Die Montessori-Pädagogik - Petra Conte - E-Book

Die Montessori-Pädagogik E-Book

Petra Conte

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Pädagogik - Reformpädagogik, Note: 1,0, Hochschule Ludwigshafen am Rhein (Pflegewissenschaften), Sprache: Deutsch, Abstract: Bei den heutigen schulischen Verhältnissen, in denen Lern- und Zeitdruck herrscht, eine bestimmte Anzahl von Klassenarbeiten geschrieben werden muss und die Kinder großem Erfolgsdruck, auch von Seiten der Eltern, ausgesetzt sind, sollte man sich fragen, ob es nicht sinnvoll wäre, Pädagogik mehr an den Bedürfnissen der Kinder auszurichten. Montessori hat es durch ihr Erziehungskonzept geschafft, dass Kinder wieder gerne zur Schule gehen und ohne Druck spielerisch lernen. Sie schaffte es, dass Kinder trotz der Freiheiten, die ihnen eingeräumt werden, auf die Gesellschaft vorbereitet werden und dennoch, wenn sie auf ihre Kindheit zurückblicken, sagen können, dass sie schön war. Auch in unserer heutigen Zeit ist die Montessori-Pädagogik durchaus wieder aktuell. Die folgende Ausarbeitung soll einen kleinen Einblick geben über das Leben und die Grundauffassungen Montessoris, sich mit Möglichkeiten und Grenzen ihrer Pädagogik auseinander setzen, einen Transfer in die Erwachsenenpädagogik bzw. die Berufsausbildung versuchen und letztendlich zeigen, dass ihre Auffassungen auch auf Pflegeberufe gut übertragbar sind.

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Veröffentlichungsjahr: 2004

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Inhaltsverzeichnis

 

1    Einleitung

2     Maria Montessori - ihr Leben und ihre pädagogische Grundauffassung

2.1     Biographie Maria Montessoris

2.2     Das Menschenbild Montessoris

2.3     Grundaussagen zur Erziehung

2.4     Bezüge zur Reformpädagogik

3     Möglichkeiten der Montessori-Pädagogik

3.1     Altersgemischte Klassen und die Integration Behinderter

3.2     Das Prinzip der Freiheit und Unabhängigkeit

3.3     Freiarbeit an Montessori-Schulen

3.4     Zeitmanagement an Montessori-Schulen

3.5     Das Erlernen von Schlüsselqualifikationen

3.6     Die Rolle der Natur in der Erziehung

4     Grenzen der Montessori-Pädagogik

4.1     Der Übergang an eine Regelschule

4.2     Vorbereitung auf die Gesellschaft

5     Transfer in die Erwachsenenpädagogik bzw. die Berufsausbildung

5.1 Das Vermitteln von Schlüsselqualifikationen

5.2     Intentionen und Erfahrungsaspekte des Unterrichts

5.3     Eigenschaften der Lehrenden

5.4     Die Unterrichtsvorbereitung

6     Relevanz für die Pflege

6.1     Wahrung der Individualität

6.2     Pflegende als Wegbegleiter des Patienten

7     Fazit

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

Anhangverzeichnis

1Einleitung

Thema der schriftlichen Ausarbeitung meines Referats ist dieMontessori-Pädagogik.Ich habe michfürdieses Thema entschieden, weil mich meine Schwester, die den Beruf der Erzieherin ergriffen hat, neugierig machte. Sieerzähltemir von ihrerAbschlussstudienfahrtnach Holland, bei der sie unter anderem eines der zahlreichenMontessori-Kinderhäuserbesucht hatte und von derenPädagogikregelrechtbegeistertwar. Indem sie versuchte, mir die grundlegenden Prinzipien Montessorisnäherzuerläutern,bekam ich einen kleinen Einblick und wollte mehrüberdiese Frau und ihrePädagogikin Erfahrung bringen.

Ich fragte mich, wie Maria Montessori es durch ihrePädagogikschaffte, Kinder von der Stille zu begeistern oder unterschiedliche Altersstufen in einer Klasse zubetreuen,Behinderte zu integrieren, sie zuunterstützenundfürjeden individuell da zu sein ohne Chaosauszulösen.

Bei den heutigen schulischenVerhältnissen,in denen Lern- und Zeitdruck herrscht, eine bestimmte Anzahl von Klassenarbeiten geschrieben werden muss und die KindergroßemErfolgsdruck, auch von Seiten der Eltern, ausgesetzt sind, sollte man sich fragen, ob es nicht sinnvollwäre, Pädagogikmehr an denBedürfnissender Kinder auszurichten. Montessori hat es durch ihr Erziehungskonzept geschafft, dass Kinder wieder gerne zur Schule gehen und ohne Druck spielerisch lernen. Sieschafftees, dass Kinder trotz der Freiheiten, die ihneneingeräumtwerden, auf die Gesellschaft vorbereitet werden und dennoch, wenn sie auf ihre Kindheitzurückblicken,sagenkönnen,dass sieschönwar.

Auch in unserer heutigen Zeit ist dieMontessori-Pädagogikdurchaus wieder aktuell. Die folgende Ausarbeitung soll einen kleine n Einblick gebenüberdas Leben und die Grundauffassungen Montessoris, sich mitMöglichkeitenund Grenzen ihrerPädagogikauseinander setzen, einen Transfer in dieErwachsenenpädagogikbzw. die Berufsausbildung versuchen und letztendlich zeigen, dass ihreAuffassungen

2       Maria Montessori - ihr Leben und ihre pädagogische Grundauffassung

 

Im folgenden Text beziehe ich mich auf die Darstellungen Winfried Böhms[1], der spezielle Aussagen zu einzelnen Lebenssituationen Montessoris macht und wichtige Grundaussagen ihres Erziehungsansatzes anführt. Des Weiteren liefert Hildegard Holtstiege[2] einen Überblick über die reformpädagogische Bewegung, die kurz charakterisiert werden soll.

 

2.1            Biographie Maria Montessoris

 

Maria Montessori wurde am 31.08.1870 in Chiavavalle bei Ancona (Italien) geboren. 1886 begann sie ein Studium der (modernen) Sprachen und Naturwissenschaften; für Mathematik zeigte sie besonderes Interesse. Ihren Plan, Ingenieurin zu werden, gab sie sehr schnell wieder auf, um sich in besonderem Maße der Biologie und Medizin zu zuwenden. Sie wurde die erste Frau Italiens, die Medizin studierte und 1896 zum Doktor med. promovierte. Dabei fand sie in der damaligen Gesellschaft und auch innerhalb ihrer Familie wenig Verständnis; denn auch ihr Vater lehnte ihren beruflichen Weg strikt ab.

 

Von 1896 bis 1898 war Maria Montessori als Assistenzärztin in der Kinderabteilung der Psychiatrischen Universitätsklinik in Rom tätig, wo sie sehr viel mit geistig behi n- derten Kindern arbeitete. Eine praktische Errungenschaft der damaligen Zeit war es, medizinische mit pädagogischen Ansätzen zu verbinden, wobei für die „Dottoressa“ das Problem der geistig Zurückgebliebenen mehr ein Pädagogisches war.

 

Im Jahre 1900 wurde sie zur Direktorin eines Heilpädagogischen Instituts ernannt, der „Scuola Ortofrenica“, deren Gesamtleitung sie für zwei Jahre übernahm. An dieser Schule bildete sie Heilpädagogen aus, unterrichtete aber auch selbst behinderte Kinder, um den Praxisbezug nicht zu verlieren.

 

Die Werke von Itard undSéguin,zweierArztpädagogen,stellten sich als sehrbedeutendeGrundlagenfürihrenzukünftigenLebensweg und ihr Lebenswerk heraus.Séguinhatte speziellepädagogisch-didaktischeMaterialienfürdie Arbeit mit geistig behinderten Kindern entwickelt, die Montessori dannspäterals Grundlagefürihreigenskreiertes Montessori-Material dienten und diese weiterentwickelte.

 

Ihr weiteres Augenmerk legte sie auf die Erziehungswissenschaften. Im Wintersemester 1897 besuchte sie erstePädagogikvorlesungenan derUniversität.Dort kam sie erstmalig mit den Schriften von Pestalozzi undFröbelin Kontakt und sie widmete sich auch ausgiebig Rousseaus „Emile“.

 

Ein wichtiger Ansatz Montessoris war es, Theorie und Praxis miteinander in Einklang zu bringen und zuverknüpfen,wobei die Praxis, vor allem die Beobachtungen am Kind, stetshöherenStellenwertfürsie hatte. So wurden ihre praktischenBeobachtungenimmer reflektiert und hinterfragt.

 

Jelängersie sich mit behinderten Kindernbeschäftigte,destogrößerwurde ihrInteressean der allgemeinenPädagogik.Deshalb studierte sie Philosophie undPädagogikund besuchteaußerdemnoch Vorlesungen in Experimentalpsychologie. Nicht vielspätererhielt sie einen Lehrauftragfür PädagogischeAnthropologie in Rom. Auch hier versuchte sie das Theoretische in der Praxis kennen zu lernen undforschtean Grundschulen, wobei siespäterauch diepädagogisch-didaktischeGestaltung vonKinderhäusernund Grundschulenübernahm.

 

1907 wurde im Elendsviertel von San Lorenzo ein Kinderhauseröffnet,wo siealsbaldihre Arbeit aufnahm, indem sie sich mit dentagsüberunbeaufsichtigten Kindern des Viertelsbeschäftigte.Diese letzte Erfahrung sah sie alsprägendanfürihrenspäterenWerdegang. IhrSchlüsselerlebniswar dort die Beobachtung der„Polarisationder Aufmerksamkeit“ als Zugang zum kindlichen Selbstbildungsprozess: Beim experimentellen Arbeiten mit Kindern zwischen drei und sechs Jahren beobachtete Montessori eineständigeAufmerksamkeit und eine tiefe Konzentration. Die Kinder wiederholtenVorgängebis zu 44 Mal undließensich durch das

 

Lautsein der anderen nicht in ihrer Sache abbringen.

 

1909 gab Maria Montessori erste internationale Kurse zurEinführungin ihre eigens verfassteMontessori-Pädagogik.Wenige Jahrespäterfanden erste Vortragsreisen statt und sie gab Kurse in Europa, Nord- undSüdamerika,Indien und anderenLändern.Wenigspäterwurden auch ihre erstenBücher veröffentlicht,dieüberallauf der Welt reges Interesse fanden.

 

Maria Montessori lebte lange Zeit in Barcelona (Spanien), bevor sie 1949 in dieNiederlandeumzog, wo sie am 06. Mai 1952 in Noordwijk an Zee verstarb und dort ihrBegräbnisfand.

 

 

Abbildung 1: Maria Montessori, aus: www.montessori.de (03.05.2004)

 

 

2.2            Das Menschenbild Montessoris

 

Montessori anerkennt das Kind als eigenständiges, einzigartiges und individue lles Wesen in ihrer Pädagogik. Das Kind ist bei ihr kein schutzloses, schwaches Wesen, das Hilfe benötigt, wie so viel behauptet wird, sondern von Geburt an mit einem Bauplan seines selbst ausgestattet, den es auf Erden verwirklichen möchte und dabei auf die Unterstützung anderer angewiesen ist. Es soll auf dem Weg zu seiner eigenen Persönlichkeit unterstützt und begleitet werden; das sieht Maria Montessori als „Erziehung als Hilfe zum Leben“ an.

 

Maria Montessori entwickelte im Laufe ihres Lebens einen sehr starken Bezug zur Religion. Deshalb spielt diereligiöseErziehung an einigen Montessori-Schulen eine wichtige Rolle. Montessori sagt, dass das Gebot der Liebe, insbesondere die Liebe zum Kind, eine wichtige Grundvoraussetzung sei, damit Erziehungüberhaupterstmöglichwird. Sie stand Zeit ihres Lebens auf der Seite der Schwachen, Kranken und Benachteiligten. Begriffe wie Liebe, Achtung und Stille sind christliche Tugenden, die sie aus ihrer Intuition und sozialen Gesinnung heraus in ihrePädagogikmiteinfließen ließ.Es war ihr jedoch wichtig, dass ihrePädagogiknicht auf eineGlaubensrichtungeingeschränktwird. Mit ihren Erfolgen, unter anderem in Japan und Indien,zeigtesie, dass auch ohne christlichen Hintergrund ihre Gedanken und ihre Arbeitfürdas Kind versta nden wurden.

 

Sie war der Meinung, dass man dem Kind einreligiöses Gefühlnicht vonaußen anerziehenkönne.Eskönnesich aber entwickeln, wenn das Kind in diesem Bereich Erfahrungen sammle und ein entsprechendes Angebot in seiner Umgebungvorfän- de.

 

Maria Montessori geht davon aus, dass unsere Erde, die Natur eine Ganzheitdarstellt,in der jeder Teil, jede Pflanze und jedes Lebewesen eine AufgabefürdasGanzezuerfüllenhat. Sie sieht den Menschen eingebunden in einen kosmischen, also weltumfassendenSchöpfungsplan.Ihr Ziel war das einer harmonisch miteinander lebenden Gesellschaft, in der gegenseitige Achtung, HilfefürdieSchwächeren,Dankbarkeit und Liebe vorherrschen. Der Mensch soll im Einklang mit der Naturlebenund mit seinen Mitmenschen. Ihre Gedanken betreffen unsere im WandelbefindlicheEinstellung zur Natur. Kosmische Erziehung soll eine Achtung vor dem Leben und Verantwortungfürdie Natur vermitteln.