Die Goldenen Äpfel der Hesperiden - Thomas Vogel - E-Book
Beschreibung

'Was man verspricht, muss man halten.' Auch wenn seit dem Versprechen Jahrzehnte schon vorübergegangen sind: versprochen ist versprochen. Das gilt auch für Strafarbeiten. Charlie sitzt im Flieger nach Teneriffa. Nach über 25 Jahren Schuldienst fühlt er sich reif für die Insel, reif für eine Auszeit. Zum Luftholen, zum Durchatmen. Zum Zusichkommen. Und um endlich eine Wette einzulösen, eine alte Zusage wahrzumachen. Das glaubt er sich und seinem verstorbenen Freund Simon schuldig zu sein. Sie hatten versprochen als Wiedergutmachung für einen handfesten Betrug einen Roman zu schreiben. So hatte es jedenfalls die Deutschlehrerin verlangt, und so hatten sie es ihr hoch und heilig versprochen. Freilich, um was genau es in diesem Roman gehen sollte, wusste Charlie längst nicht mehr. Lediglich der vielversprechende Titel stand fest und hat sich so in seinem Gedächtnis festgesetzt: 'Die Goldenen Äpfel der Hesperiden'. Und eben diese Goldenen Äpfel, diese Sehnsuchtsfrüchte, liegen, dem antiken Mythos zufolge, auf den Kanarischen Inseln. Den Inseln der Glückseligen.

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Thomas Vogel

Die Goldenen Äpfel der Hesperiden

Thomas Vogel

Die Goldenen Äpfelder Hesperiden

Roman

© 2014 Klöpfer und Meyer, Tübingen.

Alle Rechte vorbehalten.

ISBN 978-3-86351-085-5

eISBN 9783863512224

Lektorat: Petra Wägenbaur, Tübingen.

Umschlaggestaltung: Christiane Hemmerich

Konzeption und Gestaltung, Tübingen.

Herstellung: Horst Schmid, Mössingen.

Satz: Alexander Frank, Ammerbuch.

Gesetzt aus der Adobe Caslon Pro.

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finden Sie unter: www.kloepfer-meyer.de

INHALT

Erster Diebstahl

Es ist Flucht

Ein Liebesdienst

Fragen bleiben

Humboldt

Helden

Die zwölf Aufgaben

Enrique García

Die Welt ist doch klein

Inseldasein

Julia

Simon

Freundschaft

Im Orotava-Tal

Guachinche

Wie geht es dir?

Alcalá

Gute Tage

Katerstimmung

Allein

Große Liebe

Hannah

Goldene Äpfel

Der Roman

»Il y a seulement de la malchance à n’être pas aimé: il y a du malheur à ne point aimer.«

Albert Camus, L’Été

Erster Diebstahl

An seinen ersten Diebstahl kann er sich noch gut erinnern. Es waren drei goldene Äpfel, wie sie in der Vorweihnachtszeit zu Dekorationszwecken verwendet werden. Charlie hatte sie auf dem Weihnachtsmarkt im Vorbeigehen einfach mal so eingesteckt, sich nichts weiter dabei gedacht. Er war weder stolz auf seine Dieberei noch quälten ihn Gewissensbisse. Er war einfach zufrieden über den gelungenen Coup, hielt seine Äpfel gut versteckt, schließlich stand er im zarten Alter von fünf Jahren noch unter strenger elterlicher Observation. Mit der Zeit wurde ihm sein Diebesgut immer wertvoller und erlangte vollends unbezahlbaren Symbolwert, als ihm solche Goldäpfel später dann wieder begegnen sollten. Diesmal in der Götter- und Heldensagenwelt der alten Griechen. Voller Bewunderung für den unschuldigen Paris, wie dieser sehr souverän der Liebesgöttin Aphrodite einen goldenen Apfel reicht, malte er sich aus, wie er, wenn er mal groß ist, seiner Auserwählten dann ebenso souverän einen goldenen Apfel überreichen würde.

Eine andere Geschichte aber wurde ihm später noch viel wichtiger. Und da befand er sich ganz auf Augenhöhe mit einem Halbgott. Denn auch jenem Herkules gelang der Diebstahl goldener Äpfel. Zufrieden stellte er fest, dass es ihm, verglichen mit dessen Herkulesarbeit, ein Leichtes gewesen war, an solches »Obst« zu kommen.

Es ist Flucht

Es ist Flucht. Nichts weiter als das. Ist es das? Flucht vor wem? Vor sich? Vor der Welt? Flucht vor den letzten paar Jahren, die hinter ihm liegen? Ein Scherbenhaufen, weitestgehend. Charlie versuchte, es weniger dramatisch zu sehen. Und von außen betrachtet sah ja alles auch ganz anders aus: Oberstudienrat für Kunst und Philosophie, daneben – oder müsste er der Ehrlichkeit halber sagen: hauptsächlich? – war er Maler. Ein Künstler. Außerdem gab es immerhin fast zwanzig Jahre lang eine intakte Familie, zwei inzwischen erwachsene Töchter, Haus mit Garten und selbst gepflanztem Apfelbaum. Die Ausstellungen können sich im doppelten Sinne des Wortes sehen lassen. Mit Illustrationen zahlreicher Kinderbücher hat er sich in den zurückliegenden Jahren einen Namen gemacht und damit oft mehr Geld verdient als mit der Schulmeisterei. Womit er sich zwangsläufig den Neid der Kollegen eingehandelt hat.

Die offizielle Version seines Rückzugs lautete: Sabbatjahr. Die Fassade blieb – wieder einmal – intakt. Immerhin, das schien zu funktionieren. Dafür hatte er gesorgt. Was nicht heißt, dass gerade die Neidhammel sich nicht doch die Mäuler zerreißen werden, mutmaßen werden, was dahinterstecken könnte. »Ich bitte Dich! Da steckt doch was dahinter. Da steckt doch immer was dahinter, und meistens mehr als das, was man dir glauben machen will.«

Wer davonläuft, ist ein Verräter. Stimmt ja wohl. Auch wenn die Begründung, oder besser gesagt: die Ausrede, noch so überzeugend klingen mag. Aber irgendwann ist es dann auch egal, was die anderen denken. Vielleicht stimmte es ja, dass er davonlief. Auch wenn ihm selbst das gar nicht so klar war, auch wenn er nicht einmal wusste, wovor oder vor wem er davonlief. Davonlaufen ist letztlich eine Frage des Standpunkts. Als vor fünf Jahren seine Ehe in die Brüche ging, war es Birte, die davongelaufen war. Was ihm recht und auch wieder ganz und gar nicht recht war. Was ihn aus der Bahn geworfen hat. Gott sei Dank waren Herbstferien, keine Schule. Er versuchte seinen Schmerz mit Feder und Tusche zu bändigen, auszutreiben und auf das Papier auszuquartieren, doch keine einzige Zeichnung gelang. Er nahm Farben und das größte Format, das er in seinem Atelier fand, bannte seine Trauer aufs Papier mit Schwarz und Grau und viel Schmerz.

Es waren grauenhafte Tage, in denen er im Kreis ging, gegen die Wand lief, tagelang in denselben Klamotten steckte und sich von irgendwelchen Dosen ernährte, die er im Vorratsschrank fand und deren Verfallsdatum abgelaufen war. Längst war der Anrufbeantworter verstopft, er wollte mit keinem reden, keinen treffen. Er trank, rauchte, heulte. Das Ganze gepaart mit einem Gefühl der Befreiung. Nur war der Preis immens hoch. Es war einmal, dachte er. Es war eine Liebe und sie ist nicht mehr. Aber war es denn überhaupt Liebe? War es nicht vielmehr die lange Zeit, die vielen Jahre des Zusammenseins, die Töchter, das Ende einer Familie, was ihn abstürzen ließ?

Birte war ausgezogen, zurück ins heimische Husum, erstmal nur, um sich um den alten kränkelnden Vater zu kümmern, der seit dem Tod seiner Frau allein lebte und mit seinen 84 Jahren auch partout immer noch hinterm Steuer seines alten Opel sitzen wollte und der Meinung war, dass seine Tochter ihn gar nicht oft genug besuchen könne, und der bei jeder sich bietenden Gelegenheit von seinen Föhrer Vorfahren sprach. »Dat waren noch Mannslüüd, kann ick dir sagen …«

Gedacht war, dass sie sich um ihren alten Vater kümmert, dann aber war sie davongelaufen, so hat es ausgesehen, zumindest von außen. Aber er wusste es besser, er wusste, dass er ihr doch auch davongelaufen war. Sich Trost geholt hat bei der einen oder anderen »sister of mercy«, womit er Katastrophen produzierte. Wohl, weil er sich selbst eine einzige Katastrophe war, weil alles nur noch Katastrophe war, weil er vor sich selbst davonlief und seiner Birte innerlich sowieso schon längst davongelaufen war. Er ging ihrer immer verzagter klingenden Stimme aus dem Weg und ihrem blassen Blick, in dem sich das Wattenmeer traurig und kühl zurückzog. In die zweisamen Gespräche nistete sich ein früher nie gekanntes Frösteln ein. Er floh vor den immer häufiger wiederkehrenden Momenten, in denen sie ihre Heimwehgefühle geradezu kultisch zelebrierte, er verkroch sich in sein Atelier, wo er sich die Welt bunt malte, farbenfroh wie Cinque Terre, wie einen Regenbogen, wie bunte Papageien. Es war sein Gegenangriff auf das bleierne Wattenmeer. Gesprochen wurde nie über so etwas. Sowieso wurde man immer einsilbiger. Aber er war sich im Nachhinein fast sicher, sie verstand die Sprache seiner Bilder. Und inzwischen war ihm auch klar, dass im Vorgärtchen des gebürtigen Kaiserstühlers, der in der schwäbischen Diaspora aufgewachsen war, freiwillige Lehr- und Wanderjahre in Rom und Wien verbracht hat und in Heidelberg schließlich hängen geblieben war, dass im Vorgärtchen eines solchen Südweststaatlers ein Friesenkraut nur schwerlich überleben konnte. Wie pflegte Simon, erst Schulfreund, dann Studienfreund, schließlich Freund fürs Leben, tröstlich zu sagen: »Landsmannschaftlich absolut inkompatibel«.

Ein Liebesdienst

Ein Liebesdienst. Nichts als ein posthumer Liebesdienst. Es ist wegen Simon, ihm zuliebe wollte er auf die Kanarischen Inseln fliegen. Und er weiß immer noch nicht, ob es die richtige Entscheidung war. Aber wann weiß man schon, ob es das Richtige ist, was man tut? Die Entscheidung ist eine Sache. Eine andere, mit ihr zu leben. Während der letzten Tage dachte er mal so, mal so. Mal konnte er es kaum erwarten, mal bereute er. Dann regelmäßig Gedanken an Simon. Ihm zuliebe, ein Freundschaftsdienst.

Flugzeugmotorengeräusche haben etwas Beruhigendes, dachte er. Hinter ihm zwitscherte ein aneinandergekuscheltes Pärchen »Über den Wolken«. Er döste vor sich hin, trank aus dem Plastikbecher einen weiteren Kaffee. Die blonde Stewardess ist hübsch, dachte er, auch das hilft beim Fliegen, eine blonde Stewardess in ihrem dunkelblauen Kostüm und mit den roten Lippen. Er grinste zum Fenster hinaus. Unter ihm nichts als Berge, gerade waren es noch die Alpen, inzwischen sind es die Pyrenäen, die er auch von unten kannte, aus einer viel unmittelbareren Perspektive, aber das ist lange her, da war er als Student in Südfrankreich mit einer alten, bordeauxrot lackierten »Ente« unterwegs, wollte über Andorra nach Spanien fahren. Simon hatte ihn damals in Südfrankreich besucht und sich kurzerhand in eine Französin aus Marseille verknallt, was zu unerwarteten Komplikationen in der Freundschaft führte, weshalb Charlie es vorzog, lieber eine Woche solo durch die Gegend zu gondeln, während Simon bei selbiger Claire in Marseille blieb, was sich dann aber als nicht sonderlich verheißungsvoll herausstellte. Als Charlie zurückkam, war das mit Claire geklärt, alles in allem unkompliziert überstanden. Komisch, wie wenig man davon hinüberretten kann in die späteren Jahre.

»Über den Wolken«, trällerte man ihm wieder und wieder von hinten ins Ohr, »muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, blieben darunter verborgen, und dann würde was uns groß und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein.«

Also versuchte er, es auch so zu sehen, es gelang ihm aber nur mäßig. Vielleicht fehlte einfach noch die Distanz. Gerade mal ein paar Stunden war er weg, zu kurz, um Ballast abzuschütteln, zu kurz, um loszulassen. Keine Ahnung, wie schnell das gehen würde, manchmal zweifelte er, ob er denn überhaupt würde loslassen können.

Warum mussten es ausgerechnet die Kanaren sein? Was versprach er sich davon?

Ihm war längst klar, dass er zuhause nur die halbe Wahrheit erzählt hatte, nur von einer Reise weg von der Arbeit gesprochen hat. Was suchte er auf Teneriffa, dort auf dieser Insel, der er gerade entgegenflog? Irgendwann, wenn du nur lange genug gelebt hast, wenn es nur lange genug gut ging, mit dem Beruf und der Gesundheit und der Familie und den Kindern, irgendwann kommt unweigerlich die Erschöpfung oder so etwas wie ein Zusammenbruch, das kannst du dir an fünf Fingern abzählen. Ein Naturgesetz, redete er sich ein, das sich empirisch belegen ließe, schließlich erlebst du um dich herum überall dasselbe Lied. Traurig vielleicht, aber wahr. Also handeln, sonst wirst du verhandelt, mal wichtigtuerisch, mal in Nebensätzen, hinter vorgehaltener Hand, begleitet von einem abfälligen Grinsen, hochgezogenen Augenbrauen, und wirst dann gehandelt, allemal unter Wert, wie zu vermuten ist, und dies wohl zu Recht. Immerhin, Charlie hatte gehandelt. War es wirklich aus freien Stücken? Oder wurde er da nicht geschubst? Wer zieht die Fäden? Steht so etwas schon im Buch des Lebens geschrieben? Lächerliche Gedanken. Gedanken zum Zeitvertreib beim Fliegen, »über den Wolken«. Plötzlich hatte er den Eindruck, sein Nebensitzer könnte ihm ins Gehirn schauen und sich über seine belanglosen Gedankenhüpfer mokieren. Er ließ die Jalousie herunter, schloss die Augen, schaute nach innen.

Als er auf dem nach Königin Sofía benannten Aeropuerto de Tenerife Sur aus dem Flugzeug die Gangway hinunterging, umfing ihn feucht-warme Meeresluft. So riecht Afrika, dachte er. Das Erste, was er sah, als er wenig später aus der Flughafenhalle ins Freie trat, waren gigantisch hohe Palmen. Ihr sonnenbestrahltes Grün hob sich glitzernd vom tiefblauen Himmel ab. Wie kann ein Himmel nur so blau sein! Er stand jetzt einfach für eine Weile so da, stand, holte tief Luft und dachte, dass das jetzt gut tut, das Ankommen, das Hiersein, die Wärme. Ein Atemholen wie ein Auftanken. Um ihn herum wurden in alle Richtungen die Trolleys gezogen, ihre rollenden Räder auf dem Asphalt bildeten den Basso continuo zur Ankunft unter Palmen.

Fragen bleiben

Wie gesagt, ein paar Fragen bleiben. Was ihn einigermaßen verunsicherte. Es war eben nicht nur seine Entscheidung gewesen, wie so oft wurde er auch ein bisschen entschieden. Ja genau: wie so oft. Andererseits kommt es schlicht darauf an, wie man die Sache betrachtet. Die Wahrheit ist eine Frage des Standpunkts. Und sein derzeitiger Standpunkt war, wenn man so will, die Bushaltestelle vor dem Flughafen. Von hier fuhren die Busse in den Norden und Westen der Insel. Dorthin, wo die Küste aus schwarzen Felsen und schwarzem Sand besteht, wie er gelesen hatte. Den gelben Sand dagegen gab es nur im Süden. El Sur, der Süden. Eigentlich wäre ihm der lieber gewesen. Aber das kleine Apartment, das er gebucht hatte, lag nun einmal im Westen der Insel. Abseits der Touristenströme wollte er Ruhe finden, um ungestört und mit Zeit eine alte Schuld zu begleichen.

Nichts Schöneres als Teneriffas Westküste, hatte ihm sein Kollege vom Sport nahegelegt. Schöner könne man nirgendwo auf der Welt tauchen als dort. Er wolle nicht tauchen, hatte Charlie erwidert, eher abtauchen. Noch besser, meinte der Kollege, außer den paar Sporttauchern verirrten sich kaum Touristen in die kleine Bucht mit dem schwarzen Sandstrand. Eine beschauliche Oase, hatte er ganz euphorisch hinzugefügt. Muss ja wohl was dran sein, sagte sich Charlie, verglich die Busnummer mit der auf seinem Zettel und stieg ein.

Sein Sitznachbar machte sich ungeniert mit der aufgeschlagenen »La Provincia« breit. Schlagzeilen in Riesenlettern. Charlie schaute zum Fenster hinaus in die Landschaft, überließ sich seinen Gedanken. Die Welt ist kontaminiert – von der Sucht nach Sensationen. Und je mehr Informationen es sind, denen wir uns ausliefern, desto weniger erreichen sie uns, desto weniger sind wir bereit zu differenzieren. Übersättigung macht müde, lähmt.

Nach einem Vierteljahrhundert Schuldienst ist »time out« doch sehr angenehm. Seine beiden Töchter fanden seine Reisepläne unisono »supergut«.

»Wie lange willst du bleiben?«

»Keine Ahnung«, er wisse es nicht. »Vielleicht einen Monat«, er müsse sich ja nicht wirklich auf den Tag genau festlegen.

»Nur?«, fragten sie erstaunt. »Bleib, solange es dir gut tut«, sagten beide und waren sich wie so oft sehr einig. Na ja, sie sind lieb mit ihrem Vater, dachte Charlie. Aber in erster Linie sind sie mit sich selbst beschäftigt und wünschen, solange alles gut läuft, möglichst wenig Einmischung. Ist gut so. Soll ja auch so sein!

Am meisten fehlte ihm jetzt Simon. In jeder Lebenslage hatten sie sich besprochen. Seit der Schulzeit. Waren beste Freunde. Gingen durch dick und dünn. Halfen sich gegenseitig aus jeder nur erdenklichen Patsche. Einer für alle, alle für einen. Als Kinder waren sie Musketiere, waren Cowboys, und später, als die Mädchen ins Blickfeld gerückt waren, spielten sie edle Ritter.

Jetzt hätte er sich gerne mit Simon beraten. Hat sich hundertmal schon gefragt, wie er wohl reagiert hätte. Inzwischen war er sich ziemlich sicher, dass Simon sein berühmtes »Stop it!« verordnet hätte. Wenn eine Situation verfahren schien, dann sagte Simon mal laut, mal leise, mal lächelnd, mal streng »stop it!«. Damit meinte er unmissverständlich »Hör auf damit! Das bringt nichts. Raus aus der Sackgasse.« Es war einer seiner Lieblingssätze. In vielen Lebenslagen sehr hilfreich, dachte Charlie, und war überzeugt, dass es auch jetzt helfen könnte. »Stop it!« Man könnte auch sagen: Abstand tut not.

Nach Simons Tod hatte Charlie sich um dessen Familie gekümmert, sie regelmäßig besucht, anfangs noch oft, dann nur noch gelegentlich. Dem Sohn hatte er zum Abitur gratuliert und ihm einen Zuschuss für seine Kanadareise zugesteckt. Inzwischen, immerhin ist es schon über ein Jahr her, telefoniert man nur noch gelegentlich. Als vor ein paar Wochen Hannah, Simons Tochter, in Dresden ihr Staatsexamen in Medizin bestanden hat, hatte sie Charlie als ihren Patenonkel zur Examensfeier eingeladen. In ihr begegnete ihm wieder der Freund. Ihr warmes Lächeln, ihre spontane Freundlichkeit. Sie war auch diejenige, die sich immer wieder einmal nach ihm erkundigt hat. Vielleicht, weil sie immer schon eine enge Beziehung zu ihrem Vater hatte, und so auch am meisten von dieser Freundschaft wusste. Am Tag nach der Examensfeier hatten sie sich beim Spazierengehen lange unterhalten. Als Charlie meinte, er sei reif für die Insel, reagierte Hannah sehr spontan: »Dann flieg doch auf die Kanarischen Inseln. Du und mein Vater, wolltet ihr nicht eh die goldenen Äpfel der Hesperiden rauben?«

Charlie reagierte mit angesäuertem Lächeln. Sein Schweigen klang traurig. Ein wunder Punkt, dachte Hannah und schickte nach: »Immer wieder hat Papa davon angefangen, dass ihr so etwas geplant hättet. Allerdings habe ich nie ganz verstanden, was es damit auf sich hat.«

»Warst du nicht vor ein paar Jahren auf Teneriffa?« Charlie schaute fragend auf Simons Tochter und musste an den Freund denken.

»Ja, Tante Julia hatte mich in ihr Ferienhotel eingeladen.«

Simons Schwester führte ein Wellness-Hotel auf Teneriffa. Charlie kannte sie flüchtig, das letzte Mal war er ihr begegnet, als man ihren Bruder zu Grabe trug. Eine Begegnung, die gemischte Gefühle hinterließ. Mochte durchaus am Anlass gelegen haben. Ihr und ihrem Bruder waren nur eine Handvoll gemeinsamer Kindheitsjahre vergönnt. Nach der Trennung der Eltern waren sie weit entfernt voneinander aufgewachsen, Simon beim Vater in Stuttgart, Julia bei ihrer Mutter in München. Es gab wenig gemeinsame Zeit. Simon studierte Medizin, ging erst in die Forschung, wechselte dann als Oberarzt in die Kinderpsychiatrie. Julia studierte Spanisch, ging für ein Jahr nach Madrid, wo sie sich in ihren Alberto verliebt hat, mit dem sie inzwischen gut zwanzig Jahren verheiratet ist.

Nach der Examensfeier hatte Hannah ihrem Patenonkel ein altes Oktavheft ihres Vaters überreicht.

»Fein säuberlich hat er eure Unternehmungen zu Papier gebracht. Hab alles gelesen, zweimal sogar«, sagte Hannah. »Es war traurig und lustig zugleich, und plötzlich war mir mein Vater wieder sehr nahe. Ich bewundere eure lebenslange Freundschaft.«

»Herkulesaufgaben« hatte Simon darübergeschrieben. Es war eine Art Logbuch, kurze Notizen, stichwortartig, ohne ausschmückendes Beiwerk, zwischen den Zeilen Simons trockener Humor. Bereits auf der Rückfahrt von Dresden hatte Charlie diese Erinnerungen in einem Rutsch durchgelesen. Und auch hierher nach Teneriffa hatte er sie mitgenommen.

Alcalá wird durch die Hauptstraße von Las Americas nach Los Gigantes in zwei Hälften geteilt. Oberhalb der Straße befindet sich der wenig ansehnliche moderne Stadtteil, der in den letzten Jahren entstanden ist. Umso reizvoller liegt zum Meer hin die Altstadt mit ihrem traditionellen Ortskern, einem kleinen Hafen und der Plaza mit uralten Lorbeerbäumen. Sein Zimmerchen lag unweit der Avenida de los Pescadores direkt über einem kleinen Fischrestaurant. Nicht zu überriechen, sagte ihm seine Nase, als er das Fenster öffnete und aufs Meer schaute. Da er Fisch mochte, war es ihm egal. Und vermutlich würde sein gelegentliches Gitarrenspiel im Fischrestaurant weniger störend empfunden, als wenn unter ihm Feriengäste logierten. Früher hätte man von einer sturmfreien Bude gesprochen. Es war alles andere als ein Wellness-Hotel, wo er da gelandet war, aber das war ihm recht so. Ein Stück weit Normalität. Es gab genug Platz zum Malen. Und fürs Gitarrenspiel sowieso. Und vielleicht sollte er ja wirklich mal ans Schreiben denken. Jetzt, wo er ein paar Tausend Kilometer Distanz hatte, und sich die ersehnte Ruhe hoffentlich einstellen würde, wünschte er sich nichts mehr, als den Kopf freizukriegen. Noch schwirrte ihm dieser Kopf. Vom Flug und dem Gepäckschleppen. Eine Last ganz anderer Art war dieses uneingelöste Versprechen. Eine Altlast. Weiß Gott, nichts wäre ihm weniger in den Sinn gekommen, als einen Roman zu schreiben. Endlich also würde er sich dransetzen. Versprochen ist versprochen.

Schwer zu begreifen, dachte er, wie jugendlicher Leichtsinn nach Jahrzehnten noch das Leben bestimmt.

Humboldt

Im Grunde war an allem der Humboldt schuld. Charlie räumte den Kofferinhalt in den Kleiderschrank. Auf dem altmodischen Büffet breitete er seine Malutensilien aus, Tuschfedern, Tusche, Pinsel, Aquarellfarben, Zeichenpapier. Zwischen das Büffet und das Bett stellte er seine Gitarre. Sie war so etwas wie sein Anker.

Für den Augenblick genug gereist. Jetzt ging es ums Ankommen. Er steckte sein Notizbuch ein. Irgendwann müsste er anfangen.

Zu dem kleinen schwarzgrauen Lavastrand waren es nur wenige Schritte. Er hatte sich, gegen einen Felsen gelehnt, in den Sand gesetzt und sein Notizbuch auf der ersten Seite aufgeschlagen.

»Ohne Dr. Alois Huber, den alle Humboldt nannten, was ihm gut gefiel, wären wir nie im Leben auf so spleenige Ideen gekommen, ohne ihn hätten wir uns nie solche Projekte vorgenommen. Keine Ahnung, wer unserem Geschichts- und Philosophielehrer diesen Spitznamen verpasst hatte. Warum, war klar: Weil er an der Schule der gescheiteste und gebildetste Mensch war, den man sich vorstellen konnte, ein Universalgelehrter, ein Allroundwissenschaftler, der Goethes Dramen kannte und Schillers Balladen und der über nichts lieber sprach als über die griechischen Philosophen. Er war hoffnungslos altmodisch bis zum Vatermörder-Kragen, trug das immer gleiche dunkelblaue Jackett mit speckigen Lederecken am Ellenbogen, darunter eine Weste aus Tweed, seine weißen Hemden schmückten perlmutterne Manschettenknöpfe, und die üppigen Fliegen, die er trug, waren für die Klasse so etwas wie Stimmungsbarometer. Zumindest wurden sie je nach Muster zu solchen getuschelt. Einerseits war er durch seine skurrile Art Zielscheibe unserer Spötteleien, andererseits war jede seiner Unterrichtsstunden ein Ereignis, sein schier unbegrenztes Wissen flößte allenthalben Respekt ein. Die Philosophie-AG besuchten wir nicht wegen der Philosophie, sondern wegen Humboldt, er fesselte und faszinierte. Seine Sätze wurden als schulbekannte Aphorismen gehandelt, in der Schülerzeitung veröffentlicht und noch Jahre nach dem Abitur bei Klassentreffen wieder zitiert. Er versorgte uns mit kleinen Weisheiten und klugen Sätzen, einem geistreichen Proviant für fast alle Lebenslagen. Humboldt war beliebt, man mochte ihn, trotz seiner gelegentlichen Jeremiaden über den Verlust der klassischen Allgemeinbildung, einem Bildungsideal, das nach seinem großen Vorbild Wilhelm von Humboldt benannt wurde, den man wiederum, wie er gelegentlich differenzierte, nicht mit dem um zwei Jahre jüngeren Bruder Alexander von Humboldt verwechseln sollte, der durch seine Forschungsreisen berühmt wurde und über den Goethe gesagt haben soll, ›man könne in acht Tagen nicht aus Büchern herauslesen, was der einem in einer Stunde vorträgt‹.

Dieser Alexander von Humboldt war übrigens, noch bevor er vor rund zweihundert Jahren zu seiner großen Amerikareise aufgebrochen war, nach Teneriffa gekommen, allerdings nicht, um goldene Äpfel zu stehlen. Im Juni 1799 ging er im Hafen von Santa Cruz de Tenerife an Land. Dieser Hafen von ›Sainte Croix kann als eine große Caravanserai betrachtet werden, welche auf dem Wege nach Amerika und Ostindien liegt‹, notierte er in seinem Tagebuch. Er bereiste den Norden der Insel, durchwanderte das Tal von Tacoronte, nichts Majestätischeres habe er je gesehen, und nirgends habe er je ›ein so mannigfaltiges, so anziehendes, durch die Verteilung von Grün und Felsmassen so harmonisches Gemälde‹ vor sich gehabt wie hier.«

Charlie schaute aufs Meer. Er war weder am Ufer des Orinoco noch in den Kordilleren von Peru, so wie Alexander von Humboldt, aber schon jetzt bedauerte er diesen berühmten Besucher, dem nur sechs Tage auf Teneriffa vergönnt waren, wie wohl den meisten Urlaubern, die heutzutage millionenfach pro Jahr hierher kommen.

»Mit Humboldt also hat es angefangen. Mit ›unserem‹ Humboldt, einer Ausnahmeerscheinung an der Schule. Selbst die Renitentesten in der Klasse haben bei ihm gutgetan. Sein Unterricht war vergnüglich und hat unsere Neugierde geweckt. Wahrscheinlich hatte er noch nie etwas von Reformpädagogik oder Mediendidaktik gehört. Oder hat solches schlicht ignoriert. Pädagogisch war er vorgestrig.

Außer der guten, alten grünen Schultafel keinerlei Medien. Humboldt war das Medium. Ein ziemlicher Alleinunterhalter. Wir hingen an seinen Lippen. Ob er über Bücher sprach, die wir unbedingt alle lesen müssten – und es dann gelegentlich sogar taten – oder ob er durch sein Erzähltalent geschichtliche Ereignisse zum Miterleben nah ins Klassenzimmer holte, auf seinen Unterricht war man gespannt. Immerhin hat er uns dazu gebracht, aktiv zu werden. Schlechte Noten in Klassenarbeiten konnte man durch Sonderleistungen neutralisieren, indem man etwa eine Ballade auswendig vor der Klasse vortrug. Da ich damals Schauspieler werden wollte, kam mir das wie gerufen. Raffiniert wie er aber war, traf er die Auswahl. Gedichte mit historischen Themen, von Schiller, Gustav Schwab, Uhland, Goethe oder Hölderlin. Die meisten kann ich heute noch auswendig hersagen. Schon verrückt! Die Klasse hat’s genossen. Während ich rezitierte, konnte man schlafen oder Hausaufgaben machen oder sich anderweitig beschäftigen. Zumindest hatte man seine Ruhe. Meist wählte Humboldt Balladen aus, die sich ihr Personal aus der griechischen Mythologie holten. Ich erinnere mich, wie ich das Hölderlin-Gedicht ›An Herkules‹ auswendig lernen musste. Bei den Griechen hieß er Herakles. Egal. Im Anschluss an die Rezitation ging es stundenlang um diesen Herakles und seine Heldentaten. Zur Strafe, aus welchen Gründen auch immer, wurden ihm zwölf nach menschlichem Ermessen unmögliche Aufgaben auferlegt. Humboldt hat uns das ausführlich geschildert, hat den mythologischen Hintergrund geliefert und uns dann aufgefordert, entsprechende Herausforderungen in der Gegenwart ausfindig zu machen. Wir sollten allen Ernstes ähnliche Aufgaben in unserer heutigen Welt entdecken. Was wir zuerst ganz spannend fanden, bis uns klar wurde, dass das völliger Unsinn ist. Klar, im übertragenen Sinn kann man einen Augias-Stall auch heute ausmisten, Mist wird schließlich überall gebaut oder angehäuft. Aber wo, bitteschön, sollten wir eine neunköpfige Hydra finden, der für jeden abgeschlagenen Kopf zwei neue Köpfe nachwachsen? Wo gibt’s ’ne Hirschkuh mit einem goldenen Geweih? Wo fliegen stymphalische Vögel mit ehernen Flügeln? Und so ging es weiter. Wir waren überfordert, was Humboldt auch eingesehen hat. Als sich dann aber mehr so zum Jux ein Hinterbänkler gemeldet hat und kundtat, Simon habe doch ein ›Hercules-Fahrrad‹, da war Simon plötzlich, und ohne dass er selber darauf gekommen war, der Star der Klasse. Humboldt hat den Ball aufgegriffen. Simon solle doch bis zum nächsten Mal Erkundigungen über die Geschichte dieser Fahrradmarke einholen. Wir gingen zum Fahrradladen, holten uns Prospekte, Simon telefonierte mit den ›Hercules-Fahrrad‹-Werken, die dann ein großes Plakat schickten, auf dem ein Herkules dargestellt war, der mit einem Arm ein Fahrrad in die Höhe stemmt. Das hing dann für den Rest vom Schuljahr im Klassenzimmer. Inzwischen hatte uns das Herkules-Fieber gepackt, wir fingen an, herumzuspintisieren, überlegten dann doch, was heutzutage echte Herkulesaufgaben, heldenhafte Taten sein könnten. Zwischen komplettem Unsinn und Brunnen graben in Afrika war alles dabei. Immer deutlicher kristallisierten sich allmählich Ideen heraus, die wir ernsthaft als Herausforderungen sahen, die Überwindung kosteten, mal mehr, mal weniger. Simon und ich hatten uns vorgenommen, sie im Laufe der Zeit gemeinsam in Angriff zu nehmen. Zwölf an der Zahl, logisch, wie bei Herkules.

Wie so oft hat alles seine Vorgeschichte. Oder auch in der Mehrzahl: Vorgeschichten. Unsere Klasse war weit über das Schulhaus hinaus berüchtigt. Eine seltsame Ansammlung schräger Typen. Einer, der dünne Konrad, war der Hans Guck-in-die-Luft, weil er erhobenen Hauptes durch die Straßen stolperte, nie auf den Weg schaute und sich ständig irgendetwas gebrochen hat. Sonja schnitt sich gelegentlich einen Teil ihrer langen Haare ab, weil sie keinen Faden zum Flicken ihrer Bluse fand, Claudi schrieb bereits mit zehn ein Buch über zwei verfeindete Schwestern, die sich gegenseitig umbrachten, und Toni, unser Italiener, fuhr mit seinem Bobby Car durch die Stadt, bis er von der Polizei aufgegriffen wurde. Rainer, der Streber der Klasse, blieb im Urlaub mit den Eltern in der Londoner U-Bahn sitzen, während die Eltern schon draußen waren und die ›Tube‹ mit ihm dann allein weiterfuhr. Erst am darauffolgenden Tag kam es zur glücklichen Familienzusammenführung. So richtig normal war kaum einer, auch ich nicht, nicht einmal Simon. Wahrscheinlich, weil Blödsinn ansteckend ist, vor allem an langweiligen Nachmittagen. Da wussten wir noch längst nichts von Herkules und seinen Heldentaten, das war ganz und gar ohne Mythologie, sehr altersentsprechend, ziemlich albern.