Die Olchis und der karierte Tigerhai - Erhard Dietl - E-Book + Hörbuch

Die Olchis und der karierte Tigerhai E-Book und Hörbuch

Erhard Dietl

5,0

Beschreibung

Haie und Harpunen! Ein Olchi ist durch nichts zu schrecken Schleime- Schlamm-und-Käsefuß - was für ein Abenteuer! Gemeinsam mit dem Forscher Gustav Grünspecht reisen die Olchis nach Arabien, um das weltweit letzte Exemplar des karierten Tigerhais zu fangen. Im Sultanspalast werden sie begeistert empfangen, und der Sultan ist von Olchi-Mamas Bauchtanz so begeistert, dass er sie am liebsten ganz dabehalten würde. Aber eine Olchi-Mama verlässt ihre Familie nicht! Und bald schon haben die Olchis alle Hände voll zu tun damit, ihre Expedition zu retten - denn es gibt noch andere, die hinter dem Hai her sind ... Eine abenteuerliche und übersprudelnd lustige Olchi-Geschichten mit farbigen Illustrationen von Erhard Dietl.

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Seitenzahl: 114

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Zeit:2 Std. 29 min

Sprecher:Rainer Schmitt

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Der längliche Hund

In Schmuddelfing regnete es schon seit drei Wochen. Der Frühling ließ in diesem Jahr unverschämt lange auf sich warten und es war lausig kalt. Alle packten sich in Gummistiefel und dicke Regenjacken, und der Himmel war so trüb wie die Gesichter der Schmuddelfinger. Wer schlau war, blieb zu Hause und machte sich einen Teller Nudelsuppe und heißen Tee. Besonders den Schulkindern, die doch so gerne draußen spielten, ging dieses Sauwetter allmählich schrecklich auf die Nerven.

Nur die Olchis auf der Schmuddelfinger Müllkippe fanden es herrlich. Sie liebten die Pfützen und den Matschboden, deshalb kam ihnen der wochenlange Regen gerade recht. Olchi-Opa hockte vor der schmuddeligen Olchi-Höhle auf einer alten Kiste und summte fröhlich vor sich hin. Vor ihm auf dem Müllplatz lag das ganze Gerümpel, das die Schmuddelfinger nicht mehr brauchen konnten. Alles war jetzt tropfnass und schön eingeweicht: die Pappschachteln und Tuchfetzen, die kaputten Fernseher, die rostigen Heizungsrohre und die gammeligen Matratzen, löchrige Schuhe, zerschlagene Flaschen, Plastiktüten, aufgequollene Zeitungsbündel – die Müllkippe war ein echtes Olchi-Paradies.

Olchi-Opa hatte seine Schuhe ausgezogen und die Füße in eine ölige Matschpfütze gestellt. Wenn er die Zehen bewegte, fühlte sich das wunderbar weich und glitschig an. »Mäusefurz und Fliegenleim, kann das Leben schöner sein?«, summte er zufrieden vor sich hin.Neben ihm spielten die beiden Olchi-Kinder im Schlamm. Die Zwillinge bauten gerade einen lebensgroßen Olchi aus nasser Erde. »Schau mal, Opa, der sieht genauso aus wie du!«, rief das eine Olchi-Kind, und das andere Olchi-Kind setzte dem Matsch-Olchi noch einen verbeulten Hut auf den Kopf. Er sah wirklich ein bisschen aus wie eine Mischung aus Olchi-Opa und einem dicken braunen Schneemann.

»Gar nicht schlecht getroffen«, sagte Olchi-Opa schmunzelnd.

Olchi-Mama saß im Eingang der Höhle und hatte Olchi-Baby auf dem Schoß. Sie streichelte ihm die kleinen grünen Hörhörner und das Baby nuckelte zufrieden an seinem glatt gelutschten Schnullerknochen.

Daneben stand Olchi-Papa an einem wackeligen Tischchen. Er war gerade dabei, einen Kuchen zu backen, und vermengte olchige Zutaten in einem Plastikeimer: Matschpfützenwasser, Sägemehl, Zahnpasta, geraspelte Schuhsohlen und einen Haufen Knochenmehl.»Vergiss die Schneckenhäuser nicht!«, ermahnte ihn Olchi-Mama. »Ich vergesse nie etwas!«, brummte Olchi-Papa und bröselte eine Handvoll klein gestampfter Schneckenhäuser in den Teig. Olchi-Mama freute sich. Dass Olchi-Papa einen Kuchen backen wollte, kam nicht jeden Tag vor. Das war schon etwas Besonderes. Doch heute war auch Olchi-Mamas Geburtstag und Olchi-Papa hatte vor, sie den ganzen Tag lang zu verwöhnen. Er wollte das Mittagessen kochen, die Wohnung verschmutzen, einen Kuchen backen, ein schönes Müllbad vorbereiten, Olchi-Mama den Rücken schrubben und sie vielleicht noch mit einer schönen Fußmassage überraschen. Olchi-Mama war gespannt, was ihm noch alles einfallen würde.

»Wenn du mit dem Kuchen fertig bist, kannst du mir ein paar schöne Stinkerkerzen anzünden. Dann setzen wir uns gemütlich in die Höhle und muffeln«, schlug sie vor. Olchi-Mama liebte Stinkerkerzen. Man warf einige faule Eier in Blechbüchsen und stellte Kerzen darunter, und das gab dann so ein herrlich olchiges Düftchen.Olchi-Papa seufzte. Olchi-Mama hatte in letzter Zeit ziemlich oft Geburtstag und das war nun schon ihr dritter Geburtstag in dieser Woche. Olchis feiern ihren Geburtstag zwar, wann sie wollen und so oft sie wollen, aber dreimal die Woche fand er fast ein bisschen über-trieben.Plötzlich kam Olchi-Oma um die Ecke gestiefelt. »Seht mal, wen ich euch mitgebracht habe!«, rief sie.

Alle Olchis machten große Augen. Neben Olchi-Oma lief ein Hund. Sein Körper war länglich wie eine Wurst, mit ein wenig zu kurz geratenen Beinen daran. Am Rücken war er schwarz, die Beine waren hellbraun und auf der Brust hatte er einen großen weißen Fleck. Er sah aus wie eine Kreuzung aus Schäferhund und Dackel.

Der Schäferdackel wedelte zutraulich mit dem Schwanz und die Olchi-Kinder liefen gleich zu ihm hin, streichelten ihn und hinterließen matschige Flecken auf seinem Fell. Die Olchi-Kinder mochten Tiere gern, am liebsten waren ihnen Fliegen, Fledermäuse, Ratten und glitschige Schlangen.

»Er ist mir zugelaufen«, erklärte Olchi-Oma. »Ich glaube, er hat Hunger.«

»Schleime-Schlamm-und-Käsefuß! Dann gebt ihm doch was zu essen«, sagte Olchi-Papa. Er hatte sofort Mitleid mit dem Hund und er kam ihm auch irgendwie bekannt vor. Olchi-Papa konnte sich gerade nur nicht erinnern, wo er ihn gesehen hatte. Er stellte seinen Kuchenteigeimer zur Seite und hielt dem Hund eine rostige Konservendose vor die Nase. Aber der Hund würdigte sie keines Blickes, er hatte anscheinend keine Lust auf Dosen.

Jetzt mischte sich Olchi-Opa ein. »Ihr habt ja keine Ahnung!«, rief er und zog seine Füße aus der Pfütze. »So ein Hund braucht Hundefutter! Fleisch und Knochen und solche Sachen. Das weiß ich genau. Vor vierhundert Jahren war ich nämlich mal ein berühmter Hundetrainer, hab ich euch das eigentlich schon erzählt?«

»Wir könnten ihm ja Olchi-Babys Schnullerknochen geben. Vielleicht mag er den fressen«, schlug das eine Olchi-Kind vor.

»Beim stinkigen Käserich! Kommt nicht infrage!«, rief Olchi-Mama entrüstet.

»Wir haben doch noch ein paar Reste vom Frühstück …«, fiel dem anderen Olchi-Kind ein. Es lief schnell in die Höhle und kam mit einer Handvoll alter Knochen zurück. Der Hund schnüffelte daran, bekam aber keinen Appetit. »Er sieht etwas traurig aus«, stellte das eine Olchi-Kind fest. »Bestimmt hat er sich verlaufen und nun hat er Heimweh.«

Da schlug sich Olchi-Papa auf einmal gegen die Stirn.

»Jetzt fällt mir wieder ein, woher ich den Hund kenne. Er gehört einem Mann aus Schmuddelfing. Den hab ich schon oft mit diesem Hund gesehen. Er wohnt in dem Haus mit den blauen Fensterläden.« »Was du alles weißt«, sagte Olchi-Mama verwundert.

»Na, dann sollten wir den Hund schleunigst zurückbringen. Bestimmt sucht der arme Mann ihn schon.«

»Ich hol mal eine Hundeleine«, sagte Olchi-Papa und ging hinüber zur Garage.

Hier hatte er allen möglichen Krempel aufbewahrt, den er für seine Basteleien brauchte. Er fand ein altes Elektrokabel, an dessen Ende ein kaputter Stecker hing. Das Kabel verknotete er am Halsband des Hundes.

»So, jetzt geht’s zurück zu deinem Herrchen«, sagte er. »Wer von euch Mäusefurzern mag mich begleiten?«, fragte er die Olchi-Kinder. »Ich!«, riefen beide Olchi-Kinder gleichzeitig.

Auf dem Weg nach Schmuddelfing durften die Olchi-Kinder abwechselnd den Hund an der Leine führen.

Sie kamen nur langsam voran, denn der Hund musste überall neugierig herumschnüffeln und wollte hin und wieder stehen bleiben, um die Bäume, Mauerecken und Laternenpfähle zu gießen.

Wegen des schlechten Wetters waren heute kaum Leute auf den Straßen. Ein paar Autos brausten an den Olchis vorbei und ein Lastwagen donnerte direkt neben ihnen durch eine tiefe Pfütze. Dabei traf sie ein Schwall schmutziges Pfützenwasser. Der Hund schüttelte sich, aber die Olchis waren glücklich. An so einem Tag machte das Spazierengehen wirklich Spaß!

Als sie schließlich in Schmuddelfing ankamen, zeigte Olchi-Papa auf ein altes Haus am Stadtrand. Es stand in einem verwilderten Garten, hatte zwei kleine Türmchen auf dem Dach und hellblau gestrichene Fensterläden. Als sie näher kamen, begann der Hund mit dem Schwanz zu wedeln und kräftig an der Leine zu zerren.

»Seht ihr, hier sind wir richtig«, meinte Olchi-Papa. »Der Hund fühlt sich schon zu Hause.«

Auf dem Schild neben dem Gartentor stand Grünspecht, aber das interessierte die Olchis nicht weiter, sie konnten ja sowieso nicht lesen.

Sie öffneten das quietschende Gartentor und liefen den schmalen Kiesweg entlang zur Haustür. Im Garten standen ein großer steinerner Delfin zwischen den Büschen und ein Flamingo aus Bronze. Direkt über der Haustür hing ein prächtiges Hirschgeweih.

Der Hund winselte ungeduldig und die Olchi-Kinder drückten auf den Klingelknopf.

Sie konnten ja nicht ahnen, dass dies der Beginn eines gefährlichen Abenteuers war.

Tolle Tiere, spitze Zähne

Als die Tür aufging, stand ein großer hagerer Mann vor ihnen. Er hatte einen braun karierten Sakko an und an seinem spitzen Kinn hing ein lustiges Ziegenbärtchen. Sofort sprang der Hund freudig an ihm hoch.

»Hab ich dich endlich wieder, du alter Streuner!«, rief der Mann. »Mein guter Lollo, wo warst du nur?«

Er ging in die Knie, um den Hund zu streicheln. Dabei schaute er ungläubig über den Brillenrand auf die Olchis, die tropfnass vor ihm standen. Der Mann wusste natürlich, wer die Olchis waren, denn jeder in Schmuddelfing kannte sie. Aber so aus der Nähe hatte er sie doch noch nie gesehen. Aus ihren olchigen Mündern ragten spitze Zähne und sie verströmten einen scharfen, durchdringenden Geruch, so eine Mischung aus nassem Hund, Putzmittel und fauligem Mülleimerinhalt.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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