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Bist du bereit für ein interaktives Abenteuer? Triff knifflige Entscheidungen und schreibe so deine ganz eigene Geschichte! Löse spannende Rätsel auf deinem Weg zu einem von drei verschiedenen Enden. Bist du der Herausforderung gewachsen? Dann tauche jetzt ein!
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Seitenzahl: 126
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Meiner Nichte Paulina, die das Licht der Welt erblickte, während ich die letzten Zeilen schrieb.
Ich grüße dich, Abenteurer! Auf dich wartet eine spannende Geschichte. Und das beste daran ist, dass du vielen kleinen und großen Entscheidungen selbst treffen wirst. So manches Rätsel will auf deinem Pfad zu einem der drei Enden gelöst werden. Also pass gut auf, denn einige Hinweise werden später noch von Bedeutung sein! Das Wichtigste ist aber, dass du viel Spaß beim Lesen hast. Ach ja, einen Tipp habe ich noch für dich. Blättere nie zurück, stehe zu deinen Entscheidungen! Worauf wartest du noch? Los geht es auf Seite (1).
Die Welt steht Kopf. Nichts ist da wo es hingehört. Es kostet dich bemerkenswert viel Mühe irgendetwas zu erkennen. Du fasst dir an die Schläfe und erschrickst. Nein, das ist kein Traum! Blut klebt an deinen Fingern. Die Erkenntnis trifft dich wie ein Blitz und du bist augenblicklich hellwach. Du richtest dich auf und betrachtest die harte Pritsche auf der du bis eben noch gelegen hast. Der kleine Raum wird nur von wenigen Sonnenstrahlen erhellt. Mehr Licht gibt es nicht, um die kahlen Wände aus hartem Basaltstein zu erhellen. Dein Schädel brummt, und egal wie sehr du dich konzentrierst, du hast keine Erinnerung daran wie du hierher gelangt bist. Auch der Boden ist hart und kalt. Die abgelaufenen Sohlen deiner alten Stiefel lassen dich jede Unebenheit des Untergrunds spüren. Wenn du ehrlich bist, dann werden deine Stiefel schon seit Jahren nur durch die ständigen Flick- und Stopfarbeiten deiner Stiefmutter zusammengehalten. Aber im Moment hast du ganz andere Sorgen. Dein Blick fällt auf eine Türe aus Holz mit imposanten Eisenbeschlägen. Einen anderen Weg nach draußen gibt es nicht. Du ziehst am Griff, doch die Türe bleibt verschlossen. Verzweifelt rüttelst du an ihr, doch auch davon bleibt sie völlig unbeeindruckt. Du bist in einer klammen Zelle gefangen und noch weißt du nicht einmal, wie du in diese missliche Lage gekommen bist.
Eine Frage drängt sich dir auf und jagt dir einen kalten Schauer über den Rücken:
Wer hat dich hier eingesperrt?
Die kleine Kiste hat einen sonderbaren Verschluss. Es ist keine Öffnung zu sehen in die ein Schlüssel gesteckt werden könnte. Stattdessen findest du drei Rädchen und einen kleinen Hebel aus Messing. Offensichtlich ist eine bestimmte Zahlenkombination notwendig. Du erinnerst dich an die drei Ziffern, die irgendjemand in deiner Zelle in die Wand gekratzt hat! Einen Versuch ist es wert. Doch wie lautete die Zahl noch gleich?
Die Ziffernfolge war natürlich...
...264.
...246.
...426.
...462.
...624.
...642.
Die wütenden Rufe deiner Verfolger sind nur noch wenige Schritte entfernt. Du machst einen beherzten Satz über die Brüstung der Brücke und dein Hund tut es dir nach. Dabei macht er mit seinen vier Beinen eindeutig eine bessere Figur als du. Du musst sehr vorsichtig sein, doch die Zeit drängt und so machst du große Schritte und kletterst eilig die steile Felswand hinab. Es kommt wie es kommen muss. Ein Stein kommt unter deinen Füßen ins Rollen und du verlierst das Gleichgewicht. Halb schlitterst du, halb fällst du. Jedenfalls geht es abwärts, und das viel schneller als dir lieb ist! Verzweifelt versuchst du irgendetwas zu fassen zu kriegen woran du dich festhalten könntest, doch es gelingt dir nicht. Es wird immer finsterer und du fällst immer tiefer. Du verlierst komplett die Orientierung. Du machst dich innerlich bereit für einen harten Aufprall und meinst noch eine schimmernde Fläche wahrzunehmen auf die du zutrudelst. Mit einem lauten Platschen schlägst du unten auf und gehst sofort unter. Du bist in einem Gewässer gelandet!
Es ist sehr dunkel um dich herum...
Es erscheint dir wie eine Ewigkeit, und die Luft wird immer ungenießbarer. Wirst du hier drinnen ersticken? Du vernimmst allerlei Geräusche. Es wird gescheppert, geklopft, gerumpelt. Die Arbeiter sind wieder voll bei der Sache. Irgendjemand brüllt herum und erteilt Befehle. Dann hämmert es an deinem Fass. Jemand donnert auf den Deckel, und dir vibrieren die Ohren. Plötzlich dreht sich alles. Dein Fass wurde umgekippt und du verlierst sofort die Orientierung. Wo oben und unten ist kannst du nicht sagen. Du bist auch zu sehr damit beschäftigt dich mit allen vier Gliedmaßen so abzustemmen, dass dein Körper nicht wie verrückt herumpurzelt. Alles bewegt sich. Du wirst weggerollt und verzweifelt spannst du alle Muskeln an, um dein Gewicht nicht zu verlagern. Wenn das Fass zu unrund rollt, wird sicher jemand stutzig. Es geht auf und nieder. Du stößt dir mehrmals den Kopf, als es besonders rumpelig zugeht. Jeden Moment haben sie mich, denkst du dir. Aber anscheinend scheint niemand misstrauisch zu werden. Dir wird langsam mächtig schwindelig. Gerade als du denkst, du musst dich übergeben, kommst du endlich zu stehen. Wurdest du auf die Kutsche verladen? Schritte entfernen sich. Um dich herum ist es totenstill. Du hast dich überall geprellt, bist total verklebt und bekommst nur noch schwer Luft.
Du entscheidest dich, dass...
...du sofort hier raus musst!
...du trotzdem erst einmal abwartest.
Gierig greifst du nach dem Stein. So etwas Wertvolles hast du noch nie besessen. Den Moment deiner Ablenkung nutzt Will schamlos aus und nimmt dich in den Schwitzkasten! "Denk nicht mal dran...", flüstert Will in deine Richtung, als du ins Leere greifst. Irgendwie ist dein Messer in seine Hände gewandert. Wie macht er das nur? Will lässt dich wieder frei und du ringst nach Luft. Vorwurfsvoll siehst du zu deinem Hund, der eigentlich ein Wolf ist. Warum hat er dir nicht geholfen? Auch wenn das unmöglich ist, meinst du Schadenfreude in seinem hechelnden Blick zu erkennen. "Keine Sorge, Junge. Ich tu' dir nichts. Aber jeder ist sich selbst der Nächste. Die alten Tricks sind doch immer noch die besten", lacht er. Du ärgerst dich. Wie konntest du so naiv sein und einem wildfremden Halunken so schnell dein Vertrauen schenken? Mit den Worten, "Die sind zwar wertlos, aber nützlich", nimmt Will dir deinen Stein wieder ab. Den Bogen lässt er dir, und sogar dein Messer gibt er dir zurück. "Ich habe mit der Wache noch ein Hühnchen zu rupfen, aber du machst besser, dass du Land gewinnst. Ich kann dir noch einen Ratschlag geben, wie du hier rauskommst. Bin ja kein Unmensch."
Du hörst dir Wills Ratschlag an.
Du hast die Schnauze voll und gehst trotzig weiter.
Adrenalin versetzt deinen Körper in höchste Alarmbereitschaft. In wenigen Sekunden wird die Türe sich öffnen. Mit einer Mischung aus dem Mute der Verzweiflung und Selbstüberschätzung machst du dich sprungbereit. Du beschließt, dass dir der Überraschungseffekt zum Sieg verhelfen wird. Dein Hund muss die nahende Gefahr bereits gewittert haben und er steht knurrend und mit gespitzten Ohren neben dir.
Gemeinsam fixiert ihr die Türe mit den Augen...
...bis diese sich endlich öffnet.
Es gelingt dir nicht der Versuchung zu widerstehen. Nach einem beherzten Griff in die Schale steckst du dir gierig grüne Trauben in den Mund. Schon lange hast du von nichts Süßem mehr genascht. Doch so süß sind die Trauben gar nicht! Im Gegenteil. Nach wenigen Kaubewegungen hat dein Kiefer die Reben zu einer mehligen Paste verarbeitet, die abscheulich schmeckt. Die Trauben standen hier wohl doch schon eine ganze Weile. Angewidert spuckst du alles aus und musst dich dabei fast übergeben. Zum Glück steht eine Karaffe mit Wasser auf dem Tisch. Hastig spülst du dir den Mund aus, um dem Geschmack loszuwerden. Dein Hundefreund sieht dich vorwurfsvoll an und seine großen Augen scheinen zu sagen "Ich hab dich ja gewarnt.."
Der Nachgeschmack ist furchtbar...
...aber du wendest dich jetzt der Türe zu.
Im wabernden Licht der Öllampen machst du dich auf den Weg. Der Lufthauch wird schon nach einigen Schritten zu einem kalten Luftzug. Bist du der Freiheit nahe? Als der Gang eine Rechtskurve macht, führen einige Stufen nach unten zu einem kleinen Torbogen. Sonnenstrahlen leuchten dir bereits den Weg. Du machst einen innerlichen Jubelsprung und dein Herz schlägt schneller! Doch just in dem Moment hörst du ein Geräusch. Da draußen ist irgendjemand oder irgendetwas.
Du entscheidest dich...
...dich nicht beirren zu lassen, und schleichst weiter.
...umzudrehen und gehst zurück in die andere Richtung.
Mit großer Entschlossenheit schreitest du bibbernd zu einem kleinen Steg, an den die Wellen mit schmatzendem Geräusch im Rhythmus klatschen. Die Anlegestelle ist gerade groß genug für ein Ruderboot, und du fragst dich wozu sie dient und wer hier wohl festmacht? Jetzt gelten deine Gedanken aber einzig und allein deiner Flucht. Es kostet dich dennoch reichlich Überwindung wieder ins Wasser zu steigen. Dein treuer Hund blickt dir ratlos hinterher. Dieses Mal würde er dir nicht folgen. Das salzige Meerwasser brennt in deinen kleinen und großen Verletzungen wie die Hölle und du beißt die Zähne noch fester zusammen. Das Wasser ist so kalt, dass du nach wenigen Schwimmzügen auch das letzte Gefühl in deinen Händen und Füssen verloren hast. Doch das Schlimmste ist die unterschätzte Strömung. Für jeden Meter nach vorn, treibt sie dich zwei wieder zurück. Es dauert nicht lange bis dein Dickkopf zur Erkenntnis kommen muss, dass du im entkräfteten Zustand keine Chance hast aufs Meer hinauszuschwimmen. Bestenfalls zerschindest du deinen Körper an den scharfen Felsklippen des Grotteneingangs. Du lässt dich entmutigt zum Steg zurücktreiben. Deine Tränen der Verzweiflung nimmt das Meer unbeeindruckt zur Kenntnis. Weit bist du nicht gekommen und du bist froh dass es dir gerade so gelingt dich wieder an Land zu hieven. Zur Begrüßung leckt dir eine lange Zunge freudig Salz aus dem Gesicht. Wenigstens freut sich dein Hund über deine Rückkehr.
Du musst jetzt schnell handeln, um nicht zu erfrieren.
Selbst nachdem sich deine Augen ein wenig an die Dunkelheit im Wald gewöhnt haben, stolperst du doch über jede Wurzel und jeden Ast. Das komplette Unterholz scheint sich gegen deine Schienbeine verschworen zu haben. Deine Arme machen die unerfreuliche Bekanntschaft mit dornigen Ranken, und die Mückenstiche hast du längst aufgehört zu zählen. Du hast keine Ahnung wie dein Führer durchs Dickicht navigiert, noch dazu in einem Tempo, dass dir alles abverlangt. Die Morgendämmerung setzt schon langsam ein, als der brummelige Kerl endlich eine Pause einlegt. "Es ist jetzt nicht mehr weit", liest er deine Gedanken, und nickt dir aufmunternd zu. Er reicht dir die Hand, als ob ihr euch gerade erst getroffen hättet: "Ich heiße Tuck." Ihr setzt euch auf den feuchten Waldboden, und du stellst dich vor. Ihr teilt euch die letzten Tropfen aus seinem ledernen Wasserbeutel. Tuck hört dir aufmerksam zu, während du ihm von deinen Begegnungen in der Burg erzählst. An einigen Stellen der Geschichte nickt er anerkennend und brummt in seinen Bart. "Du bist bei uns genau richtig, Junge. Und jetzt los, wir sind fast am Lager." Tuck stemmt sich mit seinem Stock nach oben und ist abmarschbereit. Die aufgehende Sonne taucht den lichten Wald bereits in wunderschöne Farben.
Ihr macht euch auf den Weg.
Du stocherst mit den Stiefeln im Stroh herum, ohne zu wissen, was du genau suchst. Obwohl du einiges an Stallgeruch gewohnt bist, musst du dir dabei mit einer Hand die Nase zuhalten. Hier hat schon lange keiner mehr sauber gemacht, und du fragst dich, welche Tiere hier schon eingeschlossen wurden, und zu welchem Zweck. Dein neuer Freund scheint sich an der Suche beteiligen zu wollen und scharrt mit seinen großen Hundepfoten im Stroh herum. Dabei blickt er dich fragend an. Viele abgenagte Hühnerknochen finden sich im Schmutz, und viel unappetitliches Krabbelgetier obendrein. Als du auf einen arm-großen ausgebleichten Knochen stößt, läuft dir ein kalter Schauer über den Rücken. Du hoffst dass er von einem großen Tier stammt, aber sicher bist du nicht. Gerade als du die Suche aufgeben willst, findest du doch noch etwas. Ein Lederhalsband mit einer kaputten Schnalle springt dir ins Auge. Du wiegst es abschätzend in der Hand, doch du kannst nichts besonderes daran erkennen. Ganz offensichtlich wurden hier noch weitere Tiere eingeschlossen, denn für denn Hals deines Hundefreunds ist das Lederband zu kurz.
Hier gibt es sonst nichts mehr. Also...
...verlässt du den Raum.
Du hast hin und her überlegt. Aber eigentlich ist dir klar wohin du gehörst. War es denn nicht Schicksal Will zu treffen? Die Menschen hier haben ihr Herz am rechten Fleck. Und du willst gerne mehr lernen, über den Widerstand. Wer ist der Feind? Vielleicht ist es der schreckliche Burgherr? Oder was hat Will mit ihm gemacht? Viele Fragen brennen dir unter den Nägeln, aber alles was du sagst ist: "Ich bin dabei." Will grinst wieder über beide Ohren. "Ich wusste es gleich, Junge. Auf dich kann man zählen!" Tuck klopft dir mit seinen Pranken auf die Schulter. "Darauf müssen wir anstoßen!" Du hast in deinem Leben noch keinen Alkohol getrunken, aber Tucks Angebot abzulehnen, scheint aussichtslos. Er zaubert ein kleines Fässchen aus einem der Zelte und bester Laune schenkt er euch drei Becher ein. Die schäumende Flüssigkeit hat einen beißenden Geruch. Die beiden leeren ihren Becher dennoch, oder gerade deswegen, in einem Zug. Dein Probierschluck stellt sich als Fehler heraus. Sofort spuckst du das Gesöff auf den Boden, sehr zur Freude der beiden Haudegen. Doch du stimmst mit ihn ihr Gelächter ein, und beschließt, dass das der Anfang einer echten Freundschaft sein muss. In all dem Trubel erschreckt ihr euch, als plötzlich ein Reiter auf einem schnaubendem Pferd durchs Unterholz bricht!
Ihr zieht eure Waffen.
Vorsichtig tastest du dich weiter voran. Du bist jetzt von einem Mantel absoluter Finsternis umgeben. Bei jedem Schritt achtest du darauf, dir nicht an der tiefen Decke den Kopf ein erneutes Mal zu stoßen. Noch mehr willst du deinem leidgeprüften Dickschädel nicht zumuten. Als du denkst, dich langsam an die Umgebung gewöhnt zu haben, trittst du plötzlich ins Leere. Damit hast du nicht gerechnet! Du versuchst noch irgendetwas zu greifen woran du dich festhalten kannst, doch du bekommst nichts zu fassen. Dein Gleichgewichtssinn hat dich komplett verlassen und du purzelst nach vorne. Du hältst die Hände schützend vors Gesicht und spannst alle Muskeln an. Im Fallen spürst du einen spitzen Schmerz im linken Oberarm und er raubt dir fast den Atem! Im selben Atemzug schlägst du hart auf dem Boden auf. Der Fall war zwar nicht tief, doch umso schmerzvoller. Deine Hände zittern. Leicht benommen dringt ein vorwurfsvolles Bellen an dein Ohr. Du schmeckst etwas Metallisches. Beim Aufschlag hast du dir auf die Zunge gebissen. Du spuckst Blut aus und schüttelst dich. Langsam wirst du wieder Herr deiner Sinne. Aus welcher Richtung kam das Bellen? Du stehst vorsichtig auf, und erschrickst, als dein Gesicht Bekanntschaft mit einer feuchten Nase macht. Du stehst in einer mannshohen Grube und dein Hund war schlau genug nicht hineinzufallen. Es kostet dich Mühe, in der Dunkelheit hinauszuklettern. Jetzt willst du nur noch zurück ins Licht. Mit geducktem Kopf eilst du unvernünftig schnell zurück zur Weggabelung. Doch dieses Mal geht alles gut.
