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Die geheime Post der Tiere Im Herzen des geheimnisvollen Grünwalds gibt es eine Post, die nur Tiere kennen: Eule Edda sortiert die Briefe, Fuchs Fino trägt sie flink durch die Bäume, und Igel Ida bewahrt jede Nachricht sorgfältig auf. Doch als ein wichtiger Brief spurlos verschwindet, begeben sich die drei ungleichen Freunde auf eine abenteuerliche Suche,vorbei an nebligen Pfaden, uralten Kapellen und verwunschenen Lichtungen. Auf ihrer Reise entdecken sie verborgene Zeichen, knacken kleine Rätsel und lernen, wie stark Zusammenhalt, Mut und Freundschaft wirklich sind. Dieses liebevoll geschriebenen Abenteuerbuch für Kinder ab 4 Jahren lädt zum Vorlesen und Selberlesen ein und entführt in eine Welt voller Magie, Tierfreunde und spannender Waldabenteuer.
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Veröffentlichungsjahr: 2026
Von Emanuel Hartmann
Ausgabe 1, 2025
Impressum
Titel des Buches: Die geheime Post der Tiere
Autor: Emanuel Hartmann
Veröffentlicht von: Emanuel Hartmann
Postanschrift: Landbaderweg 17, 83703 Gmund
Instagram:autor.emanuelhartmann
E-Mail: [email protected]
Ort und Jahr der Veröffentlichung: Gmund 2025
Hinweis zu KI-Unterstützung: Texte und Bilder in diesem Buch wurden unter Einsatz von KI-gestützten Systemen (OpenAI / DALL·E) erstellt und vom Autor geprüft und überarbeitet.
Tief im Herzen des großen Grünwalds, dort, wo die Baumwipfel sich im Wind wiegen und das Moos wie ein weicher Teppich unter den Pfoten liegt, gibt es ein gut gehütetes Geheimnis. Es ist so geheim, dass nicht einmal die Menschen davon wissen. Und das will wirklich etwas heißen!
Dieses Geheimnis trägt den Namen:
Die geheime Post der Tiere.
Niemand weiß mehr genau, wann es angefangen hat, vielleicht vor vielen, vielen Jahren, als die ersten Tiere begannen, sich kleine Nachrichten mit den Pfoten in den Sand zu malen. Oder vielleicht noch früher, als ein kluger Rabe eine Nachricht in ein Baumloch legte, damit sie jemand anderes dort fand. Doch eines ist sicher: Heute funktioniert die geheime Waldpost wie ein echtes Uhrwerk. Und das liegt vor allem an drei ganz besonderen Tieren.
Eule Edda war die Älteste von ihnen. Sie lebte hoch oben im Glockenturm der alten Kapelle am Waldrand, einem Ort, den die Menschen längst vergessen hatten. Ihr Nest war gemütlich und vollgestopft mit Briefrollen, Päckchen, Siegeln, Tintenfässern und alten Landkarten. Zwischen Spinnweben, Uhrwerken und staubigen Fensterscheiben sortierte Edda jeden Abend die eingegangene Post. Ihre runden, goldenen Brillengläser saßen stets ein bisschen schief auf dem Schnabel, und wenn sie sehr konzentriert war, bewegte sie ihre Flügelspitzen leicht im Takt der Uhrwerke über ihrem Kopf.
„Ordnung ist das halbe Leben“, sagte Edda gerne mit einem Zwinkern. Und wenn sie das sagte, klang es wie ein alter Zauberspruch.
Dann gab es Fuchs Fino, den schnellsten Läufer weit und breit. Fino wohnte in einer gemütlichen Höhle in einem alten, umgekippten Baumstamm, mitten im Wald. Er war schlank, flink und hatte immer ein verschmitztes Grinsen im Gesicht. Fino kannte jeden Pfad, jede Abkürzung, jeden Baum und jeden Waldpilz beim Vornamen.
„Wenn du’s eilig hast, ruf Fino“, sagten die Tiere. Und das stimmte: Fino brachte nicht nur Briefe, er brachte sie schnell, freundlich und manchmal sogar mit einem kleinen Scherz dazu.
Und schließlich war da noch Igel Ida. Ida war klein, rund, sehr ordentlich und ein bisschen neugierig. In ihrem Bau unter einer knorrigen Buche bewahrte sie Kopien aller wichtigen Briefe auf fein säuberlich sortiert nach Empfänger, Absender, Duft, Inhalt und Dringlichkeit. Ida hatte eine feine Nase, besonders für Briefe, bei denen etwas nicht stimmte.
„Jeder Brief hat eine Geschichte“, flüsterte sie oft, während sie mit ihren kleinen Stachelpinselpfoten eine Notiz zu einem Umschlag schrieb.
An diesem besonderen Morgen lag über dem Wald ein leichter, silberner Nebel. Die Sonne schickte goldene Strahlen durch die Äste, und in der Ferne rief ein Kuckuck zweimal. Vögel flatterten durch das Geäst, Eichhörnchen schimpften leise über die Eichelverstecke der anderen, und irgendwo klopfte ein Specht im Takt der aufgehenden Sonne.
Im Glockenturm klapperte es leise, als Edda ihre Flügel ausbreitete und sich aus ihrem Nest erhob. Sie gähnte, rollte sich auf dem Ast vor und zurück und rief: „Ein neuer Tag, ein neuer Brief!“
Neben ihr lagen fein säuberlich sortiert: drei Päckchen, fünf Briefe, einer davon war in goldener Seide eingewickelt sehr geheimnisvoll mit einer Eichel als Siegel. Edda betrachtete ihn mit zusammengekniffenen Augen.
„Hmmm… das ist der Winterplan. Den muss ich gut im Auge behalten.“
Sie klopfte mit dem Schnabel auf ihr kleines Glockenglöckchen:
Ding-ding!
Tief im Wald, mitten in einem weichen Nest aus Laub und Moos, zuckte Fino zusammen.
„Postzeit!“, rief er verschlafen, sprang auf, schüttelte sich und rannte los. Die Sonne blinzelte ihm zwischen den Bäumen entgegen, als er mit flatterndem Schal und wippendem Schwanz durch den Wald flitzte.
Keine drei Minuten später stand er schnaufend im Glockenturm. Seine Nase glänzte, und seine Augen funkelten neugierig.
„Was hast du für mich, Edda? Heute viele Briefe? Abenteuer? Neue Päckchen?“
Edda lachte leise und schob ihm vier Briefe und ein Päckchen zu. Sie las langsam vor:
1. „Ein Brief für Familie Dachs am Nordhang wichtig!“
2. „Ein Einladungsschreiben für Frau Amsel auf der alten Esche – mit goldenen Buchstaben.“
3. „Ein kleines Gedicht für Familie Maus am Bachufer zum Jahrestag!“
4. „Ein Päckchen mit Lakritztee für Schildkröte Clara unten am Teich.“
5. „Und…“ Edda wurde ganz ernst „…der Brief mit dem roten Wachssiegel. Der geht an den alten Biber. Es ist der Winterplan. Er darf auf keinen Fall verloren gehen.“
Fino wurde plötzlich ganz still. „Verstanden. Ich bin vorsichtig. Wie mit einem zerbrechlichen Ei.“
„Oder wie mit dem letzten Stück Honigkeks“, ergänzte Edda trocken.
Fino grinste, verbeugte sich und flitzte los seine Tasche fest umgeschnallt.
Der erste Halt war am Nordhang bei Familie Dachs. Es war ruhig dort, nur leises Schmatzen war aus dem Bau zu hören.
„Post!“, rief Fino fröhlich.
Herr Dachs kam gähnend aus dem Bau gestapft. Sein gestreiftes Fell war zerzaust, sein Blick noch halb verschlafen.
„Schon so früh, Fino?“
„Die Sonne schläft nicht, und die Post auch nicht“, antwortete Fino grinsend.
Herr Dachs nahm den Brief, schnupperte daran und lächelte. „Von meiner Schwester! Sie schickt uns ein Rezept für Pilzsuppe. Die Kinder werden sich freuen.“
Er reichte Fino ein Stück Kuchen. „Für unterwegs.“
„Danke!“, rief Fino und war schon wieder weg.
Zweiter Stopp: Die alte Esche, in deren oberem Astwerk Frau Amsel wohnte. Fino rief nach oben, und ein zierlicher Vogelkopf lugte aus dem Nest.
„Für dich, Frau Amsel. Eine Einladung.“
Frau Amsel nahm den Umschlag, betrachtete die goldene Schrift und ihre Augen wurden feucht.
„Von meinem Bruder… ich dachte, er hätte mich vergessen!“
Fino lächelte. „Er hat sogar Musiknoten auf den Umschlag gemalt.“
Frau Amsel flatterte aufgeregt im Kreis.
„Ich muss mein bestes Federkleid putzen! Danke, lieber Fino!“
Weiter ging es durch dichte Büsche, über bemooste Wurzeln und leise plätschernde Bäche. Die dritte Lieferung war für Familie Maus am Bachufer. Drei kleine Mäusekinder rannten ihm entgegen.
„Ist da was für uns? Ist da was für uns?“
„Na klar!“, sagte Fino, „Ein Gedicht von Onkel Willi.“
„Lies es vor!“, riefen sie im Chor.
Fino hüstelte und las mit ernster Stimme:
„Käse, Krümel, Mondenschein
liebe Mäuse, groß und klein.
Bleibt gesund und stets fidel,
dann seh’n wir uns beim Apfelfestspiel!“
Die Mäuse klatschten begeistert. Fino bekam ein Stück Apfelschale „zum Dank“ und zog weiter.
Der Weg zur Schildkröte Clara führte durch ein dichtes Farnfeld. Dort war es kühl und schattig, und Fino nahm sich kurz Zeit, um einen Schluck aus dem Bach zu trinken.
Clara lag auf ihrem Lieblingsstein und döste.
„Ein Päckchen für dich, Clara!“
„Mhmm? Ist’s wieder Tee?“
„Lakritz diesmal.“
Claras Augen leuchteten auf. „Wie wunderbar! Danke, mein Lieber.“
Als Fino sich verabschiedete, hörte er plötzlich ein Rascheln im Gebüsch. Er drehte sich um aber da war nichts zu sehen. Nur ein paar Blätter, die sich bewegten. Seltsam.
