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Gute und tragfähige Entscheidungen treffen. Lesende erfahren, wie verlässliche Intuition entsteht und wie wir diese Fähigkeit trainieren können. Sie ist unerlässlich, wenn wir im Leben neue Wege gehen müssen und eine pro-und-kontra-Liste nicht weiterhilft. Dieses Buch erweitert die klassischen, analytischen Beschreibungen zum Thema Entscheidungsfindung, ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren. Verständlich und alltagstauglich geschrieben.
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Veröffentlichungsjahr: 2025
Gute und tragfähige Entscheidungen treffen. Das kann man lernen. So, wie du einst laufen oder lesen gelernt hast. Jeden Tag ein bisschen besser.
Im Leben musst du fortlaufend Entscheidungen treffen. Selbst wenn du dich nicht entscheidest, hast du damit bereits eine Entscheidung getroffen, die logischerweise Konsequenzen hat. Davonlaufen geht nicht und nicht entscheiden, geht auch nicht. Dann lieber gute Entscheidungen treffen.
Zum Glück sind wir Menschen mit wunderbaren Fähigkeiten ausgestattet und können lernen, Entscheidungen zu treffen, die uns glücklich machen.
Ziele definieren - Daten und Fakten analysieren - KI nutzen - strategisch, taktisch, operativ entscheiden … in diesem Buch eher weniger, weil es darüber schon umfangreiche Publikationen gibt.
Stattdessen geht es mehr um deine innere Entscheidungskraft. Um Fähigkeiten, die wir alle haben, nur leider zu wenig nutzen.
Wie entsteht verlässliche Intuition, Eigenverantwortung und Selbstvertrauen? Aus übersteigertem Glauben an die Überlegenheit unseres rationalen Verstandes kommen diese Fähigkeiten viel zu kurz. Dabei sind sie unerlässlich, wenn wir im Leben Wege ohne Karte und Sicherungsseil gehen müssen.
Dieses Buch erweitert die klassischen, analytischen Beschreibungen zum Thema Entscheidungen, ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren. Verständlich und alltagstauglich geschrieben.
Klaus Eitel Acker
Gute Entscheidungen sind DEINE Entscheidungen
1. Auflage 2025
Texte, Bilder, Covergestaltung: © / Copyright 2025 by Klaus Eitel Acker
Herausgeber und Kontakt: Cosette Acker, Salzäckerstraße 20/ 1, D-71665 Vaihingen an der Enz Unabhängig veröffentlicht
URHEBERRECHTLICHE INFORMATION
Das Manuskript und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Herausgebers dürfen diese Inhalte - auch auszugsweise - nicht verwendet, reproduziert, übersetzt oder unter Verwendung elektronischer Hilfsmittel vervielfältigt und/oder veröffentlicht werden.
Jede Ähnlichkeit mit Personen und Organisationen ist zufällig und vom Autor nicht beabsichtigt. Alle Markennamen und Warenzeichen sind Eigentum der jeweiligen Inhaber.
Der Inhalt dieses Buches basiert auf den persönlichen Ansichten des Autors und erhebt keinen Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit.
Autorenseite Klaus Eitel Acker
https://ganzheitliche-seminare.com/buchautor/
„An den Scheidewegen des Lebens
stehen keine Wegweiser.“
- Charlie Chaplin -
Inhaltsverzeichnis
Über dieses Buch
Die Krux mit den Entscheidungen
Impressum
Ein paar Worte vorweg
Prolog
Einleitung
Die Kraft deiner Entscheidung
Entscheidung und Verantwortung
Entscheidungsfreude
Entscheidungsarten
Rationale Methoden und Hilfen zur Entscheidungsfindung
Universelle Grundgesetze
Gute Entscheidungen sind DEINE Entscheidungen
Intuition
Kraftzentrale Unterbewusstsein
Persönliche Etiketten
Zwischenfazit
Schubladen
Glaubenssätze
Interaktion mit deinem unterbewussten Inneren
Kraft deiner Gedanken und Worte
Mentaltraining
Die ultimative Entscheidung
Entscheidungsblockaden
Die Essenz
Persönliche Entwicklung
Nachwort
Zum Autor
Liebe Lesende,
danke für das Interesse an diesem Buch.
Wir begegnen uns in diesem Buch auf einer tieferen Ebene. Da wäre die „SIE-Form“ unpassend. Wenn du innerlich mit dir selbst im Dialog bist, sprichst du dich auch nicht mit SIE an. Deshalb erlaube ich mir, das „Du“ in diesem Buch zu verwenden.
Der Inhalt dieses Buches soll dich ermutigen, und befähigen mehr auf deine Intuition zu hören. Bitte beachte, dass eine selbständige Anwendung der in diesem Buch beschriebenen Vorgehensweisen in eigener Verantwortung geschieht. Es ist weder eine Therapie im heilkundigen Sinne noch sind die Übungen und Themen als Ersatz für professionelle, therapeutische, psychologische und medizinische Behandlung zu verstehen. Autor und Verlag beabsichtigen, weder Diagnosen zu stellen, noch Behandlungsempfehlungen zu geben.
Zum Thema Entscheidungsfindung gibt es bereits viele Bücher auf dem Markt. Soll ich trotzdem noch eins schreiben?
Sapperlot, schon wieder eine Entscheidung. Du ahnst meine Antwort? Logisch, denn sonst gäbe es dieses Buch nicht.
Zu jeder ENTSCHEIDUNG gehört die Frage nach dem WARUM. Entweder kommt sie von außen oder aus dir selbst heraus. Das Leben verlangt offenbar eine Begründung für unsere Entscheidungen.
Willst du wissen, was mich bewogen hat, dieses Buch zu schreiben, obwohl die Buchläden schon gut bestückt sind?
In meinen Führungskräftetrainings und Seminaren zur Teamentwicklung und Persönlichkeitsentfaltung ist das Thema Entscheidungsfindung immer präsent. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass es zu den entscheidenden Themen unseres Lebens gehört.
Der Vollständigkeit halber habe ich in diesem Buch auch die klassischen, rationalen Formen der Entscheidungsfindung in komprimierter Form aufgenommen.
Besonderen Raum möchte ich jedoch den Situationen geben, wo dir eine Pro-und-Kontra-Liste nicht weiterhilft. Da, wo es ins Unbekannte geht. In die spannende Zukunft deines einzigartigen, einmaligen Lebens. Denn manchmal müssen wir Wege gehen, ohne Karte und Sicherungsseil.
Viel Freude beim Lesen und auf gute Entscheidungen.
Klaus Eitel Acker
Die Fähigkeit des Menschen, Entscheidungen zu treffen, ist eng mit der Entwicklung seines Denkvermögens, Bewusstseins und freien Willens verbunden. Wir tun es seit ewigen Zeiten. Es ist uns quasi in die Wiege gelegt. Okay, nicht sofort. Aus Sicht der Neurowissenschaft beginnt diese Fähigkeit im frühen Kindesalter, wenn sich das Gehirn und das Selbstbewusstsein entwickeln. Doch selbst Tiere können und müssen ständig Entscheidungen treffen. Es ist also nichts Außergewöhnliches.
Bewusste, vorausschauende Entscheidungsprozesse haben sich jedoch erst mit dem Aufkommen von Sprache, Kultur und Gesellschaft auf das heutige Niveau entwickelt.
Um diesem Buch eine Struktur zu geben, standen wieder Entscheidungen an. In welcher Reihenfolge und Form sollte ich meine Gedanken zu Papier bringen, damit es für Lesende interessant und verständlich bleibt. Denn so alltäglich das Thema ist, so komplex ist es auch.
Komplex heißt nicht unbedingt schwierig. Es bedeutet lediglich, dass alles mit allem verbunden und vernetzt ist. Dergleichen lässt sich nur bedingt in Form einer chronologischen Linearität darstellen. Um es mit einer Metapher auszudrücken: Wenn man ein Netz aus vielen verbundenen Maschen in die Länge zieht und daraus ein Seil macht, dann ist es kein Netz mehr.
Deshalb hat die Reihenfolge der Themen nicht viel zu bedeuten und könnte ebenso gut anders angeordnet werden. Wie gesagt, „das Seil ist eigentlich ein Netz“.
Ich werde dir in diesem Buch immer wieder persönliche Fragen stellen. Bitte beantworte sie so ehrlich, wie du kannst. Nur so wird aus der allgemeinen Lektüre ein persönlicher Entwicklungsprozess für dich.
Deine Entscheidung dafür macht den Unterschied, ob du das Buch wie ein Theaterbesucher liest oder ob du der Regisseur sein willst.
Lass uns einsteigen in dieses spannende, alltägliche Thema der Entscheidungen.
Viel Erfolg auf deinem Weg.
Es gibt keine starre Anleitung zur optimalen Entscheidung. Doch eines ist klar, wenn du keine Entscheidungen triffst, verschwendest du unglaublich viel Energie. Es ist, wie fahren mit angezogener Handbremse.
Eine klare Entscheidung bedeutet, dass du dich von mehreren Optionen „scheidest“, trennst und loslässt, um dich auf eine oder wenige Varianten zu fokussieren. Das steckt schon etymologisch im Wort „Ent-scheidung“.
Es ist nicht immer leicht, denn es gibt nicht nur schwarz oder weiß. Ob du deinen Job aufgibst, ein Haus kaufst oder den Ehepartner nebst Kindern verlässt, verlangt einen anderen Entscheidungsprozess, als die Wahl eines Zieles für den Wochenendausflug.
Doch wann immer es geht, hilft eine Entscheidung, ganz neue Kräfte zu mobilisieren – in dir selbst, aber auch aus deinem Umfeld. Manchmal von irgendwoher, wovon du bisher gar nichts wusstest und somit auch nicht einkalkulieren konntest.
Ich will es mit diesem Gleichnis beschreiben.
Du stehst in deinem Leben vor einer Herausforderung und hast viele Möglichkeiten. Nehmen wir einmal an, so viele Möglichkeiten wie Gradeinteilungen in einem Kreis. Also 360 Möglichkeiten. In dem Moment, wo du dich für eine Möglichkeit entscheidest, scheidest du dich von den anderen 359 Möglichkeiten und nimmst diese Last von deinen Schultern.
Du kannst damit deine gesamte Energie, die du vor deiner Entscheidung oder in der Entscheidungsphase auf verschiedene Möglichkeiten verteilt hattest, all diese Energie kannst du jetzt auf diese Richtung fokussieren. Bewusst und unbewusst.
Das ist so, als ob das Licht einer Kerze zunächst rundherum scheint. Wenn du vor diese Kerze eine Linse und dahinter einen Spiegel setzt, bündelst du das Licht. So wird aus der diffusen Lichtquelle ein Scheinwerfer, der weit mehr Energie in die gewünschte Richtung senden kann. Und dieser Lichtstrahl scheint genau in diese Richtung, für die du dich entschieden hast. Er zeigt dir und auch anderen den Weg zu deinem Ziel.
Vielleicht erreicht er dort andere Lichtquellen, die sich mit deinem Lichtstrahl verbinden und in dieselbe Richtung leuchten. Auf diese Weise kann dein eigenes Licht viel, viel weiter scheinen.
Fazit:Du kannst entscheiden, was du möchtest oder du kannst (hin-) nehmen, was du bekommst. Dann bist du passiv, quasi in der Opferrolle.
Sobald du beginnst zu entscheiden, was du möchtest, wirst du aktiv und legst deine Richtung fest. Du verstärkst automatisch deine Energie in die Richtung deiner Entscheidung. Du entwickelst neue, stärkere Kräfte, die dich nach vorn blicken lassen. Die Vergangenheit ist bereits gelebt. Lass sie los, denn da ist nichts mehr zu ändern.
Bitte beobachte dich selbst!
Erinnere dich an Situationen, wo es dir nach deiner Entscheidung gut ging und du dich erleichtert gefühlt hast.
Mach dir Notizen. So lebendig wie möglich. Wie hat sich das angefühlt, als du diese Entscheidung getroffen hattest?
Nimm diese Situationen als Gewissheit, dass du die Fähigkeit hast, gute Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen, die sich gut anfühlen. Freue dich darüber.
Nach dem Gesetz der Polarität (wir kommen noch dazu) weißt du, dass es auch andere, weniger gute Entscheidungen gibt.
Doch es steht in deiner Macht, es ist deine Entscheidung, welcher Lebenserfahrung du Raum in deinem Inneren, in deiner Gefühlswelt gibst.
Beachtung bringt Verstärkung! Deshalb beachte und verstärke deine guten Entscheidungen.
In deinem Leben musst du fortlaufend Entscheidungen treffen. Selbst wenn du passiv bleibst, triffst du damit eine Entscheidung, nämlich die Entscheidung, nicht zu entscheiden.
Ein wesentlicher Unterschied liegt in der persönlichen Betroffenheit und der Verantwortung für eine Entscheidung. Geht es um dein eigenes Leben und dein direktes Umfeld, oder sind es geschäftliche Entscheidungen, die zwar zu deiner Aufgabe gehören, deren Konsequenzen dich aber nicht persönlich oder unmittelbar tangieren.
Bei geschäftlichen Entscheidungen wird die eigene Verantwortung gern delegiert. Das kann auch durch die Hierarchie so vorgegeben und definiert sein. Entweder an andere, die entsprechende Entscheidungsvorschläge und Daten vorlegen bzw. erarbeiten müssen, oder an bestehende Vorgaben, Gesetze, Verfahren und Tools. Statt einer unternehmerischen Entscheidung wird ein Tortendiagramm an die Wand gebeamt und die Maßnahmen werden damit begründet.
Geschäftszahlen und Analysen liefern durchaus wichtige Informationen, sollten aber die Kreativität und unternehmerische Entscheidungskraft nicht zu sehr in den Hintergrund treten lassen.
Politiker und Manager verstecken sich gern hinter Statistiken, Gesetzen und den Diagrammen eines Warenwirtschaftssystems, um die persönliche Verantwortung zu minimieren. Noch beliebter ist der Verweis auf externe Berater.
Wir können an dieser Stelle festhalten, dass sich die persönliche Verantwortung sehr stark auf den Entscheidungsprozess und das Entscheidungsergebnis auswirkt.
Manche Verhaltenswissenschaftler sagen, dass wir die meisten Entscheidungen aus dem Bauch heraus treffen und die rationalen Argumente nur dazu dienen, um unseren Verstand zu beruhigen. Vielleicht ist es tatsächlich so, auch wenn wir glauben, dass wir eine Entscheidung nach reiflicher Überlegung und Abwägung der Fakten getroffen haben.
Nach meinen Beobachtungen trifft das besonders dann zu, wenn Entscheidungen eng mit uns selbst und unserem Leben verbunden sind. Dann hören wir eher auf unseren Bauch und auf unser Gewissen.
In großen Firmen oder auf Ämtern und Behörden werden Entscheidungen anders getroffen, als in inhabergeführten Unternehmen mit persönlicher Haftung oder in Start-up-Firmen.
Der wesentlichste Unterschied besteht auch hier in der persönlichen Verantwortung sowie dem zeitlichen Horizont bzw. der zeitlichen Tragweite einer Entscheidung. Wenn die Konsequenzen erst in Zukunft spürbar sind und man sich weder jetzt noch irgendwann dazu verantworten muss, dann wächst die Gefahr für Fehlentscheidungen. Wenn Züge heute nur noch selten pünktlich verkehren, ist es das Ergebnis von früheren Entscheidungen.
Natürlich gibt es in der Wirtschaft auch Berufe und Tätigkeiten, die mit einer persönlichen und kaum delegierbaren Verantwortung fest verknüpft sind und wo die Konsequenzen zeitnah sichtbar werden. Denken wir zum Beispiel an Chirurgen, Bergführer, Piloten, Offiziere oder Richter, um nur einige zu nennen.
Verluste oder Pleiten von gut aufgestellten Firmen sind häufig mit gravierenden Fehlentscheidungen des Managements verbunden, die für die Verantwortlichen meistens ohne Konsequenzen bleiben. Bei einer Beförderung oder dem vorteilhaften Wechsel in ein anderes Unternehmen kann man nicht von persönlichen Konsequenzen sprechen.
Im schlimmsten Fall betrifft es eine ganze Gesellschaft. Nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches waren alle fassungslos über die Geschehnisse. Die wenigen Verurteilungen spiegeln keinesfalls die Verantwortung für diese Epoche wider. Niemand hatte angeblich etwas gewusst und keiner war verantwortlich. Die Verantwortlichen waren irgendwelche „Andere“, die verhängnisvolle Entscheidungen getroffen hatten, wogegen man nichts tun konnte. Doch in Wirklichkeit hatte jeder eine persönliche Verantwortung und einen Entscheidungsraum, ohne gleich sein eigenes Leben zu riskieren.
Fazit:Die Übernahme der persönlichen Verantwortung hat große Auswirkung auf den Entscheidungsprozess und das Entscheidungsergebnis.
Wie sieht es bei dir mit der Eigenverantwortung aus? Nimmst du das Steuerruder deines Lebens gern selbst in die Hand mit der festen Überzeugung, „ich übernehme die Verantwortung für alles, was ich tue und was ich wissentlich unterlasse“?
Sei jetzt bitte ehrlich zu dir, wenn ich dich frage: Wann überträgst du anderen oder äußeren Umständen die Schuld bzw. die Verantwortung?
Wenn du Angst vor deiner Entscheidung hast.
Wenn du dich dafür anstrengen musst.
Wenn dir die Situation zu komplex erscheint.
Wenn etwas schiefgelaufen ist.
Wenn du eine Entscheidung immer wieder hinausgeschoben hast.
Geschieht das eher vor, während oder nach deiner Entscheidung?
Prüfe dich selbst, denn eine ehrliche Erkenntnis ist der erste Schritt für eine Veränderung. Willst du selbst gestalten oder lässt du dein Leben gestalten?
Entscheiden bedeutet Freiheit!
Mach dir Notizen, nur für dich persönlich. Notiere konkrete Situationen, bei denen du die Verantwortung aus der Hand gegeben hast. Wie oft kommt das vor? Gibt es Handlungsbedarf oder ist das okay für dich? Wenn nicht, was möchtest du zukünftig ändern?
Notiere bitte auch Situationen, wo du das alles gut und richtig gemacht hast. Es stärkt deine Gewissheit, dass du diese Fähigkeit hast.
Du kannst gern später immer wieder zurückkehren. Vielleicht, wenn du mehr gelesen hast. Oder triffst du jetzt schon die Entscheidung und möchtest sofort ehrlich reflektieren?
Abhängig vom Persönlichkeitstyp und der Tragweite einer Entscheidung verhalten wir uns mehr oder weniger entscheidungsfreudig. Freudig im wahrsten Sinne dieses Wortes, was dazu führt, dass wir Entscheidungen treffen, statt ihnen aus dem Weg zu gehen.
Entscheidungen ohne gravierende Konsequenzen fallen leicht. Zum Beispiel: Welches Hemd ziehst du an? Oder Entscheidungen, die logisch und eindeutig sind. Sandalen im Schneematsch scheiden schnell aus. Da sind Gefühl und Verstand einer Meinung. Doch weitreichende Entscheidungen lassen uns zögern. Erst recht, wenn wir der Meinung sind, zu wenige Informationen zu haben oder uns in unbekanntes Terrain begeben müssen.
Aber auch zu viele Informationen können hinderlich sein. Wir drehen uns dann im Kreis, erleiden die Qual der Wahl und erstarren innerlich bis zur Unfähigkeit, um uns auf irgendetwas festzulegen.
Wir spüren Unsicherheit, Skepsis, Sorge, Zweifel bis hin zur Angst. Das sind trotzdem wertvolle Gefühle, die dich schützen und vor Schaden bewahren können. Diese Schutzmechanismen sind im Laufe der Evolution entstanden, haben sich bewährt und du solltest sie dafür würdigen.
Je schneller wir entscheiden müssen, umso instinktiver erfolgt der Entscheidungsprozess. Existenzielle, spontane Entscheidungen rein aus dem Unterbewusstsein heraus, zum Beispiel Flucht oder Angriff, müssen wir heute nur noch selten treffen. Für die meisten Entscheidungen haben wir in unserer komplexen Welt relativ viel Zeit, aber auch viele Parameter, Möglichkeiten und Verflechtungen abzuwägen.
Fazit:Wie ist das bei dir und wie verhältst du dich? Einfach nur mal wahrnehmen.
Wie entscheidungsfreudig bist du? Freust du dich, wenn du gestalten und auswählen kannst oder empfindest du das als Last und lässt lieber andere entscheiden?
Wenn du deine Entscheidung getroffen hast, spürst du Erleichterung oder eher Zweifel? Beides ist okay, nur sollte es mehr und häufiger Erleichterung und Freude sein.
Übe dich bei leichten Entscheidungen. Zum Beispiel bei Auswahlentscheidungen. Welches Gericht wählst du aus der Speisekarte? Schlägst du die Karte wiederholt auf und wenn der Kellner kommt, bist du noch immer im Zweifel, oder geht das bei dir schnell? So eine Wahl ist ja nicht lebensentscheidend.
Wie verhältst du dich, wenn das gewählte Essen nicht schmeckt? Sagst du dir, hätte ich doch bloß das andere Gericht gewählt oder sagst du, das konnte ich vorher nicht wissen. Meine Entscheidung hat damit nichts zu tun. Sie war richtig.
Manche Menschen sagen sogar: Typisch, ich wähle immer das Falsche. Das sind negative Glaubenssätze, die hinderlich und destruktiv sind. Ändere sie!
--> siehe: Glaubenssätze und Macht der Gedanken und Worte
In einer Entscheidungssituation gibt es immer ein Anliegen, einen Grund, einen Wunsch oder eine Pflicht.
Entscheidungen entstehen entweder durch das Zusammenspiel aus äußeren Einflüssen oder aus unserem Inneren. Sie lassen sich der Übersicht halber auf verschiedene Weise ordnen.
Machen wir ein bisschen Theorie und verschaffen uns einen Überblick, um unseren Kenntnisstand anzugleichen. Je nach Typ bevorzugst du vielleicht diese strukturierte Form, anstatt meiner vorherigen Beschreibungen und Erklärungen. Das ist völlig in Ordnung, denn wir sind alle unterschiedlich.
Wie entscheiden wir?
Rationale Entscheidungen: Wir treffen sie durch das logische Abwägen von Daten, Fakten sowie vermeintlichen Vor- und Nachteilen. Zum Beispiel vernunftgetragene Lebensentscheidungen oder finanzielle und geschäftliche Entscheidungen. Als Entscheidungshilfen stützen wir uns dabei auf seriöse Informationsquellen, Gegenüberstellungen, wissenschaftliche Analysemethoden oder Tools.
Emotionale Entscheidungen: Dabei lassen wir uns von Gefühlen und Stimmungen leiten. Zum Beispiel trotz ärztlicher Empfehlungen weiter zu rauchen, obwohl die rationalen Argumente etwas anderes verlangen. Oder trotz finanzieller Flaute ein teures Kleidungsstück kaufen, obwohl der Kleiderschrank voll ist. Je nachdem, ob positive oder negative Gefühle überwiegen, können wir uns für oder gegen etwas entscheiden.
Intuitive Entscheidungen: Wir folgen schnellen Eingebungen ohne eine bewusste Analyse. Das geschieht manchmal durch Zeitdruck. Aber auch in neuen, unbekannten Situationen, wo es weder „Karte noch Wegweiser“ gibt. Oder im Alltag, wenn wir uns von unserem Unterbewusstsein leiten lassen. Dann schalten wir zum Beispiel im Auto intuitiv vom vierten in den dritten Gang.
Impulsive Entscheidungen: Sie werden spontan, oft ohne Abwägen der Konsequenzen getroffen und hinterher häufig bereut. Je nach Temperament und Charakter neigen Menschen mehr oder weniger dazu.
Zögerliche Entscheidungen: Abhängig vom persönlichen Entscheidungstyp lassen uns Zweifel, Unsicherheit oder Angst vor anstehenden Entscheidungen zurückweichen. Wir drehen uns im Kreis und verschieben die Entscheidung auf den Sankt Nimmerleinstag. Oder, um bei dem Beispiel mit der Speisekarte zu bleiben, bis der Kellner schon zur Decke blickt und mit den Augen rollt.
Fazit:Je nach Situation entscheiden wir mal mehr und mal weniger auf die eine oder andere Weise. Das ist abhängig von deiner Persönlichkeit, deiner Lebenserfahrung und hauptsächlich von der Entscheidungssituation. Alle haben ihre Berechtigung.
In welchem Umfeld entscheiden wir?
Private Entscheidungen: Sie betreffen unsere Privatsphäre und unser häusliches Umfeld. Dazu zählen zum Beispiel unsere Lebensweise, unsere Beziehung, unsere Art zu wohnen, unsere Freizeitgestaltung, unsere Ernährung, Gesundheit etc.
Berufliche und geschäftliche Entscheidungen: Damit meine ich deinen persönlichen Berufsweg, Ausbildung, Weiterbildung, Karriere usw. Aber auch Entscheidungen innerhalb deines Jobs. Wie erledigst du deine täglichen Aufgaben und welche Entscheidungen sind damit verbunden? Strukturierung, Aufteilung und Umsetzung der geschäftlichen Ziele und Aufgaben.
Operative Entscheidungen: Das sind alltägliche Entscheidungen in der Familie oder im Arbeitsprozess mit meistens kurzfristiger Wirkdauer.
Strategische Entscheidungen: Im Gegensatz zu operativen Entscheidungen geht es hier um langfristige Planungen in Politik, Wirtschaft und natürlich privat auf deinem persönlichen Lebensweg.
Politische Entscheidungen: Sie werden vorrangig von den gewählten und berufenen Politikern und Institutionen getroffen. Aber auch indirekt durch jeden wahlberechtigten Bürger.
Welche Einflüsse bestimmen deine Entscheidung?
Deine Entscheidungen werden durch zahlreiche Einflüsse von innen und außen beeinflusst, gefördert und gestört. Da du nicht allein auf der Welt lebst, bist du diesen Einflüssen ausgesetzt. Die gute Nachricht ist, du kannst lernen optimal damit umzugehen.
Äußere Faktoren:
Soziale Einflüsse: Sie kommen aus der Familie, von Freunden, Kollegen und aus deinem Umfeld. Aber auch aus geschriebenen und ungeschriebenen Gesellschaftsnormen, abhängig von Kultur, Ethik, Moral, Nationalität und Religion. Daraus kann ein Gruppendruck entstehen. Wir passen uns unbewusst dem Verhalten oder der Meinung anderer an. Durch die Gleichgestimmtheit wird die eigene Kritikbereitschaft reduziert und man ist geneigt, der Mehrheitsmeinung zu folgen.
Medien und Werbung: Informationen und Emotionen, die über Medien vermittelt werden, beeinflussen unsere Wahrnehmung und unsere Entscheidungen. Du kennst das! Wiederholte Werbeanzeigen erhöhen die Kaufbereitschaft oder zumindest die Vertrautheit mit bestimmten Produkten. Eine ganz andere Dimension wird durch fake news erreicht. Besonders, wenn sie nicht mehr als solche zu erkennen sind.
Ratschläge: Gut gemeinte, aber nicht immer gute und hilfreiche Unterstützungsangebote von Freunden, Kollegen, Vorgesetzten, Personalabteilungen und Ratgebern.
Rahmenbedingungen: Gesetzliche Vorgaben, Termine, Verpflichtungen, die wirtschaftliche Lage, politische Situation, persönliche Chancen, finanzielle Möglichkeiten, Sprachkenntnisse usw.
Informationen: Welche Informationen stehen zur Verfügung? Wie ist die Menge und Qualität der Informationen? Es kommt auf die Ausgewogenheit an. Zu wenige oder fragwürdige Informationen helfen ebenso wenig, wie eine kaum zu bewältigende Menge.
Zeitdruck: Durch Termine, Ressourcen, Versäumnisse und unerwartete Überraschungen wird die Zeitdauer vorgegeben bzw. begrenzt und daraus kann Zeitdruck entstehen. Die Zeitdauer, die uns für eine Entscheidung zur Verfügung steht, beeinflusst die Seriosität und Qualität.
Fazit: Deine Entscheidungen sind nie wirklich frei, denn äußere Faktoren wirken ständig mit. Der Versuch, diese Einflüsse zu vermeiden, bringt daher wenig. Stattdessen kommt es darauf an, sie zu erkennen und bewusst zu steuern. So übernimmst du Verantwortung für dein Denken, Handeln und dein gesamtes Leben.
Im „social-media-Zeitalter“ spielen soziale Medien eine zentrale Rolle in der Kommunikation, Information und Interaktion. Ein kritischer Umgang ist ungeheuer wichtig, um nicht zum Spielball der äußeren Einflüsse zu werden oder gar folgenschwere, falsche Entscheidungen zu treffen.
Prüfe deine Quellen und versuche, die Hintergründe und Ziele der Akteure zu verstehen und zu durchschauen. Besonders, wenn etwas kostenlos angepriesen wird, sollten deine Alarmglocken läuten, denn alles hat einen Preis. Wenn Zeitdruck, Gruppendruck und gute Ratschläge des Anbieters hinzukommen, kann nichts Gutes dahinterstecken. Dann solltest du deine Entscheidungen bewusst vertagen, diese Einflüsse reduzieren und erst mit etwas Abstand entscheiden.
Einer der stärksten äußeren Einflüsse sind Krankengeschichten. Sie sind weder aufbauend noch hilfreich. Versuche das Thema zu wechseln oder verlass die Runde.
Wenn du das Gefühl hast, dass dir die täglichen Pressemeldungen über Unfälle, Kriege und Katastrophen „auf den Magen schlagen“, dann hör sie dir nur einmal an. Du bist dann informiert und das reicht. Das meinte ich oben mit „optimal damit umgehen“.
Innere Faktoren:
Ziele und Bedürfnisse: Hier geht es vor allem um deine Ziele, Wünsche, Träume und Erwartungen, die du für deine Zukunft hast? Was möchtest du weniger und was möchtest du mehr?
Emotionen: Welche Gefühle treiben, begleiten und tangieren deine Entscheidungen? Sind es zum Beispiel Freude, Angst, Mut, Unsicherheit, Dankbarkeit oder Wut?
Erfahrungen: Es umfasst das Spektrum deiner vergangenen Erlebnisse und deiner getroffenen Schlussfolgerungen. Hierin enthalten ist alles aus deinem vergangenen Lebensweg. Es ist die Quelle deiner Intuition.
Intuition: Bauchgefühl, Vertrauen, spontane Erkenntnis, anderen und manchmal dir selbst nur schwer erklärbar. Wir werden uns diesem wichtigen Faktor noch intensiver zuwenden.
Überzeugungen und Werte: Sie werden sichtbar durch dein Handeln und deine Haltung. Wofür stehst du ein? Was unterstützt du? Was tolerierst du? Wo und wann sagst du stopp oder nein? Das alles ist abhängig von deiner Weltanschauung, Ethik und Moral, von deinen Glaubenssätzen und religiösen Überzeugungen.
Fazit: Innere Faktoren spielen ebenso eine bedeutende Rolle bei deinen Entscheidungen, wie äußere. Sie wirken jedoch oft unbewusster und sind stärker mit deiner Persönlichkeit, deinen Emotionen und deiner Erfahrung verknüpft.
Sie entstehen in dir selbst, aus deiner Psyche, Biografie und körperlichen Verfassung. Dadurch werden deine Wahrnehmung und Bewertung von Situationen, deine Spontanität, deine emotionalen Reaktionen oder deine Risikobereitschaft beeinflusst.
Die gute Nachricht ist, dass du auf deine inneren Faktoren einwirken kannst. Sie sind ja unmittelbar mit dir und deinem inneren ICH verbunden. Durch Reflexion, Achtsamkeit und bewusstes Training kannst du lernen, sie als innere Stimme zu integrieren.
Wie du deine Überzeugungen und Glaubenssätze, deine körperliche und mentale Verfassung oder Gefühle wie Angst, Freude, Wut oder Stress, Geduld und Vertrauen positiv beeinflussen kannst, wird Inhalt dieses Buches sein.
Welche Bedeutung und Konsequenz hat deine Entscheidung?
Triviale Entscheidungen: Es sind einfache Entscheidungen. Beispielsweise was isst du zum Frühstück? Was ziehst du an?
Bedeutende Entscheidungen: Im Gegensatz zu den einfachen Entscheidungen handelt sich um solche, die weichenstellend für deinen Lebensweg sind. Zum Beispiel: Berufswahl, Jobentscheidungen, Partner und Heirat, Kinderwunsch, Wohnverhältnisse, Auslandseinsatz, Umzug, medizinische Entscheidungen.
Kritische Entscheidungen: Hierzu gehören Entscheidungen in Notfällen oder Krisen, unter hohem Zeitdruck, militärische Entscheidungen, Triage, Notsituationen in der Luft- und Schifffahrt. Auch persönlich kannst du schnell in kritische Situationen kommen, zum Beispiel, wenn dein Auto im Winter ins Rutschen kommt, wenn es irgendwo brennt oder bei einem medizinischen Notfall.
Fazit:Das gesamte Kapitel Entscheidungsarten ist eine theoretische Übersicht, die der Vollständigkeit halber in dieses Buch gehört. Es ist der Versuch, ein komplexes Umfeld durch Strukturierung erfassbarer zu machen. Das wird nie objektiv, vollständig und unanfechtbar sein. Je nach Sichtweise gibt es unterschiedliche Ergebnisse und Darstellungsweisen, die ihre Berechtigung haben.
Wir Menschen mögen „übersichtliche Darstellungen“. Das kommt uns vertraut vor. Es gilt als wissenschaftlich fundiert und seriös. So ist die Wissensvermittlung seit unserer Schulzeit aufgebaut. Doch das allein führt noch nicht zu besseren Entscheidungen.
Wissen allein ist wie der reich bestückte Werkzeugkasten eines Handwerkers. Erst bei richtigem Gebrauch entsteht ein gutes Ergebnis. Durch den Akkuschrauber im Koffer ist die Schraube noch nicht im Brett und mit dem vorhandenen Hammer lässt sich nicht schrauben.
