Die Diamantene Kutsche - Boris Akunin - E-Book

Die Diamantene Kutsche E-Book

Борис Акунин

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Beschreibung

Fandorin gegen die Ninja.

1905: Russland hat gerade eine entscheidende Niederlage im Krieg gegen Japan einstecken müssen, da fliegt auf der Stecke Moskau-Petersburg eine Brücke in die Luft. Fandorin, Hauptingenieur beim Verkehrministerium und als solcher verantwortlich für die Sicherheit auf den Bahnstrecken, vermutet sofort einen Sprengstoffanschlag. Die heiße Spur führt ihn jedoch in die Irre. Wer steckt wirklich hinter diesem Sabotageakt? Und wird es ihm gelingen, auch einen Anschlag auf die Transsib zu verüben und so den Nachschub für die russischen Truppen in der Mandschurei auf Wochen lahmzulegen? Fandorin und seine Leute sind in höchster Alarmbereitschaft und ersinnen die originellsten Methoden, um das zu verhindern. Doch der unsichtbare Gegner ist überaus raffiniert und konfrontiert Fandorin auf geheimnisvolle Weise mit seiner Zeit 1878 als Vizekonsul in Japan ...

"Boris Akunin ist der Meister der russischen Kriminalautoren. Ich habe jeden seiner Romane verschlungen." Wladimir Kaminer.

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Seitenzahl: 968

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Boris Akunin

Die Diamantene Kutsche

Fandorin ermittelt

Roman

Aus dem Russischen von Ganna-Maria Braungardt

Impressum

Die Originalausgabe unter dem TitelΑлмазная Колесницаerschien 2003 bei Sacharow-AST, Moskau.

ISBN E-Pub 978-3-8412-0164-5ISBN PDF 978-3-8412-2164-3ISBN Printausgabe 978-3-7466-2270-5

Aufbau Digital,veröffentlicht im Aufbau Verlag, Berlin, 2011© Aufbau Verlag GmbH & Co. KG, BerlinDie deutsche Erstausgabe erschien 2006 bei Aufbau Taschenbuch,einer Marke der Aufbau Verlag GmbH & Co. KG© B. Akunin 2003

Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jegliche Vervielfältigung und Verwertung ist nur mit Zustimmung des Verlages zulässig. Das gilt insbesondere für Übersetzungen, die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen sowie für das öffentliche Zugänglichmachen z.B. über das Internet.

Umschlaggestaltung Dagmar & Torsten Lemme, Berlin unter Verwendung der Gemälde »Der Student« von Nikolai Alexandrowitsch Jaroschenko und »Reval« von Iwan Aiwasowski

Konvertierung Koch, Neff & Volckmar GmbH,KN - die digitale Verlagsauslieferung, Stuttgart

www.aufbau-verlag.de

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Inhaltsübersicht

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Impressum

Inhaltsübersicht

Der Libellenfänger

KAMI-NO-KU

NAKA-NO-KU

SIMO-NO-KU

Zwischen den Zeilen

Der Flug des Schmetterlings

Der alte Kuruma

Die Augen eines Helden

Der blaue Würfel verachtet den Dachs

Der blaue Würfel liebt den Gaijin

Die Flagge der Großmacht

Eine abschüssige Kopfsteinpflasterstraße

Ein kerngesunder Toter

Funken auf der Klinge des Katana

Die gläsernen Augen des Hermelins

Der silberne Schuh

Der erste Sonnenstrahl

Das Herz der Mamushi

Neujahrsschnee

Ein dampfender Schimmel

Das letzte Lächeln

Vorzeitiger Pflaumenregen

Der Stern Sirius

Pferdemist

Der Tiger ist frei

Irisduft

Der Ruf der Liebe

Die Gartenpforte

Die Kunst des Jojutsu

Klatschen mit einer Hand

Akazienblüten

Ein Häppchen Glück

2: 18

Schuppen von den Augen

Ein Wort ist ein Wort

Herbstblatt

Irrsinniges Glück

Kitzel

Kopf ab

Das Foto der Ehefrau

Don-don

Kopfweh

Eine leise Stimme

Buntschillernde Libellenflügel

Der blaue Stern

Die Bruyérepfeife

Der Händedruck

Der tote Baum

Glühende Kohlen

Der Tod des Feindes

Die Liebe der Maulwürfe

Die nächtliche Verschmelzung der Welt

Verschütteter Sake

Das große Feuer

Er gab keine Antwort

Der Postbote

Ein echter Akunin

Also sprach Tamba

P.S. Brief, geschrieben und verbrannt vom Arrestanten »Akrobat« am 27. Mai 1905

ERSTES BUCH

Der Libellenfänger

Rußland 1905

KAMI-NO-KU

Erste Silbe, welche in gewisser Beziehung zum Fernen Osten steht

An jenem Tag, als die schreckliche Zerschlagung der russischen Flotte vor der Insel Tsushima zu Ende ging und die ersten dumpfen, alarmierenden Nachrichten von diesem blutigen Triumph der Japaner nach Europa drangen, an diesem Tag erhielt Stabskapitän Rybnikow, der in einer namenlosen Gasse in Peski lebte, folgendes Telegramm aus Irkutsk: »Blätter unverzüglich abschicken, Patienten beobachten, Ausgaben begleichen.«

Stabskapitän Rybnikow verkündete seiner Quartierherrin umgehend, dienstliche Angelegenheiten beriefen ihn für ein, zwei Tage aus Petersburg ab, sie solle sich also wegen seiner Abwesenheit keine Sorgen machen. Dann zog er sich an, verließ das Haus und kehrte nie wieder dorthin zurück.

Der Tag verlief für Wassili Alexandrowitsch Rybnikow zunächst auf die gewohnte Weise, also furchtbar hektisch. Nachdem er mit einer Droschke bis zum Stadtzentrum gefahren war, ging er ausschließlich zu Fuß weiter und besuchte trotz seines Humpelns (der Stabskapitän zog das rechte Bein merklich nach) unglaublich viele Orte.

Er begann mit der Kommandantenverwaltung, wo er einen Schreiber aus der Transportbuchhaltung aufsuchte und ihm mit feierlicher Miene einen vor drei Tagen geliehenen Rubel zurückzahlte. Dann ging er zum Simeonowskaja-Platz, in die Hauptverwaltung der Kosakentruppen, um sich nach seinem Gesuch zu erkundigen, das er bereits vor zwei Monaten eingereicht hatte und das in den Instanzen versackt war. Von dort begab er sich in die Militäreisenbahnverwaltung – er bewarb sich seit langem um die Stelle eines Archivars in der dortigen Abteilung für technische Zeichnungen. Außerdem wurde seine kleine, hektische Gestalt an diesem Tag in der Verwaltung des Generalinspekteurs der Artillerie in der Sacharewskaja gesehen, in der Reparaturverwaltung in der Morskaja und sogar im Verwundeten-Komitee in der Kirotschnaja (Rybnikow bemühte sich schon lange vergeblich um die behördliche Bestätigung seiner bei Laoyang erlittenen Kopfverletzung).

Überall ließ sich der flinke Stabskapitän kurz sehen. Die Angestellten nickten dem alten Bekannten flüchtig zu und vertieften sich mit betontem Eifer wieder in ihre Papiere und dienstlichen Gespräche. Sie wußten aus Erfahrung, daß der Stabskapitän jedem, den er einmal am Wickel hatte, den letzten Nerv raubte.

Ausschau haltend nach einem Opfer, wendete Rybnikow den Kopf mit dem kurzgeschnittenen Haar hin und her und schniefte mit seiner pflaumenförmigen Nase. Hatte er eines ausgewählt, setzte er sich mitten auf dessen Tisch, wippte mit dem Fuß im abgetragenen Stiefel, schwenkte die Arme und schwatzte munter drauflos: über den baldigen Sieg über die japanischen Affen, über seine militärischen Heldentaten, über das teure Leben in der Hauptstadt. Zum Teufel schicken konnte man ihn nicht – er war immerhin Offizier, in der Schlacht bei Mukden verwundet. Man bewirtete Rybnikow mit Tee, bot ihm Papirossy an, antwortete auf seine unsinnigen Fragen und schickte ihn rasch weiter in die nächste Abteilung, wo sich das Ganze wiederholte.

In der dritten Nachmittagsstunde blickte der Stabskapitän, der wegen einer Versorgungsangelegenheit im Kontor des Sankt Petersburger Arsenals vorbeigeschaut hatte, plötzlich auf seine Armbanduhr mit dem glänzenden, beinahe spiegelnden Glas (die Geschichte dieses Chronometers, das er von einem gefangenen japanischen Marquis geschenkt bekommen haben wollte, hatte er jedem schon hundertmal erzählt) und war auf einmal furchtbar in Eile. Er zwinkerte mit seinem gelbbraunen Auge und sagte zu den beiden Expedienten, die von seinem Geschwätz vollkommen zermürbt waren: »Na, da haben wir uns ja schön verplaudert. Aber nun muß ich leider gehen. Entre nous, ein Rendezvous mit einer schönen Dame. Tobende Leidenschaft und so weiter. Wie die Japaner sagen, man muß das Eisen ssmieden, solange es heiß ist.«

Er lachte dröhnend und verabschiedete sich.

»Komischer Kauz«, sagte seufzend der erste Expedient, ein blutjunger Hilfsfähnrich. »Aber selbst der hat eine gefunden.«

»Er lügt, er will sich nur interessant machen«, beruhigte ihn der zweite, der denselben Dienstgrad besaß, jedoch wesentlich älter war. »Wer läßt sich schon mit so einem Marlbrouk1 ein.«

Der lebenserfahrene Expedient hatte recht. In der Wohnung in der Nadeshdinskaja, wohin Rybnikow sich vom Litejny-Prospekt auf langen Umwegen über Durchgangshöfe begab, erwartete ihn keine schöne Dame, sondern ein junger Mann in einem gesprenkelten Jackett.

»Wieso haben Sie so lange gebraucht?« rief der junge Mann nervös, nachdem er auf das verabredete Klopfzeichen hin (zweimal, dann dreimal, dann wieder zweimal) geöffnet hatte. »Sie sind Rybnikow, ja? Ich warte seit vierzig Minuten auf Sie!«

»Ich mußte ein paar Haken schlagen. Mir schien irgendwie …«, antwortete Wassili Alexandrowitsch, wobei er durch die winzige Wohnung lief und sogar in die Toilette und hinter die Tür des Hintereingangs schaute. »Haben Sie es mitgebracht? Geben Sie her.«

»Hier, aus Paris. Ich hatte Anordnung, nicht gleich nach Petersburg zu fahren, sondern erst nach Moskau, um …«

»Ich weiß«, schnitt ihm der Stabskapitän das Wort ab und nahm zwei Kuverts entgegen – ein dickeres und ein ganz dünnes.

»An der Grenze hatte ich keinerlei Probleme, geradezu erstaunlich. Meinen Koffer haben sie sich nicht einmal angesehen, geschweige denn abgeklopft. In Moskau allerdings wurde ich merkwürdig empfangen. Dieser Drossel war ziemlich unfreundlich«, berichtete der Gesprenkelte, der sich offenbar gern mitteilen wollte. »Ich riskiere schließlich meinen Kopf und habe also Anspruch darauf …«

»Leben Sie wohl«, unterbrach ihn Wassili Alexandrowitsch erneut, nachdem er sich die beiden Kuverts nicht nur genau angesehen, sondern obendrein ihre Kanten gründlich abgetastet hatte. »Verlassen Sie die Wohnung nicht gleich nach mir. Warte Sie noch mindestens eine Stunde, bevor Sie gehen.«

Der Stabskapitän trat aus dem Haus, drehte den Kopf nach links und rechts, zündete sich eine Papirossa an und lief in seinem gewohnten Gang – humpelnd, aber erstaunlich flink – die Straße entlang. Eine elektrische Straßenbahn ratterte vorbei. Rybnikow wechselte unvermittelt vom Trottoir auf die Fahrbahn, fiel in Trab und sprang gewandt auf die Plattform.

»Aber Euer Wohlgeboren« – der Schaffner schüttelte tadelnd den Kopf –, »Sie benehmen sich ja wie ein Lausebengel. Sie hätten stürzen können … Mit Ihrem kranken Bein.«

»Halb so schlimm«, erwiderte Rybnikow munter. »Wie sagt der russische Soldat? Kreuz an die Brust oder Kopf in den Busch. Und wenn ich sterben würde, das wäre kein Unglück. Ich bin Vollwaise, mir weint keiner nach … Nein, nein, Bruder«, lehnte er eine Fahrkarte ab, »ich fahr nur kurz mit.« Tatsächlich sprang er schon im nächsten Augenblick wieder ab.

Er wich einer Droschke aus, tauchte unter der Schnauze eines Autos hindurch, das daraufhin hysterisch hupte, und humpelte flink in eine Gasse.

Hier war es vollkommen menschenleer – keine Kutschen, keine Passanten. Der Stabskapitän öffnete beide Kuverts. Er warf einen raschen Blick in das dickere, registrierte eine höfliche Anrede und schnurgerade Reihen akkurat gezeichneter Hieroglyphen, las sie jedoch nicht gleich, sondern steckte das Kuvert in die Tasche. Dafür fand der zweite Brief, der in energischer Schnellschrift geschrieben war, die ganze Aufmerksamkeit des Fußgängers.

Der Brief lautete wie folgt:

Mein lieber Sohn!

Ich bin zufrieden mit dir, aber die Zeit ist reif für den entscheidenden Schlag – diesmal nicht gegen das russische Hinterland, auch nicht gegen die russische Armee, sondern gegen Rußland selbst. Unsere Truppen haben alles getan, was sie konnten, doch sie sind ausgeblutet, und unsere Industrie ist am Ende. Die ZEIT ist leider nicht auf unserer Seite. Du mußt dafür sorgen, daß die ZEIT nicht weiter ein Verbündeter der Russen bleibt. Der Thron des Zaren muß wanken, damit ihm der Sinn nicht mehr nach Krieg steht. Unser Freund Oberst A. hat die gesamte Vorarbeit geleistet. Deine Aufgabe ist es, die von ihm abgesandte Fracht nach Moskau weiterzuleiten, an den dir bekannten Adressaten. Treib ihn ein wenig an. Länger als drei, vier Monate können wir uns nicht halten.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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