Die gesundheitsfördernde Pflegeschule - Thomas Gentner - E-Book

Die gesundheitsfördernde Pflegeschule E-Book

Thomas Gentner

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Beschreibung

Bachelorarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Pflegewissenschaft - Sonstiges, Note: 1,0, Hochschule Esslingen, Veranstaltung: Pflegepädagogik, Sprache: Deutsch, Abstract: Pflegekräfte sind großen Belastungen ausgesetzt. Nicht wenige zeigen schlechte Bewältigungsmuster oder leiden sogar an psychischen Erkrankungen. In der Pflegeausbildung werden die Themen Gesundheitsförderung und Prävention intensiv behandelt. Leider bleibt die Umsetzung an den Pflegeschulen jedoch auf der Strecke. Gerade Pflegeschulen bieten die Möglichkeit, am Modell zu lernen und gesunde Verhaltensweisen einzuüben. Ebenso sollte an den Schulen ein gesundes leben und lernen für alle Beteiligten möglich sein. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Umsetzung des Settingansatzes der Gesundheitsförderung an Schulen der Gesundheits- und Krankenpflege und zeigt hierbei Ansätze und Umsetzungsstrategien auf, die Schulen helfen können, den Weg hin zu einer gesünderen Pflegeschule einzuschlagen und zu beschreiten.

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Veröffentlichungsjahr: 2010

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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsdefinitionen
2.1 Gesundheitsförderung
3 Setting Schule
3.1 Grundlagen gesundheitsfördernder Schulen
3.2 Ziele Gesundheitsfördernder Schulen
3.3 Dimensionen der Gesundheitsfördernden Schule
3.4 Umsetzungsstrategien
4 Legitimationsgrundlagen für das Setting Pflegeschule
4.1 Ausbildungsgesetze
4.2 Der ICN-Ethikkodex für beruflich Pflegende
4.3 Gesundheit 21
5 Gesundheitsförderung an Pflegeschulen
5.1 Gesundheitsfördernde Krankenhäuser
5.2 Gesundheitsförderung an Pflegeschulen vs. Gesundheitsfördernde Pflegeschule
6 Die Gesundheitsfördernde Pflegeschule
6.1 Die Dimensionen der Gesundheitsfördernden Pflegeschule
6.2 Die curriculare Dimension der Gesundheitsfördernden Pflegeschule
6.2.1 Konstruktivistisches Lehr- Lernverständnis
6.2.2 Gesunde Unterrichtsmethoden am Beispiel der Zukunftswerkstatt.
6.3 Garanten für eine erfolgreiche Gesundheitsfördernde Pflegeschule
6.4 Grenzen der Gesundheitsfördernden Pflegeschule
7 Zusammenfassung und Ausblick
8 Literaturverzeichnis

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Die vorliegende Arbeit wurde im Wintersemester 2008/2009 als Bachelor-Arbeit an der Hochschule Esslingen, Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege im Studiengang Pflegepädagogik, mit dem Titel: „Gesundheitsfördernde Pflegeschule - Die Umsetzung des Settingansatzes der Gesundheitsförderung an Schulen der Gesundheits- und Krankenpflege“, eingereicht.

Für Suky und Sunnylou

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Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das Gesundheits- und Krankheitskontinuum S.14

Abbildung 2: Projektbereiche erfolgreicher schulischer Gesundheitsförderung S.26 Abbildung 3: PDCA-Zyklus S.36

Abbildung 4: Fraktale Schule - „Raum-in-Raum-Konzept“ für flexible Formen des individuellen und sozialen Lernens S.46

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1 Einleitung

Seit der Novellierung des Krankenpflegegesetzes im Jahre 2003 und dessen in Kraft treten 2004, hat sich nicht nur die Berufsbezeichnung der jetzigen „Gesundheits- und Krankenpfleger, bzw. Gesundheits- und Krankenpflegerinnen“ geändert. In der Änderung der Berufsbezeichnung wird deutlich, dass Pflege sich künftig nicht mehr nur um Kranke Menschen kümmert, sondern auch die Gesundheit im Blick hat. Doch wie ist es eigentlich um die Gesundheit der Pflegekräfte selbst bestellt? „Fragt man in Gesundheitsberufen Tätige, was sie am Arbeitsplatz belastet, so werden folgende Faktoren besonders häufig genannt:

•Wenig Selbstbestimmung und damit wenig Selbstverwirklichung•Wenig Koordination und dadurch zu viel Hektik und Missverständnisse•Wenig Kommunikation mit anderen und dadurch zu viel Kommunikation über andere“ (Pfefferle in Bonse-Rohmann und Freese 2004, 63)

Die Folgen der genannten schlechten Arbeitsbedingungen sind oft ein kurzer Berufsverbleib und/oder Burnout der Pflegenden. Doch wie kann dem vorgebeugt werden? Sicher sind Maßnahmen des Managements die eine Seite der Medaille. Für die andere Seite aber sollte sich die Pflegepädagogik verantwortlich zeichnen. Gilt es doch, Pflegende im Rahmen der dreijährigen Ausbildung auf Ihren Beruf und die damit verbundenen Belastungen vorzubereiten und darüber hinaus ein Bewusstsein für die eigene Gesundheit anzubahnen. Die Pflegeschule bildet einen idealen Ort, an dem systematisch und nachhaltig die Gesundheit der Menschen gefördert werden kann. Hier handelt es sich jedoch nicht allein um die Schülerinnen und Schüler der Gesundheits- und Krankenpflege, sondern auch um die dort tätigen Lehrerinnen und Lehrer. Denn wichtig hierbei ist, zu erkennen, dass Schule selbst gesundheitsgefährdend sein kann. „Schule selbst kann durch ihre Aufgabe der Zertifikatvergabe und Selektion, durch die bestehenden Interaktionsstrukturen zwischen Lehrerinnen/Lehrern und Schülerinnen/Schülern, durch ihr gesamtes soziales Klima ungewollt dazu beitragen, dass Gesundheitsbeeinträchtigungen -sowohl bei Lehrerinnen und Lehrern als auch bei Schülerinnen und Schülern- entstehen.“ (vgl. Cole/Walker 1989, Nordlohne/Hurrelmann 1990 aus: Hurrelmann/Nordlohne In: Pelikan/Demmer/Hurrelmann 1993, 103f.) Somit muss meiner Meinung nach die schulische Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege Voraussetzungen für ein gesundes Leben und Arbeiten schaffen. Die schulische Ausbildung muss hier eine Vorbildfunktion im Sinne des Lernens am Modell einnehmen. Denn es genügt nicht nur, Menschen gesund zu pflegen. Auch die Pflegerinnen und Pfleger von morgen müssen hierzu gesund sein und gesund bleiben. Und dafür wiederum bedarf es gesunder Lehrerinnen und Lehrer.

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Den Anlass zu dieser Arbeit gaben mir zahlreiche eigene Beobachtungen. So finde ich es erschreckend, wie viele Schülerinnen und Schüler sich ungesund ernähren oder auch sonst einen ungesunden Lebensstil führen. Doch nicht nur die Schülerinnen und Schüler, auch die Pflegekräfte in den Kliniken zeigen oft schlechte Bewältigungsmuster (z.B. weit verbreiteter Nikotinabusus unter Pflegenden) oder haben andere gesundheitliche Risiken (z.B. schlechte soziale Situation oder Lebenslagen, Migrationshintergrund). In diesem Zusammenhang interessierte ich mich für die Arbeit der gesundheitsfördernden Krankenhäuser. Zwei Häuser in Baden-Württemberg habe ich mir angesehen und habe vorbildliche Programme vorgefunden. Interessant war hierbei jedoch, dass die angegliederten Pflegeschulen nicht in die jeweiligen Konzepte und Programme einbezogen waren, obwohl die Schulen jeweils Abteilungen der Kliniken sind. (vgl. auch Bonse-Rohmann 2004, 11) Sicher können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeweils von den Angeboten und Programmen profitieren, jedoch wurde die Schule nicht explizit als Setting berücksichtigt, bzw. wurde nicht erkannt. Lediglich vereinzelt wurden gesundheitsfördernde Aktivitäten durchgeführt. Bei näherem Nachfragen wurde auch den Lehrkräften bewusst, dass hier noch einiges im Argen liegt und erheblicher Handlungsbedarf besteht.

Im Rahmen der eigenen Unterrichtstätigkeit hat mich selbst sehr beschäftigt, dass Gesundheitsförderung zwar im Unterricht thematisiert wird, eine praktische Umsetzung an der Schule aber meist ausbleibt, die Schülerinnen und Schüler auch in der Praxis keine gesundheitsförderlichen Strukturen vorfinden, bzw. auch hier Gesundheitsförderung nicht oberstes Führungsziel ist. Fatal ist, dass hier die Kluft zwischen Theorie und Praxis weiter vergrößert wird und ein Theorie-Praxis-Transfer nur erschwert gelingen kann.

Daher soll sich die vorliegende Arbeit mit der Klärung folgender Fragen beschäftigen:

•Wie kann der Settingansatz der Gesundheitsförderung an Schulen der Gesundheits-und Krankenpflege umgesetzt werden?

•Wie kann systematisch die Gesundheit der Lehrerinnen und Lehrer, sowie der Schülerinnen und Schüler nachhaltig gefördert werden?•Welche Voraussetzungen sollten gegeben sein und wie kann die konkrete Umsetzung schließlich aussehen?

Da bislang die Umsetzung des Settingansatzes der Gesundheitsförderung an deutschen Pflegeschulen eher stiefmütterlich vernachlässigt wurde, möchte ich in dieser Arbeit den Fokus auf die konkrete Umsetzung an Pflegeschulen und die erforderlichen Rahmenbedingungen legen.

Ich werde im Folgenden zunächst klären, was unter „Gesundheitsförderung“ und „Settingansatz“ zu verstehen ist. Auf dieser Grundlage werde ich dann im Verlauf zunächst beleuchten, wie die Umsetzung des Settingansatzes an allgemein bildenden Schulen aussieht und was Pflegeschulen aus konkreten Umsetzungsmodellen lernen können.

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Danach sei das Setting Pflegeschule näher unter die Lupe genommen. Nach der Darstellung der Legitimationsgrundlagen Gesundheitsfördernder Pflegeschulen möchte ich das Konzept der Gesundheitsfördernden Krankenhäuser vorstellen und darstellen, was Pflegeschulen hier lernen können oder wie sich die aktuelle Situation der Schulen an Gesundheitsfördernden Krankenhäusern gestaltet. Auch soll in diesem Teil thematisiert werden, welch gravierender Unterschied zwischen „Gesundheitsförderung an Pflegeschulen“ und der

„Gesundheitsfördernden Pflegeschule“ besteht. Schließlich möchte ich die verschiedenen Dimensionen der Gesundheitsfördernden Pflegeschule näher beleuchten und dann schwerpunktmäßig die curriculare Dimension näher unter die Lupe nehmen und exemplarisch an der Methode der Zukunftswerkstatt verdeutlichen. Da ein konkreter Projektplan für eine Gesundheitsfördernde Pflegeschule den Rahmen sprengen würde und dieser von jeder Schule individuell erstellt werden sollte, möchte ich mich auf Garanten für eine erfolgreiche Gesundheitsfördernde Pflegeschule beschränken. Die Grenzen der Gesundheitsfördernden Pflegeschule sollen den Hauptteil abrunden, bevor am Schluss eine Zusammenfassung der Erkenntnisse und ein Ausblick gegeben werden kann.

Wenn im folgenden von der Pflegeschule die Rede ist, so sind hier stets Berufsfachschulen der Gesundheits- und Krankenpflege gemeint, welche in der Regel an Kliniken oder Klinikverbünden angegliedert sind.