Die Herren der Grünen Insel - Kiera Brennan - E-Book

Die Herren der Grünen Insel E-Book

Kiera Brennan

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Beschreibung

Vier Familien, sechs Jahre Krieg und eine einzige Krone

Irland 1166: Die Grüne Insel ist in viele kleine Reiche zersplittert, die sich unerbittlich bekriegen. Könige fechten langjährige Fehden aus, und selbst die friedliebendsten Untertanen werden in den blutigen Machtkampf hineingezogen. Zugleich droht ein gemeinsamer Feind in Irland einzufallen: Henry Plantagenet will die Insel an sich reißen. Werden sich Die Herren der Grünen Insel vereinen und sich gegen den König von England stellen? Und welche Rolle spielen der grausame Krieger Ascall und die von ihm entführte Caitlín in diesem Kampf um Macht und Blut?

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KIERA BRENNAN

DIE HERREN DER GRÜNEN INSEL

Roman

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1. Auflage

© der Originalausgabe 2016 by Blanvalet Verlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Dieses Werk wurde vermittelt durch die Literarische Agentur Thomas Schlück GmbH, 30827 Garbsen

© 2016 by Kiera Brennan

Redaktion: Margit von Cossart

Umschlaggestaltung: www.buerosued.de

Umschlagmotiv: plainpicture/Günther Philipp; www.buerosued.de

Karte und Illustration: © Tina Strube, books & infographics

Satz: Buch-Werkstatt GmbH, Bad Aibling

ISBN 978-3-641-10352-1V001

www.blanvalet.de

Vorbemerkung

Das Irland des 12. Jahrhunderts, in das ich Sie entführe, war ein Mosaik aus Provinzen und sehr kleinen Reichen. Nicht immer konnte der Hochkönig – die übergeordnete Instanz – die vielen Könige unter sich vereinen und für Frieden sorgen. Oft kam es unter den Klein- und Großkönigtümern zu blutigen Fehden. Freie Männer wurden als Söldner angeworben und in die vielen Schlachten geschickt, die die Erde der Insel mit Blut düngten. Kriegszüge, in deren Verlauf Geiseln genommen und Unterlegene versklavt wurden, dauerten oft jahrelang.

Die damalige Umgangssprache war irisches Gälisch, eine Sprache, in der viele Silben nur gehaucht werden – also Buchstabenkombinationen wie »bh«, »dh«, »fh« oder »gh« wie ein stummes H oder gar nicht ausgesprochen werden. Zum anderen gibt es viele Doppel- und Dreiervokale wie ai, ao, ea, oi oder aoi, eoi, iai, die nur mit einem bestimmten Vokal oder Umlaut wiedergegeben werden. So ist bei ai das I stumm oder das E wird in Kombination mit einem O oder A zum J.

Bei den Namen der historischen Persönlichkeiten stand ich vor der Wahl, entweder die anglisierte Schreibweise zu benutzen, die dem Leser die richtige Aussprache erleichtert, oder die gälische, die historisch authentischer ist. Ich habe mich für folgenden Kompromiss entschieden: Immer wenn die gälische Namensform relativ leicht zu lesen beziehungsweise auszusprechen ist, zum Beispiel bei Diarmait (englisch Dermot), Aoife (englisch Eva) oder Tigernán (englisch Tiernán), habe ich diese benutzt. Bei komplizierteren Namen habe ich mich der Einfachheit halber für die anglisierte Form wie Ruari O’Connor statt Ruaidrí Ua Conchobair oder Murtagh statt Muirchertach entschieden. Gleiches gilt für die Ortsnamen im Roman – bei bekannten Orten, sei es Dublin oder der Fluss Liffey, habe ich den Namen verwendet, der heute in Gebrauch ist. Bei Orten, die im Roman bedeutsam, die unsereins aber kaum vertraut sind, habe ich den ursprünglichen gälischen Namen angewandt.

Wie man die gälischen Eigennamen, die ich in diesem Buch verwende, korrekt ausspricht, können Sie dem Personenverzeichnis im Anhang entnehmen.

Prolog

1151

Ascall war sechs Jahre alt, als er zum ersten Mal tötete. Nichts in dieser Nacht hatte ihn darauf vorbereitet.

Es war eine lange Nacht, ebenso schwarz wie kalt, eine Nacht, wie sein Bruder Ailillán sie fürchtete. Er vermutete hinter den grauen Nebelschwaden Geister und hinter dem Wald, der die Burg Dún Fionn umgab, ein Heer verwunschener Söldner, die nicht wussten, dass sie längst dem Tode geweiht waren, und immer noch drohend ihre Waffen erhoben.

Ascall lachte den ein Jahr jüngeren Ailillán aus. »Ich zeige dir einen Ort, der zu warm ist, als dass sich Geister dort wohlfühlten.«

»Woher weißt du denn, dass Geister Wärme hassen?«, fragte Ailillán erstaunt.

Ascall gab keine Antwort, aber Ailillán folgte ihm trotzdem vom Haupthaus ins Freie. Der Nachthimmel schien aus Pech zu sein – zu zäh, um jemals wieder freundliches Sonnenlicht durchzulassen. Weiß hingegen war der Hauch vor ihren Mündern, als sie über den Hof rannten. Sobald sie den rötlichen Lichtschein der Fackeln zurückgelassen hatten, sahen sie nicht einmal mehr ihn. Ailillán stolperte immer wieder, Ascall nicht. Er kannte jeden Stein und jede Furche im Boden. Es gab kein Loch, in das er noch nicht gelugt, keine Ritze, in die er nicht seine Hand gesteckt, keinen Winkel, den er unerforscht gelassen hatte. Noch nie hatte er die Ringburg, auf der er geboren worden war, verlassen, erst recht nicht, seit ihr Vater Jahre zuvor in den Krieg gezogen war. Er, Ascall, sei nun der Herr, bis er wiederkomme, hatte dieser beim Abschied erklärt.

Bis jetzt gab es kein Lebenszeichen von Ultan von Toora, doch das hatte nichts zu bedeuten. Ascall war sicher, dass der Vater einfach noch nicht genügend Feinde getötet hatte. Kriegszüge dauerten schließlich nicht nur Wochen wie früher, sondern manchmal mehrere Jahre, und in dieser Zeit musste er Dún Fionn und die Menschen, die hier lebten, beschützen.

Immer weiter ließen sie das Haupthaus mit der großen Halle zurück, den Anbau an der nördlichen Längsseite, in dem ihre Mutter und ihre Tante schliefen, außerdem die Vorratskammern, die Grubenhäuser, Stall und Schmiede, Werkstätten, in denen Bronze und Blei verarbeitet wurden, und die Scheune, wo man im Sommer das Getreide drosch. Ascall hatte ein anderes Ziel, ein kleines Gebäude in der Nähe der kreisrunden Mauer, die einst auf der Spitze einer großen Kalksteinerhebung gebaut worden war und schon den Attacken der gefürchteten Wikinger standgehalten hatte. Die Wände dieser Hütte waren aus Flechtwerk errichtet und sorgfältig mit Lehm ausgestopft worden, sein Dach dick mit Reet gedeckt, sodass der kalte Odem der Nacht keinen Einlass fand.

Ailillán scheute die Dunkelheit, die sie im Inneren erwartete, mehr, als dass er die Wärme herbeisehnte. »Was willst du denn ausgerechnet hier?«, fragte er zweifelnd und versteifte sich.

Ascall gab ihm einen Stoß. »Nun geh schon hinein.«

»Dürfen wir das überhaupt?«

»Ich bin der Herr von Dún Fionn, ich darf alles.«

»Die alte Úna hat gesagt, dass den O’Neills jetzt die Burg gehört, weil Vater ihr Gefangener ist. Sie hat auch gesagt, dass alle mächtigen Männer Geiseln halten, sonst wären sie schließlich nicht mächtig, und dass die Geiseln oft getötet oder geblendet werden.«

Ascall packte Aililláns Hand so fest, dass sich seine Nägel ins weiche Fleisch des Daumenballens gruben. Der Bruder wimmerte.

»Sag nie wieder so einen Unsinn über Vater!«, zischte Ascall.

»Dann sag du mir, wo wir hier sind!«

Ascall erklärte ihm, dass die Ernte meist feucht vom vielen Regen sei. Dass man das Getreide vor dem Dreschen und Mahlen erst in einem mit Lehm und Steinen ausgekleideten und mit Torf beheizten Ofen, den man sorn nenne, trocknen und härten müsse. Und dass sich dieser im Holzhaus befinde.

Als sie endlich eintraten, brannte kein Feuer darin, noch nicht einmal die roten Augen der Glut blickten ihnen entgegen, aber die Wände des Ofens waren noch warm, und die Balken, die das Dach stützten, knackten, als würden sie sich wohlig strecken. Ungleich furchterregender klang das Geräusch, das dem Knacken folgte – ein Röcheln, nein, ein Knurren, tief und bedrohlich.

»Und es gibt sie doch!«, rief Ailillán angstvoll. »Geister, Feen, Götter, Elfen …«

»Selbst wenn es sie gäbe, sie würden niemals einen Schritt auf die Burg setzen! Sie wohnen auf Bäumen und unter Felsen, in Flüssen und Mooren. Und bei Mondschein tanzen sie auf den Lichtungen.«

»Aber heute scheint kein Mond.«

»Wenn sein Licht auf die Welt fiele, dann würdest du sehen, dass hier kein Geist sein Unwesen treibt, jedoch ein … Kätzchen schläft.«

Aililláns Atem beruhigte sich. »Wo ist es denn?«, fragte er neugierig.

Ascall zog den Bruder noch näher zum Ofen. Er wusste, dass er Kätzchen liebte. Manchmal schnitzte er ihm eins aus abgelagertem Buchen- oder Ebenholz. Seine Mutter Almaith behauptete, dass auch sein Vater gut schnitzen könne. Die alte Úna hingegen sagte, dass das nichts Besonderes sei. Es liege nun mal in der Natur eines jeden Mannes, mit dem Messer umgehen zu können. Vermöchte er das nicht, sei er eben kein Mann, sondern ein Mönch.

Ob dieses dumme alte Weib wirklich Geschichten vom Vater herumerzählte, die nicht stimmten? Falls es so wäre, würde Ascall sie zur Rede stellen, er war immerhin der Herr von Dún Fionn, Ultan von Tooras Stellvertreter, aber jetzt schlief Úna wohl tief und fest, und die Angelegenheit konnte bis zum kommenden Morgen warten.

Ascall griff in den Ofen, tastete sich immer weiter vor, stieß schließlich auf ein wohlig schnurrendes Fellbündel und zog es heraus. Vorsichtig reichte er es Ailillán. »Hier … hier ist das Kätzchen. Du kannst es halten.«

»Wo ist seine Mutter? Warum schläft es hier ohne seine Geschwister?«

»Es ist groß genug, um allein zu leben. Die Mutter mag es nicht mehr und gibt ihm Ohrfeigen, wenn es ihr zu nahe kommt.«

»Das ist grausam.«

»Grausam sind Krieger, keine Katzen. Die folgen nur ihrer Natur.«

»Krieger etwa nicht?«

»Ein Held wird, wer über sich hinauswächst.«

Sein Vater war ohne Zweifel ein Held. Gewiss sehnte er sich nach seiner Heimat, dem Weib und den Söhnen, aber er folgte beharrlich der Pflicht, Feinde zu besiegen.

Die beiden Knaben hockten sich vor den warmen Ofen, streichelten das Kätzchen und spürten, wie es mit den Pfoten sanft gegen ihre Hände trat. Bis eben hatten Ascalls Zähne vor Kälte geklappert, doch als er sich an den Körper des Bruders schmiegte und dem Schnurren des Tierchens lauschte, war ihm, als würden ihn nach langem Regen Sonnenstrahlen kitzeln. Er schloss die Augen und wähnte sich nicht länger von dunkelster Nacht verschluckt, sondern an jenen strohgoldenen Tag zurückversetzt, da sein Vater von Dún Fionn fortgeritten war …

Er nickte ein, träumte davon, dass der Vater wiederkam und an seinem Gürtel die Köpfe der Besiegten trug. Der brachte gewiss nicht nur Köpfe mit, auch goldene Fibeln und kupferne Gürtelschnallen für die Mutter, Stoffe so weich wie das Fell des Kätzchens und frische rote, süße Äpfel, deren Saft über das Kinn lief, wenn man hineinbiss.

Ascall schmatzte genussvoll, und dieses Geräusch riss ihn aus dem Schlaf – das und noch ein anderes.

Ailillán schlief tief und fest, das Kätzchen hatte sich auf seinem Schoß zusammengerollt und zu schnurren aufgehört, Ascall aber konnte nicht einfach wieder die Augen schließen und so tun, als hätte er es nicht vernommen.

Er spitzte die Ohren, und da! Da war es wieder! Ein Ächzen, als würde einer gequält seinen letzten Atemzug tun. Ein Poltern, als würde einer schwer auf den Boden fallen. Ein Klirren, als würde einer sein Schwert ziehen oder es wieder in die Scheide stecken – sicher mit blutiger Klinge.

Ascall sprang auf. Jetzt, da er konzentriert lauschend den Atem anhielt, war nichts mehr zu hören als sein eigener dröhnender Herzschlag, doch das beruhigte ihn mitnichten. Die Stille hatte nichts Tröstliches, war schwer und schwarz wie die Nacht, verhieß nicht Schlaf, sondern … Tod.

Trostsuchend streichelte er das Kätzchen, aber das schien von Mäusen zu träumen, fuhr jäh seine Krallen aus und kratzte ihn. Der stechende Schmerz ließ Ascall kurz seine Furcht vergessen und das warme Blut, das über seinen Handballen floss, doch das Unbehagen wurde alsbald von einem neuen Laut genährt. Dieses Mal war es ein panischer Schrei, der so abrupt endete, dass er schwören konnte, hier war jemand zum Verstummen gebracht worden.

Ascall stürzte hinaus, spürte weder Kälte noch Dunkelheit, nahm nur die unsichtbare Bedrohung wahr. Ein salziger Geruch lag in der Luft, von dem sich nicht sagen ließ, ob er von verschwitzten Pferde- oder Menschenleibern kam. So oder so kündete er davon, dass jemand die Burg betreten hatte.

Ein Verbündeter seines Vaters.

Oder ein Feind.

Ascall griff nach seinem Gürtel, wo das kleine Messer hing, mit dem er seine Holzfiguren schnitzte. Nicht, dass er hoffte, er könnte feindlichen Kriegern tiefere Wunden zufügen als einen Kratzer, doch kämpfen würde er gleichwohl – würde jedem zeigen, dass er der Herr von Dún Fionn war, würde den Namen seines Vaters ehren.

Der Boden war nass vom letzten Regen. Obwohl er schlich, ertönte bei jedem seiner Schritte ein Schmatzen. Lauter als dieses, obwohl aus weiter Ferne und von Holz- und Lehmwänden gedämpft, waren aufgeregte Stimmen zu vernehmen. Ascall vermutete, dass sie aus der Halle des Haupthauses kamen oder von den Gemächern der Mutter unmittelbar dahinter, und ging entschlossen darauf zu.

Der Mond versteckte sich, die Sterne dagegen lugten neugierig hinter den Wolken hervor – tausend gleichgültigen Augen gleich, die ihn anstarrten, ohne seinen Mut zu befeuern oder ihn vor Gefahr zu warnen. Immerhin ließ ihr Licht ihn die Fußspuren im aufgeweichten Boden erkennen – große Fußspuren, viel tiefer als die, die er selbst hinterließ.

Ascall blickte hoch zum Wehrgang auf der Mauer, aber da war kein Krieger. Er lugte zum Tor, auch dort hielt niemand Wache. Sie konnten doch nicht alle davongelaufen sein, ohne dass er es bemerkt hatte!

Nun, da beim Eingang saß jemand – der alte Bran, der nur mehr zwei Zähne hatte und einen Buckel und der so wacklig auf seinen Beinen stand, dass die anderen Männer höhnten, er müsse im Sitzen pissen wie ein Weib. Trotzdem konnte er immer noch mit der bloßen Hand Mäuse fangen, und diese aß er dann – noch lebend und roh.

»Bran?«

Bran saß vornübergebeugt. Er hatte kaum mehr Haare auf dem Kopf, doch die wenigen dünnen Strähnen reichten, um sie zu packen und seinen Kopf zurückzuzerren. Obwohl dunkle Wolkenfäden das Licht der Sterne verschluckten, konnte Ascall erkennen, dass sie weit offen standen … und blind und leer waren. Bran würde nie mehr Mäuse fangen und sie verspeisen.

»B… Bran …«, stammelte Ascall.

Das Haar des Alten starrte vor Dreck, sein Wams war blutbesudelt. Schwarz und zäh sickerte es aus der Brust, aus der der Griff eines Messers ragte.

Wenn ich es herausziehe, hätte ich zwei …

Aber Ascall hatte Angst vor dem Toten, zog einen weiten Kreis um ihn und betrat den kleinen Vorraum, der in die Halle führte. Hier erleuchteten zwei unruhig flackernde Fackeln die Wände, die, als er mit Ailillán vorbeigeschlichen war, noch nicht in der Verankerung gesteckt hatten. Ascall erschrak vor seinem eigenen bebenden Schatten, als er sich umblickte.

Ich bin der Herr von Dún Fionn, ich kämpfe wie mein Vater, ich darf mich von der Angst nicht besiegen lassen.

Die Willensanstrengung, sich diese Worte wieder und wieder zu sagen, war so groß, dass kein Platz für Panik blieb – was indes nicht verhinderte, dass sich seine Eingeweide zusammenzogen, als er einen weiteren reglosen Leib entdeckte. Dieser saß nicht, sondern lag auf dem Bauch, sodass Ascall nicht in blicklose Augen sah, nur auf eine riesige offene Wunde am Rücken. Dennoch erkannte er, dass es die alte Úna war.

Tot, tot, tot …

Nicht nur Bran, auch Úna, die behauptet hatte, dass sein Vater womöglich als Geisel gefangen gehalten wurde. Der Gedanke empörte ihn natürlich auch jetzt noch, doch in einem musste er der Alten recht geben: Wären alle Feinde seines Vaters tot, würden sie nicht in die Burg eindringen, um ihre Bewohner zu töten.

Ascall stieg über Úna hinweg. Er wollte sie so wenig berühren wie Bran, aber hier in dem schmalen Vorraum war zu wenig Platz, um einen weiten Kreis um sie zu ziehen. Úna war bekannt dafür gewesen, den besten Käse von Irland zuzubereiten. Goldgelb war er und würzig und ließ an Rinder denken, die nur sattgrünes Gras fraßen, nie schlammig braunes, und die nur unter wohligem Sonnenschein wiederkäuten, nicht unter regenschwerem Himmel. Selbst jetzt roch sie nach diesem Käse und nach Milch, nicht nach Tod. Der Geruch begleitete Ascall die nächsten Schritte über.

Ailillán … Hoffentlich schläft Ailillán und folgt mir nicht … Ich hole ihn später, wenn ich die Feinde verjagt habe …

Als Ascall wieder ins Freie trat und das Langhaus umrundete, um durch den Hintereingang die Schlafgemächer auf der Nordseite zu erreichen, bemerkte er, dass die Stimmen, die er zuvor wahrgenommen hatte, verstummt waren. Ein anderes Geräusch wurde hingegen lauter. Kein Klirren von Waffen war es, kein Ächzen von Sterbenden, kein erschrockener Schrei, sondern ein Stöhnen, wohlig wie das Grunzen der Schweine, wenn er sie mit Eicheln, Molke und den Schalen von Rüben fütterte. Den Ferkeln, von denen er manchmal eines in den Händen gehalten hatte, hatte er immer besonders gutes Futter verschafft.

Sie haben so weiche Haut wie Säuglinge, hatte die alte Úna oft behauptet. Aber viele werden von der Mutter zerquetscht oder totgebissen, hatte der alte Bran dagegengehalten. Vielleicht hatte er zu Lebzeiten auch Ferkel roh gegessen …

Selbst wenn Ascalls Mutter weder so grausam wie Bran noch wie die Säue war, die sich auf ihre Ferkel legten, kam das Stöhnen doch von der Kammer, die sie sich mit der jüngeren Schwester und drei Mägden teilte, und als Ascall darauf zuschritt, vermischte sich ein Wimmern damit, das kläglicher klang, als jedes Ferkel quietschen konnte. Er biss sich auf die Lippen, um einen Aufschrei zu unterdrücken.

Ich muss die Mutter retten!

Dies war ihm Gewissheit – wenn er auch keine Ahnung hatte, vor wem und was dieser Eindringling ihr antat.

Ascall zog den Kopf ein, schob leise die Holztür auf, betrat jenen kleinen Raum, der durch eine Wand aus Korbgeflecht von der Schlafkammer getrennt war. Duftende Kräuter hingen hier, die Mugain, die Schwester seiner Mutter, trocknete, vor allem Schwarzdorn, dessen Stacheln so spitz, aber dessen Geruch so süß war. Die Süße passte nicht zu dem Stöhnen und noch weniger zu dem Wimmern, das mit jedem Atemzug erbärmlicher klang.

Ascall umklammerte sein Messer, lugte an der Trennwand vorbei, sah mehrere Kerzen in der Kammer brennen – solche, die aus Binsen und Ochsentalg gemacht waren und immer stark qualmten – und erblickte inmitten der grauen Schwaden seine Tante. Bleich und mit vor Angst geweiteten Augen kauerte Mugain in der Ecke. Wahrscheinlich war sie im Schlaf von dem Fremden überrascht worden, der jäh in das Gemach gestürzt war, doch auf sie hatte er es nicht abgesehen … Er störte sich noch nicht mal daran, dass sie zur Zeugin seiner grausamen Tat wurde. Nein, die Mutter hatte er in seine Gewalt gebracht!

Sie kniete vornübergebeugt auf der Schlafstatt, hatte ihr Gesicht fast in einem der Felle vergraben, mit denen sie sich sonst zudeckte. Ihr Haar klebte auf der verschwitzten Haut, einige Strähnen fielen ihr in den leicht geöffneten Mund, konnten das Wimmern aber nicht dämpfen. Sie trug noch ihr Kleid, nur den Gürtel hatte sie abgelegt – den Gürtel, an dem sie nicht nur die Schlüssel für das Haupthaus und alle Vorratskammern, auch eine kleine Schere, einen Zahnstocher und eine Pinzette aus Bronze trug.

Warum hat sie sich nicht damit gewehrt?

Gewehrt gegen den Mann, der hinter ihr stand, ihr das Kleid bis zu den Hüften hochgeschoben und ihre Beine gespreizt hatte, sodass Ascall die rötliche Scham sah, die bläulichen Adern unter der Haut, das gekräuselte feuchte Schamhaar. Feucht wovon? Von Blut? Er sah keines über die Schenkel fließen, gleichwohl der Mann ihr wehtun musste, schrecklich weh, wie er da sein Gemächt hervorzog, um es wieder und wieder in ihren Leib zu stoßen, immer schneller, immer zügelloser, gleich einer Waffe, mit der man auf sein wehrloses Opfer einsticht. Das Stöhnen des Fremden wurde lauter, ein triumphierender Aufschrei entfuhr seiner Kehle. Er warf den Kopf in den Nacken und schloss die Augen.

Ascall löste sich aus seiner Starre. Dies war sein Moment.

Ich werde Mutter rächen, ich werde Dún Fionn schützen, ich werde den Namen meines Vaters von der Schande reinwaschen, die du über uns brachtest.

Als er mit dem kleinen Messer auf den Mann zustürzte, schrie Ascall. Schrie, wie man im Krieg schreit, rau und wild und dunkel wie ein Mann. Aber egal ob Mann oder Knabe – in jedem Fall war Ascall viel kleiner als sein Feind. Der ließ sich weder von der Lust besiegen noch von ihm. Ein Spaltbreit mussten die Lider offen geblieben sein und gesehen haben, wer da schattengleich auf ihn zustürzte, denn ehe Ascall ihm das Messer in den Oberschenkel rammen konnte, hatte der Mann ihn am Handgelenk gepackt und es umgedreht, bis der Knochen knackte. Die Waffe entglitt Ascall, der Schmerz höhlte ihn aus. Und dann schleuderte der Mann ihn durch den Raum, und er prallte mit dem Kopf gegen die Trennwand. Sie hielt seinem Gewicht nicht stand, sondern brach ein, und mit dem Stroh und Geäst regnete Mugains getrockneter Schwarzdorn samt seinen Stacheln auf ihn herab.

Der Mann lachte, lachte dröhnend und spöttisch und demütigte ihn damit noch mehr als mit seinem heftigen Stoß. Ascall ahnte, was er dachte … Du kannst nichts dagegen tun, dass ich deine Mutter schände und hinterher töte, dass danach Mugain dran ist und am Ende du mein Opfer bist …

Trotz der Schmerzen versuchte Ascall, sich hochzukämpfen. Wenn er schon sterben musste, wollte er dabei nicht liegen, sondern stehen. Langsam klärte sich das Bild vor seinen Augen, doch bevor er den Blick der Mutter suchen konnte, die Verzweiflung darin lesen und die Hoffnungslosigkeit, vernahm er noch mehr Gelächter. Und dieses kam nicht aus der Kehle eines Mannes, nein, aus der einer Frau. Der seiner Mutter.

»Was für ein aufmüpfiges Bürschchen du bist!«, rief der Mann, trat auf ihn zu und zog ihn hoch. »Wenn du noch einmal auf mich losgehst, hacke ich dir die Hand ab. Heute will ich noch mal ein Nachsehen haben.«

Ascall hatte das Gefühl, dass er ihm den Arm ausriss. »Mutter …«

Seine Tante Mugain drehte sich um und floh, seine Mutter richtete sich indes lachend weiter auf und strich sich das Haar aus der Stirn.

»Das ist dein Vater, Dummkopf! Er ist nach all den Jahren endlich heimgekehrt!«

»So ist es!«, rief Ultan von Toora. »Und es konnte mir nicht schnell genug gehen, mein prächtiges Weib zu besteigen!«

Als er ihn losließ, wäre Ascall fast wieder in sich zusammengesackt, doch er hielt sich aufrecht.

Sein Vater … heimgekehrt … Er ist keine Geisel … kein Sklave …

Aber er ist auch kein Held.

Ascall musterte ihn genauer. Ultans Haar war lang wie das der Könige – ob die der Provinzen oder der kleinen Reiche –, jedoch schütter. Ungleich dichter, auch struppiger wuchs der Bart. Die fleischigen Lippen waren deutlich zu sehen, nicht hingegen, ob die Wangen einfach nur schmutzig oder vernarbt waren. Ebenso wenig ließ sich sagen, ob die Kleidung – ein silbern glänzendes Kettenhemd und ein Umhang, von einer Fibel gehalten – vor Schlamm oder getrocknetem Blut starrten.

»B… Bran«, stammelte Ascall. »Und die alte … die alte Úna. Warum sind sie tot?«

Sein Vater kniff die Augen zusammen, als müsste er sich erst mühsam besinnen, was nach seiner Heimkehr geschehen war. Schließlich zuckte er gleichgültig mit den Schultern.

»Bran hat mich nicht erkannt und wollte mir mein eigenes Heim verwehren. Nach so vielen Jahren in der Fremde habe ich meine Geduld verloren. Wer mag’s mir nachsehen? Und diese alte Vettel, deren Namen ich nie wieder hören will, wagte es, mich dafür zur Rede zu stellen.« Er schüttelte den Kopf. Offenbar bedauerte er die Dummheit seiner Opfer, nicht die eigenen Taten. »Und nun verschwinde, Bürschchen. Morgen werde ich mir dich genauer anschauen, jetzt haben deine Mutter und ich einiges nachzuholen.«

Er stieß seine Frau auf die Bettstatt, wo sie dieses Mal auf dem Rücken zu liegen kam, und ließ sich auf sie fallen. Wieder gab Almaith dieses Wimmern von sich, doch es verhieß nicht länger Furcht, sondern Lust. Ascall konnte nicht entscheiden, ob der Laut von Herzen kam oder ob die Mutter sich verstellte, um ihn und sich selbst vor der Wut des Vaters zu schützen. So oder so war es der grässlichste Laut, der je in seine Ohren gedrungen war.

Vater ist kein Sklave, keine Geisel, kein Held. Vater ist ein Mörder.

Als er nach draußen floh und am Haupthaus vorbeilief, hörte er, wie das Gemurmel in der Halle zu einem Grölen angewachsen war. Mittlerweile taten sich die Männer seines Vaters wohl am Met gütlich und – wie die spitzen Schreie bekundeten – auch an den Mägden, die ihnen den Trunk auftischten. Er hoffte, dass Mugain sich irgendwo in Sicherheit gebracht hatte und keinem Krieger in die Hände fiel, doch die Kraft, sie zu suchen und mit ihr das Entsetzen zu teilen, hatte er nicht.

Mugain würde schon damit fertigwerden, er musste zu Ailillán!

Als Ascall sich wenig später wieder an den warmen Ofen lehnte, schlief sein Bruder immer noch. Er tastete nach seiner Hand, berührte aber statt seiner Finger unverhofft das Kätzchen. Es erwachte und drehte sich wohlig auf den Rücken, um sich den Bauch streicheln zu lassen. Ascall nahm es an sich, kraulte seinen Nacken, bis es schnurrte, fühlte plötzlich wieder die Kratzspuren an der Hand und noch heftiger den Schmerz an Schulter und Stirn, wo er auf den Boden geprallt war. Auch das Handgelenk, das sein Vater gepackt und umgedreht hatte, pochte.

Er beugte sich vor, küsste den kleinen Kopf des Tierchens sanft. »Es tut mir leid«, flüsterte er erstickt. »Es tut mir so leid. Aber … aber ich muss dich doch vor ihm beschützen …« Bran und Úna waren gewiss nicht die Letzten gewesen, die sterben mussten, weil es seinem Vater an Geduld fehlte.

Als er sicher war, dass das Kätzchen tief und fest schlief, nahm Ascall das Köpfchen, umschloss es ganz fest mit den Fingern und drehte es blitzschnell, bis das Genick brach. So schnell, wie er dabei vorging, hatte das Kätzchen keine Schmerzen zu leiden. Danach war es immer noch warm und weich, es schnurrte nur nicht mehr.

Ascall betrachtete seinen Bruder, der immer noch schlief. Wie sollte er ihm erklären, was der Vater getan hatte? Wie ihm begreiflich machen, dass dieser ein Mörder war und ihre Mutter sich ihm nicht entgegenstellen würde, wenn er mordete – ob aus Ungeduld oder Zorn, einfach nur aus Langeweile oder Spaß? Und dass er selbst das Kätzchen getötet hatte, weil er es liebte und weil etwas zu besitzen, das man liebte, die Furcht vor einem Vater, der es nehmen könnte, noch größer machte.

Ascall hielt das tote Kätzchen auf seinem Schoß und streichelte es, als er sich an Ailillán schmiegte, die Augen schloss, die Schmerzen ebenso zu verdrängen versuchte wie das Blut, das auf seinem Gesicht verkrustete.

Ascall war sechs Jahre alt, als er zum ersten Mal tötete. Er weinte, bis er einschlief.

1166

RIACÁN

Der Strick zog sich immer fester um den Hals des Mannes. Erst berührten seine Fersen den Boden nicht mehr, und als die Krieger das Seil höher zogen, wurde es auch unmöglich, mit den Zehen festen Stand zu finden. Der Mann ächzte, sein Gesicht lief erst rot, dann bläulich an, seine Lippen bebten, als er nach Luft schnappte. Immerhin fand er noch genug, um zu lachen, heiser zwar und grässlich gurgelnd, aber voller Hass.

»Schluss!«, rief Riacán O’Bjólan.

Die drei Krieger, die an dem Seil gezogen hatten, folgten widerwillig dem Befehl ihres jungen Herrn, bis die Füße des Mannes wieder den Boden berührten. Obwohl sich der Strick immer noch in seinen Hals schnitt, wurde das Lachen lauter, und der Blick, der sich auf Riacán richtete, so verächtlich, dass er sich jäh – obwohl er doch groß gewachsen und breitschultrig war – wie ein unsicherer kleiner Knabe fühlte.

»Wie kam er hierher?«, fragte Riacán und versuchte sich seine Gefühle nicht anmerken zu lassen.

»Auf einem Pferd«, knurrte Gljómall und wickelte sich das Seil mehrmals um die Hand, um zu zeigen, wie sehr es ihm in den Fingern zuckte, wieder zuzuziehen. Mit einem Nicken wies er auf den Gaul. »Sollen wir dem verfluchten Vieh die Kehle durchschneiden?«

Riacán schüttelte den Kopf. »Nein, führt es in den Stall zu den anderen und gebt ihm Hafer.«

»Aber …«

»Tut, was ich sage! Sonst könnt ihr selbst die nächsten Jahre über Hafer fressen.«

Dúngal und Fiacc, die Gljómall geholfen hatten, den Mann zu fesseln, den Strick um den Hals zu knoten und das Seil über den Holzbalken des Langhauses zu werfen, trollten sich, Gljómall hingegen starrte seinen Herrn trotzig an.

»Trug er Waffen?«, fragte Riacán.

»Keine. Das Einzige, was er mitgebracht hat, ist seine Botschaft.«

»Und diese Botschaft ist so schlimm, dass ihr ihn gleich aufhängen wolltet?«, fragte Riacán kopfschüttelnd.

»Nein, ich habe nur eine Vermutung, von wem die Botschaft stammt, und wenn ich damit richtigliege, hätte dieser Mann es verdient, dass man ihn enthauptet und seinen blutigen Kopf auf einen Ast spießt. Seine Augen wären ein Festschmaus für die Raben, seine Zunge eines für die Schnecken, und sein …«

Riacán hob die Hand, um Gljómall zum Schweigen zu bringen. Er trat zu dem Mann, über dessen aufgeplatzte Lippen Speichel floss. Sein Lachen war verstummt, sein Atem ging röchelnd. Riacán wartete einen Augenblick, dann hob er die Hand und lockerte den Strick. Prompt wurden die Atemzüge tiefer und die riesig anmutenden Augen traten in ihre Höhlen zurück. An dem verschlagenen Blick, der auf Riacán gerichtet war, änderte das aber nichts.

»Dein Name!«, verlangte Riacán zu wissen.

»Mein Name ist nicht von Bedeutung«, flüsterte der Mann, »nur der, für den ich spreche.«

»Sag ihn trotzdem!« Der Bote schwieg, und prompt machte Gljómall Anstalten, wieder am Seil zu ziehen. »Lass es!«, brüllte Riacán ihn an. »Ich will wissen, was er zu sagen hat. Und ich will einen Boten nicht für die Taten seines Herrn büßen lassen.«

»Dein Vater hätte genau das getan!«, knurrte Gljómall.

»Mein Vater ist lange genug tot, dass ihn die Würmer aufgefressen haben. Jetzt bin ich dein Herr, jetzt bestimme ich, was auf dem Land der O’Bjólans geschieht.«

Der Bote begann, mit den Füßen im Sand zu scharren, als wollte er zeigen, wie ungeduldig ihn das Geplänkel stimmte. »Nun, dafür erscheinst du mir ziemlich jung, Bürschchen«, höhnte er.

Gljómall ballte die Hand zur Faust, wagte es offenbar aber nicht, auf ihn einzudreschen.

»Ich mag noch jung sein«, antwortete Riacán ruhig, »doch das bedeutet nichts. Auf dieser Insel sind schon Knaben zu Helden geworden.«

»Ach ja?«, spottete der Mann. »Ich kenne keine jungen Helden, im Krieg wird man so schnell alt wie im Reich der Elfen, wo man ein Jahr für einen Tag hält. Und ich kenne schon gar keine Helden, die von der Ostküste stammen. Ihr seid keine echten Iren. Ihr bildet euch viel auf euren Reichtum ein, doch ihr verdankt diesen Reichtum dem Silber, das die Nordmänner einst den Mönchen unter ihrem Arsch weggestohlen haben. Wenn das eure Helden sind, was tun dann die, die ihr Feiglinge heißt? Vor kopflosen Hühnern davonrennen?«

Sein Blick blieb unverwandt auf Riacán gerichtet. Erst jetzt fiel diesem auf, dass die Augäpfel des Boten gelblich verfärbt waren – eine Folge der rüden Behandlung oder Zeichen einer Krankheit. Der Fäulnisgestank, der sich mit dem beißenden Atem vermischte, sprach für Letzteres. Vielleicht hatte man ihn als Boten auserkoren, weil er ohnehin sterben würde und Männer wie er einen schnellen Tod am Strick dem langsamen Verwesen im Dreck vorzogen.

»Mein Großvater Eiric O’Bjólan hat keinen Mönch bestohlen«, erklärte Riacán stolz. »Er hat Schiffe gebaut, die schnell wie Blitze das Meer durchpflügten, Schiffe, mit denen Könige ganze Reiche eroberten. Und mein Vater Tadc O’Bjólan hat sein Geld vermehrt und dieses Land gekauft. Unsere Viehherden sind so groß, dass sie fast so schwer zu zählen sind wie die Sterne am Himmel, und seit sie mir gehören, ist kein Tier von Wölfen oder Bären gerissen oder mit aufgeschwemmtem Leib und roten Augen gestorben. Noch die reichsten Dubliner bieten mir für meine Häute und Felle, meinen Käse und Honig ihr bestes Walrosselfenbein, feine Wollstoffe, fränkisches Glas, selbst Brokate aus Byzanz.«

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