29,99 €
Studienarbeit aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Germanistik - Linguistik, Note: 1,0, Universität Hamburg (Germanistik 1), Veranstaltung: Metaphern von Sprache, Sprache: Deutsch, Abstract: Das Phänomen Jugendsprache ist ein viel diskutiertes Thema in der Sprachforschung also auch in der Gesellschaft. Bei dem Gebrauch des Wortes „Jugendsprache“ ist jedoch zu beachten, dass mit diesem Begriff keine Sprache mit eigener Grammatik, differenziertem Wortschatz und normativer Geltungen gemeint ist. Es sind vielmehr jugendliche Sprechweisen, welche ein „[…] Ausweich- und Überholmanöver […]“ ihrer zugrundeliegenden Standardsprache repräsentieren. Die menschliche Sprache, die einer Sprechergemeinschaft als Verständigungsmittel dient und nach Hockett u.a. die Merkmale Produktivität, Arbitrarität sowie Semantizität inne hat , erweist sich in der jugendlichen Sprachproduktion als beson-ders innovativ. Es kommt dabei nicht selten zu einem Spiel mit der Arbitrarität und einer überraschenden Veränderung der Semantizität, sodass daraus zahlreiche Wör-terbücher wie „Endgeil - Das voll konkrete Lexikon der Jugendsprache“ von Hermann Ehmann hervorgebracht werden. Ausgehend von dieser kreativen Leistungsfä-higkeit der Jugendlichen, stellen wir folgende Hypothese auf: „Jugendsprache ist lebhafter als die Standardsprache“. Davon ausgehend soll herausgearbeitet werden, inwieweit der jugendliche Sprechstil lebhafter ist und woran sich dieses kennzeichnen lässt. Dafür wird zunächst der Begriff „Jugendsprache“ kurz erläutert sowie deren sprachliche Phänomene theoretisch dargelegt. Der Fokus liegt dabei auf die Entstehung eines Sonderwortschatzes und dem phraseologischen Sprechen. Um die Ausgangshypothese analysieren zu können, haben wir aktuelle Ausdrücke und Redewendungen mittels Fragebogen erhoben. In einem abschließenden Fazit werden die Ergebnisse der Analyse zusammengefasst und hinsichtlich unserer These kritisch reflektiert.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2014
Impressum:
Copyright (c) 2015 GRIN Verlag / Open Publishing GmbH, alle Inhalte urheberrechtlich geschützt. Kopieren und verbreiten nur mit Genehmigung des Verlags.
Bei GRIN macht sich Ihr Wissen bezahlt! Wir veröffentlichen kostenlos Ihre Haus-, Bachelor- und Masterarbeiten.
Jetzt beiwww.grin.com
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriff Jugendsprache
3 Sprachliche Phänomene
3.1 Lexikalische Merkmale
3.2 „Sprüchekultur“ – Phraseologismen in der „Jugendsprache“
4 Analyse
4.1 Erläuterung der Materialerhebung
4.2 Analyse Lexik
4.3 Analyse Phraseme
5 Fazit
Literaturverzeichnis
Anhang
Das Phänomen Jugendsprache ist ein viel diskutiertes Thema in der Sprachforschung also auch in der Gesellschaft. Bei dem Gebrauch des Wortes „Jugendsprache“ ist jedoch zu beachten, dass mit diesem Begriff keine Sprache mit eigener Grammatik, differenziertem Wortschatz und normativer Geltungen gemeint ist.[1] Es sind vielmehr jugendliche Sprechweisen, welche ein „[…] Ausweich- und Überholmanöver […]“[2] ihrer zugrundeliegenden Standardsprache repräsentieren.
Die menschliche Sprache, die einer Sprechergemeinschaft als Verständigungsmittel dient und nach Hockett u.a. die Merkmale Produktivität, Arbitrarität sowie Semantizität inne hat[3], erweist sich in der jugendlichen Sprachproduktion als besonders innovativ. Es kommt dabei nicht selten zu einem Spiel mit der Arbitrarität und einer überraschenden Veränderung der Semantizität, sodass daraus zahlreiche Wörterbücher wie „Endgeil - Das voll konkrete Lexikon der Jugendsprache“ von Hermann Ehmann hervorgebracht werden. Ausgehend von dieser kreativen Leistungsfähigkeit der Jugendlichen, stellen wir folgende Hypothese auf:
„Jugendsprache ist lebhafter als die Standardsprache“.
Davon ausgehend soll herausgearbeitet werden, inwieweit der jugendliche Sprechstil lebhafter ist und woran sich dieses kennzeichnen lässt. Dafür wird zunächst der Begriff „Jugendsprache“ kurz erläutert sowie deren sprachliche Phänomene theoretisch dargelegt. Der Fokus liegt dabei auf die Entstehung eines Sonderwortschatzes und dem phraseologischen Sprechen. Um die Ausgangshypothese analysieren zu können, haben wir aktuelle Ausdrücke und Redewendungen mittels Fragebogen erhoben. In einem abschließenden Fazit werden die Ergebnisse der Analyse zusammengefasst und hinsichtlich unserer These kritisch reflektiert.
Jugendsprache lässt sich als gruppenspezifische Sprechweise definieren und ist demnach ein Gruppenphänomen bzw. wird als Soziolekt[4] betrachtet.[5] Sie ist somit eine Sprache, welche die Jugend spricht und ein konventioneller Code, der von einer Gemeinschaft mit dem Ziel der Verständigung verwendet wird. Allerdings gibt es nicht die eine Jugendsprache weil „[…] es die Jugend als homogene Gruppe nicht gibt. Vielmehr existieren mehrere Jugendsprachvarietäten nebeneinander [...]“[6], welche sich informeller Konventionen bedienen. Jener Sprachgebrauch setzt bestimmte Kenntnisse über das Sprachsystem und gemeinsame Vorerfahrungen voraus.
Die Gründe für die Verwendung von Jugendsprache sind vielfältig. Dabei kann Jugendsprache „ein Medium der Selbstdarstellung von Jugendlichen […]“[7] sein und „der Identifikation und Kommunikation im Rahmen der Gruppe […]“[8] dienen. Durch das gemeinsame Abweichen von der Standardsprache wird ein „Wir-Gefühl“ erzeugt, welches u.a. eine Voraussetzung für den Gruppenzusammenhalt ist. Dieses „Wir-Gefühl“ wird zusätzlich verstärkt, indem die Bedeutungen vieler jugendsprachlicher Begriffe von Außenstehenden oft nicht nachvollzogen werden können.[9]
Die Jugendsprache besitzt eine große Dynamik, die durch extreme Wandlungsfähigkeit sowie experimentelle und kreative Sprachproduktion gekennzeichnet ist.[10] Mit der Standardsprache als Fundament, entwickeln sich sogenannte Sprachspiele d.h. ein Spiel mit dem gegebenen standardsprachlichen Material.[11] Der jugendsprachliche Ton findet seine Besonderheit im Vergleich zum standardsprachlichen Ausdruck nicht nur in der innovativen lexikalischen Struktur, sondern auch im phraseologischen Sprechen.[12] Diese sogenannte „Sprüchekultur“[13] ist „[…] von [der Benutzung] bestimmter klischeehafter idiomatischer Redewendungen [und] eine[r] Vorliebe für übertriebene oder flotte technischer Vergleiche, die Verwendung von Wörtern der Gemeinsprache in spezieller Bedeutung […]“[14] gekennzeichnet.
Da die jugendlichen Sprüche u.a. Lexeme aus ihrem „Sonderwortschatz“[15] enthalten, werden zunächst die lexikalischen Merkmale und anschließend der Phraseologismus in der Jugendsprache näher erläutert.
Auf der lexikalischen Ebene weist die Jugendsprache u.a. Neologismen (z.B. fluffig) und kreative Wortspiele (z.B. okidoki) auf. Weiterhin prägen Wortveränderungen (z.B. Alpha-Tier) und Verbalisierungen von Substantiven (z.B. müllen) die Lexik der Jugendsprache. Ökonomisierungen (z.B. Spezi) und Internationalismen (z.B. Feeling) führen ebenfalls zum Ausbau eines Sonderwortschatzes sowie Superlativierungen (z.B. superlustig, übelst).[16] Onomatopoetische Begriffe (z.B. knallhart) auch Lautwörter genannt, tragen zur jugendlichen Wortbildung bei.[17] Nach Androutsopoulos ist die Jugendsprache darüber hinaus durch „vulgäre Wortnester“ (z.B. scheiß) gekennzeichnet. Diese lexikalischen Einheiten werden auch Fäkaliensprache genannt und haben einen niedrigen semantischen Gehalt.[18]
