Die Braut in schwarzem Leder - Simon R. Green - E-Book
Beschreibung

Im geheimen Herzen Londons erfüllt die Nightside im Schutze ewiger Dunkelheit jeden noch so abseitigen Wunsch und jede Begierde. Doch man betritt sie auf eigene Gefahr. Die Partylöwen, die hier leben, könnten ihrem Namen alle Ehre machen ... John Taylor lebt in der Nightside. Nicht, dass das sein größter Wunsch war - er hat sogar einmal versucht zu entkommen. Aber er kam wieder, und nun scheint er sesshaft zu werden, hat neben seiner Detektei einen Ganztagesjob als Walker - die neue Stimme der Autoritäten der Nightside - und ist verlobt. Er wird Suzie Shooter heiraten, die Liebe seines Lebens und gefürchtetste Kopfgeldjägerin der Nightside. Aber in der Nightside ist nichts leicht, weder das Leben noch das Sterben - und manchmal dauert es gar nicht so lang, bis dass der Tod ein Paar scheidet. Ehe Taylor "Ich will" sagen kann, muss er noch einen Fall lösen und seinen ersten Einsatz als Walker bestehen. Beides wäre viel leichter, wenn er nicht auf der Flucht vor Freund und Feind gleichermaßen wäre - und wenn seine zukünftige Frau nicht entschlossen wäre, als Mitgift das Geld zu kassieren, das auf seinen Kopf ausgesetzt ist.

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Seitenzahl:483

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Autor: Simon R. Green

Deutsch von: Julia Becker

Lektorat: Oliver Hoffmann

Korrektorat: Jana Gengnagel

Art Director, Satz und Gestaltung: Oliver Graute

© Simon R. Green 2012

© der deutschen Übersetzung Feder&Schwert 2013

E-Book-Ausgabe

ISBN 978-3-86762-168-7

Originaltitel: The Bride wore black Leather

ISBN der Printausgabe 978-3-86762-167-0

Die Braut in schwarzem Leder ist ein Produkt von Feder&Schwert unter Lizenz von Simon R. Green 2012. Alle Copyrights mit Ausnahme dessen an der deutschen Übersetzung liegen bei Simon R. Green.

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck außer zu Rezensionszwecken nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.

Die in diesem Buch beschriebenen Charaktere und Ereignisse sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit zwischen den Charakteren und lebenden oder toten Personen ist rein zufällig.

Die Erwähnung von oder Bezugnahme auf Firmen oder Produkte auf den folgenden Seiten stellt keine Verletzung des Copyrights dar.

www.feder-und-schwert.com

Es gibt eine Nacht, die niemals endet. Tief versteckt im dunklen, gefährlichen Herzen Londons liegt die Nightside, ein Reich, in dem die Sonne niemals aufging und niemals aufgehen wird. Ein Imperium der Sünde und Verderbnis, der Wunder und des Wundersamen, in dem allerhand Träume wahr werden, jeder zu einem äußerst angemessenen Preis. Die Nervenkitzel und Schauer der verborgenen Welt offenbaren sich in ihrer vollen, anrüchigen Pracht ... aber sie sind nichts für schwache Nerven oder ängstliche Menschen. In der Nightside, in der es immer drei Uhr nachts ist, die Stunde, die menschliche Seelen wiegt und für zu leicht befindet, dämmert der Morgen nie … Man findet die übelsten Clubs und die verrückteste Musik, Partys, die niemals enden, so lange jemand noch Geld in der Tasche oder Kredit auf der Bank hat, und der Spaß geht immer weiter. Zieh aus freien Stücken die roten Schuhe an und tanz, bis dir die Füßen bluten – aber sag nicht, man hätte dich nicht gewarnt.

In der niemals endenden Nacht findet man Helden und Verbrecher, Götter und Monster, Engel und Dämonen ... und man kann sicher sein, dass immer irgendwer irgendwo den Blues singt. Grelle Neonlichter brennen wie Warnschilder in der Hölle, während Männer und Frauen mit böser Vergangenheit und unsicherer Zukunft auf der Suche nach Freuden, die keinen Namen haben mögen, aber ganz sicher einen Preis, durch die regenglatten Straßen wandern. Die Versuchung lockt an jeder Straßenecke, und es findet sich immer ein ruhiges Hinterzimmer, in dem man seine Seele verkaufen kann. Seine eigene oder die eines anderen. Man tanzt auf den Straßen, tobt durch die Nacht, setzt seine Seele auf einen Würfelwurf … und grinst dann den Croupier an und fragt, ob doppelt oder nichts okay geht. Man kann in der Nightside jedem Traum hinterherjagen, den man je hatte, sofern er einen letztlich nicht selbst jagt.

Es gibt eine Nacht, die niemals endet. Zumindest sollte man nicht damit rechnen.

1

Ein letzter Fall

Ich ging durch die vollgestopften Straßen der Nightside, bahnte mir einen Weg durch all die verzweifelten Gespräche und krummen Geschäften, hindurch zwischen all den Verdammten, den in Ungnade Gefallenen und den verlorenen Seelen auf der Suche nach etwas, das sie kaufen und woran sie dann ihr Herz hängen konnten, und wo immer ich hinkam, nickten mir die Leute aus Respekt höflich zu. Ich hatte mich immer noch nicht daran gewöhnt. John Taylor war seit jeher ein Name, der in diesen dunklen Straßen Wunder wirkte, Angst hervorrief, Hoffnung schürte und Missbilligung erntete, aber den Ruf, den ich mir über die Jahre durch das Annehmen von Fällen, an die sich sonst niemand wagte, erarbeitet hatte, war besser geeignet, Leute von mir fernzuhalten. Man sagte mir immer schon nach, die Herzen der Frevler mit Furcht zu erfüllen und alle anderen um ihrer selbst Willen auf Sicherheitsabstand zu halten. Ich war nicht daran gewöhnt, dass jemand lange genug in meiner Nähe war, um mich anzulächeln oder mir respektvoll zuzunicken. Ich wollte mich dauernd umdrehen, um nachzuschauen, wen sie wirklich meinten.

Ich ging zielstrebig durch die überfüllten Straßen, und die Leute beeilten sich, mir aus dem Weg zu gehen. Wenigstens darauf konnte ich mich noch verlassen. Die Straßen … sahen aus wie immer. Grelle Neonlichter auf beiden Seiten, knallbunt wie Süßigkeiten aus der Hölle und genauso ungesund; farbenprächtige Verlockungen für jedes arme Schwein, das die Nightside einfach für einen Spielplatz für Leute mit mehr Geld als Verstand hielt. Oh, man fand hier all die typischen Touristenfallen, aber unsere Fallen hatten Zähne und einen endlosen Appetit auf Dummköpfe. Ich schritt an fragwürdigen Etablissements und Häusern der Sünde vorbei – es gab überall nur reduzierte Mängelware, die aber trotzdem verführerisch schimmerte, wie jeder Tinnef. Vorbei an dunklen Gassen, in denen noch dunklere Gestalten die Art von Geschäften machten, die es bei Tag nicht geben kann. Vorbei an Frauen, die ihren dämonischen Liebhabern nachweinten und Männern, die sich wegen derer, die sie sitzen gelassen hatten, die Augen ausheulten, vorbei an Freudenmädchen und Strichjungen mit stark geschminkten Augen und eiskaltem Lächeln auf den Lippen. Käufliche Zuneigung, Liebe oder sowas Ähnliches.

Die Straßenhändler hatten zum Frontalangriff geblasen und verkauften ihre billigen, quietschbunten Waren aus windschiefen Buden oder auf Stühlen liegenden, offenstehenden Koffern. Ich ging so langsam, dass ich wider besseres Wissen hier und dort einen Blick hineinwerfen konnte. Das meiste war der übliche Touristenmüll. Bunte, handbemalte Toby-Krüge mit wissendem Lächeln, die laut aufschrien, wenn jemand das Getränk in ihnen vergiftete. Joan-the-Wad-Figuren, ein Garant für gutes Wetter. Flaschen mit echter Lourdes-Cola. Die neuesten Sexfilmchen von Stars und Sternchen auf dem Weg nach ganz oben. Oder unten. Auf DVD, Blu-Ray, in 3D und 4D. Einige davon so heiß, dass ihre Hüllen schwitzten. Außerdem eine beliebige Menge dampfender Buden, die Fast Food so schnell über die Theke brachten, dass man davon noch während des Verzehrs Verdauungsbeschwerden bekam.

„Würstchen im Schlafrock! Würstchen im Teigmantel! Bärenpfeffer! Aalbrezeln mit einem kleinen Klecks Lemming! Zappelndes Etwas am Stock!“

Die üblichen Rufe. Ich habe einmal eine Pastete von ihrem Stand springen und sich aus eigener Kraft entfernen sehen. Ich werde nie wieder an einer Imbissbude etwas zu essen kaufen. Die Straßenhändler boten alles an minderwertigem Ballast und Treibgut dar, das in der Nightside auftauchte, durch Zeitanomalien und Dimensionstore oder von Touristen, die gezwungen waren, den gesamten Inhalt ihrer Taschen zu verkaufen, um ein Rückreiseticket nach Hause zu bekommen. Hochtechnologische Artefakte und rätselhafte, persönliche Gegenstände, Schätze und Kuriositäten, aus der Vergangenheit und einer beliebigen Anzahl möglicher Zukünfte. Aus allen Welten, die es je gab, und einigen, die es wohl niemals geben wird. Selten mit etwas, das im Entferntesten einer Gebrauchsanleitung gleichkam, einem Herkunftszertifikat oder einer Garantie. Oder mit Umtauschrecht. Nimm dich in Acht, Käufer, und bitte erst öffnen, wenn du in sicherer Entfernung bist.

Die Nacht war warm und schwül, die Luft drückender als gewöhnlich. Aus den offenen Türen eines Dutzends verschiedener ausländischer Restaurants drangen pikante Düfte, die stark genug waren, einem Tränen in die Augen zu treiben und einen beschwingter gehen zu lassen. Alle Arten von Musik aus der Sorte Club, die niemals schließt, von heißen Saxophonklängen bis hin zu wuchtigen Bässen, die die Knochen erschütterten. Ärger in der Luft, Gefahr in der Nacht, Sex und Gewalt zerrten an jedermanns Ellenbogen. Alles wie immer in der Nightside.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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