Die Olchis und die Gully-Detektive von London - Erhard Dietl - E-Book

Die Olchis und die Gully-Detektive von London E-Book

Erhard Dietl

4,7
5,99 €

Beschreibung

Fischgräten in der Themse, Müll am Big Ben: Hilfe, die Olchis kommen! Die Olchi-Kinder fliegen auf Feuerstuhl zum Londoner Detektiv-Olchi Mr Paddock. Sie wollen ihm einen Agenten-Regenschirm bringen, den der geniale Professor Brausewein entwickelt hat. Doch der kleine Ausflug wächst sich zu einem aufregenden Kriminalfall aus, denn die Olchis müssen nicht nur gestohlene Dinosaurier-Knochen wiederfinden, sondern auch ihren entführten Drachen Feuerstuhl! Aber Cheesy Sock! Muffelfurzteufel! Das wäre doch gelacht, wenn sie diesen Fall nicht lösen würden! Eine turbulente, spannende Detektivjagd durchs olchige London mit zwei neuen Lieblings-Olchis: Mr Paddock, dem Detektiv, und seinem Assistenten Dumpy.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 119




[zurück]
[zurück]

So sind die Olchis

 

Kennst du die Olchis schon? Alles, was du über die kleinen grünen Stinkerlinge wissen musst, habe ich hier noch einmal zusammengefasst:

In dem schönen Städtchen Schmuddelfing gibt es eine herrliche Müllkippe. Dort landet alles, was die Schmuddelfinger wegwerfen: alte Schuhe, Klobrillen, Autoreifen, Dosen, Flaschen, Plastikmüll, kaputte Fernseher und Kühlschränke und weiß der Kuckuck, was sonst noch alles.

Auf diesem krötigen Müllberg hat sich die Olchi-Familie eine kuschelige Muffelhöhle gebaut. Olchi-Mama, Olchi-Papa, Olchi-Opa, Olchi-Oma, die beiden Olchi-Kinder und das Olchi-Baby.

Die sieben Olchis führen hier ein sehr angenehmes Leben. Oft grölen sie ihre schrägen Olchi-Lieder so laut und falsch, dass sich die Ratten unter den schimmeligen Matratzen die kleinen Ohren zuhalten. Und wenn es regnet, freuen sich die Olchis. Sie nehmen entspannende Schlammbäder, hüpfen in den matschigen Pfützen herum, und die Olchi-Kinder werfen sich fette Matschknödel auf ihre Knubbelnasen.

Jeden Tag verschmutzt Olchi-Mama gründlich die Höhle, damit sie schön gemütlich ist. Sie wirft eine Schaufel Staub hinein, haut ein paar faule Eier in die Duftlampe, und wenn sie damit fertig ist, kocht sie einen kräftigen Schmuddeltopf. Mit Schnürsenkeln, rostigen Nägeln, Fischgräten und Dosenscheibchen. Und zum Nachtisch gibt’s verbrannten Stinkerkuchen mit Sägemehl.

Alle Olchis haben einen gesunden Appetit, und ihre harten Zähne knacken sogar Plastik, Glas, Holz und Metall. Doch am liebsten mögen sie faulige, rostige, ranzige und vergammelte Sachen. Olchi-Opa freut sich jedes Mal, wenn er irgendwo ein bisschen ranziges Fahrradöl auftreiben konnte, denn das ist sein Lieblingsessen.

Obwohl die Olchis so merkwürdige Sachen verdrücken, bekommen sie nie Bauchweh. Nur wenn sie versehentlich etwas Frisches erwischen, geht es ihnen schlecht, und sie bekommen überall bunte Flecken.

Die Olchis sind zwar klein, aber trotzdem unglaublich stark. Ihre Muskeln sind so hart wie Eisen, und einen schweren Autoreifen können sie locker fünfzig Meter weit durch die Gegend pfeffern.

Hin und wieder rülpsen und pupsen sie laut und kräftig. Das ist ein gutes Zeichen, denn dann fühlen sie sich so richtig wohl und zufrieden.

Sie mögen alle Arten von Gemüffel und Gestank, und naturgemäß waschen sie sich nie. Frisches Wasser vermeiden sie, so gut es geht. Auch vom Zähneputzen halten sie leider nicht viel. Ihr olchiger Mundgeruch ist für normale Menschen kaum auszuhalten. Wenn sie gähnen, stürzen die Fliegen ab und fallen tot auf den Fußboden.

Auf dem Kopf haben die Olchis drei Hörhörner. Damit hören sie die Gänseblümchen wachsen und die Regenwürmer husten. Mit dem mittleren Hörhorn können sie alle Sprachen der Welt verstehen, was sehr praktisch ist, wenn sie mal auf Reisen sind.

Ihre Haustiere sind die Ratten, Mäuse, Schnecken und Kröten und natürlich Flutschi, die Fledermaus, und der dicke Drache Feuerstuhl. Auf seinem breiten Rücken können die Olchis durch die Gegend düsen, wie es ihnen gefällt. Besonders die beiden Olchi-Kinder haben einen Riesenspaß dabei, wenn der Drache Feuerstuhl hoch oben in der Luft seine Loopings macht.

»Wenn der Olchi-Drache knattert, dem Olchi-Kind die Hose flattert!«, dichtet Olchi-Opa, der für jede Gelegenheit ein krötiges Gedicht auf Lager hat.

Er ist nicht mehr der Jüngste, aber immer noch topfit, und schafft mindestens 255 Liegestütze mit einer Hand. Inzwischen hat er 985 Jahre auf dem Buckel, denn alle Olchis werden steinalt. Die Olchi-Kinder sind 45, und das Olchi-Baby ist schon zwölf.

Geburtstag feiern sie, wann sie wollen und sooft sie wollen. Olchi-Oma hat manchmal sogar drei Mal in der Woche Gefurztag!

Aber nicht nur in Schmuddelfing gibt es Olchis.

Sogar oben auf dem Mond findet man kleine gelbe Olchis in den tiefen Kratern. Und in der großen Stadt London leben zwei ganz besondere Olchis. Die beiden werdet ihr gleich näher kennenlernen.

Das war jetzt das Wichtigste über die Olchis, und ich hoffe, ich habe nichts vergessen. Nur eins noch: In unserer Geschichte kommen manchmal englische Wörter vor. Falls du keine Hörhörner hast, mit denen du alle Sprachen der Welt verstehen kannst, findest du die Übersetzungen hinten im Buch.

Und nun kann das olchige Abenteuer auch schon losgehen!

[zurück]

Das Gully-Büro

 

Fritzi Federspiel strich sich eine nasse Haarsträhne aus dem Gesicht. Sie hatte den Mantelkragen hochgeklappt, aber trotzdem fröstelte sie in der feuchtkalten Januarluft.

»Was für ein mistiges Sauwetter!«, murmelte sie. Ein schwarzes Taxi fuhr mit hoher Geschwindigkeit durch eine Pfütze. Gerade noch konnte sie ausweichen. In der Hand trug Fritzi eine Einkaufstüte, darin waren Bananen, Joghurt, Toastbrot, Käse und vier Tafeln dunkle Schokolade.

Mit schnellen Schritten überquerte sie die befahrene Straße und bog in eine ruhige Seitengasse ein. Die nassen Pflastersteine glänzten im Schein einer Laterne, und neben der alten Steinmauer huschte etwas Graues hinter eine Mülltonne. Fritzi zuckte erschrocken zusammen.

»Ach du verwanzte Ratte!«, stieß sie aus.

Hier in der großen Stadt London gab es angeblich über sieben Millionen Ratten. Fritzi hatte eigentlich keine Angst vor Ratten. Trotzdem erschrak sie jedes Mal, wenn ihr eine über den Weg lief.

In der Mitte der dunklen Gasse blieb sie stehen und blickte sich um. Kein Mensch war zu sehen. Sie stellte ihre Einkaufstüte ab, dann öffnete sie einen Gullydeckel. Sie stieg in die runde Öffnung, zog den schweren Deckel hinter sich zu und kletterte über eine schmale Eisenleiter hinunter in den finsteren Kanal.

Fritzi knipste ihre kleine Taschenlampe an. Hier unten war es so eng, dass sie ein wenig den Kopf einziehen musste. Trotzdem ging sie mit sicheren Schritten durch das feuchte Labyrinth, denn diesen Weg war sie schon oft gegangen, und sie kannte sich gut aus.

Sie bog nach rechts ab und machte einen langen Schritt über einen kleinen Seitenkanal, in dem ein schmutziges Rinnsal floss. Der Schein ihrer Lampe traf auf zwei weitere dunkelgraue Ratten, die an der Wand entlangflitzten und sich in Sicherheit brachten.

Endlich kam Fritzi in einen breiteren Gang, in dem sie bequem aufrecht gehen konnte.

»Hallo, Mister Paddock!«, rief sie. »Bin wieder da!«

Der Gang führte hinüber zu Mister Paddocks Büro. Paddock war ein grüner Olchi, der in London als Privatdetektiv arbeitete.

Fritzi Federspiel wohnte nun schon eine ganze Weile bei ihm. Aber an die modrig-feuchte Umgebung hier unten hatte sie sich immer noch nicht richtig gewöhnt. Oft dachte sie mit Wehmut an das sonnige Gammelsberg, wo sie lange Zeit als Assistentin von Professor Brausewein gearbeitet hatte. Brausewein war ein berühmter Erfinder, und in seinem Eisenbahnwagen-Labor am Gammelsberger Bahnhof hatte Fritzi eine Menge gelernt. Besonders über das Leben von Olchis wusste sie seitdem sehr gut Bescheid. Gammelsberg war nämlich der Nachbarort von Schmuddelfing, wo bekanntlich die Olchi-Familie auf ihrer krötigen Müllkippe lebt.

Fritzi fand Olchi-Kunde sehr spannend, und sie studierte mit großem Eifer das olchige Leben und alles, was damit zusammenhing. Irgendwann einmal, hoffte sie, würde sie ein großes wissenschaftliches Werk über die Olchis schreiben.

Eines Tages hatte ihr Brausewein erzählt, dass es auch in England Olchis gab. Durch seine Vermittlung war sie schließlich hier im grauen London gelandet. Im unterirdischen Kanalbüro von Mister Paddock.

Hier bei Mister Paddock konnte sie aufregende neue Olchi-Erfahrungen sammeln. Sie durfte sich im Detektivbüro nützlich machen, und weil sie sich so gut auskannte mit moderner Computertechnik, war sie Paddock tatsächlich eine große Hilfe.

Doch so aufregend Fritzi das alles fand, London war eine ziemlich riesige Stadt und mindestens 1300 Kilometer von Schmuddelfing entfernt. Deshalb hatte Fritzi öfters schreckliches Heimweh. Und immer wenn das Heimweh kam, musste sie sich Schokolade kaufen. Vier Tafeln mindestens, denn Schokolade war das Einzige, was bei ihr gegen Heimweh half.

»Hallo, Mister Paddock!«, rief sie noch einmal, als sie die Tür zum Büro öffnete.

Der alte Detektiv saß auf einem rostigen Ölfass. Er hatte seine dicke grüne Knubbelnase in eine Zeitung gesteckt, wie immer auf der Suche nach interessanten Kriminalfällen.

Auch heute trug er wieder seine altmodischen Gamaschenschuhe und den geflickten karierten Mantel. Seinen Hut, eine schwarze Melone, hatte er abgelegt. Obwohl Mister Paddock ein Olchi war, achtete er stets auf sein Äußeres. Gute Kleidung war ihm wichtig, doch selbstverständlich musste sie immer schön verschmuddelt sein.

Sein fauler Gehilfe Dumpy lag wieder mal in der Ecke auf dem verschlissenen Sofa und schnarchte laut vor sich hin. Auch Dumpy war ein grüner Olchi. Er hatte seine schmuddelige Mütze tief ins Gesicht gezogen, und eine rostige Dose voll Tee stand oben auf seinem runden Olchi-Bauch. In der Dose hing anstelle eines Teebeutels eine alte Fischgräte, und bei jedem Atemzug schwankte sie gefährlich hin und her.

»Well, gut, dass du kommst, Fritzi, my dear«, sagte Mister Paddock. »Es ist Zeit für den Fünfuhrtee!«

»Für mich bitte keinen Tee«, rief Fritzi. Auch wenn sie den englischen Brauch, um Punkt fünf am Nachmittag Tee zu trinken, eigentlich mochte, konnte sie sich mit Paddocks Schmuddeltee einfach nicht recht anfreunden.

»Du musst bei Professor Brausewein nach meiner Bestellung fragen, o. k.?«, sagte Mister Paddock.

»Mach ich gleich!«, antwortete Fritzi.

Sie stellte ihre Tüte mit den Einkäufen auf ein zweites Ölfass und setzte sich an den Computer. Die Internetverbindung hier unten in dem stillgelegten Abwasserkanal war nicht gerade die beste. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie Kontakt zu Brausewein bekam.

Endlich erschien das Gesicht des Professors auf dem Bildschirm.

»Na so was! Fritzi!«, rief Brausewein erfreut. »Wie geht es dir? Hältst du es noch aus in deinem feuchtfröhlichen Untergrund?«

»Geht schon«, meinte Fritzi. »Ich friere mir die Nase ab und hab ständig Schnupfen. Aber sonst ist alles krötig. Mister Paddock ist sehr nett.« Sie schielte hinüber zum Sofa, auf dem Paddocks Gehilfe immer noch laut schnarchte. »Und Dumpy natürlich auch.«

Mister Paddock war von seinem Fass gehüpft. Er winkte Brausewein auf dem Bildschirm zu und sagte: »Hello, my friend, ich wollte nach meiner Bestellung fragen! Wie steht es damit?«

»Ihre Bestellung? Ach ja, natürlich. Die hatte ich fast vergessen«, antwortete Brausewein zerstreut. »Den Schirm hab ich längst fertig!«

»Wonderful!« Paddock lächelte. »Was kann er denn? Haben Sie alles eingebaut?«

»Genau, wie Sie es gewünscht haben«, sagte Brausewein. »Er ist ein echter Wunderschirm. Er kann Niespulver versprühen, Nebel werfen und Stinkerqualm ausstoßen. Und zum Fliegen hab ich einen Turbo-Propeller eingebaut!«

»Smelly fishbone!«, rief Paddock erfreut. »Well, dann bringen Sie das Ding ganz schnell her zu uns!«

»Würd ich ja gerne tun«, meinte Brausewein nachdenklich. »Aber leider kann ich diesmal nicht selbst kommen. Ich arbeite gerade an einer höchst wichtigen Erfindung.«

»Dann schicken Sie ihn mit der Post, o. k.?«, schlug Paddock vor.

Der Professor kicherte. »Das wird auch nicht funktionieren. Ich denke, kein Postbote kriecht gern in Gullys!«

»Meine Güte, dann denken Sie sich eben etwas anderes aus!«, sagte Paddock. »Wozu sind Sie denn Erfinder? Lassen Sie sich etwas einfallen!«

»Das mache ich«, meinte Brausewein. »Sie hören von mir!«

[zurück]

Ein Auftrag für die Olchi-Kinder

 

Professor Brausewein musste nicht lange nachdenken.

Noch am gleichen Tag fuhr er hinüber nach Schmuddelfing zur olchigen Müllkippe. Er parkte sein kleines Auto neben einer großen Schlammpfütze und stiefelte über die Müllteile hinüber zur Olchi-Höhle. Unter dem Arm trug er Paddocks Wunderschirm, säuberlich in Packpapier eingeschlagen.

Die Olchi-Familie sah er drüben an ihrer Garage. Alles war friedlich. Olchi-Mama und Olchi-Oma verschmutzten gerade den Drachen Feuerstuhl. Sie rieben ihm den dicken Bauch mit braunem Schlamm ein, und der Drache grunzte behaglich und stieß schwefelgelbe Qualmwölkchen aus.

Olchi-Opa hockte auf seinem alten Ofen und betrachtete das Ganze mit Wohlgefallen. Nebenbei spuckte er kleine Stückchen seiner Knochenpfeife in eine Pfütze.

Olchi-Papa saß in einer verbeulten Badewanne, die randvoll mit Abfall war.

Anscheinend nahm er gerade ein Müllbad. Auf seinem Kopf hockte eine fette Kröte, auf dem Schoß hatte er das Olchi-Baby. Er fütterte es mit kleinen Stückchen grauem Beton, und Brausewein hörte ihn fröhlich singen:

»Ja, mein kleines Stinkerlein,

so ein Steinchen schmeckt doch fein!

Nimm noch ein Stückchen vom Beton,

deine Zähnchen kauen das schon!«

Die beiden Olchi-Kinder hüpften lustig um die Wanne herum und pfefferten sich gegenseitig Matschknödel an die Knubbelnasen.

Wirklich eine nette Familie!, dachte Professor Brausewein und verscheuchte ein paar lästige Fliegen, die sich auf seiner Nase niederlassen wollten.

»Hallo, Olchis!«, rief er. »Wie geht’s? Wie steht’s? Alles schön stinkig bei euch?«

Die Olchis, die immer gern Besuch hatten, freuten sich, den Professor zu sehen.

»Ja, alles krötig bei uns«, sagte Olchi-Mama. »Muffelfurzteufel, schön, dass du auch mal wieder vorbeischaust. Magst du ein Stück Stinkerkuchen? Hab ihn gerade erst heute Morgen frisch verbrannt!«

»Danke, sehr nett, ist aber wirklich nicht nötig«, antwortete Brausewein schnell. »Ich bin nicht zum Essen gekommen, ich wollte euch nur etwas fragen.«

Er wusste, dass sich bei den Olchis immer alles ums Essen drehte, und auf Olchi-Mamas entsetzlichen Stinkerkuchen hatte er nun wirklich gar keinen Appetit.

»Was willst du uns denn fragen?«, sagte Olchi-Oma und legte ihren Schlammlappen zur Seite.

Der Professor erzählte ihnen von Fritzi Federspiel, die in London bei Herrn Paddock ein Praktikum machte. Und dass er dem Olchi-Detektiv dringend seinen neuen Wunderschirm liefern musste.

»Ich dachte, es könnte vielleicht jemand von euch nach London fliegen und das Ding dort abliefern?« Er zeigte auf sein Paket. »Die Reise würde euch sicher Spaß machen. Paddock wohnt in einem wunderschönen olchigen Kanal, das wird euch bestimmt gefallen. Und mit eurem schnellen Drachen seid ihr doch im Handumdrehen dort. Na, was meint ihr?«

»Grätzige Stinkerlaus, das klingt nicht übel«, brummte Olchi-Opa und rülpste. »Ich kenne London gut. Vor vierhundert Jahren war ich schon mal dort. Ich habe als Rattenretter gearbeitet. Zweitausendfünfhundertvierundsechzig von ihnen habe ich gerettet und an einen sicheren Ort gebracht. Der König von England wollte sie nämlich alle vergiften! Das war vielleicht ein Spaß! Hab ich euch das eigentlich schon mal erzählt?«

»Bestimmt schon hundert Mal!«, meinte Olchi-Mama.

»Wir wollen auch nach London!«, riefen die Olchi-Kinder. »Wir wollen auch Ratten retten!«

»Es ist keine Zeit für solche Späße«, meinte Olchi-Mama. »Die Olchi-Oma hat doch bald ihren Gefurztag, und wir müssen noch eine Menge vorbereiten!«

»Wir beide könnten doch allein dorthin fliegen«, schlug das eine Olchi-Kind vor.

»Ja, beim Kröterich, ihr feiert Gefurztag, und wir bringen den Schirm zu dem Herrn Paddock!«, meinte das andere Olchi-Kind.

Olchi-Oma schüttelte den Kopf. »Ihr beide wollt allein dahin? Stinkerlinge, das ist keine gute Idee und viel zu gefährlich. Dieses London ist bestimmt ganz weit weg. Hab ich recht?«

»Tja, es liegt nicht gerade um die Ecke«, musste Brausewein zugeben. »Aber ich habe ein erstklassiges Navigationsgerät. Das leitet euch genau zu Paddocks Büro. Wär also kein Problem, denke ich.«

»Und mein Gefurztag?«, sagte Olchi-Oma zu den Olchi-Kindern. »Soll ich den vielleicht ohne euch feiern?«