Die Geschichte der O - Pauline Réage - E-Book

Die Geschichte der O E-Book

Pauline Réage

4,6
14,99 €

oder
  • Herausgeber: Herbig, F A
  • Kategorie: Erotik
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2012
Beschreibung

"Die Geschichte der O gehört ganz offensichtlich zu den Büchern, die ihre Leser prägen, die ihn nicht genauso zurücklassen, wie sie ihn vorfanden oder ihn sogar völlig verändern. Sicher ist Die Geschichte der O der heftigste Liebesbrief, den ein Mann je erhalten hat." Dieses Buch ist keine pikante Boudoir-Idylle, denn in der "O" weht ein entschiedener Geist, der nichts scheut, weder Seufzer noch Greuel, weder Ekstase noch Ekel: O wird von ihrem Geliebten in einem geheimnisvollen Schloß abgeliefert und dort mit Kette und Peitsche gezwungen, sich ganz ihren Gebietern, den Männern, zu unterwerfen. Sie erlebt alle möglichen Formen der Entwürdigung und des Schmerzes, doch je heftiger sie gequält wird, um so mehr wird sie zum femininen Symbol, um so offener, gehorsamer und opferbereiter wird sie, bis zur völligen Selbstaufgabe. In ihrer "Geschichte der O " will Pauline Reáge den Leser in ihre geheimnisvoll oszillierende Welt hineinziehen. Gibt es also in den Tiefen der Frauenseele etwas, das auf Unterwerfung und Selbstaufgabe besteht? Ist es Natur oder Erziehung durch Jahrtausende? Diese Frage sollte sich - gerade heute, in der Zeit lebhafter Diskussionen um das Selbstverständnis der Frau - der Leser selbst beantworten.

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Seitenzahl: 397

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Pauline Réage

Geschichte der O Rückkehr nach Roissy

LangenMüller

»Geschichte der O« Originaltitel: Histoire d’O Übertragen aus dem Französischen von Simon Saint Honoré

»Rückkehr nach Roissy« Originaltitel: Retour á Roissy Übertragen aus dem Französischen von Margaret Carroux

Besuchen Sie uns im Internet unter

www.langen-mueller-verlag.de

Inhalt

Vorwort

Jean Paulhan: Das Glück in der Sklaverei

Geschichte der O

Die Liebenden von Roissy

Sir Stephen

Annemarie und die Ringe

Das Käuzchen

Rückkehr nach Roissy

Vorwort

Jean Paulhan: Das Glück in der Sklaverei

Geschichte der O

Vorwort

DAS GLÜCK IN DER SKLAVEREI

Ein Aufstand auf Barbados

Ein seltsamer Aufstand forderte im Lauf des Jahres 1838 auf der friedlichen Insel Barbados blutige Opfer. Etwa zweihundert Schwarze, Männer und Frauen, sämtlich durch die März-Erlasse in Freiheit gesetzt, suchten eines Morgens ihren früheren Herrn auf, einen gewissen Glenelg, und baten ihn, sie wieder als Sklaven anzunehmen. Eine Klageschrift, verfaßt von einem Anabaptisten-Pastor, wurde vorgelegt und verlesen. Dann begann die Diskussion. Aber Glenelg wollte sich, aus Zaghaftigkeit, Unsicherheit oder einfach aus Furcht vor dem Gesetz, nicht überzeugen lassen. Worauf die Schwarzen ihm zunächst gütlich zusetzten, ihn dann mit seiner ganzen Familie massakrierten, und noch am gleichen Abend wieder in ihre Hütten zogen, ihre Palaver und gewohnten Arbeiten und Riten wieder aufnahmen. Die ganze Sache konnte durch das Eingreifen des Gouverneurs Mac Gregor schnell unterdrückt werden, und die Befreiung nahm ihren Fortgang. Die Klageschrift übrigens wurde nie aufgefunden.

Ich denke manchmal an diese Schrift. Wahrscheinlich enthielt sie, neben berechtigten Einwänden gegen die Organisation der Arbeitshäuser (workhouses), die Ablösung der Prügelstrafe durch die Gefängnisstrafe, und das Krankheitsverbot für »Lehrlinge« – so nannte man die neuen, freien Arbeiter – zumindest in Umrissen eine Rechtfertigung der Sklaverei. Zum Beispiel die Bemerkung, daß wir nur für die Freiheiten empfänglich sind, die andere Menschen in eine entsprechende Knechtschaft werfen. Es gibt niemanden, der sich nicht freuen würde, frei zu atmen. Doch wenn ich mir zum Beispiel die Freiheit nehme, bis zwei Uhr morgens lustig Banjo zu spielen, so verliert mein Nachbar die Freiheit, mich nicht bis zwei Uhr morgens Banjo spielen zu hören. Wenn ich es fertigbringe, nichts zu tun, so muß mein Nachbar für zwei arbeiten. Zudem ist bekannt, daß totaler Freiheitsdrang unweigerlich schon bald nicht minder totale Konflikte und Kriege nach sich zieht. Dazu kommt noch, daß, kraft der Dialektik, der Sklave sowieso einmal zum Herrn wird, es wäre falsch, diese naturgesetzliche Entwicklung forcieren zu wollen. Ferner: sich ganz dem Willen eines anderen ergeben (wie dies Liebende und Mystiker tun), ermangelt nicht der Größe und schafft seine eigenen Freuden, so die Freude, sich – endlich! – befreit zu wissen von den eigenen Neigungen, Interessen und Komplexen. Kurz, diese kleine Schrift würde heute, mehr noch als vor hundert Jahren, als Häresie gelten: als gefährliches Buch.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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