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In "Die Jagd auf den Hochalpen" entführt Guido Hammer den Leser in die faszinierende und oft unberechenbare Welt der Alpen. Der Roman vereint packende Abenteuer mit einer tiefen Auseinandersetzung mit der Natur und den menschlichen Abgründen. Mit einer poetischen Sprache und einer dichten atmosphärischen Erzählweise schildert Hammer die Konflikte zwischen Mensch und Tier sowie die Herausforderungen, die die ungezähmte Schönheit der Hochalpen mit sich bringt. Durch präzise Beschreibungen der alpinen Landschaft und spannende Charakterentwicklungen wird das Buch zu einer fesselnden Lektüre, die sowohl Spannung als auch Reflexion bietet. Guido Hammer, ein leidenschaftlicher Bergsteiger und Naturenthusiast, hat in "Die Jagd auf den Hochalpen" seine eigenen Erfahrungen und Beobachtungen in den Bergen verarbeitet. Sein Wissen über die alpine Flora und Fauna sowie seine tief verwurzelte Liebe zur Natur durchdringen den Text und verleihen ihm Authentizität. Hammer, der nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als erfolgreicher Umweltschützer bekannt ist, möchte mit diesem Werk auf die Fragilität der alpinen Ökosysteme aufmerksam machen und zur Bewahrung der Natur anregen. Dieses Buch ist eine unverzichtbare Lektüre für alle Natur- und Abenteuerliebhaber sowie für jene, die die ethischen und ökologischen Fragestellungen rund um menschliches Handeln in der Natur reflektieren möchten. "Die Jagd auf den Hochalpen" bietet nicht nur Spannung und Unterhaltung, sondern auch eine grundlegende Auseinandersetzung mit der Beziehung zwischen Mensch und Umwelt und regt zur kritischen Reflexion an. In dieser bereicherten Ausgabe haben wir mit großer Sorgfalt zusätzlichen Mehrwert für Ihr Leseerlebnis geschaffen: - Sorgfältig ausgewählte unvergessliche Zitate heben Momente literarischer Brillanz hervor. - Interaktive Fußnoten erklären ungewöhnliche Referenzen, historische Anspielungen und veraltete Ausdrücke für eine mühelose, besser informierte Lektüre.
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Veröffentlichungsjahr: 2024
Nachdem ich in den bisherigen „Wild-, Wald- und Waidmanns-Bildern“ meist Schilderungen aus meiner Heimath und Beobachtungen, die ich in derselben in reichem Maße anzustellen Gelegenheit gehabt, zu geben versucht, möge mir der Leser diesmal hinausfolgen in die Berge des bairischen Hochlandes[1] und Tyrols.
Mit jubelndem Gefühle verließ ich den Dampfwagen[2], dessen dämonisch beflügeltes Vorspann mich bald in die Nähe meines Zieles, des Hochgebirges, wohin mich unwiderstehliche Sehnsucht getrieben, gebracht hatte, und fuhr mit dem Postomnibus, hoch oben auf dem Verdeck des Wagens sitzend, durch die malerischen Gegenden nach Tölz und von da ab nach Langriß, wo ich übernachtete.
Am andern Morgen wurde mir endlich das Vergnügen, mich mit gutem Gewissen meinen eigenen Füßen anvertrauen zu können[3q]. Meine ziemlich schwere Reisetasche wandelte ich dadurch in einen Gebirgssack um, daß ich mir mittelst eines Strickes ein paar Tragbänder daran herstellte und so die Last wohlgemuth auf den Rücken nahm. Fort gings nun, immer im Thale hin, wo die smaragdgrünwellige, milde Isar am hellleuchtenden kalkigen Ufer vorüberrauschte, auf so wundervoll schönem Wege, daß ich mich im Vollgenuß solcher Umgebung überglücklich fühlte.
Erst durchwanderte ich noch bewohntere Gegenden; dann wurde es wilder und wilder[4q]. Doch hat man, im Thale weiter ziehend, stets einen gut gehaltenen Fahrweg, da alljährlich nicht allein der König von Baiern mit bedeutendem Gefolge und vielen Pferden nach der Vorderriß zum Jagen kommt, sondern auch der Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha, welcher sein ausgedehntes, wildreiches Jagdgebiet in der Hinterriß und weiteren Umgebung besitzt, diesen Weg benutzt. Der Wald, theils Laub-, theils Nadelholz, das sich vom Thale aus in die höheren Regionen erstreckt, prangt in kräftigster Entwickelung. Von ungemeinem Reiz ist übrigens der sich hier geltend machende Ahorn, welcher in den phantastischsten Formen, während Stamm und Aeste mit saftig grünen, auf der Rückseite silberweißen Flechten oder sammetgrünem Moos in üppigster Fülle überwuchert sind, seine Kronen auf mächtigem Gezweig emporträgt.
In einem nur aus einigen Häusern, unter denen ein Forsthaus zugleich Wirthhaus war, bestehenden Orte im Thale mache ich Halt. Hier traf ich mit einem höheren österreichischen Grenzbeamten von der Station Achenthal, Namens Köckert, zusammen, der, als er mich als Sachse erkannte, mit großem Enthusiasmus von der cameradschaftlichen Aufnahme sprach, die er im Jahre 1851 als Oberlieutenant der Jäger auf dem Durchmarsche von Schleswig-Holstein in Leipzig und Dresden gefunden hatte. Mit besonderer Achtung und Liebe gedachte er der sächsischen Jägerofficire Keller, Lehmann, Dietrich und Nallein, die er mich von ihm zu grüßen bat, wenn ich etwa den einen oder anderen der Herren kennen lernen sollte. Vielleicht bestellt dieses Blatt die Grüße. Wir schieden herzlich von einander, jeder seinen Weg verfolgend, und gegen Abend kam ich in der Vorderriß an, wo ich beim dortigen Revierförster eine gastliche Aufnahme fand.
Nachdem ich einige genußreiche Stunden in der liebenswürdigen Försterfamilie verlebt und, ehe ich zu Bett ging, am offenen Fenster bei sternenhellem Himmel dem fernen Ruf der Hirsche, die sich dann und wann vernehmen ließen, gelauscht hatte, warf ich mich dem Schlafe in die Arme, um am andern Morgen früh weiter zu wandern.
Von der Hinterriß, wohin ich nun steuerte, hatte ich bereits so viel Rühmliches gehört, daß meine Erwartungen nicht wenig gespannt waren. Dennoch wurden alle meine auch noch so anspruchsvollen Einbildungen von der Wirklichkeit übertroffen. Diese stumme und doch so beredte, heilige, mächtige Bergesnatur mit ihren wilden
Jagd im Hinterriß: Der Sturz des Alpenhirsches.
Wäldern und rauschenden Wässern machte den tiefsten, ernstesten Eindruck auf mich[5q].
