Die drei ??? und der gestohlene Sieg (drei Fragezeichen) - Marco Sonnleitner - E-Book

Die drei ??? und der gestohlene Sieg (drei Fragezeichen) E-Book

Marco Sonnleitner

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5,99 €

oder
  • Herausgeber: Kosmos
  • Kategorie: Krimi
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2014
Beschreibung

Zwei Tore liegen die L.A. Strikers zurück – zehn Minuten vor dem Abpfiff. Das Fußballspiel gegen die haushoch überlegenen Rochester Ravens scheint längst entschieden zu sein. Doch plötzlich wendet sich das Blatt und die Strikers nehmen den glänzenden Pokal mit nach Hause. Was ist geschehen? Die Ermittlungen bringen Justus, Peter und Bob auf die Spur eines skrupellosen Erpressers ...

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Seitenzahl: 160

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und der gestohlene Sieg

erzählt von Marco Sonnleitner

Kosmos

Umschlagillustration von Silvia Christoph

Umschlaggestaltung von eStudio Calamar, Girona, auf der Grundlage

der Gestaltung von Aiga Rasch (9. Juli 1941 – 24. Dezember 2009)

Unser gesamtes lieferbares Programm und viele

weitere Informationen zu unseren Büchern,

Spielen, Experimentierkästen, DVDs, Autoren und

Aktivitäten findest du unter kosmos.de

© 2014, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart

Alle Rechte vorbehalten

Mit freundlicher Genehmigung der Universität Michigan

Based on characters by Robert Arthur.

ISBN 978-3-440-14316-2

eBook-Konvertierung: le-tex publishing services GmbH, Leipzig

Wütende Raben

»Zweiundzwanzig Meter, was denkst du?« Peter zeigte mit seinem zusammengerollten Stadionheft hinunter auf den Platz. Dort legte sich eben die Spielerin der Rochester Ravens mit der Nummer acht den Ball für den Freistoß zurecht.

»Eher weniger«, meinte Bob. »Und die Acht hat wirklich einen mordslinken Hammer. Der Schuss ans Lattenkreuz vor ein paar Minuten war echt unglaublich.«

»Da hätte es schon vorbei sein können.« Peter sah auf seine Uhr. »Noch gut zehn Minuten. Wenn die Ravens jetzt noch eine Bude machen, ist Feierabend. Dann war’s das für unsere Mädels. Ein 0:2 holen die nicht mehr auf.«

Der dritte Detektiv beobachtete, wie sich fünf Spielerinnen der Los Angeles Strikers knapp hinter der Strafraumgrenze zu einer Mauer formierten. »Aber mal ehrlich, Zweiter: Im Grunde sind sie mit einer knappen Niederlage doch gut bedient, oder? Dass die Ravens sie plattmachen, war ja eigentlich von Anfang an klar.«

Statt einer Antwort knurrte Peter nur. Aber natürlich musste er sich eingestehen, dass Bob recht hatte. Schon allein die Tatsache, dass es die Strikers bis ins Endspiel der Play-offs der W-League geschafft hatten, war eine Sensation. Nur wenige Jahre nach der Gründung des Vereins diesen Durchmarsch hinzulegen war aller Ehren wert. Doch gegen die hoch favorisierten Ravens hatten sie nie den Hauch einer Chance gehabt. Und daran hatte auch der Heimvorteil hier im eigenen Jack-Kemp-Stadion in Eagle Rock nichts geändert. Die Ravens hatten die Strikers in den bisherigen achtzig Minuten förmlich an die Wand gespielt und einzig der Torhüterin war es zu verdanken, dass es nur 0:1 stand.

»Für einen Linksfuß die optimale Freistoßposition«, sagte Bob, während die Spielerinnen auf den Pfiff der Schiedsrichterin warteten. »Mit dem Innenrist über die Mauer und dann von uns aus gesehen ins rechte obere Eck.«

Peter rutschte in seinem Sitz nach unten und zog sich seine Strikers-Kappe tiefer ins Gesicht. »Ich kann gar nicht hinsehen.«

In einem Tribünenbereich unterhalb der Anzeigentafel hatten sich die ganz in Schwarz gekleideten Ravens-Fans versammelt. An die dreihundert hatten den weiten Weg aus Rochester aus dem Bundesstaat New York nicht gescheut, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Siegesgewiss schwenkten sie ihre Fahnen und schrien sich die Seele aus dem Leib. Die Anhänger der Strikers dagegen waren, obwohl klar in der Überzahl, kaum noch zu hören. Nur einige wenige feuerten ihre Spielerinnen noch an oder schwenkten die weißen Fähnchen, die am Einlass verteilt worden waren. Bob musste unwillkürlich an das Zeichen für Kapitulation denken. Die Torfrau dirigierte noch einmal lautstark ihre Vorderleute, dann gab die Schiedsrichterin den Ball frei und die Nummer acht lief an.

Für einige Sekunden hielt die Menge den Atem an. Die Kugel stieg in die Luft, sauste über die Köpfe der hochspringenden Strikers-Spielerinnen hinweg, beschrieb dabei eine weite Rechtskurve und raste dann auf die Mitte des Tores zu. Für einen Moment sah es so aus, als würde der Ball weit über die Latte hinwegfliegen. Doch wenige Meter vor dem Tor sackte das Leder plötzlich wie ein Stein nach unten, drehte sich noch weiter nach rechts und schlug unhaltbar im rechten oberen Winkel ein.

»Wahnsinn!«, hauchte Bob. Ein Stück weiter links rasteten die Ravens-Fans schier aus, während unten auf dem Rasen die Fußballerinnen jubelten und über ihre schussgewaltige Torschützin herfielen. Sogar die Ersatzspielerinnen waren aufs Feld gelaufen.

»Das war’s. Ende Gelände.« Peter warf das Stadionheft auf den freien Nachbarsitz. »Aus der Traum.«

Die Torhüterin fischte den Ball aus dem Netz und drosch ihn wütend Richtung Mittellinie. Ihre Mitspielerinnen ließen die Köpfe hängen oder sahen sich ratlos an. Auch die Trainerin schien hoffnungslos. Sie klatschte zwar aufmunternd in die Hände, aber es wirkte eher halbherzig und mechanisch.

Peter nahm die Kappe ab und sah auf das Logo der Strikers: einen Ball auf grünem Rasen, rechts und links Flammen, darunter der Schriftzug. »Dann muss Just nicht auf uns warten.« Er lächelte gequält. »Wenigstens einer, den das Desaster hier freuen wird.«

Der Erste Detektiv war zwar mit nach Eagle Rock gekommen, aber nicht, um sich das Spiel anzusehen. »Es gibt dann doch Wichtigeres auf der Welt, als eine aufblasbare Lederkugel so lange über eine kurz gemähte Rasenfläche zu schieben, bis sie in einem Nylonnetz hängen bleibt«, war sein Kommentar zu dem Spiel gewesen. Er werde sich in der Zeit auf dem Gelände des Occidental College umsehen, das eben nicht nur das Jack-Kemp-Stadion zu bieten habe, sondern auch die Location für so herausragende Filme wie »Pigskin Parade« oder »Horse Feathers« gewesen sei.

»Hast du eigentlich irgendwann schon mal was von diesen Streifen gehört, die Just da erwähnt hat?«, fragte Peter und setzte sich die Kappe verkehrt herum wieder auf. »Ich nicht. Sind wahrscheinlich so Schwarz-Weiß-Schinken aus der Steinzeit Hollywoods.«

Bob nickte. »Bei Justus’ Geschmack ist das durchaus drin. Mir sagte nur der Name der Schauspielerin was, die laut Just in dem ersten Film mitgespielt hat. Judy Garland. Die hat, glaube ich, auch die Dorothy im Zauberer von–«

Peter richtete sich abrupt auf und zeigte nach unten zum Spielfeld. »Elfmeter! Bob! Wir bekommen einen Elfmeter!«

»Was?« Bob sah auf den Rasen. »Einen Elfer? Wieso? Was war denn?«

Der Zweite Detektiv zuckte die Schultern. »Nichts. Keine Ahnung. Ich habe zumindest nichts gesehen. Sydney hat von rechts in den Strafraum geflankt, der Ball wurde rausgeköpft und dann kam der Pfiff.«

»Hand? War es Hand?«

»Ich hab keinen Schimmer. Und die Ravens wissen es offenbar auch nicht. Sieh doch!«

Die Schiedsrichterin, die eben noch auf den Elfmeter-Punkt gezeigt hatte, wurde im nächsten Moment von einem Pulk aufgeregter Ravens-Spielerinnen bedrängt. Hände flogen, Köpfe wurden geschüttelt, eine Spielerin tippte sich an die Stirn und sah prompt die Rote Karte. Daraufhin wurde die Aufregung noch größer, die Ravens-Fans pfiffen, der Trainer der Ravens winkte entnervt ab. Aber es änderte alles nichts, es gab Elfmeter. Rosanna May verwandelte sicher. 1:2.

»Wow!« Peter machte ein erstauntes Gesicht. »Ich wüsste wirklich gerne, was da eben los war.«

»Egal«, meinte Bob, »jedenfalls könnte es jetzt noch einmal spannend werden. Noch gut fünf Minuten und eine Frau mehr auf dem Platz.«

»Ich glaub nicht dran. Unsere Mädels sind platt und die anderen auch zu zehnt gut genug.«

Und Peter schien recht zu behalten. Die Strikers motivierten sich zwar noch einmal und insbesondere die Torfrau, an deren rechtem Oberarm der Zweite Detektiv die Binde der Mannschaftskapitänin entdeckte, redete jeder einzelnen ihrer Mitspielerinnen ins Gewissen. Aber nach ein paar kurzen, erfolglosen Vorstößen verebbte der Angriffselan wieder und die Strikers wurden erneut an den eigenen Strafraum zurückgedrängt. Sie wirkten müde und erschöpft. Man hatte den Eindruck, als sehnten sie den Abpfiff herbei.

»Noch eine Minute, dann hat das Elend ein Ende«, meinte Peter. »Noch ’ne Ecke für die Ravens. Ich tippe auf das 1:3.«

Diesmal war es Bob, der nur knurrte.

Der Ball segelte in den Strafraum. Die Neun der Ravens stieg hoch und köpfte ihn fast unbedrängt und mit großer Wucht Richtung Tor. Aber die Torhüterin brachte die Fingerspitzen noch an das Leder und lenkte es gegen die Latte. Die Kugel sprang in den Strafraum zurück, wo die Innenverteidigerin der Strikers sie aufnahm und nach vorn prügelte. Genau zu Hillary Decker ins rechte Mittelfeld. Und die sah Sydney Jordan, die Stürmerin. Völlig frei stand sie im Anstoßkreis.

»Das ist die Konterchance!«, erkannte Bob sofort.

Peter sprang von seinem Stuhl auf. »Aus dem Abseits! Geh aus dem Abseits, Sydney!«, rief er. »Hinter die Mittellinie!«

Aber natürlich hörte ihn die Spielerin nicht. Und machte noch genau das, was sie nicht machen sollte. Sie sah, dass Hillary sie anspielen wollte, und rannte los.

»Nein!«, jaulte der Zweite Detektiv.

Dann kam der Pass. Genau getimt und exakt in Sydneys Lauf– die weit im Abseits stand.

»Verdammt!« Peter fiel wieder auf den Stuhl.

Keine der Ravens-Spielerinnen machte Anstalten, Sydney zu folgen. Die Linienrichterin hob die Fahne.

Aber es kam kein Pfiff. Die Schiedsrichterin pfiff nicht ab!

»Peter!« Bob rüttelte seinen Freund am Ärmel. »Sieh doch!«

Die beiden starrten auf das Spielfeld. Sydney rannte auf das Tor zu. Hinter ihr fuchtelten die Ravens mit den Armen und liefen der Schiedsrichterin hinterher, die ihrerseits Sydney folgte. Die Linienrichterin wedelte immer hektischer mit ihrem Fähnchen. Dann hatte Sydney den Strafraum erreicht. Jetzt erst konzentrierte sich die Torfrau der Ravens und ging ihr mit ausgebreiteten Armen entgegen. Aber Sydney narrte sie mit einer geschickten Körpertäuschung und schob den Ball über die Linie. 2:2. Ausgleich.

»Ist die… blind?« Peter konnte nicht fassen, was da eben passiert war. »Das war die Fehlentscheidung des Jahrhunderts! Das gibt’s doch nicht!«

»Unglaublich!«, fand auch Bob.

Die Schiedsrichterin pfiff das Spiel erst gar nicht wieder an. Unten auf dem Rasen bedrängten die Ravens die Unparteiische erneut. Nur dem Trainer und der umsichtigen Kapitänin war es zu verdanken, dass nicht noch eine von ihnen vom Platz flog. Aber die Aufregung war enorm. Und die Fans kriegten sich gar nicht mehr ein, pfiffen und buhten, was das Zeug hielt, und riefen: »Schiebung! Schiebung!«

Doch natürlich änderte die Schiedsrichterin ihre Entscheidung nicht mehr und nach einer kurzen Pause ging es in die Verlängerung, in der es noch turbulenter wurde. Erst wurde den Ravens ein klares Tor aberkannt, und als sich die Spielführerin allem Anschein nach ruhig und höflich darüber beschwerte, wurde auch sie des Feldes verwiesen.

»Ich hab so was noch nie gesehen.« Peter war völlig baff.

»Ich glaube, so etwas hat noch niemand gesehen.« Bob machte große Augen. »Das ist fast wie bei den zehn kleinen Negerlein. Am Ende bleibt keiner mehr übrig.«

Die Strikers witterten Morgenluft. Sie waren jetzt noch deutlicher in der Überzahl. Ihre Trainerin wechselte eine frische Stürmerin ein und in den folgenden Minuten konnten die beiden Freunde beobachten, dass die Strikers allmählich die Oberhand gewannen. Die Ravens stemmten sich zwar wütend gegen die Angriffe, doch sie mussten jetzt viel mehr laufen und allmählich ging auch ihnen die Puste aus.

Dann kam die 119. Minute. Eine Minute trennte die beiden Teams noch vom Elfmeterschießen. Die Strikers fuhren einen letzten Angriff.

»Wow, wow, wow, wow!« Peter stand wieder auf und machte mit seiner Faust den Kreisel. »Das sieht gut aus, Bob!«

»Nach links, sie müssen raus nach links spielen!« Auch den dritten Detektiv hielt es jetzt nicht mehr auf seinem Sitz.

»Ja, durchgehen bis zur Grundlinie und dann reinpassen!«

»Machen sie, sie machen es!« Bob zeigte auf die Linksaußen der Strikers, die jetzt den Ball hatte.

»Super, und jetzt noch die Verteidigerin aussteigen lassen!« Peter ballte die Fäuste. »Ja, geschafft!«

Die Spielerin nahm den Kopf kurz hoch und orientierte sich. Dann passte sie zurück zur Strafraumgrenze.

»Da kommt Sydney! Die nimmt ihn aus vollem Lauf!« Bob hatte die Arme schon halb zum Torjubel erhoben.

»Keine Rücklage, keine Rücklage!« Peter kniff die Lippen zusammen und holte mit dem rechten Bein aus. »Und jetzt: bamm!« Er schoss genau in dem Moment, in dem Sydney die Kugel traf.

Der Ball sauste wie ein Strich durch den Strafraum, ging über die Ravens-Torfrau hinweg und knallte gegen die Unterkante der Latte.

»Nein!« Peter raufte sich die Haare.

Das Leder sprang von der Latte auf den Boden. Eine gute Handbreit vor der Linie. Im nächsten Moment hatte die Torhüterin den Ball unter sich begraben.

»Kein Tor!«, stöhnte Bob. »Mann, war das knapp!«

Plötzlich ertönte ein Pfiff. Die Schiedsrichterin hatte gepfiffen. Und nun zeigte sie zur Mittellinie. Tor. Sie hatte auf Tor entschieden.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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