Die Illusion der Weisheit - Gianrico Carofiglio - E-Book

Die Illusion der Weisheit E-Book

Gianrico Carofiglio

4,8
9,99 €

oder
Beschreibung

Ein Polizist wartet nachts am Flughafen auf den Anschlussflug. Eine junge Frau sitzt ihm gegenüber, die beiden kommen ins Gespräch. Tage später liest er über sie in der Presse: Sie hat den gewalttätigen Mann ihrer Zwillingsschwester getötet. Wie aus dieser zufälligen Begegnung entstehen auch die anderen Geschichten in diesem Erzählband. Sie haben gelegentlich einen mysteriösen Charakter, handeln von Tod und Elend, aber auch von menschlicher Zuwendung und Liebe. Immer aber führen sie zu den tiefsten Abgründen unserer Gefühle.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 191




Gianrico Carofiglio

Die Illusion der Weisheit

Erzählungen

Deutsch von Verena von Koskull

Die Originalausgabe erschien 2010 unter dem Titel »Non esiste saggezza« bei Rizzoli, RCS Libri S.p.A., Milano.

1. Auflage

Deutsche Erstveröffentlichung Oktober 2012

Copyright © der Originalausgabe 2010 by Gianrico Carofiglio

This edition published by arrangement with Rosaria Carpinelli Consulenze Editoriali srl.

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe 2012 by Wilhelm Goldmann Verlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Umschlaggestaltung: UNO Werbeagentur München

Umschlagmotiv: © Demurez Cover Arts / Anja von Lenski

Redaktion: Christina Neiske

AG ∙ Herstellung: Str.

Satz: Uhl + Massopust, Aalen

ISBN 978-3-641-08005-1

www.goldmann-verlag.de

Buch

Ein Polizist wartet nachts am Flughafen auf seinen Anschlussflug. Eine junge Frau sitzt ihm gegenüber, sie kommt ihm irgendwie bekannt vor – oder ist es das Buch, das sie liest? Ein ebensolches besaß seine Mutter, und als die Frau eine Seite aufschlägt, auf der ein Gedicht von Anna Achmatowa steht, kommen die beiden ins Gespräch. In ungewöhnlicher Vertrautheit erzählen sie einander von Gedanken, Erinnerungen, Empfindungen. Als sie gehen muss, gibt er ihr seine Visitenkarte, und sie kehrt noch einmal um und schenkt ihm das Buch. Tage später liest er über sie in der Presse: Sie hat den gewalttätigen Mann ihrer Zwillingsschwester nach deren verzweifeltem Selbstmord getötet. Wie aus dieser zufälligen Begegnung entstehen auch die anderen Geschichten in diesem Erzählband. Sie schildern sehr unterschiedliche Personen, Beziehungen und Situationen, wie wir sie überall antreffen und erleben, haben gelegentlich mysteriösen Charakter, handeln fast immer von Tod oder Verbrechen, aber auch von menschlicher Zuwendung und Liebe.

Autor

Gianrico Carofiglio wurde 1961 in Bari geboren und arbeitete in seiner Heimatstadt viele Jahre als Antimafia-Staatsanwalt. 2007 war er als Berater des italienischen Parlaments für den Bereich organisierte Kriminalität tätig. Seit 2008 ist Gianrico Carofiglio Mitglied des italienischen Senats. Seine Bücher feierten sensationelle Erfolge, wurden bisher in 24 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen literarischen Preisen geehrt, u. a. mit dem Radio-Bremen-Krimipreis 2008. Gianrico Carofiglio lebt mit seiner Familie in Bari.

Außerdem von Gianrico Carofiglio bei Goldmann lieferbar:

Reise in die Nacht. Roman (46429)

In freiem Fall. Roman (46708)

Das Gesetz der Ehre. Roman (46792)

Eine Nacht in Bari (47277)

Die Vergangenheit ist ein gefährliches Land. Roman (47384)

In ihrer dunkelsten Stunde. Roman (geb. Ausgabe, 31229)

Die Illusion der Weisheit

Absurd, diese Reise, sagte ich mir.

Ich war erst nach Mitternacht in Amsterdam gelandet, und der Flug, der mich nach Italien zurückbringen sollte, ging in den frühen Morgenstunden. Es lohnte sich nicht, ein Hotelzimmer zu nehmen, und so beschloss ich, am Flughafen zu bleiben und den Sicherheitsbereich gar nicht erst zu verlassen.

Ich stand in einer riesigen Halle voller geschlossener Läden. Hier und da versprengte Reisende wie ich, ein paar unterhielten sich in kleinen Grüppchen. Sie strahlten etwas Weltverlorenes aus, wie es Menschen in solchen Zwischensituationen tun. Einige schliefen im Sitzen, andere auf dem Boden oder auf mehren Sitzen ausgestreckt; tief und fest, wie ich es vor Jahren auch gekonnt hatte.

Ich suchte mir eine freie Sitzreihe aus. Mir gegenüber saß nur eine junge Frau, die in ihre Lektüre vertieft war. Ehe ich mich setzte, sah ich zu ihr hinüber, und irgendwie kam mir ihr Gesicht bekannt vor, als hätte ich sie schon einmal gesehen oder getroffen.

Ich nahm Platz, zog mein Buch hervor, versuchte ein paar Minuten erfolglos zu lesen, dann gab ich es auf und blickte mich wieder um.

Das heißt, ich fing an, die junge Frau gegenüber zu mustern, und merkte sofort, dass sie weit weniger jung war, als ich angenommen hatte. Sie musste ungefähr genauso alt sein wie ich, und je länger ich sie ansah, desto mehr verflüchtigte sich der Eindruck, ihr schon einmal begegnet zu sein. Leicht zusammengesunken saß sie da, mit dem Buch auf ihren Knien, und schien die Lippen zu bewegen, als wollte sie sich einen Satz genau einprägen. Irgendwann änderte sie ihre Haltung, reckte die Schultern, lehnte sich zurück und hob das Buch, sodass ich den Umschlag erkannte: einfarbig rot mit weißen Großbuchstaben.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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