Die drei ??? Kids, 2, Radio Rocky-Beach (drei Fragezeichen Kids) - Ulf Blanck - E-Book

Die drei ??? Kids, 2, Radio Rocky-Beach (drei Fragezeichen Kids) E-Book

Ulf Blanck

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5,99 €

Beschreibung

Immer auf der richtigen Welle: "Radio Rocky Beach" ist der heißeste Sender der Stadt. In Band 2 der neuen Reihe dreht sich alles um DJ Wolfman und seine abendliche Livesendung. Immer, wenn Wolfman auf Sendung geht, wird irgendwo eingebrochen. Justus ist sicher: Da muß es einen Zusammenhang geben. Aber wie sollen sie vorgehen? Ah, eine Idee: Sie wollen den Übeltätern dazwischenfunken...

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Die drei ???® Kids

Band 2

Radio Rocky Beach

Erzählt von Ulf Blanck

Mit Illustrationen von Stefanie Wegner

KOSMOS

Umschlagillustration von Stefanie Wegner, Hamburg

Innenillustrationen von Stefanie Wegner

Umschlaggestaltung: Atelier Reichert, Stuttgart

Grundlayout: Friedhelm Steinen-Broo, eStudio Calamar

Unser gesamtes lieferbares Programm und viele

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Aktivitäten findest du unter kosmos.de

© 2016, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-440-15316-1

eBook-Konvertierung: le-tex publishing services GmbH, Leipzig

Hektik bei Titus

Endlich war es Freitag. Das Wochenende stand vor der Tür, und Justus Jonas lag zufrieden auf seinem Bett und las in einem Kriminalroman. Den ganzen Nachmittag war es still im Haus gewesen, doch plötzlich hörte er von unten lautes Gepolter. Er wusste sofort, was los war, und legte das Buch beiseite. Vorsichtig öffnete er die Tür und ging zur Treppe. Sein Zimmer lag im Dachgeschoss, und vom Flur aus konnte er nach unten in die Diele gucken. In diesem Moment sprang die Wohnzimmertür auf, und Tante Mathilda stürmte heraus.

»Diesmal kommen wir zu spät!«, rief sie atemlos. »In einer halben Stunde beginnt die Vorstellung, und wir stehen hier noch rum.«

Hinter ihr trottete Onkel Titus und versuchte mühsam, eine Fliege umzubinden. »Wenn ich nicht diesen Propeller knoten müsste, wären wir schon längst im Auto«, murmelte er vor sich hin.

Justus saß auf der Treppe und beobachtete die beiden. Jedes Mal das Gleiche, dachte er und musste grinsen. Alle zwei Monate war es so weit: Tante Mathilda und Onkel Titus gingen ins Theater. Justus war froh darüber, denn an diesen Tagen hatte er das Haus ganz für sich allein.

»Hast du die Autoschlüssel?«, fragte Tante Mathilda aufgeregt und zupfte an Onkel Titus’ Fliege herum.

»Zieh das Ding nicht so stramm!«, keuchte er.

»Hast du sie nun, oder hast du sie nicht?«

»Die liegen bei den Theaterkarten, Mathilda.«

»Und wo sind die, bitte schön?«

»Weiß ich nicht. Du musst sie haben.«

Gerade wollte Tante Mathilda sich richtig aufregen, als Justus dazwischenging. »Die Schlüssel und die Karten liegen wie immer in Onkel Titus’ Hut«, lachte er. Tante Mathilda hatte die Angewohnheit, alles Wichtige in den Hut zu legen, doch leider vergaß sie es in der Hektik jedes Mal.

»Sag jetzt nichts, Titus!«, mahnte sie und stopfte beides in ihre Handtasche. »Und du, Justus, bist spätestens um halb zehn im Bett und putz dir danach die Zähne!«

»Kann ich es auch umgekehrt machen?«, fragte Justus unschuldig, und Onkel Titus grinste ihn an.

Jetzt musste auch Tante Mathilda lachen. »Ja, ja, macht euch nur lustig über mich. Ich glaube, ich werde alt.« Sie gab ihm einen Kuss auf die Stirn und verließ mit Onkel Titus das Haus.

»Puh, endlich geschafft«, atmete Justus auf und schlenderte zur Küche. Im Kühlschrank fand er versteckt hinter den Marmeladengläsern noch eine kalte Cola. Durchs Fenster konnte er hören, wie Onkel Titus seinen alten Transporter startete und über den Kiesweg rollte.

Erwachsene sind komisch, dachte er und lief schnell wieder auf sein Zimmer. Mittlerweile war es kurz vor acht, und Justus schmiss sich fröhlich in seinen Sessel. Er ließ die Beine über die Lehne baumeln, auf dem Bauch eine Packung Chips. Dann beugte er sich zufrieden nach vorn, streckte seinen Arm aus und schaltete den Apparat ein. – Nein, nicht den Fernseher. Justus hörte Radio!

Tantenalarm

Das Radio war ein alter Röhrenempfänger von Onkel Titus’ Schrottplatz. Zwei Tage hatte Justus mit seinem Onkel damals an dem Kasten herumgebastelt, bis er wieder Töne von sich gab. Nur das Knistern und Rauschen aus dem Lautsprecher ließ sich nie ganz abstellen. Justus schien das aber nichts auszumachen, und er blickte gespannt auf seine Armbanduhr.

Um genau acht Uhr verstummte das Rauschen, und eine tiefe Männerstimme war zu hören: »Hi, hier ist euer Wolfman, und ihr hört Radio Rocky Beach, den coolsten Sender zwischen Miami und Alaska. Wir sind wieder auf Sendung.«

Darauf hatte Justus so gespannt gewartet. Jedes Wochenende von acht bis Mitternacht sendete Radio Rocky Beach ausschließlich Wunschhits. Wolfman war der kultige DJ, und obwohl jeder seine Stimme kannte, hatte ihn noch niemand zu Gesicht bekommen. Und das aus gutem Grund: Radio Rocky Beach hatte keine Genehmigung der Behörden – es war ein Piratensender.

»Warum können Lehrer nicht tauchen?«, fragte Wolfman und machte eine kurze Pause. »Weil sie so hohl sind«, lachte er, und Justus lachte mit, obwohl er den Witz schon mal gehört hatte. Die ganze Sendung über konnte man anrufen und sich Musiktitel wünschen, Freunde grüßen, von Partys erzählen, Gerüchte verbreiten oder nur mit dem DJ rumquatschen.

Die Anrufe wurden von einer Lara entgegengenommen, und wenn man Glück hatte, stellte sie einen direkt zum Moderator ins Studio durch, und man war ON AIR, auf Sendung. Wer am Wochenende nicht Wolfman gehört hatte, konnte am Montag in der Schule nicht mitreden.

»Leute, ruft mich an und schüttet euer Herz aus. Habt ihr Liebeskummer oder seid einfach nicht gut drauf – Wolfman wird’s schon richten. Rocky Beach, könnt ihr mich hören? Hier schlägt das Herz von Kalifornien.«

Gut zwei Stunden vergingen, als plötzlich das Telefon klingelte. Mit einem Satz sprang Justus aus dem Sessel und rannte die Treppe hinunter.

»Hier ist Justus Jonas«, meldete er sich.

»Hallo, Just. Ich bin’s, Peter«, hörte er auf der anderen Seite der Leitung. »Hörst du auch gerade Wolfman?«

»Logisch. Warte mal, ich geh eben nach oben in mein Zimmer«, rief Justus zurück und zog an der Telefonschnur. Sie reichte genau bis in sein Zimmer. »Was ist mit Bob?«, fragte er.

»Den rufe ich gleich an, und wir machen eine Konferenzschaltung.«

Peters Eltern hatten eine Telefonanlage, mit der man sich zu dritt unterhalten konnte. Kurz darauf meldete sich auch Bob. »Hi, hier ist Bob, und zwar der coolste Bob in Kalifornien und dem Rest der Welt«, grüßte er übermütig.

Justus, Peter und Bob saßen gemütlich in ihren Zimmern, hörten die Sendung von Wolfman und redeten wild durcheinander.

»Ich finde, unsere Eltern könnten jedes Wochenende ins Theater gehen«, meinte Peter.

»Von mir aus sogar jeden Tag«, setzte Bob noch eins drauf. Tante Mathilda, Onkel Titus und die Eltern von Peter und Bob besuchten regelmäßig zusammen die Vorstellungen. Peter steckte sich eine Handvoll Gummibärchen in den Mund und schmatzte durchs Telefon: »Ich würde gern mal das Sendestudio von Wolfman sehen.«

Justus schmatzte mit Chips zurück und enttäuschte ihn: »Das kannst du vergessen. Keiner weiß, woher Wolfman sendet. Wahrscheinlich hat er ein mobiles Studio und fährt damit in der Gegend herum.«

»Woher willst du wissen, dass Wolfman fährt?«, bemerkte Bob. »Vielleicht sitzt er ja auch in einem Hubschrauber oder in einem U-Boot direkt vor der Küste von Rocky Beach?«

Diese Vorstellung fanden alle drei sehr aufregend, und sie erfanden immer wildere Theorien. Der Radiosender wurde zunehmend geheimnisvoller, bis er am Ende sogar in den Besitz von Außerirdischen gelangte. Mittlerweile war es schon nach elf, als bei Justus plötzlich eine Glocke laut bimmelte.

»Tantenalarm!«, rief er in den Telefonhörer, und Peter und Bob wussten sofort, was los war. Tante Mathilda und Onkel Titus kamen in diesem Augenblick aus dem Theater zurück. Sie hatten das große Tor zum Grundstück geöffnet und fuhren nun in dem alten Transporter auf das Haus zu. Was sie nicht wussten war, dass Justus an dem Tor einen Faden angebracht hatte. Dieser Faden verlief quer durch den Garten und endete an der Glocke in seinem Zimmer. Sobald das Tor geöffnet wurde, zog sich der Faden stramm, und es begann zu bimmeln.

»Sie kommen!«, rief Justus hastig. »Eure Eltern müssten auch gleich zu Hause sein. Wir sehen uns morgen in der Kaffeekanne.« Blitzschnell rannte er die Treppe hinunter und stellte das Telefon wieder auf seinen alten Platz in der Diele. Hinter der Tür vernahm er schon das Klimpern von Schlüsseln, und Justus schaffte es in allerletzter Sekunde, unbemerkt in sein Zimmer zu rennen.

»Es ist schrecklich«, hörte er Tante Mathilda jammern. »Was sind das nur für Zeiten. Alles ist weg. Man mag ja nicht mehr das Haus verlassen …« Justus presste sein Ohr an die Tür, um alles mitzubekommen.

Onkel Titus schien sie zu beruhigen: »Nun reg dich wieder ab, Mathilda. Man kann alles ersetzen.«

Das war zu viel für Justus’ Neugierde, und langsam öffnete er die Tür. »Was ist denn los da unten?«, fragte er unschuldig.

Die beiden sahen zu ihm hoch und antworteten im Chor: »Der Wagen ist aufgebrochen worden.«

Spurensuche

»Der Wagen ist aufgebrochen worden?«, wiederholte Justus ungläubig.

»Ja, jemand hat die Scheibe eingeschlagen und meinen schönen Mantel gestohlen«, jammerte Tante Mathilda. »Ich habe ihn extra im Auto gelassen, um die Garderobe zu sparen. In den Manteltaschen hatte ich meine gesamten Papiere, die Monatskarte für den Bus und mein Telefonbüchlein.«

»Und weißt du, was das Schlimmste ist, Justus?«, fuhr Onkel Titus fort. »Meine Musikkassette ist weg.« Mit diesen Worten ging er traurig ins Wohnzimmer und setzte sich erschöpft auf das Sofa.

Justus war inzwischen die Treppe runtergelaufen: »Was denn für eine Kassette?«

Onkel Titus holte tief Luft: »Lange bevor sie berühmt geworden waren, gaben die Beatles ein Konzert in der Nähe von Rocky Beach. Sie spielten damals in einem kleinen Club am Hafen, und kaum einer kannte die vier Engländer. Doch mir ist es gelungen, heimlich das Konzert mit einem Rekorder mitzuschneiden. Tja, und diese Kassette war die einzige Aufnahme auf der ganzen Welt. Hätte ich mir doch bloß eine Kopie gemacht.« Kraftlos ließ er seinen Kopf hängen und sah auf den Boden.