedialer Text“ durch Katharina Reiß ausgelöst hat. Danach nähern wir uns der Problematik theoretisch, unter besonderer Berücksichtigung der Arbeit von Klaus Kaindl, der sich mit den Schwierigkeiten bei der Übersetzung von Opern auseinandergesetzt hat, an. Schließlich werden wir uns anhand praktischer Beispiele von Liedtexten unterschiedlichen Niveaus konkrete Schwierigkeiten anschauen.
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Veröffentlichungsjahr: 2009
Johannes Gutenberg – Universität Mainz
Fachbereich für Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft
Der audio-/multimediale Text
Die Adaptation von Liedtexten
Vorgelegt von Sibylle Heising
Im Rahmen des Übersetzerseminars
Im Sommersemester 2008
Lörrach, den 29.06.2008
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der audio-multimediale Text – die Diskussion um den Begriff
3. Die Problematik beim Übersetzen von Liedtexten – theoretische Aspekte
4. Die Problematik beim Übersetzen von Liedtexten anhand ausgewählter praktischer Beispiele
4. 1 Betrachtung von Kinderliedern
4. 2 Betrachtung von aktueller Populärmusik
4. 3 Betrachtung eines Liedermachertextes
4. 4 Betrachtung einer Opernszene
5. Schluss
Bibliographie
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Problemen, die bei der Adaptation von Liedtexten auftreten. In Anbetracht der Tatsache, dass die Translationswissenschaft eine relativ junge Disziplin ist, findet sich für viele Bereiche ausführliche und detaillierte Literatur. Für die Problematik, die bei der Adaptation von Liedtexten auftritt trifft dies jedoch nicht zu. Dieser Teilbereich wurde lange Zeit vernachlässigt. Klaus Kaindl wollte diesem Umstand abhelfen. Für Liedtexte im Allgemeinen und Operntexte im Besonderen gilt, dass die sich die Übertragung von einer in die andere Sprache nicht auf den Text beschränkt. So sagt Klaus Kaindl:
Die Problematik der Übersetzung für das Musiktheater resultiert aus der multimedialen Beschaffenheit des Textes.[1]
Damit spricht er das Kernproblem an, auf das in dieser Arbeit detailliert eingegangen werden soll.Zur Annäherung an die Problematik wird zunächst kurz auf die Diskussion eingegangen, die die Einführung des Begriffs „audiomedialer Text“ bzw. „multimedialer Text“ durch Katharina Reiß ausgelöst hat. Danach nähern wir uns der Problematik theoretisch, unter besonderer Berücksichtigung der Arbeit von Klaus Kaindl, der sich mit den Schwierigkeiten bei der Übersetzung von Opern auseinandergesetzt hat, an. Schließlich werden wir uns anhand praktischer Beispiele von Liedtexten unterschiedlichen Niveaus konkrete Schwierigkeiten anschauen.
Katharina Reiß hat 1971 in ihrem Buch Möglichkeiten und Grenzen der Übersetzungskritik den drei geläufigen Texttypen nämlich 1. dem inhaltsbetonten, oder wie sie ihn später nennt, informativen Text, 2. dem formbetonten, oder expressiven Text und 3. dem appellbetonten oder operativen Text als vierte Gruppe den audio-medialen Text hinzufügt. Sie hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits überlegt, dass diese Gruppe möglicherweise den drei vorher genannten Texttypen subsumiert werden könnte, fand die Einführung dieser Gruppe jedoch unumgänglich, da hier die Sprache durch zusätzliche Elemente gesteigert und ergänzt wird. Diese Erweiterung hat in der Fachwelt eine lebhafte Diskussion ausgelöst, so dass sie 1995 in Grundfragen der Übersetzungswissenschaft zu folgender Erkenntnis kommt:
Schrifttexte, die erst zusammen mit bildlichen oder graphischen Darstellungen (Bilderbücher, Comicstrips, Begleittexte für Dias) oder mit Musik (Lieder, musikalische Bühnenwerke etc.) das vollständige Informationsangebot ausmachen, weisen alle eine Interdependenz der verschiedenen Medien bei der Textgestaltung auf. Ohne Beachtung dieser Interdependenzen können solche Texte nicht adäquat übersetzt werden. Wir fassen solche Texte in dem Begriff der multimedialen Varianten der drei Grundtypen zusammen. Diese Varianten überlagern die drei Grundtypen, denn sowohl informative als auch expressive und operative Texte können in der Gestalt multimedialer Varianten auftreten.[2]
Sie wählt hier den Begriff der multimedialen Varianten, der insgesamt wohl eine bessere Akzeptanz erfahren hat, da die anderen Texttypen allesamt in dieser Variante auftauchen können.
Mary Snell-Hornby trägt zu dieser Diskussion im Handbuch Translation folgende Anmerkung bei:
